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  • #1

Beziehungsproblem: Entweder freundlich oder komplett sauer

Ich habe folgendes Problem: Ich bin entweder sehr freundlich im Umgang mit meinem Umfeld, da finden mich alle sehr sympathisch, oder wenn mir etwas nicht passt, bin ich spinnefeind mit demjenigen. Heißt, ich lasse den Anderen dann total spüren, was bei mir los ist. Sogar meine Chefs. Dazwischen gibt es für mich nichts mehr.
Wie geht Ihr mit Angelegenheiten um, die Euch total gegen den Strich gehen, die Euch verletzt oder geärgert haben?
w
 
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  • #2
Liebe FS

Ganz einfach durch Emphatie
Versuch dich einfach in die Lage des anderen zu versetzten !
Viel Spaß beim üben ;)

W42
 
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  • #3
Ich nehme dies erst mal emotionslos zur Kenntnis, überlege was ich tun werde. Wenn ich ändere kann, so ändere ich, was ich nicht ändern kann nehme ich erst mal mit Gelassenheit hin und versuche meinen Standpunkt unmissverständlich mitzuteilen. Es kommt natürlich immer drauf an, um was es sich handelt. Würde sich nach mehrmaligen Gesprächen keine Änderung ergeben, so teile ich mit, ziehe mich nicht runter, sondern ich ziehe mich zurück auf ein Nimmerwiedersehen. Meine Gefühle, mein ICH ist mir sehr wichtig und ich lasse niemanden auf meinen Gefühlen rumtrampeln. Ich schaue mir max. 2-3 Monate etwas an, dann handle ich konsequent mit Kontaktabbruch ohne Rückzug, ich fühle mich sehr viel wert! (m)
 
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  • #4
Selbstbewusstseins- und Charaktertraining bis zum Umfallen. Bis ca 27 war ich auch noch ein aufmüpfiges Biest. Mit 30 konnte ich es mir beruflich nicht mehr leisten, nach Laune auszuticken, wenn ich eine höhere Position wollte, ich musste alle wider willen nett und zuvorkommen behandeln. Beschert einem auch selber ein besseres Gefühl.
 
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  • #5
Meinen Glückwunsch zu deinen toleranten Vorgesetzten, woanders hättest du aufgrund deines beschriebenen Verhaltens möglicherweise bereits die Kündigung erhalten.
Mir merkt man auch an, wenn mir was nicht passt. Allerdings bleibe ich diplomatisch (-jedenfalls meistens), erkläre, wieso mir gerade etwas sauer aufstößt oder dass ich mich verletzt fühle. Mir ist wichtig, im Gespräch zu bleiben bzw. wieder ins Gespräch zu kommen nach einem kurzen Rückzug (-damit meine ich nicht tagelanges Schmollen, sondern eher mal ne Stunde "Auszeit"). Es fällt mir nicht immer leicht, dann nicht selber verbal zurück zu schlagen, aber ich bekomme es hin, weil mir die möglichen Konsequenzen einer Eskalation bewusst sind.
Ehrlich gesagt wünsche ich mir keine Kollegin, die das von dir beschriebene Verhaltensmuster zeigt, denn das stelle ich mir furchtbar anstrengend vor. Außerdem würde ich mich mal an deiner Stelle fragen, wie dieses Verhalten auf andere Menschen wirkt, auch gerade im beruflichen Kontext. Vielleicht verdrehen Kollegen und Vorgesetzte hinter deinem Rücken die Augen, wenn du gerade einen deiner "spinnefeind"-Momente hast und nehmen dich gar nicht mehr richtig für voll.
 
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  • #6
Ich empfinde es immer als ganz schrecklich, wenn Menschen sich so gehen lassen und jede Gefühlsregung an die an die Umwelt abgeben.

Ich artikuliere wenn mir etwas nicht passt ggf. diskutiere ich darüber, aber dann muss gut sein. Auch wenn ich mit meinem Gegenüber nicht übereinstimme. Respektvoller Umgang ist das Zauberwort.... im Job wie in der Beziehung.

Diese ewige schmollen, trotzig sein, beleidigt sein usw.. muss ich mir nicht geben. Solche Leute meide ich dann konsequent.
 
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  • #7
Liebe FS,

leider bin ich auch so konsequent. Wer mich als Feind hat, der braucht keine weiteren. Auf der anderen Seite bin ich "die" Freundin. Mit mir kann man Pferde stehlen und ich kann mich für Freunde wirklich "aufopfern".

Eigentlich liegt mir dieses Bussi-Bussi Lächel-Lächel nicht, aber in letzter Zeit bin ich damit auch recht gut gefahren. Wenn ich mich über etwas geärgert habe, dann bleibe ich ruhig, geh in mein Büro und denk mir meinen Teil.

w
 
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  • #8
ich kenne das ähnlich. Es gibt nur wenige Menschen gegenüber denen ich neutral empfinde (also bei den menschen, mit denen ich wirklich Umgang habe, eine Verkäuferin doer der Postbote zählt nicht dazu).

Wenn ich festgestellt hatte, dass es mit meinen Chefs nicht mehr ging, ich sie teilweise sogar verachtet habe, dann habe ich die Konsequenz gezogen und mir eine neue Stelle gesucht. Denn auf Arbeit funktioniert das einfach nicht. Mit einem Kollegen nicht klarzukommen geht noch, wenn man nicht dauerhaft zusammen arbeiten muss.

Im privaten Umfeld ist das schwieriger. Was ist wenn man den Partner von Geschwistern nicht mag? Ich versuche da den Umgang zu minimieren, da mir das Schauspielern sehr schwer fällt und mich zu sehr anstrengt. Zum Glück gibt es einige Menschen, die das verstehen und michd abei auch unterstützen. Schwer ist das nur denen zu erklären, die immer alle Menschen toll und nett finden.

Bei Freunden passiert das leider auch manchmal, dass da etwas passiert, was das ganze Weltbild durcheinander bringt. Manche Freundschaft hat sich dann nach einer Ruhephase wieder erholt, bei anderen hat das leider nicht funktioniert. Mir hilft da wirklich nur erstmal genug Abstand zu bekommen, um dann irgendwann einen Neuanfang starten zu können.
 
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  • #9
Souverän, wie es sich für einen erwachsenen Menschen mit einem breiten Verhaltensspektrum gehört. Ich bin in der Lage, meine Gefühle unter eine Fassade von Sachlichkeit und Höflichkeit zu verstecken. Borderlineverhalten hat am Arbeitsplatz nichts zu suchen. das kann man versuchen im Privatleben oder einer Psychoklinik auszuleben.

Wenn mir jemand im Job spinnefeind begegnen würde, vorallen Dingen eine Mitarbeiterin, würde ich ihr zeigen, wer die Chefin ist und ein Personalgespräch führen, indem ich mir divenhaftes und pübertäres Verhalten verbitte, sowie professionelles Verhalten einfordere. Andernfalls hat es personalrechtliche Konsequenzen - egal, wie fachlich qualifiziert die Mitarbeiterin ist. Solche Menschen verleiden andern den Job und verschlechtern damit das Unternehmensergebnis insgesamt. So gut kann die Einzelperson garnicht sein, um das wieder wettzumachen, was sie bei anderen in Trümmer legt.

Mach eine Verhaltenstherapie mit Schwerpunkt Gefühlsregulation.

Mich kann im Berufsleben niemand ernstlich verärgern oder verletzten. In erster Linie gibt es die Option, diejenigen zu meiden, mit denen die Chemie nicht stimmt, statt immer wieder in destruktive Kommunikationssituationen zu rutschen, bzw. die Situationen auf das zwingende Minimum zu reduzieren. Es ist mir ein Rätsel, was bei Dir am Arbeitsplatz läuft, dass man Dich so verletzt, dass Du "komplett sauer" bist. Da musst Du etwas konkreter werden - was machst Du, was machen die anderen.

So wie ich es im Job handle (Abstand zu kommunikationstechnisch inkompatiblen Menschen) mache ich es auch sehr erfolgreich im Privatleben. Wenn jemand rumstänert und mir auf den Kekes geht, sage ich sehr oft garnichts, sondern drehe mich kommentarlos um und gehe in eine erfreulichere Situation. Warum mit einem Menschen rumärgern, wenn man mit anderen Spass haben kann.

Unbeherrschte Menschen kann ich ohnehin nicht ausstehen, sie sind mit zu unreif und anstrengend. Ab einem gewissen Alter (23+) wirkt Impulsivität nur noch unerzogen/ungebildet/psychisch gestört.
 
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  • #10
Du machst es dir leicht, wenn du sagst 'ich bin halt so'.

Dieses Benehmen ist unerwachsen, unkontrolliert, unsouverän.
Du hast offenbar eine sehr niedrige Frustrationstoleranz.

Du wirst das lernen müssen, sonst kommst du privat und beruflich ins Abseits.

w 47
 
  • #11
Für dich bietet sich gerade der Vortrag "Nimm's bitte nicht persönlich" zum neuesten und gleichnamigen Buchtitel der Münchner Psychilogin Bärbel Wardetzi an. Er ist auf Youtube zu finden und dauert ca. 1,5 st an. Sie hat sich unter anderem auf Kränkungen spezialisiert und schrieb auch das Buch "Ohrfeige für die Seele". Die Bücher könntest du auch lesen. Ich habe es nicht getan nur den Vortrag gesehen, der sehr gut ist!

Hier der Link dazu: http://youtu.be/BgJCQc2gQAc

Der Vortrag selbst sollte bereits viel bei dir bewirken. Es geht um narzistische Kränkungen und darum, weshalb so gekränkte Menschen den anderen zum "Feind" erklären und nichts mit ihm zu tun haben möchten. Narzistisch gekränkte Menschen sehen die Welt nur schwarz-weiss und nicht bunt, wie sie in Wirklichkeit ist und sie teilen die Menschen und "gut" in "böse" ein. Aber die Menschen sind weder gut noch böse, sondern sie reagieren ihren Gefühlen entsprechend: ist man gekränkt (wie du zum Beispiel), dann "schlägst" du verbal zurück und bist dann in den Augen der anderen "böse". Du aber siest dich nie als böse an, was du auch nicht bist, sondern du verteidigst dein verletztes Selbstwertgefühl (die narzistische Kränkung).

Sollte dir dieser Vortrag dennoch auf längere Sicht nicht geholfen haben, so würde ich dir eine Therapie empfehlen und bei der Anmeldung gleich zu sagen worum es geht. Da wird auch geschaut, wo die Ursachen (meistens in der frühen Kindheit) für deine emotionale Überreaktion liegen.
 
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  • #12
Menschen, die sich so wenig im Griff haben, meide ich so gut wie möglich. Ich verstehe nicht, weshalb Du so schnell gekränkt bist und alles persönlich nimmst und zum Angriff "bläst". Solche Menschen sind emotional total unreif - aber immerhin hast Du Dein Problem erkannt und willst hoffentlich dagegen ankämpfen. Vielleicht solltest Du ein Verhaltensseminar besuchen, bei dem Du lernst, Deine Emotionen etwas in den Griff zu bekommen, sonst stehst Du irgendwann völlig alleine da, weil jeder den Drachen meiden möchte.

w
 
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  • #13
Ich empfehle dir einen Auslandaufenthalt 1 Jahr USA oder Südafrika. Das kann ich Dir aus eigenen Erfahrung empfehlen. Es sind Länder in denen Service und Freundlichkeit großgeschrieben wird. Sowie eine Hire and Fire -mentalität herrscht. Dort lernst du sehr schnell und perfekt ein Sonnenscheinlächeln egal wie ungerecht du dich behandelt fühlst. Der Karriere tut es keinen Abbruch. Mit einen Lächeln bewegst du oft mehr. Privat finde ich sollte es aber möglich sein die wahren Gefühle zu zeigen. Es ist für mich auch eine Art Kompliment und Vertrauen. Also Arbeit ist für mich eine Art Maske und privat setze ich sie ab. Ganz einfach.
w34
 
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  • #14
Liebe FS,

ich kann dich gut verstehen, es ging mir früher ähnlich. Mir hat eine andere Sichtweise geholfen, mein Verhalten in den Griff zu bekommen:

Versuch es mal aus diesem Blickwinkel zu sehen:

1. Du bist nicht der MIttelpunkt der Welt ! Das soll nicht heißen, dass du unwichtig bist, aber du bist nicht das Zentrum des Denkens anderer Menschen. Jeder denkt in erster Linie an sich und nicht daran, ob dich etwas ärgern würde... könnte... etc. Oder machst du das so ?

2. Wenn du jedesmal, wenn dich jemand provoziert, nach außen eine emotionale Reaktion zeigst - egal, ob du weinst oder schreist - machst du dich damit sehr manipulierbar für andere, gerade im Job werden das Konkurrenten auszunutzen wissen.

Wie ein Flummiball, den man anschubst und der dann wild durch die Gegend hüpft. Willst du so sein ?

3. Wie man es in den Wald hineinruft .... wenn man selbst freundlich-souverän ist und bleibt, kann man das Gegenüber viel eher auch dazu bewegen, als wenn man selbst aggressiv wird, denn das zieht das Gegenüber ggf auch mit.

Ich bin auch sehr direkt und finde das grundsätzlich nicht falsch, im Gegenteil bekomme ich dafür mehr Komplimente, als dass es jemand jemals kritisiert hätte. Mit dieser Art kann man sich auch durchsetzen und verschafft sich Respekt, gerade bei Vorgesetzten und Männern.

Jedoch sollte man dabei immer absolut sachlich bleiben und keine emotionalen Reaktionen zeigen.

Ich persönlich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die freundlich und souverän sind und ruhig auch ihre Verärgerung in Worte fassen können, mir persönlich am sympathischsten sind und ich bei solchen Menschen am ehesten bereit bin, ihrem Willen zu folgen.

Ich arbeite gerade an mir und versuche, mich in diese Richtung zu entwickeln. Mir helfen dabei "Vorbilder", Menschen, die ich von ihrer Art her sehr schätze.

Vielleicht gibt es auch so jemanden in deinem Leben ?

Grundsätzlich hat es mir auch geholfen, an meinem Selbstwertgefühl zu arbeiten. Wenn ich mit mir zufrieden bin, ist es für andere erheblich schwerer, mich aus dem Gleichgewicht zu bringen, als wenn jemand auf einen wunden Punkt trifft, der mich selbst mir stört.
 
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  • #15
Deine Chefs lassen sich also deine Abneigung gegen selbige gefallen, na Bravo, sonst bist du sympathisch.

Mir würde schon allgemein zu denken geben, warum du überhaupt mit anderen Menschen Spinnefeind sein kannst, was sind denn da die Auslöser?

Ich spekuliere mal, es sind Menschen, welche ihr Leben im Griff haben, die dem Leben die glücklichen Seiten abgewinnen könne , Menschen, die dir überlegen sind und natürlich zum Schluss, Frauen, die attraktiver sind und der Chef bekommt das zu spüren.

Sei froh, dass du nicht meine Mitarbeitetin bist.

Insgesamt bist du ein innerlich unzufriedener Mensch und lässt deine hormonellen Schwankungen, Frustrationen an denen aus, wo du glaubst, es dir erlauben zu dürfen.
 
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