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  • #1

Beziehung mit Süchtigen

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Suchtkranken gemacht? Auf welche Art von "Überraschungen" sollte man gefasst sein? Konntet Ihr Eurem Partner / Eurer Partnerin helfen, von der Sucht wegzukommen? Inwiefern konntet Ihr eine Änderung der Persönlichkeit feststellen?
 
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  • #2
Liebe FS.
Ich möchte dir einen gut gemeinten Rat geben: halte im eigenen Interesse die Finger ganz weit weg von einem Süchtigen, egal welcher Art die Sucht ist. Ein süchtiger Mensch zieht immer andere Personen in Mitleidenschaft. Schlimmstenfalls riskierst du ein Co-Abhängigkeit, zumindest gebrauchst du Energie, Gefühle und vielleicht auch Geld für eine Person, die dich nur aussaugt. Ein Süchtiger kann nur sich selber helfen. Jedes Engagement in einen Süchtigen verlängert nur die Sucht.
Das ist zwar keine direkte Antwort auf all deine Fragen, aber vielleicht kann meine Antwort dir dabei helfen, nicht selber ins Unglück zu geraten.
Der Süchtige soll sich professionelle Hilfe holen; private Personen können selten etwas erreichen.
 
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  • #3
Hallo, ich denke, das kann man so pauschal gar nicht beantworten, und es kommt immer auch auf die Art der Suchterkrankung an.Handelt es sich um Eßsucht (eine Form davon, gibt es ja mehrere), Nikotinsucht, Spielsucht, Alkoholsucht, Kaufsucht, Arbeitssucht, Heroinsucht,... ?
 
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  • #4
Egal welche Sucht. Es ist eine Krankheit die im Sinne der Ko-Abhängigkeit sogar "ansteckend" ist. Eine süchtiger hat keinen Kontakt zu sich selbst. Wie soll er dann Kontakt zu Dir haben.
 
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  • #5
Finger weg von einem Süchtigen, egal welcher Art von Sucht!!
Mein Ex hatte ein Alkohol Problem, was er mir 4 Jahre lang verschwieg. Nur in den letzten Monaten der Beziehung konnte ich die Anzeichen erkennen und ich kam dahinter, nur weil er sich offen dazu äußerte. Wenn man nach Hause kommt und Freund mit einem Bier in der Hand da steht, denkt man sich ganz bestimmt nicht, dass er schon 20 Intus hat... Ja, Süchtige können sehr raffiniert sein und ihre Sucht teilweise so gut verstecken, dass man sie erst erkennen kann, wenn alles zu spät ist. Mir hat diesen Mann Geld, Nerven, Vertrauen, Tränen, Lebensjahre und wer weiß was noch gekostet.
Springe aus dem Boot raus und rette dich solange du kannst!

W 38
 
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  • #6
Als (Noch-)Ehefrau eines Alkoholkranken kann ich nur raten: Gehe keine Beziehung mit einem Süchtigen ein! Es gibt immer wieder Rückfälle, ein Trinker lügt, dass sich die Balken biegen (man sagt, Alkohol und die Lüge sind siamesische Zwillinge). In trocknen Phasen kann der Süchtige sehr liebenswert sein, aber in der Trinkphase wünscht du dich auf einen anderen Planeten.

Die Beziehung mit einem Süchtigen ist geprägt von Misstrauen, sozialer Abgrenzung, Tränen, Schmerz, Wut und großer Verzweiflung.

(w,49)
 
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  • #7
Du wirst keinen Süchtigen von seiner Sucht befreien können. Das müssen die Süchtigen selbst bewerkstelligen. Es sind jedoch nur wenige die dies auch ernsthaft wollen und schaffen. Halte dich von Süchtigen fern, sonst gerätst du in eine Co-Abhängigkeit! Ich war vor vielen Jahren mit einem Spielsüchtigen liiert. Ihre Selbst- und Fremdtäuschungsmanöver sind grandios. Als Partner bemerkt man dies sehr spät. Ich habe mich von ihm getrennt bevor es zu spät für mich wurde.
 
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  • #8
Überraschungen: unter Alkohol, ein sonst gebildeter Mann wird aggressiv, beleidigend. Er erinnert sich nicht, was vereinbart war, stellt Behauptungen auf, was Du gesagt hast, die niemals so waren, erzählt ein und die selbe dramatische Geschichte (er Hauptperson), die in Zeiträumen von 20 Jahren variieren, inklusive dem fliegenden Austausch der Beteiligten, nüchtern dann mal beiläufig, dass er sowas ähnliches mal von einem Freund gehört hat. Interpretiert alles was er hört und Du sagst, nach ein und dem selben fest gelegten Schema. Kann Dir nicht mehr folgen ohne dass Du genau merkst ab wann. Kann nicht mehr koordiniert aus dem Auto aussteigen. Verliert den Führerschein, verstreitet sich mit seiner ganzen Familie und behauptet die seien Schuld. Merkt nicht, wenn er beleidigend wird. Ist ungnädig, wenn Du sagst, das machst Du nicht mit, wirft Dir vor wegen nichts ein Drama zu veranstalten usw. usw....
Helfen kannst Du nicht - glaube keine Sekunde daran, es könnte bei Dir anders sein - nur der Süchtige selbst kann einen Weg finden, wenn er will und Teil des Problems ist, dass er nicht will und wenn er nüchtern ist, wegen des Suchtdrucks nicht kann.

Finder weg, ist das einzige.

w
 
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  • #9
Hallo FS,
ich war mit einem Süchtigen rund 10 Jahre verheiratet.

Es ist wohl ein Unterschied, unter welcher Sucht er leidet. Zigarettensucht ist annehmbar. Ich rauche selbst. Aber Kauf-, Alkohol-, Sex-, Drogensucht ist zerstörerisch.

Ein Süchtiger kann sehr charmant sein. Seine öffentliche Selbstdarstellung kommt bei dem Umfeld gut an. Wenigstens in den ersten Phasen der Sucht, wo sein Umfeld noch keine Ahnung von seiner Abhängigkeit hat. Sie strahlen auch in der Anfangsphase gewisses Charisma und sind für viele polarisierend. Oft können sie sich gut artikulieren und sind sehr überzeugend und wirken empathisch. Da sie ihre Sucht verheimlichen oder sich gegenüber und gegenüber den anderen verleugnen wollen, werden sie zu gekonnten Schauspieler, die ihre Mitmenschen mit geschickten Raffinesse manipulieren. (Augenwischerei) Vorsicht!! Sie verfügen über gute Menschenkenntnisse. Sie wissen meistens über deine „Schwäche“, ob du z.B. unter Samaritersyndrom leidest und werden genau die Seite an dir ansprechen.

In weiteren Verläufen einer Suchterkrankung steht Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Familie, Verlust des bis jetzt vorhandenen Umfelds bevor. Wie oben schon erwähnt, nur sie selbst können etwas dagegen unternehmen. Keiner kann ihnen helfen.

Die Ursachen einer Suchterkrankung ruhen meistens in traumatischen Kindheitserlebnissen.

Typisch für einen Suchterkrankten ist die Schuldzuweisung seiner Misere auf die andere (Frau, Freund, Chef, Mutter, Vater, Schwester usw.) Wenn das der Fall ist, ist der Suchterkrankte weit von einer „Heilung“ entfernt. (Selbstmitleid)
Sie zeigen damit ihre Bedürftigkeit nach Nähe, Zuneigung, Mitleid etc.

Wichtig ist auch, dass alle Suchterkrankten notorische Lügner sind. Nicht nur verbale Lügen sind damit gemeint. Auch die Taten entsprechen nicht immer der Wahrheit und sind gekonnt inszeniert. (geplante Täuschung)

Über leere Versprechungen und Nutzen (emotional, finanziell…), die sie von den anderen beziehen, will ich gar nicht sprechen.

Die charmante Maske haben die Sucherkranken so lange auf, so lange die für ihn interessante Person an ihm noch ungebunden ist. Wenn sie sich in Sicherheit wiegen, kommt es öfters zu sehr unangenehmen Szenen, die durchaus zur körperlichen Gewalt oder je nach Sucht zu kleineren kriminellen Delikten ausarten können.

Ich verurteile die Suchterkrankten nicht, solange ich im meinen privaten Bereich mit ihnen nichts zu tun habe.

Mein Exmann (meine Jugendliebe) hat nicht lange ohne „meine Hilfe“ geschafft, er ist 12 Jahre nach der Trennung verstorben. (ich hatte trotz (wegen) Kind 0 Kontakt zu ihm)

Ich wünsche mir, mir wäre die Erfahrung erspart geblieben.

Und das wünsche ich dir auch.
 
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  • #10
Um welche sucht geht es denn?

Ich kenne inzwischen keinen Menschen mehr in Deutschland der nicht von irgendetwas abhängig ist. Stundenlanges Fernsehen, PC -Spiele, vom Partner nicht loskommen, Schokoholiker, Workoholic usw.. Und was ist mit stundenlangem surfen? Wieviel Millionen glaubt ihr machen das mitlerweile? Auch Sucht?
Am Besten jeder reflektiert sich mal selbst zum Thema sucht.Und wer keine Sucht hat darf hier gerne den ersten Stein werfen.

Nicht zu vergesssen das nicht jede Sucht zu einem grossen Problem führen muss.. Bzw die Probleme auch deswegen nicht grösser sind als andere Probleme auch.. Die nicht-stoff gebundenen Süchte könnte man durchaus auch in vielen Bereichen mit einem Hobby vergleichen das man exesive bereit.
Zwei Beispiele : Ein Bekannter von mir ist onlinespiel süchtig. Er spielt zwar nur in seiner Arbeitszeit (Wachdienst) und ohne Geld trotzdem erfüllt er den Bestandteile einer Suchterkrankung. Er vertreibt sich so die Zeit und schadet niemand anderem.

Ein anderer Freund sammelt alte Sache wie verrückt, verbringt mehrere Stunden pro Tag damit. Er hat richtig Entzugserscheinungen wenn er das mal nicht machen kann. Zwei sehr ähnliche Beispiele wo man aber beim ersten sagen würde Sucht beim anderen Hobby.

Kaufsucht ist z.B ein Thema das bei Frauen immer mehr aufkommt. Eine Bekannte von mir macht gerade eine stationöre Reha weil sie ständig einkaufen geht und onlinebestellungen macht so das fast ihr ganzes Geld drauf geht. Jetzt würde man bei einer Millionersgattin die ne menge Geld ständig für teuere Sachen ausgiebt verschleudert nie von Sucht reden.

Stoffgebunde Süchte sind schlimm.. andere Süchte nicht zwangläufig..
 
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  • #11
Liebe FS,

ich arbeite seit 15 Jahren mit Süchtigen zusammen. Solche Menschen sind eigentlich psychisch krank. In den seltensten Fällen ist ein halbwegs normales Leben mit solchen Menschen möglich. Willst du eine Beziehung mit einem Psychisch kranken Mann?

Wenn du das willst, dann bist du selber irgendwie nicht psychisch gesund und solltest dir schnellstens prof. Hilfe holen.

w 49
 
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  • #12
Am Besten jeder reflektiert sich mal selbst zum Thema sucht.Und wer keine Sucht hat darf hier gerne den ersten Stein werfen.
Wie gut beschrieben wurde, geht es darum, ob die Sucht das eigene Leben so massiv negativ beeinträchtig, dass ein normales Leben mit anderen Menschen nicht mehr möglich ist und anderen Menschen schadet.

Ich vermute, dass es bei der FS nicht um Fernseh oder Internetsucht geht.

w
 
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  • #13
Hallo FS,

falls es Alkohol- oder Spielsucht ist mach dich auf das schlimmste gefasst. Sogar die Fresssucht ist nicht zu unterschätzen.
Erstmal wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Das liegt daran, dass solche Leute sich in erster Linie selbst belügen, andere belügen und anderen ebenfalls nichts glauben können.
Bei Alkohol kommt noch hinzu, dass die Personen Dinge erzählen, an die sie sich nicht mehr erinnern können. Dann behaupten sie steif und fest, sie hätten das nie gesagt. Das führt zu enormen Verwirrungen. Dann kommt es noch darauf an, ob derjenige noch beruflich funktioniert, was die Sache nicht besser macht. Schwerwiegend ist dann noch, dass diese Personen nur ihre Sucht lieben und keinen einzigen anderen Menschen.
Verlässlichkeit ist auch so ein Punkt. Das gibt es praktisch nicht, da die Sucht immer Vorrang hat. Dann die ganz peinlichen Auftritte von Alkoholikern, an die sie sich nicht mehr erinnern können, dafür dann im nüchternen Zustand keine Verantwortung übernehmen.
Ein Bekannter von mir weist exakt diese Punkte auf. Er hat nur noch Saufkumpels um sich herum, die ebenfalls Freizeittrinker sind. Die treffen sich nur unter Substanzeinwirkung. Da wird vorher schon vorgeglüht und dann soviel getrunken, bis es nicht mehr geht. Sie selber bezeichnen sich als funktionierende Alkoholiker, da sie ihre Sucht ausreichend finanzieren können.
Es sind hervorragende Schauspieler, die auch sehr charmant sein können. Menschen mit Helfersyndrom werden von ihnen gleich erkannt und dann schamlos hintergangen. Das heißt, sie manipulieren, lügen und betrügen! Vor allen Dingen leiden sie selbst kaum unter ihrem Substanzmissbrauch, sondern lassen ihrer Umwelt darunter leiden.
Ein letzter Punkt ist die Wesensveränderung, Deprivation genannt. Moralisch sind sie wirklich am Ende, interessieren sich nur noch dafür abends den Kühlschrank schön mit Alkoholika vollzukriegen und zu warten bis die anderen Saufbrüder vorbeikommen.
Fazit: Der Alkoholiker hat ein fast schon erotisches Verhältnis zu seiner Droge. Sex übrigens wird ebenfalls nur noch zu Manipulationszwecken gebraucht, da sich Alkoholiker nicht mal mehr für das interessieren!
Also Finger weg. Und noch etwas, Krankheitseinsichtig sind sie meist auch nicht, sondern nur selbstmitleidig. Für viele Alkoholiker spielt es auch eine große Rolle, sich im Rausch mit anderen zu verbrüdern. Wenn sie dann wieder nüchtern sind, sind sie schlecht gelaunt! Es ist schon eine große Volkskrankheit. Im Prinzip ist der Stoffwechsel im Gehirn völlig gestört, aus dem Gleichgewicht (ständig muss er durch Alkohol beruhigt werden (GABA). Da kannst du nichts machen, außer der Patient geht zum Entzug.
Viel Glück
w 39
 
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  • #14
Hier ist die Fragestellerin:

Vielen herzlichen Dank für Eure Beiträge. Mir sind die Augen durch Eure Berichte einmal mehr geöffnet worden. Ich habe vor ein paar Monaten einen Mann kennengelernt, der sich bei unserem ersten Treffen schon in einer Entzugsklinik wegen Medikamentenmissbrauch (Psychopharmaka) befand. Ich finde es sehr gut, dass er diese Reha in Angriff genommen hat. Er macht auf mich einen recht "vernünftigen" und stabilen Eindruck und hat sich scheinbar wieder im Griff. Die Sucht scheint auch eher nicht so schwer zu sein. (Trotzdem ist er in der Klinik?! ) Eigentlich kann ich das überhaupt nicht beurteilen.
Dennoch fallen mir bei unseren Telefonaten oder Gesprächen Aussagen auf, die mir nicht glaubwürdig oder stimmig erscheinen. Das sind z.B. Reisen, die womöglich nie angetreten wurden, viele Autos und Hobbys, die es wahrscheinlich nie gab oder realisiert wurden. Irgendwie habe ich da so einen Sinn oder Gefühl dafür, dass mir viele Lügen, immer mal in kleinen Dosen, aufgetischt wurden. Ansonsten ist er zuverlässig, pünktlich und macht einen intelligenten Eindruck auf mich. Effektiv haben wir bisher zusammen ca. zwei Wochen Zeit miteinander verbracht.
Ich weiß nicht viel über seine Vorgeschichte, kann mir nur vorstellen, dass der Absturz in die Sucht durch Scheidung, Insolvenz und Arbeitslosigkeit passiert sein muss. Eventuell hat auch Alkohol eine Rolle gespielt, da er nie darauf eingeht, wenn ich z.B. zum Essen mal ein Glas Wein anbiete.
Was oder wen sucht der Mann, wenn er sich auf Partnersuche begibt, dabei auch schon falsche Angaben über sich gemacht hat? So wird sich dann in natura als armer Mann "präsentiert", der mir eh nichts bieten kann.
Nun könnte ich ja an der Beziehung arbeiten und ihm auch helfen, seinen Weg in ein Umfeld aus Arbeit, Beziehung, gemeinsamer Wohnung zu finden. Aber ich habe Zweifel, ob das überhaupt von ihm gewollt wird, weil man sich auch auf ALGII-Niveau eingerichtet hat.
Aber wenn man dann noch für dumm gehalten wird mit der Aussage, dass ich gar nicht merken würde, wenn er mich anlügen würde, kommen mir ernsthaft Zweifel, was das Ganze noch soll.
 
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  • #15
Nun könnte ich ja an der Beziehung arbeiten und ihm auch helfen, seinen Weg in ein Umfeld aus Arbeit, Beziehung, gemeinsamer Wohnung zu finden. Aber ich habe Zweifel, ob das überhaupt von ihm gewollt wird, weil man sich auch auf ALGII-Niveau eingerichtet hat.
Hallo FS!

Warum willst du ihm helfen? Er ist ein erwachsener Mensch! Hast du ein Helfersyndrom?

Warum suchst du dir nicht einen halbwegs gesunden Mann?

Kann es nicht eher sein, dass durch seine psychischen Probleme es zu Scheidung, Insolvenz usw. kam?

Glaube mir, wenn ein Mann wegen Psychopharmaka-Missbrauch in einer Klinik war, da muss einiges passiert sein. Vielleicht hat er sogar einen Selbstmordversuch hinter sich.

Glaubst du wirklich, dass man mit einem psychisch kranken Mann eine gesunde Beziehung aufbauen kann?

W, die seit Jahren beruflich damit zu tun hat
 
  • #16
Die Sucht scheint auch eher nicht so schwer zu sein. (Trotzdem ist er in der Klinik?! ) Eigentlich kann ich das überhaupt nicht beurteilen.
Aha, da wird eine Reha finanziert, weil er ein paar Hustenbonbons zu viel gelutscht hat?

Völliger Unsinn! Solch eine Behandlung beginnt man nur bei erheblichem Leidensdruck und die (sehr hohen) Kosten werden nur nach gründlicher Prüfung und erheblicher Suchtproblematik übernommen.

Lass den Kerl, aber schnell.
 
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  • #17
liebe fs,

vermutlich sind die Medikamente das eine und der Alkohol das andere, nur sagt er Dir Nr. 2 nicht, weil eins besser klingt.
Wenn er durch die Reha ist und wirklich abstinent von was auch immer, ist er psyisch noch nicht auf der Höhe und erzählt Dir irgendwas.
Er wertet sich auf, dass die Balken biegen, schätze, das ist Teil der Krankheit, ob das verschwindet ist ungewiss. Möglicherweise weiß er gar nicht, was er Dir alles gesagt hat.
Wenn Du ihn magst, halte freundschaftlichen Kontakt, aber lass Dich nicht auf ihn ein und beobachte erst mal ganz lange - ein Jahr oder so - wie stabil das ist, dann kannst Du nachdenken ob... und auch davon rate ich ab.

Dir alles Gute

w
 
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  • #18
@14, die seit Jahren beruflich damit zu tun hat

Er ist derzeit noch in einer reinen Suchtklinik. Ich kenne nur seine Schilderung des Klinikaufenthaltes: Eigentlich ist er "nur so nebenbei wegen der Tabletten" auf Reha geschickt worden, da ansonsten ein rein körperliches Gebrechen (Bandscheiben, Bruch) der Grund für diesen Aufenthalt sein sollte. Wer's glaubt, wird selig...
Ich habe keine Ahnung, was nach der Reha passiert, wie stark rückfallgefährdet er ist. Wie sind Deine Erfahrungen damit? Vielleicht kannst Du dazu noch etwas schreiben?
Du hast Recht, dass die Sucht keine Basis für eine Beziehung ist. Ich habe auch kein Helfersyndrom, keine Zeit und keine Lust, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen und letzten Endes nur belogen, manipuliert und ausgenutzt zu werden.
FS
 
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  • #19
Eine Warnung für alle, die einen Suchtkranken kennenlernen

Auch ich habe das Problem 'der Mann, mit dem ich eine Beziehung habe, ist süchtig' kennengelernt. Wir haben uns Anfang des Jahres kennengelernt und ineinander verliebt, und es war anfangs eine wunderschöne Zeit. In den ersten Monaten nach dem Kennenlernen habe ich sein Alkoholproblem nicht wahrgenommen, da er sich sehr bemüht hat, nichts oder wenig zu trinken, solange er mit mir Zeit verbracht hat. Was in der restlichen Zeit gelaufen ist, kann ich nur ahnen.
Klar wurde mir, was wirklich los ist, als ihn sein Chef nach Hause geschickt und vor die Wahl 'Entzugsbehandlung oder Kündigung' gestellt hat. Zuerst bin ich aus allen Wolken gefallen, aber da er heilige Eide geschworen hat, den Entzug durchzuziehen und mit dem Trinken aufzuhören, wollte ich ihn nicht im Stich lassen. Ich habe ihm aber auch ganz klar gesagt, dass ich nur weiter mit ihm eine Beziehung haben will, wenn er sein Alkoholproblem in den Griff bekommt, nicht zuletzt deshalb, weil ich als Kind unter meinem alkoholkranken Vater sehr gelitten habe.

Die Entzugsbehandlung (stationäre sechs Wochen) hat er zwar souverän durchgezogen, aber fünf Tage nach Abschluss der Behandlung gleich der erste Rückfall. Dann immer wieder: ein oder zwei Wochen kein Alkohol, Rückfall, Scham, heilige Eide, dass das nicht mehr vorkommt, immer wieder....
Ich habe mir bei einer Psychologin Hilfe gesucht, und ich weiß, dass Co-Abhängigkeit niemandem hilft, weder dem Alkoholiker noch dem Partner. Die Psychologin hat mir auch gesagt, dass die Chance klein ist, dass ein Alkoholiker, der zum Entzug quasi gezwungen wird, tatsächlich aufhört zu trinken. Wenn er selbst den Entschluss fasst, wirklich aufhören zu wollen, sich wieder in Behandlung begibt, ist die Erfolgschance größer, aber auch bei Menschen, die es selbst wirklich wollen, schafft es nur etwa die Hälfte, trocken zu werden.
Ob er selbst wirklich aufhören will, weiß ich nicht, ich kann nicht beurteilen, was an seinen Versprechungen echte Absicht und was Lüge ist. Ich habe jetzt nach drei Monaten voller gebrochener Versprechen die Konsequenz gezogen und die Beziehung beendet, weil er sich nach wie vor für den Alkohol entscheidet.
Es tut mir so sehr leid, dass es so gekommen ist, aber es ging nicht mehr anders, ich war schon völlig verzweifelt und selbst am Ende meiner Kräfte.
Im Grunde meines Herzens hoffe ich noch immer, dass es anders wird, aber realistisch gesehen ist es bestenfalls eine fifty-fifty-Chance. Ich wünschte, ich hätte ihn nie kennengelernt.....