• #61
Ich finde, dass keine Frau abends allein durch die Gegend laufen muss, egal wo, und es ist erschreckend, dass ausgerechnet viele Frauen hier so abwertend reagieren.
Muss ja auch keine Frau, wenn sie sich ein Taxi ruft oder es im Vorfeld abklärt, dass sie jemand begleitet. Ich habe es immer so gehalten. Dafür muss ich meinen Partner nicht mitten in der Nacht anrufen. Es ist ja nicht so dass es da keine Möglichkeiten gibt.
Diese Vorfälle fanden mitten am hellichsten Tag bzw. Samstag vormittag. Bei einem Raub lief meine Kollegin gerade durch die Gegend von der Arbeit und hat sich über viel Polizei gewundert, also sie hat es um halbe Stunde verpasst.
Bei uns gab es auch Vorfälle dieser Art. Mein Bruder arbeitet in einer anderen Stadt, er ging durch eine Straße in der es wenig später eine Schießerei gab, am helllichten Tag. Aber was soll man tun? Sich zu Hause einsperren? Immer Angst haben, wenn man einen Schritt vor die Türe tut?
 
  • #62
Ah. Ich hätte es so verstanden, dass sie ihn anruft und er sie dann zu Fuß abholt.
Ging ja nicht - er war an einem anderen Ort. Steht schon im Eingangstext, aber etwas verworren. Habe ich auf Anhieb auch nicht so durchblickt.

Okay, die rein telefonische Begleitung find ich auch wenig sinnvoll. Ob sinnvoll oder nicht, er hat zugesagt.
Die große Frage jenseits von der Sinnhaftigkeit ist, hat er das wirklich so zugesagt unter Kenntnis ihrer Ängste und als zeitlich unbegrenzte Nachtschicht?

Die FS schreibt:
gefragt, ob ich ihn anrufen kann, wenn ich nach Hause laufe....
Das kann auch ein erzählen wollen was los war sein. Frauen sind ja oft mitteilsam bis geschwätzig.
Von ihren Ängsten und negativen Erlebnissen schrieb sie erst im Folgepost.

Ich möchte für mich nicht drauf schwören, dass wenn ich lapidar gesagt habe "ja kannst abends auf dem Rückweg anrufen" ohne dass eine Zeit vereinbart und diese auch eingehalten wurde, ich dann tatsächlich um Mitternacht noch wach bin und darauf warte, dass der andere sich meldet.

Wenn mir aber jemand gesagt hat "ich will mich mit Freunden treffen, nicht immer um 9 Uhr nach Hause gehen, weil ich Angst habe, allein unterwegs zu sein", dann kannst Du sicher sein, dass ich auch um 4 Uhr das Telefon noch in der Hand habe, um die Vereinbarung einzuhalten.
Wenn diese Klarheit bestand und es ist ihm wurscht, ja dann ist er der falsche Mann für die FS. Dann war das auch sicherlich nicht das einzige Erlebnis dieser Art und sie weiß es auch, will es nur nicht wahrhaben und klammert sich nun an dieses eine Ereignis.

Und selbst dann sollte sie sich unabhängig vom Mann überlegen, wie sie mit ihren Ängsten umgeht - was dagegen tun oder geeignete Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Der Partner kann nicht immer da sein und nach ihrem Belieben den Bodygard geben.
Ängste wachsen nämlich, wenn sie gegossen und gedüngt werden.
 
  • #63
Liebe @Tohuwabohu
Ich habe da mal so eine generelle Frage, jetzt mal abgesehen von dem hier beschriebenen Vorfall. Musst du nicht beantworten, solltest du aber vielleicht mal für dich selbst durchdenken.
Hast du grundsätzlich Zweifel an der Beziehung? Manchmal ist es so, dass man dann unbewusst einen greifbaren Aufhänger sucht. Vielleicht auch den Tropfen, der letztendlich das länger brodelnde Fass zum Überlaufen bringt. Brodelt es schon länger? Dann solltest du über eine Trennung nachdenken.
 
  • #64
Meinst Du, dass es der FS weiterhilft, wenn man sie rundum pampert und vor allen Dingen, dass sie was draus lernt für die nächste Partnerwahl oder auch für den sinnvollen Umgang mit ihren Ängsten? Eher nicht, sondern sie wiederholt iihre Fehler.

Wir haben hier 3 Sachverhalte:
- Ängste bei der FS und sinnvoller Umgang damit
- Kommunikation zwischen ihr und ihm
- sein Verhalten.
Du hast absolut Recht @Vikky, aber solch eine Herangehensweise erfordert auch, nenne wir es mal ohne Wertung, Intellekt. Du bist ne intelligente Frau, aber erwarte das nicht von allen anderen Menschen.
Außerdem sind Ängste nicht rational. Schlussendlich fühlt sich die FS vernachlässigt.
Was da sonst noch dahinter steckt, weiss sie vielleicht selbst nicht. Ich bleib bei meiner Meinung, das der Kerl ne Pfeife ist. Wenn mich meine Freundin um etwas bittet und ich zusage, dann wird das erledigt!
Ich hab nen Handwerksbetrieb, diese straighte Vorgehensweise hat bei mir die letzten 30Jahre ganz gut funktioniert.
Vielleicht gehört so eine Unverbindlichkeit bei Versprechen auch zu dem von mir seit Jahren angeprangerten Sitten- und Moralverfall.... entschuldige, war jetzt vielleicht zu viel ausgeholt.
 
  • #65
Ausserdem verstehe ich nicht, warum du, wenn du schon selber belästigt wurdest, diese Situation herunterspielst, dazu meinst, die tapfere zu spielen und andere Frauen verurteilst, wenn sie Zustände beim alleingehen bekommen.
Ich vermute, Erleben und Verarbeiten sehen bei verschiedenen Menschen schlicht anders aus.
Ich lebe in einer kleinen relativ ruhigen Stadt. Innerhalb von letzten drei Jahren hatten wir Messerstecherei im Einkaufszentrum, mehrere Belästigungen von jungen Mädchen im Schwimmbad und zwei Überfälle ins Juvelliergeschäfte.
...die dazu führen, dass Du Dich verständlicherweise in Deiner Stadt nicht mehr sicher fühlst. Wenn ich hier die Statistik der letzten Jahre ansehe, könnte ich mich auch (als Mann) unwohl fühlen. Tue ich aber nicht. Und viele Frauen hier auch nicht. Wie bei vielen anderen Ereignissen eine Frage der individuellen Bewertung.
Ich finde, dass keine Frau abends allein durch die Gegend laufen muss, egal wo, und es ist erschreckend, dass ausgerechnet viele Frauen hier so abwertend reagieren.
Ich denke, eine Frau, die nicht alleine laufen möchte (was ich nachvollziehbar finde), sollte eben für Begleitung oder ein Taxi sorgen.

Auch nicht, was das mit unweiblich zu tun hat, wenn man keine Angst hat @Lebens_Lust ..
Anderer Bezug. Es ging hier um die ständige Abwertung anderer "Weibchen"...
In Neukölln hab ich in den 2000ern gewohnt, wo ständig Drogenleute, Möchtegern-Gangsta-Leute und nachts keine andere Frau unterwegs waren. Ich habe auch negative Erfahrungen gehabt. Hab ich doch geschrieben. Ich will mich davon aber nicht in meiner Bewegungsfreiheit einschränken lassen. Das ist eben meine Herangehensweise.
Eben. Bei uns ist die Innenstadt leider seit Jahren voll von zwielichtigen Gestalten. Bei mir löst das keine Angst aus, aber ich meide die Gegend mittlerweile, weil ich mich dort nicht mehr wohlfühle. Da werden Frauen von jungen Männern immer wieder belästigt, das ist heute leider üblich, aber es reagiert eben jede Frau anders.
 
  • #66
Aber ehrlich verstehe ich es nicht, dass Leute so viel Angst haben, in Deutschland allein nach Hause zu gehen. Das ist nicht die Bronx

Ich bin mal nachts mit dem Auto durch eine berüchtigte Straße gefahren, wurde von der Polizei angehalten, plötzlich war mein Auto von lauter Polizisten mit Maschinengewehr im Anschlag umstellt... Verkehrskontrolle...fand ich nicht lustig.

Jene Straße wurde später zur Waffenverbotszone erklärt, da es dort ständig Schießereien gab. Und der Drogenhandel floriert auch am helllichten Tage völlig offensichtlich, es wird nichts dagegen unternommen.

Kann mir schwer vorstellen, was in der Bronx noch groß anders ist?

Klar bin ich schon groß und nicht von übermäßiger Angst betroffen, aber ich fühle mich nie wohl, wenn ich nachts allein durch die Stadt oder in einsame Parkhäuser muss.

Wie schön ist es dann doch, wenn man einen lieben Partner hat, der einen abholt... oder ein Date, was einen bis zum Auto begleitet?

Ich denke, hier geht nicht ums Können oder ob die Angst rational berechtigt ist, sondern um eine kleine Gefälligkeit.

Die FS wollte ja nichtmal abgeholt werden, sondern lediglich ein Telefonat.
 
  • #67
Klar bin ich schon groß und nicht von übermäßiger Angst betroffen, aber ich fühle mich nie wohl, wenn ich nachts allein durch die Stadt oder in einsame Parkhäuser muss.

Wie schön ist es dann doch, wenn man einen lieben Partner hat, der einen abholt... oder ein Date, was einen bis zum Auto begleitet?
Dann kann man das doch so viel planen. Taxi, eher gehen, mit Freunden absprechen. Versteh ich ja, also dass es manchen so geht. Aber telefonieren mit dem Freund, der am anderen Ende des Landes ist (bei seinen Eltern klingt ja nach woanders; sonst geht sie ja mit ihm zusammen nehme ich mal an, nie alleine), ist ja nur eine gefühlte Sicherheit. Nach wie vor geht es aber doch um die Frage, ob der Freund das auch genauso verstanden hat, ob sie ihm das als so dringend für ihr Sicherheitsgefühl genannt hat, oder ob er dachte, sie möchte dann gern noch mit ihm telefonieren. Eh wir das nicht wissen, ist es doch alles Spekulation, ob er generell unzuverlässig ist oder nicht. Dass er sich keine Sorgen um sie macht, wenn sie nach Hause geht, kann ja gut sein - ich wäre ja auch so, ich mache mir da keine Sorgen. Das kann man ihm ja nun nicht vorwerfen, wenn er ein anderes Sicherheitsgefühl hat als sie.

Anderer Bezug. Es ging hier um die ständige Abwertung anderer "Weibchen"...
Ich zumindest habe keine Frauen abgewertet, sondern nur gesagt, dass ich es nicht so gut nachvollziehen kann. Mehr nicht. Angst oder nicht hat ja nichts mit männlich oder weiblich zu tun.
Kann mir schwer vorstellen, was in der Bronx noch groß anders ist?
Ist das ernst gemeint? Einfach mal Mordraten usw vergleichen. Da liegen noch Welten dazwischen, schon, weil in den USA jeder ne Waffe hat..
 
  • #68
Die FSin wohnt mit ihrem Freund zusammen in ihren vorangegangenen Post schreibt sie wie sehr sie ihn liebt. Er ist fair in der Beziehung was ihr Studentengehalt und sein Einkommen angeht. Sie hat es gut bei ihm, ist dankbar. Sagt selbst sie hat Versagensängste und andere diffuse Ängste, weil sie mit ihren Eltern arm war und denkt nicht mitzuhalten. Jedoch macht sich die FSin das Leben schwer, misstraut, wie bei ihrer Schwester und ihrer alkoholabhängigen Cousine, auch ihren Eltern, ihrer Schwester, ihrer Cousine, ihrer Tante, man will Schlechtes, es ist nicht unter Kontrolle, sie muss eingreifen, gleich läuft alles aus dem Ruder, und so denke ich auch hier. Der Freund bei seinen Eltern und sie vermisst ihn, geht deshalb abends mit Freundinnen aus. Ich denke wirklich tiefwurzelnde Angst hat sie nicht, sonst ruft man nicht im Vorfeld, des Freundinnentreffen den Freund an und meint, man meldet sich später (nur wie spät genau?) nur mal zur Sicherheit. Wenn wirklich Angst im Spiel ist, dann organisiert man vorab von sich aus die ganz sichere Schiene mit Taxi, redet vor dem Treffen mit den Freundinnen, wer einen heimbegleitet, klärt den Heimweg, falls es zu spät wird (vielleicht hätte jemand von ihren Freunden, Familie, Arbeitskollege, Nachbarn vereinbart abholen und heim fahren können) oder verlässt rechtzeitig/früher die Location, zu einer für gefühlt sicheren Uhrzeit. Es mag auch gut sein, dass es nicht Mitternacht war, sondern 2 Uhr morgens, nur die Geschichte klingt dann schon anders für sie und sie ist nicht diejenige ihren Freund auf ihren Anruf stundenlang warten lässt und dann Panik schiebt. Auch denke ich, ihm ist nicht wirklich klar gewesen, dass sie nächtens nochmal seine Stimme hören wollte, er ihr ein Gefühl von scheinbarer Sicherheit vermitteln sollte, denn wie die meisten Foristen schrieben, hätten sie dann gewartet, interveniert oder wenn es zu lange dauert und es zu spät wird, mal sich ihrerseits gemeldet und darauf hingewirkt, der andere soll den Heimmarsch antreten bzw. auf ein Taxi umsteigen, damit man selbst endlich schlafen gehen kann. Im Grunde vermisst sie einfach nur ihr Schatzi, deshalb nur abends reden, gibt ihr ein gefühlt schönes Gefühl, weil eine sichere Methode ist es nicht. Und klar ist die jetzt darüber ein wenig enttäuscht, er hat es verschlafen und bevor sie auf Arbeit fährt, macht sie sich ihres Unmutes ein wenig Luft.
 
  • #69
Hier geht es nicht um reale oder theoretische Gefahr, sondern um persönliches Empfinden.
Gehen wir weg von Gefahr und nehmen zum Beispiel Lampenfieber. Die wenigsten Menschen treten freiwillig vor versamelter Mannschaft und halten Vorträge. Rein rational besteht keine Gefahr, schließlich tun die Menschen nichts böses und wahrscheinlich statistisch betrachtet die wenigsten werden ausgelacht. Und mein WEISS auch, dass nichts passieren wird, trotzdem ist einem unwohl dabei. Jemand hat schon geschrieben - Ängste sind irrational und jeder hat eigenes Empfinden. Wobei Ängste natürlich auch ein Frühwarnsystem sind und nützlich sein können. Ich persönlich habe kein Problem damit, bin etwas aufgeregt, nervös aber nie. Ich kann zwar nicht verstehen, warum es so vielen schwer fällt, würde mich aber nie lustig machen oder abwerten, nach dem Motto mein Gott ihr seid doch erwachsen, was ist daran so schwer. Natürlich ist die FS gross genug und schafft es allein nach Hause. Wenn sie am nächsten Tag Vortrag hätte und am Abend davor mit ihrem Freund telefonieren würde, um ei Fach GUTES Gefühl der Unterstützung zu bekommen und er eingeschlafen wäre, dann hätte sie sicherlich auch ihren Vortrag geschafft. Es bleibt trotzdem ein komisches Gefühl, als ob man allein gelassen wurde. Allein mit Sorgen und Ängsten. Wenn der Partner dafür nicht zuständig ist, weil man ist SCHON GROSS, dann braucht man auch keine Beziehung, man geht Affäre ein und alles andere regelt man im Alleingang.
 
  • #70
Ich kann @Tohuwabohu so gut verstehen. Die Enttäuschung wenn der Partner ein Versprechen nicht hält bzw etwas nicht einhält, was mir wichtig war. Ich kenne das Gefühl "bin ICH ihm nicht wichtig? Sind meine Bedürfnisse ihm egal?" Unabhängig davon, ob es nachts denn nun gefährlich ist oder nicht, oder was sie für Alternativen gehabt hätte. Darum ging es ja nicht. Nicht um eine pragmatische alternative Lösung, sondern darum, dass sie enttäuscht ist, dass er etwas, was ihr wichtig war, nicht eingehalten hat.

Mein Mann ist leider auch unzuverlässig, das habe ich gelernt und deshalb zähle ich nicht mehr auf ihn. Ich plane alles unabhängig und selbstständig in dem Wissen, dass ich auf ihn nicht bauen kann. Das klingt jetzt wirklich traurig wenn ich das schwarz auf weiß so aufschreibe, fällt mir gerade auf.

Zu einer wichtigen Prüfung wollte er mich unbedingt fahren (die Verteidigung meiner Promotion); ich hatte kein Auto und wollte wie immer selbstverständlich Bahn fahren. Extra 2 Bahnen früher, damit nichts schiefgeht. Er hat mich bekniet dies sein zu lassen, ich solle mir keinen Stress machen, er möchte mich uuuuunbedingt fahren. Na gut. Ich habe mich auf ihn verlassen. Wir haben noch nicht zusammen gewohnt.
An genau dem Tag ging sein Wecker nicht. Ich bin ausgerastet! Das war das erste und einzige Mal, dass ich ihn angeschrien habe. Meine Nerven lagen eh schon blank.

Es sind viele Kleinigkeiten. Ständiges Zuspätkommen zu Verabredungen und Terminen. Vergessen von Zutaten im Supermarkt, die ich dringend brauche, obwohl sie auf der Einkaufsliste stehen.

Wenn es bei der FS schon so anfängt kann ich sagen: Es wird nicht besser. Er wird sich nicht ändern.

Ich habe für mich entschieden, dass ich damit klar komme, dass dieser "Fehler" meines Mannes mein Kompromiss in der Beziehung ist und dass alles andere für mich überwiegt und ich ihn gegen nichts auf der Welt eintauschen möchte. Mir muss halt klar sein, dass ich alles unabhängig planen muss und mich auf ihn nicht verlassen kann. Besser es selbst machen.

FS, das musst du dir für dich überlegen. War diese Situation mit dem Anruf die erste, in der dein Partner sich unzuverlässig gezeigt hat? Dann Schwamm drüber, einschlafen kann Jedem mal passieren.
Oder kommt sowas öfter vor und deshalb triggert es dich so? Kannst du mit Unzuverlässigkeit leben? Ändern kannst du daran nichts. Dann musst du lernen, dir selbst zu vertrauen und für dich selbst da zu sein, unabhängig von ihm. Wenn du dich auf ihn nicht verlassen kannst.

W36
 
  • #71
Für mich persönlich hätte es einen sehr üblen Beigeschmack wenn ich wegen dem Wunsch nach einem 5-10 Minuten Telefonat eine Podiumsdiskussion führen müsste. Und das mit meinem Partner, mit dem ich Bett und andere Dinge teile (wobei der Partner hier ja scheinbar nicht diskutiert hat).

Am Ende des Tages hilft gar nichts, wenn dir jemand von hinten eine Pistole an den Kopf hält. Es gibt keine 100 %ige Sicherheit und ich gehe davon aus, das weiß die FS und darum geht es ihr auch gar nicht. Es geht um ein Sicherheits*gefühl*. Was sie persönlich aus diesem Telefonat zieht, ist ihre Sache. Sie hat dahingehend ihren Partner um einen Gefallen gebeten. Ich finde diesen Gefallen übrigens im absolut vertretbaren Rahmen. Das wäre nichts wo ich das Gefühl hätte, (m)einen Freund zu belästigen (Heißt es nicht, Männer mögen das Gefühl gebraucht zu werden?).

Wie es neben schmeichelnden Anmachsprüchen auch ablaufen kann: am helllichten Tag an der Bushaltestelle von einem etwa gleichaltrigen Mann nett angesprochen zu werden. Er setzt sich dann im Bus neben mich und meint dann nach ein paar Minuten, er steigt an meiner Haltestelle mit aus. Fängt dann plötzlich an mich an beiden Armen fest zu halten und wiederholt immer wieder, er steigt mit mir aus. Ich habe nicht geschrien, aber ihm deutlich gesagt das ich das nicht möchte, er mich loslassen soll. Er hält weiter meine Arme fest. Die restlichen Fahrgäste machen nichts, seine Bekannten die mit eingestiegen sind, steigen dann irgendwann aus und rufen nochmal nach ihm, er bleibt sitzen. Irgendwann drehen sich die beiden älteren Männer die vor uns sitzen um. Der eine meinte dann, er soll mich jetzt endlich in Ruhe lassen. Der Typ sagt, er lasse sich nicht vorschreiben, wie er mit seiner Freundin redet. Der ältere Mann redet weiter auf ihn und endlich steigt der Kerl aus. Danke an der Stelle an den älteren Mann. Hätte mich der Typ überhaupt angesprochen, wenn ich telefoniert hätte, er mich also anfangs gar nicht in ein Gespräch hätte verwickeln können? Wer weiß. Aber wenn der Typ dich erstmal fest im Griff hat und du selbst nicht mehr an dein Handy kommst kannst du nur noch hoffen, dass sich jemand in der Nähe aufhält, für den Zivilcourage kein Fremdwort ist.

Wenn man nur 1km bis nach Hause hat nehmen die Taxifahrer einen auch nicht unbedingt mit. Es gibt auch Taxifahrer, die es ganz "toll" finden, wenn eine stark angetrunkene Frau alleine einsteigt. Letztlich muss jeder für sich selbst wissen, welche Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen man ergreifen möchte, sei es auch nur zur Beruhigung. Man kann ja auch mehrere Maßnahmen ergreifen, Selbstverteidigungskurs, Anti-Angsttraining UND jemanden anrufen wenn man sich doch unwohl fühlt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #72
An genau dem Tag ging sein Wecker nicht. Ich bin ausgerastet! Das war das erste und einzige Mal, dass ich ihn angeschrien habe. Meine Nerven lagen eh schon blank.

Es sind viele Kleinigkeiten. Ständiges Zuspätkommen zu Verabredungen und Terminen. Vergessen von Zutaten im Supermarkt, die ich dringend brauche, obwohl sie auf der Einkaufsliste stehen.
Das klingt echt merkwürdig, fast nach unbewusster Sabotage oder Wegseinwollen. Ich kannte mal ein Paar, da wirkte der Mann total abwesend - auf seiner Hochzeit. Als ob er lieber ganz woanders wäre. Auf keinem Hochzeitsfoto guckt er in die Kamera, sondern irgendwohin ins nichts. Man könnte auch noch meinen, er sei halt sehr introvertiert, aber es wirkte durch das Verhalten der Braut so, als stünde er total unter ihrer Fuchtel.

Es gibt natürlich auch Menschen, die immer genau dann komplettversagen, wenn andere ihnen klarmachen, dass alles auf jeden Fall klappen müsste. Wenn man sagt, sie sollen einen Schalter auf keinen Fall einschalten, schalten sie ihn ein, weil sie das irgendwie nicht verarbeiten können.

In abgemilderter Form gibt es das auch so: Man sagt, man würde kein Marzipan essen und kriegt dann immer Marzipan geschenkt, weil die Schenkenden den Namen und Marzipan verbinden und das Wort "nicht" in den Untiefen des Gedächtnisses verschwindet. Das ist keine Absicht.
Ich habe auch mal gehört, dass ein Mensch das Wort "nicht" gar nicht gehirnmäßig verarbeiten kann, deswegen soll man nicht sagen "fall nicht hin", wenn einer irgendwo rumbalanciert.

Wie dem auch sei, ich finde es merkwürdig, dass sich das so häuft bei Dir. Muss auch anstrengend sein, wenn man sich nicht verlassen kann auf den anderen, aber wenn Du Dich ansonsten geliebt fühlst usw., ist das wohl ein Phänomen, mit dem Du nur dadurch umgehen kannst, dass Du Dich bei Wichtigem nie auf Deinen Mann verlässt.
 
  • #73
Außerdem bin ich traurig, weil ich mich nicht auf ihn verlassen kann.
Liebe @Tohuwabohu , ich kann ganz genau verstehen, was Dich irritiert und zweifeln lässt, und das hat nichts damit zu tun, dass man sich selbst versorgen kann. Nein, es geht um das Gefühl von Fürsorge, sich umeinander kümmern, aufeinander ein bisschen aufpassen in der Beziehung. Klar kriegt man das alleine hin. Aber ich steh auf Ritterlichkeit und hätte schon gern das Gefühl, der Mann möchte sicher sein, dass ich heil angekommen bin. Oder er fragt zumindest schnell nach, sobald er wach wird.
Ihr seid natürlich noch jung, aber schaue Dir Deinen Partner diesbezüglich schon mal noch genauer an. Soweit mein Rat. Ich persönlich würde die leise Stimme in Dir nicht wegdrücken.
Bei uns gab es auch Vorfälle dieser Art. Mein Bruder arbeitet in einer anderen Stadt, er ging durch eine Straße in der es wenig später eine Schießerei gab, am helllichten Tag. Aber was soll man tun? Sich zu Hause einsperren? Immer Angst haben, wenn man einen Schritt vor die Türe tut?
Das Klima hat sich für mich gefühlt als Frau verändert.
Bei uns ist die Innenstadt leider seit Jahren voll von zwielichtigen Gestalten. Bei mir löst das keine Angst aus, aber ich meide die Gegend mittlerweile, weil ich mich dort nicht mehr wohlfühle. Da werden Frauen von jungen Männern immer wieder belästigt, das ist heute leider üblich, aber es reagiert eben jede Frau anders.
Das ist bei uns auch so, ist mittlerweile unsicher. Nicht mehr zu vergleichen mit der Zeit als ich zwanzig war und in der Großstadt lebte. Unser Stadtkern ist verlorenes Gebiet. Der Park ebenso. Auch am Tag. Mir tun die Eltern leid, die dort ihre kleinen Kinder im Dreck spielen lassen müssen. Ich habe mehrere Tage versucht unseren Stadtpark mit Zange und Müllbeutel zu reinigen, keine Chance, es müllt schneller zu, zerschlagene Flaschen überall. Die Geräte zerstört. Als Frau alleine keine Gegend mehr. Für Kinder allein auch am Tag nicht mehr.
Das ist einfach mit früher nicht mehr zu vergleichen.
Frauen sind heute nicht mehr so frei. Einfach so rumlaufen, ich würde das nicht mehr machen heute. Nicht mehr ohne Begleitung. Nicht mehr ohne Taxi. Das ist doch verständlich für mich, dass sie ihren Partner anspricht.
Da ist der Bewegungsradius schon geschrumpft. Also ich kann die FS sehr gut verstehen. Und ich war nie ein Hasenfuß. Aber ich bin Realist und habe Augen im Kopf.
w46
 
  • #74
Ich finde das ganz wichtig - dieses Gefühl, sich auf den anderen verlassen zu können. Klar kann mal was daneben gehen, man im wahrsten Sinne des Wortes etwas Wichtiges verpennen.

Da meldet sich gerade ganz zaghaft dein Bauchgefühl. Wenn sonst alles gut bei euch ist - mach dir keinen Kopf. Sollten noch andere Anzeichen vorhanden sein, die dir das Gefühl geben sollten, du seist ihm nicht (mehr) so wichtig - dann drücke das Gefühl nicht weg.

Ich bin übrigens im Dunkeln nicht gern allein draußen. Ich finde das auch nicht ungewöhnlich.
 
  • #75
Das klingt echt merkwürdig, fast nach unbewusster Sabotage oder Wegseinwollen
So analog zum Beitrag von @Apfelmus ? Ne, das glaube ich jetzt nicht.

Unzuverlässigkeit ist eine Eigenschaft, die mich zum Wahnsinn treibt. Mittwoch treffe ich mich wieder mit einer Freundin von der ich weiß, dass sie grundsätzlich zu spät kommt. Ich versuche schon immer später zu kommen als ausgemacht, gelingt mir aber nicht.

Muss auch anstrengend sein, wenn man sich nicht verlassen kann auf den anderen, aber wenn Du Dich ansonsten geliebt fühlst usw., ist das wohl ein Phänomen, mit dem Du nur dadurch umgehen kannst
Lies mal die Autobiographie von Michelle Obama. Der gute Barack mag ja viele positive Eigenschaften haben, aber Zuverlässigkeit im privaten Bereich gehört definitiv nicht dazu, ganz im Gegensatz zu ihr.

Die FSin wohnt mit ihrem Freund zusammen in ihren vorangegangenen Post schreibt sie wie sehr sie ihn liebt
Guter Punkt. Ich kann mich noch dran erinnern.
Dramatisieren würde ich das jetzt auch nicht. Wenn er sonst zuverlässig ist...kann halt mal passieren.
Ich denke bei der Wahrnehmung von Zuverlässigkeit verhält es sich ähnlich wie mit der Wahrnehmung von Ängsten. Für jemanden, der selbst relativ angstbefreit ist, ist das deulich schwieriger nachzuvollziehen. Jemand der selbst zuverlässig ist, versteht die Unzuverlässigkeit nicht. Derjenige nimmt das dann schon persönlich. Geht mir zumindestens so. Ich akzeptiere dies bei langjährigen Freunden, bei einer Partnerschaft würde das nicht funktionieren. So wie bei @Sommergold, kann ich mir nicht vorstellen.
W,56
 
  • #76
Liebe FS, lass dich kein bisschen verunsichern denn: die allermeisten Beitragschreiber hier im Forum haben nach meiner Meinung, das Thema verfehlt, es geht nicht um das Taxi, es geht nicht um andere Möglichkeiten nach Hause zu kommen, das Thema lautet: dein Freund liebt dich nicht, ist nicht verbindlich, ist nicht zuverlässig, vergisst dich, schläft lieber, ist bequem, statt sein Wort zu halten und dich nach Hause zu begleiten, PUNKT!
Was willst du mit so einem Partner als Pfeife an deiner Seite?
Du bist gut beraten, die Beziehung mit Kontaktabbruch für immer zu beenden, such dir einen Mann, der dich liebt, der zu dir steht und verbindlich ist! Auch Punkt!
Viele Grüße IM
 
  • #77
Wie dem auch sei, ich finde es merkwürdig, dass sich das so häuft bei Dir. Muss auch anstrengend sein, wenn man sich nicht verlassen kann auf den anderen, aber wenn Du Dich ansonsten geliebt fühlst usw., ist das wohl ein Phänomen, mit dem Du nur dadurch umgehen kannst, dass Du Dich bei Wichtigem nie auf Deinen Mann verlässt.
Ich weiß dass diese Unzuverlässigkeit nichts mit mir zu tun hat. Er ist Jemand, der ständig zu spät kommt, auch zu seinen eigenen wichtigen Terminen und das alles nicht so ernst nimmt. Er hat da auch viel Selbstironie und lacht über sich.
Das mit meiner Prüfung habe ich wirklich übel genommen und es war auch wirklich schlimm für ihn. Das hat ihm so leid getan. Was soll ich sagen. Dann soll er mir halt nicht so etwas versprechen ohne sich 3 Wecker zu stellen.
Ich fühle mich sehr geliebt sonst, habe sogar das Gefühl, er brauche mich mehr als ich ihn. Seine Verpeiltheit kann ich akzeptieren, weil ich weiß dass das nichts mit mir zu tun hat und er dieses Problem grundsätzlich hat. Wenigstens kann ich dafür sorgen, dass er Freunde und Familie nicht länger warten lässt ("Nein, du kannst jetzt nicht noch schnell xyz erledigen, wir müssen JETZT los").

Mir selbst sind Unzuverlässigkeit oder Zuspätkommen ein Dorn im Auge. Wenn ich zusage, etwas zu tun, dann tue ich es auch.
Wenn @Tohuwabohu auch Jemand Zuverlässiges ist, auf deren Wort man zählen kann, verstehe ich, dass die legere Haltung ihres Freundes sie irritiert.
 
  • #78
Wieder mal typisch?

Jemand stellt eine etwas unpräzise Frage ein (hier @Tohuwabohu), nichts Genaues ist dieser zu entnehmen:

Welche Bitte wurde von der FS an ihren Freund gerichtet? Die, wach zu bleiben, das Handy nicht leise zu stellen, Gewehr-bei-Fuß auf ihren nächtlichen Anruf ohne ungefähre Zeitangabe zu warten, nicht einzuschlafen, sie telefonisch - von welchem Ort aus? - auf dem Heimweg verbal zu begleiten ...??
Oder was auch immer.

Daraufhin wird im Forum wild spekuliert, weil von der FS keine ergänzenden Richtigstellungen mehr kommen, sie auf kein Fragezeichen mehr reagiert.

Wir lesen ellenlange Meinungen, die, den hiesigen Fall betreffend, nichts anderes als Fantasien sein können. Juristen pflegen einen »Verdacht« von allen Seiten, oft widersprüchlich, zu betrachten, das füllt ganze Fachbücher und soll der Urteilsfindung dienen.

Darauf folgen die irrwitzigsten Anschuldigen, von denen der Beklagte in unserem Fall keine Ahnung haben dürfte: ist er unzuverlässig? Liebt er seine Freundin überhaupt? Ist er ein Egoist, der nie und nimmer an ihr Wohl denkt? Und die Krönung: Trennung, sofortige, wird teilweise eingefordert ...

Die Anklägerin schweigt. Oft denke ich dann: soll sie doch in der selbst verschütteten Suppe schwimmen und zusehen, wie sie wieder ans Ufer kommt.

Nein, ich stelle den Sinn eines Forums wie dieses hier nicht infrage. Ich finde es, im Gegenteil, für viele sehr hilfreich, lese gerne mit und lerne dabei eine Menge. Aber aufrüttelnde Fragesteller, die sich anschließend in die Büsche schlagen (»nein, ich war's nicht, die Anderen sind es gewesen«), finde ich dann doch überflüssig. Schade.
 
  • #79
Die Anklägerin schweigt. Oft denke ich dann: soll sie doch in der selbst verschütteten Suppe schwimmen und zusehen, wie sie wieder ans Ufer kommt.

Nein, ich stelle den Sinn eines Forums wie dieses hier nicht infrage. Ich finde es, im Gegenteil, für viele sehr hilfreich, lese gerne mit und lerne dabei eine Menge. Aber aufrüttelnde Fragesteller, die sich anschließend in die Büsche schlagen (»nein, ich war's nicht, die Anderen sind es gewesen«), finde ich dann doch überflüssig. Schade.
Das passiert hier doch dauernd. Oft wird eine provokative Frage rein geschossen, sich dann nicht mehr gemeldet. Der Ring ist eröffnet, man schaut, wie weit sich die Foristen "die Hucke" voll hauen....:)
Aber: es gibt schönerweise auch die anderen Threads, wo der Kontakt gut ist, die Reaktionen der FS flüssig. Da engagiere ich mich auch gern, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist.
 
  • #80
Oft wird eine provokative Frage rein geschossen, sich dann nicht mehr gemeldet. Der Ring ist eröffnet, man schaut, wie weit sich die Foristen "die Hucke" voll hauen....:)

Auch wenn die FS sich nicht mehr meldet und es klarstellt, finde ich es trotzdem sehr interessant, die verschiedenen Ansichten der Foristen zu lesen und zu diskutieren.

Man sieht ja letztlich sowieso immer nur die Darstellung des FS. Der "Beschuldigte" kann sich ja sowieso nie selbst äußern.
 
  • #81
Ja ich weiß, aber danke, dass du das auch so siehst. Ich musste nur mal meinem Unmut darüber Luft machen und will auch, dass eine FS das liest - sich vielleicht selbst mal Gedanken zum eigenen Verhalten macht (auch wenn diese Chance wohl gering ist).

Ganz anders geht es mir dann, wenn ich von einer FS (@Teja, Ex-Mann zweite Chance geben?) nach 3 (!) Jahren lese, dass sie ihm diese Chance gegeben hat, und sie seither wieder glücklich sind. Obwohl ihr Teile des Forums zur Trennung geraten hatten. Andere glücklicherweise nicht.

Da geht es mir anders als dir, liebe @Joggerin: ich fühle mich auf konkreten Pfaden wohler, als auf denen, die der Fantasie entsprungen sind. Und dann denke ich, dass »das Forum« vielleicht doch ein wenig dabei geholfen hat, die gute Richtung zu erkennen.

Zumindest bei mir löst ein Feedback gute Gefühle aus. Dann engagiere ich mich hier auch gerne.
 
  • #82
Zumindest bei mir löst ein Feedback gute Gefühle aus. Dann engagiere ich mich hier auch gerne.
Geht mir auch so. Es gibt immer wieder ganz besondere FS, die super in der Kommunikation sind. Ging mir gerade mit dem Thread mit @Melodia so, man freut sich mit, wenn man Erfahrungen weitergeben kann, oder Anregungen. Weil man heut eben auch Dinge und Sachverhalte weiß, die man aufgrund des Alters z.B. einfach früher auch nicht wissen konnte. Insofern ist das Netz schon eine gute Sache. Konnte man früher eben Freundinnen fragen, waren diese doch oft in der gleichen Alterskohorte und dementsprechend unwissend bzw. unerfahren, wie man selbst.
Es ist wie immer im Leben, Helles und Dunkles nebeneinander....
 
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