• #31
Also, das hängt davon ab, wie innig die Beziehung so ist, und was zur Trennung geführt hat. Ich persönlich wäre sehr verletzt, wenn mich mein Partner per WhatsApp abserviert. Was vielleicht noch ginge wäre ein handgeschriebener Brief auf ordentlichem Papier mit einem adäquaten Umschlag und einer schönen Briefmarke. Und das man sich zwar nochmal sehen kann aber, dass das auch nichts mehr am Entschluss ändert. Aber email whatsapp oder telefonisch ... nee
 
  • #32
Ich glaube das bei so etwas niemand seine Emotionen im Griff hat. Dieses Schnipp und weg. Unvorstellbar. Aber gut. Jedem das seine.
Oh sorry, offensichtlich habe ich mich falsch ausgedrückt.

Ich leide natürlich sehr.
'Ich habe ein schlechtes Gewissen' bis 'es zerreißt mir das Herz', wenn ich mich von einem Mann, der gut und treu und lieb ist, trennen muss.
Und ich versinke in Selbstmitleid und heule die ganze Nacht, wenn mich ein Mann verläßt, den ich lieb habe.
Dass ich meine Emotionen im Griff habe, habe ich doch nicht gesagt.

Es ging doch hier um den modus des Schlussmachens, die Methode, das Medium dazu.
Wenn ein Mann darauf bestehen würde, von mir eine persönliche Erklärung zu bekommen, würde ich selbstverständlich zu seiner Verfügung stehen ( deswegen bin ich mir auch sicher, nicht feige zu sein ).
Ich halte es schlicht und ergreifend für nicht erforderlich und empfinde meine Methode als schonender und weniger demütigend.
Ich sehe das aus der Rolle der Verlassenen so und nehme daher an, dass es anderen genauso gehen muss.
Da liege ich möglicherweise falsch.

Nun, falls ich nochmal in diese traurige Lage komme, mich trennen zu müssen, werde ich das wieder so machen.
Weil ich nach wie vor denke, dass das besser ist, als ihm das Messer zwischen die Rippen zu stossen und in der Wunde zu drehen, indem ich ihm en detail erkläre, warum ich ihn nicht mehr liebe.
Ich finde DAS grausam und verstehe überhaupt nicht, warum hier alle so wild darauf sind, so etwas einem ehemals geliebten Menschen anzutun.
Noch weniger verstehe ich, warum hier alle in der Rolle der Verlassenen wild darauf sind, sich solches antun zu lassen.
Hat das was mit Masochismus zu tun ?
Oder braucht man dieses Trauma, um endgültig abschließen zu können ? Das könnte ich nachvollziehen.

w 48
 
  • #33
Die einzige Ausnahme, die ich akzeptieren würde, ist, wenn einer der Partner gewalttätig ist. Unter diesen Umständen ist "kurz und schmerzlos" aus Sicherheitsgründen notwendig.
Wir sollten aber nicht vergessen, daß wir trotz aller Technik, die uns umgibt mit all ihren Möglichkeiten, immer noch Menschen sind. Und Respekt und Anstand verliert auch im Internetzeitalter nicht seine Gültigkeit.
 
  • #34
'Ich habe ein schlechtes Gewissen' bis 'es zerreißt mir das Herz', wenn ich mich von einem Mann, der gut und treu und lieb ist, trennen muss.
Und ich versinke in Selbstmitleid und heule die ganze Nacht, wenn mich ein Mann verläßt, den ich lieb habe.
Dass ich meine Emotionen im Griff habe, habe ich doch nicht gesagt.

w 48
Genau das was ich geschrieben hatte, man hat schlechtes Gewissen, wenn man einen wunderbaren Menschen verlassen will aber nicht muss. Und mit diesem schlechten Gewissen und Schuldgefühlen will sich der Verlassende selbst nicht konfrontieren. Er schützt nicht den anderen, er schützt sich selbst. Wenn dich aber jemand verlässt, obwohl du eine wunderbare Partnerin warst, dann ist das sein Fehler und oftmals erkennen das Männer, wenn es mit der neuen Flamme nicht gut läuft und wollen zu ihrer wunderbaren Exfrau/Exfreundin zürick. Lesen wir gerade auch hier aktuell von Sternchen83.

Die Ex war nicht gut genug aber dann plötzlich nachdem er erkannte, dass die Neue auch nur mit Wasser kocht, ist sie doch perfekt und kehrt reumütig zu ihr zurück. Habe es gerade vor kurzem in meinem Bekanntenkreis erlebt, dass der Mann, nachdem er seine Frau betrogen und mit der neuen ein halbes Jahr Beziehung hatte, wieder zu seiner Ex zurück ging und sie nahm ihn auf - dummerweise!

Ich würde nie ein schlechtes Gewissen haben, einen z.B. auch verbal gewalttätigen, einen alkoholabhängen und irgendwie suchtabhängigen Mann oder jemanden der mich belügt und betrügt, verlassen zu haben. Im Gegenteil: in einem letzten Abschiedsgespräch würde ich ihn mit seinem Verhalten konfrontieren. Ich habe alle Menschen mit ihrem schlechten Verhalten konfrontiert!
 
  • #35
Hallo,

Na dann wünsche ich dir mal, dass du das mal live erlebst wie es ist aus heiterem Himmel ohne Vorwarnung verlassen zu werden. Trennungen sind nie einfach, aber es ist eine Frage des Respekts dem anderen gegenüber, mit dem man immerhin eine Zeit seines Lebens geteilt hat, ihm wenigstens gegenüber treten zu können.
Ein abschließendes Gespräch macht die Sache für den Verlassenen einfacher damit abschließen zu können und man fühlt sich nicht weggeworfen.
 
  • #36
Als Mensch, der bisher keine entsprechende Erfahrung gemacht hat - also weder verlassen wurde, noch jemanden verlassen hat - kann ich hier wohl nur bedingt mitreden.

Nachdem ich zuerst bei den Beiträgen von Laleila und frei geschluckt habe, denke ich aber, dass ich die beiden einigermaßen verstanden habe. Sie würden selbst lieber so verlassen werden, als in einem Vier-Augen-Gespräch. Das schreiben sie beide so. Deshalb würden sie auch einem bis dahin geliebten Menschen auch nichts "antun" wollen, was sie selbst nicht selbst erleben wollen.

Das ist einfach Persönlichkeitssache und muss keineswegs als letzte "Gemeinheit" dem verlassenen Partner gegenüber gemeint sein.
Ich vergleiche es einmal mit kulturellen Unterschieden. Nur mal als Beispiel - in manchen Ländern ist es höflich, seinem Gegenüber beim Gespräch immer wieder in die Augen zu schauen. In anderen ist genau das eine unverzeihliche Unhöflichkeit und man kann fürchterlich ins Fettnäpfchen treten, wenn man sich an die einem selbst vertrauten Höflichkeitsregeln hält.
 
  • #37
Ist doch egal, Hauptsache ehrlich beenden. Wenn der Partner sich damit nicht abfinden kann und Redebedarf hat, kann man immer noch abwägen ( je nach dem wie intensiv die Beziehung war) ob man sich auf ein Gespräch einlässt.

In der Regel merkt man doch schon vorher ob es eine Schieflage in der Beziehung gibt, von daher egal wie es beendet wird.
 
  • #38
Man beendet eine Beziehung so, wie man sie geführt hat: persönlich.
Alles andere ist unreif, feige und respektlos. Möchte man selbst schriftlich oder am Telefon abserviert werden? Sicher nicht. Ein Gespräch Auge in Auge ist immer noch das Ehrlichste.
 
  • #39
Ich kann diese pauschale Verteufelung auch nicht verstehen.

Hier ist der Tenor: "Wer unpersönlich Schluss macht, will den Schmerz des Verlassenen nicht sehen."

Das ist sicher EIN Grund für unpersönliches Schlussmachen (es gibt weitere - s.u.). Vermeidung dürfte meistens eine Rolle spielen.

Nur: was nützt es dem Verlassenen, wenn der Verlassende mit seinem Schmerz konfrontiert wird? Wird es dadurch für ihn leichter? Oder geht es darum gar nicht?

Hier klingt es z.T., als ob der Verlassende zur Strafe für seine Grausamkeit den Schmerz des Anderen fühlen soll. Nach dem Motto: "Du sollst leiden dafür, dass du mich leiden lässt." Eine Beziehung zu beenden, ist aber keine Sünde, für die man sich als schlechter Mensch fühlen muss, sondern ein Grundrecht jedes freien Individuums. Der Verlassene mag den Impuls verspüren, dem Ex Vorwürfe zu machen - ein Recht darauf hat er nicht.

Ich selbst hab noch keine feste Beziehung beendet, aber Affären und Beziehungsversuche. Und zwar teils persönlich, teils am Telefon, teils schriftlich. Dazu stehe ich.

Ein wichtiger Grund, aus dem ich persönliches und teils sogar telefonisches Schlussmachen vermieden habe: ich wusste, dass es mir im Gespräch sehr schwer fallen würde, bei meinem Entschluss zu bleiben, wenn der Mann zu betteln anfängt. Die Männer, mit denen ich bisher zu tun hatte, haben ein einziges "Nein, ich will nicht (mehr)" selten akzeptiert.

Bei einem Mann z.B. (er wohnte ca. 800 km entfernt) hab ich am Telefon zig Anläufe unternommen, den kurzen Beziehungsversuch zu beenden. Aber irgendwie hat er es immer wieder geschafft, mir ein so schlechtes Gewissen zu machen, dass ich schließlich sagte: "Okay, wir probieren's noch mal." Wie es persönlich gelaufen wäre, mag ich mir gar nicht vorstellen.

Deswegen hab ich mich irgendwann für die schriftliche Variante entschieden.

Wenn ich davon ausgehen kann, dass der Mann meinen Entschluss akzeptiert; dass er nicht anfängt zu betteln, mir ein schlechtes Gewissen einzureden oder mich sogar zu bedrohen, mache ich persönlich Schluss. Oder stehe nach der eigentlichen Mitteilung "es ist vorbei" noch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Ob mit solchen Verhaltensweisen zu rechnen ist, kann man ja abschätzen bei einem Menschen, den man gut kennengelernt hat.
 
  • #40
Hallo, also abservieren über Handy, Telefon oder Email finde ich auch nicht gut. Aber es gibt Situationen, da möchte man einen Monolog führen und das Gespräch meiden, die Gründe sind verschieden.Wenn man wie ich jemanden sehr mag, aber der Beziehung keine Chance geben kann, dann kann man auch einen langen und erklärenden Brief schreiben. Das hatte ich auch gemacht. Es sind dem aber viele Gespräche voraus gegangen, wo ER sich nicht geäußert hat und ich ins Leere redete. Oder er auswich oder das von mir Gefragte ins komische zog. Ich habe einen 4- seitigen Brief verfasst und alles aufgeschrieben was ich dachte , mit Begründungen, Beispiele und was ich fühlte. Damit er meine Entscheidung verstand und mich nicht unterbrach oder das Gespräch in eine andere Richtung ging. Ich habe mir tagelang alles von der Seele geschrieben und mehrfach gelesen, überlegte Wochen. Dann war de richtige Zeitpunkt und ich war ,,frei,,.
 
  • #41
Ich kann mich der Meinung von Laleila anschließen: ich möchte auch keine Schwäche zeigen gegenüber einem Menschen, der mich verletzt. Dann soll er es mir lieber schriftlich oder per SMS oder so mitteilen.
Aber auch ein kurzes Treffen mit einem "es ist aus" wäre in Ordnung. Nur quälende, nervende Gespräche, warum man sich trennt, möchte ich auf keinen Fall führen. Vielleicht noch mit Mitleidsbekundung? Nein, danke!

Ebenso verfahre ich, wenn ich was beende...je nachdem, wie der bevorzugte Kommunikationsstil innerhalb des Kontakts war, wird dieser auch beendet. Aber immer ohne große Lamento. Jeder hat seine Gründe für Entscheidungen - und mich interessieren weder die, von jemandem, der mein Leben verlässt, noch gehen meinen jemanden an, den ich verlasse.
Wenn was zu Ende ist, gibt es keinen Klärungsbedarf mehr - es hat einfach nicht gepasst. Und es ist doch egal, an welchen Einzelheiten es genau lag.
 
  • #42
Früher habe ich so wie @Kaktus gedacht... Und in den Grundsätzen des gegenseitigen Respekts ist das sicher - keine Frage - die beste Methode für die (Ex-)Beziehung.

Aber ganz ehrlich? Mittlerweile hätte ich nix dagegen, wenn derjenige das mit mir auf dem Weg von Email oder SMS macht (telefonieren ist grundsätzlich für mich gar nichts), als Face2Face.
Ich muss meine Emotionen nicht verbergen und bekomme gleichzeitig einen gesunden Abstand, bin in der Lage ihn sofort zu blockieren und den Kontakt abzubrechen. Es sei denn er steht vor der Tür, aber die muss ich nicht aufmachen und kann ggf. die Polizei rufen.

Aus diesem Grund hab ich auch nie Klamotten bei Partnern, mit denen ich nicht zusammenlebe und die das auch zukünftig nicht wollen (wie bei meinem derzeitigen Partner). Die Gefahr, dass es da plötzlich vorbei ist, ist in meinen Augen zumindest höher, allein, weil keine gemeinsame Zukunft planbar ist und daher "binde" ich mich so wenig wie möglich an ihn.

Ich glaube, eine Trennung über Elektronik würde mir sogar helfen ihn schneller zu vergessen. Die Gründe für seine Trennung interessieren, wenn nicht erwähnt, auch nicht. Wenn sie erwähnt werden, lasse ich die Beziehung Revue passieren und denke darüber nach und reflektiere. Meistens sind ja immer 2 Leute dabei die Ursache.

Groß drüber reden bringt nix, wenn der andere eine Entscheidung gefällt hat. Dann lieber Kontaktabbruch und fertig. Alles andere ist schließlich vergeudete Energie.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #43
Nein das ist nicht egal. Eine Beziehung beendigen ist doch nicht mit der Kündigung der Stelle oder der Wohnung gleichzusetzen. Was ist den an einer SMS ehrlich? Das die Trennung erfolgt ist?

Mittlerweile hätte ich nix dagegen, wenn derjenige das mit mir auf dem Weg von Email oder SMS macht, als Face2Face.
Ich muss meine Emotionen nicht verbergen und bekomme gleichzeitig einen gesunden Abstand, bin in der Lage ihn sofort zu blockieren und den Kontakt abzubrechen. Es sei denn er steht vor der Tür, aber die muss ich nicht aufmachen und kann ggf. die Polizei rufen.
Das wäre nur nachvollziehbar wenn die Beziehung nur virtuell war oder Du jede Woche einen neuen hast. Gesunder Abstand ist keine Frage der Nachrichtenkommunikation sondern der Zeit.

Nur quälende, nervende Gespräche, warum man sich trennt, möchte ich auf keinen Fall führen. Jeder hat seine Gründe für Entscheidungen - und mich interessieren weder die, von jemandem, der mein Leben verlässt, noch gehen meinen jemanden an, den ich verlasse.
Es geht doch nicht nur darum wie man selbst die Dinge sieht sondern wie sie auf andere wirken. Eine auch nur kurze Beziehung ist kein Konsumartikel oder Abonnement bei dem ich bei Abbestellung ein Kundenfeedback geben soll. Das persönliche Gespräch mit einigen Erläuterungen soll zeigen das der Trennende sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Warum? Dadurch indiziert man "Wertschätzung" für die gemeinsame Zeit und den anderen. Liebe kann verschwinden, gute Umgangsformen bzw. ein Minimum an Respekt sollten aber immer gelten.

Deswegen hab ich mich irgendwann für die schriftliche Variante entschieden. Wenn ich davon ausgehen kann, dass der Mann meinen Entschluss akzeptiert; dass er nicht anfängt zu betteln, mir ein schlechtes Gewissen einzureden .. mach ich persönlich Schluss.
Das ist eben nicht nur feige sondern verantwortungslos - persönlich teilhaben nur wenn es "angenehm" ist. Der Partner muss in der Beziehung und auch bei der Trennung immer pflegeleicht und 100% erwartungskompatibel sein. Warst Du das den auch immer? Falls nicht ist das Pharisäertum da Du von anderen forderst was Du selbst nicht lieferst.

Wer solche Vermeidungsstrategien fährt bzw. Rechtfertigungskonstrukte bringt ist mehr als eine Prinzessin bzw. ein Prinz. Er/sie ist schlichtweg nicht beziehungsfähig und lebt in einer Barbiewelt bzw. benimmt sich kindlich.
 
  • #44
Es geht doch nicht nur darum wie man selbst die Dinge sieht sondern wie sie auf andere wirken.
Doch, ich finde eben genau, dass es bei einer Trennung nur um mich geht. Egal, wer Auslöser der Trennung war - ein "wir" gibt es nicht mehr, der andere ist nicht mehr Teil meines Lebens und deshalb ist mir auch egal, was er über die Trennung und ihre Gründe denkt.

Falls man überhaupt jemals irgendeine Verantwortung für andere, erwachsene Menschen trägt (was ich schon grundsätzlich anzweifeln würde), endet diese mit der Trennung. Und ich bevorzuge bei Trennungen eben die "kurz und schmerzlos"- Variante.
Wenn das Gegenüber das ganze dann gern noch ausdiskutiert haben möchte, tut es mir leid - diese Erwartungen kann ich dann einfach nicht erfüllen.
 
  • #45
Doch, ich finde eben genau, dass es bei einer Trennung nur um mich geht. ... Falls man überhaupt jemals irgendeine Verantwortung für andere, erwachsene Menschen trägt (was ich schon grundsätzlich anzweifeln würde), endet diese mit der Trennung.
Ich sprach zwar von Wertschätzung der gemeinsamen Zeit aber auch in dieser Variante greifst Du m:E. zu kurz.

Natürlich hat man in einer Partnerschaft immer auch eine Mitverantwortung das der andere glücklich ist bzw. geborgen. Das die geringer ist als die Verantwortung für einen selbst oder gemeinsame minderjährige Kinder ist klar.

Das ist zudem ein sehr weinbliches Prinzip. Es sind doch gerade die Frauen, Du auch wenn ich mich recht erinnere, die dieses Prinzip gegenüber Männern hochhalten (z.B. bei Scheidungsunterhalt, Rentenausgleich, Freizeit, Haushalt etc.). Tenor: ausserhalb von ONS und Affären kommt kein Mann in Frage der nicht (zeitweise) Verantwortung für mich und meinen Lebensplan mitübernimmt.

Damit könnte ich leben aber wie ich aus anderen Beiträgen von Dir weiss Du nicht. lso überdenke bitte Dein diesbezügliches Vorgehen. Wer die Kür will hat auch die Pflicht zu absolvieren. Dieses Paket endet tatsächlich erst mit der Trennung - d.h. nach dem persönlichen Trennungsgespräch.
 
  • #46
Wer die Kür will hat auch die Pflicht zu absolvieren. Dieses Paket endet tatsächlich erst mit der Trennung - d.h. nach dem persönlichen Trennungsgespräch.
Wer bestimmt denn, dass ein persönliches Trennungsgespräch die Pflicht ist?
Du persönlich siehst dies so und es steht Dir frei es entsprechend zu handhaben.

Ich persönlich gehöre zu den Menschen, welche Beziehungen, welcher Art auch immer, nicht grundlos beenden.
Dazu gehört, dass ich bereits im Vorfeld meine Unzufriedenheit mit bestimmten Situationen mehrfach klar darstellte. Ändert sich daran nichts, trenne ich mich, schriftlich oder kurz telefonisch, mit Verweis auf die Gründe.
Innerlich habe ich zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Heisst, indem der andere die Chance das Ruder zu drehen, welche ich ihm vorher klar eröffnet hatte, nicht nutzte, hat er das Ende der Beziehung bereits eingeläutet. Ich bin nurmehr für mich und meine Gefühlswelt verantwortlich.

Andersherum muss ich auch niemanden, der sich von mir trennen will, die Möhlichkeit geben sich noch großartig zu erklären oder mich gar im verletzten Zustand zu sehen.
Wer mich verlässt muss mit sich und seiner Entscheidung schon selbst klarkommen. Mir reicht dafür eine SMS.

Wie Du siehst @Stupor Mundi hat jede Meinung und Handhabung ihre Berechtigung und @noreia hat vollkommen recht wenn sie sagt, bei einem solchen Schritt ist jeder selbst für seine Gefühlswelt verantwortlich.
 
  • #47
Das kann man so gar nicht pauschalisieren.

Wenn man zusammen gewohnt hat, erfolgt die Trennungsansage i.d.R. persönlich, man muss ja dann noch als mögliche andere regeln.
Ob man dann noch eine Aufarbeitung inkludieren will - auch ein persönliches Thema. Da habe ich aber für mich festgestellt, diese lieber zu einem späteren Zeitpunkt, wenn etwas Abstand entstanden ist.
Meist kann die definitive Trennung nicht überraschend - das entwickelte sich.
Wobei meine Partner dann auch immer erstaunt waren, warum und warum so plötzlich. Die Ansagen vorher aber schon klar waren.
Und es gibt besondere Umstände, wo die faktische Trennung ohne Mitteilung dir den / die einzige Möglichkeit ist.

In der Kennenlernphase reicht WhatsApp, Mail, o.ä.
Das wollte ich eigentich auch immer auf dem persönlichen Weg machen, aber es gab 2 Gelegenheiten, wo ich den Typen einfach nicht mehr persönlich begegnen wollte - ich fühlte mich unsicher. Und nach so wenigen Dates >5 ist das auch legitim.

Eine Nummer, die mir richtig weh getan hat
Nachmittags per WhatsApp eine Serie mit gemeinsamen Photos, viele nette, liebe Worte, freu...
Und 2 Stunden später im persönlichen Treffen das Aus.
Verstehe ich bis heute nicht.

Aber ich erlebe jetzt im Bekanntenkreis, dass er eine langjährige Fernbeziehung beenden will, hier alles geregelt hat, die Einzige, die er nicht explizit informiert, ist seine Partnerin. Die bekommt einen Brief / Mail, wenn er wieder in seiner Heimat ist
Das finde ich feige.
Auch wenn sie wusste, dass es nie dauerhaft sein würde, dass er absehbar seinen Lebensmittelpunkt endgültig an diesen anderen Ort verlegen würde und seine Aufenthalte hier immer sporadischer wurde, er es oft sagte. Sie hoffte.
Trotzdem hätte ich ihr gewünscht, dass er das Rückgrat hatte, einen ordentlichen, persönlichen Schlussstrich zu ziehen.
 
  • #48
Es sind doch gerade die Frauen, Du auch wenn ich mich recht erinnere, die dieses Prinzip gegenüber Männern hochhalten (z.B. bei Scheidungsunterhalt, Rentenausgleich, Freizeit, Haushalt etc.). Tenor: ausserhalb von ONS und Affären kommt kein Mann in Frage der nicht (zeitweise) Verantwortung für mich und meinen Lebensplan mitübernimmt.
Weil Du mich direkt ansprichst antworte ich und musst mich verwechseln, gerade ich halte gar nichts von irgendeinem Versorgungskonstrukt, was erwachsene Menschen verbindet. Für mich ist Beziehung eine freiwillige, auf bestimmte gemeinsame Lebensbereiche begrenzte Interaktion zweier unabhängiger Individuen. Nie, unter keinen Umständen würde ich wollen, dass jemand für mich Verantwortung übernimmt. Das mach ich allein. Und ich übernehme für erwachsene Menschen auch keine Verantwortung. Meiner Meinung nach ist jeder erwachsene Mensch immer und ausschließlich nur sich selbst verantwortlich.
 
  • #49
[...] @noreia hat vollkommen recht wenn sie sagt, bei einem solchen Schritt ist jeder selbst für seine Gefühlswelt verantwortlich.
Mit dieser Einstellung, die meines Wissens sogar von dem ein oder anderen Therapeuten vertreten wird, kann so ziemlich jedes Fehlverhalten legitimiert werden.

Dabei handelt es sich hier um eine wirklich weltfremde und zudem noch falsche Logik. Der Mensch ist ein emotionales und soziales Wesen. Dementsprechend löst auch (nahezu) jede zwischenmenschliche Interaktion eine emotionale Reaktion aus. Das ist keine Behauptung, sondern eine messbare Tatsache (bspw. durch Neuroimaging).

Wenn ich also bspw. eine Person beschimpfe, so wird die Beleidigung, sofern sie denn sitzt, eine biochemische Reaktion auslösen - und zwar ungeachtet dessen, ob der Beschimpfte das möchte oder nicht. Da ich als Auslöser Teil der Reaktion bin, stehe ich selbstredend auch in der Verantwortung. Nach oben zitierter Sichtweise wäre mein Gewissen dagegen lupenrein.

Und bitte ... wir befinden uns hier auf einem Portal zur Partnerfindung. Wozu sucht der Mensch denn einen Begleiter? Doch in erster Linie um Verliebtheitsgefühle erfahren zu können, die von dem Gegenüber ausgelöst werden. D. h. wir bewegen uns hier in einem Themenbereich, in dem die Verantwortung für das eigene Gefühlsleben gewollt, ja, sogar gezielt, in fremde Hände gelegt wird.

Einem langjährigen Partner das klärende Gespräch zu verweigern, wohlwissend, dass dieses zur Aufarbeitung der Trennung beitragen könnte, ist feige und zeugt von schlechter Kinderstube. Vorausgesetzt natürlich, das Gegenüber wünscht eine persönliche Form der Trennung.

P.S.: Ich lese schon eine Weile im Forum mit. Niemals wäre mir aufgefallen, dass bspw. ein/e betrogene/r FS für das eigene Gefühlsleben verantwortlich gemacht worden wäre. Im Gegenteil. Da wird das auslösende Fehlverhalten des Partners klar benannt und verdammt.
 
  • #50
Moin,
ich sehe das wie @frei und @Laleila (seltsam, vielleicht hängt das davon ab, ob man häufiger verließ oder verlassen wurde?):

Diese Szene – ich besuche meine Freundin oder sie kommt zu mir, sie hat sich auf das Treffen gefreut, und dann mache ich stattdessen Schluss, sie fängt an zu weinen, ich stehe dumm rum, versuche irgendwas Tröstliches zu sagen, was natürlich nicht trösten oder helfen DARF (weil ich sonst ja meine Entscheidung rückgängig machen müsste), das Treffen ist dann irgendwann vorbei, einer von uns muss sich mit flatternden Nerven ins Auto setzen, statt der geplanten gemeinsamen Stunden bleibt ein schrecklich trauriger Rest vom Tag oder Wochenende … was Bitteschön ist daran besonders erstrebenswert, verantwortlich, einfühlsam?

Sogar das ANGEBOT eines persönlichen Gesprächs finde ich problematisch – zumindest in der ersten Zeit. Praktisch müsste das ja so aussehen, dass ich schreibe oder am Telefon sage „Leider müssen wir mal über was sehr Unangenehmes reden“ – dann ist die Katze eigentlich aus dem Sack, sie kann eins und eins zusammenzählen. Wenn ich selbst verlassen wurde, würde ich zwar dann AUCH noch ein persönliches Gespräch wollen, aber nur, weil ich mir Hoffnung machen würde, sie doch noch umstimmen zu können. Diese unsinnige Hoffnung wäre aber etwas, was mir unter Garantie nicht gut täte.

manchmal
 
  • #51
Wahrscheinlich ändert auch das Bedürfnis auch eine telefonische oder schriftliche Aussprache, wer die Initiative für die Trennung in die Wege leitet.
Wenn Person A sich von Person B trennt, dann hat eventuell Person A kein Interesse daran.
In der nächsten Beziehung von A trennt sich aber Person C von A und hat plötzlich A ein reges Interesse an dieser Aussprache.
 
  • #52
Moin,

das hier
Einem langjährigen Partner das klärende Gespräch zu verweigern, wohlwissend, dass dieses zur Aufarbeitung der Trennung beitragen könnte, ist feige und zeugt von schlechter Kinderstube. Vorausgesetzt natürlich, das Gegenüber wünscht eine persönliche Form der Trennung.
ist hohle Phasendrescherei. Der Partner will das persönliche Gespräch doch nicht, weil es angeblich zur "Aufarbeitung" beiträgt, sondern weil er sich an irgendwelche Strohhalme klammert.
Da gibt es keinen "wohlwissenden" Gesprächsverweigerer, die Wirkung auf die Aufarbeitung kann einfach gar niemand kennen. WENN ich wüsste, dass meine Freundin bei einem persönlichen Schluss machen auch nur ein BISSCHEN weniger traurig ist, würde ich es NATÜRLICH so machen. Ich finde es absolut unangebracht, jemandem aus einer rein subjektiven Vorliebe heraus mal so eben schlechte Kinderstube und Feigheit zu unterstellen.

manchmal
 
  • #53
das hier ist hohle Phasendrescherei. Der Partner will das persönliche Gespräch doch nicht, weil es angeblich zur "Aufarbeitung" beiträgt, sondern weil er sich an irgendwelche Strohhalme klammert.
Unbestreitbar wird der Wunsch auf Rettung der Beziehung häufig mitschwingen, ja. Dass das per se nicht immer so ist, weiß ich aus Erfahrung. Manche Menschen brauchen tatsächlich ein abschließendes Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

Ich finde es absolut unangebracht, jemandem aus einer rein subjektiven Vorliebe heraus mal so eben schlechte Kinderstube und Feigheit zu unterstellen.
Welche Gründe könnten denn sonst ausschlaggebend sein? Der sich Trennende fürchtet doch einfach nur die Konfrontation, das scheint mir offensichtlich. Wäre es eine Frage unterschiedlicher Geschmäcker in der Handhabung, könnte man doch dem Verlassenen zuliebe ein letztes Mal nachgeben - da bricht niemandem ein Zacken aus der Krone. Auch die angebliche Rücksichtnahme auf den Verlassenen nehme ich niemandem ab. Eher nimmt der sich Trennende Rücksicht auf sich selbst.

Es ist pure Bequemlichkeit. Sonst nichts.
 
  • #54
Ich finde ein zeitnahes Gespräch wichtig. Das kann auch am Telefon sein, Hauptsache ich rede Klartext, lasse den Anderen nicht im Dunkeln tappen und gebe ihm bei Bedarf die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs. Für den Verlassenen ist es meist ohnehin schwerer und ich zeige ihm mit der Art der Trennung und meinem Entgegenkommen meine Wertschätzung für die gemeinsame Zeit. Jenachdem wie lange und nah die Beziehung oder Kenenlernphase war, können es auch mehrere Gespräche sein, sofern der Verlassene wert darauf legt.

Per SMS oder WhatsApp finde ich billig, es geht aber noch schlimmer: Gar nicht Schluss machen, sondern den anderen warmhalten, fremdflirten, rumeiern, abtauchen, den anderen zum Schlussmachen bringen. Da ist dann die Kurznachricht völlig ausreichend. Wie beim Thema "Mein Partner ist auf EP aktiv". Kurze Nachricht und Schluss, geredet wurde da schon genug.
 
  • #55
Also ich finde, derjenige, der verlassen wird, sollte das bestimmen dürfen, ob eine kurze Message OK ist, oder ob er noch ein Abschieds-Gespräch braucht! - Und es wäre extrem lieblos (dieses Wort gibt es auch noch, gehört zur Gattung der aussterbenden Wörter) von dem, der verlässt, wenn er das Gespräch verweigern würde. Und auch wenn sich das hier einige nicht vorstellen können: Ja, es ist der erste gute Schritt zu einer gesunden Verarbeitung einer Trennung! Wenn meine Oma stirbt, gehe ich auch zur Beerdigung und mache alle Rituale mit, auch wenn ich genau weiß, dass sie davon nicht wieder lebendig wird!! Aber es hilft!
 
  • #56
Ich finde das Wort "lieblos" passt ganz gut zu Trennungen:
Man trennt sich, weil mal keine Liebe mehr empfindet, die Liebe zum Gegenüber los ist...dann ist es ganz richtig sich auch entsprechend, also lieblos, zu verhalten.
Und sicherlich hilft es manchem sich dann noch auszusprechen. Das ist verständlich.
Aber ich bin da egoistisch - wenn ich es nicht will, lasse ich es. Logischerweise sind mir meine Bedürfnisse wichtiger als die eines Ex. Hat was mit Prioritäten zu tun. Warum sollte ich etwas tun, was mir unangenehm ist, nur damit sich irgendwer, der nicht mehr zu meinem Leben gehört, dann besser fühlt?
 
  • #57
Dass die Liebe weg ist, alles was man an Vertrauen und gemeinsamen Erlebnissen, an Nähe teilte, ist für den Verlassenen schwer genug. Da will ich ihm nicht das Gefühl geben, ihm nichtmal mehr ein Gespräch wert zu sein bzw. umgekehrt mag ich auch nicht so abserviert werden.

Wenn ich verlassen habe, hätte ich mich auch gern gedrückt, bin aber spätestens auf Nachfrage einem Gespräch nicht aus dem Weg gegangen. Umgekehrt habe ich noch nie einen direkten Korb bekommen, wenn dann indirekte Körbe (Auslaufen lassen bzw. Warmhalten). Zum Glück nicht viele, aber es hat schon weh getan. Die Bereitschaft zu einem Gespräch war da, aber ich habe es nie angenommen aus Stolz, weil ich merkte, der, der geht hat ohnehin keine große Lust auf Erklärungen. Dennoch fand ich die grundsätzliche Bereitschaft wichtig.