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oxy4all

  • #1

Bindungsängste, Bedürfnis nach Freiraum und Sehnsucht nach Beziehung

Hallo, ich bin ein weibl. Exemplar der Bindungsängstlichen, d.h. ich bin meist die, die keine Zeit hat, bei der die Arbeit sehr wichtig ist, die oft Freunde treffen und für sie da sein will, die alle möglichen Hobbies hat, in denen sie auflebt und die sie deshalb nicht hergeben will. In den Beziehungen war das entweder immer Thema, oder sie sind sogar ausdrücklich daran gescheitert. Ich habe kein Problem mit Verpflichtungen (das Arbeitsleben ist voll davon und ich kann damit umgehen und verhandeln /mich zusammenreißen) oder mit Nähe und starken Emotionen (sonst hätte ich nicht mehrere nahe, langjährige Freunde), allerdings ausgeprägte (teils begründete, teils vielleicht irrationale) Angst davor, abhängig zu sein/ werden. Ich will niemanden ausnutzen oder leichtfertig verletzen o.Ä. Wie kommt man aus dem Film konkret raus? Ich denke weniger an Therapie o.Ä. (=reden), sondern konkrete Schritte raus aus der Sicherheitsburg. Hat jemand so eine Veränderung schon hinbekommen? oxy
 
G

Gast

  • #2
Wenn man den richtigen Partner vor sich hat, dann sind DIESE Probleme "Schnee von gestern",
Garantie gibt es zwar keine, aber davon bin ich felsenfest überzeugt. Alles Gute, Singlemann
 
G

Gast

  • #3
Du möchtest einen konkreten Schritt aus deiner Sicherheitsburg heraus? Dann gestehe dir ein, dass du es bist, die nicht ausgenutzt, oder leichtfertig verletzt werden will und finde für dich einen Weg in einer Beziehung Grenzen zu setzen, die es dir ermöglichen, dich hinzugeben und einzulassen, ohne dich dabei selbst aufzugeben. Wenn du keine Angst mehr hast, dich selbst zu verlieren - so wie du dich für Freunde und im Job verlierst - und dafür anfängst, für deine eigenen Bedürfnisse einzustehen und einzutreten, wird dir Nähe schon bald nicht mehr "gefährlich" erscheinen.
 
G

Gast

  • #4
Bin auch weibl, habe es bisher geschafft, jedesmal wenn es eng wurde, die Beziehung zu schrotten. Mir hat eine Therapie geholfen. Ursachen lagen in der Kindheit/Elternhaus, hatte zwar Verdacht, konnte damit aber nicht umgehen und brauchte "Kochrezepte", an die ich mich halten konnte.

Inzwischen klappt es schon ganz gut.
 
G

Gast

  • #5
Hallo,

mir geht's ähnlich. Ich bin 30 Jahre (m). Hab bisher leider nur schlechte Erfahrungen in Beziehungen gemacht. Und um so öfter ich enttäuscht wurde, um so mehr hab ich Angst davor mich wieder zu binden. Mittlerweile ist es so heftig, dass ich nur noch zur Arbeit gehe, das nötigste einkaufe und ansonsten mich zu Hause "einigele". Aber eigentlich will ich nichts lieber als eine feste Beziehung, mir fehlt aber die Krafft und die Motivation mich auf zuraffen und unter die Leute zu gehen. Ich will auch raus "aus diesem Film"... Ich suche mittlerweile oft schon nach ausreden um mich nicht mit bekannten treffen zu müssen, d. h. weg gehen zu müssen. Hinterher ärgere ich mich dann jedesmal darüber das ich abgesagt hab... Das ist echt ein Teufelskreis!!! Ich such auch schon lange nach einem Ausweg aus dieser Lebenskrise...
Ich wünsch die jedenfalls mehr Glück als ich bisher hatte. (P.S. Ich bin jetzt hier fast ein Jahr angemeldet, hab aber auch hier leider kein Glück gehabt....)

Gruß
 
S

shyguy

  • #6
@3 vielen Dank für die Hoffnung. Könntest Du vielleicht Ansatzpunkte deiner hilfreichen Kochrezepte zur Verfügung stellen?

@1 und 2 ab und zu lese ich im Forum hier Fragen zu ernsthaften Problemen. Diesen Menschen ist denkbar wenig geholfen, wenn sie ihr Problem mit anderen Worten beschrieben und dem Ratschlag dieses zu überwinden als Antwort bekommen.
 
O

oxy4all

  • #7
@ singleman - danke für den Zuspruch, allerdings bin mir doch auch relativ sicher, dass das Problem auch mit dem richtigen Partner da sein wird, wenn ich nicht dazulerne

@2 "Dann gestehe dir ein, dass du es bist (...)" - äh.. touché. Ansonsten, meine instinktive Antwort auf "so wie du dich für Freunde und im Job verlierst" wäre gewesen, dass ich das nicht tue. Beim zweiten Nachdenken bin ich mir allerdings nicht mehr so sicher, ob das nicht einfach nur daran liegt, dass im Job klare Regeln "gebrauchsfertig" vorliegen, und mein Freundeskreis einfach sehr ähnlich verdrahtet ist. Wenn allerdings jemand mit verliebter Begeisterung an mich tritt, hab ich das Gefühl bzgl. Grenzen setzen zum völligen Anfänger zu werden. Ich hab schon versucht, meine "Fluchtimpulse" zu ignorieren und mich so für eine Beziehung zu engagieren, wie es der Mann von mir erwartet hat, aber das war im Rückblick erschreckend nah am Schauspielern (wobei ich auch mir selbst was vorgespielt habe! So nach dem Motto, 'wenn ich so tu als wär ich "normal" dann wird es schon kommen') und ich hab mich mies gefühlt - mir selbst und ihm gegenüber. Mir fällt es auch schwer zu entscheiden, ob ein Fluchtimpuls jetzt "echt" ist (d.h. es gibt einen guten Grund) oder mehr ein Reflex - und wann es sinnvoll ist über den eigenen Schatten zu springen und wann nicht. Mein letzter Freund hat mich, nach einigen Diskussionen in denen ich zögerlich reagierte, einfach für einen gemeinsamen Urlaub angemeldet. Ich meinte dann: "äh.. ich weiß nicht, ob ich mich darüber jetzt freuen kann" und seine Antwort war "wenn's so weit ist, tust du das schon". Mein Zurückrudern (=Grenzen setzen?) hat dann schnell zum Beziehungende geführt.

@4 Bei dir hört sich das ziemlich umfassend an. Hast du nicht auch ein paar Menschen, mit denen du auch klar kommst, wenn du durchhängst??
 
G

Gast

  • #8
Mir halfen so alle möglichen Bücher, z. B. "Nah und doch so fern" von Carter oder "Jein" von Stahl. Bei Amazon oder in einer großen Buchhandlung finden sich noch andere Titel zu diesem Thema.
Zur Zeit versuche ich es mit dem "Umbau des Gehirns". Erfahrungen hinterlassen Spuren im Gehirn und führen zu bestimmten Verhaltensweisen, schließlich sollen uns unsere Erfahrungen in der Kindheit auf das Leben in der Gesellschaft vorbereiten. Wenn es aber in der Kleinfamilie nicht so funktioniert wie in der Gesellschaft, kommen im besten Fall unangepasstes Verhalten und schlechte Gewohnheiten dabei heraus. Bei vielen Menschen aus Einwandererfamilien kann man das beobachten.
Wie andere ungeliebten Gewohnheiten, kann man sich aber auch das Weglaufen abtrainieren, allerdings bin ich damit erst am Anfang. Bücher dazu habe ich im Augenblick "Lass die Kindheit hinter dir" von Nuber, "Das Gedächtnis des Körpers" von Bauer und "Das Prinzip" (ist in den Bestsellerlisten). Es gibt aber sicher bessere.
Auch sonst versuche ich, mich auf das zu konzentrieren, was ich WILL und nicht auf das was WAR. Ich suche gezielt die Gegenwart von glücklichen (langjährigen) Paaren und lese alle möglichen Ratgeber für glückliche Partnerschaften, denn ich bin darauf gestoßen, dass mein Unterbewusstsein immer schon zu Beginn meine Partnerschaften torpediert indem es sich z. B. den falschen Partner sucht und/oder mir permanent mein eigenes Misstrauen um die Ohren schlägt. Es kennt eben nichts anderes. Dass nicht alle Männer ständig fremd gehen und nicht alle Menschen jede Beziehung nur zu ihrem eigenen Nutzen ge- bzw. missbrauchen, ist dort noch gar nicht angekommen.
Mit Therapien habe ich bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht. Die Therapeuten wollten immer eine "Beziehung" zu mir aufbauen und sind dabei an ihren eigenen Bedürfnissen gescheitert. Klingt vielleicht für Therapiegläubige seltsam, aber die therapeutische Abstinenz ist auch so ein Märchen, dass in den Fachmedien verbreitet wird. Im Endeffekt geht es doch nur um das "Glaubensgebäude" des Therapeuten.
 
G

Gast

  • #9
Prioritäten setzen:
Wenn eben keine Zeit ist, zwischen Hobby, Arbeitsleben und Freunden, dann braucht man auch keinen Partner. Es sei denn, man kompensiert seine Defizite damit. Von Bindungsunfähigkeit kann ich ein Lied singen. Jedesmal, wenn sich jemand wirklich für mich interessiert, fallen mir 1000 Ausreden ein, warum das alles nicht funktioniert. Meistens fange ich dann mit schlechtem Gewissen und Selbstabwertung an.
Für mich ist es einfach immer nur Angst, Angst, Angst, verletzt zu werden.
Ich arbeite dran.
 
G

Gast

  • #10
Hallo Fragestellerin,

die Antwort #2 war von mir, deswegen möchte ich gerne noch mal auf deine Erwiderung eingehen.

Ich stimme dir zu, dass dir mit solcherlei Ratschlägen nicht geholfen ist - genau diese Erkenntnis wollte ich auch in dir hervorrufen. Ebensowenig werden dir langfristig "Kochrezepte" helfen, wenn du es über den "Kopf", oder neue Strategien zu lösen versuchst.

Doch du schreibst ja auch, dass du weder eine Beratung, noch eine Therapie in Anspruch nehmen möchtest.

Letztlich geht es für dich darum, die Ursache für deine verletzten Gefühle zu finden und dir ihrer wieder bewusst zu werden. Sie zu fühlen und den alten, unverarbeiteten Schmerz zuzulassen. (Diesen Weg ging auch #3) Erst die daraus resultierende Selbsterkenntnis, was dich veranlasst und antreibt, dich so zu verhalten, wie du dich verhältst, wird dir ermöglichen, was für dich der oder die nächsten gangbaren Schritte sein können/werden. Deine Seelenmauer, oder Sicherheitsburg hast du dir nämlich irgendwann aus gutem Grund um dich herum aufgebaut - ganz einfach, um dich selbst zu schützen, vor dem Schmerz, der dir damals unerträglich erschien. So eine "Mauer" wirkt allerdings gleichermaßen wie ein Filter, der das was wirklich ist, von einem fern hält und einem alles, was geschieht, wieder entsprechend dem unbewussten seelischen Schmerz interpretieren lässt. Deine 5 Sinne sind alle darauf ausgerichtet, dich zu schützen und funktionieren wie hochsensible Antennen, sobald auch nur das geringste Anzeichen darauf hindeuten könnte, dass dieser hinter der Mauer versteckte Schmerz wieder berührt, oder ausgelöst werden könnte. Doch vielleicht weckt ja nun deine Sehnsucht nach einer Beziehung den Wunsch und den Mut in dir, dich diesem verdrängten, ursächlichen Schmerz zu stellen.

Ein Therapeut könnte dir in diesem Prozess sicherlich eine sehr gute Stütze sein - doch solch eine Hilfe zu erbitten und nutzen zu wollen, scheint dir ebenfalls schwer zu fallen. Vielleicht, weil du gelernt hast (oder Lernen musstest, um zu überleben) stets die Starke sein zu müssen? Vielleicht, weil in deiner Kindheit dir deine Bezugspersonen nicht die Zeit oder Aufmerksamkeit widmeten, derer du bedürft hättest? Vielleicht, weil du mit deinen kindlichen Sorgen und Nöten, als du Hilfe oder Unterstützung brauchtest, von deinen Bezugspersonen ab- oder zurückgewiesen wurdest? Vielleicht aber auch, weil du Schlimmeres erlebt, gehört oder gesehen hast..... Für ein Kind sind solcherlei Erfahrungen emotional so schmerzhaft und unaushaltbar und es ist ganz natürlich, dass daraus Ängste resultieren, die widerum zu ausweichendem, oder abwehrenden Verhaltensweisen führen, die sich irgendwann verselbständigen.

Deine Schilderungen lassen mich solches bei dir vermuten - doch es sind nur naheliegende Vermutungen - was sich tatsächlich bei dir an Erfahrenem dahinter verbirgt, gilt es für dich zu entdecken, sofern du es in dir bereits heilen willst. Ich weiß, dass dir dies einiges an Selbstüberwindung abverlangen wird, doch ich kann dir versichern, dass der "Weg nach Innen" ein sehr lohnenswerter Weg ist und du dich danach befreiter und gelöster fühlen wirst. Diese gestaute innere Energie freizusetzen, wird dir dann auch die Kraft und den Mut ermöglichen, Schritt für Schritt Nähe zuzulassen, bzw. dir neue "Kochrezepte" und Verhaltensweisen anzueignen. Nähe zulassen, kann man erst, wenn man sich selbst bzw. seinem seelischen Empfinden nahe ist und beziehungsfähig wird man dadurch, dass man sich traut, sich auf eine Beziehung einzulassen und das innere Empfinden zu kommunizieren.

Es gibt viele Möglichkeiten das anzugehen: Therapie, entsprechende Literatur, Familienstellen, Rückführungen, Meditation usw....

Alles Liebe und Gute für dich, welchen Weg auch immer du für dich wählen wirst und magst.
 
G

Gast

  • #11
@8: ganz einfach, dann ist die große liebe deines lebens eben nicht deine priorität.

dann wirst du auch nie jemanden haben, der mit dir durch alle schwierigkeiten des lebens geht. du belügst dich selber und enthältst dir etwas sehr schönes vor. und verletzt vielleicht noch menschen, die dich aufrichtig lieben und alle deine schwierigkeiten in kauf genommen hätten.

bleib bei hobby, arbeit, freunden - und vergnüge dich mit frauen, die dich lieben und die du vor den kopf stösst (die bekommen dann auch angst für zukünftige bindungen).
 
G

Gast

  • #12
Du bist gewohnt, Deinen Weg alleine zu gehen, sei es beruflich, sei es privat. Du brauchst niemanden, der hinter Dir steht. Du gibst Dir Sicherheit selbst, Anerkennung selbst, Erfolge sind Deine Erfolge, Mißerfolge sind Deine Mißerfolge.

Nur: Du gehst eben alleine auf dem Weg des Lebens. Und das kannst Du, aber Du würdest diesen Weg gerne zu zweit gehen. Auf dem Weg des Lebens - stell Dir mal einen kleinen Feldweg in Traktorbreite vor, der begehbar ist, aber auch seine Tücken hat mit Schlaglöchern, Wasserlöchern, Schotter, Gras, bei dem es durch Berg und Tal geht, manchmal ist es rutschih im Winter - gehen die beiden Partner etwa nebeneinander.

Die beiden Partner gehen nebeneinander .... manchmal sind sie sich nah, manchmal sind sie weiter auseinander, jeder hat Dinge vor sich im Blickfeld und in Reichweite der Arme, um die er sich gut kümmern kann, und Dinge hinter dem Rücken, um die er sich weniger gut kümmern kann und mag. Aber beiden Partnern obliegt es, sich um die gesamte Breite des Weges wenigstens so zu kümmern, daß nichts passieren kann.

Soweit nun für Paare, die single blieben wollen; wenn Du vielleicht auch mal an Kinder im entferntesten denken solltest, sollte Mann die Frau halten bei allen Belastungen, die da kommen könnten, sprich: Mann stellt sich hinter die Frau, Frau läßt sich auf Mann fallen - und zwar so, daß sie auf dem Rücken / Hinterkopf aufschlagen würde wenn mann sie hält. Mann hält sie all die Jahre durch - das ist das Versprechen.

Wenn Du diese Zeilen liest, wirst sagen "das brauch ich alles nicht" - stimmts ? Und die Frage ist dann: "Warum ?" "Warum läßt Du es nicht zu, geliebt zu werden ?" Ich schreibe immer gerne "mach Dich nicht abhängig durch die Anerkeunnung durch andere" aber Du machst genau das - zu gut.

7E2176FE - maile mir mal bitte priv.
 
G

Gast

  • #13
@ oxy4all von #1: Natürlich ist die Aufgabe des eigenen Singledasiens mit den entsprechenden Freiheiten immer eine Herausforderung. Dennoch denke ich, dass beim richtigen Partner wenn sich das Gefühl einstellt "der und kein anderer", man rund um die Uhr an ihn denken muss und man mehr miteinander lacht als diskutiert, dann verfliegen die Bindungsängste sehr schnell.

Die Argumentation, man müsse eine Therapie o.ä. machen bevorzuge ich am wenigsten: Die "Coachs" können auch nur "abgedroschene Floskeln" bemühen, da der Einzelfall immer individuell bleibt und nur eine generelle Zusprache möglich ist.
Vermutlich waren die bisherigen Partner nicht die richtigen, entweder es hat nicht hachhaltig "gefunkt" (und deshalb die Panikanfälle "gefangen zu sein") oder die Bereitschaft die eigenen Freiräume zugestanden zu bekommen (Aufgeben des Hobbies, keine Freiheit in Alltagsdingen, Bruch der Beziehung) waren beim Gegenüber nicht gegeben.
Meine Idee: Eine neue Beziehung langsam angehen, auf Distanz halten (d.h. nicht gleich zusammenziehen) und sich mit Freunden öfter einmal treffen (Umgang mit Menschen pflegen).
Sollte alles scheitern, dann vielleicht einmal für einige Jahre eine Auszeit nehmen (und die platonische Liebe bevorzugen).
Alles Gute, Singlemann
 
G

Gast

  • #14
#7: Mit dem "weglaufen abtrainieren" hab ich ein Problem, das hab ich nämlich probiert - eine total verstandesmäßige Herangehensweise, in der ich mich gefragt habe, was zu einem bestimmen Punkt "üblich" ist "sinnvollerweise erwartbar" ist und mir dann einen Schubs gegeben habe und es getan habe. Äußerlich durchaus erfolgreich. Leider nicht innerlich, deshalb musste ich zurückrudern, bevor ich an daran endgültig krank geworden wäre. Ich kann das nicht weiterempfehlen. Deshalb glaube ich auch nicht (mehr) an reden oder Bücher. Das ist mir alles zu verstandesorientiert. Ich bin eh schon viel zu verkopft, ich will mehr fühlen, und zwar auch noch, wenn jemand nah an mir dran ist. Wahrscheinlich ist es das beste, das Gegenüber ab einem bestimmten Punkt einzuweihen? Menschen von der Sorte "wenn ich nach 4 Wochen nicht mit an Silvester eingeladen werde, bin ich ihm nicht wichtig genug und er muss weg" (wie in einem anderen Thread) und ähnlichen Regeln, wie ich zu fühlen habe und was ich zu zeigen habe und (und dann am besten gleich die Kündigung überreicht, nur weil es nicht schnell genug geht - na danke!!), wären immer unglücklich mit mir, egal wie sehr ich mir Mühe gebe, und dann würde, wenn ich nicht gleich aussortiert würde, früher oder später wieder dieses Spielchen mit "immer was besseres zu tun" anfangen, weil mir die Puste ausgeht und ich krank werde. Vielleicht hat Singlemann doch recht: es muss eben auch der künftige Partner zu einem passen - in meinem Fall einer, dessen Interesse stärker auf Zuneigung und entstehender Liebe gründet als auf Erwartungen.
 
G

Gast

  • #15
Die Angst, verletzt zu werden (und zu verletzen!) ist doch - bei aller Sehnsucht... ;-) - durchaus berechtigt!

Schaut euch die gescheiterten wie irgendwie bestehenden Beziehungen an... ;-)

Garantien gibt es nicht. Das Leben ist ein Kampf. Die Freunde von heute sind die Feinde von morgen. Die Geliebten von heute morgen Kontrahenten vor dem Familiengericht...

Meine Erfahrung: Der/die Gutmütigere und stärker Liebendere zahlt in der Regel drauf.

Wenn ich meine dominanten und besitzstrebenden Schwägerinnen so erlebe, bin ich froh, Weihnachten "allein und einsam" und nach eigener Befindlichkeit, Lust und Laune (= Ausgehen, kochen, lesen, DVDs, ausschlafen, frische Luft, einige freiwillige Begegnungen jenseits von Pflichtbesuchen) gestaltet zu haben. Sehr entspannend! :)

Der "Haken": Wenn man das nach etlichen Ent-täuschungen und Erfahrungen erst einmal richtig drauf hat, tendiert die Lust, sich auf das Risiko Mensch einzulassen und sich einen solchen ans Bein zu binden, gen null...

Angst (oder ist es Einsicht?) ist manchmal eben doch ein guter Ratgeber? Guckt euch neben der Angst mal eure (irrealen) Sehnsüchte an. ;-)
 
G

Gast

  • #16
Danke für all eure ausführlichen Antworten - eine sehr anregende Diskussion, die mir gerade sehr hilft!

#11/ 7E2176FE

"Du bist gewohnt, Deinen Weg alleine zu gehen, sei es beruflich, sei es privat. Du brauchst niemanden, der hinter Dir steht."
Mmmm...würde ich so nicht sagen - ohne Freunde wäre ich nicht da wo ich jetzt bin, sondern noch dasselbe Wrack, als das ich bei meinen Eltern ausgezogen bin. Ohne meine Freunde, Viecher, Leute, mit denen ich diskutieren konnte und die Rückmeldungen gegeben haben (da waren auch ein paar "vom Fach" dabei) u.v.m. hätte mir der rein Überlebenswille auch nicht viel geholfen.
Aber es ist vielleicht ein wichtiges Detail im Puzzle, das mir jetzt gerade erst auffällt, dass Partner in dieser Aufzählung nicht vorkommen...

"wenn Du vielleicht auch mal an Kinder im entferntesten denken solltest" - tu ich, ich bin im Grund ein Familienmensch, auch wenn ich das z.Zt. eher mit der "Wahlfamilie" und deren Kindern auslebe.

"Wenn Du diese Zeilen liest, wirst sagen "das brauch ich alles nicht" - stimmts ?"
- nicht ganz. Was ich mir denke ist: Wenn es nur als äußerer Schein zu erreichen ist, bei dem ich innerlich kaputt gehe, dann verzichte ich lieber. Aber "in echt" hätte ich es sehr gern.


#2/9

"Ein Therapeut könnte dir in diesem Prozess sicherlich eine sehr gute Stütze sein - doch solch eine Hilfe zu erbitten und nutzen zu wollen, scheint dir ebenfalls schwer zu fallen."

Wenn ich das Gefühl habe, dass ich es selbst bzw. im Austausch mit anderen und eigene Schritte wirklich nicht hinkriege, würde ich die Hilfe in Anspruch nehmen, ich halte es mir offen. Tatsächlich war ich früher in Behandlung (na, immerhin noch beziehungsfähig genug, dass ich damit etwas anfangen konnte) und ohne die viele Auseindersetzung und die teilweise sehr harte Zeit wäre ich nicht so "lebensfähig" wie ich es die letzten Jahre bin. Mir traut die "andere Zeit" keiner mehr zu, außer denen, die es wissen. Und ich bin schon auch stolz darauf, dass ich so weit weg davon bin, weil ich weiß, dass viele wesentlich länger, oder auch ihr ganzen Leben lang, nicht aus der Patientenrolle rauskommen.

Ich glaube, das ist Teil des Problems (oder sogar der Kern?) - ich ziehe inzwischen Männer an, die mit sowas überhaupt nichts anfangen können und hab sie teilweise auch bewusst gesucht (der vermeintlich kluge Gedanke war: Abstand von der "dunklen" Zeit und den emotionalen Turbulenzen zu gewinnen) und die an mir die "Pflegeleichtigkeit" schätzen. Da ich das ja auch wollte, im Alltag klar komme und normalerweise nicht das Bedürfnis hatte, über andere Seiten und andere Zeiten zu reden, hat das auf den ersten Blick harmonisch funktioniert. Aber wenn ich einen großen Teil von dem, was mich ausmacht, aus der Beziehung raushalte (und raushalten muss, weil der Mann es abblockt), brauch ich natürlich mehr Abstand um ingesamt mit mir im Reinen bleiben zu können.
Der nächste Schritt (den ich ja gerade suche) wäre bei mir wohl, ab jetzt darauf zu achten, ob ich mit einem Mann auch über sowas reden kann - selbst wenn ich es aktuell gar nicht tun will.
Danke für die Antwort und die Wünsche.
 
G

Gast

  • #17
@#13
Du wendest Dich hier an ein Forum, in dem sich Menschen "treffen", die sich für Elite halten, also Akademiker oder Fastakademiker, "verkopfte" Menschen also. Wenn Du fühlen willst, dann leg Dich ins Bett und heul Dir die Augen aus. Wenn Du das eine ganze Zeit lang gemacht hast, hast Du den ersten Schritt zur Bewältigung Deiner Beziehungsphopie getan.
Ich habe den Eindruck, dass Du den Weg gehen willst, auf dem ich gerade umgekehrt bin. Kann es sein, dass Du glaubst, mit dem "richtigen" Partner werden sich all Deine Probleme in Luft auflösen und Du musst absolut gar nichts dafür tun, weil Dein Partner ALLES für Dich tut? Vergiss es! Deine Mammi kommt nicht mehr zurück, und all die anderen Menschen, die Dich verletzt haben, kommen auch nicht mehr zurück, und schon gar nicht, um "alles wieder gut" zu machen. Du musst Deinen Weg alleine finden, mit den Möglichkeiten, die Du hast.
Wie es Menschen geht, "dessen Interesse stärker auf Zuneigung und entstehender Liebe gründet" und die dabei einem Beziehungsphobiker in die Hände fallen, ist an erschreckend vielen Threads hier abzulesen. Die haben nämlich selbst Erwartungen und Bedürfnisse und werden darin von beziehungsunfähigen Menschen stark verletzt. Sind Dir die Gefühle der anderen wirklich egal, solange Du nur bekommst, was Du Dir vorstellst - und bitteschön ganz ohne eigene Anstrengung?
Bring erst mal Dein eigenes Leben in Ordnung, bevor Du andere damit belastest. Damit beginnt nämlich eine gute Beziehung, lange bevor man sich das erste mal sieht. So billig ist Wachstum und Reife auch bei einer Partnerbörse nicht zu bekommen.
 
G

Gast

  • #18
Hier noch mal #2/9 ;-)

Zitat von dir: "Der nächste Schritt (den ich ja gerade suche) wäre bei mir wohl, ab jetzt darauf zu achten, ob ich mit einem Mann auch über sowas reden kann - selbst wenn ich es aktuell gar nicht tun will"

Damit hast du für dich genau das herausgefunden, was Jetzt für dich stimmig ist. :) Und wenn du bereit bist, es wieder zu wollen, wird dein "neuer Fokus" dich Männer anziehen lassen, aus denen du den für dich erwählen kannst, der dich annimmt, mit allem was dich ausmacht. Für's Erste war es doch nun nur wichtig, dass du dir darüber bewusst wirst, als nächstes jemanden finden zu wollen, der dir das Gefühl vermittelt, dich ihm ganz anvertrauen zu können bzw. auch zu wollen.

Evtl. nützt es dir auch, im Zusammensein mit deiner "Wahlfamilie" einmal bewusst darauf zu achten, was das Wesentliche ist, weswegen du dich mit ihnen wohl fühlst - was dir aufgrund deines So-Seins entgegengebracht wird. Wie sie sich dir gegenüber verhalten, was sie dir emotional geben, dir verbal und non-verbal vermitteln. Diese Erkenntnis kann dein Selbstvertrauen stärken, um dich, einem neu in dein Leben tretenden Menschen, so zu zeigen, wie du bist. Ebenso wirst du dir dadurch bewusst, was du brauchst, um dich wohl zu fühlen, so dass du bei der Partnerwahl darauf achten kannst. Und kann dieser "Neue" dich dann so nehmen, wie du bist - Toll! Hast du ein Gegenüber, der es nicht kann - wirst du es sehr schnell an deinem "unwohl-/nicht stimmig-Gefühl" erkennen können :) ...und dann hilft wieder die Selbstreflexion, Annahme dieses Gefühls und Kommunikation der daraus resultierenden Erkenntnisse, um den nächsten Schritt zu erkennen..
 
G

Gast

  • #19
#16 Dein Beitrag gibt zwar nicht wirklich Anlass dazu, aber ich nehm ihn trotzdem mal ernst.

Wenn du ernsthaft meinst, dass hier nur perfekte Menschen sein dürften, dann müsstest du konsequenterweise auch die Beziehungphobie-Phobiker verbannen. Die sind m.E. real kein bisschen beziehungsfähiger (weil unreif) und können mitunter sehr, sehr destruktiv sein in ihren Überreaktionen. Ich nehme zumindest die Verantwortung für meine Situation - tust du es für deine oder siehst du dich nicht eher selbst als Opfer?

Wer sich sicher ist, dass er ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein... allerdings glaube ich nicht, dass Steinewerfen irgendwie zu Annäherung oder Verständnis beiträgt - und ist Annäherung nicht eigentlich das, was die meisten Beziehungphobie-Phobiker im Grunde auch wollen würden? Ich verhalte mich in vielen Situationen wie jemand mit einem sog. "sicheren Bindungsstil" (und dem ist auch so, wenn du es mir nicht glaubst), ich sehe keinen Grund, weshalb ich das mit einem passenden Partner nicht noch steigern könnte. Allerdings natürlich nicht mit jemandem, der auf der Basis von projektionsgeschwängerten Spekulationen um sich haut wie eine verletzte Katze... ich werde dich also gerne meiden ;)

Gibt es auch mal einen Artikel, wie man als "bindungsängstlicher" Mensch (ich spreche bewusst nicht von Phobie!) Mensch die Beziehungsphobie-Phobiker frühzeitig erkennen und meiden kann?! Das einseitige Täter/Opfer-Schemadenken und die Betonung auf Krankheit geht mir auf den Keks. Da machen es sich die selbsternannten Opfer hübsch einfach. Das Ergebnis ist, dass sich Leute in Gräben verschanzen und sich gegenseitig präventiv eins auf den Deckel hauen, mit seltsamen Tests traktieren etc. - SOWAS ist meiner Meinung nach krank. Und traurig.

@2/9/17 ;) - Einfach nochmal: Danke.
 
G

Gast

  • #20
@#18
Wer fordert denn von Dir, dass Du perfekt bist? Ich habe nur die Meinung geäußert, dass man einen Partner nicht mit seinen schwerwiegendsten Problemen belasten sollte, mit denen er garantiert überfordert wäre. Ein möglicher Partner ist schließlich auch nicht perfekt.
So weit ich lesen konnte, bist Du der erste, der hier von "Opfer" bzw. "Krankheit" schreibt. Ist das so ein großes Thema für Dich? Wer greift Dich an? Welche Krankheit meinst Du? Oft ist das, was uns am meisten ärgert oder ängstigt, der Wegweiser zur Lösung eines Problems, weil mit Gefühl verbunden. Sich damit auseinanderzusetzen, dass man tatsächlich einmal ein Opfer (der Erwachsenen) war, ist ein guter Anfang, aus dieser Opferrolle zu entkommen. Was nicht ans Licht gebracht wird, gärt im Unterbewusstsein und beeinträchtigt das Gefühlsleben.
Du "verhältst" Dich wie jemand mit einem sog. "sicheren Bindungsstil"? Geh, alter Trick! Da bist Du sicher nicht der Einzige. Auch wenn Du es schaffst, alle zu täuschen, Dich selbst kannst Du nicht betrügen?
Verd... gute Idee: Einfach mal damit aufhören, sich in Gräben zu verschanzen und gegenseitig präventiv eins auf den Deckel zu hauen. Lass uns doch damit anfangen.
 
G

Gast

  • #21
Liebste #19, wenn du dir die Mühe gemacht hättest die Beiträge zu lesen, hättest du z.B. schon mal mitbekommen, dass ich weiblich bin... Solche Aussetzer machen es schwer, deine Beiträge für voll zu nehmen.
Wie wär's wenn du was Konstruktives zum Thema beiträgst indem du von dir schreibst, anstatt mich zu zerpflücken und zu pseudo-therapieren?
 
G

Gast

  • #22
@ #18

Du scheinst deinen "eigenen Film" auf die Fragestellerin (oxy) projizieren zu wollen.

Weswegen forderst du sie denn nun auf, euch gegenseitig in Gräben zu verschanzen und präventiv eins auf den Deckel zu hauen? Vielleicht wäre es für dich sinnvoll, erstmal Frieden in dir selbst zu schaffen und deine unterdrückten Agressionen aufzuarbeiten, oder im Sport auszuagieren.

Sich seinem Partner mit der eigenen Geschichte und Vergangenheit anzuvertrauen, ist doch nicht gleichbedeutend mit ihn belasten! Er braucht nur zuzuhören, Mitgefühl signalisieren und kann daraus Verständnis gewinnen und nachvollziehen, dass manche ihrer Verhaltensweisen nicht die Partnerschaft in Frage stellen, oder für ihn verletzend sein sollen, sondern eben aus ihrer vergangenen Geschichte herrühren. Wo bitte ist das belastend? Er soll es doch nicht für sie lösen - sie will doch selbst die Verantwortung für ihren Teil übernehmen und daran wachsen, reifen und sich weiter entwickeln!
 
G

Gast

  • #23
Sorry, meine Nachricht #21 bezog sich auf #19 - nicht #18
 
G

Gast

  • #24
Hallo Fragestellerin,

hier nochmal #4.
Ich komme eigentlich mit jedem Menschen gut aus. Mit den einem mehr - mit den andern weniger. Aber so eine Art "besten Freund(in)" mit dem ich über alles reden kann hab ich eigltlich (leider) nicht. Mag zweifellos teilweise auch an mir liegen, dass ich Single bin. Ich bin nicht der Party-Typ, und als Kerl der kein Bier und Schnaps trinkt - ist man auch ehr ein "Ausenseiter". Das dumme ist nur das es anscheined kaum Mädels (ende 20 / anfang 30) gibt die auch nicht jede Woche in die Dico wollen und ständig Party haben müssen.

Wünsche einen Guten Rutsch und alles Gute für 2010.



Gruß

7E1E2EBD