• #1

Bringt Heiraten Unglück?

Manche Paare sind über acht Jahre zusammen ohne Trauschein. Wenn nun Reisen oder Krankenhausaufenthalte anstehen sind Fragen über Zuständigkeiten und Berechtigungen häufig ein Problem. Heiraten ist für diese Paare dennoch wie ein rotes Tuch. Welche Ursachen könnte diese Aversion haben? Was könnte für beziehungsweise gegen das Heiraten in dem Fall sprechen?
 
G

Gast

  • #2
Gegen das Heiraten spricht die Scheidung. Dieses Instrument ist sicherlich nötig, aber wird heute gerne missbraucht. Im Geiste der Wegwerf-Gesellschaft legt man sich einfach fix die Worte und Situation zurecht, man hätte sich entliebt oder empfände nichts mehr, und schwupps wars das mit "bis das der Tod euch scheidet".
Deswegen habe ich für mich den Spieß umgedreht. Heiraten hat nur den einen einzigen Vorteil der Erbschaftsregelung. Alles andere ist für mich unter dem gleichen pragmatischen Ansatz, den die Schnell-Scheider verfolgen, unwichtig und deswegen heirate ich auch nicht. Weniger Heiraten wäre eh besser, Qualität über Quantität.
 
  • #3
Dazu kommt noch die "Anwaltspflicht" vor Gericht. Selbst wenn sich beide Seiten einig sind,
hat man trotzdem noch enorme Kosten.
Da aber ein Großteil unserer Volksvertreter selber diesen Beruf ausüben, wird sich von Seiten
des Staates sich hier nichts ändern.

Jeder Mensch, der sehr Rationell veranlagt ist, wird das Thema Hochzeit nie in Betracht ziehen und
diese Art von Mensch wird eher mehr als weniger, da ja dies schon im Berufsleben trainiert wird.
 
G

Gast

  • #4
Heiraten bzw sich trauen lassen kommt von TRAUEN.
Hinzu komt es ist ein Vertrag, der bei Kündigung sehr teuer werden kann.

Einseitige Kündigung endet schnell im Rosenkrieg.

Heiraten war mal zur Absicherung gedacht( obwohl viel sehen das heute auch noch so und lassen sich dann ewig Unterhalt zahlen) und wird heute unter dem romatisch verklärten Bild der gr0ßen Liebe versteckt. LIEBE sollte aber meines Erachtens immer ohne Vertrag funktionieren.
Ohne Liebe in einer Verbindung bleiben ist Erpressung durch Androhung eines finanziellen Verlustes und somt bleiben viele dem Vertrag treu, aber nicht dem Vertragspartner ;-)

w42
 
G

Gast

  • #5
Das ist keine Aversion. Wer als heutiger jüngerern intelligenter Mensch etwas nachdenkt, hat die Lage erkannt, dass Heiraten sehr schlecht ist. Fast jede Ehe wird heutzutage geschieden, im Zweifelsfall ist man danach vermögensmäßig runiert, und ein Großteil der Bevölkerung leidet heuztuage durch den immensen beruflichen Stress an psychischer Persönlichkeitsstörung.

Ich möchte nicht heiraten, denn ich bin eine emanzipierte Frau und ich möchte im Falle eines Falles, wenn sich mein Partner als schlagender, gewaltätiger, psychisch kranker, Betrüger, oder Alkoholiker mausert, sofort meine Sachen packen können. Das geht eben nicht, wenn man verheiratet ist.

Ich finde, Leute die früh heiraten, die haben einfach eine rosarote Brille auf und sind sehr verträumt im Leben. Ich weiß nicht, vielleicht liegt es auch am Intelligenzstand oder dass man zu gutgläubig und naiv ist. Ich bin das alles nicht, ich denke vorher nach, was so eine Entscheidung für die nächsten 10 oder 20 Jahre bringt. Die meisten Beziehungen sind zudem nach 2-7 Jahren aus. Ich hatte bisher drei Beziehungen, alle zwischen 5 und 7 Jahren, danach war schluß, weil ich ohnehin nicht mehr verliebt war. Es wäre als schön blöd, wenn ich mich freiwillig zum heiraten verleiten lassen würde. So blöd bin ich aber nicht. Ich bin eine sehr intelligente Frau.
 
G

Gast

  • #7
So blöd bin ich aber nicht. Ich bin eine sehr intelligente Frau.
Nein bist du nicht. Du bist eher eine eiskalte berechnende Frau die nur ihren vorteil sucht. Und das nennt sich dann emanzipiert. Aus deinem Text liest man nur ich ich ich. Vielleicht solltest du mal von deinem egitrip runter kommen.

Wobei ich dir allerdings mit der Persönlichkeitsstörung beipflichten muss. Es gibt heute viel zu viele Egoisten, die bei jedem kleinen Problemchen weglaufen. Ist ja auch einfacher als sich dem Problem zu stellen.
 
  • #8
Für das heiraten:
- Höherer Freibetrag bei der Erbschaftssteuer (sehr wichtig z.B. bei gemeinsamen Immobilien)
So kann der lebende Partner die Immobilie behalten, und muß sie nicht wegen der Erbschaftssteuer verkaufen.
- Beitragsfreie Familienversicherung bei der gesetzl. Krankenkasse = spart Beiträge.
- Bessere Absicherung im Alter. Wenn man von der Rente oder Pension des (verstorbenen) Partners profitieren kann.

Gegen das heiraten:
- Hohe Scheidungskosten. Sowie ggf. Unterhaltsverpflichtungen etc., ggf. lebenslang.
- Angst davor, eine Ehe zu haben, wie die eigenen Eltern
- Ständig in der Angst leben, daß der Partner/in -plötzlich- die Scheidung einreicht.

Eine Frau sollte zwölf Jahre nach der Scheidung plötzlich monatlichen Unterhalt für ihren ex-Mann zahlen.
Weil der nun Sozialhilfe bezog. Ihr Anwalt: Keinen Ausweg daraus. Gesetz ist Gesetz.
Sie gab ihren Job auf, und wurde arbeitslos = nix zu pfänden.

Ein Mann mußte sogar nach dem Tod seiner ex-Frau weiter zahlen. Weil die inzwischen wieder geheiratet hat - später starb - und ihr Witwer einen Teil der Rentenansprüche von dem Mann erbte.

Der einzige Schutz vor (lebenslanger) Abzocke: Niemals heiraten.

Selbst wer nicht den ex-Ehepartner abzocken will, wird vom Staat dazu gezwungen.
Unterhaltsansprüche gehen vor sozialer Hilfe.

Die Anwaltspflicht bei Scheidungen sollte man abschaffen. Macht nur die Anwälte reich.
Wenn sich Alle einig sind, ginge es auch ohne Anwalt.
Bei der Hochzeit war ja schließlich auch kein Anwalt nötig.

Schade, daß der deutsche Staat via Gesetze das heiraten etc. so schwer und teuer gemacht hat.
Liebe und Romantik verfliegen schnell, wenn man so viel sauer verdientes Geld für Andere blechen muß, z.B. für Anwälte.

Scheidung nach 17 Jahren - kinderlos - der Mann mußte ca. 5.000 Euro an seinen Anwalt zahlen.
= seine ganzen Ersparnisse futsch. Und die restlichen 1500 Euro ratenweise von seinem kleinen Lohn.
Aber kein Unterhalt. Seine ex-Frau arbeitet weiter Vollzeit in ihrem Beruf.

Denn sonst würde ich evtl. schon heiraten, wenn es nicht diese Gesetze gäbe.
Es ist schön, beim passenden Partner/in angekommen zu sein, und nicht mehr weiter suchen muß.
Und dann ein gemeinsames Leben führen zu können. Auch als Ehepaar.
Aber soviel romantische Schwärmereien sind mir zu riskant und ggf. "zu teuer".

Die Ehe kann das höchste Glück, oder ein schlimmes Pech bedeuten. Was man davon bekommt, ist tlw. Glückssache.
 
  • #9
@ Bernd 50 Rentenansprüche werden in Deutschland nicht auf einen neuen Partner vererbt.
Aber ich finde heiraten auch nicht mehr zeitgemäß. Würde ich nur noch als Rentnerin machen zur gegenseitigen Absicherung im Alter.w51
 
G

Gast

  • #10
Für das Heiraten hat bei mir und meinem Mann nur ein einziger Grund gesprochen.
Ein Zusammenleben mit Trauschein fühlt sich sehr anders an als ohne.
Die Verbindlichkeit ist eine ganz andere. Es ist eine klare und offzielle Entscheidung füreinander.
Und: wir wollten Gottes Segen.
Bisher hat sich unser Schritt als richtig herausgestellt.

Übrigens: dass so gut wie jede Ehe geschieden wird, das ist ganz einfach eine falsche Behauptung.
Da wäre es hilfreich gewesen, sich vorher mal die Statistiken anzusehen.

In unserem Bekanntenkreis, in unseren Familien, sind Viele schon jahrezehntlang glücklich verheiratet.
 
G

Gast

  • #11
Übrigens: dass so gut wie jede Ehe geschieden wird, das ist ganz einfach eine falsche Behauptung.
Da wäre es hilfreich gewesen, sich vorher mal die Statistiken anzusehen.

In unserem Bekanntenkreis, in unseren Familien, sind Viele schon jahrezehntlang glücklich verheiratet.
Richtig. Diese Behauptung kommt überwiegend von den sogenannten Dauersingles. Man könnte fast glauben das es sich dabei um Neid handelt. Weil diese Dauersingles nichts gebacken kriegen, gönnen sie es auch keinem anderen und reden alles schlecht.
 
M

Mooseba

  • #12
Richtig. Diese Behauptung kommt überwiegend von den sogenannten Dauersingles. Man könnte fast glauben das es sich dabei um Neid handelt. Weil diese Dauersingles nichts gebacken kriegen, gönnen sie es auch keinem anderen und reden alles schlecht.
Im Familienkreis zähle ich mit den Großeltern und meinen Eltern 8 Ehen. Die werden nicht alle perfekt sein, aber geschieden sind davon noch keine. Ein Eingeheirater ist dabei zum zweiten Mal verheiratet.
 
G

Gast

  • #13
Im Familienkreis zähle ich mit den Großeltern und meinen Eltern 8 Ehen. Die werden nicht alle perfekt sein, aber geschieden sind davon noch keine. Ein Eingeheirater ist dabei zum zweiten Mal verheiratet.
Das Ehen lange bestehen sagt gar nicht aus. Oft müssen die Kinder die Folgen von unglücklichen Ehen austragen und zeigen diese durch psychische Probleme. Diese Kinder heiraten selber oft nicht. Ist in meinem Fall auch so und ich habe es nie bereut. Ich denke, dass ich da hier nicht die Einzige bin.
 
M

Mooseba

  • #14
Das Ehen lange bestehen sagt gar nicht aus. Oft müssen die Kinder die Folgen von unglücklichen Ehen austragen und zeigen diese durch psychische Probleme. Diese Kinder heiraten selber oft nicht. Ist in meinem Fall auch so und ich habe es nie bereut. Ich denke, dass ich da hier nicht die Einzige bin.
Und andere, die problematischen Ehen entstammen, werden viel dafür tun, dass ihre eigene Ehe und Familie besser wird. Das habe ich zumindest mal vor. Ich denke, dass ich da hier nicht der Einzige bin.
 
  • #15
Heiraten ist für diese Paare dennoch wie ein rotes Tuch. Welche Ursachen könnte diese Aversion haben? Was könnte für beziehungsweise gegen das Heiraten in dem Fall sprechen?
Könnten Sie diese Frage bitte näher erläutern? Gibt es einen speziellen Fall aus Ihrem Bekanntenkreis oder Ihrer Familie, der Sie zu dieser Frage veranlasst? Vorher kann man dazu recht wenig sagen.

Jemand schrieb, es sei sachlich falsch, dass fast jede Ehe geschieden würde. Das ist ebenso sachlich falsch. Auf die verschiedenen Altersgruppen/Generationen bezogen kann man bestimmt entsprechende Statistiken beim Familienministerium erhalten?

Jemand schrieb, die Menschen mit Heiratsaversion kämen aus nicht intakten Familien. Das kann sein, muss aber nicht sein. Ich denke, es hängt eher damit zusammen, wie alt man ist und ob man noch Familiengründung wünscht oder nicht.
 
G

Gast

  • #16
Jemand schrieb, die Menschen mit Heiratsaversion kämen aus nicht intakten Familien. Das kann sein, muss aber nicht sein. Ich denke, es hängt eher damit zusammen, wie alt man ist und ob man noch Familiengründung wünscht oder nicht.
Selbstverstaendlich ist die Vorgeschichte der Person wichtig: Alter, Kinderwunsch, vor allem auch Erfahrungen die mit frueheren Beziehungen gesammelt wurden, Zeit des Bestehens der jetztigen Beziehung, et cetera.

Ich - m34 - werde nicht mehr heiraten. Dazu haette ich mich mit meiner langjaehrigen Partnerin hinreissen lassen - doch ich war juenger, naiver, verknallt, und ich habe sie und ihre Familie ueber Jahre hinweg sehr gut kennengelernt. Mit Mitte 30 hat man diesen Luxus nicht mehr, und daher auch nicht mehr die fuer mich (!) erforderliche Sicherheit.
 
G

Gast

  • #17
Ich hatte mit 30 eine ziemlich schlimme Scheidung und sagte mir "Niemals wieder"! Trotzdem habe ich mit 63 nochmals geheiratet (nach nur 1 Jahr), es hat einfach gepasst, beide müssen sich halt etwas aneinander anpassen. Bald feiern wir unseren 1. Hochzeitstag. Es läuft recht gut mit uns!
 
G

Gast

  • #18
Es kommt darauf an, warum man heiratet. Meine erste Frau habe ich ausschließlich geheiratet, weil sie schwanger war. Weil sie es geschafft hatte, trotz schlechter Rahmenbedingungen, was Bildung und Aussehen betraf, "hochzuheiraten" und fortan arbeitsfrei und in gutem finanziellen Rahmen zu Hause zu bleiben, war die Ehe für sie Glück. Weil sie mich nach eigener Mitteilung nie geliebt hat und meine Freunde nach ihrer Ansicht "auf sie herabgesehen" haben, war es auch Unglück. Für mich war die Ehe Unglück, weil ich am Hochzeitstag wusste, dass ich mir sie nie zur Frau gewünscht hätte und mit einer Frau leben musste, mit der ich nichts gemein hatte. (Ein Kind hilft da nicht auf Dauer als Gemeinsamkeit). Ich war immer allein und musste alles allein bewältigen und mit mir ausmachen. Sie war nur daran interessiert, dass ich das Geld aufs Konto schaffte. Für mich war die Ehe nur deshalb Glück, weil ich meinen Sohn ohne Ehe wohl nach der Trennung nicht in meinen Haushalt hätte nehmen können. Meiner zweiten Frau habe ich wenige Tage nach dem Scheidungstermin von der ersten einen Heiratsantrag gemacht. "Sinn" macht das vielleicht nicht, weil sie genauso viel verdient wie ich, sie nicht schwanger war, ich an bürokratische Hindernisse gar nicht gedacht habe. Mir war nur klar, dass ich mit ihr, und mit keiner anderen Frau, alt werden wollte. Ich bin in dieser Ehe nur glücklich. Sie sagt, sie auch.
 
G

Gast

  • #19
Ich habe mit 22 aus Liebe geheiratet. Meine Ehe hielt 15 Jahre. Meine Erfahrungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis sind: Paare, die lange ohne Trauschein zusammenleben, aber immer mal vom Heiraten reden, sind sich nicht wirklich sicher miteinander, hoffen insgeheim, noch etwas Besseres zu finden. Paare, die recht schnell geheiratet haben (nicht, weil sie mussten), sind immer noch zusammen oder hatten zumindest langjährige gute Ehen.Sicher gibt es hier aber auch Ausnahmen.
 
G

Gast

  • #20
Es kommt darauf an, warum man heiratet. Meine erste Frau habe ich ausschließlich geheiratet, weil sie schwanger war. Weil sie es geschafft hatte, trotz schlechter Rahmenbedingungen, was Bildung und Aussehen betraf, "hochzuheiraten"
Sorry, aber diese Story kaufe ich Dir nicht ab - Fürs Bett war diese weniger attraktive Frau mit den "schlechten Rahmenbedingungen" wohl gut genug? Im 21 Jhd. muss man wegen eines Kindes nicht mehr heiraten.

Obwohl ich eher ein rational denkender Mensch bin, werde ich nach dreijähriger Beziehung dieses Jahr heiraten und ich habe mir diesen Schritt sehr wohl überlegt - übrigens war ich bisher noch nie verheiratet - dass jede Ehe geschieden wird, wie ein Gast bemerkte, stimmt nicht - man sollte sich aktuelle Statistiken anschauen, bevor man irgendwelche Thesen aufstellt.

w
 
G

Gast

  • #21
Wir wären niemals 31 Jahre zusammen wenn wir geheiratet hätten.
So hatten wir immer das Gefühl, den Bund immer wieder neu schliessen
zu müssen- auf absehbare Zeit. Klingt kompliziert aber hat nachweislich
funktioniert. Für das Krankenhaus muss man schriftliche Willenserklärungen
hinterlegen. So schwierig ist das alles nicht, auch nicht mit Wohneigentum.