• #1

Bin verzweifelt - fast ohne Sex

Mein Mann und ich, Anfang 50, sind seit zwei Jahren verheiratet und haben so viel wie keinen Sex mehr. Er ist gesund und agil. Ich bin attraktiv und er liebt mich, wie er sagt. Er kommt nur auf mich zu, weil er glaubt, dass ich ansonsten sauer bin, zu sehr leide oder dergleichen. Ich spüre, dass er sich dazu motivieren muss. Wenn es dann mal soweit ist, ist es auch schön und gut. Ich fühle mich jedoch sehr vernachlässigt. Gesprochen haben wir über alles, doch ändert sich nichts. So allmählich zweifle ich an mir, denn ich habe ein paar Kilos zu viel und überhaupt weiß ich nicht, warum er nicht will. Er sagt, er weiß es nicht, alles "schläft ein".
 
G

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  • #2
Liebe FS - wenn ihr schon über alles gesprochen habt, was war denn da das Fazit, seine Gründe, euer Konsens? Soll alles so bleiben wie es ist, solltet ihr euch anpassen oder sollte er mehr wollen? Es gibt hier ja bereits einen ähnlichen Thread. Eine Paar- oder Sexualberatung wäre ggf. mal ein Anfang. Woran liegt es denn? Hat er keine Lust mehr? Weisst Du was ihm gefällt, weiss er was dir gefällt? Weisst du, ob er etwas vermisst, oder vermisst du etwas?
 
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  • #3
Liebe FS,

mein Partner ist 51 und hat keine Libido Probleme aber einige seiner Freunde.

Etwas, was Du versuchen könntest ist ihn nicht unter Druck zu setzen. Das heißt Du stellst Dich innerlich auf kein Sex ein. Vielleicht kommt er dann. Den Rest (das Wollen) spürt man auch wenn es unausgesprochen ist.

Das Leben ist sehr schnell lebig geworden. Vielleicht ist sein Kopf gerade mit anderen Sachen voll. Wie ist es, wenn er ein Glas Wein getrunken hat oder Ihr im Urlaub seid?

Viel Glück!
 
G

Gast

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  • #4
Hast Du das nicht vorher schon erkennen, irgendwie merken können? Nach meiner Auffassung – und Praktizierung, nota bene – sollte SEX sehr bald schon nach der Reproduktions-Phase grad für den Kerl nicht mehr in erster Linie Ventil-, sondern in erster Linie Wohlbefindens- und Dien-Funktion haben. Sex also nicht aus dem Trieb heraus, sondern nahezu ausschließlich als vegetative Reaktion und Funktion – dann wirklich eher wie Essen und Trinken – so fragwürdig ein solcher Vergleich auch ist.

Der typische Macho in unserer Kultur geht selbst heute noch davon aus, dass ER allein Anspruch auf Sex anmelden darf; und das – folglich – das Fräulein Braut ständig zu Diensten zu sein hat. M.E. sind grad auch Frauen an solcher Un-Kultur mit schuld – weil sie solchen "Gehorsam" daheim schon eingebläut bekommen haben; und weil es die Reproduktions-Bestimmung angeblich so bedinge. Und oft genug auch weil sie so garschtig sind, dass sie nur so überhaupt zu ihrer sexuellen Entfaltung finden können.

Dem stelle ich mein Konzept gegenüber – dass der Mann der Frau zu dienen habe. Das setzt allerdings eine Paarung voraus, in der sich diese Selbstverständlichkeit auch umsetzen lässt; und natürlich auch grad' die Frau, die – erstens – eigenen Bedarf hat; und – zweitens – diesen Bedarf – wie unbändig auch immer – anmeldet, einfordert, umsetzt. – Vergiss nicht, wie viele BlindgängerInnen und verloschene Öfchen es in Deinem Alter bereits gibt

Allein aus diesen Überlegungen ergibt es sich, dass SEX niiiiiemals an Ehe, oder ähnliche bürgerliche Institutionen gebunden sein kann, sein sollte. Guter, befriedigender, erholsamer, vitaler Sex setzt die gleichwertige Paarung voraus.

Du solltest schleunigst den Exit - und einen wirklich dienstbereiten Lover finden. Wenn Du so fit bist, wie ich das bei manchen Frauen in Deinem Alter beobachte, hast Du immerhin noch gut 20 Jahre vor Dir – die ganz sicher nicht im Frust zu bewältigen sind.
 
W

waage510

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  • #5
..."alles schläft ein", das sagt was aus,oder? wenn ihr beiden euch liebt, lohnt es sich wirklich für eine Paarberatung.Da müssen aber beide wollen, sonst bringt es nichts.Es kann der Alltag sein, zu viel Stress und sehr oft ist man abends nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach müde.Das kennen mein Partner und ich auch.Nehmt euch Zeit und ganz viel Ruhe, gemeinsame Unternehmungen speziell für Paare.Wir waren mal in einem Hamam (türkisches Dampfbad), das war ein wunderschönes Erlebnis. Und ihr müsst reden...
 
G

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  • #6
So allmählich zweifle ich an mir, denn ich habe ein paar Kilos zu viel und überhaupt weiß ich nicht, warum er nicht will. Er sagt, er weiß es nicht, alles "schläft ein".

Liebe FS,
vielleicht merkt der Mann deine eigene Unsicherheit bezüglich deiner eigenen Einstellung zu deinem Körper und fühlt sich hin und her gerissen und daher sein ambivalentes Verhalten und Reden.

Was hindert dich daran, Sport zu treiben, in deinem Fall viel viel Sport, Ernährung zu überdenken, dich aufzubretzeln und gemeinsam mit deinem Mann zu reden, was er meint, warum alles einschläft.

Eine Paartherapie wäre sicherlich nicht schlecht, also was spricht dagegen, beide was für euch und den Anderen tun und an eurer Kommunikation arbeiten? Schaden tut es doch nicht.

w 50
 
G

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  • #7
Der Mann wird keinerlei Bedürfnis mehr haben und will seine Ruhe bei seiner "Mutti" genießen. Sie werden ihm ja sicher den Haushalt führen, ihn bekochen, für ihn vorkochen etc. und ihm wie selbstverständlich die Wäsche waschen? Wenn dem so ist, kein Wunder. Die meisten Männer sehen in einer Frau nur eine Dienerin des Haushalts. Deshalb sehe ich von einem Zusammenleben mit einem Mann von jeher ab.
 
  • #8
Mal eine Antwort von einem Mann ü50:

Du machst ihm eindeutig oder nicht ganz so eindeutig klar, dass du jetzt Sex möchtest und dann ?
Muss er nun alles richten ?
Dich verführen und auf Touren bringen ? Für deinen Orgasmus sorgen ?
Was machst du ?
Wartest du nun auf das große Erlebnis ?

Wir Männer über 50 können das - zumindest die meisten von uns.
Aber auch wir haben nicht immer Bock den Alleinunterhalter zu spielen. Und dann lassen wir es auch mal.

Ich habe es so mit meiner letzten Freundin erlebt. Sie wollte, ich habe es eindeutig gemerkt aber beim Sex durfte ich dann alles machen. Da war ich öftermal zu kaputt und müde um das volle erwartete Programm abzuspielen.

Verzichte ab und an mal auf deinem Orgasmus und kümmere dich um ihn beim Sex. Er soll es schön finden und geniesen.

Es ist halt ein weitverbreiteter Irrtum, dass Männer immer Sex wollen und alles dafür tuen um ihn (den Sex) zu bekommen.
 
  • #9
Da muss ich Godot beipflichten. Auch ich war schon mit einer Frau zusammen, die viel Sex wollte, der so aussah, dass sie sich auf den Rücken legte und bedienen ließ. Meine Bedürfnisse spielten nur eine untergeordnete Rolle. Sie musste zum Orgasmus kommen, möglichst ohne eigene Anstrengung. Ich konnte mich also zurückhalten und hoffen, dass sie sich widerwillig revanchiert oder auch nicht, oder zuerst kommen und dann mit Hand und Zunge weitermachen. Wenig entgegenkommen von ihr. Mit der Folge, dass ich dann, wenn ich zu müde war, um sie zu bedienen, auch gerne darauf verzichtet habe. Da war manchmal onanieren wesentlich angenehmer. Und in hohem Alter wie bei deinem Mann ist der Trieb auch nicht so stark, da kann man auch mal eher darauf verzichten, schätze ich.

Das soll nicht heißen, dass es bei euch genauso ist, ich will dir da nicht Unrecht tun.
 
  • #10
Der Mann wird keinerlei Bedürfnis mehr haben und will seine Ruhe bei seiner "Mutti" genießen. Sie werden ihm ja sicher den Haushalt führen, ihn bekochen, für ihn vorkochen etc. und ihm wie selbstverständlich die Wäsche waschen? Wenn dem so ist, kein Wunder. Die meisten Männer sehen in einer Frau nur eine Dienerin des Haushalts.
.... und als Freizeitunterhaltung. (mit oder ohne Sex).
Ich vermute bei vielen Männern: Das ist deren Grund für Paarung, ggf. Heirat. Und weil es immer noch genug Frauen gibt, die sowas mitmachen, und "dem Mann dienen" wollen.
An die FS -Fragende 2015-: Ob und wie war der Sex vor der Heirat ? Ließ der erst ab der Hochzeit nach ? Vielleicht weil der Mann dann innerlich meint, er müsse sich nicht mehr um die Frau bemühen ?
 
  • #11
Das Problem lässt sich m. E. nicht mit Reden lösen. Da sind unterbewusste Dinge im Spiel, die uns selbst nicht klar sind. Warum begehren wir einen Menschen und warum nicht, oder nicht mehr? So richtig begründen kann das keiner. Das Begehren lässt sich daher auch nicht herbeireden. Mir geht es momentan umgekehrt, ich bin diejenige, die nicht mehr mag, und ich kann Dir von mir nur sagen, es liegt an einer gewissen erotischen Unattraktivität meines Partners. Es ist nichts, aber auch gar nichts an ihm, was mich beflügeln würde (erotisch gesehen), im Gegenteil, sein Körper strahlt für mich eher etwas Einschläferndes aus... Ob man das ändern kann - keine Ahnung.
Manchmal steckt allerdings auch eine dritte Person dahinter, die die Gefühle abschöpft... was ich nicht hoffen will für Dich.
 
M

Mooseba

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  • #12
Mein Mann und ich, Anfang 50, sind seit zwei Jahren verheiratet und haben so viel wie keinen Sex mehr. Er ist gesund und agil. Ich bin attraktiv und er liebt mich, wie er sagt. Er kommt nur auf mich zu, weil er glaubt, dass ich ansonsten sauer bin, zu sehr leide oder dergleichen. Ich spüre, dass er sich dazu motivieren muss. Wenn es dann mal soweit ist, ist es auch schön und gut. Ich fühle mich jedoch sehr vernachlässigt. Gesprochen haben wir über alles, doch ändert sich nichts. So allmählich zweifle ich an mir, denn ich habe ein paar Kilos zu viel und überhaupt weiß ich nicht, warum er nicht will. Er sagt, er weiß es nicht, alles "schläft ein".
Irgendwann haben Männer genug, den Alleinunterhalter zu spielen. Du schreibst nichts davon, wie du ihm dein Begehren zeigst. Und "ein paar Kilos mehr" muss ein Mann auch nicht sexuell anziehend finden. Das Alter kann dafür auch keine Entschuldigung sein. Aber ich würde das alles auch nicht nennen, wenn Frau fragt. Gibt eh nur Ärger, aber keinen Fortschritt.
 
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