• #1

Bin ich zu pingelig?

Ich lebe jetzt mit meinem Partner 3 Jahre zusammen. Da gibt es etwas, was mich sehr belastet. Er begrüßt mich nicht, wenn er nach Hause kommt und er verabschiedet sich nicht von mir, wenn er weg geht. Für mich ist Begrüßen und Verabschieden eine Selbstverständlichkeit und ich lege großen Wert auf gutes Benehmen. Wenn seine Kinder bei uns zu Besuch sind, dann grüßen sie ebenfalls nicht. Jedes Mal, wenn das so ist, fühle ich mich miserabel. Ich habe es ihm schon oft gesagt und manchmal klappt es auch eine zeitlang besser. Meistens redet er sich aber heraus: Er wollte mich nicht stören, weil ich so beschäftigt gewesen sei, er wußte nicht, dass ich überhaupt noch da sei, er hätte mir zugerufen, aber ich hätte nicht geantwortet, ich hätte es einfach überhört usw. Aber das Muster bleibt. Vielleicht bin ich pingelig, aber dieses Thema verfolgt mich immer wieder aufs Neue und ich ärgere mich immer wieder. Beruflich hat er eine sehr gute Position und dort beherrscht er auch den Knigge 1A. Ich weiß gar nicht, was ich noch tun soll. Selbst wenn wir Besuch haben, fällt das immer wieder auf und ich muss mich für ihn und seine Kinder rechtfertigen. Mir ist das dann ganz peinlich.
 
  • #2
Hm. Merkwürdig.
Grüßen ist eine so stark verankerte soziale Norm, daß die Nichteinhaltung schon sehr verstörend sein kann, verstehe ich.
Ich habe auch drauf bestanden, daß mein Freund mich richtig begrüßt wenn ich nach Hause komme, nicht einfach nur vor dem Computer sitzen bleiben und irgendwas grunzen. Genauso habe ich das auch für ihn getan, es war eine kleine Geste der Wertschätzung, die mir aber sehr wichtig war. So ein: ich freue mich jedesmal, wenn ich dich sehe, und ich stehe auf und umarme dich, um dir das zu zeigen.
Das abzulehen - hm. Kann damit nichts anfangen. Es wirkt sehr sozial eingeschränkt, weiß nicht wie ich das interpretieren soll. Daß es die Kinder auch tun, naja, das haben sie eben so gelernt in der Familie. Gut ist das aber auch nicht, wenn sie das für normal halten.
Gewöhne dir das Fremdschämen aber ganz schnell ab. Einfach drüber lachen und sagen, die sind halt so. Du bist nicht für ihr Verhalten verantwortlich.
Wenn das das einzige ist, was nicht passt - na gut, dann sagen wir, es ist exzentrisch. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß diese soziale Merkwürdigkeit das einzige ist, das nicht stimmt.
 
E

EarlyWinter

  • #3
Warum fragst du ihn nicht einfach, warum er das so handhabt? Ihm Vorwürfe machen und einfordern, dass er das tut, finde ich sinnlos und er wird gemaßregelt wie ein kleines Kind und muss sich Ausreden einfallen lassen. Das ist doch unwürdig. Lass dir von ihm erklären, warum er so handelt. Er hat dafür seine Gründe und da kann man dann gemeinsam ansetzen.
 
  • #4
Boahhhh.....ein absolutes NO GO....Ehrlich! Ich finde sogar, ein Abschieds- und Begrüssungskuss Pflicht.
Würde mich auch nicht mehr rechtfertigen oder ihn entschuldigen, sondern wirklich sagen, dass dies KEIN Benehmen ist. Aber was du daraus machen willst.....puhhh, da habe ich leider keine Idee. Ich für mich, meine Liebe wäre wohl an sowas erschloschen, zuwenig Respekt für mich und für unser Beziehung
 
  • #5
Du bist nicht zu pingelig. Begrüßung und Verabschiedung sind selbstverständlich und gehören zu den normalen Umgangsformen.
Kinder sind ja noch Erzieher. Denen würde ich dieses Verhalten klar abverlangen. Zumindest Dir gegenüber.
Wird aber ein Weilchen dauern bis es drin ist.
Bei Deinem Mann würde ich, jedesmal wenn er es nicht tut, überbetont und freundlich sagen: "Hallo mein Schatz, ich freue mich auch Dich wiederzusehen!"
Irgendwann bleibt was hängen.

Viel Glück
 
  • #6
Mich würde das Verhalten auch stören. Ich hab auch zu meinen Eltern jedes Mal als ich aus dem Haus gegangen bin "Tschüss" gesagt und dann wieder "Hallo". Genauso ist es jetzt auch in meiner WG. Würde ich komisch finden, wenn man sich nicht mal begrüßt oder verabschiedet. Kann dich voll verstehen.

Sag ihm doch mal dass es dich stört und ob er es dir zu Liebe vielleicht ändern könnte.
 
  • #7
Liebe Silberperle,

das frage ich mich manchmal auch! Ich kann nachempfinden wie das ist. Du sagst ihm was Dich stört und ihn juckt es nicht die Bohne. Obwohl es doch ein Leichtes wäre für ihn sich hier mal ein bisschen am Riemen zu reißen, seiner Frau zuliebe. Frau fühlt sonst nämlich nicht wertgeschätzt. Und das ist dann wieder ein eigenes Problem.

Willst Du Deine eigenen Nerven schonen bleibt nur eins ... versuche Dich nicht mehr drüber aufzuregen. Sofern sonst bei Euch alles in Ordnung ist ...

Von Zeit zu Zeit darf an das Thema natürlich trotzdem erinnert werden ...
 
P

Provence

  • #8
Kann es sein, dass dich etwas anderes, grundlegenderes an deinem Partner stört und du das unbewusst an der fehlenden Begrüßung/Verabschiedung festmachst?
Ich habe es ihm schon oft gesagt und manchmal klappt es auch eine zeitlang besser.
Er scheint sich ja immer wieder zu bemühen, doch dann fällt diese für dich wichtige »Höflichkeit« wieder aus seinem Raster heraus. Weil er selbst es als weniger bedeutend erlebt, als du. Und in seiner Ursprungsfamilie wurde dieser Vorgang offensichtlich auch nicht so hoch gehängt, sonst würden sich seine Kinder nicht ähnlich verhalten.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Besucher auf solch eine Geste in eurem Haushalt achten - es sei denn, du hast sie darauf aufmerksam gemacht. »Peinlich« ist das Ausbleiben davon nun wirklich nicht.

Wenn du sonst keine Sorgen hast … man kann sie sich auch herbei reden.
 
  • #9
Für mich gibt es nur eine Situation, in der ich mir das Begrüßen verkneife: wenn ich der Frau damit einen Schrecken einjagen würde. Zum Beispiel, weil sie gerade am Fönen ist und mein Eintreten nicht bemerkt hat. Ansonsten ist es eine Selbstverständlichkeit. Genauso beim Weggehen: man will doch wissen, ob man noch zu zweit in der Wohnung ist oder schon allein. Wie sähe das denn aus, wenn jemand anruft und den Partner sprechen will? „Moment, ich schau’ mal, ob er/sie überhaupt da ist”? Ein Armutszeugnis ohnegleichen.
 
  • #10
Liebe silberperle,

wie würde mein damaliger Lieblingsprof. bei meiner Antwort wieder sagen:
"Die Antwort war richtig nur ich habe die falsche Frage gestellt!".

Aber diesmal ist aus meiner Sicht die Frage tatsächlich falsch.

Genauso wie Dir ist auch mir soziales Verhalten, dazu gehört für mich höfliche, freundliche und gegebenenfalls liebevolle Begrüßung und Verabschiedung, sehr wichtig. Deshalb ist es keine Pingeligkeit, sondern das bist Du und Dir ist es wichtig. Dies scheint bei Deinem Mann nicht so zu sein oder er hat davon bzw. dafür ein anderes Verständnis.

Somit ist weder das eine noch das andere richtig, sondern ihr habt eine unterschiedliche Wahrnehmung und Verhaltensweise. Da solltest Du ansetzen.

Du könntest Deinen Mann, wiederholt, bitten sich zu ändern, ich befürchte aber, dass dies nichts bringen wird, wenn er nicht selbst zu der Überzeugung gelangt, oder andere Konsequenzen ziehen.

Peinlich, ja fast ärgerlich, finde ich, dass Dir das Verhalten Deines Mannes peinlich ist. Das zeugt deinerseits von Unfähigkeit, Bevormundung und Erziehen- sowie Gefallenwollen. Darauf wiederum würde ich äußerst allergisch reagieren.
 
  • #11
Nun, das ist natürlich nicht nett und höflich, aber er ist nun mal so und war es sicher schon immer. Wenn Du Dich daran aufhängst, wirst Du unglücklich. Du wirst ihn nicht ändern können. Im Job verhält er sich anders, weil er sich da anstrengen muss. Zuhause entspannt er sich, und dann ist er halt, wie er ist. Ist allein das für Dich ein Trennungsgrund? Wenn nein, dann entspann Dich. Kein Mensch ist perfekt. Du hast bestimmt auch Deine Ecken und Kanten, und es gibt bestimmt Dinge, an denen sich ein Mann bei Dir aufhängen kann.
 
  • #12
Kann es sein, dass dich etwas anderes, grundlegenderes an deinem Partner stört und du das unbewusst an der fehlenden Begrüßung/Verabschiedung festmachst?
Ich muss dem jedoch beipflichten. Vielleicht hast Du mit dem Begrüßungsverhalten nur etwas Greifbares gefunden, aber in Wirklichkeit steckt dahinter ein anderes Problem, zum Beispiel Besitzdenken und Respektlosigkeit, auch seiner Kinder Dir gegenüber. Das würde ich kritisch hinterfragen. Ich würde auch kritisch hinterfragen, woran seine vorherigen Beziehungen gescheitert sind.

Wenn es aber wirklich nur das Begrüßen ist, gilt das von mir zuvor Gesagte: Entspannen und weiter.
 
G

grünewelle

  • #13
Wir sind alle in verschiedenen Familien mit verschiedenen Regeln und Ordnungen aufgewachsen. Ich finde es erwachsen, einem Partner seinen eigenen Spielraum zu lassen. Dein Partner scheint doch Rücksicht nehmen zu wollen, jedoch rutscht es ihm immer wieder von seiner eigenen Prioritätenliste. Es ist ihm schlicht und ergreifend nicht so wichtig wie Dir, so unwichtig sogar, dass er es seinen Kindern nicht beigebracht hat. Ich weiß auch nicht so recht, was ich mir unter "er begrüßt mich nicht und er verabschiedet sich nicht" genau vorstellen soll. Er ist dann nach der Arbeit einfach im Haus, ihr begegnet euch gar nicht? Er geht wortlos an Dir vorbei und geht ins Arbeitszimmer? Er steht morgens vom Frühstück auf, schnappt sich seine Arbeitsutensilien und geht wortlos weg? Seine Kinder kommen wortlos rein und gehen wortlos wieder weg?

Wenn man die Macken der Familie kennt, dann braucht man das nicht persönlich nehmen, er "verstößt" doch lediglich gegen DEINEN Verhaltenskodex.
Ich frage mich manchmal, wer beziehungsunfähiger ist, derjenige, der bestimmte Verhaltensweisen aufstellt und meint, nur dann ist eine Beziehung tragfähig oder derjenige, der ein paar Macken hat, die nicht mit den eigenen Vorstellungen zusammenpassen.

Peinlich, ja fast ärgerlich, finde ich, dass Dir das Verhalten Deines Mannes peinlich ist. Das zeugt deinerseits von Unfähigkeit, Bevormundung und Erziehen- sowie Gefallenwollen. Darauf wiederum würde ich äußerst allergisch reagieren.
Sehe ich genauso und ich würde auch äußerst allergisch reagieren. Ob ich Dich pingelig finde? Vielleicht eher verhaftet in eigenen Mustern, die einem anderen Menschen nicht mehr erlauben, so zu sein, wie er ist. Und...wie hier schon gesagt...sonst keine Sorgen? Dann ist alles gut.
W
 
  • #14
Also ich kann die FS verstehen. Zu grüßen bzw. sich zu verabschieden ist ja wohl das Mindeste, was man verlangen kann, wenn man zusammenlebt. Du erwartest ja nicht, dass er Dir jeden Tag mit einem Strauß Blumen um den Hals fällt. Und einfach das Haus verlassen ohne sich zu verabschieden? Was kommt denn als nächstes? Sprecht ihr dann gar nicht mehr miteinander? Da weiß man ja auch nicht einmal wer noch im Haus ist...Absolut unverschämt. Würde mich auch ärgern. Ich kenne sowas ähnlich aus eigener Erfahrung: mein Partner sagt mir nie "Gute Nacht" abends, legt sich ins Bett und dreht sich rum. Ich finde es so seltsam, weil er zum Beispiel im Umgang mit anderen Menschen ganz anders ist. Wenn wir z.B. bei seinen Eltern sind wird sich tausendmal Gute Nacht gesagt und Küsschen hier, Küsschen da. Deshalb frage ich Dich , wie er sich anderen Leuten gegenüber verhält? Hat er die schlechten Manieren nur bei Dir?
 
G

Ga_ui

  • #15
Ich wäre z.b. diejenige, die auf den Mann zugeht und ihm die Hand oder Wange für Begrüßung und Kuss zustreckt und ihn in den Arm nimmt. Die Kinder ebenso. Und zwar jeden Tag! Am besten so oft wie möglich! Wiederholungstherapie schlägt meistens an, weil das Gehirn auf Wiederholung trainierbar ist. Wird zwar komisch für alle Beteiligten, aber glaub's mir, das wirkt!
Frauen müssen Männer insgeheim zu ihrem Benehmen trainieren!

Wenn du dir mal langzeitige Ehepaare ansiehst, wirst du das auch merken, wie das Grundverhalten der Männer von den Frauen gespiegelt wurde.

Ich würde mich aber spätestens dann trennen, wenn ich mich selber schon die Frage stellen würde, ob ICH das Problem bin und zu pingelig bin. Hat der Mann dir das eingeredet?
 
  • #16
Ich lebe jetzt mit meinem Partner 3 Jahre zusammen. Da gibt es etwas, was mich sehr belastet. Er begrüßt mich nicht, wenn er nach Hause kommt und er verabschiedet sich nicht von mir, wenn er weg geht. Für mich ist Begrüßen und Verabschieden eine Selbstverständlichkeit und ich lege großen Wert auf gutes Benehmen.
Du bist nicht pingelig. Im Gegenteil.
Das gegenseitige Begrüßen, wenn man kommt, oder Verabschieden, wenn man geht, halte ich für so was von selbstverständlich, dass es eigentlich nicht extra erwähnt werden müsste.
Sich so zu verhalten, wie dein Partner und seine Kinder es tun, ist ein Zeichen von Respektlosigkeit gegenüber Mitmenschen. Was dich und deinen Partner angeht, auch ein Zeichen von mangelnder Liebe, weil er dich anscheinend als eine Selbstverständlichkeit ansieht und somit irgendwie traurig.
Ich finde, es gehört einfach dazu beim Gehen oder Kommen umarmt, geküsst oder lieb angesprochen zu werden - und das auch selbst beim Partner so zu handhaben. Mir würde sonst etwas Wesentliches fehlen und ich könnte mit jemand wie deinem Freund nicht zusammen sein.
 
  • #17
... mein Partner sagt mir nie "Gute Nacht" abends, legt sich ins Bett und dreht sich rum. Ich finde es so seltsam, weil er zum Beispiel im Umgang mit anderen Menschen ganz anders ist. Wenn wir z.B. bei seinen Eltern sind wird sich tausendmal Gute Nacht gesagt und Küsschen hier, Küsschen da. Deshalb frage ich Dich , wie er sich anderen Leuten gegenüber verhält? Hat er die schlechten Manieren nur bei Dir?
Ich fasse es nicht!
Du hast eine Beziehung mit einem Mann, der sich ins Bett legt und rum dreht ohne dir Gute Nacht zu sagen?
Und du empfindest das nicht als Missachtung deiner Person?
Ich meine nur, weil er sich bei anderen, z.B. seinen Eltern ganz anders verhält.
 
  • #18
Ich fasse es nicht!
Du hast eine Beziehung mit einem Mann, der sich ins Bett legt und rum dreht ohne dir Gute Nacht zu sagen?
Und du empfindest das nicht als Missachtung deiner Person?
Ich meine nur, weil er sich bei anderen, z.B. seinen Eltern ganz anders verhält.
Ich verstehe das auch nicht. Er ist ansonsten eigentlich immer höflich zu mir, aber abends ist das echt komisch. Oft unterhalten wir uns ja im Bett noch über irgendwas. Sobald das Gespräch vorbei ist, merke ich wie er einschläft. Wenn ich vorher nicht Gute Nacht sage, kommt nichts.
Klar sind sowas keine Riesenprobleme, aber ich denke wenn man schon in jungen Jahren so anfängt, was kommt dann noch 30 Jahren Ehe, wenn der Lack wirklich mal ab ist?
 
G

Ga_ui

  • #19
Du hast eine Beziehung mit einem Mann, der sich ins Bett legt und rum dreht ohne dir Gute Nacht zu sagen?
Männer sind lernfährig, wirklich!
Mein Ex hatte das früher auch mal gemacht. Er vergaß sogar mir eine Decke geben, wenn ich bei ihm übernachtete! Ich bin dann einfach mitten in der Nacht trocken aufgestanden und heim gegangen. Was er wohl nicht von mir erwartet hätte! Danach kam es nicht mehr wieder vor!
Zukünftige Dinge wie gemeinsam Film schauen, habe ich aber dann doch immer weiter verkürzt, so dass ich bei Filmende schnell aufgesprungen bin, um heimzukommen. Hat er auch gemerkt, dass ich mich bei ihm immer unwohler fühlte.
Ging auch wegen solchen auseinander, weil von ihm nie was zurückkam. Ich kam mir eher wie lästig vor.
 
  • #20
Mich würde ja interessieren, ob der Mann schon von Beginn an war, also als die FS ihn kennenlernte.

Falls ja: Dann hätte ich mich anstelle der FS gar nicht erst in so jemanden verliebt. Denn ich bin auch der Meinung, dass dieses Nichtgrüssen gar nicht geht. Da muss wohl irgendwie die Kinderstube versagt haben.

Falls das früher mal anders war: Dann würde ich es auf jeden Fall als Missachtung meiner Person aufnehmen. Das scheint mir doch ein durch und durch liebloses Verhalten zu sein, das der Mann an den Tag legt. Da würde ich nicht lange überlegen, ob ich mir das länger gefallen lassen will.
 
  • #21
Silberperle, wie alt bist du und warum fällt dir das tatsächlich für mich persönlich respektlose Verhalten erst nach 3 Jahren Beziehung auf? Wie war er denn in der Dating-Kennenlernphase?

Warum bezeichnest du diesen Mann als deinen Partner, der dich schon bei grundlegenden Dingen in meinen Augen nicht partnerschaftlich wertschätzend und für Erwachsene normal verhält?

w
 
  • #22
dass Dir das Verhalten Deines Mannes peinlich ist. Das zeugt deinerseits von Unfähigkeit, Bevormundung und Erziehen- sowie Gefallenwollen. Darauf wiederum würde ich äußerst allergisch reagieren.
Schon klar, der beziehungsunfähige Teil ist derjenige, der auf Regeln für das Zusammenleben besteht. Wenn hingegen jeder tut, was er will, kann keiner dem anderen etwas vorwerfen („wolltest du nicht vor einer Stunde schon zurück sein?”).

Höflichkeit ist im übrigen kein Selbstzweck, sondern erleichtert das Zusammenleben. Hierzu ein Beispiel: Frau steht im vollbesetzten Zug auf und geht wortlos weg. Der Platz ist begehrt, die Mitreisenden halten ihn ihr frei: zehn Minuten, zwanzig Minuten. Es macht sich allmählich der Verdacht breit, daß sie wohl ausgestiegen sein dürfte. Mit einem Mal kommt sie doch wieder, setzt sich wortlos wieder auf den frei gehaltenen Platz. Wie viel einfacher wäre alles gewesen, wenn sie gesagt hätte „ich gehe mal eben in den Speisewagen.” Oder wahlweise eben auch „auf Wiedersehen”.
 
  • #23
Schon klar, der beziehungsunfähige Teil ist derjenige, der auf Regeln für das Zusammenleben besteht. Wenn hingegen jeder tut, was er will, kann keiner dem anderen etwas vorwerfen („wolltest du nicht vor einer Stunde schon zurück sein?”).
Eben nicht! Die FS darf gerne, so wie ich schrieb und es auch halte, ihre Haltung haben, dann bitte aber auch konsequent, aber nicht auf halber Strecke stehen bleiben und mit dem Finger auf den anderen zeigen in der Hoffnung, dass sich dieser schon ändern wird oder gefälligst zu ändern hätte.

Höflichkeit ist im übrigen kein Selbstzweck, sondern erleichtert das Zusammenleben. Hierzu ein Beispiel: Frau steht im vollbesetzten Zug auf und geht wortlos weg. Der Platz ist begehrt, die Mitreisenden halten ihn ihr frei: zehn Minuten, zwanzig Minuten. Es macht sich allmählich der Verdacht breit, daß sie wohl ausgestiegen sein dürfte. Mit einem Mal kommt sie doch wieder, setzt sich wortlos wieder auf den frei gehaltenen Platz. Wie viel einfacher wäre alles gewesen, wenn sie gesagt hätte „ich gehe mal eben in den Speisewagen.” Oder wahlweise eben auch „auf Wiedersehen”.
Hätte, wäre, könnte ... solange sie das Gepäck und andere Sachen, wenn vorhanden, nicht mitnimmt, ist die Sache auch so klar.

Man muss im Leben in einer bestimmten Situation mit den vorhandenen Tatsachen und Erfahrungen Entscheidungen treffen, die man in dieser vorfindet bzw. hat, und vor allen Dingen, so auch die FS, damit leben können und wollen.
 
E

EarlyWinter

  • #25
Verstehe ich nicht.
Jemand, den ich nicht kenne, steht von seinem Platz neben mir auf und nimmt auch alle seine Sachen mit und sagt nichts.
Diesen Platz halte ich doch nicht frei.
Wenn einer sitzen will, setzt er sich.
Wo ist denn das Problem ?

w 48
Das habe ich auch überhaupt nicht verstanden. Wenn ich aufstehe und samt Equipment gehe, dann bin ich mir dessen bewusst, dass mein Platz damit verloren ist und ich mir anschließend einen anderen suchen muss. Mag sein, dass der reserviert ist, trotzdem würde ich mich auch als Mitreisende nach ein paar Minuten setzen wenn alles überfüllt ist, schon alleine, um etwas Platz zu schaffen, und dann wieder aufstehen wenn diejenige zurück kommt. Und wenn der Platz nicht reserviert ist dann ist er sowieso frei. Das ist mal wieder eine dieser verschrobenen Geschichten, bei denen alles totinterpretiert wird. Unfassbar, wie manche ihr Leben verkomplizieren und auch noch glauben, sie sind besonders empathisch oder was weiß ich was.
 
  • #26
Stimmt, stoffelige Menschen verstehen oft nicht, daß ihnen bessere Umgangsformen durchaus auch Vorteile einbrächten. Und sei es nur, daß ihnen im Zug von fremden Menschen ein Sitzplatz frei gehalten wird. Im Beispiel war's ja so, daß die Dame den Platz durchaus auch wieder einnehmen wollte. Ein Dankeschön an die Mitreisenden war's ihr aber dann auch wieder nicht wert. Über solche Leute schüttle sicher nicht nur ich den Kopf. Aber bitte, jeder wie er meint.