• #1

Beziehung ohne Sex? Wie lange klappt so etwas?

Hallo,
ich mache gerade den Test: Da mir der Sex in den vergangenen Monaten stets zu frustrierend und langweilig war und ich einfach keine Lust mehr an einer Sache habe, die mir absolut nichts bringt (ansprechen, alles Mögliche ausprobieren usw. ist alles absolviert), habe ich beschlossen, meinerseits keine Anstalten mehr zu machen bzw. diesbezüglich auch "dicht" zu machen.
Mein Lebensgefährte wohnt nicht bei mir, wir sehen uns in Abständen. Nun waren wir tatsächlich das erste Mal ein paar Tage völlig "ohne" zusammen. Ging auch. Obwohl ich merkte, dass er unterschwellig unzufrieden war.
Ich werde das jetzt aber aussitzen, denn es gibt für mich nur die 3 Möglichkeiten: entweder wir können auch ohne Sex miteinander, oder es ändert sich etwas grundlegend, oder aber wir müssen künftig getrennte Wege gehen, falls das Thema Sex doch elementar in einer Beziehung sein sollte. Worüber ich mir aber nicht so sicher bin. Vielleicht gehts ja tatsächlich auch ohne, und ich bin eine Sorge los?!
 
  • #2
Aus dem Post höre ich viel versteckte Agression heraus zwischen den Zeilen. Das ist nicht die richtige Voraussetzung für ein Leben ohne Sex. Ob es funktionieren kann, kannst nur du für dich selbst beantworten, Menschen sind da sehr unterschiedlich.
 
  • #3
Vielleicht gehts ja tatsächlich auch ohne, und ich bin eine Sorge los?!
Mein Lebensgefährte wohnt nicht bei mir, wir sehen uns in Abständen. Nun waren wir tatsächlich das erste Mal ein paar Tage völlig "ohne" zusammen. Ging auch. Obwohl ich merkte, dass er unterschwellig unzufrieden war.
Fällt dir was auf, wenn du diese beiden Sätze von dir liest? In absehbarer Zeit wird dein Partner vielleicht nicht mehr nur "unterschwellig" unzufrieden sein, sondern offensichtlich. Eine sexfreie Beziehung kann bestimmt funktionieren (-gibt ja nix, was es nicht gibt-), vorausgesetzt, BEIDE Partner können und wollen ohne gemeinsamen Sex leben. Sieht bei euch aber scheinbar nicht so aus.
Wenn du schon Vieles probiert hast (-ansprechen ,was dir nicht gefällt, was du dir anders wünschst und wie etc.) und sich nichts geändert hat, würde mir auch nur noch vorläufiger "Streik" oder Trennung einfallen.
 
M

Mooseba

  • #4
Ich habe mit dem Sex vor ca. einem Jahr aufgehört. Der Anfangshunger ist vorbei und meine Freundin ist sehr übergewichtig (Größe 46). Da will einfach keine Lust aufkommen. Also ich bin erstaunt, wie wenig mich das stört. Als Spätzünder habe ich eh zuviel verpasst und jetzt habe ich mehr Sorgen im Kopf als 10 Jahre früher, das fördert die Lust auch nicht trotz 5-mal Sport pro Woche.

(m,32)
 
  • #5
Die Frage ist doch: willst DU künftig ohne Sex leben? So ein Streik muß ja irgendein Ziel haben. Bei ihm wirst Du damit nichts erreichen, da seine Möglichkeiten ja bereits ausgeschöpft sind. Mithin hängt es von Deinen Erwartungen an Dein zukünftiges Leben (und auch von Deiner Einschätzung seiner Treue) ab, ob es auf ein Leben ohne Sex, ein Leben ohne diesen Mann oder eine (beiderseits?) offene Beziehung hinausläuft.
 
  • #6
Da mir der Sex in den vergangenen Monaten stets zu frustrierend und langweilig...
Ihr beide habt ein offensichtliches Beziehungs-PROBLEM ...
... und ich einfach keine Lust mehr an einer Sache habe, die mir absolut nichts bringt ..., habe ich beschlossen, meinerseits keine Anstalten mehr zu machen bzw. diesbezüglich auch "dicht" zu machen.
... und du reagierst wie ein kleines bockiges Kind.
... (ansprechen, alles Mögliche ausprobieren usw. ist alles absolviert) ...
Noch nicht ganz. Du solltest deinen Partner in "deine Strafaktion" einweihen, und ihm die 3 Alternativen vor Augen führen:
  1. Änderung
  2. Kein Sex
  3. Trennung
In Wirklichkeit steht ihr beide einen Schritt vor der Trennung, ausser ihr schafft es offen und ehrlich miteinander zu reden, ganz ohne Vorwürfe, Anschuldigungen, und Streit.
Ihr BEIDE habt Bedürfnisse, und solange du SEINE Bedürfnisse nicht gleichberechtigt neben deine stellst, solange hast du am Scheitern der Beziehung den gleichen Anteil.
 
  • #7
Liebe FS,
schau der Realität ins Auge: Du stehst einfach nicht auf ihn und deswegen hast Du keine Lust auf Sex mit ihm. Darum bringt das ganze Rumgehühner ob reden, neue Praktiken etc auch nichts, wie Du selber gemerkt hast. Nur wenn man jemanden richtig liebt, hat man den Drive, sich zu bemühen und ist nicht so abgenervt, wie Du Dich liest.
Soviel Lebenserfahrung hat man mit 50, aber offensichtlich noch nicht genug, um zu erkennen, dass ihr mit Sex eine Nähe zu leben versucht, für die es keine emotionale Grundlage gibt.

Die Frage ist, wie groß die Zeitabstände zwischen Euren Treffen sind. Mir scheint sich das Ganze aus deiner Sicht eher Richtung Freundschaft zu entwickeln, weil die Grundlage für eine echte Nähe fehlt. Diese kannst Du durch Sex auch nicht herbeiführen, sondern im Gegenteil: Sex mit einem Mann, auf den Du nicht stehst ist etwas unangenehmes, jedenfalls für sehr viele Frauen. Frau versucht eine Beziehung zu führen, mit allem drum und dran, weil der andere zufällig ein Mann ist. dabei reichen die Gefühle nur für eine Freundschaft.

Ich habe auch recht lange gebraucht, zu merken: nur weil mir ein Mann gut gefällt, habe ich trotzdem nicht das Bedürfnis, mit ihn ins Bett zu gehen. Anders als in jungen Jahren mache ich das nicht mehr. Also nennt sich die Kontaktform Freundschaft ohne Benefits statt Beziehung.

Wenn er das nicht will, was anzunehmen ist, dann bleibt nur die Trennung.
Er zeigt erste Missstimmungen und Du solltest Dich fragen, ob Du Dir mit sowas das Leben längerfristig verleiden willst. Es wird nicht möglich sein, ihm zu sagen, "im Bett ist das nichts mit Dir, lass' uns Freunde bleiben". Das versuchen junge Leute, in denen einer von beiden noch hoffnung hat, dass es noch mal was wird.
 
  • #8
Ob es ohne (guten) Sex bei Euch geht, weiß ich nicht. Ich wollte ohne (guten) Sex keine Partnerschaft und wenn ich Deinen Worten folge: Du auch nicht. Dein Freund scheint den Sex nur zu wollen, weil er merkt das Dir dieser wichtig ist und es ansonsten, für ihn und Eure Beziehung, brenzlig werden könnte.

Da Du Deinen Worten nach bereits alle Mittel ausgeschöpft hast, finde ich Deine Reaktion erst mal gut. Mit dieser legst Du Feuer an die Lunte des Pulverfass und bekommst garantiert sicher und schnellstmöglich eine Antwort auf Deine Frage - ohne wenn und aber und Rumgeeiere - oder tust zumindest nichts was Dir nicht gefällt.

Fairerweise könntest Du, wenn noch nicht getan, wie #Arthur schreibt, Dir und Deinem Freund klar und deutlich die (3) Alternativen aufzeigen und im Zweifelsfall die passende für Dich rasch auswählen, entscheiden und handeln.

PS: Wie klappt es sonst in Eurer Partnerschaft? Habt Ihr (auch andere) Gemeinsamkeiten?
 
  • #9
"Beziehung ohne Sex? Wie lange klappt so etwas?"

Wenn beide nicht wollen, vielleicht für immer.
Wenn einer will und der andere nicht, nicht lange.

Ich war auch mal mit einem Sexmuffel zusammen. Alles reden nützte nichts.
Ich hatte niemals in Erwägung gezogen, es ohne Sex auszuhalten.
Dafür ist mir dieses Thema zu wichtig.
Ich will und brauche Sex in einer Beziehung.
Und es kam danach auch nur noch jemand infrage, der die gleiche Ansicht hat. Von wegen "Sex ist nicht das Wichtigste in einer Beziehung".
Ist es sicher nicht, aber wichtig genug, um mich zu trennen, wenn man diesbezüglich vom Partner auf dem "trockenen" sitzen gelassen wird.

Vielleicht gehts ja tatsächlich auch ohne, und ich bin eine Sorge los?!
Möglich. Aber wieso ist Sex eine "Sorge"?
Weil du ihn von deinem Partner nicht bekommst oder glaubst du nur, es gehöre zu einer Beziehung, aber eigentlich brauchst du es selber nicht?
 
  • #11
Liebe Knappfünfzig,
Wenn ich eine Beziehung hätte mit einem Mann, der WEDER besonders oft da ist NOCH mich sexuell anregt, dann wäre das ganz klar eine riesengrosse Minusbilanz.
Bevor ich den Mann oder mich selbst auf ewig frustrieren würde, würde ich mich ganz klar trennen. Ich würde dem Partner gegenüber aber ganz ehrlich sein, was der Trennungsgrund ist, denn ich finde, das ist man sich schuldig, wenn man mal ein Paar war.
 
  • #12
Ihr beide habt ein offensichtliches Beziehungs-PROBLEM ...

Noch nicht ganz. Du solltest deinen Partner in "deine Strafaktion" einweihen, und ihm die 3 Alternativen vor Augen führen:
  1. Änderung
  2. Kein Sex
  3. Trennung
In Wirklichkeit steht ihr beide einen Schritt vor der Trennung, ausser ihr schafft es offen und ehrlich miteinander zu reden, ganz ohne Vorwürfe, Anschuldigungen, und Streit.
Ihr BEIDE habt Bedürfnisse, und solange du SEINE Bedürfnisse nicht gleichberechtigt neben deine stellst, solange hast du am Scheitern der Beziehung den gleichen Anteil.
Stellvertretend für die vielen sehr guten Beiträge - Danke dafür!!! - möchte ich diesen beantworten:

Das evtl. "Beziehungsproblem", wenn es denn eins ist, ist diffus. Wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten, gleiche Interessen z. B., und können die verschiedensten Dinge gut miteinander.
Die 3 genannten Punkte werden, außer dem letzten, jedoch nicht funktionieren. Eine Änderung scheint unmöglich, jeder ist wie er ist und kann nicht aus seiner Haut. Ich denke, wir passen sexuell einfach nicht so gut zusammen. Und ich habe aufgehört, Liebe mit Sex zu verwechseln. Auch wenn man jemanden liebt, muss deshalb zwangsläufig der Sex nicht gut sein!
Ich habe auch festgestellt, dass ihn als Mann schätze, bewundere, gern habe, aber nicht begehre. Das, was eine Frau am Mann begehren könnte, kenne ich bei ihm zur Genüge, es ist immer wieder das Gleiche und es frustriert mich, statt Glückshormone zu produzieren. Wir haben das nun 5 Jahre lang probiert, gelebt, aber mein Eindruck ganz am Anfang, den ich nicht wahrhaben wollte, hat sich bestätigt. Es passt körperlich nicht für mich.
Deshalb nun gleich die ganze Beziehung hinzuwerfen fände ich schade. Aber da denke ich pragmatisch: das wird sich irgendwann von allein finden, falls massive Unzufriedenheit auf beiden Seiten da ist oder eine dritte oder vierte Person ins Spiel kommt.
(Ich hatte zuvor genau den umgekehrten "Fall": einen Partner, der sexuell perfekt passte, dafür passte das geistig-seelische nicht. Alles geht wohl nur sehr selten zusammen.)
 
  • #13
Von wegen "Sex ist nicht das Wichtigste in einer Beziehung"...wichtig genug, um mich zu trennen, wenn man diesbezüglich vom Partner auf dem "trockenen" sitzen gelassen wird.
Aber wieso ist Sex eine "Sorge"?
Weil du ihn von deinem Partner nicht bekommst oder glaubst du nur, es gehöre zu einer Beziehung, aber eigentlich brauchst du es selber nicht?
Die "Sorge" bezieht sich eher auf ihn, ich meine, dass es ihm wichtig ist, und er genießt es total. Wenn ich ihm das sozusagen entziehe, wird er ja nicht gerade glücklich sein. Ich kann aber diesbezüglich nicht einfach so "funktionieren", des äußeren Friedens willen.
Mir selbst ist Sex nicht so wichtig wie andere Dinge. Sex kann ich mit mir selbst haben, mittels meiner Fantasie, das ist meist viel schöner und zielführender als mich stundenlang im Bett herumzuwälzen, meist ohne Höhepunkt.
Außerdem hat Sex für mich etwas mit körperlicher Attraktivität zu tun, und die nimmt nun man bei älteren Menschen ab. Mag sein, dass es Menschen gibt, die das nicht wahrnehmen oder übersehen, mir gelingt das leider nicht. Mich ernüchtert das mehr als gar kein Sex.
 
G

Gast

  • #14
Ich habe das zweimal in meiner "Jugend" in den 20ern gehabt. Einmal 2 Jahre und einmal 5 Jahre. Ich war damals selber noch unerfahren und zog daher wahrscheinlich auch überbrave Männer an, die sich aus Sex nichts machen. Da ist selber nicht wusste, was ich verpasse, habe ich das Spiel lange mitgemacht.

Heute würde ich wahrscheinlich nach paar Wochen gehen, wenn nichts läuft. Ich gehe dann davon aus, der Mann hat kein sexuelles Interesse an mir und interessiert sich für andere Frauen oder er sucht schlichtweg keine Verbindlichkeit und keine Beziehung.

Meine Erfahrung hat mich gelernt, ältere Männer die wenig/kein Sex wollen, die scheuen sich davor, einen Schritt ins noch Verbindlichere zu gehen und schauen noch, ob es was besseres gibt (auch wenn sie vorgeben, dass sie einen lieben). Das kann manchmal auch ein gezieltes Machtspiel sein, um andere Personen von sich abhängig zu machen.

w
 
G

Gast

  • #15
wie wäre es denn, wenn Ihr Euch beide gegenseitig gestattet, eine genau definierte Zeit den Sex woanders zu praktizieren (Sex kann man ja auch kaufen, wenn man keinen passenden Partner findet).
Dann kommt Ihr wieder zusammen und probiert es nochmal. - Ich glaube einfach, Ihr braucht beide mal etwas Abstand.
Und wenn Ihr wieder zusammenkommt, konzentriert Euch nicht zu sehr auf das miteinander Schlafen. Auch wenn es ganz ohne Sex schwierig ist, gibt es meiner Meinung, wichtigeres in einer Partnerschaft.
 
G

Gast

  • #16
Ja, du scheinst sehr frustriert und genervt zu sein.

Das wird quasi zu einer Art Kräftemessen zwischen euch. Kein guter Start.

Ich würde das an deiner Stelle ganz direkt ansprechen. Sag, was du dir vorstellst und erkenne dann, in einem Gespräch, ob es vielleicht Missverständnisse gab und ihr Signale/Wünsche/Bedürnisse möglicherweise falsch interpretiert oder übersehen habt.

Im Augenblick setzt du auf (passive) Konfrontation. Der Mann wird das unweigerlich spüren. Das hast du bereits angedeutet.

Ihr seid doch keine Teenager mehr. Sag ganz genau, was du denkst. Sei dabei weder verletztend noch übermäßig vorsichtig.

Eine sexlose Beziehung zwischen heterosexuellen (oder homosexuellen) Menschen die eine eigentlich normal (?) ausgeprägte Libido haben ist - jedenfalls mit Blick auf eine tatsächlich und eigentlich romantisch orientierte Beziehung - unbefriedigend und zum Scheitern verurteilt.

Du sagtest Sex sei nicht befriedigend und langweilig. Du bist doch eine selbstbewusste, moderne Frau, die genau weiss, was sie sucht. Sag ihm das. Zeig ihm, was du dir wünscht. Es gibt nichts für das du dich schämen musst oder das du nicht ansprechen kannst. Im Gegenteil.

Reagiert er seltsam, abweisend oder ist nicht bereit darüber freundich aber direkt und ehrlich zu sprechen, dann ist dieses Verhalten bereits eine Antwort und du musst deine Zeit nicht weiterhin verschwenden.

Aber das was du jetzt tust, beleidigt spielen und auf passiven Angriff setzen, damit er merkt wie unzufrieden du bist....das wird ausschließlich negative Konsequenzen haben. Und wenn du glaubst, ihr seid sexuell (Eure Neigungen, Libido, Vorlieben, Frequenz, etc.) einfach nicht kompatibel, dann handel entsprechend und beende es.
 
S

Sophia45

  • #17
wenn man einander auf anderen Gebieten sehr viel zu geben hat, dann kann es sich lohnen in einer sexlosen Partnerschaft zu bleiben. Es heißt schließlich Lebenspartnerschaft, nicht Sexpartnerschaft. Gibt es aber kein Begehren mehr längerfristig dann muss jeder für sich und beide zusammen überlegen was sie tun und wenn man trotzdem zusammen bleiben will dann wäre evtl die Möglichkeit von anderen zusätzlichen dann hauptsächlich erotischen Beziehungen für beide Beteiligte eine Lösung. Wahrscheinlich nicht für immer aber vorerst. Ich würde mich halt immer fragen: Würde es mir jetzt als Single besser gehen als in meiner sehr liebevollen, aber sexlosen Beziehung? Als Single hätte ich wahrscheinlich weder Sex (oder nur qualitativ bescheidenen mit oberflächlichen Bekanntschaften) noch die anderen schönen Dinge die man hat wenn man mit jemandem zusammen lebt, mit dem man sich gut versteht. Es gibt sicher viele Dauersingles die wären froh wenn sie jeden Abend jemandem zum Reden/ Austausch hätten und jemanden der sich in den Arm nimmt und z. B. Rat u. Trost spendet bei Kummer, Sorgen, Problemen. Oder der sich mit einem freut, wenn man etwas positives erlebt hat. Das alles bietet eine liebevolle Beziehung, auch dann noch, wenn sie in eine "Bruder-Schwester-Beziehung" übergegangen ist. Bei aller Wertschätzung für körperliche Liebe, Leidenschaft, Begehren - alles m. E. kaum zu überschätzende herrliche Dinge - das ist bei weitem nicht alles, was eine Lebenspartnerschaft ausmacht.
 
M

Mooseba

  • #18
Also wer Sex als Gute-Laune-Lieferant benötigt, sollte vielleicht mal einen Facharzt aufsuchen.
 
  • #19
Ich würde mich halt immer fragen: Würde es mir jetzt als Single besser gehen als in meiner sehr liebevollen, aber sexlosen Beziehung? Als Single hätte ich wahrscheinlich weder Sex (oder nur qualitativ bescheidenen mit oberflächlichen Bekanntschaften) noch die anderen schönen Dinge die man hat wenn man mit jemandem zusammen lebt, mit dem man sich gut versteht. Es gibt sicher viele Dauersingles die wären froh wenn sie jeden Abend jemandem zum Reden/ Austausch hätten und jemanden der sich in den Arm nimmt und z. B. Rat u. Trost spendet bei Kummer, Sorgen, Problemen. Oder der sich mit einem freut, wenn man etwas positives erlebt hat. Das alles bietet eine liebevolle Beziehung, auch dann noch, wenn sie in eine "Bruder-Schwester-Beziehung" übergegangen ist. Bei aller Wertschätzung für körperliche Liebe, Leidenschaft, Begehren - alles m. E. kaum zu überschätzende herrliche Dinge - das ist bei weitem nicht alles, was eine Lebenspartnerschaft ausmacht.
Ich gebe Dir in fast allen Punkten recht, außer vielleicht, dass man als Single keinen guten Sex hat... Das geht durchaus, oft sogar besser als in einer "abgestandenen" Beziehung.

Die Frage habe ich mir schon oft gestellt und oft auch gar nicht mehr stellen müssen, wann ich mich wohler fühle - wenn ich allein bin oder zu zweit, denn die Antwort, die mir die maßlose Erleichterung gibt, wenn mein Partner wieder abreist und ich wieder allein bin, spricht Bände.
Sicherlich - ich bin das Alleinsein über sehr lange Zeit und ohne vertrauten Ansprechpartner nicht mehr gewöhnt, wahrscheinlich würde mir dann doch etwas fehlen.
Man sucht eben immer das, was man nicht hat!
 
  • #20
Es soll Leute geben, denen Sex gar nichts bedeutet. Wenn zwei Leute ohne Trieb zusammen kommen, mag die Beziehung also ewig ohne Sex funktionieren. Ich kenne es aber nur anders. Meine Freunde, die ihre Frauen nicht mehr geliebt haben, haben den Sex mit ihnen eingestellt. Ich wusste auch genau, dass ich keine Zukunft mehr mit meiner Exfrau wollte, als mir klar wurde, dass ich ganz froh bin, von ihr in dieser Hinsicht in Ruhe gelassen zu werden. Als sie wieder das Bett mit mir teilen wollte - um eine andere Frau aus dem Feld zu schlagen - bin ich binnen Stunden ausgezogen. Eine Frau, die ich liebe, begehre ich in jeder Hinsicht.
 
  • #21
Ich würde das an deiner Stelle ganz direkt ansprechen.
Im Augenblick setzt du auf (passive) Konfrontation. Der Mann wird das unweigerlich spüren. Sag ganz genau, was du denkst.

Eine sexlose Beziehung zwischen heterosexuellen (oder homosexuellen) Menschen die eine eigentlich normal (?) ausgeprägte Libido haben ist - jedenfalls mit Blick auf eine tatsächlich und eigentlich romantisch orientierte Beziehung - unbefriedigend und zum Scheitern verurteilt.

Du sagtest Sex sei nicht befriedigend und langweilig. Zeig ihm, was du dir wünscht.

Reagiert er seltsam, abweisend oder ist nicht bereit darüber freundich aber direkt und ehrlich zu sprechen, dann ist dieses Verhalten bereits eine Antwort und du musst deine Zeit nicht weiterhin verschwenden.

Und wenn du glaubst, ihr seid sexuell (Eure Neigungen, Libido, Vorlieben, Frequenz, etc.) einfach nicht kompatibel, dann handel entsprechend und beende es.
Hallo,
das ist alles bereits passiert. Er reagierte auch nicht abweisend, sondern stets interessiert. Nur an der Umsetzung hapert es. Er gibt sich ja alle Mühe, und wir haben alles Mögliche durchexerziert, aber er ist wohl nicht der Typ für diverse Spielchen und Praktiken, es erregt ihn sehr, aber ich spüre, dass er damit überfordert ist und eher die einfache, romantische Liebe will. Mit der kann ich aber nichts anfangen. Ich verstehe den unbedingten Zusammenhang zwischen und Liebe und Sex einfach nicht. Ich für meinen Teil kann das ganz klar trennen - er nicht.
Begehren wächst bei mir aus einem Kitzel, einer Herausforderung, aus Unbekanntem, Neuen, Überraschenden. Stattdessen erlebe ich es nach den paar Jährchen Beziehung (gefühlt wie nach 30 Jahren Ehe) so, als ob ich jeden Abend die gleiche CD mit Udo Jürgens "Aber bitte mit Sahne" abspielen lassen würde...
Ich habe ihm das schon öfter zu verstehen gegeben, und ehrlich gesagt bewundere ich sein Ego, dass er sich nicht zurückzieht! Er schluckt das, bringt dann mal die eine oder andere Überlegung dazu ein, teils auch vielversprechende Ankündigungen - am Ende passiert aber nicht viel und wir machen weiter wie bisher - eben jeder auf seine Art, weil wir wohl beide nicht anders können.