• #1

Bisexuell, soll ich mich "outen"?

Liebe Community,
Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage, ob ich mich vor meinen Freunden als bisexuell "outen" soll. Wir reden über fast alles, deshalb habe ich manchmal das Bedürfnis auch diesen Teil von mir zu offenbaren. Noch ist mein Freund der Einzige dem ich davon erzählt habe.
Ich habe Angst, dass meine Freundinnen, wenn ich ihnen davon erzähle, irgendwie gehemmt im Umgang mit mir sind und denken ich würde sie "anders" sehen. Außerdem ist eine Freundin seeeehr christlich und uch weiß nicht wie sie überhaupt zu dem Thema steht. Wie würdet ihr reagieren, wenn eine enge Freundin sich "outen" würde, oder wart ihr vielleicht auch in meiner Situation? Soll ich den Schritt wagen?
Vielen Dank für eure Hilfe
 
  • #2
Ich würde mich nie outen. Lass das. Wofür?

Jeder Mensch trägt Geheimnisse mit sich rum, die er nicht mit anderen teilen möchte. Es fängt dann eine Wertung an. Jeder ist anders und wertet anders. Ist dir wichtig, was sie dazu sagen?

Man teilt auch nie alles mit allen. Mit dem einen machst du eher dies, mit dem anderen kannst du andere Themen besprechen. Nie alles mit allen. Ich will gar nicht, dass sich da jeder bei mir auskennt und mitmischt.

Mir persönlich ist noch nie passiert, dass sich jemand "geoutet" hat (also was erzählt hätte, was ich nicht wusste, geahnt hätte). Wie ich darauf reagieren würde? Es kommt darauf an, was es ist. Sexuelle Neigungen wären mir egal. Aber da wüsste ich auch nicht, warum man mir das jetzt erzählen will. Willst du dich "besonders" machen? Hast du damit ein Problem und willst das mit mir besprechen? Warum muss ich das wissen?
 
  • #3
Liebe Community,
Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage, ob ich mich vor meinen Freunden als bisexuell "outen" soll. Wir reden über fast alles, deshalb habe ich manchmal das Bedürfnis auch diesen Teil von mir zu offenbaren. Noch ist mein Freund der Einzige dem ich davon erzählt habe.
Ich habe Angst, dass meine Freundinnen, wenn ich ihnen davon erzähle, irgendwie gehemmt im Umgang mit mir sind und denken ich würde sie "anders" sehen. Außerdem ist eine Freundin seeeehr christlich und uch weiß nicht wie sie überhaupt zu dem Thema steht. Wie würdet ihr reagieren, wenn eine enge Freundin sich "outen" würde, oder wart ihr vielleicht auch in meiner Situation? Soll ich den Schritt wagen?
Vielen Dank für eure Hilfe

Du musst wissen, wie sehr du deinen Freunden vertraust. Ich finde es nur schade, dass man sich darüber überhaupt Gedanken machen und verstecken muss, wenn es doch etwas ist, was dich auch ausmacht und beschäftigt.

Meine damalige beste Freundin ist bisexuell. Das war für mich niemals ein Problem. Unser Verhältnis war auch nach ihrem Outing wie vorher. Es machte für mich keinerlei Unterschied, außer dass sie ab dem Zeitpunkt mit mir auch über darüber sprach, wenn sie für eine Frau geschwärmt hat. Allerdings hatte sie sich ein paar Jahre später in mich verliebt, was die Sache dann wie in jeder Freundschaft komplizierter machte, wenn der eine mehr empfindet als der andere und die Freundschaft dadurch eben auch abkühlte.
 
  • #4
Aber da wüsste ich auch nicht, warum man mir das jetzt erzählen will. Willst du dich "besonders" machen? Hast du damit ein Problem und willst das mit mir besprechen? Warum muss ich das wissen?
Schon irgendwie passend, wie viele Menschen teilweise so denken.
Schon mal daran gedacht das homosexuelle, bisexuelle und grundsätzlich anders denkende, von Rassisismus will ich gar nicht anfangen, immer noch in unserer Zeit als falsch angesehen werden?
Kannst du dir vorstellen, dass diese Menschen aufgrund der Tatsache, dass ein immer noch Großteil der Gesellschaft so denkt, sich eingegrenzt fühlt, viele sich gänzlich vor ihrer Wahrheit verstecken, weil sie Angst haben ausgegrenzt zu werden?
Du bist ein leuchtendes Beispiel dafür!
Eine Freundin würde sich dir mit deiner Einstellung nie offenbaren.
Dazu gehört Vertrauen, das wirst du mit dieser Art zu reden nicht wirklich ausstrahlen.

FS, wenn du Dich outest ( blödes Wort) solltest du genau bedenken wem, wie und wann.
Mach das nicht zwischen Tür und Angel.
Mach das zu einem ernsten Thema, mache deutlich wie wichtig dir das ist, du ein Stück Freiheit wieder erlangen möchtest.
Dir das Verstecken vor deinen Freunden Leid zuführt und Ängste hast, weil : Vorurteile der Gesellschaft.
Dann siehst du, wer dein wahrer Freund ist.
M50
 
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  • #5
Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage, ob ich mich vor meinen Freunden als bisexuell "outen" soll. Wir reden über fast alles, deshalb habe ich manchmal das Bedürfnis auch diesen Teil von mir zu offenbaren. Noch ist mein Freund der Einzige dem ich davon erzählt habe.
Mein persönlicher Tipp:
Lass es
Schwule und Lesben sind unter sich oft viel toleranter als gegenüber Bisexuellen.
Und bei Heterosexuelle ist es ähnlich.
Bisexuell hat keinen guten Ruf. Nicht Fisch, nicht Fleisch.
Viele werden nicht verstehen, wie du dann Männer und Frauen siehst.
Ob nicht alle sexuell sind.
Ob du nicht immer wenn du mit einer Frau zusammen bist einen Mann vermissen wirst oder umgekehrt.
Was bleibt hinter vordergründigen Verständnis und Offenheit:
Mistrauen.

Solltest du es trotzdem wagen wollen, erzähl doch mal von einem fiktiven Bisexuellen und versuche sie in ein Gespräch darüber zu verwickeln.
Dann weisst du wie sie wirklich! über das Thema denken.

Und weisst du was:
Du bist Du. Egal wen du liebst. Willst du wirklich deine Sexualität und Zentrum deiner Definition rücken?

Je mehr du es thematisiert, desto mehr rückt es in den Fokus.
Du bist der der Corona hatte, der Geschiedene, der Jäger, der Vegetarier, der BWLer, der Bisexuelle.
Das was du als Thema präsentierst, werden die anderen aufnehmen.
Überlege die gut, was es sein soll.

Alles Gute 🍀
 
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  • #6
Wir reden über fast alles, deshalb habe ich manchmal das Bedürfnis auch diesen Teil von mir zu offenbaren.

Dann würde ich Dir raten (als Mann):
Mach das, wenn Du es brauchst. wenn es sich besser anfühlt für Dich.

Ich habe Angst, dass meine Freundinnen, wenn ich ihnen davon erzähle, irgendwie gehemmt im Umgang mit mir sind und denken ich würde sie "anders" sehen.

Das Risiko muss man immer eingehen.
Ich weiß ja nicht, wie Frauen reagieren. Ich denke der Umgang wird nur dann "anders", wenn sie das Gefühl haben, dass Du mehr für sie willst oder sie sich (!) plötzlich in Dich ...
Das haben die ja bislang sicher gar nicht auf dem Schirm, da entsteht dann ggf. so ein Kopfkino bei Ihnen.
Kann ein anderes Game sein, danach.

Mir persönlich ist noch nie passiert, dass sich jemand "geoutet" hat (also was erzählt hätte, was ich nicht wusste, geahnt hätte).

Noch nie?
Dann wirkst Du wahrscheinlich weniger interessiert und vertrauenswürdig oder in Deinem Umfeld gibt es nix zu outen :)


Also ich habe es ja nie gezählt, aber ich denke mir passiert so etwas recht häufig, allerdings führe ich auch gerne "tiefere" Gespräche. Lasse mich bewusst auf diese Ebenen ein.

Aber da wüsste ich auch nicht, warum man mir das jetzt erzählen will. Willst du dich "besonders" machen? Hast du damit ein Problem und willst das mit mir besprechen? Warum muss ich das wissen?

Weil Du eine gute Freundin von ihr bist und sie keine wichtigen Geheimnisse vor Dir haben möchte, vielleicht?
Natürlich will sie dann darüber reden ...
 
  • #7
Das würde ich nicht machen und ganz ehrlich, ich spreche über Sexualität nur in diesem Forum und mit meinem Ex-Mann, als wir zusammen waren. Jetzt nicht mehr. Ich denke, es geht niemandem etwas an und du machst dich nur damit angreifbar. Ich stelle mir bei Bisexuellen es so vor, dass es ein ankommen nicht möglich ist. Ich kann natürlich mich irren aber ich stelle es mir so vor, dass immer etwas fehlt und somit der Kreis mit dem Partner nie geschlossen ist und somit ist eine offene Beziehung vorprogrammiert ist und das ist sehr Konflikt anfällig.
 
  • #8
Wofür soll das Outing überhaupt gut sein? Bekenntnisstolz?

Im Ausgangsbeitrag steht nichts davon, eine lesbische Beziehung, Affäre, ons oder irgendetwas anderes in die Richtung anfangen zu wollen. Da die Freundinnen nichts von der Bi-Neigung wissen, ist jedenfalls nichts eingetreten, was im näheren Freundeskreis die Neigung hätte offenbar werden lassen. Es scheint sich also um eine rein theoretische Überlegung zu handeln.

Wäre ich bi, würde ich mir Gedanken darüber machen, wie ich es ausleben kann. Ich würde mir keine Gedanken darüber machen, es Dritten nur um der Information Willen auf die Nase zu binden.
 
  • #9
Noch ist mein Freund der Einzige dem ich davon erzählt habe.
Liebe FS,

wie "lebst" Du denn Deine Bisexualität? Hört sich an, als würdest Du - ich nehme an, Du bist eine Frau (?) -, vorrangig mit Deinem Freund zusammen sein. Wohnt Ihr zusammen? Hast Du da "nur" Phantasien, was andere Frauen angeht oder reelle sexuelle Kontakte zu hnen? Oder hast Du - neben Deinem Freund - eine feste Freundin?

Ich persönlich würde es sehr schätzen, wenn eine Freundin von mir mir dies erzählen würde. Ich würde es als gut, vertrauensvoll und eigentlich ehrlich gesagt als "fast schon normal, auf jeden Fall als nichts übermäßig besonderes" ansehen. Ich wohne aber auch in einer Großstadt, mein Freund ist Künstler, oft in der Theater-Szene unterwegs: Wir haben viel mit Schwulen, Lesben und Bi-Sexuellen zu tun. Und kennen sogar zwei Transvestiten persönlich näher.

Alles SEHR, SEHR, SEHR sympathische, kreative, liebenswerte Menschen. Aber eben auch nicht anders als sympathische, kreative, liebenswerte Heterosexuelle.

Würde mir meine Freundin gestehen, dass sie sich in mich "verguggt" hätte, würde ich das gleiche machen, wie wenn mir dies ein guter Kumpel von mir mitteilen würde. Ich würde höflich mitteilen, dass dies leider nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Und hoffen, dass unsere reine Freundschaft wie bisher weiterbestehen könne!
 
  • #10
Nö würde ich nicht, ich hab dieses "outen" noch nie verstanden!

Ob nun schwul, lesbisch, bi- oder transexuell und was es noch alles gibt, dass ist die Vielfalt der Natur, ist mir persönlich vollkommen Wurst!

Ich z.B. bin hetero, ich wüsste nicht wieso ich dies be- oder vertonen sollte, ich bin nunmal in einer Beziehung mit einem Mann.
Wenn ich jetzt lesbisch und/oder bisexuell wäre dann eben mit einer Frau an meiner Seite.

Und Mal ganz ehrlich- Freunde- und über die Bezeichnung würde ich dann nachdenken, die mich aufgrund meiner sexuellen Präferenzen bewerten oder gar abwerten, auf die würde ich glattwegs verzichten!
 
  • #12
Über ein Outing würde ich grundsätzlich nur nachdenken, wenn es praktische Relevanz hat. Du hast einen Freund, Deine Sexualität ist keine unbedingt öffentliche Angelegenheit. Wenn Du Dich outest, was wird sich ändern?
 
  • #13
Eine Freundin, verpartnert,, erzählte es mir mal, und dann?
Ich habe ihr zugehört, sie wollte etwas reden,, haben wir.
Was sollte sich ändern?

Oder hast Du vor, so in die große Runde - hey Leute, ich stehe auf Männer UND Frauen, und Dein Partner ist daneben?
Das fände ich schwierig.

Freund*innen im vier Augen Gespräch, ja, wenn es Dir wichtig ist.

Ansonsten lebe Dein Leben, muss man über jedes Detail irgendwo reden?

W, 51
 
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  • #14
Nun, ich habe in meinem Umfeld Menschen allerlei sexueller Coleur, Homosexuelle, Bisexuelle, Heterosexuelle, etc.
Wir haben in den letzten Jahren etliche Outings miterlebt, aber eher dann, wenn es praktische Relevanz hatte, sprich, wenn ein/e neue/r Partner/in eingeführt werden sollte. Vorher ist das eigentlich so ziemlich egal gewesen. Freunde sind Freunde, egal mit wem sie ins Bett steigen.
 
  • #15
Hallo ihr lieben, vielen Dank erstmal für eure Antworten.
Zu der Frage "warum": es ist ein Teil von mir, und es fühlt sich manchmal "ungesund" an es zu verstecken.

wie "lebst" Du denn Deine Bisexualität? Hört sich an, als würdest Du - ich nehme an, Du bist eine Frau (?) -, vorrangig mit Deinem Freund zusammen sein. Wohnt Ihr zusammen? Hast Du da "nur" Phantasien, was andere Frauen angeht oder reelle sexuelle Kontakte zu hnen? Oder hast Du - neben Deinem Freund - eine feste Freundin?
Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber nur auch wenn man romantische Gefühle für beide Geschlechter haben kann, kann man sich trotzdem verlieben und eine monogame Paarbeziehubg führen. Und ja, wir haben vor bald zusammen zu ziehen, aber zurück zum thema
Und Mal ganz ehrlich- Freunde- und über die Bezeichnung würde ich dann nachdenken, die mich aufgrund meiner sexuellen Präferenzen bewerten oder gar abwerten, auf die würde ich glattwegs verzichten!
Da hast du natürlich recht, aber vielleicht fehlen mir hier einfach die berühmten S, vielleicht ist es aber auch normal, auf jeden Fall habe ich davor eben Angst.
 
  • #16
Unglaublich, wie schnell du mit dem Finger auf andere zeigst, obwohl du nichts über sie weißt.
Meine Fragen hatte ich deshalb gestellt, damit sich die FS diese Fragen selbst stellt. Es bringt ja nichts, wenn ich sage, ich würde es nicht tun. Jeder hat ja seine eigenen Wichtigkeiten, warum er etwas tut. Vielleicht habe ich mich ungünstig ausgedrückt. Das ist so anonym auch nicht einfach.

Jede Art von "outing" bringt eine Art Reaktion hervor: wenn ich mich positioniere, egal bei welchem Thema, hört man mit zu, aber bezieht natürlich auch Position. Niemand ist neutral. Nehmen wir Religion: ich sage in einer Gruppe Gläubige, dass ich ungläubig bin oder einer anderen Religion angehöre. Das wird akzeptiert, aber ich habe nicht mehr die Position wie vorher, da es "keinen gemeinsamen Nenner" mehr gibt. Wie wichtig ist es denn, das zu sagen?

Ganz wichtige Themen bespreche ich nur im engsten vertrauten Kreis, und umgekehrt.
 
  • #17
Ich kann natürlich mich irren aber ich stelle es mir so vor, dass immer etwas fehlt und somit der Kreis mit dem Partner nie geschlossen ist und somit ist eine offene Beziehung vorprogrammiert ist und das ist sehr Konflikt anfällig.
So liebe Fragestellerin genau DESHALB erspare für dir ein Outing.
Du wirst von vielen nur falsch eingeordnet.
Wie hier von
@Lavieestbelle (sorry aber das ist eines der klassischen Vorurteile)


Sage es nur im Vertrauen Leuten, die dir nahe stehen und es akzeptieren können.
 
  • #18
„Nur es gibt ein Problem: wir sind soo unterschiedlich. Wir kommen aus unterschiedlichen Kulturen (er ist nach dem Studium nach Deutschland gekommen), er ist religiös, ich gar nicht.“

Liebe FSin, du bist mit 17 mit deinem Freund zusammen gekommen und er liest medizinische Fachbücher vorrangig für sein Studium, also ist er angehender Arzt und er weiß um deine Unsicherheiten deiner Sexualität und nicht nur von dieser Unsicherheit, denn du bist Dir in vielem sehr unsicher. Ich weiß nun nicht, ob Du wirklich bisexuell bist und schon Erfahrungen hast oder ob es alles theoretischer Natur ist, weil die Medien einen teilweise suggerieren, wie es sexuell sein kann/könnte und Du nun ja einerseits sehr unsicher bist, Dir und deinen Entscheidungen nicht voll traust, sehr viel hinterfragst und analysierst; daher denke ich, Dich könnten Medien beeinflusst und verunsichert haben. Auch weil ich davon ausgehe, dass dein Freund, dein erster Beziehungspartner und Mann überhaupt ist. Falls dem nicht so sein sollte, dann entschuldige ich mich.
Ich würde solange du mit deinem Freund zusammen bist, niemanden von deiner sexuellen Orientierung mitteilen, einerseits geht es deine Freunde nichts an, mit wem du ins Bett gehst, zum Anderen bist Du in einer 5jährigen monogamen Beziehung, ihr bald wollt heiraten und Du hast einen Kinderwunsch. Auch wegen der religiösen Eltern von ihm, wenn diese zufällig auf Umwegen von deiner Sexualität erfahren, es kann sein, dass sie dies nicht gutheißen und deine Beziehung evtl. sabotieren versuchen oder Dir das Leben schwer machen können. Das wäre auch schade, wenn es sich bei dir um ein reines Gedankenexperiment handelt, man könnte sich mit einer Frau mal Erfahrungen sammeln, um dann erst zu wissen, ob es dir gefällt.
Wenn Dich keiner deiner Freunde oder Familie des Freundes zu deiner Sexualität (aus)fragt, brauchst es niemand zu wissen, weil eben aus dem Grund niemand fragt und es daher nicht wissen möchte.
Solltest Du Dich jedoch Dich von deinem Freund und künftigen Ehemann trennen und deine Erfahrungen gesammelt haben, dann erwähne es kurz bei deinen Freunden, die religiösen Eltern aus dem Ausland sind dann kein Thema oder wenn du schon einige Jahre mit ihm verheiratet bist. Und dann, wenn du neue Partner/Partnerinnen kennenlernst. Im Moment mache dir dein Leben nicht komplizierter als es ist und gestalte Dir Probleme, wo aktuell keine sind.
 
  • #20
Zu der Frage "warum": es ist ein Teil von mir, und es fühlt sich manchmal "ungesund" an es zu verstecken.
Was muss du da großartig "zeigen"? Meine Mitschülerin hat eine Freundin, ich merke aber im Alltag nichts von ihrer Neigung. Sie ist für mich die gleiche Person geblieben, wo ich es erfahren habe. Ich habe auch bestimmte sexuelle Vorlieben, die keinen Einfluss auf meinen Alltag haben, die war ein Mal das Thema, als ich mit meiner bester Freundin allgemein über Sex geredet habe. Wenn du das Gefühl hast, unverstanden zu werden, dann hat es vielleicht damit zu tun, dass du dein Sexleben öffentlich preisgibt, was due andere null interessiert oder sie peinlich berührt sind - Sex ist nun mal sehr persönlich und intim, ich bin da zwar recht offen, möchte aber nicht damit konfrontiert werden, wenn mir das Gegenüber unsympathisch ist oder ich das Gespräch darüber momentan unpassend finde.
 
  • #21
Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber nur auch wenn man romantische Gefühle für beide Geschlechter haben kann, kann man sich trotzdem verlieben und eine monogame Paarbeziehubg führen. Und ja, wir haben vor bald zusammen zu ziehen, aber zurück zum thema
Wenn du deine Bisexualität nicht innerhalb deiner laufenden Beziehung ausleben willst, also nicht gegen den Wunsch deines Partners künftig polygam leben möchtest, sehe ich kein Konfliktpotential mit deinem aktuellen Partner.

Wenn ich allerdings Kumpels offenbaren würde ich bin bi, dann würde ich mich darauf einstellen, dass sie sich fragen warum ich ihnen dies offenbare. Ihre Antwort darauf gefällt mir dann möglicherweise nicht.

Der eine oder andere würde vielleicht denken, dass ich ihn auf diesen Weg anbaggern will, was dann ggf. dazu führt, dass man getrennte Wege geht.

Daher würde ich das nicht machen wenn ich nicht etwas von ihm wollte ;)

Ein Bekannter hatte mal in seinem Bekanntenkreis und bei sich auf der Arbeit offenbart, dass er auf BDSM steht und dies ausschließlich.

Am Ende hat er den Arbeitgeber gewechselt und den gesamten Bekanntenkreis ausgetauscht obwohl die Reaktionen auf sein Outing eher zwischen neutral und desinteressiert aber keineswegs feindlich waren.

Er selbst hatte im Nachhinein selbst das größte Problem mit seinem Outing.
 
  • #22
Vielleicht habe ich mich ungünstig ausgedrückt.
Ja das hast Du und ich habe darauf reagiert. Das ist doch kein Finger zeigen.
Ich fand die Art wie du deinen Beitrag verfasst hast absolut unpassend.
Hier stellt jemand eine Frage die ihn belastet und hofft auf andere Sichtweisen.
Hier wirklich keine abnormale Frage, wo man sich am Kopf kratzen muss, nein eine Frage die in unserer Zeit nicht selten vorkommen kann.
Und du stellst FS beim ersten Beitrag als ziemlich dämlich dar.
Ich hatte es in meinem Kommentar erklärt, warum ich das fies fand.

Ja, ich finde das dieses Thema für die FS kein leichtes Thema ist.
Es geht um eine Lebenseinstellung.
 
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  • #23
Kannst du dir vorstellen, dass diese Menschen aufgrund der Tatsache, dass ein immer noch Großteil der Gesellschaft so denkt, sich eingegrenzt fühlt, viele sich gänzlich vor ihrer Wahrheit verstecken, weil sie Angst haben ausgegrenzt zu werden?
100%ige Zustimmung ❤️
Ich habe einige homosexuelle Menschen im Freundeskreis, mit denen ich genau dies schon thematisierte.

für einen heterosexuellen Menschen mag das nicht von Bedeutung sein, weil man zur Norm gehört und damit unausgesprochene Akzeptanz erfährt. Das sieht bei homo- oder bisexuellen Menschen schon anders aus und daher ist es für sie wichtig, sich den Menschen gegenüber, die ihnen nahestehen, zu outen. Denn Akzeptanz/Anerkennung schafft Nähe.

ich würde schrittweise vorgehen und mich den Menschen öffnen, bei denen ich weniger die Vermutung hege, dass sie mich deswegen ablehnen könnten. Um vorab ein paar positive Erfahrungen zu sammeln. Da ist man vielleicht besser für die Momente gewappnet, wo man auf weniger Gegenliebe stößt.

ansonsten wird sich leider wohl die Spreu vom Weizen trennen und der ein oder andere wird sich damit schwertun. Was ich by the way nicht nachvollziehen kann, weil das ja nichts an dem Charakter des Menschen ändert.
 
  • #24
Ich fände es schade, wenn ich vor meinen Freunden nicht über meine Gedanken und Gefühle sprechen könnte. Also, wenn ich Sorge haben müsste, dass sie mich ablehnen. Dann würde ich es eher gerade deshalb erzählen, um zu sehen, ob sie blöd reagieren. Dann könnte ich diese Freunde nämlich aussortieren.
Ich hab Freunde mit verschiedensten politischen Einstellungen, sexuellen Präferenzen, Veganer und überzeugte Fleischesser, Gläubige und Atheisten. Für mich ist es wichtig, dass ich mit denen nicht nur an der Oberfläche kratze, sondern wir unsere Einstellungen einfach kennen - und akzeptieren können, ohne, dass einer über den anderen urteilt. Das macht für mich Freunde aus, im Gegensatz zu oberflächlichen Bekannten.
Ich selbst würde dann Leuten aus dem Weg gehen, die über bisexuelle Leute die Nase rümpfen und mich dann anders behandeln, fertig.
Ich hatte zwei Freundinnen und einen Freund, die mir erzählt haben, dass sie homosexuell sind und ich finde es ehrlich gesagt schade, dass man über sowas überhaupt vorher nachdenken muss (die eine hatte große Angst davor, mir das zu erzählen, weil wir zusammenziehen wollten). Jeder erzählt ja auch auf der Arbeit "ich hab am Wochenende mit meinem Mann"; warum müssten die anderen da vorher drüber nachdenken, ob sie den Satz so sagen. Ich finde, es ist einfach, wenn man heterosexuell ist, zu sagen "was geht das die anderen an". Es nimmt ja jeder immer erstmal an, man sei heterosexuell, also ist es natürlich immer so eine Art Verstecken, wenn man diesem Eindruck nicht aktiv widerspricht.
w, 37
 
  • #25
Das kannst nur Du für Dich selbst entscheiden
Ich denke ja...eine wirklich gute Freundschaft ändert sich nicht.
Schlechte ggf schon und das sie "schlecht" ist..macht sich irgendwann auch so bemerkbar.

Deshalb würde ich mich wahrscheinlich nicht vor allen outen. Das ist etwas intimes und geht nicht jeden was an.
Ich erzähle da aber grundsätzlich nichts was intim wäre.
Meine beste wüsste es wenn sicherlich längs.

Wäre ich jetzt also in deiner Situation, würde ich es der besten erzählen aber auch mit meinem Partner absprechen...ggf sprechen ihn dann auch andere drauf an
 
  • #26
Ich würde alles, was entfernt von der Norm abweicht, gerne raushauen. Wegen des Unterhaltungswerts. Weil ich gerne Geschichten erzähle ( Hinweis, falls das jemand noch nicht gemerkt hat ), allerdings verkneife ich mir das i.d.R. ( deswegen bricht es sich hier um so heftiger Bahn ), da die allermeisten Leute sich bei weitem nicht so intensiv mit uns beschäftigen wie wir selbst.
Ich will niemanden langweilen, deswegen teile ich mir die wenigen Male, die ich jemanden belästigen / unterhalten kann gut ein.
Also Selbstdarstellung.
Ist es das ? Hm...klingt nicht so.

Ein anderes Motiv ist, wenn meine Information für das Gegenüber eine gewisse Relevanz hat, das würde in deinem Fall bedeuten, dass du in der Zuhörerschaft eine Partnerin für was auch immer suchst.
Auch das ist es nicht, richtig ?

Dann fällt mir noch folgender Auslöser des Mitteilungsdrangs ein:
Als ich meinen ersten Freund hatte, ich war 16, und mit ihm schlafen wollte, habe ich meinem Vater gesagt, dass ich einen Krankenschein brauche, damals gab es solche Abreißblöcke.
Er: jaja. Ich: ich will zum Frauenarzt. Er: aha. Ich: ich will die Pille. Er: jaja, aha.
Ich wollte ihn provozieren, aber wie immer lief das ins Leere, es interessierte ihn nicht.
In diesem Fall geht es um Aufmerksamkeit. Auch das ist es nicht, oder ? Oder dies doch ein klitzekleines bisschen ?
Etwas Besonderes sein ? Das wollen wir alle, oder ?

Und noch was: wenn mir eine Sache dermaßen unter den Nägeln brennt, dass es einfach raus muss. Weil ich die ganze Zeit darüber nachdenken muss.
So ist es bei dir, richtig ?
Joa, kann ich verstehen.
Mir geht es hier ab und zu so.
Ich würde gerne manchmal mit Leuten über das, was ich hier erlebe, reden. Das geht leider nicht, ich will ja niemanden darauf aufmerksam machen, dass ich hier schreibe. Wenn jemand, der sich kennt, ein bisschen mitliest, erkennt er mich sofort, daher will ich das vermeiden.
Du willst einfach nur darüber reden, was du fühlst, woran du oft denken musst, stimmt's ? Ich verstehe das.

Rede mit deiner Freundin drüber. Kann aber gut sein, dass sie danach etwas seltsam ist, betont kumpelhaft. Dich nicht mehr zärtlich drückt, sondern sich wie die Typen in meinem Fitnessstudio benimmt, die eine paranoide Angst davor haben, jemand könnte sie für schwul halten, die aber trotzdem ihresgleichen körperlich berühren wollen. Die machen den Checkergruß ( dieses Ranziehen verschränkter Hände und Unterarme ), hauen sich grob auf die Schulter, raufen grob. Und alles nur ganz kurz.
Hast du einen männlichen Freund, dem du das erzählen könntest ? Dann hättest du dieses Problem nicht.

Übrigens ist meine 26-jährige Tochter lesbisch und mit ihren Heterofreundinnen gibt's gar kein Problem. Die haben null Sorge, dass meine Tochter sie anbaggern könnte.

Also, nech lang snacken, Kopp in'n Nacken.
Oder wie wir Römer sagen: avanti !

w 53
 
  • #27
Ich persönlich finde ein bewusst inszeniertes "Outing" etwas merkwürdig (aber würde mich nicht stören als Freundin). Meine gute Freundin, die zu Schulzeiten lange mit einem Mitschüler zusammen war, hat später bei einem Parkspaziergang unter uns vier befreundeten Mädels einfach ganz nebenbei erwähnt, dass sie jetzt seit kurzem mit ***, einer ehemaligen MitschülerIN und gemeinsamen Freundin von uns, zusammen sei. Wir haben uns einfach ganz normal darüber unterhalten, so wie jede was aus ihrem Privatleben erzählt hat. "Oh, wie schön! Wie lange schon? Wie ist es passiert ..." Die Tatsache, dass es jetzt eine Frau und kein Mann war wie vorher, spielte dabei keine Rolle.

Ich habe viele homosexuelle Bekannte. Bei manchen wusste ich es nicht von Anfang an. Mein einer inzwischen guter Freund hat nebenbei erwähnt, dass er auf einen Anruf von seinem Partner wartet, da war mir klar, dass er schwul ist. Groß thematisiert haben wir das aber nicht. Klar, später habe ich ihn gefragt, wie sie sich kennengelernt haben und was sein Partner arbeitet -- was man halt so fragt, egal ob Mann oder Frau. Er hat mich dann auch zur Hochzeit eingeladen, das fand ich sehr süß. Wegen Corona wurde sie jetzt aber verschoben.

Ich würde jetzt nicht alle groß "vorwarnen", sondern dann, wenn du mal was Gleichgeschlechtliches hast, das einfach nebenbei ganz selbstverständlich erzählen, also wenn ihr euch allgemein Privates erzählt. Wenn du selbst es normal findest und als normal darstellst, dann ist es normal und nicht der Rede wert.
w26
 
  • #28
Das kommt auch noch darauf an, was man beruflich macht. Ein ehemaliger Nationspieler hat sich erst nach seiner Karriere geoutet, weil ein Outing vorher das Ende seiner Nationalkarriere bedeutet hätte. Auch ehemalige Schauspielerinnen haben sich erst sehr spät geoutet.

Zwar sind wir mittlerweile sehr offen, aber bei gewissen Dingen sind wir nicht mehr so offen. Jetzt würde sich die Gewinnerin von Next Modell outen und schon bekommt sie kaum noch Anfragen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #30
Ich denke wir sind inzwischen in einem Jahr angekommen, in dem sexuelle Präferenzen jeglicher Art völlig normal sind
Es kommt auch immer darauf an, wer die beteiligen Menschen sind. Bei einer sehr guten Freundin meiner “kleinen“ Schwester,
hatte die eigene Tochter mit 21 noch keinen männlichen Freund und ist lt. ihren Aussagen lesbisch, was natürlich kein Problem für mich ist. Es wäre schon interessant, wie die Mütter hier im Forum reagieren würden, wenn ihre Tochter lesbisch ist oder ihr Sohn schwul. Eventuell ist es auch nur ok, wenn dies in anderen Familien passiert, aber auf keinen Fall in der eigenen Familie.
 
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