• #1

Bin ich zu überempfindlich?

`Vorgeschichte´ in Kürze: Mein Freund (54) und ich (49) sind seit 2,5 Jahren zusammen und haben gute Zeiten aber leider auch einen Haufen Ärger. Wir leben in 30 KM Entfernung voneinander und haben halt jeder durch Beruf, Kind(er), Haushalte ein paar Bälle in der Luft.

Er hat m.E. seehr hohe Ansprüche in Bezug auf Initiative, Teil- und Rücksichtnahme; z.B. hat er gerne, dass ich mich freiwillig und von mir selbst aus zur Betreuung seiner Kinder (11, 13) anbiete, wenn seine Exgattin (wg. ihrer chronischen Erkrankung) nicht am Start ist.

Auch empfindet er vor allem seinen 11jährigen Sohn öfter als gemobbt oder benachteiligt.

Nun ist er mit seinen Kindern zu einem Kurztrip in ein Super-Rutschen-Schwimmbad mit Übernachtung (hier in Bayern sind noch Ferien) aufgebrochen und hat meinen Sohn nicht gefragt, ob er mit will, geschweige denn mir einen Grund für diesen Alleingang genannt, schließlich gibt es evt. einen plausiblen. Da ich arbeiten muss, sitzt der Knabe (13) nun alleine zu Hause, während sich die Herrschaften beim Planschen amüsieren, was soll´s, ich gönne es ihnen.

Nun meine Frage; bin ich überempfindlich, wenn mir das einen "Stich" gibt..?

Natürlich würde ich diese Umfrage nicht starten, wenn das die einzige Situation gewesen wäre, wo Wort und Tat sich - wie ich finde - deutlich unterscheiden.

Danke für Reaktionen!
 
  • #2
Hallo FS,

ich denke nicht das man Deine Reaktion bzw. Gedankengänge als überempfindlich bezeichnen kann. Auch erschließt sich mir nicht ganz, warum Dein Freund Deinen Sohn nicht mitgenommen hat.

Deine Wortwahl lässt allerdings vermuten das bei Euch wesentlich mehr Rauch unter de Dach steckt. Vielleicht solltet ihr einmal gesamtheitlich "Sperrmüll" raus bringen, sprich eine generelle Aussprache.
 
  • #3
Ich denke, dass Gedankenlesen und Erfüllen von unausgesprochene Wünschen nicht in Deinen Aufgabenbereich fällt.

Nach dem Lesen des Beitrags hatte ich das Gefühl, dass da ein Ungleichgewicht ist, an dem Du nicht unschuldig bist, weil Du Dich verpflichtet fühlst und emotional unter Druck setzen läßt.

Es gehören ja immer zwei dazu, wenn das nicht ausgeglichen ist. Insofern wären klare Signale, dass Du nicht einseitig gedanklich vorauseilend die Unterstüzerin und Aushilfe gibst, wenn er nicht zu gleichem bereit und in der Lage ist.

Ich fände es insgesamt angemessener, wenn z.B. Unterstützung freundlich nachgefragt wird und Du dann auch nicht unter Druck gesetz wirst, wenn du mal "Nein" sagst. Vermutlich wirst Du ja nicht aus Prinzip nein sagen, sondern nur wenn Du einen guten Grund hast.

Aber selbst wenn Du am Ende genauso oft aushilfst ist es irgendwie höfflicher, wenn Du nett gefragt wirst.

Für den Ausflug kann es grundsätzlich auch gute Gründe geben: Z.B. dass er auch mal was mit seinen Söhnen ganz alleine machen wollte. Allerdings fehlt da die Kommunikation.

Es würde sich ja ganz anders anfühlen, wenn er Deinem Sohn das erklärt hätte und z.B. gesagt hätte, dass er beim nächsten Ausflug wieder mit dabei ist.
 
  • #4
Auch empfindet er vor allem seinen 11jährigen Sohn öfter als gemobbt oder benachteiligt

Hmmh, zuerst einmal seid Ihr in erster Linie immer selbst für Eure Kinder verantwortlich. Wenn Dein 13-jähriger (ich habe auch eine 13-jährige) in den Ferien allein zuhause ist, ist das erst mal Euer "Problem" (meine freut sich wenn sie zwischendurch mal ihre Ruhe hat...). Aber vielleicht ärgert Dein 13-jähriger den 11-jährigen ja wirklich ein bisschen viel aus Eifersucht oder ähnlichen Gründen.
Außerdem finde ich es legitim, wenn ein Vater mit seinen Kindern mal was allein macht, das stärkt die Bindung und ein Außenstehender würde da stören. Ganz praktisch wird er wahrscheinlich mit den beiden Kindern in einem Zimmer übernachten, wo soll dann das 3. Kind hin?


z.B. hat er gerne, dass ich mich freiwillig und von mir selbst aus zur Betreuung seiner Kinder (11, 13) anbiete, wenn seine Exgattin (wg. ihrer chronischen Erkrankung) nicht am Start ist.

Wie kann man sich das vorstellen? Du arbeitest genauso wie er und in Deiner freien Zeit, also am WE zum Beispiel, wäre er doch auch da? Bitte näher erklären.

Was den Ausflug ins Spaßbad betrifft, so finde ich Dich wirklich überempfindlich, was Deine angedeuteten anderen Situationen betrifft, so wird Dir hier niemand etwas sagen können, da zu nebulös.
W52 mit Tochter 13
 
  • #5
Da wäre ich auch sauer. Du sollst für seine Söhne parat stehen. Noch dazu ungefragt. Er hingegen fragt Deinen Sohn nicht mal, ob er beim geplanten Ausflug mit möchte.
Ganz klar: er zieht seine Söhne vor und das wird sich auch nicht ändern. Bei Euch ist eine deutliche Schieflage. Er nimmt, Du gibst. Für ihn ist das ganz selbstverständlich. Frage Dich, warum Du Dir das gefallen lässt. Eine liebevolle und gleichberechtigte Beziehung sieht anders aus. Wo ist Dein Selbstwert? w, 52
 
  • #6
Natürlich würde ich diese Umfrage nicht starten, wenn das die einzige Situation gewesen wäre, wo Wort und Tat sich - wie ich finde - deutlich unterscheiden.

Das bedeutet, er unternimmt öfter etwas mit seinen Kindern alleine oder erwartet, dass Du teilnimmst, aber Dein Sohn wird nicht einbezogen? Wie reagiert er, wenn Du ihn darauf ansprichst, ob Dein Sohn mitgehen kann oder warum er nicht selbstverständlich auch einbezogen wird?
 
  • #7
Was für eine kompetene und hellsichtige Antwort ;) Es scheint viel zwischen den Zeilen zu stehen oder sich um ein verbreitetes Problem zu handeln..

Genau in diese Richtung hatte ich mir (unter anderem) schon Gedanken gemacht.

Eben das ist es was fehlt oder falsch läuft - die Kommunikation.

Allerdings bilde ich mir ein, schon versucht zu haben, den "Druck" durch Gespräche und Vernunft zu ersetzen - das hat manchmal funktioniert - meine Mittel halte ich für erschöpft.

Fast bei allen gemeinsamen Urlauben gibt es Stress, weil er in brütendes Schweigen verfällt, nachdem ich mich "daneben" verhalten oder etwas "Schlimmes" gesagt habe. Geäussert wird das allerdings nicht; wenn ich dann irgendwann frage, was los ist, werde ich zusammen gestaucht. Sehr merkwürdig - und kraftraubend.

Falls ich aufhöre, zu versuchen, seine Wünsche zu erahnen wird der Kontakt wahrscheinlich abflachen - mein Freund ist eher passiv und zuweilen recht mißtrauisch.

Sein Verhalten (höflich und freundlich nachfragen wäre ein Traum..) kann ich schließlich nicht beeinflußen, gibt es Tipps, was ich tun könnte - wie könnte ich z.B. ein Zeichen setzen?
 
  • #8
Nun ist er mit seinen Kindern zu einem Kurztrip in ein Super-Rutschen-Schwimmbad mit Übernachtung (hier in Bayern sind noch Ferien) aufgebrochen und hat meinen Sohn nicht gefragt, ob er mit will, geschweige denn mir einen Grund für diesen Alleingang genannt, schließlich gibt es evt. einen plausiblen. Da ich arbeiten muss, sitzt der Knabe (13) nun alleine zu Hause, während sich die Herrschaften beim Planschen amüsieren, was soll´s, ich gönne es ihnen.

Liebe FS,

bei euch scheint so manches im Argen zu sein, doch unabhängig von allem anderen hätte ich es auch nett von deinem Freund gefunden, wenn er deinen Sohn zu dem Kurztrip mit seinen Kindern mitgenommen hätte. Zumal sie im gleichen Alter sind. Das er das nicht getan hat, lässt auf ein gestörtes Verhältnis zu deinem Sohn schließen. Würde er sich mit ihm gut verstehen, hätte er ihn mit Sicherheit gefragt, ob er mitkommen will. Gerade in einer Patchwork-Beziehung ist es wichtig, dass die Kinder der jeweiligen Partner sich von beiden angenommen fühlen, wenn es wirklich harmonisch sein soll. Vielleicht verstehen sich die Kinder untereinander auch nicht so gut, sonst hätten seine von sich aus gefragt, ob dein Sohn nicht mitkommen kann.

Ich lese in deinen Zeilen auch nichts von Liebe zu deinem Freund oder Zuneigung zu seinen Kindern. Vielleicht ist es ja bei euch so, dass z.B. jeder von euch sein eigenes Ding macht und jedem von euch nur seine eigenen Kinder wichtig sind. Darüberhinaus gibt es anscheinend noch Querelen, wegen der Ex und ihren Krankheiten.

Das mit euch sieht für mich nicht wie eine liebevolle Beziehung aus, sondern eher wie eine Zweckgemeinschaft, aus der jeder seinen eigenen - möglichst größeren - Vorteil ziehen will.

Eine gelungene Patchwork - Beziehung stelle ich mir idealerweise so vor, dass man auch die Kinder seines Gegenparts mag und zu ihnen ein vertrauensvolles Verhältnis aufbaut. Da wäre es selbstverständlich auch mal die Betreuung zu übernehmen oder mit allen Kindern zusammen was zu unternehmen, einfach deshalb, weil man die Kinder gern hat.

Oder es handelt sich bei euch um eine Freundschaft +?
In diesem Fall wären die Kinder eh außen vor und es bestünde für dich kein Anlass seine Kinder zu betreuen und für ihn kein Anlass deinen Sohn auf einen Freizeittrip mitzunehmen.
 
  • #9
Genau jetzt wäre die Gelegenheit gewesen, dass er sich für deinen Einsatz revanchiert. Und was kommt: Nichts.

Du kannst nur draus lernen und auch deine Initiative zurückfahren. Was manche Menschen zu leicht von dir haben können, das schätzen und danken sie dir nicht. Dann muss eben seine Verwandschaft öfter mit anpacken. Er ist wohl kaum die Beziehung zu dir eingegangen, weil du bei der Betreuung helfen sollst?
 
  • #10
Wenn ich das so lese, habe ich den Eindruck, dass Du eher "praktisch" für ihn bist, bzgl. der Verfügbarkeit für Hilfeleistungen....

Ich würde da kein großes Geschwurbel veranstalten und "vorsichtig" nachfragen. Ich würde an Deiner Stelle eine Aussprache wünschen, fester Termin, no excuses - ohne Kinder ! Und Du hast eine Liste paletti, was Dir alles nicht gefällt.
Dann soll er mal konstruktiv antworten. Wenn dann nichts kommt ( was ich mal annehme) würde ich Dir vorschlagen, dass Du den Kontakt beendest.
WAS hast DU denn überhaupt davon ? Große Liebe ? Wohl kaum.
Du bist besser dran ohne solch einen "Partner" - hole Dir Deine Seele zurück, Deine Kraft, Dein Herz - und schenke das Eine oder Andere ggf. einem anderen, freundlicheren Mann.
 
  • #11
Sein Verhalten (höflich und freundlich nachfragen wäre ein Traum..) kann ich schließlich nicht beeinflußen, gibt es Tipps, was ich tun könnte - wie könnte ich z.B. ein Zeichen setzen?

Natürlich kannst Du nicht erreichen, dass er sich auf Knopfdruck so verhält, wie Du das gerne möchtest. Aber beeinflussen kannst Du sein Verhalten auf jeden Fall. Grundsätzlich gilt: Wenn Du Deine Kommunikation veränderst, wird sich auch die Interaktion verändern.

Für mich sieht das so aus, als wenn ihm das verbale Handwerkszeug fehlt, um Emotionen und Wünsche auszudrücken. Auch wird das Konfliktverhalten (Schweigen) durch die Erfahrungen in seiner Kindheit geprägt sein.

Interessant wäre hier natürlich auch zu beobachten, wie er Konflikte mit den Kindern löst und mit denen kommuniziert.

In der Paarberatung wird z.B. empfohlen, regelmäßig einander zuzuhören. Und zwar so, dass ein Partner ohne Unterbrechung durch den anderen mal 15 oder auch 30 minuten von sich selbst redet. Während der andere nur zuhört und dann umgekehrt. Das zum Beispiel 1x pro Woche.

Gerade wenn der eine Partner nicht auf der verbalen Ebene kommuniziert besteht ja immer das Problem, dass der andere umso mehr redet.

Zu der obigen Empfehlung gehört aber auch, in einer bestimmten Form (ich-Botschaften) zu reden.

Vielleicht kann Dir ja jemand auch ein gutes Buch dazu empfehlen, wo sowas ein bisschen angeleitet wird.

Und im Zuge dieser Maßnahme könntest Du ihm dann auch sagen, wie sich das für Dich anfühlt, wenn sowas passiert. Und wie Du Dir wünschen würdest, dass anders kommuniziert wird.
 
  • #12
Gute Idee - habe ich aber schon versucht und den Eindruck, dass er sich Mühe gibt. Zweckgemeinschaft glaube ich nicht, von mir aus auf keinen Fall, ich komme zurecht! ;)

Die an anderer Stelle genannten evt. fehlenden "verbalen Werkzeuge" passen auf jeden Fall. Aber welche Alternativen gibt es zu einem Gespräch, wenn das gemeinsame Leben nicht automatisch funktioniert - ich sehe leider keine ..
 
  • #13
Überempfindlich... naja, du stellst ein Ungleichgewicht fest. Er leistet die Dinge, die er von dir verlangt, selbst nicht. Möchte aber offenbar, dass du seine Wünsche in vorauseilendem Gehorsam errätst und erfüllst, ohne dass er sie zu äußern hätte.

Das sind schwierige Menschen, denen man es niemals Recht machen kann und die nicht gelernt haben, klar zu kommunizieren und in der irrigen Ansicht leben, der Partner, der sie liebt, würde solche Dinge im Voraus wissen. Darin schwingt der leise Vorwurf, dass du ihn nicht wirklich liebst - daher sein Misstrauen.
Eigentlich ist das häufiger eine Schrulle von Frauen, aber natürlich sind auch Männer davon nicht ausgenommen.

Du solltest dich fragen, ob du diese Beziehung erhalten möchtest. Falls ja, wird ein Haufen Arbeit vor dir liegen. Eine Patentlösung für den Umgang mit solchen Menschen gibt es nicht.
Manchen kann man vielleicht die Augen öffnen, indem man ihnen ein Buch über Kommunikation in der Partnerschaft schenkt.
Und Du hast eine Liste paletti, was Dir alles nicht gefällt.
Dann soll er mal konstruktiv antworten.
Dem Partner eine umfangreiche Anklageschrift vorzuhalten kann man beim Schlussmachen tun, ist als beziehungsfördernde Maßnahme aber sicher völlig ungeeignet. Wie würdest du dich bei so einem Gespräch fühlen?

Ein "Signal setzen" kannst du, indem du gehst. Die Kommunikation zu verbessern ist ein Prozess, der nicht auf Knopfdruck geschieht. Sich gegenseitig im Missverhalten übertrumpfen zu wollen führt nur dazu, dass man sich immer neue Wege ausdenkt, dem anderen sein Fehlverhalten nachzutun. Nennt man auch passive Aggression und ist ebenso denkbar ungeeignet.

Was helfen kann ist eine Paartherapie mit einem Mediator. Oder an der eigenen Kommunikation zu arbeiten, mit gutem Beispiel voran zu gehen, nicht gleich los zu zicken, sondern sachlich und wohlwollend Konflikte anzusprechen. In der Hoffnung, er nimmt sich dies zum Vorbild und zieht nach.
Ob du zu diesem Aufriss genug Motivation hast, musst du selbst entscheiden.
 
  • #14
Das klingt für mich schon nach einer toxischen Beziehung! Ausbrüten, Schweigen, die Schuld von sich weisen, Nichts eingestehen können - er drängt dich in einer Ecke, je kraftloser Du bist, desto mehr hat er dich in der Hand. Hast Du die Kraft den Mut es ihm gleich zu tun, mit deinem Sohn wegzufahren? Er hat es sich bequem gemacht, macht Dir auch Schuldgefühle wegen der kranken Exfrau - Du hast keine Verpflichtung auf ihre Söhne aufzupassen, es ist ihre Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie gesund ist, damit sie ihrer Sorgepflicht nachkommen kann, klingt hart ist aber so. Vielleicht hast Du ein leichtes Helfersyndrom. Aber stell dir vor, Du hast an deiner Seite einen Mann der mit deinem Sohn etwas unternimmt, Du und Dein Sohn im Mittelpunkt sind, es dreht sich alles um Deinen Freund - leider ist das auch oft eine Altersfrage, ü50jährige sind selten noch erziehungsfähig bzw. bereit zu einer Einsicht wenn Sie Fehler machen oder er ist ein Narzisst. Hat er offen darüber gesprochen woran seine Beziehungen immer gescheitert sind? Vielleicht gibt Dir das einen Hinweis. Nach außen hin, wirkt es natürlich schön, eine Patchworkfamilie mit Kindern im ähnlichen Alter - aber das Herz sollte dabei aufblühen können. Alleinerziehende haben schon genug zu tragen. Also lieber Ballast abwerfen.
w44 mit Sohn 21
 
  • #15
Hallo liebe FS

Ich fasse mich kurz...

Du bist nicht überempfindlich!

Was dein Freund von dir erwartet, sollte er auch selbst freiwillig leben.
Wenn er weiß, dass du arbeiten musst und mit seinen kids einen Ausflug macht, dann hätte er selbstverständlich deinen Sohn mitnehmen müssen.
Wenn anders rum von ihm erwartet wird, dass du einspringst, wenn seine Ex nicht kann.

Alles in allem klingt das für mich nicht nach einer liebevollen Beziehung. Dein Freund misst mit zweierlei Maß. Nehmen tut er gerne, geben und sich einbringen nicht!

Beziehung leben sieht für mich anders aus.
 
  • #16
Hi FS,

das scheint ein vermehrt wahrzunehmendes Problem zu sein, gefühlt häufiger von Frauen:

Die FS stellt eine Frage und in den Raum etwas von guten und schlechten Zeiten, dann bleibst sie bei den schlechten hängen bis sich die Forist(inn)en fragen: „Warum führt die FS eine so der Art schlechte Beziehung?“. Anschließend erklärt die FS, dass diese gar nicht so schlecht sei, der Partnern erst recht nicht und schlussendlich geht die FS in Verteidigungs- oder sogar Angriffshaltung.

Bitte erkläre doch mal die guten Zeiten. Entweder verschwinden dahinter die schlechten Zeiten oder umgekehrt und eine Entscheidung für oder wider einer Beziehung, eine andere sehe ich nicht, fällt fast wie von alleine.

Ansonsten kann ich Dir nur raten bei Dir zu sein und zu bleiben und nur das (mit) zu machen und zu akzeptieren, was Du auch wirklich willst. Eure Beziehung liest sich nach faulen ungewollten Kompromissen und Hin- sowie Zurechtbiegen (wollen). Funktioniert nur in den seltensten Fällen.
 
  • #17
Liebe FS,

lange Rede kurzer Sinn. Ganz einfach! Nachdem wie ich deine Zeilen gelesen habe, scheint dein "Freund" nicht in der Lage bzw. nicht willens zu sein, eine Beziehung auf Augenhöhe und mit Respekt führen zu wollen/zu können. Vielleicht ist deswegen auch seine Ehe gescheitert?

Er scheint ein Energievampir zu sein, er nimmt gerne, stellt Forderungen, aber gibt kaum was zurück.

Was willst du mit so einem Mann? Ist doch anstrengend? Lies mal das Buch: Alles für ein bisschen Liebe.....?

Auch im interesse deines Sohnes, der in einem wichtigen prägenden Alter ist, solltest du sofort Konseuenzen ziehen. Sei ein Vorbild! Ich würde an deiner Stelle nicht lange fackeln und die Beziehung geschickt beenden.

Vergiss nicht, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.

Hast du es so nötig, dir so ein Verhalten gefallen zu lassen?

W Ü50
 
  • #18
Fast bei allen gemeinsamen Urlauben gibt es Stress, weil er in brütendes Schweigen verfällt, nachdem ich mich "daneben" verhalten oder etwas "Schlimmes" gesagt habe. Geäussert wird das allerdings nicht; wenn ich dann irgendwann frage, was los ist, werde ich zusammen gestaucht. Sehr merkwürdig - und kraftraubend.
Wenn das so ist, und das auch noch im Urlaub, wo man endlich mal Zeit füreinander hat und die unbeschwert genießen sollte, frage ich mich, was Du dann noch vom Urlaub hast.
Ich hab auch wie @Lacappucine den Eindruck, Du bist vor allem nützlich. Das bedeutet durchaus nicht, dass Du einen Nutzen draus ziehen willst, sondern nur, dass er es schafft, dass Du ihm einer bist. Insbesondere Frauen, die tough sein mussten/müssen und nun stolz drauf sind, wie sie was alles schaffen, tappen in die Falle, dass ein anderer sie dann locker mit Mehrarbeit bedenken kann. Die steckt das schon weg.

Sein Urlaubsverhalten kommt ja irgendwoher, also anscheinend schafft er nicht, dass 1. er vernünftig sagt, wenn ihm was quersitzt, und 2. er Dich nicht bestraft, wenn Du in seinen Augen was falsch gemacht hast, indem er Dich zusammenfaltet. Eine dritte Person, die ihn mal coacht bzgl. Konfliktverhalten, seine Anliegen in angebrachtem Ton vorzubringen, wäre vielleicht ganz gut, falls Du an der Beziehung festhalten willst und noch Hoffnung hast. Ich geh jetzt nicht davon aus, dass Du ihn absichtlich auf die Palme bringst durch Gestichel.

Auch empfindet er vor allem seinen 11jährigen Sohn öfter als gemobbt oder benachteiligt.
Von wem? Kann es sein, dass er sich mit Deinem Kind nicht versteht? Von daher könnte ich mir vorstellen, dass die Kinder es nicht wollten, dass Dein Sohn mitkommt. Vielleicht wollten sie aber mal für sich sein, also der Jüngste nicht immer fünftes Rad am Wagen der anderen beiden, 3 sind einer zu viel.
Dass Du Dich immer bereitstellst für die Wünsche des Mannes, ist ja eine, DEINE, Sache, aber Gegenleistung kannst Du dafür nicht verlangen. Anscheinend hast Du ja damit gerechnet, aber sie kommt ja nunmal nicht, vielleicht nicht mal, wenn Du sie einforderst.

das scheint ein vermehrt wahrzunehmendes Problem zu sein, gefühlt häufiger von Frauen:

Die FS stellt eine Frage...

Genau das. Allerdings denke ich, es ist normal, dass man sich erst Luft macht und dann ein schlechtes Gewissen bekommt und denkt, man irgendwas verzerrt dargestellt und eigentlich ist die Beziehung super. Dann zu denken, wozu dann dieser Thread, ist wohl auch zu kurz gedacht, denn es soll ja nur dieses eine Problem mit Chirurgenpräzision entfernt werden, nicht alles an der Beziehung. Nur geht das ja meist nicht.
 
  • #19
Ich bin in ähnlicher Situation, auch ähnlich gewesen wie Du.
Gemerkt habe ich: ich habe ein Recht einen Wunsch zu äußern aber kein Recht auf Erfüllung.
Heißt ich habe mir gewünscht: rede offen mit mir, ich kenne deine internen Regeln nicht, kläre mit mir . Schweigen und ignorieren ist für mich eine Bestrafung.
Erster Versuch!
Hat nicht geholfen und irgendwann nach Versuch 100 ist mir ultimativ der Kragen geplatzt.
Es gibt Momente, da werfe ich Lehrbuch der gepflegten Streitkultur auf den Boden, nix Diskussion mit Steinfreundeskreis und Räucherstäbchen.
Aber meine Leidensfähigkeit ist bei Ungerechtigkeiten und Bestrafungsmassnahmen mittlerweile sehr kurz.
Ignorieren und vorallem Bestrafung für eine Regel, die ich gebrochen habe, von der ich nicht mal weiss...
Ich habe Sachen gesagt wie; schenk mir ne Glaskugel oder lern endlich sprechen.
Wenn Du was doof findest, kritisiere mich...Wenn ich was tun soll, frag mich...
aber rede. Wenn du es nicht kannst lerne es...Nur ich lasse mich von Dir nicht mehr bestrafen und abkanzeln wie ein kleines Mädchen. Ich habe Dich ja lieb aber ich gebe Dir nicht mehr das Recht mich so zu behandeln.
Denk mal drüber nach!

Wie sehr leidest Du da drunter?
Liegst Du im Bett und zuckst während Du ihm innerlich die Meinung sagst?
Weinst Du vielleicht nur und verstehst die Welt nicht mehr?
Hat er Recht und Du bist schuldig?
Glaubst Du, Dein Sohn ist nicht mit weil das eine Bestrafung sein soll?
Magst Du eigentlich grundsätzlich solche Menschen? Hast Du Freundschaften die ähnlich sind?
 
  • #20
@Margisma,
mir kommen da einige Gedanken und Fragen:

1. Ist dein Freund zu geizig ein zweites Zimmer für dein Kind mit zu bezahlen? Es gibt solche "Geizhälse"...
2. Mag der 11-jährige deines Freundes deinen Sohn nicht? Gibt es Streit zwischen Euren Kindern? Macht dein 13-jähriger Teenager Probleme? Wie gut sind die Kinder erzogen?
3. Zieht sich dein Freund jetzt nach "all dem Ärger" konsequent aus der Beziehung zurück und plant nur noch für sich und seine Kids?
4. Trifft dein Freund eine neue Frau mit ihren Kindern am Wochenende?
5. Da er mehrfach den Wunsch geäußert hat, dass du dich mehr um seine Kinder kümmern mögest, hat er jetzt vielleicht die Schnauze voll. Nach dem Motto: "Wie du mir, so ich dir". Wieso soll er deinen Sohn mit in die Freizeit einbeziehen, wenn du seine Kids immer links liegen lässt, aus seiner Sicht - nur eine Idee, du meintest er ist schnell beleidigt und bockt dann!!!

Natürlich sollte er deinen Sohn gleich behandeln und ihm anbieten mit zu kommen - von sich aus. Aber auch du als Mama und Fürsprecher deines Kindes, solltest dich früher einbringen, also gleich am Telefon vorschlagen, dass dein Sohn mitkommen möchte. Schneller und bestimmter sein. Nicht so passiv und hinterher nörgeln. Und dich mehr engagieren für die Familienzusammenführung. Ihr wusstet dass Ferienzeit ist!

Ich bekomme den Eindruck, dass Ihr zwei eigene Leben führt und das seit fast 3 Jahren. Danach ist der Zug doch abgelaufen, ehrlich?! Er wird die Konsequenzen ziehen aus den Streitereien und Unstimmigkeiten und sich eine passendere Frau suchen. Würde er sich um Dich als Frau bemühen, hätte er deinen Sohn nicht ausgeschlossen und sich mehr Mühe gegeben in Sachen Absprache und Kommunikation. Ihr solltet öfters Freizeit mit einigen Euren Kindern zusammen verbringen. Alles Gute!
 
  • #21
Moin,

darin, wie du deinen Freund beschreibst, entdecke ich (mÜ45) mich selbst, als meine frühere Beziehung schon ganz den Bach runter war, als ich mir keine Mühe mehr darum geben wollte... "passiv-aggressiv" nennt man das wohl.

Wenn mir heute an einer Beziehung etwas liegt, würde ich mich nie mehr so verhalten und akzeptiere das auch nicht mehr ZB von Freunden. Entweder ihm liegt nicht viel an dir, oder er hat das noch nicht erkannt... gib ihm eine Chance und mach ihm das klar.

manchmal
 
  • #22
Nun meine Frage; bin ich überempfindlich, wenn mir das einen "Stich" gibt..?

Nein, bist Du nicht. Eine Beziehung ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Er nimmt mehr bzw. verlangt mehr von Dir als er bereit ist zu geben.

Die Schuld liegt aber auch bei Dir, weil Du es bisher versäumt hast Grenzen aufzuzeigen und Deine Wüsche einzufordern. Das solltest Du nun nachholen, ohne dabei Terror zu schieben oder Dramen zu veranstalten. Der Ton macht die Musik.
 
  • #23
Nun ist er mit seinen Kindern zu einem Kurztrip in ein Super-Rutschen-Schwimmbad mit Übernachtung (hier in Bayern sind noch Ferien) aufgebrochen und hat meinen Sohn nicht gefragt, ob er mit will, geschweige denn mir einen Grund für diesen Alleingang genannt, schließlich gibt es evt. einen plausiblen. Da ich arbeiten muss, sitzt der Knabe (13) nun alleine zu Hause, während sich die Herrschaften beim Planschen amüsieren, was soll´s, ich gönne es ihnen.
Naja, hier fehlen Infos....
Wie ist das Verhältnis zwischen ihm, seinen Kindern und deinem Sohn? Könnte es sein, dass seine Kinder sich ihren Papa mal für sich gewünscht haben?
Du musst arbeiten - das hat er gewusst? Also, warum sollte er dich dann fragen ?
Hat er vielleicht recht, dass sein 11 - jähriger Sohn aussen vor ist, wenn deiner dabei ist?
So kann zumindest ich nichts dazu sagen .....
 
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