• #1

Beziehung schriftlich oder am Telefon beenden

Ihr Lieben, immer wieder lese ich hier, wie feige und falsch es sei eine Beziehung per Mail, WhatsApp, SMS oder am Telefon zu beenden.
Warum wird das so verurteilt?
Ich finde diese Methoden besser als die gegenseitige Quälerei eines 4-Augen-Gespräches.
Rede und Antwort kann man auch per WhatsApp stehen und ganz ehrlich, ich würde einem Mann, der mich verlässt, nicht noch meine Tränen zeigen wollen.

Ist es Euch tatsächlich lieber, der Mensch, welcher Euch verlässt, sieht Euch auch noch so leiden?
 
G

grünewelle

  • #2
Kommt wohl drauf an, wie lange eine Beziehung hielt. Wenn es noch keine gefestigte Beziehung war, kann ich mit einem freundlichen
Brief , in dem klare Worte fallen, auch was anfangen und mich dann wortlos zurückziehen.
Nach einer längeren Beziehung finde ich ein persönliches Gespräch unabdingbar. Ich zumindestens kann nur bei einem persönlichen Gespräch auf allen Ebenen "begreifen", das Ende erfassen, per Whatsapp bleibt es für mich irgendwie nebulös und unaufgelöst. Nach einer längeren Beziehung sollte man sich gut genug kennen, um auch mal die Trauer zeigen zu dürfen, das wäre mir nicht unangenehm, warum auch? Ich habe es nach einer längeren Beziehung auch schon erlebt, dass wir uns gegenseitig getröstet haben und beide geweint haben. Weil man um eine schöne Zeit trauert, die aber nun zu Ende ist. Das ist doch auch traurig.
W
 
  • #3
Das ist ja schließlich auch der Mensch, der einen zuvor vielleicht wegen externen Sachen hat leiden sehen, der einen in sehr glücklichen Momenten hat lachen sehen.
Wieso dann auf einmal falscher Stolz? Dieser Mensch hat einen doch eh schon entblößt (seelisch wie emotional) gesehen.
Für mich wäre es sehr schwer, bei einer ansonsten guten Beziehung, in der kein Fremdgehen oder Ä. stattgefunden hat, wirklich sauber abzuschließen ohne sich auszusprechen.
Durch ein letztes Gespräch fällt einem kein Zacken aus der Krone und sollte der frische Ex etwaige Tränen als Anlass nehmen, Genugtuung zu empfinden, wäre ich sowieso mit einem empathiebefreiten Idioten zusammen gewesen.

Ich hatte 2 Trennungen im Leben, beide Male habe ich mich getrennt. Das erste Mal hat er noch sehr an mir gehangen, benötigte aber das Gespräch um Fragen beantwortet zu bekommen.
Die zweite Trennung war wegen Untreue, da bin ich tatsächlich "schriftlich" gegangen weil das Fremdgehen so krass war und ich ihn nur noch eklig fand und verachtet habe.
An der 2. Trennung hatte ich dann aber auch noch lange zu knabbern, er schreibt mir heute noch ellenlange Nachrichten und hat noch immer nicht abgecshlossen.
 
  • #4
Viele Beziehungen lassen sich gar nicht so beenden, weil man zusammenwohnt, verheiratet ist, Kinder hat, und alles mögliche zu regeln hat.
Sonst ist es einfach nur feig und menschenverachtend. Der Verlassende soll sehr wohl sich noch klärenden Gesprächen stellen, Fragen beantworten und auch die Enttäuschung des Verlassenen aushalten müssen.
 
F

Fiona72

  • #5

Für mich ist dies ganz einfach. Hier fehlt der Charakter, dies auf Augenhöhe zu beenden. Sozusagen Auge in Auge. Wer dies nicht kann, der ist in meinen Augen nur ein Feigling und ich habe bisher immer meine Beziehungen im Angesicht des Anderen beendet. Man kann ja dies auch in einen öffentlichen Raum tätigen, falls man Angst hat, es könnte eskalieren.

Wer lieber eine Beziehung via SMS, Telefon usw. beendet, der lässt für mich schon sehr tief blicken. Aber ich hätte mit so einem Menschen höchstwahrscheinlich auch nie eine Beziehung angefangen, da es dann noch an ganz anderen Faktoren für mich hapert.
 
  • #6
Guten Morgen liebe FS,

warum nicht auch Gefühle wegdrücken und gleich den Menschen erschaffen, der seelenlos per Knopfdruck zu bedienen ist....
Was für eine Frage und sind wir Menschen durch die ganze so fortschrittliche Technik zu Feiglingen und Weicheiern geworden?
Ich halte es immer noch so, wenn ich etwas beende, dann ist es wichtig, dass man gut und in Frieden auseinandergeht. Ich habe keine Scheu, meine Gefühle zu zeigen, was ist daran so schlimm? Verletzter Stolz und Eitelkeit bringen auch nicht weiter.
 
  • #8
Ich denke schon, dass eine Beendigung der Beziehung persönlich der beste Weg ist. Man war schließlich mit dem Menschen zusammen und eine Beziehung ist mit das persönlichste, was es gibt. Derjenige, der verlassen wird, wird sowieso fast immer leiden. Auch der, der verlässt. Eine Beendigung per SMS oder einem anderen elektronischen Mittel wirkt irgendwie feige auf mich. Man umgeht eine unangenehme Situation, in der man sich dieser entzieht. Ein Zweizeiler mit dem Inhalt "jetzt ist Schluß" mag zwar bequem erscheinen, aber nur für den, der den anderen verlässt. Viele Trennungen kommen ja nicht aus dem heiteren Himmel, sondern bahnen sich über die Zeit an. Natürlich gibt es auch für eine Seite überraschende Trennungen und die kann man wunderbar per SMS, Telefon oder Mail aussprechen. Aber es ist einfach unsäglich für den Teil, der verlassen wird.

Man muß aus dem Trennungsgespräch keine epische Veranstaltung machen. Das kann schon nach fünf Minuten vorbei sein. Aber ich finde schon, dass derjenige, der verlassen möchte, das dem anderen zugestehen sollte.
 
  • #9
Also wenn Du als Verlassene auf ein Schlussmachen per WhatsApp bestehst, wird sich der Verlassende sicherlich nicht darüber beschweren. Dies muss man nur rechtzeitig innerhalb einer Beziehung mitteilen.

Ich bin der Ansicht, hat man eine gewisse Zeit miteinander verbracht, gebietet es einfach der Anstand, die Beziehung in einem Gespräch unter vier Augen aufzukündigen. Alles andere empfinde ich als feige.

Bei besonders schmerzhaften Trennungen, bei welchen der Verlassene bspw. betrogen und belogen wurde, sehe ich außerdem einen wichtigen Nebeneffekt im persönlichen Gespräch: Die direkte Konfrontation mit den Auswirkungen des unangemessenen Verhaltens. Für künftige Verhaltensweisen kann es durchaus einen Unterschied machen, ob der oder die Verlassende mit ihrer Vorgehensweise konfrontiert wird oder ob er / sie sich sang- und klanglos aus der Affaire ziehen kann.

Dabei denke ich weniger an das Vorheulen von Rotz und Wasser, sondern viel mehr an die Auseinandersetzung mit unangenehmen Widersprüchen im Verhalten, Lügen und dergleichen.

Dem Verlassenen mag das nichts mehr bringen, kann aber bei künftigen Partnern hoffentlich zu angemessenem Vorgehen anregen.
 
A

ak18

  • #10
Das hängt natürlich immer an der Phase der Beziehung... Wenn man sich ein paar Mal gesehen hat und mehr online kommuniziert als real, kann man - so meine Meinung - eine Trennung auch online mitteilen.

Wenn man allerdings schon weiter ist... schon ein paar persönliche Dinge... z.B. Wäsche in der anderen Wohnung hat, sollte man auch das Gespräch suchen... und dann seine Sachen mitnehmen.
 
  • #11
Ja!

Weil, wenn man(n), ich, einen Menschen nahe (gewesen) bin, es mir dieser wert (gewesen) ist.

Außerdem habe ich bei einer Trennung, obwohl ich diese initiert habe und die Beziehung nur 3 Monate ging, auch geweint, aber sicher gewußt, dass diese keine Zukunft hatte. Von meiner Seite kenne ich keine Beziehungs(versuchs)trennung, die im "Bösen" verlaufen wäre, denn dazu gehören für mich immer zwei, eben auch ich. ;)
 
N

nachdenkliche

  • #12
Persönlich natürlich!!! Wir sind als Paar eine zeitlang den Weg gemeinsam gegangen, standen uns sehr nahe, haben uns geöffnet usw, und dann per whatsapp & co. beenden??? Wir haben es mit Menschen zu tun! Nach Möglichkeit in einem Gespräch und einem Treffen, wo man sich nochmal in den Arm nehmen kann, sich gegenseitig für die schöne Zeit danken kann..ggf. um Verzeihung bitten. Das ist wirklich für mich eine angemessene Trennung und beide können so am besten damit abschließen.Keiner fühlt sich entsorgt, alles andere ist wirklich wischiwaschi und würdelos.
Und überhaupt, so ist die Chance am größten, nach Jahren des Abstandes wieder Freunde zu werden, wenn man das dann möchte.
 
  • #13
Hmmm....
Schwäche und Tränen zeige ich nur wenn ich einem Menschen vertraue. Wer mich verlässt, hat mein Vertrauen verspielt.
Zudem finde ich die Vorstellung grotesk und unerträglich, dass sich jemand auf das Treffen mit dem/der Liebsten freut, voller zärtlicher Gefühle und offenen Herzens auf ihn zugeht um dann so verletzt zu werden.

Natürlich ist der Verlassende dem Verlassenen Rede und Antwort schuldig, damit dieser die Situation erfassen kann. M.M.n. sollte aber letzterer die Möglichkeit haben, Zeitpunkt und Gelegenheit der eigenen mentalen Stärke anzupassen.

Natürlich ist es keine Art nur eine Kurznachricht zu schreiben und sich anschließend der Konfrontation zu entziehen.

Aber ganz ehrlich, ich fände es fairer dem Verlassenen die Chance zur Wahrung der Contenance zu geben, sowie die Möglichkeit mit klarem Kopf in eine Aussprache zu gehen.

Die Mitteilung verlassen zu werden, würde ich ganz klar lieber schriftlich erhalten.
 
  • #14
der Anfang jedweder Beziehung, die dann auch intim wird, wird schließlich auch nicht in schriftlicher Form begonnen.
Der Sache angemessen ist immer, einzig und allein, ein oder mehrere persönliche/s Gespräch/e.
Schriftlich austauschen kann man sich ja noch zusätzlich. Schließlich ist es eine Sache die verarbeitet werden muss und in mehreren Stadien abläuft - genau wie auch ein Anfang immer stufenweise erfolgt, mehr oder weniger. Man hatte keine Brieffreundschaft, man war zusammen im Bett und hat auch ansonsten so einiges gemeinsam persönlich erlebt.
 
  • #15
Ich spreche auch nicht von einvernehmlichen Entscheidungen, welche Schritt für Schritt im Dialog gefällt werden.

Es geht mir um die Situationen wo einer den anderen verlässt, weil er sich neu verliebt hat oder diesen Entschluss, für sein Gegenüber unerwartet, traf.

Dass man jemanden, der einen betrog oder anderweitig systematisch verletzte, nicht mehr verpflichtet ist, finde ich selbstverständlich.
 
  • #16
Hi,

ich finde, es kommt auf den Trennungsgrund und die Beziehung drauf an. Grundsätzlich bin ich auch ein Befürworter der persönlichen Trennung, gerade wenn man einfach nur erkennt, dass es nicht mehr passt, es also keinen akuten Anlass gibt. Hier ist ein abschließendes Gespräch oft die faireste Lösung und lässt den Partner nicht ganz so im Regen stehen.

Hier im Thread wurde aber auch shcon eines der Beispiele genannt, wo auch alles andere gut ist. Wenn ich erfahre, dass ich vom Partner betrogen worden bin, oder sogar Gewalt im Spiel ist, dann ist es auch vollkommen in Ordnung bei der Trennung schon auf Abstand zu gehen.

Und noch ein Punkt, wo es eventuell nicht persönlich sein muss. Bei einer Fernbeziehung sollte man auch auf eine persönliche Trennung verzichten, am schlimmsten finde ich da die Variante, wenn der Partner zu Besuch ist und man dann die Trennung ausspricht. Denn hier fehlt dem Partner dann die Rückzugsmöglichkeit und das stärkende Umfeld. Dann doch lieber am Telefon.
 
  • #17
Schriftlich oder am Telefon??? Am besten noch per SMS... Gehts noch? Weder noch!
Das Allermindeste, was man hier verlangen kann, ist ein Gespräch unter vier Augen. Auch wenn es weh tut. Alles andere ist niveaulos, respektlos, billig, trashig oder was auch immer. Und vor allem: feige.
 
  • #18
Wie ein feiger Hund ,was er abzieht. .. ist der kein richtig Mann, sondern ein unreifer Junge!Es ist nicht korrekt, Wenn ein mann oder eine frau per SMS etc ohne Grund Schluss machen und somit nicht den Mumm haben,sie es ins Gesicht zu sagen.sind nicht Erwachsene,dummerweise . Jeder Mensch hat es verdient, die Gründe offen gesagt zu bekommen .
Mein ehemaligen Partner hat mit mir auch nach 18 mon Beziehung per Email grundlos Schluss gemacht.(wegen ihm hab ich meinen mann verlassen).bis ich vor ein Jahr meinen Ex-Freund zufällig auf einer Feier mit meinen neue Partner gesehen hab. Dann schreibt er mir am Sonntagabend auf einmal per Email ohne Respekt , wie sehr es schön war mich zu sehen , und dass ich sehr schön bin ....usw.
Ich finde aber sehr respektlos von dem, dass mir die Worte noch fehlen.so ein Feigling, der wäre mir nicht die kleinste Antwort wert.
 
  • #19
Hier fehlt der Charakter, dies auf Augenhöhe zu beenden. ...Wer dies nicht kann, der ist in meinen Augen nur ein Feigling.

In allen Beiträgen ( bis jetzt 7 ) schwingt hier mit oder wird direkt gesagt, dass es von Feigheit zeugt, wenn man anders als Aug-in-Aug Schluss macht.

Nun, ich KANN das. Bin ich demnach kein Feigling, oder ?
Ich WILL es aber nicht. Also doch Feigling ?
Oder charakterschwach ?
Hä ? Wieso das denn ?
Was hat denn das Medium, das zum Trennungsvollzug benutzt wird mit der Stärke und Qualität des Charakters zu tun ?
Da sind wohl andere Dinge maßgeblich, nicht ?
Z.B. warum ich mich trenne und was vorausgegangen ist, meint ihr nicht ?

Ich halte es also als einzige mit Laleila.
Mir ist es aktiv und passiv bei einer Trennung lieber, dem anderen nicht dabei in die Augen, erst recht nicht, wenn selbige mit Tränen gefüllt sind, sehen zu müssen.
Ich will ihn nicht demütigen und ich will nicht gedemütigt werden.

Und wenn ein Mann mich nicht mehr liebt und will, brauche ich zur Kenntnisnahme auch keine längere Erklärung.
Auch nicht um etwas für meine späteren Beziehungen zu lernen, denn was hier als schlecht empfunden wurde, kann beim nächsten gut sein.
Was bringt es mir also zu wissen, dass ich dem frischen Ex zu sehr geklammert habe oder auch zu wenig präsent war ?

Es ist aus, das reicht mir und das akzeptiere ich.
Ein Zurück gibt es dann nicht mehr.
Umgekehrt verfahre ich genauso.

Das werden einige als kalt empfinden.
Bitte glaubt mir, ihr irrt euch, ich bin sehr warmherzig.

w 48
 
  • #20
Ich habe leider einige Beziehungen beenden müssen.

Mit 23 habe ich tatsächlich in einem Telefonat einen akuten Wutanfall bekommen und meinem Freund mitgeteilt, dass es das nun war. Da hatte ich aber xxx Gespräche geführt, mich bereits einmal Monate zuvor getrennt, das auf sein Drängen hin rückgängig gemacht und, da sich an den für mich problematischen Dingen Nichts änderte, diesen Rückfall bereut.

Ich vermisste ihn schon sehr, wir waren von 16 bis 23 zusammen - aber es ging wirklich nicht mehr und ich habe die Entscheidung nie bereut.

Ansonsten gab es immer persönliche Gepräche. Das ist nicht leicht, aber aus meiner Sicht eine Frage des Respekts.
 
D

Dagobert

  • #21
Hallo, liebe FS! Verstehe ich das richtig, dass Du lieber per Handy verlassen wirst, weil Du dem, der Dich verlässt, nicht auch noch deine Tränen zeigen willst. Nun Ja, wenn einer von beiden leicht aggressiv wird und untergriffig, ist es vielleicht der bessere Weg, sonst doch lieber persönlich. Tut u.U. genauso weh, ist aber menschlich achtungsvoller :).
 
  • #22
Ihr Lieben, immer wieder lese ich hier, wie feige und falsch es sei eine Beziehung per Mail, WhatsApp, SMS oder am Telefon zu beenden.
Warum wird das so verurteilt?

Ich finde schon, dass man dies etwas differenzierter betrachten und nicht pauschalisieren sollte. Es spielen in einer Beziehung viele Faktoren eine Rolle, und wenn es durch Fernbeziehung etc. nicht so leicht möglich ist, das persönliche Gespräch zu suchen, ist es für den Verlassenen doch letztendlich vielleicht sogar "besser", als wenn der Verlassende wochen- oder monatelang über die Distanz hinweg was von Liebe heuchelt, obwohl er / sie es gar nicht so meint. Meines Erachtens ist es hierbei auch zweitrangig, wie lange die Beziehung hielt.

Meine letzte Beziehung ging nach mehr als 3,5 Jahren nach einem ca. 30-minütigen Telefongespräch zu Ende. Generell war mein Ex-Freund alles andere als ein mutiger Charakter, war nicht nur in der Beziehung wahnsinnig konfliktscheu und war einfach nicht fähig(?) / willens, klar zu kommunizieren, was er möchte und was nicht. Dass er übers Telefon Schluss machte, hatte trotz alledem andere Gründe. Er sagte mehrmals, er wolle seine Zweifel nicht übers Telefon mit mir bereden, sondern lieber persönlich. Da wir jedoch in einer Fernbeziehung lebten und etwa 250 Kilometer voneinander entfernt waren, wäre dies aus diversen Gründen erst zwei Tage später möglich gewesen, woraufhin ich ihn bat, mich nicht so lange an der langen Leine zu lassen. (Dass ich zu dem Zeitpunkt nicht ernsthaft dachte, er würde Schluss machen, sondern davon ausging, dass er generell reden möchte, steht auf einem anderen Blatt.)

Etwas daneben fand ich, dass er mir am Ende vorwarf, er habe nur mit der Sprache herausgerückt, weil ich so gebohrt habe. Sei's drum! Die Tatsache des Am-Telefon-Schlussmachens fand ich nicht das Schlimmste an der Trennung.

Eine ganz andere Nummer ist für mich dafür WhatsApp oder SMS. Ein bisschen mehr Zeit als zwei Minuten sollte der Verlassende schon einkalkulieren und dem Partner die Möglichkeit geben, sich zu äußern. Und das m.E. völlig unabhängig davon, ob die Beziehug drei Tage ging oder 30 Jahre.
 
  • #23
am schlimmsten finde ich da die Variante, wenn der Partner zu Besuch ist und man dann die Trennung ausspricht. Denn hier fehlt dem Partner dann die Rückzugsmöglichkeit und das stärkende Umfeld. Dann doch lieber am Telefon.

Da sollte der Trennende wirklich den A... in der Hose haben und hinfahren, das Gespräch führen und dann wieder verschwinden. Ok, das ist aufwändig, aber bei einer längeren, ernsthaften Beziehung für mich der einzige Weg, mit dem ich mir danach noch selbst ins Gesicht sehen könnte. (Brrr.... ekliges Thema, hoffentlich betrifft es mich niemals mehr)
 
  • #24
Schriftlich oder am Telefon??? Am besten noch per SMS... Gehts noch? Weder noch!
Das Allermindeste, was man hier verlangen kann, ist ein Gespräch unter vier Augen. Auch wenn es weh tut. Alles andere ist niveaulos, respektlos, billig, trashig oder was auch immer. Und vor allem: feige.

Hier schließe ich mich vorbehaltlos an, ein Mensch, der mir seine Aufmerksamkeit (das ist ein Geschenk, auch wenn der Mensch für eine nähere Bekanntschaft nicht der Richtige ist) geschenkt hat, verdient ein Mindestmaß an Respekt .
 
  • #25
Mir ist es aktiv und passiv bei einer Trennung lieber, dem anderen nicht dabei in die Augen, erst recht nicht, wenn selbige mit Tränen gefüllt sind, sehen zu müssen.
Ich will ihn nicht demütigen und ich will nicht gedemütigt werden.
Die Fähigkeit jemanden zu lieben, ist eigentlich die schönste Fähigkeit eines Menschen und wenn jemand einen wunderbaren Menschen verlässt, weil er auf ständige Jagd nach etwas besserem ist nicht bei einer Frau bleiben kann, dann konfrontiert ihn das Trennungsgespräch mit seiner Unfähigkeit, sich auf eine Frau einzulassen und mit dieser einen Frau, den Wunsch zu haben alt zu werden. Die Tränen des anderen sind keine Demütigung, sondern sie zeigen tiefe Empfindsamkeit, Empathie, Liebesfähigkeit, Vertrauen und Glauben an das gemeinsame Glück, welche der Verlassende auf gar keinen Fall spüren will, den ansonsten wird er schlechtes Gewissen und Schuldgefühle haben.

Wenn ich einen Mann verlasse, welcher mich dauernd mit anderen Frauen betrügt oder auch nur mit einer, so werde ich ihn verlassen zu haben mir niemals schlechtes Gewissen und Schuldgefühle einjagen!

Es hängt also sehr stark davon ab, welche Charaktereigenschaften und welches Verhalten der Verlassene während der Beziehung zeigte. Je ehrlicher, aufrichtiger, korrekter, fröhlicher offener, liebevoller und sexuell experimentierfreudiger und auch treu der verlassene Partner war, desto schlimmer die Gewissensbisse und die Schuldgefühle des Verlassenden, die man auf gar keinen Fall spüren will, weil er weiss: "Sie hat nicht verdient, dass ich so behandle."

Du kannst also erst dann einem Mann in die Augen schauen beim Trennen, wenn du weisst dass du dabei selbst keine Schuldgefühle und kein schlechtes Gewissen zu haben brauchst, dann ist es sehr leicht, ihm in die Augen zu schauen.

Ich sage mal: einem solchen A...loch schau ich gerne in der Augen und zwinge ihn auch mir in die Augen zu schauen in einem persönlichen Gespräch und der kann aber meinem Blick nicht standhalten. Ich würde ihm sogar sagen: "Schau mich an während ich mit dir spreche." (Was ich auch schon getan habe). Er muss auch nur unangenehme Gefühle selber aushalten und durchstehen, die ich nicht hatte: Scham, Schuld, schlechtes Gewissen und das Gefühl totaler Schwächling und Versager zu sein.

Das hilft danach besser abzuschliessen und neues Kapitel zu beginnen!
 
  • #26
Hallo, liebe FS! Verstehe ich das richtig, dass Du lieber per Handy verlassen wirst, weil Du dem, der Dich verlässt, nicht auch noch deine Tränen zeigen willst.

Naja, bislang wurde ich noch nicht verlassen, aber ja, ich denke diese Mitteilung hätte ich gern schriftlich. Gern auch ausführlicher.
Falls ich eine weitere Aussprache benötige, möchte ich gern mit kontrollierten Gefühlen und klarem Kopf in diese gehen.
Ich musste schon ein paar Beziehungen/Affairen beenden und nein, ich bin nicht zu feige, dies auch von Angesicht zu Angesicht zu tun, aber ich finde es tatsächlich respektvoller dem anderen seinen Raum zu lassen, wenn er mit einer solchen Entscheidung konfrontiert wird.
Ihn nicht in Echtzeit, womöglich unter Schock, Dinge tun oder sagen zu lassen, die er, mit Abstand lieber mit sich ausgemacht hätte.
Wie 'frei' es sagte: "Ich will ihn nicht demütigen und ich will nicht gedemütigt werden."
Aber ich nehme, durchaus erstaunt, zur Kenntnis, dass ihr offenbar mehrheitlich, in solch einer Situation keine Privatsphäre braucht.

Dennoch ist die Wahl eines indirekten Mediums nicht zwangsläufig ein Indiz für Charakterschwäche oder Feigheit.
 
N

nachdenkliche

  • #27
In allen Beiträgen ( bis jetzt 7 ) schwingt hier mit oder wird direkt gesagt, dass es von Feigheit zeugt, wenn man anders als Aug-in-Aug Schluss macht.

Nun, ich KANN das. Bin ich demnach kein Feigling, oder ?
Ich WILL es aber nicht. Also doch Feigling ?
Oder charakterschwach ?
Hä ? Wieso das denn ?
Was hat denn das Medium, das zum Trennungsvollzug benutzt wird mit der Stärke und Qualität des Charakters zu tun ?
Da sind wohl andere Dinge maßgeblich, nicht ?
Z.B. warum ich mich trenne und was vorausgegangen ist, meint ihr nicht ?

Ich halte es also als einzige mit Laleila.
Mir ist es aktiv und passiv bei einer Trennung lieber, dem anderen nicht dabei in die Augen, erst recht nicht, wenn selbige mit Tränen gefüllt sind, sehen zu müssen.
Ich will ihn nicht demütigen und ich will nicht gedemütigt werden.

Und wenn ein Mann mich nicht mehr liebt und will, brauche ich zur Kenntnisnahme auch keine längere Erklärung.
Auch nicht um etwas für meine späteren Beziehungen zu lernen, denn was hier als schlecht empfunden wurde, kann beim nächsten gut sein.
Was bringt es mir also zu wissen, dass ich dem frischen Ex zu sehr geklammert habe oder auch zu wenig präsent war ?

Es ist aus, das reicht mir und das akzeptiere ich.
Ein Zurück gibt es dann nicht mehr.
Umgekehrt verfahre ich genauso.

Das werden einige als kalt empfinden.
Bitte glaubt mir, ihr irrt euch, ich bin sehr warmherzig.

w 48
liebe frei, stehe doch dazu! Natürlich spielen die gesamten Umstände der Beziehung eine Rolle. Ich denke mal das würde den Rahmen sprengen, das hier nieder zu schreiben. Ist alles individuell finde ich.Bei mir war es ne Fernbeziehung, ich war gerade bei ihm und es war mein Abreisetag, er war bereits zur Arbeit gefahren, daher konnten wir nur kurz telefonieren..das ist bis jetzt für mich noch etwas traumatisch.Sorry,sowas möchte ich nicht nochmal haben.
 
  • #28
Es geht mir um die Situationen wo einer den anderen verlässt, weil er sich neu verliebt hat oder diesen Entschluss, für sein Gegenüber unerwartet, traf.
Genau das ist feige! "Ich habe mich neu verliebt also hau ich ab und muss mich nicht konfrontieren" - wie B. Becker bei der Kurzverlobten.

Warum nicht dann den Ex trotzdem, um ein Gespräch bitten und ihm erklären, dass man sich neu verliebt hat und ihm sagen, dass ihm das leid tut, ihm solche Schmerzen zuzufügen? Es wird ihm wohl verdammt weh tun, der Verlassene wird aber mit der Zeit einsehen, dass man gegen das Verlieben nichts kann. Dass man Verlieben nicht rational steuern kann.

Der Schlussmacher ist feige und möchte selbst die unangenehmen Gefühle nicht spüren und aushalten. Es ist ähnlich, wie ein Deserteur im Krieg, der seine Kamaraden im Stich lässt und verrät - obwohl ich persönlich dafür wäre, dass es keine bewaffneten Armeen gäbe und alles friedlich auf der Welt geregelt wird. Auch in der Liebe fühlt sich der Verlassene verraten vom Partner.

Von mir die Antwort: weder schriftlich noch per Telefon, sondern unter vier Augen (Ausnahme: Partnerschaftsgewalt).
 
G

Ga_ui

  • #30
Der Mensch der Verlassen wird, hätte gerne ein ausgiebiges Gespräch und Fragen beanwortet. Eventuell schwingt auch irgendwo die Hoffnung mit, ihn noch irgendwie zum Bleiben überreden zu können. Ein Telefon ist schnell und unverbindlich abgehakt.
 
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