• #31
Ich wundere mich, daß einige von Euch Leute in Top-Positionen im Schutz nehmen, wenn sie eine schlechte Grammatik bzw. Orthographie aufweisen.

Wenn das ein Handwerker macht, ist er gleich unten durch. Der Akademiker wohl nicht?

Ich erwarte gerade von akademisch gebildeten Leuten, daß sie in der Rechtschreibung sicher sind.
 
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  • #32
Noch mal #16. Nein, Du bist kein Snob. Du kannst Deine Tolleranzgrenze flexibel anpassen.
Bis zu Deiner Schmerzgrenze.-
Zu #7: Alle Achtung zu Deinem Text. Tiefe Verneigung.
Zu #26: Es geht doch um "Mann" ? M 54J
 
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  • #33
Gespreizte Mails fände ich nicht gut. Schließlich ist das ein schnelles Medium, das nah an der Alltagssprache dran ist. Ich würde auch nicht unbedingt von allen die Kommunikstionskompetenz erwarten, die ich Berufs- und Ausbildungshalber nun mal habe. Dafür kann ich schlecht Kopfrechnen.
Aber Partnerbörsenprofile mit Flüchtigkeits-, Rechtschreib- und/oder Grammatikfehlern, Deppenapostrophen und Leerzeichen vor dem Komma sind für mich ein Ausschlusskriterium.
Wer sich da keine Mühe gibt, kommt auch ungewaschen zum Date.
Aber
@#3
wozu hat man eine Sekretärin? Sollte die etwa auch solche privaten Schriftstücke korrigieren? (Im übrigen bestätigt das wieder das Sprichwort " Hinter jedem großen Mann steht eine kluge Frau.")
 
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  • #34
@26 - stimmt nicht. Schau mal in den Duden. Die FS hat es korrekt formuliert. Die Genitivverwendung ist erlaubt.

@FS: Ich achte auch darauf und staune immer wieder über die zum Teil ungebildet wirkende Ausdrucksweise meiner Generation. Doch ich gewöhne mich daran. Hätte ich allerdings die Wahl zwischen einem Mann, der Orthografie und Grammatik beherrscht, und einem, der da eher kreativ ist, wäre meine Wahl klar ....!

w 54
 
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  • #35
Ich bin promovierte Akademikerin, viele Jahre in Führungsposition und habe zwei wunderbare Jungs (21 und 29 Jahre alt) beide ausgeprägte Legastheniker aber mit nunmehr langjährigen wundervollen Partnerinnen. Ich bin selbst auch legasthenisch angehaucht. Als ich klein war, gab es diese Diagnose und die damit einhergehende Förderung noch nicht. Dank meiner hohen Intelligenz hab ich aber die akademischen Anforderungen trotzdem geschafft. Ich bin bekannt für meine z. B. Zahlendreher. Inzwischen gibt es in fast jeder Textverarbeitungssoftware die Rechtschreibüberprüfung und eine gute Sekretärin ist Gold wert. Sei also vorsichtig, wenn du deine Anforderungen an einen potentiellen Partner bezüglich der Rechtschreibung zu hoch stellst. Es könnte dir dabei ein sehr wertvoller Mensch "durch die Lappen" gehen.
 
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  • #36
Selbst meine Lehrerkollegen sind nicht frei von Fehlern.

Aber ich glaube nicht, dass du ein Snob bist. Du hast ja ein Beispiel dazugeschrieben. Insofern geht es dir nicht um Verdreher etc., die jeder mal macht, oder darum, dass im Eifer des Gefechts ein Wort vergessen wird. Das wird dir auch passieren, nehme ich mal an.

@9: Das kommt in den besten Familien vor, z.B. bei uns Lehrern. Auch Kommasetzung ist im Deutschen schwierig. Meist sind es Flüchtigkeitsfehler. Zu schnelles Schreiben!

@26: Dann habe nun auch ich etwas gelernt. / Mit deinem Posting klingst du nach einem Snob, nicht die FS.

m 51
 
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  • #37
Liebe FS

Du sprichst hier zwei Punkte an. Die Form und die Sprachkompetenz.

Ich störe mich auch an Mails, SMSs etc., die mir das Gefühl vermitteln, die andere Person legt überhaupt keinen Wert darauf sich für mich Zeit zu nehmen. Eine Ausnahme sind echte Kurzmitteilungen, wie z.B. "bin nich unterwegs, 10 min. später"
Persönlich bemühe ich mich auch per SMS die Gross- und Kleinschreibung zu respektieren. Ebenso mag ich die Anreden (Du, Dir etc.) gerne gross schreiben.

Die Sprachkompetenz ist mir auch wichtig. Doch gilt es hier ein wenig zu relativieren.

- Einer Person, die sich die Zeit nimmt, eine ausführliche, längere Mail zu schreiben und ab und an über einen Satzbau oder Fehler stolpert, gebe ich klar den Vorzug, als den drei Sätzen in perfektem Deutsch.
- Wir müssen akzeptieren, dass nicht alle Menschen Deutscher Muttersprache sind und stilistische Feinheiten etc. immer richtig wider geben.
Ausserdem ist die Beherrschung der Deutschen Sprache keineswegs ein Ausdruck von Bildung. Es könnte ja sein, dass das Gegenüber noch zwei, drei oder vier weitere Kultursprachen beherrscht. Da sollten sich die Sprachfetischisten (vor allem in der Muttersprache) einmal an die Nase nehmen.
- Viele Menschen haben strukturelle Schwierigkeiten mit Sprache. So kenne ich Hochbegabte mit einer Legasthenie.
- Bildung beschränkt sich nicht nur auf Sprache. Im Gegenteil. Naturwissenschaften, Mathematik, Ingenieurwesen, Kunst und Musik uvm. erhalten in heutigen Tagen viel zu wenig Wertschätzung. Ich spreche hier aus langjähriger Lehrerfahrung. Aber derlei lässt sich halt weniger einfach überprüfen.

Was die Emoticons angeht, so teile ich wie die meisten Vorschreiber eine pragmatische Haltung, solange ich nicht gerade mit einer Mickey-Mouse-Sprache konfrontiert werde.

Snobismus ist m.E. das Hochhalten von Schein anstelle von Inhalten.

Lieben Gruss
 
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  • #38
@Dogbert: Lies mal, was die FS geschrieben hat, bevor du versuchst, ironisch zu sein. ("...schwimen", nicht "schwimmen". Es fehlt ein "n" - darum geht es.)

Kleine Lektion in Sachen "daß" (dein Posting #31): "Ich wundere mich, daß ..." - "ß" gibt es beim "das/dass" schon lange nicht mehr. Korrekt hieße es: "Ich wundere mich, dass ..." Gleiches gilt für deinen vierten Satz. Nach deiner eigenen Aussage bist du wohl nicht akademisch gebildet.

Bei mir ist übrigens weder der Handwerker noch der Akademiker unten durch. Unten durch sind die Menschen, die sich auf einen Sockel stellen. Da hat niemand etwas zu suchen.

@FS: Wenn du es nicht übertreibst (siehe #1) und Verdreher, vergessene Buchstaben dich nicht auf die Palme bringen - nein, dann bist du kein Snob. Oder wir beide wären Snobs. Es sei denn, du würdest einen netten Mann zum Teufel jagen, weil er "das" und "dass" verwechselt.
 
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  • #39
#31

Du hast ja nicht Unrecht, aber #23, bin ich fast vom Stuhl gefallen. So spricht doch heute nun wirklich kein Mensch mehr und ich müsste, tut mir leid, einen Lachanfall unterdrücken, wenn jemand so gestelzt, affektiert sprechen würde. Habe ich allerdings auch in der Form noch nie erlebt.
 
  • #40
dreher beim schreiben, würden mich nicht stören. die überliest man selbst beim korrekturlesen schnell.
mal ein kinken in der rechtschreiben oder in der grammatik halte ich für normal - zu chaotisch sollte es nicht werden.
smileys finde ich in mails, foren und chats hilfeich - können sie doch die fehlende mimik teilweise ersetzen.
um einen satz z.b. als ironie zu kennzeichnen kann man mal einen ;-) dazusetzen. anderenfalls könnte ein satz auch mal zu wörtlich genommen werden.

betreffend der übernahme von den teenies: sprache ist ein lebendes wesen. sie verändert sich laufend. was heute als modewort beginnt, findet morgen einzug in den duden.
beispiel hierzu die genitivproblematik: genitiv in bayern offensichtlich unbekannt, flugs wurde statt "wegen des" "wegen dem" dudentauglich. laut duden ist beides "richtig"...
hierzu gibt es ein schönes buch: "der dativ ist dem genitiv sein tod"
 
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  • #41
Hallo, das sich jemand verständlich ausdrücken kann, erwarte ich. Auch Schreiben, die nicht voller Rechtschreibfehler sind. Es gibt ein paar Schreibstile, wie die vermehrten Satzzeichen oder großgeschriebene Wörter, auf die ich verzichten kann. Smilys und Abkürzungen sind inzwischen - gerade bei elektronischen Medien - gang und gäbe und für mich kein Problem.

Andererseits bin ich vorsichtig, auf die Allgemeinbildung eines Menschen zu schließen, indem ich seine Mails danach beurteile. Jeder Mensch hat unterschiedliche Präferenzen und Vorzüge. Es gibt Menschen, die nie gelernt haben, vernünftig zu schreiben, sind aber in ganz anderen Dingen Spitze. Außerdem ist es mir wichtig, wie der Mensch im realen Leben unterwegs ist, das ist für mich viel aussagekräftiger als Mails. Was bei der reinen "Rechtschreibprüfung" zu kurz kommt, ist der Inhalt. Wenn ich hier manche Postings lese und diese nicht verstehen kann, ist das viel schlimmer, als wenn jemand alles klein schreibt oder mehrere Rechtschreibfehler einbaut. Das wäre für mich z.B. schon ein Kriterium, jemanden nicht treffen zu wollen. Alles andere finde ich Quatsch und engt nur meine Anzahl an potentiellen Kandidaten ein, die trotz schlecht geschriebener Mails für mich trotzdem in Frage kämen.
 
  • #42
"daß" ist immer noch gültig.

Die Verwendung des "scharfen" "s" hat eine sprachdialektische Bedeutung. Nicht ohne Grund heißt es "daß" und nicht "dass".

Höherangesiedelte Fachmagazine verwenden ausdrücklich "daß" statt "dass".
 
  • #43
apropos groß/kleinschreibung: warum wird darum oft so ein hype gemacht?
ich finde, auch bei reiner kleinschreibung kann man den text ohne anstrengung lesen.
mich stören eher texte, die ohne absätze daherkommen!
das ist für mich viel anstrengender zu lesen.

bei mir ist es z.b so, dass ich noch auf fernschreibern das 10-fingerschreiben lernte. und da wurde alles klein geschrieben. wenn ich großbuchstaben schreibe, bin ich nur am korrigieren und es hält tierisch auf, da ich immer "vergesse" die shift-taste zu betätigen.
also schreibe ich auch heute noch alles klein.
bin immer wieder erstaunt, wenn sich darüber jemand mokiert.
hauptsache der text ist einigermaßen gegliedert, ansonsten wird der zu augenpulver.

war nicht irgendwann mal im gespräch, grundsätzlich alles klein zu schreiben?
 
  • #44
@#39

Das ist nicht "gestelzt" oder "geschwollen", sondern sachlich und inhaltlich völlig korrekt und nicht zu kririeren.

Ich pflege nunmal diese Ausdrucksweise.

Ebenso heißt es nicht: "Mache mal die Tür zu!", sondern es heißt "Würdest Du die Güte haben, die Tür zu schließen."

Es heißt auch nicht: "Das Fenster ist auf.", sondern "Das Fenster ist offen."

Ich sage auch nicht: "Ich gehe schlafen.", sondern "Ich hege die Absicht, mich in die horizontale Lage zu begeben."

Ich esse auch nicht, sondern ich munde oder speise. Ebenso bevorzuge ich, eine gepflegte Mahlzeit zu verköstigen.

Bei uns hieß es auch nicht, "Hat die Kleine schon gegessen?", sondern "Hat die Kleine schon gespeist?"

Ebenso heißt es nicht: "Warst Du böse?", sondern: "Hast Du Dich ungehörig benommen."

Oder:
Viele sagen: "Ich muß mal was abklären." Richtig heißt es: "Ich muß einen Sachverhalt klären." oder "Hier besteht Klärungsbedarf." Abklärungsbedarf gibt es ebensowenig wie abklären.

Gleiches gilt für "voller" und "vollsten". Gibt es noch mehr als "voll"? Ebenso gibt es nur "einziges, und nicht "einzigstes".

Es gibt zu diesem Thema genügend Literatur, wo der Unsinn, der mit der deutschen Sprache betrieben wird, genau untersucht wird.
 
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  • #45
Ich kenne einige Frauen, die würden ungeschminkt nie vor die Tür gehen.
Ein schlechter schriftlicher oder mündlicher Ausdruck ist für mich wie ungeschminkt vor die Tür zu gehen - schlimmer noch, ungekämmt, ungepflegt und ungewaschen.
Bezeichnenderweise finde ich manchmal bei Frauen, die besonders viel Wert auf das Top-Styling legen, wenn sie vor die Tür gehen, das minderwertigste Deutsch in Schrift und manchmal auch Wort.
 
  • #46
Die Kleinschreibung birgt aber Probleme.

Beispiel:
"ich habe auf kuba liebe genossen."

Habe ich dort liebe Genossen, oder Liebe genossen?
 
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  • #47
Liebe FS, du bist vielleicht nicht gerade ein Snob, aber sieh es doch einfach ein bisschen lockerer.

Ich bin sehr sicher, dass die Männer, die berufliche Top-Positionen bekleiden, ihre Geschäftskorrespondenz (postalisch oder per e-Mail) sehr korrekt verfassen.
SMS haben in geschäftlicher Korrespondenz nichts verloren, außer im Notfall wenn es um Terminverschiebungen geht - da werden doch meist die Vorlagen verwendet (ohne Smiley).

Das Dating gehört in den privaten Bereich, da sollte man es nicht so eng sehen. Kann eben nicht jeder das Anderthalbfingersuchsystem auf der Tastatur perfekt.
 
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  • #48
Das wichtigste ist doch, dass eine Botschaft verstanden wird. Dafür sind Grammatik und Ausdrucksfähigkeit sehr wichtig. Rechtschreibung eher weniger.

Die neue deutsche Rechtschreibung habe ich nicht mehr bewusst gelernt. Es gibt wirklich Wichtigeres. Das hat allein schon die Parallel-Phase alte/neue Rechtschreibung gezeigt. Beides war richtig. Und die Beliebigkeit hat die Kommunikation nicht beeinträchtigt. Was solls also?

@43: ich kann dein kleingeschribenes wunderbar lesen und verstehen und hätte ebenfalls kein problem damit alles klein zu schreiben.

@FS: Ja, du bist ein Snob. Du legst (zumindest teilweise) Wert auf Unwichtiges.
Hinter "Smileys zu pflastern" hätte ich übrigens einen Punkt gemacht!
Und was ist eigentlich ein "guter Ton"?
 
  • #49
@#46/48

klar, wenn man alles klein schreibt, ergibt sich der sinn mituntr nur aus dem inhalt.
es gibt sprachen, da ergibt dich der sinn grundsätzlich aus dem inhalt - im persischen z.b. da werden in der schrift sogar ganze buchstaben weggelassen.

oder im chinesischen soll das selbe wort bei unterschiedlicher betonung, völlig andere bedeutungen haben.

noch ein klassiker der zweideutigkeit bei permanenter kleinschreibung:
helft den hungernden vögeln.
 
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  • #50
Was für eine interessante und erheiternde Diskussion. Ich kann die Fragestellerin zum Teil verstehen. Mir ist "gutes Deutsch" ebenfalls sehr wichtig - auch bei anderen -, und ich achte darauf, selbst in ganz gutem Deutsch zu formulieren.

Andererseits verwende ich in E-Mails sehr wohl Emoticons, jedoch sparsam, damit sie ihre Betonung behalten. Meistens verwende ich die Groß- und Kleinschreibung in E-Mails, wenn diese jedoch kurz und flott von der Hand gehen sollen, schreibe ich auch nur klein.

Die (nach meiner Meinung nicht natürlich entwickelte, sondern aufgesetzte) neue deutsche Rechtschreibung befolge ich nicht, da diese für mein Empfinden die Sprache zerfasert und verballhornt. Was ist gegen das wunderbare "ß" einzuwenden? Masse - Maße?

@#44: Diese Formulierungen gefallen mir sehr!
@#46 und #49: Nette Beispiele dafür, die durchgehende Kleinschreibung zu überdenken.

w47
 
  • #51
In der Sinologie gibt es tatsächlich diese sehr spezifische kontext-sensitive Besonderheit, daß erst durch die Phonetik die Bedeutung erkennbar wird. In der VR China sind schon etliche Überlegungen im Gange, diese Probleme zu beheben. Auch Japan verfügt strenggenommen über vier verschiedenen Schriften, die teilweise gemischt werden. Orthographie mit der einen Schrift, Grammatik mit der anderen.

Selbst meisten deutschen Studenten in China können grad mal ein Bier in Peking bestellen. Sinologen vielleicht noch eine Pekingente.dazu ;-)

Um das zu verstehen, muß man in China aufgewachsen sein. Allein die Verwendung der chines. Schriftzeichen auf der Tastatur ist nicht so einfach.

Ein chinesisches Sprichwort:
"Ich fürchte nicht den Himmel und nicht die Erde. Ich fürchte nur Ausländer, die Chinesisch sprechen.”
 
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  • #52
Ja. du bist ein Snop!;-)
Wenn du es ansrichst und selbst schon so empfindest, muß es ja auch so sein.
Gefühle sind immer Indikatoren.
 
  • #53
@#50

An Leuten, die meine Ausdruckweise verstehen, erkenne ich auch schnell die Leute für feinsinnigen und schwarzen Humor!

Natürlich kann ich auch umgangssprachlich sprechen, aber achte dennoch auf sprachliche Kultur.

Mein Neffe, Germanistikstudent (20), ist noch wesentlich schlimmer als ich.

Der sagte letztlich zum mir:
"Würdest Du mir einen erweiterten Zugang zur Küche verschaffen?"

Ich stand gerade im Türrahmen, und er war gerade im Begriff, diesem überschreiten zu wollen, um dort am Herd ein paar Korrekturen vornehmen zu wollen, damit das Gericht nicht versengen möge.

Für mich ist das mitunter ironische Wortspielerei.
 
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  • #54
An Dagobert: Sag mal... War #44 ernst gemeint oder eher ironisch?

"Würdest Du die Güte haben, die Tür zu schließen" meint erstens inhaltlich etwas anderes als als
"Mach mal bitte die Tür zu" und passt stylitisch so gar nicht zur

"spezifischen, kontext-sensitiven Besonderheit". Was soll das heißen?

Ist man eigentlich ein besonders Guter und Wichtiger, wenn man die Dinge möglichst kompliziert beschreiben kann? Auch und gerade in wissenschaftlichen Arbeiten wird häufig kompliziert formuliert. Wahrscheinlich um zu zeigen, welch geistige Kapazität hier am Werke war.

Richtig gute Erklärungen findet an zB. bei "Frag doch mal die Maus". Einfach, verständlich, kurz und korrekt. Das ist die Kunst!
 
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  • #55
Liebe w 41,

seh´ die Sache doch pragmatisch: schreib´ viel und nehme viele Antworten entgegen, dann hast Du die Chance, korrekte Interpunktion, optimale Sprachgestaltung und stilistische Pirouetten auf Nobelpreishöhe zu erleben und eben auch: Kurzformen, Abkürzungen, Übertreibungen, Flachheiten bis zum Skurrilen der Gosse. Dann hast Du Vorspeise, hauptgericht und Dessert in Variationen einer reichhaltigen Speisekarte.

Als w 41 bist Du natürlich von der jugendlichen Sprache diskret entfernt. Pardon, aber bleib im zugehörigen Abteil. Und auch wenn ein m 60 mal sprachlich ausflippt oder den smil(e)y nimmt: gehört dazu, ist Teil des Ganzen... Vielleicht freut er sich, daß er das in EP kann und darf, im Alltag nicht, dann macht der gerade seine Therapie... so what? Alle Piktogramme funktionieren doch so: Komplexes knapp dargestellt, spart Platz, wird schnell erfasst und IQ-unabhängig begriffen...

Warum nicht mischen, das Leben ist doch vielfältig, das darf sich in der Sprache doch abbilden. Oder? Mir sind lediglich Jene suspekt, die nur die Extreme beherrschen, v.a. als künftige Partner...

Ich grüß Dich herzlich, als w 46, und nehm´ doch einfach an, die Welt gehe wegen sprachlicher Vielfalt nicht unter. Die Hochsprache hilft sich immer selbst, allerdings nicht durch Rechtschreibereformen und Mahnungen, die so unnötig sind wie ein Kropf: einfach laufen lassen, wie im wirklichen Leben.

Was meinst Du zu dieser Sicht?

Männer und Frauen bieten im Übrigen die gleiche Mischung an Können, Wollen und dennoch nicht Können, nicht Wollen und nicht Können aber immer gewollt haben und sich über all das gepflegt beschweren. Man kann das wegkürzen und kommt dann zum (übrigbleibenden) Kern.

Freu Dich an der Musik und der frischen Luft! Das geht mit den Ohren und der Nase...
 
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  • #56
Die Verwendung des Imperativs ist auch so ein Fehler, der mir hier immer wieder unangenehm ins Auge sticht! ( gebe, nehme, spreche, lese statt gib, nimm, sprich, lies, etc.)
 
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  • #57
Von einem Gegenüber erwarte ich im schriftlichen Deutsch eine weitgehend korrekte und möglichst auch die alte Rechtschreibung. Leider hat die neue zu viele Fehler (z.B. "aufwändig" ist die falsche Ableitung - nämlich vom Perfekt- statt vom Präsensstamm - des Verbs "aufwenden")...

Am schlimmsten finde ich es, wenn sich Anglizismen nicht nur als Wörter, sondern auch im Satzbau einschleichen, weil das ist falsch (die auch bei Politikern und Journalisten beliebte neue Konstruktion des Kausalsatzes)!

Ich habe lange als Tonmeister bei Sprachaufnahmen gearbeitet. Leider bestehen diese heute für einen Rundfunkbeitrag von einer Minute aus 10 Minuten Unterricht in deutscher Grammatik und 10 Minuten Sprecherziehung, bevor man dann die Aufnahmetaste aktivieren kann. Schnee und Glatteis gefährdet den Verkehr zu oft im Singular...

In einem Land der Dichter und Denker mit der entsprechend gewachsenen kulturellen Bedeutung der Schriftsprache ist deren Erhalt für mich eine Verpflichtung. Nicht nur in diesem Punkt bin ich entschiedener Globalisierungsgegner. Auch virtuelle soziale Netzwerke und Blog-Geschwafel gibt es in meinem Leben nicht. Man muß den Menschen begegnen, um sie kennen zu lernen. Aber die Lust darauf ist proportional zur Qualität der Rechtschreibung.

Und noch etwas: Wer mit "fliegenden Fingern" eMails oder SMS schreibt, daß nur kryptischer Mist dabei herauskommt, zeigt nur, daß er sich keine Zeit für den Adressaten nimmt! Tut mir leid, aber solche Kontakte sind nicht die wertvollen...

m/51
 
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  • #58
Liebe FS,

ich sehe es wie du. Männer ohne zureichende Grammatik, Rechtschreibung usw. kommen nicht in Frage. Leider tummeln sich diese nun auch vermehrt unter den Akademikern. Eines der letzten Reservate für Bildung ist die Klassische Philologie. Dort gibt es noch die "Altmeister" mit schönem Deutsch und fachübergreifenden Literaturkenntnissen.
 
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  • #59
Also, ganz ehrlich stört es mich, wenn die Orthographie und die Grammatik nicht stimmt.Smileys sind okay, damit man etwas, das scherzhaft gemeint ist, betont.Tippfehler passieren immer mal, auch ich treffe mal in der Eile daneben.
Andererseits - warum sollte ich jemanden gleich ausschließen, nur weil er nicht richtig schreibt?Der beste Freund meines Sohnes ist Legastheniker - aber ein ganz wunderbarer Mensch mit einer supersüßen Freundin.Und da denke ich, das der Mensch doch im Vordergrund steht.
 
  • #60
@#57

Ich stimme Ihrer Betrachtungsweise vollkommen zu.

Es geht gewiß nicht um vereinzelte Kleinigkeiten wie Flüchtigkeitsfehler oder Tippfehler, sondern um die Anhäufungen von Verfehlungen. Ebenso kaufe ich nicht in Geschäften, in denen Werbung unter Zuhilfenahme von Anglizismen betrieben wird.

Ganz furchtbar finde ich Sachen wie "Wegen dem Wetter....". Es heißt "Wegen DES Wetters." Da springe ich sofort sinnbildlich an die Decke.
 
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