• #91
Sehr interessantes Thema, habe alles durchgelesen und denke der Partner hat evtl autistische Züge. Es gibt hochbegabte Autisten, die aber im Umgang mit Menschen komplett unbeholfen sind und keine Empathie haben.
Lg
 
H

Hochsensibel

Gast
  • #92
Hallo liebe Sunny.

Ich finde es traurig dass Leute das Verhalten deines Partners direkt als mimosenhaftes Rumzicken abtun. Ich kann verstehen, dass die Situation für euch schwierig ist. Ich bin selbst hochsensibel, mein Partner auch und selbst für uns ist es manchmal ne Herausforderung.

Wenn ich aber Sachen lese wie "Loser, nichts auf die Reihe kriegen, Parasit" kann ich nur den Kopf schütteln. Niemandem würde zickig zu mir einfallen. Ich brauche nur einfach mehr Ruhe und Zeit für mich als manch anderer und ich finde da auch nix schlimmes dran. Deswegen pampe ich niemanden an oder zicke rum. Und ich bin deswegen auch nicht weniger erfolgreich oder ne Last für irgendwen, im Gegenteil in meinem langjährigen Job war ich einer der Leistungsträger und sehr erfolgreich. Der einzige Unterschied war dass ich nicht noch mittags mit 5 Kollgen ne Runde joggen war, sondern mich in ein leeres Büro zurückgezogen hab zum Auftanken. Da hatte niemand einen Nachteil von und ich war wieder aufnahmefähig. Will sagen Hochsensibilität bedeutet nicht Schwäche.

Ich finde es total toll, dass du dich in das Seelenleben deiner Partners einfühlst und dich damit beschäftigst. Für mich hat das absolut nix mit "Therapeutin" zu tun. Sein Naturell wird sich nicht ändern, er kann aber daran arbeiten sich dir verständlicher, offener mitzuteilen. Beispielsweise dir sagen "Ich bin gerade überwältig von XY, ich brauche etwas Ruhe, es hat nichts mit dir zu tun, ich komm wieder auf dich zu".

Man kann das eventuell so beschreiben – Reize egal ob positiv oder negativ die für andere Nerven sind wie ein "zupfen an einer Harfe", sind für mich wie ein Gitarrensolo. Ich als HSP hab ein starkes Rückzugsbedürfnis, ich brauche oft Zeit für mich allein. Egal ob nach stressigen Situationen oder nach tollen.

Es gibt auch oft ein "emotionales Nachhallen“, das heißt wenn was unangenehmes passiert kann ich nicht sofort auf "Schamm drüber, happy time" umschwenken, sondern muss das erst mal sacken lassen.

In so einer Situation bin ich dann auch schwer erreichbar.

Mein Partner war bisweilen extremer, wie deiner. Extrem zurückgezogen. Ich hab mich dann manchmal auch abgelehnt gefühlt. Das ist Vergangenheit. Wir haben uns soweit aufeinander zubewegt wie es ging – Ich hab Geduld mit ihm, setz ihn nicht unter Druck und geb ihm Zeit und er spricht offen darüber wenn ihm gerade was zu viel ist und er sich zurückziehen möchte. Dadurch dass ich mich mit dem Thema HSP befasst hab versteh ich mich selbst und ihn nun besser und wenn überhaupt haben wir 1 bis 2 mal im Jahr so eine "Extremphase" von 1 bis 2 Tagen. Und dann reden wir drüber. Nur eben nicht sofort.

So ein Rückzugsbedürfnis ist für mich absolut nicht das gleiche wie "Schmollen wie ein Kleinkind als Erpressungsversuch". Das wäre in der Tat nicht fair.
 
  • #93
Voll doof als Frau, wenn man auf tolle Klamotten verzichten muss, weill der Stoff unangenehm ist.
Du ahnst nicht, wie oft ich das schon gedacht habe. Mal abgesehen davon, dass ich Wolle sowieso nicht kaufen will (ist mir zu unsicher, wie die Schafe geschoren wurden), aber allein die ganzen Polyesterteile, die manchmal gar nicht unschön aussehen. Oder Lurex, ich liebe Glitzerkram.
Im Prinzip ist es so, dass jeder Mensch hochsensibel und spirituell ist. Bloß nicht jeder nimmt es wahr, er spürt es einfach nicht
Das denke ich auch. Aber das bringt mich auch zu dem Gedanken, dass man was abstellen kann, was einen quält. Die Hautempfindungen nicht, aber das ewige Grübeln und Schuldgefühle entwickeln, das könnte man bearbeiten, denke ich, und zu konstruktiverem Verhalten kommen.
Verzeih dir selbst und vertrau drauf, dass einer, der dich mag, dir auch verzeihen wird - so ungefähr als Leitsatz.
 
  • #94
Zu meinen Hochphasen war ich nach spirituellen Session absolut k. o., als ob ich zehn Stunden auf der Baustelle verbracht habe. Ich habe nur noch geschlafen. Bei besonders begabten ist ein zweitägiger Schlaf am Stück keine Seltenheit.

Ich denke, hier gehen langsam zwei Aspekte durcheinander. Dass Hochsensible stärker auf ihre Umgebung reagieren, ist ein Aspekt. Sie sind also offenbar "anders" als Nicht-Hochsensible und ich kann das natürlich lesen, mir begrenzt vorstellen und mich vielleicht auch irgendwie reindenken.
Der andere Aspekt ist aber der partnerschaftliche. Wenn sich Hochsensible da anders verhalten, genauer komplizierter, und zwar vermutlich nicht nur im Fall der FS, dann kann man vermutlich nur begrenzt verlangen, dass Partner oder Partnerinnen das mitmachen.

Wenn Du also mit besonderer "Begabung" nach einer Session zwei Tage schläfst statt mal ganz profan ausgedrückt, Deinen Anteil Hausarbeit zu erledigen oder auch nur Zeit für ein Glas Wein zu haben, dann wird das in einer Beziehung kaum jemand länger mitmachen. Wenn eine Partnerin dauernd "sensibel" auf Kleinigkeiten reagiert, die für "normale" Menschen kein Problem darstellen, wird auch das zu Stress führen.

Du kannst das dann als "Begabung" titulieren und positiv darstellen, aber im normalen Umgang ist es letztlich eine Behinderung. Und klar haben Autisten auch Begabungen, aber ihre Defizite verhindern eben auch eine glückliche Beziehung, wenn sie nicht jemanden finden, der damit umgehen kann und möchte.
 
  • #95
Wenn Du also mit besonderer "Begabung" nach einer Session zwei Tage schläfst statt mal ganz profan ausgedrückt, Deinen Anteil Hausarbeit zu erledigen oder auch nur Zeit für ein Glas Wein zu haben, dann wird das in einer Beziehung kaum jemand länger mitmachen. Wenn eine Partnerin dauernd "sensibel" auf Kleinigkeiten reagiert, die für "normale" Menschen kein Problem darstellen, wird auch das zu Stress führen.
Niemand hat behauptet, dass Beziehungen zu solchen Menschen "normal" oder einfach sind. Sie gehören nun mal zu Risikogruppe, so wie Polizisten, Krankenschwestern, Menschen mit chronischer Erkrankungen oder die Karrieremenschen, die kaum zuhause sind. Sowas muß man können, wollen und, wie überall, gibt es auch bestimmte Eigenschaften, die solche Beziehungen trotzdem schön machen.
Und ich habe einen Punkt erwähnt und wiederhole nochmal - man muss zwischen echter HSP und ganz profanen Charaktermängel unterscheiden und Menschen entlarven, die HSP als Ausrede für ihren Egoismus und Unreife benutzen.
 
  • #96
Wenn Du also mit besonderer "Begabung" nach einer Session zwei Tage schläfst sta

Lieber Lebens_Lust,

Das ist realwomans Darstellung von Hochsensibilität gleich vermischt mit Spiritualität, die sie auch sehr eigen interpretiert. Vielleicht eher im Bereich Esoterik anzusetzen.

Es ist aber eben individuell - und man tut hochsensiblen Menschen Unrecht, wenn man sie in diese Schublade steckt.

Ich denke, die meisten Hochsensiblen Menschen können mit dieser Besonderheit umgehen - das sieht man auch an den anderen Beiträgen, und dann ist es nur eine Facette in der Persönlichkeit eines Menschen.
Wie bei allen Facetten kommt es auf die Ausprägung an, und dann auf die Passung.

So wie ich als Familienmensch, die gerne Gäste hat, und Nähe mag - mit meinen Freiräumen - eben nicht zu einem individualistischen Distanzmenschen passe.
Auch ich brauche Auszeit, wie wohl alle Menschen, aber ich freue mich, wenn hier die Bude voll ist - unsere enge Familie sind inzwischen 8 Personen :).

Vielleicht findet die FS tatsächlich MIT ihrem Freund zusammen einen Weg - aber die Schwierigkeiten, die er hat, sind nicht begründet durch Hochsensibilität und Hochintelligenz, sondern dass er noch keinen Weg gefunden hat, mit sich selbst gut und achtsam umzugehen und damit dann auch mit seiner Partnerin gut umzugehen.

W,50
 
  • #97
Niemand hat behauptet, dass Beziehungen zu solchen Menschen "normal" oder einfach sind. Sie gehören nun mal zu Risikogruppe, so wie Polizisten, Krankenschwestern, Menschen mit chronischer Erkrankungen oder die Karrieremenschen, die kaum zuhause sind.

Sorry, kann ich nicht so stehen lassen. Menschen mit chronischen Erkrankungen sind vielleicht noch vergleichbar, aber einfach manche Berufsgruppen nur wegen Schichtdienst oder wenig Zeit zu vergleichen, finde ich unpassend. Die sind nämlich deswegen nicht als Mensch kompliziert oder übermäßig empfindlich.

Und ich habe einen Punkt erwähnt und wiederhole nochmal - man muss zwischen echter HSP und ganz profanen Charaktermängel unterscheiden und Menschen entlarven, die HSP als Ausrede für ihren Egoismus und Unreife benutzen.

Na ja, dann kommt zu Empfindlichkeit eben noch ein schlechter Charakter hinzu. Nützt so oder so nichts und macht es nur noch schlimmer.
 
  • #98
Sorry, kann ich nicht so stehen lassen. Menschen mit chronischen Erkrankungen sind vielleicht noch vergleichbar, aber einfach manche Berufsgruppen nur wegen Schichtdienst oder wenig Zeit zu vergleichen, finde ich unpassend. Die sind nämlich deswegen nicht als Mensch kompliziert oder übermäßig empfindlich.
Manchmal sind sie tatsächlich kompliziert. Polizisten haben ehe mit dem problematischeren Bevölkerungsteil zu tun und das prägt. Nach langem Einsatz oder traumatischen Erlebnissen sind die auch sehr müde und emotional nicht immer stabil. Du weiss ja, dass sie früher in die Rente gegen. Medizinpersonal ist auch so eine Gruppe, gesundheitliche Folgen und Burnout sind extrem oft.
Mir gind es eigentlich ehe darum, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen eben in der Beziehung nicht immer zu Verfügung stehen, sei es durch Abwesenheit oder Rückzug. Und da spielt es keine Rolle, ob es ein HSP ist, der gerade nicht ansprechbar ist oder ein Geschäftsmann, der eine Woche auf Dienstreise ist.
Na ja, dann kommt zu Empfindlichkeit eben noch ein schlechter Charakter hinzu. Nützt so oder so nichts und macht es nur noch schlimmer.
Es geht nicht um HSP mit schlechtem Charakter, sondern um Menschen, die schlechten Charakter haben, aber die HSP benutzen, sie wären bloß "hochsensibel". Aber ja HSPler, die doof sind, gibt es auch.
Das ist realwomans Darstellung von Hochsensibilität gleich vermischt mit Spiritualität, die sie auch sehr eigen interpretiert. Vielleicht eher im Bereich Esoterik anzusetzen.
Wie im Fall mit dem Russisch würde ich sagen, du bist nicht ganz ein geeigneter Gesprächspartner, wenn du diese Eigenschaft nicht hast. In die Schublade steckst DU die HSPler, wenn du meinst, daß das nur ein Teil ihrer Persönlichkeit ist und in der Regel sind das liebe Menschen. Erstens ist es nicht ein Teil, sondern DIE Persönlichkeit. Die Wahrnehmung ist absolut anders, man kann es nicht abschalten. Wie man damit umgeht, ist tatsächlich der Charakter entscheidend. Ich habe auf YouTube ein Video angeschaut über Vorträge von HSPlern und da war eine sehr sarkastische Dame, die eben auch gemeint hat, dass sie nicht nur lieb sind, sondern auch sehr böse sein können.
Ob HSP, Spiritualität oder Esoterik, mann soll einfach keine Etikette drauf kleben, sondern mehr Toleranz entwickeln, wofür du hier, liebe Lionne, dauernd plädierst.
 
  • #99
Polizisten haben ehe mit dem problematischeren Bevölkerungsteil zu tun und das prägt. Nach langem Einsatz oder traumatischen Erlebnissen sind die auch sehr müde und emotional nicht immer stabil.

Zum Thema Pauschalurteile habe ich dir ja schon oft genug geantwortet. Jeder von uns hat seine Schubladen...

Unabhängig von irgendwelchen Aufklebern ist bei mir bei einer Frau einfach wichtig, dass sie keine gröberen "Macken" mitbringt als ich. Wenn eine Frau mir also in der Kennenlernphase mitteilt, dass sie psychische Andersfähigkeiten aufweist, die besondere Fähigkeit, Gedanken meinerseits zu erspüren, meine Emotionen hochsensibilisiert aufzunehmen oder in Seancen meine Zukunft vorherzusagen und mir dabei zu helfen, diese positiv zu gestalten, dann ist das für mich ein Alarmsignal und ich flüchte eher. Ich bin da familiär mit einer Tante vorbelastet und brauche das nicht nochmal.

Ja, man kann für Depressionen, Alkoholiker und auch Gewalttäter sicher positive Formulierungen finden. Es ändert aber nichts am Problem. Und wenn Menschen ihre vielfältigen Aussetzer und Ausraster mit besonderen Begabungen begründen oder wie der Partner der FS deswegen zu einer "normalen" Partnerschaft nicht fähig sind, dann ist das für mich ein NOGO.
 
  • #100
Wie im Fall mit dem Russisch würde ich sagen, du bist nicht ganz ein geeigneter Gesprächspartner, wenn du diese Eigenschaft nicht hast

Liebe realwoman,
ich diskutiere nicht MIT Dir, ich setze meine Meinung dazu - und auch ich setze mich mit diversen Themen auseinander, lese viel...
Und Ob ich hier die Berechtigung habe zu schreiben, entscheidest nicht Du.

Es gibt keine absolute Wahrheit, auch wenn du gerne Deine Sicht der Dinge als DIE Wahrheit darstellst - und sowohl HS als auch Hochintelligenz glaube ich nur, wenn es definitiv getestet wurde.
Ich finde gerade hier Deine Darstellungen fragwürdig, weil Du Klischees über Hochsensible Personen produziert, und manche, die sowieso schon umgehen, bestätigst.
Es gab hier von einigen wirklich Hochsensiblen Foristinnen klare, gute Beiträge - gut verständlich, sachlich - und man merkt, dass es eben keine Belastung sein muss, ganz im Gegenteil.
Nur jetzt schweigen sie, nachvollziehbar, weil es abstrus wird.
Ob Du HS bist, musst Du wissen, ob ich es bin oder nicht, weiß ich.

Für mich ist Hochsensibilität ein Teil der Persönlichkeit, wie der IQ, wie introvertiert/ extrovertiert...

W,50
 
  • #101
Das ist realwomans Darstellung von Hochsensibilität gleich vermischt mit Spiritualität, die sie auch sehr eigen interpretiert. Vielleicht eher im Bereich Esoterik anzusetzen.

Es ist aber eben individuell - und man tut hochsensiblen Menschen Unrecht, wenn man sie in diese Schublade steckt.

Ich dachte bei den Darstellungen von @Mon Chi Chi und @realwoman auch zunächst "das ist mir zu esoterisch". Und dann fiel mir ein, dass ich immer mal wieder erzähle, dass ich Menschen anhand ihres Geschreibsel "erkenne" - was hier auch gerne als "völlig unmöglich" bezeichnet wird. Ist dann vielleicht doch wieder nicht so weit weg davon ...

Aber ist es wirklich nur eine Facette der Persönlichkeit? Die Art der Weltwahrnehmung durchdringt ja doch alle Lebensbereiche.

@Lebenslust: Wenn ich zwischen einem netten HS oder einem netten Polizisten oder sonstigen Schichtdienstler wählen müsste, würde ich den HS wählen. Mit den anderen gäbe es viel zu viel Unruhe in der alltäglichen Lebensplanung.

Es muss halt passen.
 
  • #102
Die Art der Weltwahrnehmung durchdringt ja doch alle Lebensbereiche

Die Art der Wahrnehmung hängt die nicht prinzipiell vom Individuum ab?
Einerseits durch die Sinne - welche man überhaupt zur Verfügung hat, der Blinde z.B. hat eine völlig andere Wahrnehmung, oder wie geschult, sensibilisiert sie sind. Ich habe eine sehr sensible Nase, meine Weltwahrnehmung ist zwangsläufig anders.

Andererseits nimmt jede*r wahr entsprechend seiner Prägungen, Erfahrungen, Sozialisierung. Jede*r hat seine Filter.

Wenn ich heute mit meinem LG und die Berge gehe, würde ich hinterher von ganz anderen Eindrücken berichten als er - wärst Du dabei, käme wieder ein anderes Bild heraus.

Schon Kommunikation ist schwierig und oft voller Missverständnisse, weil man boxt die gleiche "Sprache" spricht, den Humor versteht...

Persönlichkeit besteht für mich aus sehr, sehr viel Facetten - alleine bis man sich selbst wirklich kennt, tut man das jemals? Und dann verändert man sich laufend.. Neue Erfahrungen, neue Prägungen.
Und daher auch meine Meinung, dass generelle Hochsensibilität oder partielle, nur ein Teil der Persönlichkeit.

MonChichis Beitrag empfand ich als spirituell, nicht esoterisch. Und ihre gesamten Posts hier zu diesem Thema als sehr hilfreich und angenehm.

W,50

W
 
  • #103
@Lebenslust: Wenn ich zwischen einem netten HS oder einem netten Polizisten oder sonstigen Schichtdienstler wählen müsste, würde ich den HS wählen. Mit den anderen gäbe es viel zu viel Unruhe in der alltäglichen Lebensplanung.

Ist doch völlig in Ordnung.

Ich würde beide ansehen (Gesamtbild und nicht nur beschränkt auf Job oder Behinderungen) und vielleicht einen von beiden wählen, wenn ich für mich erkenne, dass sie zu meinem Leben passt und die positiven Eigenschaften die negativen Eigenschaften überwiegen. Sonst auch keine von beiden. Wenn jemand mir seine angebliche Hochbegabung oder Hypersensibilität als Entschuldigung für Verhaltensstörungen angibt, wäre sie für mich nicht mehr interessant.

Ich finde einfach die Pauschalisierung undurchdacht. Warum bringen alle Polizisten, Ärzte oder Krankenschwestern Unruhe in die Lebensplanungen? Warum Hypersensible nicht?
 
  • #104
Ich finde einfach die Pauschalisierung undurchdacht. Warum bringen alle Polizisten, Ärzte oder Krankenschwestern Unruhe in die Lebensplanungen? Warum Hypersensible nicht?

Ich pauschalisiere nicht. Ich schließe nur Schichtarbeiter für mich als Partner aus. Ich finde es schon ein wenig anstrengend, mit einer Nachteule zusammenzuleben, während ich eher in Richtung Lerche tendiere :p.
Mit jemandem zusammenzuleben, der jede Woche andere Arbeitszeiten hat, wäre für mich persönlich definitiv zu anstrengend. Mit meinem Lebensgefährten komme ich ansonsten bestens klar und wir finden uns gegenseitig auch nicht so anstrengend wie wir uns eigentlich selbst einschätzen ;).

Im Grunde sind wir doch einer Meinung, nur dass du HSPs anscheinend hauptsächlich für Leute hältst, die schlechtes Benehmen mit ihrer "Besonderheit" entschuldigen. Tun sicher manche. Aber die meisten haben einfach ihre Eigenarten, wie andere Menschen auch.
 
  • #105
Warum bringen alle Polizisten, Ärzte oder Krankenschwestern Unruhe in die Lebensplanungen? Warum Hypersensible nicht?
Ich glaube nicht, dass das wirklich von HS so gesehen wird.

Vielleicht KÖNNTE man es begründen, weil die einen scheinbar dafür können, dass das Leben mit ihnen so ist, die anderen nicht? Ich glaube, Hochsensible fordern auch nie direkt, der andere möge sich anpassen, sie ziehen sich eher zurück, als dass sie den anderen beschuldigen, intolerant zu sein. oder was zu verlangen. Was natürlich auch die aufgezählten Berufsgruppen nicht per se tun. Aber sie könnten der Liebe zu liebe ja einen anderen Beruf wählen, denken Leute, die nicht für ihren Beruf brennen, sondern einen Brotjob machen.

Aber ich glaube auch nicht, dass es wirklich so wie zitiert gesehen wird von HS-Personen. Die sind ja viel eher Ausgrenzung gewöhnt als Menschen, die Nicht-HS sind und sich irgendwann für die aufgezählten Berufe entscheiden. Soll heißen, einer, der schon immer "anders" war, ausgegrenzt wurde, sucht vielleicht eher die Schuld bei sich, dass sein Partner nicht glücklich ist, als einer, der schon immer akzeptiertes und anerkanntes Mitglied einer sozialen Gemeinschaft war und sogar durch die Berufswahl noch viel mehr als früher ist. Letzterer sagt sich dann "Partner passt nicht", weil er merkt, dass sein Partner nicht das bekommt, was er will, und meckert. Der HS sagt sich wieder: ICH passe nicht, ICH bin falsch. Er kann ja nicht im Namen der gesellschaftlichen Verantwortung einfordern, Toleranz zu zeigen, weil ja alle was davon haben, dass er einen der aufgezählten, nicht gerade einfach auszuübenden, wirklich auch relevanten und wichtigen Berufe gewählt hätte.
 
  • #106
Soll heißen, einer, der schon immer "anders" war, ausgegrenzt wurde, sucht vielleicht eher die Schuld bei sich, dass sein Partner nicht glücklich ist, als einer, der schon immer akzeptiertes und anerkanntes Mitglied einer sozialen Gemeinschaft war
Naja, es kommt ja darauf an ....
War jemand schon immer anders, weil eine Krankheit oder Behinderung ihn anders gemacht hat .....
Oder ist jemand anders, weil er sich einfach anders aufführt.
In meinen Augen ein riesiger Unterschied.
Es gibt Dinge, die einfach schlimm sind. Blind zu sein, im Rollstuhl sitzen zu müssen, Schmerzen zu leiden ...... Da sind wir uns wohl alle einig. Und froh, dass es uns selbst nicht getroffen hat.
Anders die Leute, die sich ständig einmischen, wo sie weder erwünscht noch kompetent sind, die Oberlehrer spielen wollen, Meinungshoheit für sich reklamieren ohne Menschen im Background zu haben, die sich ihnen anschliessen .......
Einfaches Beispiel ... es gab die Streber und Jungs, die einfach hochintelligent eine 1 nach der anderen geschrieben haben. Die einen waren unbeliebt - die anderen integriert.
Irgendwie gehe ich nach wie vor davon aus, dass die meisten einfach Nervensägen sind und eben keine HS. Dies aber als tolle Entschuldigung für ihr Verhalten ansehen. Hoch Sensibel - Hoch Intelligent - ... das wird darum so betont, weil diese Menschen etwas Besonderes sind. Nicht ein bissle intelligenter als die meisten - sondern sehr viel intelligenter als der grosse Rest.
Menschen mit besonderem Können bewundere ich - Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen helfe ich. Und die Nervensägen bringe ich zum Schweigen und jage sie vom Hof. Mir sind meine Nerven nämlich mehr wert als die eingebildeten Empfindlichkeiten irgendwelcher nutzloser Nervensägen. Die einzige Schwierigkeit ist, eins vom anderen zu unterscheiden.
 
  • #107
Ich finde einfach die Pauschalisierung undurchdacht. Warum bringen alle Polizisten, Ärzte oder Krankenschwestern Unruhe in die Lebensplanungen? Warum Hypersensible nicht?
Machen HS auch. Nur haben die oben genannten Berufsgruppen ihre bestimmte Arbeitszeiten, die nicht immer beziehungsfreundlich sind. Ausserdem aufgrund ihrer Spezifität sind sie psychisch mehr belastet, so dass zu ihrer Abwesenheit noch ihr Bedürfnis nach emotionalem Rückzug kommt - sie arbeiten in der Regel mit problematischen Klientel und müssen ihre Eindrücke verarbeiten.
HS hat in seinem Rückzug und Verarbeitung keine feste "Arbeitszeiten", er könnte nach paar Stunden schon wieder fit sein, ausserdem lernt er bestimmte Tricks, wie damit umzugehen. Ferner hat er Umgang mit "normalen" Menschen, so dass er nur dadurch belastet wird, weil er sich in normaler Umgebung aufhält. Ich glaube nicht, dass ein HS täglich dem Tod oder Gewalt ausgesetzt wird, wie Polizist oder Krankenschwester, er könnte das auch nicht, weil es für seine Wahrnehmung viel zu belastend wäre.
 
  • #108
Ich pauschalisiere nicht. Ich schließe nur Schichtarbeiter für mich als Partner aus.

Stimmt, habe ich falsch gelesen.

Im Grunde sind wir doch einer Meinung, nur dass du HSPs anscheinend hauptsächlich für Leute hältst, die schlechtes Benehmen mit ihrer "Besonderheit" entschuldigen.

Ich schrieb:
Wenn jemand mir seine angebliche Hochbegabung oder Hypersensibilität als Entschuldigung für Verhaltensstörungen angibt,
Ich kenne keinen Hypersensiblen außerhalb dieses Forums. Das wiederum ist voll davon. Ich möchte da auch nicht urteilen. Für mich sind aber persönliche Eigenschaften, welcher Art auch immer, keine Entschuldigung dafür, sich daneben zu benehmen.

Ich denke, die meisten Hochsensiblen Menschen können mit dieser Besonderheit umgehen - das sieht man auch an den anderen Beiträgen, und dann ist es nur eine Facette in der Persönlichkeit eines Menschen.

Völlig richtig. Deswegen finde ich auch nur problematisch, und das ist die Ausgangsfrage der FS, wenn jemand seine besonderen Eigenschaften als Ausrede nutzt.
Mit den Hochintelligenten ist es doch genauso. Warum sollte man pauschal etwas gegen sie haben? Aber wenn sie sich unerträglich verhalten und das mit Intelligenz begründen, dann würde ich persönlich Abstand nehmen.
Bei Esoterik wiederum habe ich meine persönlichen Erfahrungen. Die bringen mich persönlich dazu, gesunden Abstand zu halten.
 
  • #109
Die sind ja viel eher Ausgrenzung gewöhnt als Menschen, die Nicht-HS sind und sich irgendwann für die aufgezählten Berufe entscheiden. Soll heißen, einer, der schon immer "anders" war, ausgegrenzt wurde, sucht vielleicht eher die Schuld bei sich, dass sein Partner nicht glücklich ist, als einer, der schon immer akzeptiertes und anerkanntes Mitglied einer sozialen Gemeinschaft war und sogar durch die Berufswahl noch viel mehr als früher ist. Letzterer sagt sich dann "Partner passt nicht", weil er merkt, dass sein Partner nicht das bekommt, was er will, und meckert. Der HS sagt sich wieder: ICH passe nicht, ICH bin falsch.

Ich verstehe es nicht - warum sollen Menschen mit Hochsensiblität ausgegrenzt werden?
Erstmal sind es Menschen, leben ihr Leben...

In der Kindheit erlebt jede*r, der etwas anders ist, schnell Ausgrenzungen - aber dass automatisch jedes Kind, das hochsensibel ist, ausgegrenzt wird, mag ich mir nicht vorstellen.

Aber spätestens im Erwachsenenalter kommt es mehr auf mein Verhalten an, wie sich meine persönlichen Kontakte gestalten.
Und Ausgrenzung funktioniert auch in die andere Richtung, als Abgrenzung und Meidung sozialer Kontakte.
Im Extremfall zieht sich jemand zurück, grenzt sich kratzbürstig und vehement ab, und beschwert sich dann, dass niemand Kontakt haben mag.
Alles aber jenseits vom Thema Hochsensibilität, das gilt generell.

Wenn ich immer das Gefühl habe, "ich passe nicht, ich bin falsch" ist auch das nicht das generelle Problem von Menschen mit Hochsensibilität, das ist ein Selbstwertthema - das ggf. mit therapeutischer Unterstützung zu bearbeiten wäre.

W,50
 
  • #110
War jemand schon immer anders, weil eine Krankheit oder Behinderung ihn anders gemacht hat .....
Oder ist jemand anders, weil er sich einfach anders aufführt.
Es gibt auch noch "die Anderen", die wirklich anders sind ohne Krankheit oder Behinderung. Das geht ja schon los bei der Beeinflussung des Gehirns durch die Behandlung der Eltern. Kinder, die Gewalt erfahren, haben eine andere Entwicklung des Gehirns. Kinder mit Geschwistern werden anders geprägt als andere Kinder.
Wenn man hochsensibel ist, weint man vielleicht schneller, weil man empfindsamer ist. Das ist ja kein "sich aufführen" (was abwertend klingt für Launenhaftigkeit oder Affektiertheit, und selbst diese Kinder haben ja Gründe, sich so zu verhalten), sondern derjenige kann nicht anders.
Ich kannte mal einen kleinen Jungen, dessen Mutter nach der Geburt ... mir fällt gerade der Begriff nicht ein. Sie war "kalt". K.A., ob das eine postnatale Depression war. Jedenfalls ließ sie sich auch scheiden, als der Junge 4 war, und er blieb beim Vater. Er weinte schnell, war sehr anhänglich bei der Mutter, die immer noch ... ich sag mal "sachlich" war im Umgang mit ihm. Und alle verdrehten die Augen über seine "Launen", Mir tat er echt leid, denn sein Verhalten war wirklich nicht so, wie sich andere Jungen in seinem Alter verhalten. Außerdem wollte er alles immer unter Kontrolle kriegen, ich vermute mal, um keine weiteren emotionalen Verluste zu erleiden. Dadurch musste vieles nach seiner Nase gehen, was anstrengend war für andere. Jemand, der sein Leid dahinter nicht kennt, denkt wahrscheinlich schnell, wie nervig er ist. Die, die die Story kannten, waren ja schon unsensibel mit ihm, weil sie seine Geschichte und sein Verhalten nicht in Zusammenhang brachten. Naja, insbesondere die Mutter will sich ja nicht noch schuldig fühlen. Daher ist lieber das Kind "komisch".

Mir fällt auch noch ein anderer kleiner Junge ein, der DAUERND seine tollen Ideen und Taten anpries und von der Mutter hören wollte, dass sie sich dran erinnert und ihn lobt. Der Vater ist so ein Typ, der sich ständig als Macher darstellt. Ich gebe zu, dass ich das nicht lange aushhalten kann, so viel Geschwätz um Dinge, die mich auch nicht interessieren, aber zur Selbstdarstellung wichtig sind.

Kinder tun mir da immer leid, weil sie ne harte Zeit haben werden, und wenn ich mich mit ihnen dann unterhalte und merke, dass sie sich Bestätigung und Anerkennung wünschen, gebe ich ihnen das natürlich. Bei Erwachsenen kriege ich aber das Rennen.

Keine Ahnung, wie hoch der Prozentsatz ist von den Erwachsenen, die einfach nur behaupten, HS zu sein.

Dieses "ich bin was Besonderes" oder "ich bin besser als andere" reizt wohl viele schnell, mit dem Schlappen draufzuhauen. Aber das gibt es ja auch in verschiedenen Facetten. Bei älteren Frauen sehr beliebt: Aussehen und Jugendlichkeit. Ist sehr amüsant, so ein "wer ist im Klimakterium, ich jedenfalls nicht"-Wettbewerb mitzukriegen.
 
  • #111
DREI Jahre Fernbeziehung?
Das ist keine Beziehung, das ist eine Interessengemeinschaft.
Wenn Du das realisierst und die Interessengemeinschaft auch als solche behandelst, haste auch weniger Stress.

M,44
Hallo zusammen, ich habe mich jetzt eine Weile nicht gemeldet, musste erstmal selbst die ganzen Meinungen für mich verinnerlichen. Ich weiß gerade gar nicht was los ist, aber er gibt momentan alles, hört zu, versucht zu helfen und ihm interessiert was in mir vorgeht was uns betrifft. Und ich? Ich ziehe mich immer mehr zurück, es ist einfach zuviel vorgefallen, was mich so oft gekränkt hat..
 
  • #112
Ich verstehe es nicht - warum sollen Menschen mit Hochsensiblität ausgegrenzt werden?
Es geht nicht ums Sollen, es geht darum, dass es passiert, wenn jemand "anders als die anderen" ist und sich Gruppendynamik ergibt, also einer oder zwei sind die Rudelführer, dann gibt es viele Mitläufer und noch ein oder mehrere, die die "schwarzen Schafe" sind, also auf denen man ungestraft rumhacken kann, weil sie anders sind und sich nicht wehren, denn sie haben ja keine Leute auf ihrer Seite, die sie bestätigen. Ich bin nun keine Soziologin o.ä., aber nur der, der in der Gruppe anerkannt wird, der kann überleben, ist ja allgemein ein Grundsatz, auch wenn es nicht mehr um Mammuts geht.

Ich wollte nicht sagen, dass ALLE Hochsensiblen ausgegrenzt werden. Aber wer empfindsamer ist, anders wahrnimmt und das nach außen trägt, wird ausgelacht von anderen oder ist ein Spinner. Und wenn die Lehrer nicht mal was davon gehört haben, projizieren die auch noch ihren Frust drauf.
Aber es sind auch nicht alle Ausgegrenzten HS oder Hochintelligente.

Und Ausgrenzung funktioniert auch in die andere Richtung, als Abgrenzung und Meidung sozialer Kontakte.
Ich denke, das ist erstmal die Reaktion des Menschen, der schon ausgegrenzt aufgewachsen ist. Der muss "seine Leute" erstmal finden, denn in "normale Gruppen" passt er ja nach wie vor nicht, wenn die nicht sehr tolerant sind.
Heute gibt es das Internet, da kann ein HS in Foren Leute finden, die genauso sind wie er, früher war die Person dann vielleicht auch "im Dorf" immer noch die seltsame Person.

Im Extremfall zieht sich jemand zurück, grenzt sich kratzbürstig und vehement ab, und beschwert sich dann, dass niemand Kontakt haben mag.
Ich glaube nicht, dass ein HS sich darüber beschwert. Der weiß ja, warum er es macht, und denkt und wünscht nicht, dass die "Normalmenschen", die ihn nicht verstehen und wieder intolerant reagieren könnten, zu ihm kommen sollten.
 
  • #113
Wenn ich immer das Gefühl habe, "ich passe nicht, ich bin falsch" ist auch das nicht das generelle Problem von Menschen mit Hochsensibilität, das ist ein Selbstwertthema
Ich habe mE auch nicht behauptet, dass Menschen, die dauernd das Gefühl haben, in eine Gruppe nicht zu passen oder zu anderen nicht zu passen, HS sind.

Nimm z.B. die Frauen, die sagen, dass sie NUR mit Männern können, weil alle Frauen angeblich Zicken seien oder neidisch oder nur uncoole Dinge toll finden, wohingegen Männer ehrlich, unkompliziert und nett seien und genau die Dinge toll finden, die diese Frau auch toll findet. Das liegt an den Frauen, dass sie die anderen Frauen nicht wahrnehmen wollen. Ich meine nicht, dass die in ihrem Umfeld sein müssen, aber es gibt ja nun heute wesentlich mehr für eine Frau als nur "ihr Dorf" und den heimischen Herd, so dass von den Frauen, die man so um sich hat, nicht auf ALLE Frauen geschlossen werden kann.

Ich schließe nicht aus, dass viele dieser Frauen miese Erfahrungen mit anderen Frauen gemacht haben, irgendwann die Nase voll haben und die nicht mehr machen wollen. Insbesondere, wenn es nicht lange zurückliegt, dass man auf Arbeit oder in einem Verein in so eine Hackordnung geraten ist. Ich denke auch, dass wenn frau immer noch in ihrem Ort lebt und keine anderen Menschen kennenlernt, so ein Weltbild haben kann.
Aber ab einem gewissen Alter und mit ein bisschen Rumgekommensein, z.B. an eine Uni, denke ich, dass so ein undifferenziertes Pauschalurteil über "die Frauen" intus zu haben, eben das von Dir angesprochene Selbstwertproblem zeigt: Die Frau WILL und MUSS für ihr Ego "die Einzige" sein in ihrer Gruppe, die Schlumpfine, bei "ihren Männern", weil sie so "cool" ist wie sie und aber keine Konkurrenz hat als Frau hinsichtlich Begehrtsein, Schönsein, Weiblichsein.

Ich bin nicht der Meinung, eine Frau könne IMMER eine beste Freundin finden. Aber das hat ja nichts mit einem Pauschalurteil über Frauen zu tun. Ich denke, dass so eine Einstellung auf jeden Fall verhindern wird, dass sie eine Freundin finden könnte, wenn ihr ne geeignete Frau begegnet. Denn "die Schlumpfine" braucht immer eine Freundin, die nicht mithalten kann mit ihr, die neben ihr verblasst (also auch ein Selbstwertproblem hat, wenn sie sich mit so einer Schlumpfinefrau einlässt). Das ist der ständige Konkurrenzgedanke zu jeder anderen Frau, der ihr die Freundschaft unmöglich macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #114
Richtig ist, dass ein Hochsensibler erkennt, von wem er kein/wenig Verständnis zu erwarten hat. Ich suche keinen Kontakt zu Menschen, von denen ich mich unverstanden fühle, und die suchen ihrerseits keinen Kontakt zu mir.

Bei der Arbeit ist es natürlich schwieriger, den weniger sensiblen Charakteren ständig aus dem Weg gehen zu können. Heute habe ich - ganz spontan und auch für mich unerwartet - eine permanent schlecht gelaunte unsensible Kollegin gespiegelt. Sie meinte - zum wiederholten Mal - mich zickig behandeln zu dürfen trotz meiner (oder wegen meiner?) überwiegend freundlichen Art. Nach meinem genervten Unmutston habe ich den Hörer aufgeknallt. Manchmal tut das ganz gut. Ich weiß, dass solche Leute dann überrascht sind. Hätten sie mir gar nicht zugetraut. Aber schade, dass man sich in manchen Kreisen nur durch Brachialbenehmen Respekt verschaffen kann. Denn lieber bin ich natürlich - einfach nur ich ...
 
  • #115
Und Ausgrenzung funktioniert auch in die andere Richtung, als Abgrenzung und Meidung sozialer Kontakte.
Im Extremfall zieht sich jemand zurück, grenzt sich kratzbürstig und vehement ab, und beschwert sich dann, dass niemand Kontakt haben mag

Nein, das hat nichts mit HS zu tun.
Ich finde "meine" Leute. Hier und da. Erstaunlicherweise auch mal in einem Raum voller Menschen. Der Rest bleibt für mich außen vor. Wenn die mit mir nichts zu tun haben wollen, werde ich mich ganz bestimmt nicht beklagen - ich kann ja auch nichts mit ihnen anfangen.

Und manchmal mache ich ähnliche Erfahrungen wie @Cassel. Ich bin sehr geduldig bei der Arbeit. Aber wenn mich jemand genügend reizt, dann bekommt er irgendwann eine passende Antwort. Das hat mir auch schon erstaunte Blicke eingebracht. Und neulich sogar eine Entschuldigung von einer sehr reizbaren Kollegin.

Ob nun ALLE HS-Kinder ausgegrenzt werden, vermag ich natürlich nicht zu sagen. Aber sowohl bei mir als auch bei meinen drei Töchtern war das der Fall. Und es gibt aus Sicht der "anderen" auch genügend Gründe dafür, mal von außen betrachtet. Mit "Heulsusen" und ganz stillen, schnell von Lärm überforderten Kindern lässt es sich eben nicht so schön ausgelassen spielen und toben. Mein Sohn war der einzige, der trotzdem immer Spielgefährten hatte.

@sunnycelest: Dein letzter Beitrag klingt jetzt wieder mehr nach der Sorte "solange du dich anstrengst, muss ich ja nicht - aber wehe, du ziehst dich zurück, dann muss ich wieder aufdrehen". Das hätte dann aber nichts mit HS zu tun ...
 
  • #116
Ich weiß gerade gar nicht was los ist, aber er gibt momentan alles, hört zu, versucht zu helfen und ihm interessiert was in mir vorgeht was uns betrifft. Und ich? Ich ziehe mich immer mehr zurück, es ist einfach zuviel vorgefallen, was mich so oft gekränkt hat..

Liebe Sunnyceleste,

Nur als Denkanstoß, was ich machen würde.

In mich hinein fühlen, liebe ich diesen Mann - mit allen Facetten?
Welche Zukunft möchte ich, weiter Fernbeziehung? Gibt es Perspektiven?
Was müsste sich ändern?

Denn er hat - ob HS/HI oder nicht - 2 Seiten, und die Eine verursacht Leiden bei Dir.

Und dann würde ich mit ihm reden, je nachdem was ich für mich entschieden habe.

Es klingt eigentlich danach, als ob es für Dich zu viel war, und jetzt eher die Zeit zu beenden.

Ich denke, ohne eine Verhaltenstherapie - und einer vorangegangenen Diagnostik - wird sich dauerhaft nichts ändern.

Fühle gut in Dich hinein - es ist Dein Leben, Deine Entscheidung.

W,50
 
  • #117
Nach und nach erzählte er mir mehr von sich, wie seine Kindheit war (nie tiefgreifende Gespräche mit der Mutter - obwohl sie ein sehr gutes Verhältnis haben), immer geordnete Sachen, penibel genau in vielen Bereichen, seine Ehe, immer vor Problemen geflüchtet, keine Gespräche. Er selbst sagt von sich, dass er oft froh ist, wenn er einfach allein ist, unabhängig jetzt von mir, selbst sein Sohn (auch sehr gute Beziehung miteinander). Er tankt dann wohl einfach auf, aber macht sich in dieser Zeit ständig Gedanken über alles. Wir haben Beide sehr tiefe Gespräche auf anderer Ebene, Sinn des Lebens usw. Er macht sich über Sachen gedanken, die er so nicht beeinflussen kann und versucht darin den Sinn zu finden...
...
Er ist mein Partner, ich bin immer für ihn da wenn er mich braucht, diese Erwartung habe ich auch an ihn. Leider wurde ich da ziemlich oft enttäuscht. Was ich aber - das hatte ich in einigen Beiträgen auch gelesen - von ihm mit Sicherheit sagen kann ist, dass er sicher keine andere Frau hat. Damit würde er gar nicht klar kommen, das wäre zu viel Stress für ihn im Kopf.
So wie du sein Habitus beschreibst kann ich das Gefühl nicht los werden, dass er eventuell Asperger Syndrom haben könnte oder auch AD(H)S? Diese Menschen sind in ihrer eigenen Welt gefangen und kreisen sorgenvoll um sich selbst und können nicht auf andere frei und locker zu gehen. In ihrer Sozialkompetenz sind sie eingeschränkt und sie können niemals eine emotionale Unterstützung für eine Partnerin sein. Ich könnte viele Lieder singen von Enttäuschungen, die ich mit einem ADS Mann erlebt habe, der aber wiederum genau die gleichen Worte zu mir sagt: „Wenn ich etwas (zu)sage und mich nicht daran halte oder das erfülle, dann enttäusche ich dich auch immer.“ Auch er introvertiert und ich bin wie du!

Genau die gleichen Erwartungen hatte ich auch an ihn und auch er macht alles mit sich selbst aus und sagt, er wolle andere Menschen mit seinen Problemen nicht belasten. Es ist einfach ihr Wesen und diese Männer können uns beide niemals die Partner sein, die wir brauchen und uns wünschen.

Das ist ihr Wesen und das wären keine verlässliche Partner. Die Frage ist, ob wir uns definitiv trennen oder sie akzeptieren in ihrem so sein - ohne irgendetwas zu erwarten.

Ein Tipp: Versuche ihm einen Brief zu schreiben, ohne ihm Vorwürfe zu machen, wie du dich wirklich fühlst, wenn er sich zurückzieht und was du dir gerne von ihm wünscht. Alles in Ich-Form!
 
  • #118
Ich bin eine, die sich bei Rückschlägen sogar regelrecht verkriechen kann. Wenn ich falsch verstanden oder ungerechtfertigt kritisiert werde. Das kann mich vorübergehend sogar ziemlich aus der Bahn werfen. Ich versuche, unangenehmen Sitiationen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Ich bin aber stets bedacht, andere Menschen nicht zu verletzen. Ich stoße also keinem vor den Kopf. Und wer's ohnehin nicht nett mit mir meint und mich unfreundlich behandelt - dem ist es egal, wie ich mich fühle.
was ich in meinem Psychotherapie gelernt habe allgemein ist: kein Mensch hat die Garantien das richtig verstanden wird von einem anderen und es ist an uns und unsere Aufgabe, die anderen auf zu klären, wenn sie uns zu Unrecht kritisiert oder auch das verstanden haben. Sich zu verkriechen hilft niemanden und klärt auch kein Missverständnis auf.

Da hilft ein schlichtes: „ich glaube du hast mich wirklich falsch verstanden, ich habe damit gemeint…“ die Wogen zu glätten oder die Kränkung zu relativieren und ins rechte Licht zu rücken.

Wie wunderbar und erleichternd es ist, als sich beleidigt zurück zu ziehen. Wenn der andere es trotzdem nicht versteht, dann liegt es an ihn und nicht an uns, die versucht haben unsere Meinung klar kund zu tun.

„Menschen können keine Gedanken lesen und man muss seine Wünsche und Bedürfnisse selbst artikulieren, wenn man gehört werden will“ - sagte mir der Psychiater
 
  • #119
Hallo zusammen, ich habe mich jetzt eine Weile nicht gemeldet, musste erstmal selbst die ganzen Meinungen für mich verinnerlichen. Ich weiß gerade gar nicht was los ist, aber er gibt momentan alles, hört zu, versucht zu helfen und ihm interessiert was in mir vorgeht was uns betrifft. Und ich? Ich ziehe mich immer mehr zurück, es ist einfach zuviel vorgefallen, was mich so oft gekränkt hat..
Würdest du einige konkrete Beispiele nennen, was vorgefallen ist, dass dich gekränkt hat? Wenn er tatsächlich Asperger oder ADHS haben könnte, so glaube ich, diese Menschen merken gar nicht, wie kränkend sie sich manchmal Verhalten gegenüber anderen. Sie wissen nicht, wie verletzend zum Teil zu haben sein kann.

Offensichtlich kann sich dein Freund nicht empathisch in deine Situation hinein versetzen, dich emotional verstehen, sondern nur intellektuell? er kann emotional nicht empfinden, was du empfindest, wie du dich fühlst, wenn du ihm vielleicht etwas erzählst oder ihn kritisierst. Er scheint die Kritik sehr vernichtend und bedrohlich zu erleben als Angriff auf seine Persönlichkeit
 
  • #120
Wir haben aber auch sehr schwierige Phasen, das bedeutet, er befindet sich sehr oft in einem Tief, will seine Ruhe, zieht sich zurück. Er möchte dann einfach allein sein und ist dann zufrieden. Oftmals liegt es daran, dass er evtl von seinem Sohn kritisiert wird, es in der Firma schlecht läuft, er mit Äußerungen von mir nicht klar komm

Das ist die klassische Beschreibung einer depressiven Phase. Rezidivierend, d.h. sich wiederholend.
Wurde HS/HI diagnostiziert? Wenn nicht, ist es die bequeme Diagnose.
Selbst wenn, klingt es trotzdem nach Depression. Er kann beides sein, HS und depressive Phasen.

Ich weiß gerade gar nicht was los ist, aber er gibt momentan alles, hört zu, versucht zu helfen und ihm interessiert was in mir vorgeht was uns betrifft. Und ich? Ich ziehe mich immer mehr zurück, es ist einfach zuviel vorgefallen, was mich so oft gekränkt hat..

Er hat jetzt eine gute Phase.
Es gibt eine mildere Form von Bipolar. Ohne die ausgeprägte manische Phase, die zeigt sich als gute Phase.
Für einen Partner schwierig. Er hat Dich in seinen depressiven Phasen verletzt. Es wird wieder passieren.
Er braucht eine valide Diagnostik. Therapie entsprechend.

Für Dich solltest Du entscheiden, was Du willst.
Ihr solltet reden.

M, 55
 
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