• #1

Bindungsangst : Die Gefühle reichen nicht aus ?

Vorweg : ich bin wieder Single. Und ich habe diese Ausreden satt.

Es gibt Männer wie Frauen , die eine wirkliche Bindungsangst haben. Die Mehrheit
aber benutzt den Begriff, um den gegenüber nicht zu verletzen.

Welche erfahrungen habt ihr gemacht ?
 
  • #2
Ich kann davon ein Lied singen zwar nur mit einen Mann wo de Verdacht meiner Seite her kommt das es so ist .gast duves gemerkt?
 
  • #3
Ich würde mich auf solche komplizierten, blockierten und verunsicherten Menschen (Bindungsangstmenschen!) erst gar nicht näher einlassen, weil es absolut nichts bringt. Diese sind ausschließlich unterwegs, weil sue nicht alleine sein können, dafür gebe ich mich nicht her!
Ein Mensch der nicht längere Zeit (ca. 2 Jahre) alleine gelebt hat, nicht reflektiert hat über sein vergangenes Leben und auch nicht weiß, was er zukünftig möchte und was er nicht mehr möchte. ist für mich für eine Beziehung nicht zu gebrauchen, Punkt. Ich muss sehr oft (täglich!) hier den Kopf schütteln, wenn ich lese, was Menschen mit Menschen alles machen und trotzdem bei diesen Menschen bleiben, ich bewerte das für mich, als unreif und unerwachsen!
 
  • #4
Ich hab neulich mal gehört, dass die Menschen, die die viel zitierte "Bindungs-Angst" haben, eigentlich Angst haben vor einer Trennung.

Solltest Du Dich einem Mann/ oder einer Frau gegenüber befinden, der/ die Dir sagte, dass er/ sie eine Bindungs-Angst habe, empfehle ich Dir Folgendes:

1. Nimm dem Gegenüber seine Angst, dass Du ihn/ sie schnell verlassen könntest! Vermittel ihm/ ihr, dass er/ sie Dir vertrauen kann!

2. Zeig dem Gegenüber, dass es für ihn/ sie keinen übermäßigen Stress bedeuten wird, nachdem er/ sie Dich verlassen könnte! Du wirst danach weder in Trauer versinken noch zur Messer werfenden Furie werden! Vermittel ihm/ ihr das - und die "Bindungs-Angst" löst sich in Luft auf, bzw. wird erheblich kleiner!

w, Mitte 40
 
  • #5
Naja, manchmal ist es wirklich so, dass die Gefühle nicht für alles reichen. Es ist dann nicht die Angst vor der Bindung schuld, sondern die Ansprüche an eine Beziehung sind hoch. (Okay, dass das Motiv dafür auch Bindungsangst sein kann, steht auf einem anderen Blatt.) Ich erlebe das selbst gerade. Ich hatte schon früh gemerkt, dass da eigentlich zu wenig Verliebtheit war - auf beiden Seiten. Aber weil es trotzdem irgendwie passend und schön (und ich sehnsüchtig) war, dachte ich, dass sich das schon noch entwickelt.

Nein, es entwickelte sich bei mir (und wohl auch ihm) nichts, ich konnte das nur noch beenden, um mir treu zu bleiben. Wir beide können Größeres finden, das weiß ich. Denn ich erlebte schon, wie es sein kann, wenn beide jeden Tag als Geschenk empfinden.

Okay, ich habe Deinen Thread jetzt mit meinem Thema zugespamt, sorry!

Aber das kann hinter "Die Gefühle reichen nicht aus!" stecken.

w, 52

PS: Als mir das mal jemand sagte, wollte ich es aber auch nicht wahr haben...
 
  • #6
Für mich gibt es keine konkrete Bindungsangst. Heutzutage würde ich niemanden mehr einfach bloß so heiraten oder mit ihm zusammen sein. Dafür ist das Leben zu bunt. Weißt du, im Leben gibt es einfach noch sehr viel mehr, als sich mit schlechten Partnern abzugeben.

Vielleicht bist du ja auch selbst bindungsunfähig? Aus welchen Grund warst du sonst mit einem Mann über 50 zusammen, der nichts von dir wollte und seine große Liebe dir vorschiebt? Keine Bindungsangst zu haben, heißt eben auch, sich einen passenden Partner zu suchen, der wirklich emotional offen für einen ist und mit einem eine wirkliche Zukunft gestalten will.
 
  • #7
1. Nimm dem Gegenüber seine Angst, dass Du ihn/ sie schnell verlassen könntest! Vermittel ihm/ ihr, dass er/ sie Dir vertrauen kann!

2. Zeig dem Gegenüber, dass es für ihn/ sie keinen übermäßigen Stress bedeuten wird, nachdem er/ sie Dich verlassen könnte! Du wirst danach weder in Trauer versinken noch zur Messer werfenden Furie werden! Vermittel ihm/ ihr das - und die "Bindungs-Angst" löst sich in Luft auf, bzw. wird erheblich kleiner
Kennst du jemanden bei dem das funktioniert hat?

Ich würde zu Punkt eins sagen, dass das ausufern kann jahrelang Vertrauen schaffen, aber es ist nie genug.

Wie soll man im vorhinein beweisen wie man frau sich in Zukunft verhalten wird? Das stell ich mir schwer umsetzbar vor.

Bindungsangst wird auch vorgeschoben wenn es halt nicht ganz passt, für Sex aber schon, das kann mann halt nicht immer so ausdrücken...
 
  • #8
erst gar nicht näher einlassen, weil es absolut nichts bringt. Diese sind ausschließlich unterwegs, weil sue nicht alleine sein können, dafür gebe ich mich nicht her!
Hallo Logik....
die Leute mit Bindungsangst wollen also nicht alleine sein ?
Das ist doch totaler Unfug!

Die Leute mit "Bindungsangst" (so es das dann wirklich gibt) wollen eben eine Beziehung (ja, kann auch eine Affäre sein) zu einem anderen Menschen eben nur in Ausschnitten bzw. für bestimmte Funktionen eben weil sie in vielen anderen Lebensbereichen keinen festen Partner brauchen bzw. keine Menschen wollen, der Ihnen in ihr Geschick hineinregiert.

Meine (schon lange getrennt lebende) Schwiegermutter ist dafür ein gutes Beispiel.
Sie will eben keinen Mann als festen Partner (mehr), hat aber dafür halt gelegentlich mal Affären. Ansich kein Problem.

Aber ein Mann der nun versuchen würde sie an sich zu binden würde hier (wie die FS) dann auch herumjammern, dass die besten Frauen ja wohl "Bindungsangst" hätten. Dabei werden sie einfach nur verschmäht, genau wie wahrscheinlich die FS auch.

Aber dann wäre man selber ja nicht perfekt (Belastung für das eigene Ego), also muss der andere irgendwie Schuld sein und eben "Bundungsangst" haben.

Umkehrschluss:
Menschen die große Nähe zu einem Partner wollen und eine feste Beziehung anstreben (ja auch alle Kletten)
werden wohl niemals "Bindungsangst" haben, denn DAS wollen sie ja gerade: Bindungen!

Und plötzlich...Logik.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #9
Ja, meist ist es eine Ausrede. Bei echter Bindungsangst merken die Menschen ja oft gar nicht, dass sie ein Problem haben. Wenn sich jemand von mir trennt mit den Worten, er hätte Bindungsangst oder so, dann ist das fast immer eine Ausrede und bei der nächsten Frau ist das dann auf wundersame Weise kein Thema :D

w, 36
 
  • #10
Ja, kann schon sein, dass Deine These stimmt.

Angenommen Du hängst Dein Herz an einen Menschen, der nicht wirklich eine Beziehung mit Dir will...
die spannendere Frage ist doch, warum suchst DU Dir niemanden aus, der Dich will?
Wahrscheinlich ist die Antwort, dass Du selbst keinen sicheren Bindungsstil hast.

Beziehungsangst, oder wie man es bezeichnen will, funktioniert immer nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip oder wie 2 Puzzleteile. Der Bindungsängstler kann nur bindungsängstlich agieren, wenn auch der andere einen unsicheren Bindungsstil hat.

Das bedeutet gerade nicht, dass Du den Bindungsängstler immer mit Liebe zukaxxen sollst, sondern das jemand mit sicheren Bindungsstil den Bindungsängstler garnicht in Betracht für eine ernste Beziehung zieht und weitersucht.

Ein Mensch, der auf Verlässlichkeit, stabile Kontakte etc Wert legt und eine monogame, verbindliche Beziehung will, wird sich nicht mit einem Luftikus aufhalten, der/die Fremdgänger ist, den Kontakt und Absprachen nicht konstant hält, sich nicht für die Beziehung entscheidet.

Arbeite an Deinem eigenen Bindungsstil.
 
  • #11
Ich hab neulich mal gehört, dass die Menschen, die die viel zitierte "Bindungs-Angst" haben, eigentlich Angst haben vor einer Trennung.
Interessant, kann durchaus sein. Aber ich würde nicht sagen, dass das bei allen so ist. Ich denke vielmehr, dass es auch oft so ist, dass der Mensch Angst hat, von der Beziehung "verschlungen" zu werden, also er weiß, dass er alles für den anderen tun würde und sich zu sehr anpasst. Damit verliert er Freiheit und muss sich ganz aufgeben, damit er Liebe vom Partner bekommt. Ich denke, deswegen wollen auch manche Männer nicht "Beziehung" sagen. Es würde mit Verpflichtungen einhergehen, von denen sie denken, dass die Frau sie fordert, und nicht, dass sie sie selbst freiwillig eingehen könnten.

Als Ursache vermute ich die Elternbeziehung, die gesehen wurde. Im Fall einer bindungsängstlichen Frau zum Beispiel, dass sie immer gesehen hat, wie die Mutter sich verbiegen "musste", ihre Selbständigkeit verschweigen musste, damit der Mann bleibt, bei einem bindungsängstlichen Mann vermute ich zum Beispiel eine Mutter, die total unselbständig war und vom Vater abhing, der aber emotional verschlossen war.
Beide denken, ein Partner/eine Partnerin würde eine verpflichtende Belastung werden und Verbindlichkeit sei nichts Schönes.

Die Lösung wäre einmal das Erkennen, dass man sich auch trennen kann. Das schlägt den Bogen zu Deinem Zitat: Das als erwachsene Person bindungsängstliche Kind hat ja bei den Eltern gesehen, dass man sich nicht trennen "darf", auch, wenn es schwierig läuft, also weiß es, dass Trennung nicht geht, auch wenn gelitten wird.
Und zum anderen die Elternbeziehung kritisch zu betrachten, dass die gar nicht "normal" war, und wie man selbst ein Part von dem ganzen wurde. Ich denke da z.B. an einen Jungen, der für seine Mutter Partnerersatz wurde (sagt sie ganz offen und beschreibt auch, wie er sich um sie kümmert). Könnte bewirken, dass er gelernt hat, er müsste seine Bedürfnisse zurückstellen, um eine schwache Partnerin zu retten und emo. zu befriedigen und damit geliebt zu werden.
Ich denke, wenn Elternteile die Kinder für irgendwas benutzen, das in der Elternbeziehung schiefläuft, also ihre Kinder irgendwie "opfern", irgendwas von ihnen fordern für Liebe, dann kriegt das Kind so eine Bindungsstörung. Das muss aber nicht sein, dass es nie eine Beziehung hat. Es hat dann eine, in der es auch Manöver macht, seine Freiheiten weiter zu behalten, weil es sich sonst in der Beziehung "auflösen" würde, oder vielleicht auch seine Kinder benutzt, um die Beziehung zu erhalten.

Ja, doch, ich glaube schon, dass wenn man seine Angst vor Trennung überwunden hat und weiß, dass man auch selbst "nein" sagen darf zu einem anderen, statt in einer einmal verbindlich geschlossenen Beziehung zu leiden bis ans Ende, dann ist auch die Bindungsangst weg und man gibt sich auch nicht mehr auf in einer Beziehung.
 
  • #12
Ich gerate oft an Männer, die behaupten, dass sie Bindungsangst haben.
Aber es stimmt eigentlich nie.
In eigentlich so gut wie allen Fällen ist es so, dass sie nicht genug Zuneigung empfinden.
Kommt es zu einer Trennung und sie finden einen andere Frau, ist nämlich dann ganz plötzlich die Bindungsangst weg und sie führen eine Beziehun, wie du dir immer gewünscht hast.
Bindungsangst ist eher eine Ausrede dafür, das man sich ja keine Mühe geben muss, weil man es ja nicht kann. Der angeblich bindungsängstliche Partner lässt den Menschen an seiner Seite quasi am langen Arm verhungern.
Man sollte schon nach wenigen Wochen Beziehung spüren, wo die Reise hingeht.
Das heißt nicht, das man nach 6 Monaten zusammen wohnen muss, man kann sich auch fest binden, ohne zusammen zu wohnen.
Aber dieses Gefühl, das man sich gegenseitig in sein Leben haben will, das sollte nicht zu lange auf sich warten lassen.
Ich habe auch schon zu viel Zeit mit diesen angeblich bindungsängstlichen Männern verbracht.
Verlorene Zeit, denn man ist in Wahrheit nur zweite Wahl
 
  • #13
In eigentlich so gut wie allen Fällen ist es so, dass sie nicht genug Zuneigung empfinden.
Kommt es zu einer Trennung und sie finden einen andere Frau, ist nämlich dann ganz plötzlich die Bindungsangst weg und sie führen eine Beziehun, wie du dir immer gewünscht hast.
Bindungsangst ist eher eine Ausrede dafür, das man sich ja keine Mühe geben muss, weil man es ja nicht kann.
Gut beobachtet, aber halb falsch gedeutet!

Diese andere Frau, mit der diese Männer dann doch eine Beziehung eingehen, lässt nicht ihre Bindungsangst verfliegen. Vielmehr sind diese Frauen in deren Augen so attraktiv, trotz Bindungsaversion auf den Beziehungswunsch einzugehen, einfach um an sie heranzukommen. Die Bindungsaversion besteht dennoch fort und wird mittelfristig wieder manifest, sobald sich der Überschwang der Anfangsphase verbraucht hat.

Mühe geben ist im Übrigen nichts, was man in Liebesdingen tun sollte. Wenn etwas Mühe macht, ist es nicht richtig, da man seinen Neigungen entgegen arbeitet. Wie könnte man es sonst als Mühe bezeichnen? Die Formulierung ist verräterisch.
 
  • #14
Diese andere Frau, mit der diese Männer dann doch eine Beziehung eingehen, lässt nicht ihre Bindungsangst verfliegen. Vielmehr sind diese Frauen in deren Augen so attraktiv, trotz Bindungsaversion auf den Beziehungswunsch einzugehen, einfach um an sie heranzukommen. Die Bindungsaversion besteht dennoch fort und wird mittelfristig wieder manifest, sobald sich der Überschwang der Anfangsphase verbraucht hat.
Ja, vielen Dank. Was in diesen Beziehungen passiert, sehen Aussenstehende nicht. Es kann schon sein, dass die beiden nach der anfänglichen Verliebtheit zusammen bleiben, obwohl das Außenstehende für ein Drama halten.

Wenn der eine meint, endlich läuft die Beziehung richtig harmonisch und gut, wird der Beziehungsängstler einen Weg finden, wieder Distanz in die Beziehung zu bringen.
Reagiert der Partner verständnisvoll z.B. auf sein Fremdgeflirte und seine Solo-Projekte (zeitaufwendige Hobbys etc), ist die Distanz In der Beziehung nicht geschaffen. Dann legt der Bindungsängstler noch eine Schippe drauf: Statt Streitigkeiten wegen Fremdgeflirte wird es dann ein Seitensprung, statt sein Solo-Projekt einfach langes Mauern mit Kontaktabbruch.

Als Mensch mit normal ausgeprägten Bedürfnis nach konstantem Kontakt, Stabilität und Verlässlichkeit in der Beziehung kann man mit dem Beziehungsverhalten des Bindungsängstler nicht zufrieden sein.
Man kann sich damit allenfalls irgendwie arrangieren.
 
  • #15
Was ich festgestellt habe, es hat mir in der Vergangenheit nie gut getan mich immer mit der Psyche der anderen zu beschäftigen.
Wenn er Angst hat, ob vor Bindung oder Verlust, ist es doch in erster Linie sein Problem.
Meins nur, ob jemand "nett" zu mir ist, ob ich es genauso mag wie es ist oder nicht.
Fühl ich mich nicht wohl, muss ich auf mich schauen und nicht immer auf den anderen.
Verlustangst kenne ich und dadurch auch die Vorsicht vor einer Bindung.
Das mach ich aber erstmal mit mir aus und werde es nicht inflationär dem anderen erzählen.

Hab ich übrigens natürlich lange gemacht aber man bleibt zu lange beim falschen, Doktort rum etc
Und nachher bekommt man nur selbst Ängste

Wenn ich weiss, dass ich in der Lage bin konsequent zu gehen, wenn mir der andere nicht gut tut, bekomme ich auch keine Angst vor nächsten Versuchen.

Findet einer mich eben doch völlig unsexy, komm ich da besser mit klar als überall den nächsten mit Bildungsangst zu vermuten.
Viele merken auch einfach nach einer Zeit...solo ist netter
 
  • #16
1. Nimm dem Gegenüber seine Angst, dass Du ihn/ sie schnell verlassen könntest! Vermittel ihm/ ihr, dass er/ sie Dir vertrauen kann!

2. Zeig dem Gegenüber, dass es für ihn/ sie keinen übermäßigen Stress bedeuten wird, nachdem er/ sie Dich verlassen könnte! Du wirst danach weder in Trauer versinken noch zur Messer werfenden Furie werden! Vermittel ihm/ ihr das - und die "Bindungs-Angst" löst sich in Luft auf, bzw. wird erheblich kleiner!
Wenn man diese Ratschläge befolgt sitzt man "Zack" in der selbst gebauten Falle. Der Versuch mit "Liebe" und "Geduld" zu heilen funktioniert auch mit Drogisten und anderen Süchtigen nicht.

Man macht sich selbst zum Slaven, Coabhängigen und befriedigt damit wahrscheinlich eine eigene psychische Problematik. Am gesündesten ist es sich von solchen Menschen fern zu halten.

Die hier von verschiedenen Kommentatoren aufgezählten Gründe für Beziehungsangst stimmen wahrscheinlich alle, denn es gibt nicht die eine sondern unterschiedlichste Varianten von Beziehungsangst.

Nicht jede geht mit erkannter Angst einher und die Ängste sind unterschiedlich. Manche fürchten sich vor der und andere wegen der Beziehung.

Egal welche Variante die Ursache liegt immer in der Kindheit.

Vor der Beziehung fürchten sich jene die um ihre Autonomie kämpfen mussten, symbiotisch vereinnahmt oder Familie als freudloses ggf. gewaltvolles Patriarchat erlebt haben.

Sie vermeiden Beziehung indem sie sie offen ablehnen oder sie vermeiden indem sie nur unerreichbare Menschen auswählen bzw. keine Zeit für Beziehung haben konstruieren. Die menschliche Beziehungsnähe die ihnen fehlt kompensieren z.T. durch Jagd auf Sex und/oder Romanzen. Sie sind z.T. offen z.T. verdeckt unverbindlich/nicht monogam.

Oft leiden diese Menschen nicht (offensichtlich) an dieser Eigenheit. Einige haben aber das Bedürfnis sich als positiv besonders darzustellen. Z.B. Polyamorie oder Freigeistigkeit ist Avantgarde während Monogamie nicht dem Menschen entspricht und eine Wüste oder Langeweile ist.

Die anderen die Angst wegen Beziehung haben, haben Verlustängste. Frauen oft weil ihr Vater in der Pubertät oder früher gegangen ist u.ä.

Sie suchen z.T. ihren Vater als Liebhaber. Jemanden der so distanziert wie ihr Vater ist. Wollen einen kaputten Menschen mit Liebe und Geduld heilen/retten. Trennen sich präventiv. Sind übermäßig eifersüchtig, klammernd, einengend.

Andere sehen aber auch ihre Rettung in bewusst polygamen oder polyamoren Leben. Anstelle des Risikos nur den einen innigen Partner zu verlieren, tritt ein Pool nicht zu inniger Beziehungen. Es werden nie alle gleichzeitig gehen und wenn ich mich nicht zu tief einlasse schmerzt die Trennung nicht so stark.

Es gibt nicht nur diese beiden Varianten die sich z.T. gegenseitig anziehen sondern allerlei Ausprägungen und Kombinationen.
 
  • #17
Was ist denn Bindung?
Zusammen wohnen? Gemeinsame Verpflichtungen? Freiraum einräumen, oder auch nicht? Sich verantwortlich fühlen? Lebensweise oder - einstellung tolerieren? Etc..... Bla, Bla..

Manche Dinge passen einfach nicht und diese machen Angst vor Bindung, und zwar eben mit dieser einen Person!
Der andere sieht Unpassenheit ggf gar nicht, oder würde sie selbstverständlich in Kauf nehmen.

Bindungsangst ist doch ein sehr allgemeines Wort. Gibt's das überhaupt als Diagnose?
Es lenkt mE von der eigenen Persönlichkeit derart ab, dass beide Seiten für sich immer sagen können "Ich kann nichts dafür", ohne über irgendetwas reden zu müssen.
Und das, obwohl für jeden Menschen Bindung etwas ganz anderes ist.
Wie kann ein Wort derart abgenutzt werden? Jeder scheint gleich etwas damit anfangen zu können, obwohl alle etwas anderes unter Bindungen/Beziehungen verstehen.
Und das macht "Bindungsangst" wieder derart schwammig, dass es gar nichts aussagt.

Ich glaube schon, dass man Angst vor einer einzelnen Beziehung haben kann, weil etwas Unausgesprochenes oder nicht Erklärbares nicht stimmt.
Und es mag auch die wirklich traumatisierten Fälle geben. Die haben aber sicher auch noch ganz andere Baustellen vorzuweisen.
Das Wort ist alleine und ohne Erklärung gar nicht anwendbar. Es hat aber scheinbar so viel Aussagekraft, dass es wiederum vor Diskussionen bewahrt.
Wo liegt die Grenze zwischen dieser Angst und einem vielleicht ausgeprägten Freiheitsverlangen?
 
  • #18
Bei echter Bindungsangst merken die Menschen ja oft gar nicht, dass sie ein Problem haben.
Meine Erfahrungen liegen anders, diese Menschen wissen, um ihr Problem und gehen erst gar keine Bindung ein oder ganz abgespeckt, weil Sex und Aufmerksamkeit stundenweise nach Bedarf ist auch ganz schön, wird es zu verbindlich, zu nah, zu privat, zu persönlich, stellt der andere verliebte Part Ansprüche, hat Bedürfnisse, Wünsche, bekommen sie Druck und gehen stiften, aber schnell noch vorher viel Geschirr beim anderen zerdebbern, damit dieser sich trollt und selbst auf Distanz geht.
Klar dient Bindungsangst auch vielen als Ausrede, wenn die Gefühle nicht reichen oder man doch nur zeitweise was lockeres sucht, wie eine nette Affäre, für Schönwetter, als auch für andere Frauen wie Männer attraktiv (da offiziell noch zu haben) zu sein, da sollte man sich schon die Beziehungsvita anschauen. Außerdem ist die Ausrede Bindungsangst sehr einfach und bequem, niemand ist wirklich schuld, wenn man den anderen abserviert.
5 Männer, die ich kenne, welche auch genau wissen, sie können keine Beziehung, sagten das auch offen und haben im Grunde deshalb auch keine. Einer hat bewusst eine offene Fernbeziehung, wo er sie selten sieht oder besucht, ihre Männergeschichten nebenbei akzeptiert er, solange sie noch für ihn Zeit erübrigt, wenn er mal emotionalen und sexuellen Input will. Ein anderer hat eine Ausländerin geheiratet und sie in Deutschland geparkt, ist seit 10 Jahren im Ausland aktiv und will nicht zu ihr, auch hier führen beide eine offene Beziehung. Die anderen 3 haben ONS und diverse Freundinnen, die treu und geduldig darauf Hoffen. Davon eine schon 16 Jahre lang, dass sie sowas wie eine Beziehung führen könnte, während diese Männer nie Zeit haben und ihre Belange ihnen scheinbar völlig egal sind, Zukunftspläne Fehlanzeige, Kinderwunsch belächelt, was er tut und macht, davon haben diese Frauen aller höchstens eine Ahnung, aber kein fundiertes Wissen, teilweise sind die Männer, Wochen- oder monatelang ohne ein Lebenszeichen von der Bildfläche verschwunden.
 
  • #19
Ich stimme dir voll zu.

Bindungsangst: Zu 95% eine Ausrede, dass derjenige keine Beziehung mit dir will. Sei es, weil er gerade keine Lust auf was Festes hat, eine Bessere hat, eigentlich vergeben ist oder nur lockeren Sex will.
 
  • #20
Bindungsangst ist das falsche Wort.
Es gibt Bindungstypen.
Den sicheren, den unsicher-vermeidenden, den unsicher-ambivalenten, den bindungsunfähigen Typ.

Ob man es weiß, glaube ich weniger - es dient nur oft als Ausrede. Wer es aber von sich sagt, hat ganz sicher keine Lust auf Bindung mit dem Gegenüber - also nicht versuchen zu verstehen oder retten... Das bringt Leiden.

Wann setzt man sich mit Bindung auseinander - erst wenn es Schwierigkeiten gibt, ein Leidensdruck.
Und nachdem die Ursachen im frühkindlichen Erleben liegen, ist Therapie zumindest aufwändig.

Es gibt inzwischen Kurse - SAFE z. B. in München für werdende Eltern, Karl Heinz Brisch ist da sehr renommiert, wo diese lernen zu verstehen, wie Bindung beeinflussbar ist.
Alleine die schwarze Pädagogik, die bis in die 80er noch wirkte - Baby schreien lassen, nicht verwöhnen, hat den Grund für Bindungsproblematiken von Generationen gelegt (1930-1980), vorher nicht besser, in der NS Zeit perfektioniert.

Ich denke, man kann an seinem Bindungsst arbeiten, sicherer werden, sich bewusst machen, dass es es mit einem selbst zu tun hat, trotzdem wird man nie verbessern können, sicher bindungsfähig wird man nicht.

Ich weiß aus meinem Erleben, dass es vielschichtig ist. Man ist bindungsunsicher, man sucht sich als Partner immer wieder Typen aus, die auch unsicher sind - wo man wieder "Liebe verdienen" muss. Selbstwert gering, das Gefühl nicht liebenswert zu sein..
Und bestätigt die immer gleiche Erfahrung.
Da hilft definitiv höchstens tiefgreifende Veränderung.

W, 50
 
  • #21
Die anderen 3 haben ONS und diverse Freundinnen, die treu und geduldig darauf Hoffen. Davon eine schon 16 Jahre lang, dass sie sowas wie eine Beziehung führen könnte, während diese Männer nie Zeit haben und ihre Belange ihnen scheinbar völlig egal sind, Zukunftspläne Fehlanzeige, Kinderwunsch belächelt, was er tut und macht, davon haben diese Frauen aller höchstens eine Ahnung, aber kein fundiertes Wissen, teilweise sind die Männer, Wochen- oder monatelang ohne ein Lebenszeichen von der Bildfläche verschwunden
Beziehungspartner, nicht nur Frauen, die sich wie diese Frauen auf so eine "Beziehung" einlassen haben selbst Beziehungsangst.

Würden ihre "Partner" nicht mehr fern sondern plötzlich die überwiegende Zeit nah bei ihnen sein und wollten mit ihnen eine Alltagspartnerschaft leben, dann würde in diesen Frauen ein Fluchtreflex erwachen und sie würden ihrerseits Distanz suchen.

Menschen die dauerhaft ohne eine Veränderung herbei zu führen in so einer Beziehung verharren oder regelmäßig von einem unerreichbaren "Partner" zum nächsten wechseln wollen genau so leben. Ihr "Leid" ist nur eine Fassade die sie allerdings z.T. selbst nicht durchschauen.

Z.B. Töchter von unerreichbaren bzw. in ihrer Kindheit fernen Vätern bevorzugen diesen Stil. Sie wollen einen Mann wie ihren Vater.

Einige dieser Menschen durchbrechen dies nie oder erst im Alter. Für eine eigene Familiengründung oft zu alt. Aber viele negieren, dass sie so ein Problem haben bzw., dass dieser Lebensstil eine Anomalie ist.

Ich denke, dass sie mit dieser Selbstbeurteilung glücklicher sind als wenn sie es negativ einschätzen würden, denn allein die Erkenntnis ist nicht ausreichend um diese Prägung nachhaltig zu verändern.

Daher verteidigen sie ihren Lebensstil auch mit ordentlicher Wut wenn sie als Feedback auf ihr Klagen treffende Ratschläge bekommen.
 
  • #22
Es gibt Männer wie Frauen , die eine wirkliche Bindungsangst haben. Die Mehrheit aber benutzt den Begriff, um den gegenüber nicht zu verletzen.

Welche erfahrungen habt ihr gemacht ?
Mit Bindungsangst gar keine. Für mich hat sich bei Beziehungsanbahnungen immer eine Beziehung ergeben oder nicht. Für Dich ergeben sich Beziehungen oder auch nicht. Wenn sich keine ergeben, dann wollte der Mann (oder Du) nicht. Ob man dann freundlich-vermeidend mit "Bindungsangst" argumentiert, ist doch letztlich egal. Wenn ein Mann eine Beziehung mit Dir aus "Bindungsangst" ablehnt, dann hat er "Angst" vor (oder schlicht keine Interesse an) einer Beziehung mit Dir.
Wenn ich Deine anderen Kurzbeiträge lese, habe ich den Eindruck, Du hast versucht, einen Mann von Dir zu überzeugen und das ist Dir nicht gelungen. Stattdessen solltest Du besser nach Männern suchen, die Du nicht erst von Dir überzeugen musst.
 
  • #23
Aber viele negieren, dass sie so ein Problem haben bzw., dass dieser Lebensstil eine Anomalie ist.
Normal ist erstmal, was man als normal kennengelernt hat.

Ich habe viele Jahre voller Überzeugung behauptet, dass ich doch eine glückliche Kindheit hatte. Man kümmerte sich um mich, ich wurde nicht geschlagen oder anderweit misshandelt.

Erst nach einer sehr schlechten Beziehung kam ich ganz zufällig auf das Thema Narzissmus und kam im Zuge dessen darauf, dass der wahre Narzisst in meinem Leben meine Mutter war, die manipulierte und übergriffig war und auf der anderen Seite mein Vater, um dessen Liebe und Aufmerksamkeit ich immer kämpfte und sie nie bekam.
Wie sich wirklich liebevolle Eltern verhalten erfuhr ich erst als junger Erwachsener mit meinen Schwiegereltern.
Bis dahin fand ich normal was ich kannte.


Ich denke aber auch eine Bindungsangst wird anderen oft angedichtet, die sich einfach unverbindlich - weil desinteressiert -verhalten.

Wenn man sich einredet, der andere sei bindungsgestört also"krank", kann man prima rechtfertigen, warum man sich respektlos behandeln lässt, statt den Tatsachen ins Auge zu sehen und daraus Konsequenzen ziehen zu müssen.
 
  • #24
Die Mehrheit
aber benutzt den Begriff, um den gegenüber nicht zu verletzen.
Irrtum, die Mehrheit benutzt den Begriff, weil sie zu feige ist, die Wahrheit zu sagen, die da einfach lautet "ich stehe nicht auf Dich und ich habe andere Optionen".
Heutzutage hast Du für jeden Sch**** eine Überpsychologisierung, mit der versucht wird für das eigenen unsoziale Verhalten eine gefällige Begründung zu finden, statt mutig die Dinge zu benennen wie sie sind und dann auch für die Konsequenzen gradezustehen.
Die Ursache liegt auch oft darin, dass die Menschen sich von außen druch eine vermeintliche Mehrheitsmeinung steuern lassen, wie sie zu leben haben, statt selber wahrnehmen zu kkönnen, was ihnen gut tut. Wer im falschen Leben lebt statt im eigenen, der empfindet naturgemäß Unbehagen bis Ängste - typische Überforderunsgreaktion.

Es gibt keine Bindungsangst, jedenfalls nicht im Sinne einer Diagnose in der klinischen Psychologie. Es ist ein Begriff, der von Laien kreiiert wurde, um eigenes, als bedenklich empfundenes Sozialverhalten gegenüber anderen zu legitimieren.

Es gibt unsichere Bindungsstile. Wen wunderts, dass die Kinder Psychomacken haben bei den ganzen Trennungen mit Trennungskriegen, den Kindern was vorgauckeln etc.
Es gibt sehr selten Bindungsstörungen, hinter denen sehr großes Leid steht. Das ist eine echte Krankheit.

Bester Umgang mit selbsternannten Bindungsängstlern? Sie sich und ihren Ängsten überlassen, statt nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie man am besten damit als Paar umgeht.
 
  • #25
Wie sich wirklich liebevolle Eltern verhalten erfuhr ich erst als junger Erwachsener mit meinen Schwiegereltern.
Bis dahin fand ich normal was ich kannte.
Es ist völlig normal, dass man als Kind die Art und Weise seiner Beziehung zu den Eltern und unter diesen lange als eine Art Standard ansieht und erst wenn man Vergleichsmöglichkeiten hat und alt genug für eine sinnvolle Einordnung ist erkennt ob diese Beziehungen überwiegend gut oder eben nicht wirklich fein waren.

Bei mir war es relativ früh (vor meiner Pubertät), dass mir die Abweichungen in meinem Elternhaus klar wurden. Diese erforderten von mir das schnelle Spüren von Gefühlsschwankungen und eine flexible Anpassung an diese. Die Ursachen für das Verhalten meiner Eltern wurden mir erst später klar.

Mir war das Glück beschieden wesentliche ihrer Eigenschaften nicht zu kopieren sondern mich tendenziell anders zu positionieren.

Ich denke aber auch eine Bindungsangst wird anderen oft angedichtet, die sich einfach unverbindlich - weil desinteressiert -verhalten.
Es gibt zweierlei Andichtungen. Die pauschale Andichtung ohne jede Grundlage und die Andichtung aufgrund von Informationen.

Ich hatte mal einen kurzen Kontakt über die große kostenlose Kontaktbörse. Ich war begeistert. Sie wirkte begeistert und hat später noch hinter mir hertelefoniert obwohl ich mich bereits durch die Blume distanziert hatte. Warum hatte ich mich trotz anfänglicher Begeisterung distanziert.

Sie erzählte mir, dass sie in ihrem Leben zwei sehr lange Beziehungen hatte. Beides Fernbeziehungen die jeweils durch Nähe am Ende ihr Ende fanden. Gegen Ende ihrer letzten Beziehung war sie beruflich bedingt aus Norddeutschland in die USA gezogen. Ihr in Süddeutschland lebener Freund überraschte sie mit dem Gewinn einer Greencard.

Sie reagierte wenige Wochen nach dem er zu ihr in die USA gezogen war mit einer Flucht zurück nach Norddeutschland. Nach eigenen Worten hatte sie die Enge mit ihrem Freund nicht ertragen.

Mir hatte sie übrigens gleich zu Beginn unseres Kontakts offenbart, dass sie nicht wirklich sucht. Die klassische Warnung vor sich. Beklag dich anschließend nicht ;)

Ich weiß nicht wie diese Frau es sehen würde wenn sie hören würde, dass ich ihr eine Beziehungsstörung andichte.

Vielleicht hält sie ihrerseits ja mich für Beziehungsunfähig. Ich mag ja mit meiner Freundin ja auch nicht zusammen ziehen. Sie hält dies vielleicht auch für ein Zeichen von Beziehungsangst.
 
  • #26
Es gibt Männer wie Frauen , die eine wirkliche Bindungsangst haben. Die Mehrheit aber benutzt den Begriff, um den gegenüber nicht zu verletzen.
Ich denke, die meisten Menschen ab einem gewissen Alter sind reif genug, sich zu überlegen, was sie wollen und das auch umzusetzen.
Die Folgerung aus Beziehungen, die nicht funktioniert haben, kann dann sein: ich lasse das mit den Beziehungen lieber. Oder aber: ich habe eben Affären, bis ich bestimmte Merkmale bei einer Affäre oder jemand anderem erkenne, die mich dazu bringen, es doch noch einmal zu versuchen.

Du schiebst das Problem auf andere ab. Das ist unreif. Jegliche Selbstreflexion fehlt, Du hast keine positive Ausstrahlung, Du siehst die Probleme, die in Deinem Leben auftreten, nicht als Chance, sondern als Ärgernis. Du lässt Partner in Dein Leben, bei denen in der frühen Kennenlernphase klar ist, dass sie nicht passen (Parallelthread: mehrere Affären, daraufhin von der Exfrau rausgeworfen, der er seit Jahrzehnten hinterherläuft, negative Äußerungen über klassische Beziehungen, die Du wiederum möchtest, nicht monogam).
Du bist einfach nicht in der Lage, Dein Leben in die Hand zu nehmen und so zu gestalten, wie Du es möchtest.

Stattdessen jetzt schon zwei "Meckerthreads", in denen Du Deine aufgestaute Wut in Fragen und Pauschalvorwürfen entlädst und dafür "Bestätigung" suchst. Die wirst Du hier finden. Bei den Frauen, die es machen wie Du und dann daraus, dass sie immer wieder "enttäuscht" werden (man beachte den Wortsinn) und nichts daraus lernen, die Folgerung ziehen, dass "alle" Männer so sind und sie dann lieber alleine bleiben. Ich bin dankbar für diese Folgerung. So bleibe ich von diesem Frauentyp verschont.
Ich kann auch verstehen, dass der Mann, den Du hier beschreibst, bei diesem Frauentyp landet. Andere Männer machen da einen großen Bogen.
 
  • #27
Die Folgerung aus Beziehungen, die nicht funktioniert haben, kann dann sein: ich lasse das mit den Beziehungen lieber.
Ich nehme jetzt den Denkanstoß auf.
Keine Beziehung hat in der Regel grundsätzlich nicht funktioniert. Die Beziehungen haben ihr Ende gefunden aus verschiedenen Gründen, an denen beide ihren Anteil haben.

An einem selbst liegt es nun, zu reflektieren.
Was war gut, warum war es gut, was war mein Beitrag, wie könnte ich ähnliches wieder /noch besser hinbekommen.
Und ebenso was war schlecht,..., meine Anteile.

Wenn ich immer wieder Enttäuschungen mit dem gleichen Typ Mann/Frau erlebe, liegt es nicht an "den bösen Männern/Frauen ", sondern an meiner Ausstrahlung - ich ziehe einen bestimmten Typ an - und meinen Auswahlkriterien, vor allem die unbewussten - ich stehe auf einen bestimmten Typ.
Das aber zu verändern, ist schwierig... Man muss dann an die Ursachen, die definitiv aus den Prägungen aus der Kindheit kommen.

Dann erklären sich manche lieber als Einzelgänger, bevorzugen dauerhaft unverbindliche Konstrukte, oder schimpfen über das andere Geschlecht.

Bei manchen mag es aber tatsächlich sozial verträglicher sein, alleine zu leben. Vor allem für den /die potentielle*n Partner*in.

W, 50
 
  • #28
Dann erklären sich manche lieber als Einzelgänger, bevorzugen dauerhaft unverbindliche Konstrukte, oder schimpfen über das andere Geschlecht.
Das ist abhängig von dem ebenfalls in der Kindheit geprägten Bindungstyp.

Eine Variante ist der "Distanziert-beziehungsabweisender Bindungsstil". Dieser tritt dann gern als einsamer Wolf, unverbindlicher Freigeist, früher in Beziehungen als unnahbar herrschender Patriarch auf. Nähe holt er sich am liebsten nur als Sex.

Diese Variante leidet nicht im geringsten an ihrem Verhalten, versteht auch nicht das Leid was ihr Verhalten ggf. auslöst bzw. ignoriert oder "genießt" dies sogar bzw. ordnet Beschwerden als zänkischen Terror ein.

Sie sehen daher nicht den geringsten Grund zur persönlichen Änderung und weisen alles was an ihrem Selbstbild nagen könnte als übergriffiges Oberlehrertum zurück. Damit haben sie in ihrer Selbstsicht recht, denn sie sind in dieser genauso wie sie sind glücklich. Warum sollten sie dieses Glück destabilisieren lassen?

Während sich Menschen mit sicheren Bindungsstil mit solchen Leuten nur oberflächlich, versehentlich und kurz abgeben, ziehen sie Menschen mit ängstlichen unsicheren Bindungsstil regelmäßig an. Die meisten in diesem Forum geschilderten Dramen basieren auf solchen Kombinationen.

Im Gegensatz zum "Distanziert-beziehungsabweisender Bindungsstil" leiden Menschen mit unsicheren ängstlichen Bindungsstil an ihrem Stil.

Menschen die Leiden beginnen früher oder später mit und ohne therapeutische Hilfe nach den Ursachen ihrer Misere und Auswegen zu forschen z.B. auch in dem sie in diesem Forum eine Frage platzieren.

Ein wirklich nachhaltiger Ausstieg aus ihrem schwierigen Bindungsverhalten gelingt aber selten bzw. partiell. Vielleicht macht es einfach Sinn, dass eigene Verhalten zu akzeptieren und einfach nur bewusster damit umzugehen.

Beispielsweise die Verantwortung dafür selbst zu übernehmen wenn ich eine Neigung zu aus meiner Sicht destruktiven "Partnern" habe und zu akzeptieren, dass diese sich nicht in einem von mir gewünschten Sinn ändern werden und auch zu akzeptieren, dass dieser Typ für mich einfach attraktiver ist als andere Menschen.

Genau das kann zu einer Änderung des eigenen Verhaltens führen während der Versuch ohne Akzeptanz der Rahmenbedingungen am Verhalten anzusetzen oft scheitert.
 
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  • #29
Beispielsweise die Verantwortung dafür selbst zu übernehmen wenn ich eine Neigung zu aus meiner Sicht destruktiven "Partnern" habe und zu akzeptieren, dass diese sich nicht in einem von mir gewünschten Sinn ändern werden und auch zu akzeptieren, dass dieser Typ für mich einfach attraktiver ist als andere Menschen.
Interessanter Punkt. Ich würde dann sagen, wenn ich die Finger nicht davon lassen kann, aber nunmal gern meine Märchenwelt habe und mit einer "normalen" Beziehung eh keine Freude hätte, kann ich mich ja nur entscheiden: Will ich das Drama in meinem Leben haben und leben und leiden, oder will ich darauf verzichten und bleibe allein. Was anderes geht nicht, weil alles andere für mich unerträglich langweilig wäre.

Will ich mich "normal" machen, KANN ich mich "normal" machen oder bin ich verdammt, solche Beziehungen leben zu müssen oder keine zu haben, die mich erfüllen. Und ist dieses Gefühl der Erfülltheit was "Krankes", das aus der Vergangenheit nachwirkt, oder entspricht es einfach meinem Charakter, dass ich SOWAS brauche, auch das Leiden daran. (Weil ich damit z.B. besser klarkomme als andere Menschen und mir Tiefe, starke Gefühle usw. was geben, während andere das vermeiden.)

Vielleicht kann man es mit den Brotjob- und den Ich-verwirkliche-mich-Job-Menschen vergleichen. Brotjob wäre die normale Beziehung mit ödem Alltag, die im Hintergrund funktioniert, weil sie einen kleinsten gemeinsamen Nenner fanden, der zwar keine Verliebtheit und ... "Liebesmagie" mehr enthält, aber sicherstellt, dass man nicht allein sein muss, und das reicht, um zufrieden zu sein.
Bei der anderen Form braucht die Person viel mehr Substanz und Verbundenheit mit dem Partner.
Wenn man davon ausgeht, das jede Beziehung irgendwann alltäglich werden muss (keine Ahnung, ob das so stimmt), dann ist der Job-Vergleich doch unpassend, denn mit einem Ich-verwirkliche-mich-Job kann man ja immerhin auch Geld verdienen und also im Alltag klarkommen. Vielleicht wäre das dann vergleichbar mit einer Beziehung mit Alltag, in der das Magische nicht verloren ging. Aber dann haben beide Partner sowieso keinen "pathologischen" Bindungsstil. Ich denke allerdings, dass es einen Haufen Beziehungen gibt, in denen irgendwann mal unbewusst oder bewusst festgestellt wurde "ich hatte es mir anders vorgestellt, aber ehe ich allein bin, versuche ich, das hier schön zu finden".
 
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  • #30
Vielleicht kann man es mit den Brotjob- und den Ich-verwirkliche-mich-Job-Menschen vergleichen. Brotjob wäre die normale Beziehung mit ödem Alltag, die im Hintergrund funktioniert, weil sie einen kleinsten gemeinsamen Nenner fanden, der zwar keine Verliebtheit und ... "Liebesmagie" mehr enthält, aber sicherstellt, dass man nicht allein sein muss, und das reicht, um zufrieden zu sein.
Mir ist sowohl das Beispiel Job zu schwarz weiß, als auch das Bild der Partnerschaft.
Entweder Langeweile, Alltag, sich arrangieren oder Euphorie, Leidenschaft, Leiden.

Es gibt bei beiden viele Graustufen, und es gibt genug Partnerschaften, die gut und stimmig sind - im WIR, Miteinander, über Jahrzehnte.
Ich hatte gestern das Glück, mal wieder so ein Paar zu erleben, Jahrzehnte zusammen, und liebevoll, zugewandt.
Und davon kenne ich einige.
Ich kenne auch die diversen Stufen der Arrangements, aber es gibt eben alles.

So wie jede*r sich in seiner für sie/ihn passenden Form von (Nicht-) Partnerschaft findet. Wer wirklich leidet, beendet es, manche brauchen auch das Leid, oder sehen es gar nicht als Leid. Oder reden es sich schön... Oder...

W, 50