G

Gast

  • #1

Beziehung zu einem seelisch labilen Menschen?

Hallo liebe Foristen,

ich stehe am Beginn einer Beziehung mit einem Mann (47 Jahre), mit dem vieles wunderbar sein könnte. Es stellt sich aber immer weiter heraus, dass dieser mann starke psychische Probleme hat.

Eines davon sind definitiv hypochondrische Züge: Immer wieder wird über Krankheiten und Schmerzen gesprochen. Er besucht noch und nöcher verschiedene Ärzte und ist fest überzeugt Krebs zu haben. Sein Tablettenkonsum pro Tag deckt meinen pro Jahr.

Auch andere Dinge sind einfach nur kompliziert und schwer. Ich liebe ganz sicher einige seiner Charakterseiten, aber ich finde es zusehens anstrengend - immer unter dem Deckmantel: wir sind doch zusammen, da musst Du mich so nehmen wie ich bin - mich bereits fast täglich mit seinen Schmerzen auseinander zu setzen. Sein jammern und klagen über die Ungerechtigkeit der Welt ist wirklich zu viel auf Dauer.
Manchmal habe ich Hoffnung, dass sich etwas bessert, weil er auch in einer Therapie ist - aber Ich weiß nicht, wie lange ich das noch mittragen kann.
Was würdet Ihr tun? ich weiß nicht mehr weiter. Auf der einen Seite möchte ich nicht eine vielleicht wunderbare Liebe aufgeben, auf der anderen Seite ...s.o.....

F/45 Jahre
 
G

Gast

  • #2
Ich hatte ein ähnliches Problem. Meine Ex-Frau wurde während unserer Ehe (aus niemals geklärten Gründen) psychisch schwer krank. Ich habe damals zu meiner Frau gehalten (Ehe ist Ehe), habe Vollzeit gearbeitet und die Kinder praktisch alleine versorgt. Diese Jahre waren sehr schwierig - wegen der Überlastung und wegen der schwer kranken Frau.

Von der ethischen Seite her gesehen, war es sicherlich richtig so zu handeln. Ich hatte jedoch das Gefühl, ich hätte über mehrere Jahre hinweg kein eigenes Leben mehr gehabt.


Als es meiner Ex-Frau dann etwas besser ging, hat sie sich von mir getrennt. Sie hat mir (auch im Nachhinein) keine Vorwürfe gemacht oder etwas über einen Trennungsgrund gesagt.

Da habe ich nun viele Jahre das Fähnchen der Gesinnungsethik hochgehalten und heute bin ich trotzdem wieder bei EP angemeldet. Das einzige No Go, das ich hier habe ist, dass die Frau nicht psychisch labil sein darf.

Überlege Dir gut, wie Du dich verhalten willst. Wenn einer der Partner psychisch krank ist, belastet das auch den anderen Partner sehr. Ob die Beziehung - trotz aller Solidarität - halten wird, steht in den Sternen.
 
G

Gast

  • #3
Hallo liebe Foristen,

ich stehe am Beginn einer Beziehung mit einem Mann (47 Jahre), mit dem vieles wunderbar sein könnte. Es stellt sich aber immer weiter heraus, dass dieser mann starke psychische Probleme hat.

Eines davon sind definitiv hypochondrische Züge: Immer wieder wird über Krankheiten und Schmerzen gesprochen. Er besucht noch und nöcher verschiedene Ärzte und ist fest überzeugt Krebs zu haben. Sein Tablettenkonsum pro Tag deckt meinen pro Jahr.

Auch andere Dinge sind einfach nur kompliziert und schwer. Ich liebe ganz sicher einige seiner Charakterseiten, aber ich finde es zusehens anstrengend - immer unter dem Deckmantel: wir sind doch zusammen, da musst Du mich so nehmen wie ich bin - mich bereits fast täglich mit seinen Schmerzen auseinander zu setzen. Sein jammern und klagen über die Ungerechtigkeit der Welt ist wirklich zu viel auf Dauer.
Manchmal habe ich Hoffnung, dass sich etwas bessert, weil er auch in einer Therapie ist - aber Ich weiß nicht, wie lange ich das noch mittragen kann.
Was würdet Ihr tun? ich weiß nicht mehr weiter. Auf der einen Seite möchte ich nicht eine vielleicht wunderbare Liebe aufgeben, auf der anderen Seite ...s.o.....

F/45 Jahre
Wunderbare Liebe zu einem Mann der psychisch krank ist? Was ist daran wunderbar?

Hast du seine Probleme nicht in der Kennenlernphase gemerkt?

w 47
 
G

Gast

  • #4
Ich habe mit meinem seelisch instabilen Freund nach 5 Monaten Schluss gemacht.
Ich konnte das nicht mehr, es hat mich zu sehr runter gezogen. Er hat die Welt durch die"Das ist alles ungerecht Brille" gesehen. Er hat auch viele Medikamente genommen. Von Vitaminen bis beta Blocker war alles dabei. Und er war sehr oft krank.
Sein Alkoholmissbrauch machte die Sache nur noch schlimmer.
Liebe FS - meine Gedanken sind zum Schluss nur noch darum gekreist, nichts zu sagen, was ihn kränken könnte, so angeschlagen war er. Einfach unglaublich empfindlich auf Kritik. Selbst Vorschläge wurden von ihm als massive Kritik an ihm aufgenommen.
Ein Wort nicht richtig ausgedrückt und schon war der Streit vorprogrammiert. Normal konnte ich einfach nicht mit ihm umgehen. Ich dachte am Anfang, ich könnte ihm etwas von meiner Lebensfreude geben, aber wenn sich jemand ausschließlich in Ruhepsotion wohl fühlt, völlig inaktiv verharrt - dann ist das nicht möglich. Und ich habe es auch nicht geschaft, immer den Mund zu halten - zum Schluss immer weniger.
Du solltest Dir wirklich überlegen, ob Du eine wirklich anstrengende und schwierige Beziehung führen willst.
Du wirst ihm immer zuhören müssen und darfst nichts sagen zu seinem Lebensstil. Bei mir war das oft Zähne zusammen beißen. Bis ich wieder regelmäßig deswegen Migräneanfälle bekam.

Liebe FS, ganz ehrlich? Lass die Finger davon, bevor es zu spät ist und wirklich weh tut. Denn trotz allem habe ich ihn auch geliebt und tue das auch noch in Teilen - denn natürlich haben auch diese Menschen liebenswerte Eigenschaften ansich - , aber mein Charakter ist nicht dafür gemacht Mutter Theresa zu spielen....

w/44