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Edith

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  • #1

Bindungsphobie gleich am Anfang?

Kennt Ihr das - Ihr lernt jemanden kennen, verbringt eine wirklich schöne Zeit...verliebt Euch..und dann sagt der-/diejenige, dass alles mit Euch so vertraut und schön ist, dass man super viel Spaß hat miteinander - aber das er/sie Euch nur als "wirklich gute(n) Freund(in)" sich vorstellen kann und nichts empfindet. Und es Euch in dem Moment so richtig schön mitten ins Herz trifft. Sind das Bindungsphobiker? Oder einfach nur Lügner, die ein anderes Feuerchen am Kochen haben?
 
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  • #2
...oder einfach ganz liebe und ehrliche menschen, die sich selbst eben noch nicht im klaren sind, was läuft und einfach verhindern wollen, daß man sich hoffnungen macht, die später nicht erfüllt werden...

mensch, glaubt doch mal wenigstens ansatzweise an das gute im menschen!!!
 
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  • #3
Ja, ich kenn das auch... Es kann natürlich vieles sein und ist auch schwer verständlich und nicht greifbar. Ich glaube, die Männer verstehen sich selber oft nicht, weil der Zugang zu den eigenem Gefühl dann blockiert ist! Das häufigste "Motiv" bei diesem Typ Mann ist wohl Bindungsangst... Zwar der Wunsch, eine Beziehung zu haben, aber wenn es dann enger wird ein Fluchtreflex.
Hilfe, da kommt mir jemand (zu) nah, besser jetzt abbrechen als die Gefahr laufen, verletzt zu werden... Hat der, von dem Du sprichst eine schwere Trennung hinter sich, hängt noch an seiner Ex o.ä.? Es kann natürlich auch Deine 2. Vermutung sein. Oder auch als 3. Möglichkeit, dass
der Wunsch des Verliebtseins ihn am Anfang angetrieben hat und er es jetzt etwas nüchterner sieht und tatsächlich nicht verliebt ist... Es gibt viele Möglichkeiten, was es in der konkreten Situation ist, kann das Forum Dir leider nicht sagen :(
Ich denke aber, dass es in den meisten Fällen mit IHM und nicht unbedingt mit DIR zu tun hat..
 
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  • #4
3@2 Das sehe ich auch so.Vielleicht ist er wirklich lieb und hat Angst, wieder verletzt zu werden.
Oder er ist ein "Berufssamariter" d,.h. für mich, er fühlt sich wohl in der Rolle des Helfers, weil er sich dann mal "gebraucht" fühlt. Das braucht ER. Weil er Gefühle, die ihn betreffen, nicht einordnen kann, oder sie ihm selbst Angst machen. Da kann ich Nr. 2 nur zustimmen, es ist SEIN Problem. Inzwischen vermute ich fast, er ist der Bindungsphobiker, der sich nur wohlfühlt, wenn jemand sozusagen vom ihm abhängig ist, ihm also nicht verloren gehen kann. Meist hätten Bindungsphobiker ja gerne eine gute, warme, feste Partmerschaft, sind aber aufgrund von Fehlsozialisation und oder (daraus resultierender) mannigfacher Enttäuschung nicht in der Lage, Vertrauen überhaupt aufzubauen. Als "wohltätiger Helfer" kann man da mehr für sich selbst als für andere tun. Meine Empfehlung: Lass ihn das ohne dich ausleben. Dir tut es nur weh, ihn bringt es auch nicht weiter, weil er noch nichtsverstanden hat!!!
 
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  • #5
Ich bin wirklich von ganzem Herzen bereit, an das Gute im Menschen zu glauben.
Aber warum ist jemand 4 Jahre alleine und hat laut eigener Aussage "nur Affären" in der Zeit?

Sind solche Menschen sich bewusst, dass sie vielleicht gar nicht mehr fähig sind, tiefer zu empfinden?
Es muss doch aufgrund der schier unendlichen Möglichkeiten in der heutigen Zeit (wie eben diese Platform hier) einen Grund haben, warum man alleine ist. Warum man für alle "möglichen KanditatInnen" nur Freundschaft und nicht mehr empfinden kann.
 
  • #6
was soll man den sonst machen, wenn man nicht verliebt ist? Es gibt nun mal frauen mit denen versteht man sich super aber es gribbelt eben nicht und man hat keinen gedanken an sex.
 
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  • #7
Nr. 4, du schreibst so, als ob Alleinsein schlecht ist. Manche sind damit gut bedient und genießen ihr Single-Leben. Sich verlieben ist ein großes Risiko, weil:
1) deine Gefühle können unerwiedert bleiben
2) mit der Zeit die Frau das Interesse verliert, sobald sie weiss, dass sie deiner sicher ist
3) wenn auch alles klappt, man macht sich generell trotzdem verletzbar und schwächer.

Diese tiefe Empfindsamkeit... da fragen manche sich sowieso, wozu konkret sie nutzen soll. In 80% Fälle ist es Selbstbetrug und Illusion.

Thomas: Aufs "Gribbeln" muss man sich auch eben einlassen können. Es gibt aber Menschen, die es gar nicht zulassen (kaum verspüren sie die Möglichkeit des Gribbelns, wird es im Keime erstickt).
 
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  • #8
Also es gibt da die unterschiedlichsten Erfahrungen: Ich habe mich fast 5 Monate mit einem sehr liebenswerten Mann getroffen, es war wunderschön, wir haben vieles und unterschiedliches unternommen, täglich sms oder Telefonate, ganz zärtlich und auch erste Liebesbekundungen von seiner Seite, von mir erwidert, dann wurde es enger und wir haben mehrmals miteinander geschlafen, es war ebenfalls wunderschön und wir haben es beide sehr genossen. Für mich der Beginn einer festen Beziehung. Für ihn dann plötzlich - Flucht! Er könne sich nun doch nicht richtig verlieben (... und was war das dann vorher??!!), aber mag total gern weiter mit mir unterwegs sein, findet mich körperlich total attraktiv, wir können super miteinander reden, teilen fast alle Interessen, alles stimme, aber der Stress um sein Kind mache ihn fertig. Zwei Wochen nach dem "Aus" erneute Kontaktaufnahme durch ihn, wieder flirtige sms... Ich mache jetzt NICHTS mehr! Es bringt nichts. Hintergrund: Er hat ein kleines Kind mit seiner Ex, zu der er noch sehr engen Kontakt hat. Er hinge sehr an dem Kind und hat das Gefühl, er betrüge sein Kind, wenn er mit mir zusammen ist... Häää?! In meinen Augen eine nicht verarbeitete Beziehung, Bindungsangst... Dabei wünscht er sich seit zwei Jahren nichts sehnlicher als eine feste Beziehung, vielleicht eine eigene Familie... Macht aber andererseits nichts, um aus diesem Kreislauf herauszukommen... Was soll man dazu noch sagen...? Ist ihm noch zu helfen? Wohl nicht durch mich...
 
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  • #9
Ja, ich glaube auch das manche einfach nur Angst haben, sich auf Gefühle einzulassen. Denn wie ich am eigenem Leibe gerade erfahre, tut es sehr weh, wenn der andere nicht so empfindet oder liegt wirklich nur daran, das ich zu Ungeduldig bin. Glaube ich nicht.

Nach 2 Wochen schreiben habe ich ein Treffen fosiert und ihn überrascht. Fand er auch toll und mutig. Nächsten Tag zum Kaffee bei mir. Noch einen Tag weiter, es würde bei ihm nicht kribbeln und funken.
Wir haben weitergeschrieben. Ich habe ihn dann irgendwie überzeugt, das es nicht immer gleich kribbeln und funken muss, sondern das Liebe wächst. Teilweise war ich grenzwertig und habe mich eingeschmuggelt. Jetzt nach ein paar Wochen weiß ich immer noch nicht wie er wirklich zu mir steht.
Ich denke mal wie er sich selber bezeichnet "verkappter Singel" wird das nichts. Mein Herzblut hängt an ihm und es tut weh. Ich habe mir da wohl was selber vorgemacht.


*1 kann sein das es hier auch so ist. Wollte sich eigentlich nicht auf mich einlassen um mir nicht weh zu tun. Hätte ich vielleicht so stehen lassen sollen.
*2 da ist viel wahres wohl dran, ist halt die Frage ob von der anderen Seite überhaupt eine Verliebtheit vorlag.
Ich frage mich allerdings, warum soviel in diesen Foren sind. Denken die nicht daran, dass sie anderen auch weh tun, indem sie nur scheinbares Interesse zeigen?
 
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  • #10
nochmal #2 @ FS
dann hast Du alles getan, was in Deinen Händen lag... zumindest kannst Du Dir keinen Vorwurf machen, voreilig das Handtuch geschmissen zu haben... andererseits hat ihn das aber vielleicht auch etwas überfordert, eben gerade weil er Angst vor Bindung und Nähe zu haben scheint. Aber früher oder später wäre sein Rückzug dann eh gekommen.
Ich glaub und weiss, dass es weh tut, aber sieh es als "Ent"-"täuschung" - Du hast Dich in jemanden verliebt, der offensichtlich nicht in der Lage ist, Deine Gefühle zu erwidern und die Vermutung liegt nahe, dass dieser Grund in ihm selber liegt. Und - glaub mir - das zieht sich dann auch durch und es würde immer schwer mit ihm sein... sicher besser so für Dich, dass es nach relativ kurzer Zeit thematisiert ist. Und dass muss man dem Mann zugute halten, dass er offensich
tlich keine Spielchen treibt.... Viel Glück!
 
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  • #11
In allen Fällen sehe ich die Situation so, das sie sich mehr in ihn verliebt hat, als er sich in sie. Das ist erst einmal nichts verwerfliches..

Komisch. Wenn Männer das Tempo nicht mitmachen, sind es Bindungsphobliker, wenn sie zu schnell sind, haben sie kein Einfühlungsvermögen und sind nur auf das Eine aus. Hauptsache, die Männer sind Schuld. Das war der desktruktive Beitrag. Das ist mir zu einfach, das Problem immer beim anderen zu suchen.

Aber:
Das Problem beim Kennenlernen ist oft, dass die eigenen Gefühle Dich so einspannen, dass für die des Partners kaum Raum bleibt. Wie geht es ihm eigentlich (aus Sicht der Frau) Wie geht es der Frau (aus Sicht des Mannes) Wie geht es mir, ist dagegen jederzeit bekannt und da werden vergleichbare Reaktionen beim Gegenüber erwartet (Gleichtaktung).

Es ist sicherlich nicht einfach. Man kann die Gefühlslage schließlich nicht auf Knopfdruck anpassen. Weder nach oben, noch nach unten. Man kann sich aber bemühen, sich in der Mitte zu treffen.

Es kommt ein zweiter Aspekt hinzu: Ich habe mich vielleicht nicht Hals über Kopf in sie verliebt. Es passt da irgendetwas nicht 100%ig. Dann ist man verhalten und schaut, ob sich Vermutungen/Zweifel bestätigen, oder in Luft auflösen.

Ich habe die gleichen Erfahrungen auch in umgekehrter Richtung schon gemacht. Als ich nachfragte, sagte sie mir: Ich bin keine 18 mehr....So so, eine Frau in den 40ern kann sich also nicht mehr Hals über Kopf in einen Mann verlieben. Die negative Message könnte sein: Du bist es nicht, den ich Suche. Du bist ganz nett, aber nicht der Mann für eine dauerhafte Beziehung. Es kann aber auch wahr sein, dass sie Zeit braucht, richtig aufzutauen. Ich habe es nicht herausfinden dürfen. Es knallte später wegen etwas anderem.

So wie ich diese Rückmeldung von einer Frau erhalten kann, kann diese auch von einem Mann ausgesprochen werden. Entscheidend ist, ob ich die gefühlte Langsamkeit ertragen kann, oder nicht. Ich sehe jetzt den Bindungsphobiker nicht. Es gibt nur einen Fall, wo dieses Problem überhaupt nicht auftaucht: Liebe auf den ersten Blick. Ich finde es deswegen unfair, den Langsameren als Bindungsphobiker abzustempeln
 
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  • #12
Danke für Eure Rückmeldungen!

Ich will niemanden "abstempeln". Aber wenn ich "langsamer" in den Empfindungen dem anderen gegenüber bin - dann muss ich doch nicht zwingendermaßen gleich den schluss-strich ziehen, oder?

Himmel - ich wäre echt bereit ihm alle Zeit der Welt zu geben.
Und ich will niemals die Fähigkeit verlieren, mich mit der Zeit auch zu verlieben. Diese "Liebe auf den ersten Blick" hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Aber ab jetzt "zu machen"....wie traurig wäre mein Leben dann? Auch wenn es weh tut - jedes Gefühl ist besser als gar keines!

@Thomas: wenn Du eine Frau sexuell extrem anziehend findest und der Sex total viel Spaß macht - und ihr soviele gemeinsame Interessen habt und nach einer gemeinsamen Mountainbike-Tour ausschaut wie 'im-Schlamm-gewälzt'...würdest Du ihr sagen, dass sie nur "der beste Freund" sein kann? Oder würdest Du es versuchen / oder zulassen, dass Du etwas empfindest? Beste Grüße nach NÖ!
 
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  • #13
(m 50) Da ist die Doppelbelastung zweier Menschen. Beide müssen einerseits ihre eigene Gefühlsentwicklung zulassen, aber auch richtig einschätzen. UND sie müssen sensibel für die Gefühlsentwicklung ,,der anderen Seite" sein, um nicht überstürzt zu reagieren und damit Entwicklungs-Chancen zu zerstören. Diesen Auftrag nicht erfüllen zu können, ist in den meisten Fällen schlichtweg ein Ergebnis persönlicher Überforderung.
Hinzukommt, dass nur ein Bruchteil aller dates sofort ,,gut ausgeht", aber auch nur ein kaum größerer Prozentsatz zu der sofortigen Erkenntnis beider Seiten führt: Das ist im Sinne des date-Zwecks hoffnungslos.
In allen anderen Fällen steht dem Interessenzuwachs der einen Seite ein Kaum- beziehungsweise Nichtinteresse der anderen gegenüber. Selbst im Zuge von viel Taktgefühl ist da Schmerzfreiheit auf beiden Seiten nicht garantiert. Mit der Enttäuschung muss zwar gerechtnet werden, sie tatsächlich zu verkraften ist dann jedoch noch immer schwer genug - für Frauen und Männer wohl gleichermaßen.
 
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