• #2
Das moderne Gesellschaftsbild predigt doch Ideale wie Freiheit, Unabhängigkeit, Beliebigkeit. Verantwortung, Leistungsbereitschaft, Wir statt Ich sind Werte, die längst vielen veraltet erscheinen. Wenn man heutzutage verlangt, dass Menschen ihr Leben eigenverantwortlich führen und erarbeiten, gilt man schon fast als asozial und extrem. Das färbt eben auch auf persönliche Beziehungen ab und fördert Beziehungsuntauglichkeit und Bindungsangst.

Gemeinsame Ziele, Wir-Gefühl, Verantwortungs- und Leistungsbereitschaft und der Wille, zu zweit durch Synergien mehr zu erreich als alleine, sind einfach nicht mehr en vogue. Lieber alleine Karriere machen als zu zweiot eine glückliche Familie haben. Da wird "selbstverwirklicht" sich man eine Frau lieber als drittklassige Gruppenleiterin in einem undankbaren Großunternehmen, anstatt eine liebevolle und herzenswarme Mutter zu werden -- offensichtlich ist letzteres ein Auslaufmodell.
 
G

Gast

Gast
  • #3
Es klingt fast so, als ob nur die Frau weglaufen würde... laufen nicht auch genug Männer davon, wenn es ernst wird? Und das ist ja auch nicht wirklich was Neues... schon meine Grossmutter wusste von diesem Phänomen zu berichten... und zu ihrer Zeit "zählten" noch die alten Werte.

Es hat sich nur verstärkt... aber es ist nichts komplett Neues.

w/31
 
G

Gast

Gast
  • #4
Ich denke es sind u.a. die häufig genannten Zahlen und Fakten über Trennungen und Scheidungen.
Dann noch die prominenten Beispiele in den Medien.
Möglicherweise lassen der Medienkonsum TV, Internet, Zeitung und Hobbys nicht genügend Freizeit über.
Wieviel Stunden (Minuten ? ) reden Paare in der Phase des sich kennenlernens, in einer festen Beziehung, in einer Ehe am Tag miteinander ?
Wer das kennt, so handelt, nicht bereit ist sich kommunikativ auf eine Partnerschaft einzustellen der kann die Konsequenzen erahnen. Und zieht vermutlich die Notbremse und bleibt bei seinem alten "Leben" ? M 53 J
 
G

Gast

Gast
  • #5
Weil Bindung Verlust von Unabhängigkeit bedeutet! Heute ist jeder unabhängig: die Frauen von den Männern, die Männer von den Frauen sowieso- und was haben diese Entwicklungen gebracht?

Hohe Scheidungsraten - ein scheinbarer Beweis für die Gefährlichkeit der Bindung in einer Ehe.

Damit Du mich nicht falsch verstehst: ich mag unabhängige Frauen, definiere Unabhängigkeit aber nicht als Emazipation, weil ich glaube, das Frauen stark genug sind, selbstständig zu sein und das ist für mich Unabhängigkeit. (nota bene: aber es gibt viele, die nicht selbstständig sein WOLLEN und von Unabhängigkeit reden)

Meine letzte Freundin hat nach vier Jahren gemeint, sie habe Bindungsangst, als wir über die gemensame Zukunft sprachen. Beim näheren Nachfragen ergab sich, dass sie auch nicht bereit war, an ihrer Angst zu arbeiten. Ich hatte den Eindruck gewonnen, dass sie in Bezug auf Ihre Bindungsangst vor allem fremdgesteuert war und vor den entscheidenden, spannenden Fragen ( = Bindung) sowie vor sich selbst weglief.- Bindung heißt Verpflichtung, Verantwortung ür und zueinander, eine Lebensaufgabe, d.h. man schränkt sich zugunsten des anderen ein und umgekehrt.

@1: ich glaube nicht, dass die warmherzige Mutter ein Auslaufmodell ist. Vielleicht sollten viele Paare einfach mal mit dem Kinderkriegen anfangen, anstatt davon zu reden und von irgendwelchen Fruchtbarkeitsriten.

m/41
 
G

Gast

Gast
  • #6
Männer haben heutzutage keinen Bock mehr, den Frauen hinterherzulaufen und das ist gut so! Wenn der Mann spürt, da ist was im Busch oder es wird was versteckt oder es geht um eine Zicke usw. dann nimmt er Abstand! Das ist doch so ok! m
 
G

Gast

Gast
  • #7
Vielleicht haben wir alle nur Lust aufs Kennenlernen - und sobald sich etwas Ernstes anbahnt, kratzen wir die Kurve. Warum habe ich mich auf einen Mann nicht eingelassen, der wirklich nett, höflich und gut erzogen war? Ganz einfach, ich bin stark berufstätig, verdiene sehr gut - und er ist im Baubereich selbstständig und hatte über den Winter nichts zu tun. Doch wenn er zum Briefkasten ging, fand er jede Menge Rechnungen vor. Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Finanzamt, die Reihe könnte ich fortsetzen. Alle Summen waren sehr unerfreulich. Das macht sich psychisch bei einem Mann auch bemerkbar, sein Lebensstandard sinkt unter den von Hartz-IV-Empfänger. Ich hatte keine Lust, zu meinen kleinen Nöten seine großen hinzuzufügen. Also bin ich lieber aus seinem Leben verschwunden - es war nur eine lockere Beziehung mit "Guten Tag" und "Tschüss" - und lebe weiter so vor mich hin. In der Hoffnung, ab dem Wonnemonat Mai einen anderen Partner zu finden.
 
G

Gast

Gast
  • #8
[mod]

Warum als Mann a) den passiv abwartenden und wie #6 monetär taxierenden Frauen hinterherlaufen und sich zum Affen machen,

um dann b) ratztfatz abgeliebt und mit Unterhaltsverpflichtungen überzogen zu werden und mageren Umgangsregelungen mit den beim Nachfolger aufwachsenden Kindern hinterherlaufen zu dürfen?


Nicht wenige Damen im reiferen Alter sehen es ähnlich wie ich: Sie machen sich Sorgen um ihre Söhne! Und plädieren dafür, dass es höchste Zeit wurde, dass der Unterhalts-Abzock-Freibrief endlich eingeschränkt wurde.

Zufall, dass meine verheirateten/geschiedenen Altersgenossen in der Regel recht ein paar Kilos mehr auf die Waage bringen und außer zur Sportschau und zum Rasenmähen zu nichts mehr kommen?

M, 45
 
G

Gast

Gast
  • #9
@1

Meines Wissens bist du doch selbst mit Mitte 30 noch kinderlos?

Und weilst nach meiner Wahrnehmung deutlich länger hier im Forum als eine Durchschnittsfamilie im RL miteinander zu kommunizieren pflegt.

Was einen von mir vermuteten Trend bestätigt:

Job, TV und PC bekommen in unserer Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit als unmittelbare Nachbarn, Partner und Familienmitglieder. Ein Sog, dem sich mit zunehmender Breitenwirkung offensichtlich nur Wenige entziehen können?
 
G

Gast

Gast
  • #10
Ich sehe noch andere Ursachen. Bindungen werden vor allen Dingen in den ersten Lebensjahren eines Menschen geprägt. Wir Deutschen sind, und das haben Wissenschaftler/Psychologen heraus gefunden, durch das letzte Jahrhundert, die krankmachenden 2 Weltkriege stark beeinträchtigt. Viele wichtige Voraussetzungen, um ein gutes Bindungsvermögen zu entwickeln, waren nicht vorhanden, weil es um ganz andere Dinge ging. Zu überleben, die Kriegstraumen zu verarbeiten, als Frau ohne Mann zurecht zu kommen, viele Männer gab es ja nicht und da blieb die Entwicklung und das Ausleben von Liebe und Herzenswärme auf der Strecke. Und was man nicht gelernt hat, kann man an die nachfolgenden Generationen nicht weiter geben.

Warum haben wir Deutschen im Verhältnis zu anderen Ländern um uns herum, so viele Probleme, die diese Länder nicht haben?

Warum werden in unserem Land das Mutter- und Hausfrausein noch so hoch erhoben, wenn es in anderen Ländern ganz anders ist und die Gleichberechtigung von Frauen viel weiter entwickelt ist?

Warum "kämpfen" wir Deutschen ständig gegen uns, Mann gegen Frau, Links gegen rechts? Waren die Deutschen in Europa in den letzten Jahrhunderten nicht immer das Land, die Menschen von denen immer Krieg oder Revolten ausging? Ja, bei anderen Ländern auch, aber nicht so viel wie bei uns Deutschen :).

Warum sind so viele Menschen, egal ob Mann oder Frau nicht in der Lage, ihre Schwächen zu erkennen und zu bearbeiten? Wenn das Auto irgendwie einen Defekt habe, gehen wir ja auch in die Werkstatt und lassen das Auto mal durchchecken :).

Warum sind in Deutschland, viele Menschen emotional nicht reif genug, um sich Problemen zu stellen und daran zu arbeiten? Warum haben viele Menschen keine Eigenwahrnehmung, um bei sich zu erkennen, wie verantwortungslos, sie mit sich selbst umgehen, wenn wir z.B. an das Thema Übergewicht, gesunde Ernährung etc. denken? Wenn ich mit mir nicht gut umgehe, wenn ich mich selbst nicht liebe, kann ich auch einen anderen Menschen nicht lieben.

Deutschland ist für mich im Vergleich zu anderen Ländern ein Land mit zu wenig Liebe und Herzenswärme. Und das drückt sich m.E. letztendlich in den Wirtschaftsproblemen und auch in Partnerschaften aus.

w (46)
 
G

Gast

Gast
  • #11
zu #5 Provokant geschrieben und doch (gesellschftlich gesehen) ein wahrer Kern.

Man setzt zur Eroberung eines Partners und zum Erhalt einer Beziehung gerade als Mann (vor dem Hintergrund der über die Jahrhunderte gewachsenen und im Kern auch heute vollkommen unveränderten Riten) große persönlche Ressourcen z.B. finanzielle Mittel, Zeit, aber vor allem aber persönliche geistige Werte, hauptsächlich Selbstbewußtsein (wg. Selektion der Frauen) ein.

Wenn man jetzt die gesellschflichen Normen hinsichtlich der Führung von Beziehungen (z.B. wie weit muss man auf den anderen im Alltag eingehen und Kompromisse schließen oder auch Nachgeben...etc), aber auch entsprechende gesetztliche Vorgaben (z.B. hinsichtlich Vaterschaft und Versorgungsansprüchen) zur v.g. Erhaltung einer Beziehung hinzuadiert, dann ist dieses alles dem Wunsch nach Partnerschaft (und der erwarteten Befriedung eigener Bedürfnise, z.B. Liebe und Sex, und , eher weniger dem ideellen Gedankanaustausch) gegenüber zu stellen.

Dabei spielt die persönliche Attraktivität eine Rolle. Wenn die sehr hoch ist, dann ist der o.g. Aufwand eher klein und man(n) bindet sich leichter, wenn nicht....entsprechend umgekehrt.

Der Effekt tritt in dem Moment, wo ein Partner nach erfolgreichem Kennelernen, nun eine Beziehung wünscht, ein und die v.b. Gleichung gelöst werden muss.
Selbst unter Einrechung des Verliebseins ergibt sich da, auch emotional gesehen, leider nicht immer eine klares "Ja" sondern u.U auch ein realativ deutliches "Nein" .

Das Resultat davon ist die sog. "Bindungsangst" der Fragenstellerin, welche hier so oft diskutiert wird, aber nicht anderes als eine Lösung der o.g. Gleichung ist. Dabei habe ich jetzt entsprechende vorherige persönliche Erfahrungswerte als Faktoren in der Lösung der Gleichung noch gar nicht berücksichtigt....
M / 38
 
G

Gast

Gast
  • #12
@ 10

"Der Effekt tritt in dem Moment, wo ein Partner nach erfolgreichem Kennelernen, nun eine Beziehung wünscht,..."
Da stimme ich dir zu 100 % zu. Das sehe ich genauso, denn dieser Effekt tritt bei mir auch sehr schnell ein. Und aus diesem Grund ist es bisher hier auch noch nicht zu einem Date gekommen. Gerade habe ich einen Mailkontakt, wo ich der Meinung bin, dass dieser Mann sehr positive Werte besitzt und nicht nach Bindung "schreit". Ob es passt, ist dann noch eine ganz andere Geschichte.
Und die sog. "Bindungsangst" ist denke ich ein Zeichen dafür, dass es eben nicht passt.
W / 43
 
G

Gast

Gast
  • #13
Ich glaube wirklich nicht, dass die Bindungsangst ein Zeichen ist, dass man nicht zueinander passt. Das dachte ich auch immer. Ich dachte immer, es wäre eine Ausrede! Aber ich habe leider die Erfahrung gemacht, das es wirklich eine Störung ist, die nichts mit dem Partner zu tun haben muss. Unbewusste Ängste torpedieren die existierende Beziehung, bis sie in die Brüche geht/gehen kann. Meistens wissen die Betroffenen nichts über Ihre Ängste und ihre unbewussten Verhaltensmuster.

Nr. 9: Ich gebe Dir Recht.
 
G

Gast

Gast
  • #14
Es ist jedem, der in einer Beziehung mit einer Person mit Bindungsstörung ist oder davor steht, selbst überlassen, ob er bereit ist diese Problematik annehmen und auch zu ertragen. Voraussetzung ist natürlich, dass der betroffene Partner sein Problematik als solche erkennt. In vielen Fällen sind Bindungsunfähige Menschen alles andere als Egoisten! Zum Kopfschütteln hier mal ein paar Beispiele meiner "Glanzleistungen" in vier Jahren Beziehung:

- bei ihr schlafen und plötzlich allein sein wollen. dann zuhause im Bett liegen und mir vorstellen, mit ihr im Arm einzuschlafen
- mehrmals daran scheitern sie als Überraschung von der Arbeit abzuholen und dann kurz bevor sie aus der Tür kommen muss plötzlich eine riesige Leere und eine geradezu unheilvolle Beklemmung spüren und schnellstens abhauen
- sie vom Bahnhof abholen, Blumen kaufen und diese dann kurz bevor der Zug kommt in den nächsten Mülleimer werfen
- ein Buch zu machen mit allen gesammelten SMS der letzten Jahre und ihr dann lieber gar nix zu Weihnachten schenken aus Angst sie könnte sich zu sehr freuen
- ihr nie sagen, dass ich sie liebe, sondern es auf einen Zettel schreiben, und den in Lautsprechern, die ich für sie gebaut habe verstecken
...
- sie wie die Hölle tagelang vermissen und dann bei wunderschönen, guten, liebevollen Telefonat mit ihr, plötzlich Angst bekommen, dass doch nicht Schluss ist...
 
G

Gast

Gast
  • #15
Also mal ein Betrag

[Mod.= gelöscht! Haben Sie Verständnis, dass wir keine blogartigen Monologe/Lebensläufe veröffentlichen.]
 
G

Gast

Gast
  • #16
Ich bin eine Frau und habe seit meiner letzten Trnnung Bindungsangst, obwohl ich mir eine Partnerschaft wünsche. Es ist wie verflucht. Warum manche es haben? Weil sie etwas erlebt und nicht wieder verarbeitet haben. Jeder sollte an sich arbeiten. Ich mach es gerade, auch wenn es nicht einfach ist. w30
 
G

Gast

Gast
  • #17
Hallo!!
Auch ich hatte eine 5 jährige Beziehung,welche man als Liebeswolke bezeichnen konnte.Abgesehen von den tötlichen abstürzen und wieder aufkrabbeln auf diese Wolke. Die Beziehung ging vor über einem Jahr zuende.Ich hatte zu spöt erkannt, daß es sowas wie Narzissmus und Bindungsphobie gab.
Dann direkt im Anschluß die Eroberung durch einen wundervollen, charmanten sensiblen Mann, der mir alles zeigte, Liebe, Geborgenheit, Zuverlässigkeit, Spaß...alles was mir fehlte.
Dann aber rezidivierende Rückzüge ohne Erklärung. Ich bemühte mich, es zu verstehen. Mit meinen sensiblen Antennen bekam ich es raus. Es waren mehrere Gespielinnen dabei.
Dann Trennung, seine Rückkehr am Ende mit dem Geständnis er liebe mich und ich hätte Ihm die reinste Liebe gezeigt. Geständnissse, er sei nie treu keine gewesen, dann Trennung von freundin und 2 Kindern..könne und wolle nicht so weiteröleben. Offene Seele, ich begann Ihn zu lieben, Ihn in deiner Therapie zu unterstützen, mit viel Liebe und Geduld dachte ich, schaffen wir es. Viele schöne emotionale Gespräche.
Ich bat Ihn, wenn er das Gefühl kriegt, es werde zu eng, solle er bitte nicht die Rettung bei einer anderen suchen.
Und nun, vor 5 Tagen..erwicht.Er war bei seiner langjährigen Geliebten, mit der nie eine Beziehung führen möchte.
Ich habe mich getrennt. Es gibt kein zurück und mir ist auch egal, warum seine Seele kaputt ist.
Wir müssen uns um uns selbst kümmer.
Es tut dennoch so weh!!!
Solche Menschen denken nicht daran, was für einen Schmerz sie uns Normalsterblichen Herzen antun..
 
G

Gast

Gast
  • #18
sie verschwinden, weil es der FRAU ernst wird und nicht ihnen selber. frauen leben meist in einer illusionswelt was liebe angeht-und übersehen die roten warnlampen gerne mal.

selbst wenn ein mann von anfang an zu verstehen gibt, daß er keine feste beziehung will, hofft und denkt die frau immer noch das gegenteil.

deshalb ist die enttäuschung danach um so größer.
 
G

Gast

Gast
  • #19
...und was hilft dagegen ? any Rezepte auf Lager?
 
  • #20
In der Beziehung darauf achten: Nicht nur Worte, sondern auch Taten.
Die Beziehung sollte sich erkennbar fort entwickeln. z.B. in Richtung gemeinsame Wohnung etc. - Also in Taten, die zeigen, sie meinen es ernst, und davon nicht so leicht ein Rückzieher möglich.

Und alle sechs Monate für sich eine Zwischenbilanz ziehen: Was wurde erreicht, was nicht, warum nicht, was sind die nächsten Ziele ? Um nicht jahrelang vor sich hin zu leben, in der (falschen) Hoffnung, es würde irgendwann mehr werden ?

Viele Frauen meinen: Den Mann kann ich ändern. Aber wenn sie z.B. nach sechs Monaten immer noch nichts (an ihm) geändert haben, dann sollte man sich selbstkritisch fragen: Kann ich ihn jemals ändern ? Oder setze ich "auf das falsche Pferd" ?

Eine junge Frau (28) war sieben Jahre lang mit ihrem Partner verlobt. Er schob die Hochzeit immer wieder hinaus, wegen seiner wirklichen beruflichen Fortbildung. Nach sieben Jahren trennte er sich plötzlich von ihr.
In den sieben Jahren ist nicht viel passiert, außer daß sie bei ihm wohnte. Und den gemeinsamen Haushalt machte.
Zehn Jahre später stellte die Frau (38) mir diesen Mann vor, den wir zufällig trafen. Er machte mir einen guten, sympathischen Eindruck. So ein Verhalten hätte ich bei ihm nicht erwartet. Mir scheint, er benutzte diese Frau nur für "zwischendurch" und wollte sie niemals heiraten ? Und die Verlobung war ihre Idee ?
Aber ich kenne seine Gründe zu dem Ganzen nicht.
 
G

Gast

Gast
  • #21
Und alle sechs Monate für sich eine Zwischenbilanz ziehen: Was wurde erreicht, was nicht, warum nicht, was sind die nächsten Ziele ? Um nicht jahrelang vor sich hin zu leben, in der (falschen) Hoffnung, es würde irgendwann mehr werden ?

Viele Frauen meinen: Den Mann kann ich ändern. Aber wenn sie z.B. nach sechs Monaten immer noch nichts (an ihm) geändert haben, dann sollte man sich selbstkritisch fragen: Kann ich ihn jemals ändern ? Oder setze ich "auf das falsche Pferd" ?.

Das ist eine gute Idee.
Allerdings: Wenn einer versucht, den anderen zu ändern, kann es ja nur schiefgehen.
 
G

Gast

Gast
  • #22
Früher dachte ich, dass das Argument mit der Bindungsangst einfach eine Form von "er steht nicht auf dich" wäre. Inzwischen habe ich jemanden kennengelernt (habe aber kein Interesse an einer Beziehung mit ihm und umgekehrt genauso), der sich als Mensch mit Bindungsängsten bezeichnet und deshalb eine Therapie macht. Bin mal gespannt, was er mir noch so alles zu diesem Thema erzählen wird.
 
G

Gast

Gast
  • #23
Ich bin auch so eine und lasse mich erst gar nicht mehr auf Beziehungen ein.

In meiner Kindheit - schon als Kleinkind - bin ich für meine Eltern gleichzeitig Prügelknabe und Seelsorgerin gewesen, eine schlimme und verheerende Mischung. Ich habe Verpflichtungen aufgebürdet bekommen, die ich nicht tragen konnte, z.B. das Kümmern um meine jüngeren Geschwister, den Haushalt schmeißen bereits mit 10 Jahren - während meine Eltern sich nur um ihr eigenes Ego gekümmert haben, oder ausgingen. Bereits mit 5 Jahren musste ich mir Vergewaltigungsgeschichten meiner Oma aus dem Krieg anhören und sollte sie dafür trösten.

Mit 16 bin ich von zuhause regelrecht geflohen, woraufhin der ganze Haushalt zusammenbrach und die Familie auseinanderfiel - mir dafür die Schuld gegeben wurde von allen Seiten, auch von Tanten und Omas.

Seither bin ich "auf der Flucht" - Therapien haben nicht geholfen, weil ich eigentlich auch überhaupt keine Beziehung will und mich durch zuviel Nähe "beschmutzt" fühle. Auf der einen Seite das Sehnen nach Liebe und Zweisamkeit - auf der anderen Seite die Angst, schon wieder für jemanden Verantwortung übernehmen zu müssen... Ich ziehe mich aus allen Beziehung raus, bzw. gehe noch nicht einmal sehr tiefere Freundschaften ein, und brauche immer eine Fluchtmöglichkeit, um mich nicht mit dem Rücken an der Wand fühlen zu müssen.

Früher war es ja mal üblich, kranken Leuten Kinder mit ins Bett zu geben, damit diese von den Kräften der Kinder profitieren sollten (was natürlich ein Ammenmärchen ist), tatsächlich aber wurde ich als Kind von Bett zu Bett gereicht und musste bei Uromas und Uropas schlafen. Alte Menschen sind mir noch heute ein Grauen, ich könnte niemals in der Altenpflege arbeiten und ertrage nicht einmal den Geruch alter Menschen...

Meine Bindungsangst wurde mir in der Kindheit mit in die Wiege gegeben. Ich mag es heute nicht einmal, von Bekannten per Umarmung begrüßt zu werden, Körperkontakt ist mir zuwider. So schön eine Beziehung auch in meiner Phantasie ist, so sehr möchte ich gleichzeitig trotzdem keine haben, aus Angst, die Person nicht wieder loszuwerden. Ich verliebe mich lieber in Männer, die schon tot sind, z.B. Jim Morrison oder Kurt Cobain :) Solange alles unverbindlich bleibt, fühle ich mich wohl. Wird es verbindlich, habe ich das Gefühl, ersticken zu müssen. Trotzdem bin ich - denke ich - eine gute beste Freundin und helfe auch gerne. Ich muss nur immer Auswege haben, sonst geht gar nichts mehr...

Unverbindlichkeit hat immer ihre Gründe, glaubt mir... Und um zu verhindern, dass andere Menschen mein "Handycap" ausbaden müssen, gehe ich erst gar keine Beziehung ein, sage jedem Interessenten klipp und klar, dass ich nur an unverbindlichen Freundschaften zum Wandern oder zur Naturforschung interessiert bin und spiele nicht mit den Gefühlen meiner Mitmenschen.
 
Top