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wahlmünchner

Gast
  • #1

Beziehung und Sexualität

Es war schon am Anfang so, das er weniger Lust auf Sex hatte und vor allem keine Zeit dahingehend investiert.
Wenn es sich mal ergibt, ok, aber extra zelebrieren..nein..
Schneller Quicky : auch nein.
Ich hätte am liebsten täglich Sex, jetzt ist es alle 10 Tage soweit!
Wir sind erst Mitte 30! Es frustriert mich!
Was macht ihr in so einem Fall?
 
G

Gast

Gast
  • #2
Wenn die Bedürfnisse so weit auseinanderdriften, dann geht das auf Dauer nicht gut.

Manchmal denk ich man sollte sehr bald am Anfang die Frage stellen wie viel Gewicht der Sex hat für den anderen. Und dann kann man es gleich sein lassen, wenn das ganz anders ist.

Weil der, der öfter will, wird den anderen unter Druck setzen und wenn bloss unbewusst. Der, der weniger will, hat irgendwann das Gefühl, es geht um nichts anderes mehr und zieht sich immer mehr zurück bei jeder Annäherung, obwohl er vielleicht auch mal nur kuscheln will.

Wohl eines der schwierigsten Themen ... da gibt es keine Patentlösung.

Ich zum Beispiel will auch eher so 1-2 Mal in 2 Wochen. Einfach, weil es so viele andere Dinge gibt, die ich ähnlich befriedigend finde. Sex ist etwas Schönes, aber ich musste noch nie ein leeres Fass in mir füllen, das nie voll wird. So fühlt sich das für mich bei anderen oft an.

Da ist ein ewiges nicht genug bekommen ... also wenn ich lese, koche, stricke, spazierengehe usw. bin ich voll dabei, mit Begeisterung und Hingabe ... das erfüllt mich.

Mit dem Partner gemeinsame Interessen zu erleben, Gespräche zu führen etc. erfüllt genauso. Sex gehört auch dazu und ich liebe guten Sex, intensiv und gefühlvoll. Aber danach bin ich erfüllt und brauche erstmal wieder die anderen Dinge des Lebens, die schön sind.

Und glücklicherweise ist man damit nicht allein, muss nur den anderen erst mal finden, der genauso leben möchte.

Was für mich gar nicht geht, sind Kompromisse. Wenn ich nicht will, mir nicht nach Sex ist, dann ist das so und dann möchte ich nicht ständig gedrängt werden es doch zu tun. Das macht einfach kein gutes Gefühl.

Dem anderen geht es genauso, er würde gerne und kann nicht. Da gibt es nur die Lösung, zu warten bis man jemandem begegnet, der das genauso leben möchte.
 
G

Gast

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  • #3
Ja, es kann frustierend sein. Nach meiner Erfahrung werden Unterschiede im Laufe einer Beziehung groesser. Auch im Bezug auf Lust auf Sex. Die einzige Chance: man schafft sich immer wieder anzunähern. Das geht nur, wenn beide es wollen und die Liebe stark genug ist.
 
D

Dagobert

Gast
  • #4
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwo auf der Welt 2 Menschen gibt, die täglich miteinander Sex hätten, wenn sie zusammenkämen. Gibt es was trostloseres in einer Beziehung, als täglichen Sex. Das nutzt sich doch in Kürze völlig ab. Was wäre das bitte für eine überzogene Anforderung an einen Partner? Ja, jeden Tag zärtlich sein, liebevoll, streicheln, küssen usw. das schon, aber Sex, richtigen Sex? Permanent guter Sex mit dem gleichen Partner verlangt unbedingt nach einem hervorragenden, wertschätzenden Umgang miteinander, sonst klappt das nie. Damit der Sex dauerhaft funktioniert, müssen hunderte andere Details auch noch passen.
 
  • #5
Nach meiner Erfahrung werden Unterschiede im Laufe einer Beziehung groesser. Auch im Bezug auf Lust auf Sex.

Natürlich, weil derjenige mit dem etwas geringeren Bedürfnis in die Defensive gedrängt wird, und diese Defensive dämpft die Lust nur noch mehr. Daraus entsteht noch mehr Defensive, und irgendwann ist derjenige, der überhaupt nie von sich aus Lust haben darf, weil der andere immer vorher schon drängt, auf Abwehr geprägt.
 
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Dagobert

Gast
  • #6
... und irgendwann ist derjenige, der überhaupt nie von sich aus Lust haben darf, weil der andere immer vorher schon drängt, auf Abwehr geprägt.
Wow, was für eine Formulierung. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das kannst aber locker auf viele Ebenen projizieren, nicht nur auf Sex. Dieses "ständig auf etwas drängen, etwas einfordern", bevor der andere selbst auf die Idee kommen darf es tun zu wollen, ist tatsächlich ein extremes Beziehungsding.
Danke, für die Formulierung :).
 
  • #7
Ich verstehe nicht warum die FS da überhaupt eine Bindung eingegangen ist, wenn die Sexualität nicht kompatibel war??

Mir ist und bleibt es ein Rätsel wenn ich hier im Forum lese....es war schon immer so.....aber erst Jahre später beschwert man sich darüber....wie bitte?? warum nicht gleich die Reißleine gezogen?

Sind Frauen so bedürftig, dass sie ihre Bedürfnisse, auch sexueller Art hintenanstellen nur um irgendeinen Partner zu haben, der sie seinerseits aber auch nicht begehrt und der Sex somit eh für die Tonne ist?

Mein Argument ist immer dazu das gleiche:
Die ganze Bindung ist zweckbestimmt, alltagstauglich, pragmatisch. Okay, wenn man sich für die Vernunft entscheidet oder aus Torschlußpanik, mit den sexuellen Negativfolgen sollte man aber rechnen.

Beziehungen aus Liebe, Lust und Leidenschaft und weniger Pragmatismus zelebrieren ihre Sexualität, sie hält länger, sie kann sich verändern, aber die Lust aufeinander bleibt bestehen.

Die Entscheidung liegt bei jedem selbst.
Ohne Sinnlichkeit und erotische Anziehungskraft wäre ich niemals eine Bindung eingegangen. Leider tun es viele dennoch, Fazit:
Die Probleme der FS. Selbst Schuld.
 
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