• #31
Danke für eure vielen Antworten
Ich weiß nicht, ob mir die Krankenkasse eine Therapie bezahlen würde. Wir sind privat versichert, und da scheint das schwierig zu sein. Aber ich werde es versuchen, denn ich brauche definitiv Hilfe für mich.
Die Äußerung, ich würde nicht um meinen Mann kämpfen, trifft mich sehr. Ich bemühe mich seit Jahren um mehr Nähe, habe allein eine Paartherapie gemacht, weil er nicht wollte, habe ihm Wochenendseminare, Unternehmungen allein vorgeschlagen, Briefe geschrieben, frage ihn, was er braucht, um glücklicher zu sein, ob er sexuelle Wünsche hat. Er sagt immer nur, nein, er ist nicht unglücklich, alles ist gut, er hat keine unerfüllten Wünsche. Ob ich welche habe, fragt er leider nie.
Nein, ich hatte keine solche Kindheit. Bei uns war nicht alles perfekt, aber niedergemacht haben uns meine Eltern niemals.
Ich weiß, dass die Kinder Angst haben, wir könnten uns trennen, weil sie unsere Uneinigkeit massiv mitbekommen, wenn ich versuche, sie vor den Demütigungen ihres Vaters zu schützen. Deshalb denke ich, sie könnten es mir verübeln, wenn ich eine Trennung initiiere ... Sie wollen trotz allem eine komplette Familie.
Ich möchte ja zurück ins Arbeitsleben. Auch wenn mein Mann voll dahintersteht, dass ich Familienfrau bin, und das auch nach außen hin verteidigt.
Ich habe Sprachen und Übersetzung studiert und als Freelancer für Verlage gearbeitet, hauptsächlich Wörterbücher. Da stehen die Chancen schlecht. Ich denke, als Freiberuflerin stehe ich in Sachen Sozialversicherung total schlecht da mit drei Kindern. Daher dachte ich an etwas viel Gesuchtes, wie eben Altenpflegehelferin. Erzieherin dauert so lange und ist teuer, vielleicht eher Kinderpflegerin?
An das mit der sexuellen Attraktivität habe ich auch schon gedacht. Allerdings müsste da eher ich Probleme haben. Ich achte auf mich und mein Äußeres, mein Mann ist zunehmend übergewichtig und läuft zu Hause in Unterhosen herum.
Nein, ich meckere nicht den ganzen Tag an ihm herum. Nur wenn er den Kindern gegenüber abwertend wird, greife ich ein, auch wenn er das hasst.
Ich denke nicht, dass er zu wenig Zeit für sich hat. Er nimmt sich viel Freizeit für sich, verreist allein auf Fototour, oder war jetzt wieder übers Wochenende zum Fotoansitz weg.
Ich werde mir Rat bei der Familienberatung der Caritas holen und versuchen, meine Situation für den Fall des Falles zu klären.
 
  • #32
Wenn du dich trennst, musst du alles alleine schaffen. Niemand wird dir helfen
Das stimmt ja so nicht! 1) zahlt er für die Kinder Unterhalt, 2) auch für sie für eine gewisse Zeit (s.o.). Es gibt so viele AE Mütter, die es packen. Es gibt auch Hilfsangebote. Sich nicht zu trennen, weil man sich in einer finanziellen Abhängigkeit sieht, ist schlecht. Man sollte wirklich nur dann zusammen bleiben, wenn die kranke Beziehung gesunden kann. Dazu gehören zwei Leute, die das möchten, viel Mut, Geduld und in diesem Fall hier professionelle Anleitung. Paartherapie wurde hier vorgeschlagen, ist aber nicht effektiv, wenn Aggressionen den Kindern gegenüber im Spiel sind. Und diese scheinen ziemlich gravierend zu sein. Am besten kümmert sich jeder um seinen Kram - dazu gehört auch, wie er / sie zur Beziehung steht und wie man sich finanziell frei strampelt.

Es klingt paradox, ist es aber nicht: nur wenn man sich trennen kann, kann man auch in Liebe zusammen kommen.

Alles andere ist Bedürftigkeit und Abhängigkeit und führt in der Beziehung zu Konflikten - entweder eskalieren sie oder sie schwelen vor sich hin - und immer wirken sie sich negativ auf die Psyche der Kinder aus.
 
  • #33
Er ist Alleinverdiener, ich habe meine freiberufliche Tätigkeit beim dritten Kind aufgegeben und komme nicht wieder zurück. Ich habe keine Ahnung, wie ich im Falle einer Trennung dastehen würde, was mir und den Kindern zum Leben bleiben würde, ob ich überhaupt das Haus halten könnte, in dem wir wohnen und das wenigstens eine Form der Altersvorsorge darstellt.

1) freiberufler sind regelmäßig in berufsständischen Versorgungswerken versichert - als Pflichtmitglieder. Wenn das auf Dich zutrifft, denk dran, die Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten zu beantragen - dafür gibt es Fristen.

2) Welcher freie Beruf ist es denn ? Wir können Dir ohne Berufsangabe schon gar nicht sagen ob Du in Deinem Beruf wieder eine Chance haben wirst.

3) Wie es mit Altersversorgung im übrigen aussieht (Haus, Anwartschaften bei der Dt. Rentenversicherung Bund, Lebensversicherungen) und mit dem Vermögensausgleich kommt auf die Umstände an; dazu kann man Dir mangels Angabe zu wenig sagen. Ich denke, der beste Weg ist, wenn Du so viele Informationen zu den Einkommens- und Vermögensverhältnissen sammelst und die Thematik mit einem Fachanwalt für Familienrecht im Rahmen einer Erstberatung besprichst - frag ruhig nach den Kosten vorher.
 
  • #34
Nun hat sich aber sein Verhalten unseren Kindern gegenüber in eine Richtung entwickelt, mit der ich zunehmend nicht mehr klar komme. Er ist oft cholerisch und hat so gut wie keine Empathie für das Denken und Fühlen von Kindern. Das ist mir erst in den letzten Monaten so richtig klar geworden, als sich die hässlichen Szenen mit Sarkasmus und Abwertungen unseren älteren Kindern gegenüber häuften.

Liebe FS,
ihr funktioniert als Versorgergemeinschaft, aber nicht als Paar. Dein Mann hat nach seinem Ausbruchversuch über die Jahre jede Menge Frust gebunkert und täglich wird es mehr. Er sieht, dass er für den Rest seines Lebens dem ganzen Elend nicht mehr entkommen kann. Bis alle Kinder aus dem Haus sind, ist er 60+. Die Möglichkeiten für einen Neustart in ein anderes Leben sind dann überschaubar bis kaum vorhanden.
Die Erneuerung der Partnerschaft ist trotz dritten Kind nicht geglückt.

Darüber hinaus wird er älter, die Kräfte lassen nach und in Zusammenhang mit einen emotional leeren Leben bricht der Frust als Aggression durch.
Die beiden Großen sind Teenies und daher springen bei ihm nicht mehr die Beschützermechanismen an. Sie sind in bzw. am Rande der Pubertät und daher sicherlich nicht mehr pflegeleicht, daher zuhause Dauerstreit.
Das sind doch alles die Gründe, warum die Frauen mit Mitte 40 diese schlecht laufenden Ehen durch Scheidung beenden.
 
  • #35
Für meine Kinder würde ich alles tun. ...Ich habe Angst, dass sie mich dann hassen, denn ich denke nicht, dass ihnen bewusst ist, dass man als Vater auch anders mit seinen Kindern umgehen kann. Sie kennen es ja nur so.
Deine Kinder sind Teenies und kennen Zeit ihres Lebens zuhause nur Abwertung? - tolles Kinderleben.
Ich kann Dir aus eigener leidvoller Erfahrungen berichten, dass wenn man zuhause nichts anderes kennenlernt, Deine Kinder trotzdem zur Kenntnis nehmen, dass in andern Familien es einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit den Kindern gibt.
Das einzige, was Deine Kinder lernen ist, dass sie es nicht wert sind, anständig behandelt zu werden. Dafür werden sie Dich hassen, nicht wegen der Trennung.

Ich habe meine Mutter für ihre Trägheit gehasst, der Gewalt kein Ende gesetzt zu haben, weil sie sich im Hausfrauendasein bequem eingerichtet hatte und das für sich aufrecht erhalten wollte. Ist gemütlicher, wenn der Mann die Wut an den Kindern austobt, statt arbeiten zu gehen, weil der Mann nicht genug für2 Haushalte verdient.
Das Dilemma ist: irgendwann sind alle Kinder aus dem Haus und dann bist Du das Opfer für einen Mann, der nie gelernt hat, dass er seine Agressionen nicht so ausleben darf.
Das hat meine Mutter auch erlebt und wollte zu ihren Kindern flüchten, die aber genauso wenig für sie da waren, wie sie zuvor für ihre Kinder. So schließt sich der Kreis.

Du hast einen Internetzugang. Du wirst ungefähr wissen, was Dein Mann verdient.
Da kannst Du einfach die Düsseldorfer Tabelle googlen und den Unterhalt für die Kinder berechnen. Ob dann für Dich noch Unterhalt übrig ist, kannst Du selber ausrechnen.
Du arbeitest nicht. Du hast den ganzen Tag Zeit. Es gibt Beratungsstellen, die kostenfrei beraten oder gegen eine kleine Spende.

Ich habe den Eindruck, Du suchst Ausreden, um stagnieren zu können statt Lösungen für das Elend Deiner Kinder.
 
  • #36
Also zusammenfassend hast DU Sprachen und Übersetzen studiert, kannst auch von zuhause aus arbeiten, hattest eine lange Ehe und hast schon alles versucht - dein Mann versucht allerdings nicht und ihm scheinen deine Bedürfnisse auch egal zu sein, wenn du schon Briefe und Therapien gemacht hast.
Wie alt sind denn deine Kinder? Kannst du vielleicht mal eine Kur beantragen um zu Dir selbst zu finden, um eine Entscheidung zu treffen - evtl. auch Mutter-Kind-Kur mit den kleineren Kindern?
Ich denke, du bräuchtest mal Abstand.
Ich rate nicht gleich zur Trennung, das musst du selber entscheiden und das können wir von außen auch nicht so gut beurteilen. Allerdings geht es Dir sicher wie vielen Frauen:
Du bemühst dich um ein intaktes Familien - und Liebesleben - er nicht.
Er ist cholerisch, uncharmant und unattraktiv, lässt dich gehen und vernachlässigt seine Frau und seine Familie.
Im falle einer Trennung bekommst ab dem Tag der Trennung erst mal Trennungsunterhalt für Dich und Unterhalt für die Kinder nach DD-Tabelle.
Ich würde mich beim Anwalt beraten lassen, eine Kur beantragen und mich auf Jobsuche im Ursprungsberuf machen... nix mit Kindern - da verdienst du nichts und dein eigentlicher Beruf ist doch viel besser. Du findest da wieder rein und kannst auch vieles von zuhause aus machen!
Zudem würde ich mir ein Hobby suchen oder irgendetwas, wo ich zumindest einmal die Woche weg bin abends... Die Beschreibung deines Mannes hört sich furchtbar an.
 
  • #37
Hier nochmal Nr. 33

Ich hab das Posting der FS, ihre Antwort und die Antwort der FS in Nr. 31 gelesen.

1) Das Problem ist doch: "Warum ist er so ?" und was will er mit seinem Verhalten erreichen ?

Die FS ist ein emotionaler ruhiger Mensch und ihr Mann ist vielleicht - bedingt durch den job - total erfolgsorientiert. Erfolge erreicht man nicht einfach so sondern nur mit Ehrgeiz. Ist evtl. Grund für sein Verhalten, daß die Kinder zu wenig Ehrgeiz zeigen in der Schule und z. B. nicht aufs Gynmasium gehen und sieht er die Schuld dafür bei der FS ?

2) Was ist der Grund seiner Distanz ? Er geht auf Distanz, schottet sich ab und sagt "bei mir ist alles in Ordnung." Hat er im job genug um die Ohren ? Hat er die Beziehungskrise von damals doch nicht abgearbeitet ? Hat er den Zustand daß Sex immer weniger wichtig ist, einfach akzeptiert ? Das Problem ist, daß der Mensch die Frage, ob er glücklich ist, definieren kann - es gibt keine Regel, was unglücklich und was glücklich macht. Wenn etwas so ist, dann ist es eben so und es macht keinen Sinn, sich darüber Gedanken zu machen - also macht er sich keine Gedanken. Und je mehr das Gezänk zwischen ihm und der FS sich ausbreitet, desto mehr weicht er den Konflikten mit diesem Schma aus, zumal er im Beruf sehr erfolgreich zu sein scheint, was auch damit zusammen hängt, daß er weiß, wie man sich Glück herbei defniert.

Beispiel:
Das Glas ist halb voll. Es ist Definitionssache, ob man glücklich ist, weil die Häfte drin ist oder weil die Hälfte fehlt.

3) fehlende sexuelle Leidenschaft folgt aus Punkt 1+2), doch fehlt eine Auseinandersetzung hier zu diesem Thema, folglich ist - da zentrale Themen nicht behandelt wurden - der vielfach gegebene pauschale Rat "geh doch zum Seelenklempner" Fehl am Platze, weil dieser sich nun in die Beziehung einmischen wird und das 5. Rad am Wagen darstellt und so die Problemlösung verschlimmert. Die FS holt sich immer extern Rat und handelt mehr oder weniger entsprechend und ist nicht mehr sie selbst.
 
  • #38
Ich werde mir Rat bei der Familienberatung der Caritas holen und versuchen, meine Situation für den Fall des Falles zu klären.

Super, sobald du erst einmal in der Beratung bist, ergeben sich neue Wege, neue Perspektiven, dafür ist sie ja da! Wenn die erste Anlaufstelle nicht alle Fragen beantwortet - kein Ding, sie schicken dich in die richtige Richtung. Ob die private Krankenversicherung die Therapie bezahlt bzw wie man da am besten vorgeht kannst du im Erstgespräch mit einer potentiellen Therapeutin erfragen.

Dass du einigermaßen weißt, wie du ein Leben nach einer Trennung gestalten könntest, ist ganz wichtig. Dass du das schaffen kannst, wenn du nur willst, ist klar. Du kommst unsicher rüber (wer wäre das nicht in deiner Situation!), vielleicht etwas passiv, aber keinesfalls inkompetent. So, und dass du die Kompetenz hast, eine Trennung durchzuziehen, das beweise dir innerlich und äußerlich. Da lasse auch nichts anbrennen. Wenn du soweit bist, dann kannst du deinem Mann die viel zitierte Pistole auf die Brust setzen, und das musst du. Die Ansage könnte z. B. lauten: Du redest noch einmal mit den Kindern so und ich werde mir überlegen, ob ich unter den Umständen mit dir zusammen bleibe. Das ging jetzt Jahre so, ich konnte reden was ich wollte und du machst so weiter. Das möchte ich nicht mehr und ich meine es genau wie ich es sage. Es verletzt die Kinder, und es verletzt mich. Du kannst es dir überlegen. " Dann guckst du was kommt. Du musst beim Gespräch aber in einer mentalen Verfassung sein, dass du dich eben auch tatsächlich trennen kannst. Wenn er dich auslacht, weißt du ja, was er von dir hält.

Mit Übersetzung ist so schlecht nicht, aber schwer da was aufzubauen, da kann ich es verstehen, dass du da zögerst. Aber auf das Studium lässt sich aufbauen. Eine deiner Anlaufstellen der nächsten Tage und Wochen kann auch die Berufsberatung des Arbeitsamts sein. Dort kriegst du auch Infos über Weiterbildungsmöglichkeiten und Möglichkeiten der Förderung.

Wenn dich hier eine Aussage im Forum trifft, höre hin und frag dich, warum dich das so trifft. Beleidigen lassen musst du dich nicht und es ist auch ok nur mit den Beiträgen zu arbeiten, bei denen du das Gefühl hast, dass sie dich weiterbringen. Aber lass dich auch konfrontieren. Du hast deinen Anteil an der Misere, das ist leider leider so und das zu akzeptieren gibt dir die Kraft, aktiv zu werden für dich und die Kinder.
 
  • #39
Liebe FS,
vielen Dank für deine Antwort # 31.
Allerdings fehlt mir immer noch die Beschreibung deiner Anteile an deiner Ehekrise. Wenn eine Beziehung schlecht läuft, tragen dazu immer beide Partner bei.
Was mir auffällt ist, dass du deinen Mann anscheinend seit Jahren massiv ändern willst. Du bringst das mit vielerlei Maßnahmen zum Ausdruck. Ich finde es dann relativ nachvollziehbar, das er dicht macht, niemand will von jemand anderem permanent vorgehalten bekommen, was man alles falsch macht. Wenn er nicht mehr Nähe möchte, dann entspricht das vielleicht einfach seiner Persönlichkeit. Das musst du dann akzeptieren, das ist kein Fehler von ihm. Auch bei der Erziehung eurer Kinder muss er nicht alles so machen und sehen wie du. Vielleicht ist er gar nicht zu entwertend, sondern du empfindest das nur so.
Es wirkt auf mich so, als würdest du dich ihm gegenüber wie eine Mutter verhalten. Du fragst nach und schlägst ihm vieles vor, um dass was er in deinen Augen alles falsch macht zu verbessern. Überlege dir mal wie das auf einen erwachsenen Mann wirken muss - als nimmst du ihn nicht für voll.
Ihr habt eine enorme Schieflage in eurer Ehe und das führt immer zu Problemen.
Nach dem Scheitern meiner eigenen Ehe habe ich mich intensiv damit befasst, warum es - trotz bis zum Schluss vorhandener Liebe auf beiden Seiten - nicht geklappt hat. Und ein Fehler von mir war, dass ich meinen Exmann ändern wollte, damit er mir besser passt. Aber das kann nicht funktionieren, Menschen sind so wie sie sind. Mann kann gewisse Verhaltensmuster verändern, aber nicht die Grundpersönlichkeit.
 
  • #40
Ich empfinde mich schon irgendwie als in der Opferrolle – aber ich weiß nicht, ob mein Mann mich wirklich als innerlich schwach empfindet. Manchmal denke ich, er hat ein Selbstwertproblem und reagiert nur deswegen auf die Kinder so, weil sie seine Autorität in Zweifel ziehen. Vielleicht möchte er liebevoll erziehen, aber nur, wenn die Kinder sich an seine Regeln halten, und das tun sie eben ab etwa zwei Jahren nur noch unter Protest. Er wurde als spätes Einzelkind wohl so erzogen. Wenn er gespurt hat, waren seine Eltern nett, ansonsten aber gnadenlos konsequent. Er kennt es nicht, dass man mit Kindern diskutiert, und genau das brauchen Kinder aber, gerade jetzt, mit 10 und 12 (der jüngste ist 3). Insofern glaube ich nicht, dass er seinen Ehefrust an den Kindern auslässt, sondern dass er wirklich nicht weiß, wie er sein Vatersein incl. Autorität ohne Dominanzverhalten leben soll. Ich denke sogar, in unserer Ehe würde es viel besser laufen, wenn dieser Streitpunkt wegfallen würde.

Das Anbrüllen im Streit, die emotionale Unnahbarkeit und manche kleinen Verletzungen mir gegenüber sind zwar nicht schön, aber es ist kein „das Leben zur Hölle machen“. Bei den Kindern sehe ich das anders, denn sie können die psychischen Ursachen dahinter nicht verstehen, sie sind viel verletzbarer als ich. Ich muss und werde herausfinden, wie Psychologen das beurteilen.

Ich habe meinem Mann in den letzten Wochen mehrmals gesagt, dass dieser Umgangston aufhören muss, und ich habe den Eindruck, er versucht schon, es zu ändern. Dann wieder kommen Tage, wo alles eskaliert und ich wieder total am Ende bin. Es gibt nicht auschließlich Abwertungen und Zynismus, aber eben zu oft. Wenn es stimmt, dass es fünf nette Dinge braucht, um eine Kränkung auszugleichen, dann ist das Minus da riesengroß … Und ich weiß nicht, ob / wie ich das als Mutter irgendwie ausgleichen kann / darf / muss. Meine Kinder wissen, dass ich das Verhalten ihres Vaters nicht in Ordnung finde und dass ich gemeinsam mit der ganzen Familie was ändern möchte.
 
  • #41
Raus aus der Duldungs-und Opferhaltung liebe FS, und zwar hier, jetzt und sofort! (...) Komm raus aus der Opferecke, Männer haben vor innerlich schwachen Frauen keinen Respekt. Hör auf mit irgendwelchen "Analysen" und "Paartherapien".
Klare Ansagen und du wirst wieder Licht am Ende des Tunnels sehen. Notfalls nimm dir einen Liebhaber, lass ihn das Geld ranschaffen und manage das Familienleben eben allein. Und 5 Minuten am Tag nett sein u euren Kindern wird er ja wohl hinkriegen.
Notfalls einen Liebhaber nehmen? Ehrlich jetzt? Oder soll das ein Witz sein? Ich verstehe bei sowas keinen Spaß, aber gut.

5 Minuten nett sein? Natürlich bekommt er das hin. Es geht um die fünf Minuten, in denen er verbal auf den Tisch haut und damit die Familienstimmung verpestet und auch seine liebevolle Seite unterläuft.

Dass man vor einer schwachen Frau keinen Respekt hat mag ja sein - da glaube ich zwar nicht dran aber macht nichts. Fakt ist aber, dass sich eine schwache Frau schwer trennt. Die kann es u. U. nicht im Hier und Jetzt und muss die Kraft erst entwickeln. Dafür braucht sie Hilfe oder sie wäre schön längst weggewesen und hätte ihre Abhängigkeit nicht noch durch ein weiteres Kind mit ihm zementiert. (Und dass du das Kind liebst steht außer Frage!!) Eine Paartherapie ist ungeeignet, die innere Kraft zu entwickeln - denn das ist nicht das Ziel einer solchen Therapie. Eine Analyse hilft durchaus. Tiefenpsychologisch orientierte Therapien auch. Eventuell auch anderes, vielleicht gibt es hier ja noch Mitschreiber, die Erfahrung haben, entweder als Betroffene wie ich oder als Therapeuten. Bitte keine Therapien verteufeln, wenn man mit dem Thema nicht differenziert umgehen kann.
 
  • #42
Mein Beruf war Lexikografin und Korrektorin; ich habe aber keine eigene Versicherung abgeschlossen. Private Altersvorsorge etc. läuft alles auf meinen Mann. Er verdient als Beamter in A 14 ja gut und refinanziert sein Hobby mit Nebeneinkünften; deswegen war es für ihn auch ok, dass ich das Arbeiten vorerst aufhöre. Er steht da voll hinter mir, hält mich finanziell auch nicht an der kurzen Leine.
Ich habe meine alten Verlagskontakte schon abgeklappert; da sieht es überall schlecht aus. Wenn ich ins freiberufliche Dasein zurückkehren würde, weiß ich nicht, wie ich mich und die Kinder krankenversichern könnte. Wir wären dann ja aus der privaten mit Beihilfe raus. Ich versuche mich derzeit als Autorin und schreibe vormittags, aber auch da ist es sehr unsicher, ob ich eine Chance habe. Wenn es mir gelingen würde, mich als Autorin selbstständig zu machen, käme ich vielleicht in die Künstlersozialkasse. Aber ich habe ja nicht endlos viel Zeit ...
200 Euro für eine Erstberatung durch einen Anwalt kann ich durchaus erübrigen; ich wusste nicht, dass man nach einer einmaligen Beratung schon klarer sehen könnte.

Ich suche keine Lösungen, um stagnieren zu können, aber ich möchte keine überstürzte Entscheidung treffen.
 
  • #43
Hallo Laurina,
du solltest Dich dann auch unbedingt darüber informieren (bei der Verbraucherzentrale, einer Krankenkasse oder einem Anwalt der sich auskennt), ob/wie du wieder in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln kannst, sonst könnten Dich steigende Beiträge spätestens im Alter ruinieren. Wenn dein Mann Beamter ist, hättest Du mit einer Scheidung keinen Anspruch auf Beihilfe mehr, das ist nur eine Facette, teurer würde die PKV wohl in jedem Fall.
Alles Gute, Hauswurz
 
  • #44
Und ich weiß nicht, ob / wie ich das als Mutter irgendwie ausgleichen kann / darf / muss. Meine Kinder wissen, dass ich das Verhalten ihres Vaters nicht in Ordnung finde und dass ich gemeinsam mit der ganzen Familie was ändern möchte.
Das ist ein guter Anfang. Bleibe konsequent dabei.
Leider kann man aber niemals jemand anderen ändern. Und selbstverständlich ist es auch nicht deine Aufgabe, ihn zu ändern.
Beratung kann dir Augen öffnen, sicherlich, aber nicht ihm, wenn er daran nicht teilnimmt. Beratung aus zweiter Hand, das funktioniert nie.
Selbst wenn er wollte, ist es fraglich, ob er seine Kindheitsmuster jemals auflösen kann.
Und keine Beratung kann eine verfahrene Sache wieder schönreden. Das geht einfach nicht.
Bitte setze dir eine klare Grenze, bis wann du tolerierst, und wann du aufgibst. Aufgeben im allerbesten Sinne des Wortes - kein Versagen, sondern ein Gewinnen einer neuen Lebensqualität für dich und deine Kinder. Du hast noch keine Vorstellung davon, wie gut das Leben sein kann ohne solche negativen Kämpfe, die du ständig bis zum Ende deiner Lebensfreude durchkämpfen mußt.
 
  • #45
Er kennt es nicht, dass man mit Kindern diskutiert, und genau das brauchen Kinder aber, gerade jetzt, mit 10 und 12 (der jüngste ist 3).

Liebe FS,
nimm es mir bitte nicht krumm, aber du hörst dich für mich bei deinen Beiträgen sehr festgefahren und von deiner Sicht der Dinge überzeugt an.
Nehmen wir als Beispiel den oben zitierten Satz von dir: Es ist ein sehr weites Feld, was man mit Kindern in dem Alter diskutiert sollte und was nicht. Alles darf man auf keinen Fall diskutieren, sondern Kinder wollen und brauchen in vielen Bereichen klare Grenzen.
Vielleicht ziehen eure Kinder die Autorität deines Mannes allein deshalb in Zweifel, weil du ihnen vermittelst, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Das du das tust, ist übrigens nicht gut von dir, das solltest du allein mit deinem Mann klären und nicht die Kinder da mit hineinziehen bzw. auf deine Seite ziehen.
 
  • #46
Danke, Natali5, für deine Überlegungen.

Was mir auffällt ist, dass du deinen Mann anscheinend seit Jahren massiv ändern willst. Du bringst das mit vielerlei Maßnahmen zum Ausdruck. Ich finde es dann relativ nachvollziehbar, das er dicht macht, niemand will von jemand anderem permanent vorgehalten bekommen, was man alles falsch macht. Wenn er nicht mehr Nähe möchte, dann entspricht das vielleicht einfach seiner Persönlichkeit. Das musst du dann akzeptieren, das ist kein Fehler von ihm.

Ja, ich gebe zu, dass das schon auch zutrifft. Da habe ich sicher auch nicht immer alles richtig gemacht. Mittlerweile bin ich aber zu der Erkenntnis gelangt, dass ich ihn in bestimmten Dingen nicht ändern kann, und das akzeptiere ich auch. Allerdings erwarte ich von einem erwachsenen Mann, der mein Partner ist, dass er sein cholerisches Temperament so weit im Griff hat, dass er mich nicht anbrüllt. Und wenn es ihm doch passiert, dass er sich entschuldigt. Das findet bei ihm nicht statt, meist entschuldige ich mich dann, damit der Friede wieder hergestellt ist. Das erscheint mir aber falsch.
Mit mehr Nähe meine ich vor allem auch das Reden über die Beziehung, insbesondere die sexuelle Unlust. Wenn er nicht möchte, weil er keine Gefühle mehr für mich hat, dann möchte ich das einfach wissen. Ich möchte auch wissen, ob ich attraktiv für ihn bin, was er sich wünscht. Ich möchte mit ihm gemeinsam an unserer Partnerschaft arbeiten, auch an meinem Anteil an den Problemen. Das lässt er aber nicht zu, und damit komme ich auf Dauer nicht zurecht.
 
  • #47
Auch bei der Erziehung eurer Kinder muss er nicht alles so machen und sehen wie du. Vielleicht ist er gar nicht zu entwertend, sondern du empfindest das nur so.

Das ist die große Frage, die ich mir stelle.

Sind Sätze wie

"Was du willst, interessiert mich nicht."
"Wie kann man nur so hohl sein."
"Selbst schuld, wenn du gemobbt wirst, du müsstest diesen Idioten in deiner Klasse bloß mal eine aufs Maul hauen."
"Mach mal deine Augen zu, dann siehst du, was dir gehört."
"Schwing sofort deinen Arsch hier runter."

entwertend?
Ich finde, das sind Nogos im Umgang miteinander.
 
  • #48
Das ist die große Frage, die ich mir stelle.

Sind Sätze wie

"Was du willst, interessiert mich nicht."
"Wie kann man nur so hohl sein."
"Selbst schuld, wenn du gemobbt wirst, du müsstest diesen Idioten in deiner Klasse bloß mal eine aufs Maul hauen."
"Mach mal deine Augen zu, dann siehst du, was dir gehört."
"Schwing sofort deinen Arsch hier runter."

entwertend?
Ich finde, das sind Nogos im Umgang miteinander.
Das ist deine große Frage?
Du stellst hier entwertende Äußerungen ein, die kein Mensch mit Selbstwert sich gefallen lassen würde, und dann fragst du naiv, ob es so ok wäre?
Doch nicht im Ernst, oder.
Raus aus der Opferrolle, und zwar schnell.
Damit hab ich auch alles gesagt, wenn du so beratungsresistent bist, ist auch nichts zu machen.
Alles Gute.
 
  • #49
Ich habe meinem Mann in den letzten Wochen mehrmals gesagt, dass dieser Umgangston aufhören muss, und ich habe den Eindruck, er versucht schon, es zu ändern. Dann wieder kommen Tage, wo alles eskaliert und ich wieder total am Ende bin. Es gibt nicht auschließlich Abwertungen und Zynismus, aber eben zu oft. Wenn es stimmt, dass es fünf nette Dinge braucht, um eine Kränkung auszugleichen, dann ist das Minus da riesengroß … Und ich weiß nicht, ob / wie ich das als Mutter irgendwie ausgleichen kann / darf / muss. Meine Kinder wissen, dass ich das Verhalten ihres Vaters nicht in Ordnung finde und dass ich gemeinsam mit der ganzen Familie was ändern möchte.

Auch wenn meine Situation etwas anders gelagert war als deine : genau so habe ich damals auf meine Familie geblickt und geglaubt, dass ich gewissermaßen "die Gute" bin. In Wirklichkeit habe ich ihn kritisiert, dann riss er sich zusammen, und dann brach es wieder durch. Immer wieder. Mit welcher Konsequenz? Lange keiner. Die Kinder sahen: Mutter hält sich für überlegen aber ist es nicht. Der Vater verletzt sie weiterhin.

Es kann gut sein, dass deine Kinder deinen Mann besser respektieren als Dich, obwohl du dich für die Gute hältst! Er ist wenigstens ehrlich und macht nicht auf heile Welt wo keine ist. Indem du es duldest, dass er immer und immer wieder zynisch wird, bestärkst du das Verhalten, das du nicht möchtest.

Und nein, du kannst es nicht ausgleichen. Du kannst verlangen, dass es aufhört, und gehen, wenn das nicht der Fall ist. Dann kannst du den Kindern einen anderen Umgang vorleben - und ihnen gesunde Grenzen zeigen . Aber die kranke Familiendynamik in die eben du auch verstrickt bist, muss sich ändern. Ob er seinen Beitrag dazu leisten kann und will, kannst du noch rausfinden, sobald du ihn richtig konfrontiert hast.

Die Beispiele, die du zitierst sind einfach ätzend. Aber es kann auch sein, dass er mit dir frustriert ist, weil du immer alles ausdiskutieren und umständlich erklären musst (musste ich auch immer). Man kann einem Kind auch mal sagen "nerv nicht". Wetten das kannst du nicht? Du bist in die Dynamik verstrickt. Du bist weder besser als er noch schlechter - aber du hast den großen Willen, was zu ändern. Mit Anleitung wird es dir gelingen. Motivation ist da zentral.
 
  • #50
Ich denke, du hast genug für die Beziehung getan, du hast zuwenig für dich getan und dich dabei verloren.
Ich denke sogar, dein Mann will gar nicht unbedingt, dass du selbstständiger und finanziell unabhängiger wirst.
Mal schauen, wie er auf deine Berufspläne reagiert.
Was wäre denn mit einer Tätigkeit im Büro, wo du deine Sprachen einsetzten kannst? Du solltest den Fokus mehr auf dich lenken.
Es für dich schön machen. Wenn er nicht will, sein Problem.
 
L

Lisachen

Gast
  • #51
Ich weiß nicht, ob Caritas dir helfen kann. Ich war vor fünf Jahren genau dort, wo Du jetzt bist. Allerdings hatte ich eine Halbstelle. Alle haben auch mir geraten zu Caritas, Pro Familia und ähnliche Organisationen zu gehen. Das habe ich auch gemacht, dort wurde gesagt, gehen Sie zur Therapie aber die Wartezeiten sind sehr lang und nicht jede Krankenkasse bezahlt es auch, ich habe dann im Internet eine Psychologische Online Beratung in Anspruch genommen, einmal 60 Euro investiert um mit jemandem zu reden, der Familientherapeut war. Es hat mir kurzfristig geholfen aber du müsst dir klar machen, dass sowas durch die Beratung nicht weggeht, es gibt Probleme dafür gibt es keine Lösung, wie traurig es auch ist, nach zwei Jahren haben wir uns getrennt. Er zog weg und es ging uns allen nach und nach besser. Ich hatte auch das Glück, dass der Arbeitgeber mir einen Ganztagsstelle zugesagt hat und durch das Unterhaltgeld können wir unser Lebensniveau behalten. Also ich weiß, wovon ich spreche und es ist verdammt schwer. Glaube mir, jeder der dir anders verspricht, sagt nicht die Wahrheit. Wichtig ist die finanzielle Lage zu sichern und das kannst Du am Besten machen, wenn Du selbst Geld verdienst. In vielen Firmen werden Menschen gesucht, die mehrere Sprachen sprechen können, Ich kenne auch mehrere Chefsekretärinnen, die Sprachen studiert haben. Freiberufliche Lektorat kannst Du auch versuchen aber man bekommt nicht viel dafür, auch Erzieherin oder Alterspfleger ist schlechtbezahlte Berufe.
 
  • #52
Sind Sätze wie
"Was du willst, interessiert mich nicht."
"Wie kann man nur so hohl sein."
"Selbst schuld, wenn du gemobbt wirst, du müsstest diesen Idioten in deiner Klasse bloß mal eine aufs Maul hauen."
"Mach mal deine Augen zu, dann siehst du, was dir gehört."
"Schwing sofort deinen Arsch hier runter."
entwertend?
Ich finde, das sind Nogos im Umgang miteinander.
Das ist für mich nicht eindeutig zu beantworten, ohne den Gesprächszusammenhang zu kennen und wie es gesagt wird. Es sind Sprüche aus unserer Großeltern/Eltern-Generation, nicht toll, aber das war mal Erziehungsstandard, das darf man nicht vergessen. Erziehung ist ein sehr schwieriges Thema, die Grenze zwischen zu streng - zu lasch ist schwer zu finden. Ich ringe damit auch jeden Tag bei meinen Kindern.

Danke für deine letzten Beiträge. Dazu sage ich, dass ich wirklich noch Hoffnung für euch sehe. Es ist einiges in Schieflage bei euch, keine Frage, aber den point of no return habt ihr in meinen Augen noch nicht überschritten. Ich habe den Eindruck, dass bei euch beiden noch der Wunsch vorhanden ist, die Ehe weiterzuführen. Aber ihr reibt euch im Kleingezänke auf und dein Mann entzieht sich immer mehr, weil er keine Lösungskonzepte hat. Du aber auch nicht wirklich und die Kinder auf deine Seite zu ziehen ist auch keine gute Idee.

Dagegen ist es auf jeden Fall eine gute Idee, dass du nach Arbeit schaust, denn dadurch könnte sich die Dynamik zwischen euch wieder positiv verschieben. Ich würde mich aber nicht im stillen Kämmerlein als Autorin versuchen, sondern suche dir lieber eine Stelle, damit du mal rauskommst. Auch wenn es erstmal etwas ist, was unter deiner Ausbildung und Qualifikation liegt, aber vielleicht ergibt sich dann etwas Passenderes, Hauptsache du bist wieder im Arbeitsleben zurück. Das ist der schwerste Schritt.
 
  • #53
Ich möchte die Kinder ja im Grunde nicht auf irgendeine Seite ziehen. Doch wenn ich einerseits das Gefühl habe, dass ich sie vor den Abwertungen schützen muss, andererseits aber ihm gegenüber loyal sein möchte, komme ich in ein unlösbares Dilemma.
Gerade vorhin wieder so eine Situation: Meine Zehnjährige backt mit mir Pfannkuchen und freut sich, dass es so gut klappt. Sie tanzt fröhlich zu meinem Mann und sagt ihm, er soll mal die schönen Pfannkuchen ansehen. Darauf er: Was glaubst du, wie ich erst tanze und springe, wenn dir das heiße Fett aus der Pfanne auf deine nackten Füße spritzt.
Warum sagt er nicht einfach, zieh dir bitte Hausschuhe an, es könnte Fett aus der Pfanne spritzen?
Ich habe nichts dazu gesagt, sie hat wortlos Schuhe angezogen.
Ich mache sicher nicht immer alles perfekt mit den Kindern, aber ich denke schon, dass ich angemessene Grenzen setze. Ich habe mich sehr viel mit Kindererziehung befasst, und ich diskutiere bei Weitem nicht alles.
Aber ich zwinge meinen Kleinen nicht unter Androhung von Essensentzug, Wurst zu essen, wenn er lieber Käse möchte.
Die abwertenden Äußerungen weiter oben habe ich schon mit leicht ironischem Unterton hier eingestellt. Für mich sind es heutzutage Nogos, aber auch das sehen hier einige differenziert. Vielleicht bringt mich ja die Erziehungsberatung da weiter.
 
  • #54
Ich würde sehr gern eine Bürostelle annehmen, auch um mal rauszukommen, aber da sind die Karten als nur Anglistin/Romanistin eher schlecht. Ich sehe mich seit Längerem um, aber bis jetzt habe ich nichts gefunden. Habe auch schon über ein Quereinsteigen als DaF-Lehrkraft nachgedacht, aber da wird zurzeit bei uns hauptsächlich Ehrenamt gesucht.
Mein Mann würde überhaupt nicht verstehen, warum ich plötzlich arbeiten will, denn im Grunde waren wir uns immer einig, dass wir beide voll hinter dem traditionellen Familienmodell stehen, das wir derzeit haben. Ich glaube nicht, dass er mich damit abhängig halten will. Wir sehen beide, wie in vielen anderen Familien die Frauen am Rad drehen, um alles unter einen Hut zu bekommen. Mein Mann ist in der Hinsicht sehr fair und unterstützend. Er würde mir das Arbeiten sicher nicht verbieten, sich aber sehr wundern, warum ich das plötzlich unbedingt will.
 
  • #55
Tut mir leid, ich finde dein Mann reagiert seelisch pervers.
Für mich ist das, was du beschreibst, Machtausübung durch Herabwürdigung Schwächerer. Auch eine Charakterfrage.
Fang damit an, dich um eine Weiterbildung /Beruf zu kümmern.
Dann such dir ein Hobby, Tanzkurs zb. Ich wette, das wird ihm eh nicht passen, das sinnlose Rumgehopse.
Da kannst du vielleicht ein paar Leute kennenlernen, die nett sind.
Oder irgendwas anderes, Literaturkreis. Wichtig ist, dass du mal raus kommst und einen wertschätzen Umgang erlebst, mehr Selbstvertrauen hast. Dann kannst du über Trennung nachdenken.
Im Moment traust du dir nix zu und hinterfragt dich ständig.
 
  • #56
Du schreibst, dass eins der Kinder in der Schule gemobbt wird. Da ist aber schon klar, dass ganz schön der Wurm drin ist. Die Situationen, die du von zuhause schilderst, sind ja so was wie Mobbing zuhause. Dass eines der Kinder solche Probleme in der Schule hat, muss dir doch auch zu denken geben. Und du sagst jetzt, du hast die Beispiele mit ironischem Unterton eingestellt? Wie meinst du das, alles doch nicht so schlimm? Die Kinder haben schon Probleme, auch wenn du dich so mit Erziehung usw beschäftigst.

Dem Post weiter oben, dass der Weg schwer sein wird, kann ich zustimmen. Wichtig ist, nichts zu verharmlosen und sich den eigenen Anteil einzugestehen. Noch immer ist dein Mann der Böse, aber du ermöglichst das Verhalten auch indem du IHM keine effektiven Grenzen setzt.
 

Laleila

Cilia
  • #57
Liebe Laurina,
natürlich ist jenes was Du schreibst ausschließlich aus Deiner Perspektive.
Ich selbst habe keine Kinder, bin aber eng in die Erziehung meiner Neffen mit eingebunden und habe auch da einen Umgang durchgesetzt, der dem Kind Respekt zollt.
Die Sprüche welche Dein Mann so loslässt kann man zum Teil nur im Kontext beurteilen
"Wie kann man nur so hohl sein."
"Selbst schuld, wenn du gemobbt wirst, du müsstest diesen Idioten in deiner Klasse bloß mal eine aufs Maul hauen."

Die beiden gehen allerdings gar nicht. Dein Mann argumentiert ganz offensichtlich mit Sprüchen, welche er als Kind tausendmal gehört hat. Vor allem in "hilflosen" Situationen greift er intuitiv auf dieses/sein einziges Basiswissen zurück.
Vielleicht fühlt er sich Dir emotional auch unterlegen und, obwohl er für sich die Versorgerrolle erwählte (evt. um diese Unterlegenheit auszugleichen) auch überfordert in selbiger, wenn er gleichzeitig noch den souveränen Erzieher geben soll.
Gefühlt schluckt er seinen Frust vielleicht auch oft herunter oder er empfindet Deine Erziehungsform als zu antiautoritär und überkompensiert dies wie von Dir beschrieben.
Auch ich bin der Meinung, dass man mit Kindern in dem Alter Deiner Ältesten nicht diskutieren sollte, aber ihre Wünsche und Argumente anhören, bewerten und wenn man sie ablehnt, dies verständlich begründen ohne sich dabei zu rechtfertigen.
Ehrlich gesagt, wäre ich auch etwas dauer geworden, wenn die Kleine beim hantieren mit heissen Fett barfuß herumläuft... aber auf Dich.
Aus irgendeinem Grund scheint es für ihn wichtiger zu sein, sich Dir gegenüber im Zaum zu halten und dann platzt es dem Kind gegenüber heraus.
Wenn Dein Kind in der Schule gemobbt wird, ist es bei Eurer Aufgabenverteilung an Dir, dies zu regeln, für Dein Kind professionelle Beratung zu suchen. Nicht weil Du die Frau bist, sondern weil ihr ein entsprechendes Rollenmuster wähltet. Entlaste diesbezüglich Deinen Mann, komm aus der Opferrolle heraus und versuche Deinen Anteil an der Misere zu erkennen.
Wenn Du jetzt wieder voll in das Berufsleben einsteigst, könnte dies Eure Situation, aus oben genannten Gründen eskalieren.
Tue dies also nur, wenn Du Dich für eine Trennung entschieden hast.
Allerdings würde ich Euer Problem nicht als unlösbar einstufen.
 
  • #58
Du schreibst, dass eins der Kinder in der Schule gemobbt wird. Da ist aber schon klar, dass ganz schön der Wurm drin ist. Die Situationen, die du von zuhause schilderst, sind ja so was wie Mobbing zuhause. Dass eines der Kinder solche Probleme in der Schule hat, muss dir doch auch zu denken geben. Und du sagst jetzt, du hast die Beispiele mit ironischem Unterton eingestellt? Wie meinst du das, alles doch nicht so schlimm? Die Kinder haben schon Probleme, auch wenn du dich so mit Erziehung usw beschäftigst.

Dem Post weiter oben, dass der Weg schwer sein wird, kann ich zustimmen. Wichtig ist, nichts zu verharmlosen und sich den eigenen Anteil einzugestehen. Noch immer ist dein Mann der Böse, aber du ermöglichst das Verhalten auch indem du IHM keine effektiven Grenzen setzt.

Den ironischen Unterton meinte ich in der Hinsicht, dass ich sehr wohl glaube erkennen zu können, welche Aussagen abwertend sind. Zuvor war ja die Vermutung geäußert worden, dass ich vielleicht alles zu eng sehe. Vielleicht tu ich das ja auch?

Wie genau soll / kann ich meinem Mann aus meiner jetzigen Situation heraus effektive Grenzen setzen?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #59
Die Überlegungen aus #57 sind durchaus möglich.
Das mit dem Mobbing habe ich mithilfe der Schulpsychologin schnell in den Griff bekommen. Mein Mann hat das damals mit dem genannten Spruch ins Lächerliche gezogen und die Meinung vertreten, man löst so was mit den Fäusten und nicht mit einer Psychologin.
Es ist oft so, dass er mir nicht zugesteht, Sachen allein mit den Kindern gelöst zu bekommen. Er mischt sich dann ein, aber leider nicht konstruktiv.

Ich hatte das mit dem Barfußlaufen nicht so eng gesehen. Sie hat ja nur geholfen und nicht selbst mit der Pfanne hantiert. Er hätte doch einfach freundlich was sagen können. Warum muss so eine Situation Ärger hervorrufen?
 
  • #60
"Was du willst, interessiert mich nicht."
"Wie kann man nur so hohl sein."
"Selbst schuld, wenn du gemobbt wirst, du müsstest diesen Idioten in deiner Klasse bloß mal eine aufs Maul hauen."
"Mach mal deine Augen zu, dann siehst du, was dir gehört."
"Schwing sofort deinen Arsch hier runter."
entwertend?
Ich finde, das sind Nogos im Umgang miteinander.
Ja, ich auch. Danke für die Beispiele.
Ich habe etwas gelernt in meinem Leben. Nicht mehr die Gründe für das negative Verhalten anderer analysieren und verstehen zu wollen, wenn es nach wie vor zu meinen Lasten, der Kinder oder allg. anderer Menschen geht. Unerträglich bleibt unerträglich.
Weiter kenne ich auch Frauen, die mit viel weniger Chancen als du (studiert, sprachlich top), aus einer Ehe herausgefunden haben und ihre Krankenkasse, wenn vielleicht ohne Unterstützung nicht gleich sofort, dann doch irgendwann selber bezahlen konnten.
Ich empfinde dich als stärker, als du denkst, aber vermute, sein abwertendes Verhalten hat auch bei dir gegriffen und Spuren hinterlassen.
Du hast zum Wohl der Kinder (Familienzusammenhalt) auf Liebe
verzichtet, nun aber merkst du, dass sein Verhalten deinen Kindern auch nicht gut tut.
Es ist dein Mann, der verstehen muss, dass solch abwertenden verbale Äusserungen, mindestens einer Ohrfeige gleichkommen. Abwertendes Verhalten von den Eltern macht Kinder schwach: Er muss sich nicht wundern, wenn seine Kinder gemobbt werden. Denn: entweder werden sie gemobbt, weil sie sich selbst abwertend verhalten, oder sie können sich nicht wehren, weil sie sich durch die Behandlung zuhause erbärmlich fühlen.

Mein Mann ist in der Hinsicht sehr fair und unterstützend. Er würde mir das Arbeiten sicher nicht verbieten, sich aber sehr wundern, warum ich das plötzlich unbedingt will.
Er braucht sich nicht zu wundern, weil du ihm das "warum" vorher erklärst. Überhaupt nur so, sehe ich eine Möglichkeit, dass dein Mann
sich und die Auswirkungen seines Verhaltens hinterfragt und bereit ist, dieses nachhaltig zu ändern.
 
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