• #1

Bin enttäuscht von meinem Mann

Mein Vater ist vor zwei Wochen bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Meine Eltern haben sich vor einem Monat ein Haus auf dem Land gekauft, da meine Mutter nun allein ist mache ich mir halt Sorgen um sie. Sie wird sich schon ein eigenes Leben aufbauen, da bin ich mir sicher. Aber bis dahin habe ich mir gewünscht, dass sie zu mir nach Berlin zieht, bei uns im Haus ist grad eine schöne kleine Wohnung frei geworden. Sie war im Grunde genommen auch einverstanden, aber das will jetzt mein Mann nicht. Er meint, dass meine Mutter kein kleines Kind ist und locker alleine leben kann. Ich hab mir nur etwas Unterstützung von ihm gewünscht. Er ist übrigens kurz nach der Beerdigung mit seiner Familie für 2 Tage ans Meer gefahren, ich hab mich sehr einsam gefühlt während dieser Zeit. Und auch jetzt ist er noch bei seiner Familie und will das Problem nicht besprechen. Macht diese Ehe denn noch einen Sinn wenn man sich nicht einmal in den schwersten Zeiten unterstützt und füreinander da ist?
 
  • #2
Warum kann dein Mann bestimmen, wo deine Mutter wohnt? Versteh ich nicht. Gehört ihm diese freie Wohnung?
Warum bist du nicht mitgefahren ans Meer?
Sehr unterstützend klingt dein Mann wirklich nicht, du solltest deine Erwartungen mit ihm besprechen, aber nicht hier Zustimmung für deine Sichtweise suchen. Das bringt überhaupt nix.
 
  • #3
Das klingt nach wenig Empathie. Dein Vater ist gerade mal 2 Wochen tot, Deine Mutter und Du mittendrin in der Trauer. Da lässt Dich Dein Mann allein, um mit seiner Familie ans Meer zu fahren. Ganz ehrlich, das wäre für mich auch der Punkt, an dem ich meine Ehe extrem infrage stellen würde. So gehen Partner nicht miteinander um.
Allerdings denke ich nicht, das sein Verhalten aus heiterem Himmel kommt. So eine Sorte Mensch hat schon vorher keine Empathie und kein Mitgefühl gehabt. Dir kommt es nun extrem vor, da Du die anderen Vorkommnisse vorher ignoriert hast. Kann das sein? Kein Mensch legt von einem Tag auf den anderen so ein egoistisches Verhalten an den Tag.
Wenn Du und Deine Mutter das mit der kleinen Wohnung wollen, dann ziehe das durch. Egal, ob das Deinem Mann passt oder nicht. Stelle ihn zur Rede und mach ihm eine klare Ansage. Du musst Deinen Mann nicht um Erlaubnis fragen, wenn Du Deine Mutter, die gerade erst Witwe wurde, in Deine Nähe ziehen lässt, um sie zu unterstützen. Ihm ist seine Mutter doch auch wichtiger als Du, als er mit seiner Familie ans Meer fuhr und Dich in der jetzigen Situation im Stich gelassen hat. Lass Dich von ihm nicht gegen Deine eigene Mutter manipulieren. Blut ist dicker als Wasser. Einen Mann und seine Liebe kann man verlieren, nie aber eine Mutter und deren Mutterliebe. Also, handle danach. Deine Mutter braucht Dich jetzt mehr denn je.
 
G

Gast

  • #4
Was dir passiert ist, tut mir leid. Dass er das Problem nicht mal besprechen will, finde ich hart.

Die Einstellung, dass er mit deiner Mutter nicht unterm gleichen Dach wohnen will, verstehe ich hingegen. Hier ist nur Einzelfallbewertung möglich, denn nur du kennst die betroffen Personen. Ich, bei meiner Familie, hätte Angst, dass sie auch in ein paar Jahren noch da hockt und sich zu sehr in mein Leben einmischt.
 
  • #5
Liebe FS, zunächst einmal sollten Sie die Wünsche Ihres Mannes bezüglich Ihrer Mutter einfach ignorieren - Ihn kümmern Ihre Bedürfnisse ja offensichtlich auch nicht.
Sie nach dem Verlust eines Elternteils derart kaltherzig im Stich zu lassen ist definitiv ein Beweis dafür, dass Sie Ihm nichts bedeuten.
Die beste Strategie für Ihr weiteres Vorgehen ist folgende:
1. Holen Sie Ihre Mutter nach Berlin, falls die Dame das wirklich möchte
2. Frieren Sie die Beziehung ein, kein Sex, keine selbstgekochten Mahlzeiten für ihn, Wäsche wird nur mehr die eigene gewaschen,etc..
3. Bereiten Sie die Scheidung vor, fotokopieren Sie alle notwendigen Dokumente (Mietvertrag, Versicherungen, seine Einkommensnachweise, Aufstellung des Wertpapierdepots, etc.)
4. Holen Sie Ihr Geld vom gemeinsamen Konto
5. Warten Sie, bis Ihr Gatte anfängt zu nörgeln und erklären Sie Ihm dann, das es Ihm freisteht, die Ehe zu beenden, wenn er unzufrieden ist!

Viel Glück und bleiben Sie stark!
 
A

Ars_Vivendi

  • #6
Ich hab mir nur etwas Unterstützung von ihm gewünscht. Er ist übrigens kurz nach der Beerdigung mit seiner Familie für 2 Tage ans Meer gefahren, ich hab mich sehr einsam gefühlt während dieser Zeit. Und auch jetzt ist er noch bei seiner Familie und will das Problem nicht besprechen.
Mein herzliches Beileid. Es ist traurig, wenn Dein Mann wenig Zeit und vor allem wenig Anteilnahme aufbringen kann für Deine sicher im Moment schwierige Situation. Es macht sicher Sinn, zu hinterfragen warum das so ist.

Wenn Deine Mutter eigenständig leben kann, würde ich sie nicht überreden, in Deine Nähe zu ziehen. Sie wird sich Gedanken machen müssen, ob der Umzug, der unter anderen Umständen geplant war, jetzt noch Sinn macht und wie sie weiter leben möchte.

Meine Mutter wohnt in meinem Haus, mit fortschreitender Demenz und mittlerweile großer Belastung für mich (und für meine Partnerinnen). Auch sie war zu der Zeit als sie eingezogen ist, fit und eigenständig. Wenn nicht die Notwendigkeit besteht, würde ich niemandem empfehlen, Eltern zu nahe bei sich zu haben, ohne dass "Kind" und Partner das wirklich wollen. Wenn Unterstützung notwendig wird, sollte man sich auch gut überlegen, ob und wie man die leisten kann.
 
  • #7
Ich finde sein Verhalten für dich nicht schön. Allerdings kann es durchaus sein, dass er sehr gute Gründe hat, über die er mit dir aber nicht oder noch nicht sprechen möchte.
Ich darin keinen aber absolut keinen Grund, deswegen gleich an der Ehe zu zweifeln. Im Gegenteil. Denn eben, weil er ist wie ist, hast du dir diesen Mann ja mal ausgesucht. Ich beobachte immerwieder, dass Frauen sich oft Partner nehmen, die in gewisser Weise uneeinfühlsam und egositsch sind, während die die sich wirklich bemühen anscheinend zu schnell langweilig werden. Vermutlich weil nur in diesem Typus die gewünschte "Schulter zum Anlehnen" gesehen wird. Während solch eine teils starre emotionale Grundhaltung also einmal die Bedingung war, dass sich Frau auf genau diesen Mann eingelassen hat, wird die negative Seite daran immer erst in Krisen erkannt.
Ich will dich damit nicht anklagen, sondern darauf hinweisen, dass du dir genau diesen Mann als Ehepartner ausgesucht hast.

m36
 
  • #8
Hallo,

erstmal mein Beileid für euren Verlusst.

Mein erster Gedanke war "oh Gott, ich kenne das!"
Ich würde dir vorschlagen, sei dir deiner Gefühle ihm gegenüber bewusst. War er immer wieder so oder erst in diesem Thema Tod? Hat er Angst vor der Trauer, seiner eigenen Sterblichkeit bewusst zu sein? Wie war/ist das Verhältnis zu seinem Vater?
Frag ihn, was ihn dazu bewogen hat mit seiner Familie ans Meer zu fahren. Wen beinhaltet diese Familie, gehörst du nicht dazu?

Ich wünsche dir und deiner Mutter Mutter viel Kraft.

Liebe Grüße
 
P

Provence

  • #9
Dass dich dein Mann wenige Tage nach der Beerdigung alleine lässt, finde ich problematisch.

Dennoch: so sehr du deine Mutter unterstützen willst, sie in’s gleiche Haus zu holen, käme mir nicht in den Sinn. Das wäre mir zu nah, mehr für mich selbst, als für meinen Mann. Suche ihr in deinem Viertel (oder wenigstens in deiner Stadt) eine Wohnung, dann kannst du dich ausreichend um sie kümmern, ohne dass sie ständig bei euch mit am Tisch sitzt → vielleicht ist genau das die Befürchtung deines Mannes und er verhält sich deshalb so »unterkühlt«?
 
G

Gast

  • #10
Hast du mit deinem Mann über deine Enttäuschung gesprochen? Hast du ihm gesagt, dass du ihn jetzt brauchst und dass seine Unterstützung wichtig für dich ist?
 
  • #11
Hier die FS,

eins möchte ich noch hinzufügen: ich spreche wirklich nicht davon gemeinsam in einer Wohnung zu leben. Ich wohne in einem Wohnblock mit mehr als 400 Wohnungen, mein Wunsch war es nur, dass meine Mutter in eine dieser Wohnungen zieht. Ich erwarte auch nicht von ihm, dass er meine Mutter mitbesuchen soll. Seine Mutter kann wochen- und monatelang bei ihren Töchtern in der selben Wohnung leben - das findet mein Mann sehr normal, ich nicht. Warum misst er dann mit zweierlei Maß?
 
  • #12
1) wo lebten Deine Eltern ursprünglich ?

2) sie kauften das Haus

3) Dein Vater verstarb

4) Im Haus in Berlin wo Ihr wohnt ist eine Wohnung frei - nicht bei Euch in Euerem Haus ? Also eine Mietwohnung ?

5) Was ist mit Eueren Lebensumständen ? Wie alt ist die FS und ihr Mann ? Haben die beiden Kinder - wie alt sind die ?

6) wie lang seit ihr verheiratet und wie eng ist die Bindung von ihm zu den Eltern der FS ?

Es sind einfach zu wenig Fakten da um sich was vorzustellen. Aber wenn eine belastende Situation da ist mit unterschiedlichen Meinungen die wirklich eine Mega - Diskussion aufkommen lassen könnten is es vielleicht auch besser wenn einer ein paar Tage wegfährt.
 
  • #13
Die Einstellung, dass er mit deiner Mutter nicht unterm gleichen Dach wohnen will, verstehe ich hingegen. Hier ist nur Einzelfallbewertung möglich, denn nur du kennst die betroffen Personen. Ich, bei meiner Familie, hätte Angst, dass sie auch in ein paar Jahren noch da hockt und sich zu sehr in mein Leben einmischt.
Man wohnt in einem Haus ABER: in getrennten Wohnungen. Von noch "in Jahren da da hocken "(wie unsensibel und abwertend) und "in mein Leben einmischen" kann gar keine Rede sein. Man lebt nicht in einem gemeinsamen Haushalt. So ein Kommentar kann nur von einem Mann kommen. Habe ich Recht?
 
  • #14
Suche ihr in deinem Viertel (oder wenigstens in deiner Stadt) eine Wohnung, dann kannst du dich ausreichend um sie kümmern, ohne dass sie ständig bei euch mit am Tisch sitzt → vielleicht ist genau das die Befürchtung deines Mannes und er verhält sich deshalb so »unterkühlt«?
Meine Güte, hast Du den Beitrag nicht gelesen? Sie hätte in dem Haus, indem die FS wohnt( offenbar Mietshaus) ihre eigene Wohnung. Sie würden nicht gemeinsam in einem Haushalt wohnen und sicher nicht ständig an einem Tisch sitzen.
 
  • #15
Seine Mutter kann wochen- und monatelang bei ihren Töchtern in der selben Wohnung leben - das findet mein Mann sehr normal, ich nicht. Warum misst er dann mit zweierlei Maß?
Ihm ist seine Familie offenbar wichtiger, als Du und Deine Familie.
Ja, er misst mit zweierlei Maß: seine Mutter lebt monatelang in der Wohnung ihrer Töchter. Das ist für ihn normal. Wenn Deine Mutter aber in eine eigene Wohnung in Eurem Wohnblock ziehen möchte, will er das nicht. Das ist ihm offenbar zu nah, weil es um DEINE und nicht um SEINE Mutter geht. Wäre die Betroffene seine Mutter, sähe für ihn der Fall offenbar ganz anders aus. Damit wertet er Dich und Deine Mutter ab. Ganz ehrlich: so eine Abwertung würde ich mir nicht gefallen lassen.
 
A

Ars_Vivendi

  • #16
Ich wohne in einem Wohnblock mit mehr als 400 Wohnungen, mein Wunsch war es nur, dass meine Mutter in eine dieser Wohnungen zieht.
Du solltest mit ihm besprechen, welche Lösung für euch beide die beste ist und seine Sichtweise ernst nehmen. Auch eine Frau, die dann täglich zwei Stunden bei ihrer einsamen Mutter zubringt, kann ein Problem sein. Eine Mutter "im Haus" ist gefühlt anders als eine Mutter "drei Straßen weiter".

Seine Mutter kann wochen- und monatelang bei ihren Töchtern in der selben Wohnung leben - das findet mein Mann sehr normal, ich nicht. Warum misst er dann mit zweierlei Maß?
Er misst nicht mit zweierlei Maß. Wenn seine Mutter in der Wohnung seiner Schwester lebt, betrifft ihn das nicht. Er hat sogar den Vorteil, dass die Schwester sich kümmert und er das nur tun muss, wenn er möchte. Vielleicht sieht er aber auch gerade daran, dass ein so enges Zusammenleben nicht gut ist, weil er es mit seiner Mutter auch nicht haben möchte, und sperrt sich deshalb bei Deiner Mutter.
 
G

Gast

  • #17
Euer Lifestyle klingt schnelllebig und dynamisch orientiert: Haus gekauft, kurz darauf tötlich verunglückt, "Mutter kriegt ihr Leben schon allein auf die Reihe.", Reisen und Umzüge hier und da.
Ich würde mal einen Gang runterfahren.

Zu deiner Ehe: wenn du schon über Scheidung nachdenkst, dann ist doch noch anderes im Buch. Ich könnte mit so einem desinteressierten Mann auch nicht zusammenleben, aber das stellt man schon viel eher fest und nicht erst in schweren Zeiten! Du hast einen Mann geheiratet, von dem du ganz sicher schon vorher wusstest, dass er sich nur für sich begeistert.
 
  • #18
Ich verstehe Deinen Mann, dass er nicht möchte, dass Deine Mutter zu Euch zieht. Das wäre für viele Männer ein No-Go.
Trotzdem scheint Dein Mann sich nicht in Dich hineinversetzen zu wollen und klingt mir insgesamt so aus der Ferne betrachtet egoistisch.
Trotzdem will ich nicht gleich die Holzkeule schwingen, denn ich kenne seine Sicht der Dinge nicht.
Aber Du solltest mit ihm reden und ihm sagen, dass Du Dir mehr Unterstützung von ihm wünschst und dass Du Dich allein gelassen fühlst.
Mein Mann ist damals nicht mal mit auf die Beerdigung meines Vaters gegangen, sondern 2 Wochen segeln...
Es gibt Menschen, denen fehlt jegliche Empathie.
 
  • #19
Die FS

@11:
zu 1) sie lebten in einer anderen Stadt als ich, haben sich dann ein Haus auf dem Land gekauft.
zu 4) Genau, es handelt sich um eine Mietwohnung. Die Wohnung die jetzt zu haben wäre befindet sich 3 Stockwerke unter meiner Wohnung. Meine Mutter und wir würden also getrennte Haushalte und Wohnungen haben.
zu 5.) Ich bin 34, mein Mann ist 33. Wir haben keine Kinder, sind beide gemeinsam als freıschaffende Architekten tätig. Meine Mutter hat ihre eigene Rente und ist keineswegs finanziell auf uns angwiesen
zu 6.) Wir sind seit 6 Jahren zusammen und 3 Jahre davon verheiratet. Unsere Ehe ist recht problematisch, d.h. wir haben viel Stress, immer viel zu tun und geraten häufig aneinander. Mein Mann ist auch in anderen Belangen ziemlich gefühlskalt und denkt in vielen Dingen sehr pragmatisch. Als z.B. sein eigener Vater nach 4jähriger schwerer Krankheit verstarb, konnter es dessen Tod bereits nach kurzer Zeit sehr schnell verkraften. Hier spielt auch eine Rolle, dass der Tod seines Vaters zu erwarten war - ja, schon als eine Art Erlösung gesehen wurde. Mein Vater allerdings verstarb völlig ohne Erwarten, er war zum ersten Mal in seinem Leben sehr glücklich und hat in seinem neuen Haus nur 5 Wochen leben können. Ich wollte meine Eltern drei Tage vor dem Unfall besuchen, hatte mich sehr auf den Aufenthalt bei ihnen gefreut...ich konnte mich noch nicht einmal verabschieden. Das einzige was ich vor Augen habe ist der Blutfleck an der Unfallstelle, an dem ich eine Woche lang jeden Tag vorbeifahren musste.

Ich bin mir nicht sicher ob ich überreagiere, aber statt sich bei mir zu entschuldigen beschudigt mich mein Mann seit einigen Tagen. Er ist der Meinung, dass ich mich nicht hinter meiner Trauer verstecken darf, wieder anfangen sollte zu arbeiten und mein geregeltes Leben wieder aufnehmen sollte. Ausserdem wirft er mir vor, dass ich ja auch nie für seine Familie dagewesen bin und seine Mutter nie zu uns eingeladen habe und erwartet, dass ich mich jetzt dafür entschuldigen soll. Das stimmt auch, jedoch mag ich die Einstellung seiner Familie nicht. Ich kann es nicht verstehen, wie man sich so lange bei jemandem einnisten kann, wenn man doch einen eigenen Haushalt hat. Es handelt sich momentan wirklich nur um eine Ausnahmesituation, auch ich würde mir wünschen, wenn alles beim Alten bleiben könnte...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #21
Ich will dich damit nicht anklagen, sondern darauf hinweisen, dass du dir genau diesen Mann als Ehepartner ausgesucht hast.
Wie viel Menschen lassen sich täuschen in der Partnerfindung? Für mich ist dieser Mensch für eine Beziehung nicht zumutbar und ich würde die Scheidung einreichen ohne wenn und aber! In deiner sehr schwierigen Lage lässt er dich volle Kann hängen, das geht menschlich und moralisch gar nicht! Unterstes Niveau! Es ist ihm alles wichtiger als du in deiner Person, mehr gibt es hier nicht zu beschreiben, er wird sich auch nicht ändern, es wird eher noch schlimmer werden, was willst du mit so einem A***Mann, auf den du dich kein bisschen verlassen kannst? Jede Minute ist verlorene Zeit mit ihm! Stimme Beitrag #4 voll zu! Handle, sei es ausschließlich für dich wert! Wünsche dir viel Kraft!
 
  • #22
Liebe FS,

mich würde mal interessieren wie alt Ihr seid?

Ihr klingt beide für mich unreif, weil Ihr das Problem nicht kommuniziert bekommt. Er schweigt beharrlich und macht einfach sein Ding und Du stellst scheinbar aus dem Nichts plötzlich alles in Frage.

Er fährt bei eigener Familie mit seiner Familie, mit welchen Personen und zu welchem Anlass, in den Urlaub bei den/Deinen/Euren Gegebenheiten?! Vor allen Dingen Letzteres finde ich schon sehr seltsam. Er sollte, meiner Meinung nach, sich schon erst einmal um Euch zwei kümmern. Davon abgesehen bin ich seit dem 16. Lebensjahr nicht mehr mit meiner (Ursprungs)Familie in den Urlaub, außer zu familiären (Groß)Veranstaltungen, gefahren und auch dann nur, wenn ich bei meinen Freunden und später meiner "neuen" Familie abkömmlich war.

Um das Verhalten und die Beweggründe Deines Mannes im Bezug auf Deine Mutter beurteilen zu können, finde ich, dass erstens seine Meinung fehlt und es zweitens viel zu wenig Info's zu der Beziehung "er sowie Du zu Deine Mutter" gibt. Ich finde es immer wichtig in jeglicher Beziehung eine Balance zwischen einem Wir und einem eigenen Ich zu bewahren und bewahren zu können. Zu oft habe ich erlebt, dass diese Balance zu schnell und nachhaltig aus dem Gleichgewicht kommt. Für mich eine ungute, störende und unbefriedigende Situation.

Entweder habt Ihr ein aus der Situation entstandenes Kurzzeitproblem, dann klärt es endlich, oder eben nicht, und dann auch. ;)

PS: Ob seine Mutter bei seiner/n Schwester/n hockt und wie lange braucht Deinen Mann sicher nicht kümmern, den ihn betrifft das ja nicht und Dich auch nicht. So oder so.
 
  • #23
Dein Vater ist noch nicht lange tot, d.h. auch deine Mutter muss sich erstmal an diesen neuen Zustand gewöhnen. Nach nur 2 Wochen ist man da ja noch im Ausnahmezustand und ich würde nichts überstürzen.
Was will deine Mutter denn, wenn sie zur Ruhe gekommen ist? Sie hat ja ausser ihrem Mann vielleicht auch Bekannte, die sie auffangen. Sie ist eine selbstständige Person. Ich nehme an, wenn sie sich erst ein Haus auf dem Land gekauft haben, ist sie körperlich und geistig fit und kann für sich alleine sorgen. Es ist gut möglich, dass sie so alleine nicht auf dem Land bleiben will und lieber in eine Stadt zieht. Wenn ihr bisher nicht dicht beieinander gewohnt habt, kann "in den gleichen Wohnblock" ziehen, doch sehr eng werden. Ich würde dir raten, das Gespräch mit deiner Mutter zu suchen, wie sie sich denn ihre Zukunft vorstellt. Nachdem sie ja nicht in eure Wohnung zieht, musst du deinen Mann da ja nicht einbeziehen.

Habt ihr denn Kinder?

Dein Mann macht ein bisschen was er will. So etwas gibt es oft. Das heisst nun nicht, dass du stillschweigend in diesem Zustand ausharren musst. Nimm dein Leben in deine Hand! Es tut keiner für dich. Egal, ob du in dieser Ehe bleibst oder nicht, musst du deine Ziele festsetzen und dir ein eigenes Leben aufbauen. Triff dich mit Freundinnen und falls es die nicht gibt, dann lernst du vielleicht durch irgendwelche Hobbys neue Menschen kennen. Eventuell wirst du durch diese Selbstständigkeit begehrenswerter für deinen Mann, aber bestimmt zufriedener mit dir selbst.
Menschen entwickeln sich; so wie er sich jetzt zeigt, war er bestimmt bei eurer Hochzeit nicht. Das kann man nicht voraussehen; ich möchte #16 widersprechen.
 
  • #24
Du solltest mit ihm besprechen, welche Lösung für euch beide die beste ist und seine Sichtweise ernst nehmen. Auch eine Frau, die dann täglich zwei Stunden bei ihrer einsamen Mutter zubringt, kann ein Problem sein. Eine Mutter "im Haus" ist gefühlt anders als eine Mutter "drei Straßen weiter".
Sie soll seine Sichtweise ernst nehmen, aber er nimmt ihre Sichtweise nicht ernst. Du zeigst in Deinem Beitrag mal wieder, dass Du den Mann in der Beziehung immer wichtiger als die Frau erachtest. Dass das nicht funktioniert, hast Du selbst erlebt.
Der Mann wird doch wohl arbeiten. Was geht ihm denn ab, wenn die Frau bei ihrer Mutter, die noch trauert, 2 Stunden täglich verbringt? Sie ist doch nicht sein Eigentum, das ihn rund um die Uhr bespaßen muss und nicht selbst entscheiden kann, wen sie besucht. Unfassbar, da schon ein Problem zu sehen. Wie viel Straßen weiter darf es denn sein?
 
  • #25
2. Frieren Sie die Beziehung ein, kein Sex, keine selbstgekochten Mahlzeiten für ihn, Wäsche wird nur mehr die eigene gewaschen,etc..
3. Bereiten Sie die Scheidung vor, fotokopieren Sie alle notwendigen Dokumente (Mietvertrag, Versicherungen, seine Einkommensnachweise, Aufstellung des Wertpapierdepots, etc.)
4. Holen Sie Ihr Geld vom gemeinsamen Konto
5. Warten Sie, bis Ihr Gatte anfängt zu nörgeln und erklären Sie Ihm dann, das es Ihm freisteht, die Ehe zu beenden, wenn er unzufrieden ist!
Nun kann ich gut verstehen, warum so viele Männer hier erklären, niemals heiraten zu wollen.

Lieber Gast 28, du kannst nur eine Frau sein.
Fällt dir wirklich nichts anderes ein, um Konflikte in der Ehe zu lösen? Den Mann kalt stellen, die eigenen Schäfchen ins Trockene bringen und dann ihm die Entscheidung zuschieben, die Ehe zu beenden, wenn er anfängt zu mäkeln?
Das ist konfliktscheu, schwach, unreif und ganz und gar kommunikationsunfähig. Und berechnend. Wie wäre es damit, Verantwortung für die Partnerschaft zu übernehmen und daran zu arbeiten? Und sie notfalls (NOTFALLS!) aktiv zu beenden?

Liebe Fragestellerin, wenn deine Mutter in deine Nähe ziehen möchte, dann macht das. Solange sie nicht in eurem Haushalt lebt, sondern im selben großen Wohnblock wie du, müssen du und dein Mann die Entscheidung nicht gemeinsam treffen. Sie geht deine Mutter und dich an.

Ich kann verstehen, dass du von deinem Mann enttäuscht bist. Sei dir im Klaren darüber, dass viele Männer mit Trauer schlecht umgehen können und nicht wissen, wie sie trösten sollen.
Ich will sein Verhalten nicht entschuldigen; natürlich ist es weder loyal noch einfühlsam noch rücksichtsvoll. Aber deswegen muss man nicht gleich die Scheidung in Betracht ziehen, meine Güte.

Teil ihm ohne Vorwurf mit, dass du trauerst und Beistand gebrauchen kannst.
 
G

Gast

  • #26
Man wohnt in einem Haus ABER: in getrennten Wohnungen. Von noch "in Jahren da da hocken "(wie unsensibel und abwertend) und "in mein Leben einmischen" kann gar keine Rede sein. Man lebt nicht in einem gemeinsamen Haushalt. So ein Kommentar kann nur von einem Mann kommen. Habe ich Recht?
Nein, Kaktus, ich muss dich enttäuschen, ich bin eine Frau.

Ich habe aber auch von Einzelfallbewertung gesprochen - und ich habe etwas ähnliches selbst erlebt - es war die Großmutter meines damaligen Freundes, die - nachdem ihr Mann verstarb - ihre Energien und ihr übermütterliches Umsorgen auf uns projiziert hat. Auch sie wohnte nur in der Nähe, nicht im gleichen Haushalt. Da können große Probleme und tiefe Einschnitte in die Privatsphäre passieren, das sollte man sich überlegen.

Meine eigene Oma sagte immer, dass Jung und Alt nicht unter ein Dach gehören, und ich finde, sie hatte recht mit dieser Einstellung.

Wie gesagt, ich kenne die Familie der FS nicht, und ich kenne auch den Mann und seine Lebensgeschichte nicht. Aber dass es ihm eventuell zu Nahe ist, kann ich verstehen.
 
G

Gast

  • #27
Mein herzlichs Beileid, liebe FS.
Bin kein Mensch, der zur voreiligen Trennungen rät, aber in diesem Fall bist du ohne ihn zu 100 % besser dran, meine Liebe. Das gefühlskalte, empathielose und gnadenlos egoistsiche, wenn nicht narizistsiche Verhalten deines Noch-Mannes wird mit den Jahren nicht besser, sondern im Gegenteil nur noch sehr viel schlimmer werden. Wenn du deinen Lebensunterhalt selbstständig verdienen kannst, dann umso besser. Lasse dich scheiden und zieh doch du wieder zu deiner Mutter zurück. Beim nächsten Mann schau dir auch seine Familie an, es kommt leider oft nichts Gutes aus den besonders oft im Osten anzutreffenden, vollkommen kaputten Familienstrukturen. Die nächste, besonders männliche Generation ist oft schon ab dem Jugendalter für jede menschliche soziale Interaktion vollkommen verdorben und das kriegt man auch im Alter nicht mehr aus diesen Leuten raus. Lass dir von diesem Typen ja kein Kind andrehen. Dir und deiner Mutter wünsche ich alles Gute und falls du dich trennst und er in der Art mancher Psychopathen und Narzzisten mit jedem erdenklichen Psychotrick versucht dich wieder einzuwickeln- das ist nichts als gezielte Manipulation. Lass dich auf so ein Spiel bloss nicht ein.
Dir alles Gute.
 
A

Ars_Vivendi

  • #28
Als z.B. sein eigener Vater nach 4jähriger schwerer Krankheit verstarb, konnter es dessen Tod bereits nach kurzer Zeit sehr schnell verkraften.
Das erklärt ein wenig, warum er Dich da nicht richtig verstehen kann, obwohl er Dir natürlich Deine Trauer lassen sollte, die ja für Dich auch wichtig ist.

Das stimmt auch, jedoch mag ich die Einstellung seiner Familie nicht.
Ihr habe offenbar wechselseitig Probleme mit den Einstellungen der jeweils anderen Familie. Warum sollte er ein enges Verhältnis zu Deiner Mutter haben wollen, wenn ihr seine in 6 Jahren nie eingeladen habt? Beschuldigen und entschuldigen bringt da nicht weiter, aber Tatsache ist doch, dass beide Seiten da ein Problem haben. Würdest Du wollen, dass seine Mutter in euer Haus zieht?
 
  • #29
Die FS
@11:
(...)
Ich bin mir nicht sicher ob ich überreagiere, aber statt sich bei mir zu entschuldigen beschudigt mich mein Mann seit einigen Tagen. Er ist der Meinung, dass ich mich nicht hinter meiner Trauer verstecken darf, wieder anfangen sollte zu arbeiten und mein geregeltes Leben wieder aufnehmen sollte.
Ich sag das was zu sagen ist jetzt mal überspitzt:

Rumjammern bringt nichts sondern macht die Trauer noch schlimmer. ich denke so. Dein Mann denkt so, Du wohl nicht.

Wenn Du Dir jeden Tag bewußt machst daß alles so traurig und schlimm ist, ist es das. Wenn Du aber sagst "es ist eben so - ich kann es eh nicht ändern" dann is es halb so schlimm.

Oder anders: Ich bin mal Berlin Marathon gelaufen. Am ersten Rondell (Stern) so 200 meter nachdem ich losgelaufen war hatte ich Knieprobleme. Ich habs auch geschafft, nicht rumzujammern und mit dem Knie "zu reden" so daß das Problem irgendwie verschwand sodaß am Ende ne gute Zeit rauskam - aber wenn ich gejammert hätte wär ich nicht weit gekommen.

Oder: Du bist draußen unterwegs und es ist kalt. Wenn Du Dich drüber beklagst daß der Wind so kalt ist ist es kalt. Wenn Du nicht drüber jammerst und sagst "es ist eben so" dann wirst feststellen daß es gleich halb so kalt ist - auch wenn die Temperatur objektiv die selbe is.