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  • #1

Brustkrebs gehabt: Wie geht Ihr Frauen beim ersten Date um? UND: Wie seht Ihr Männer das?

Die Diagnose haut einen Menschen ja eh um. Bei mir: kein soziales Netz, ohnehin nicht, mein Freund war nur da, wenn ich ihn bat. Die Beziehung ging noch eine Weile weiter, er war sogar bei 'ner Chemo dabei (da hat er dann begriffen, was passiert), aber danach diskutiert (!), warum er in die Dachwo. eine Sprudelkiste tragen solle. Ich habe ihn, angesichts ohnehin brechender sozialer Kontakte, dann bei einem Spaziergang buchstäblich "sitzenlassen". Mir geht's gut, ich mache Sport, walke, sehe gut aus , meine Blutwerte sind fantastisch etc,aber ich frage mich, ob ich die "Sache mit Krebs" zur Sprache bringen soll/kann oder es lasen als einen Teil meines Lebens, der zu mir gehört (wie evtl. die Magenoperation usw. eines ptenziellen Partners - WIE damit umgehen?
 
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  • #2
Das wird sich finden.... Du musst niemandem davon erzählen! Aber wenn Du jemanden näher kennenlernst hast Du vielleicht irgendwann den Wunsch, auch diesen Teil deiner Geschichte mitzuteilen. Lass es ruhig angehen und warte, was sich ergibt.
 
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  • #3
es hängt von deinem Alter und den Folgen ab, denke ich. Wenn du ein Mann triffst, der noch Kinderwünsch hat, sollte er unbedingt es wissen. Allerdings nur, wenn die Sache schon Richtung Beziehung geht.... auch wenn du eine Mastektomie hattest, wird es schwierig es zu verstecken.
 
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  • #4
Wenn dir an diesem Mann etwas liegt, dann musst du es sogar erzählen. Es ist Teil deiner Persönlichkeit, denn allein diese Erfahrungen haben dich verändert. Ich bin auch "von der Schippe gesprungen", weil ich wohl noch nicht dran war. Heute geht es mir glücklicherweise wieder sehr gut. Habe aber danach mein Leben in Teilen sehr verändert, lebe bewusster, genieße bewusster, kann mir auch mal Freizeit nehmen ohne schlechtes Gewissen - früher war ich ziemlicher Workaholic. Also was ich damit sagen will, das ist ein einschneidendes Erlebnis und es gehört zu dir. Es wäre nicht ok, deinen Partner, wenn du eine Beziehung mit ihm willst, im Unklaren zu lassen - andererseits gehört es natürlich nicht wirklich ins erste Gespräch, wenn es dir jetzt wieder gut geht. Da ist sicherlich Fingerspitzengefühl angesagt. Und je nach Alter, sind auch nicht mehr alle Männer perfekt und makellos! Also nur Mut!
 
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  • #5
Ich denke es ist wichtig, schon sehr früh Klarheit zu schaffen und nicht nur für den Mann auch für Dich. Mit dem Gedanken im Hinterkopf kann man nicht gut leben und wenn es schon in Richtung Beziehung geht, dann wird es immer schwerer, da spreche ich aus Erfahrung. Nach einer Gebährmutterentzündung im Kindesalter kann ich keine Kinder bekommen, zumindest nicht austragen und das sollte der Partner schon wissen. Heute bin ich 46 Jahre und habe genug Selbstbewustsein um ehrlich zu sein aber der Weg ist lang und manchmal auch hart. Andrea
 
  • #6
Ich als Mann finde es gut, wenn eine Frau das frühzeitig sagt.
Ich hatte mal den Fall, dass eine Frau magersüchtig gewesen war, und nun nach stationärer und ambulanter Therapie "geheilt" war (ich weiß nicht, ob man das in diesem Fall so sagen kann), jedenfalls ein normales Essverhalten zeigte. Hier konnte ich mich frühzeitig darauf einstellen und auch entscheiden, ob ich mich "einlassen" will. Die Frau hatte auch gleich Klarheit und musste sich nicht längere Zeit mit der Frage "quälen", ob ich nach späterer/zu später Offenbarung und intensiverer Partnerschaft doch noch abspringe.
 
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  • #7
Sicher eine ganz schwere Frage für dich .Ich denk nach einer gewissen Zeit sollte er es schon wissen es gehört doch zu deinem Leben und der Umgang damit ist nicht leicht .Meine 1.Frau ist daran gestorben ,ich weiß wie sensibel man da wird für dieses Thema..Hab danach wieder eine Frau (38)kennen gelernt -super Klasse ... nach 4 Wochen hab sie mich gefragt ob ich sie mal in die Uniklinik schaffe zur Untersuchung(Knoten in der Brust ) hab es gemacht und fahr sie auch heut noch hin -nur ..das möchte ich nicht noch einmal erleben von daher ist für mich die Beziehung zu ihr nicht mehr möglich ...ich hab gedacht -das kann doch nich wahr sein-
wir sind gute Freunde und helfen uns immer ...sorry wenn ich das so sage ,wenn ich jemanden liebe und das nach ein paar Jahren passiert ist man sicher gefestigt und steht das zusammen durch ,als Anfangssituation einer Beziehung für mich undenkbar ...da bin ich nicht stark genug ...
Aber jeder sieht das anders und deshalb wünsch ich dir alles Gute ...
 
  • #8
Ganz pragmatisch gesehen:

a) Wenn Du keine Kinder mehr kriegen kannst, dann steht ja schon im Profil "Kein Kinderwunsch". Insofern muss dieser Aspekt nicht im ersten Daten besprochen werden.

b) Das erste Date ist wie das erste Treffen mit jedem anderen Kontakt "draußen". Man will sehen, ob die Chemie stimmt, der andere sympathisch ist. Mehr nicht. Es geht nur darum zu sehen, ob es zu einem zweiten Treffen kommen wird. Niemand muss intime Details über Krankengeschichte, Familie, Finanzen oder ähnliches ausbreiten und das würde ich auch im Falle von Brustkrebs auf keinen Fall raten.

c) Wenn man sich entscheidet, den anderen genauer kennezulernen und man sich auf weitere Treffen einläßt, man merkt, dass man sich selbst verlieben könnte und der andere auch, dann wird es natürlich Zeit, so eine doch fundamentale Sache zu erzählen, denn das geht den anderen dann einfach etwas an. Ich würde raten, es auf jeden Fall zu erzählen, bevor es zu Intimitäten kommt.

Viel Glück!
 
  • #9
@ 17

Naja, man könnte trotz der Tatsache, daß man selbst keine Kinder bekommen kann, "Kinder, sehr gerne" angeben wenn man z.B. offen für einen Partner mit Kindern ist oder auch für eine Adoption.

Ich habe auch etwas mir Unangenehmes, das ich einem Partner früher oder später mitteilen möchte. Bei einem sehr netten EP hat es sich nach einigem Schriftkontakt so entwickelt, daß ich an einem Punkt war, an dem ich ihm reinen Wein einschenken wollte, nachdem er zuvor mir gegenüber Vertrauen gezeigt hatte. Es war mir ein richtiges Bedürfnis, wie es noch bei keinem anderen zuvor war. Die Zeit bis zu seiner Antwort verging zäh und war nervenaufreibend. Und dann hat er so reagiert, wie er zuvor stets geschrieben hatte: offen, freundlich, vernünftig und gar nicht ablehnend. Ich konnte es kaum fassen.
Insofern würde ich raten, wenn überhaupt, dann die Strategie zu fahren, aus Selbstschutz so lange nichts zu sagen, bis Du zumindest soweit Vertrauen zu ihm haben kannst, daß er diese Information zumindest vertraulich behandelt. Dann kannst Du bei entweder sich bietender guter Gelegenheit oder wenn es Dir der richtige Zeitpunkt scheint von Deinem Brustkrebs erzählen. Auf meinen Bauch zu hören, war zumindest in meiner Sache sehr gut.

Mary - the real
 
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  • #10
ich hatte eine Mastektomie und das ist jetzt 10 Jahre her. Zunächst war mir alles egal aber nun frage ich mich doch öfters, ob sich noch jemals ein Mann für mich interessiert, da Brüste für Männer ja sehr wichtig sind. Ich kann mir nicht vorstellen dass sich ein Mann auf eine noch fremde Frau einläß´t, wenn er weiß dass sie Brustamputiert ist. Was meinen die Männer dazu?
 
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  • #11
Brustkrebs ... UND: Wie seht Ihr Männer das?

So bitter jedes Einzelschicksal ist, und so leid es mir für dich persönlich tut, ABER, ich will mich mit schweren Krankheiten nicht freiwillig beschäftigen. Also, ich für meinen Teil wünschte so früh wie möglich bescheid zu wissen um mich freundlich verabschieden zu können.

Ich wünschte, es gäbe ein (unsichtbares) Merkmal im Profil "schwere Krankheit" die Krebs- und chronisch Kranke wegfiltern könnte. Anonym abgelehnt zu werden tut nicht weh, Ablehnung ist nur dann schmerzhaft wenn sie von einem Menschen kommt der einem etwas bedeutet. Deshalb ist es gut wenn entsprechende Menschen sich erst gar nicht persönlich kennen lernen (müssen).

Wenn das Schicksal meine Partnerin oder mich selber treffen würde, dann würde ich das wahrscheinlich wie jede andere Herausforderung des Lebens annehmen und akzeptieren - aber ich wähle so ein Leben nicht freiwillig.

m
 
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  • #12
Hallo FS,


bitte lies mal meinen Beitrag (Nummer 2) bei: Mastektomie und Partnersuche?

Ich hätte mit einer "brustamputierten" Partnerin überhaupt kein Problem.

Wenn es Einschränkungen diesbez. oder wegen des Kinderkriegen gibt, würde ich es nicht gleich am Anfang erzählen, sofern sich aber das Kennenlernen eines neuen Partners positiv und vertrauenesvoll entwickelt, würde ich es nach einiger, ggf. nicht zu langer Zeit behutsam und stückchenweise andeuten und in Gespräche einbauen. Somit bleibt genügend Raum, daß man(n) sich mit diesen Dingen auseinandersetzen kann, damit auch dieses Thema mehr und mehr ein gemeinsames wird, da es ja auch beide berührt.


M, 49
 
  • #13
ich hatte eine Mastektomie und das ist jetzt 10 Jahre her. Zunächst war mir alles egal aber nun frage ich mich doch öfters, ob sich noch jemals ein Mann für mich interessiert, da Brüste für Männer ja sehr wichtig sind. Ich kann mir nicht vorstellen dass sich ein Mann auf eine noch fremde Frau einläß´t, wenn er weiß dass sie Brustamputiert ist.
Ich schon - daß wäre mir völlig egal.
Ich suche ja eine Partnerin, und keine "Brüste + Vagina mit Anhang drumrum".
 
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  • #14
Liebe FS,
meine beste Freundin und später auch meine Lieblingsoma hatten Brustkrebs mit allem drum und dran! Chemo, Amputation, das volle Programm. Ich war jeden Tag bei Ihnen und es zog sich über Monate! Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist darüber zu sprechen!! Willst Du nicht vielleicht eine Therapie machen, wenn Du sonst nicht so viele Freunde hast? Ich glaube, dass sich dann viele Fragen für Dich klären werden, Du selbstbewusster wirst und sich solche Fragen dann gar nicht mehr für Dich stellen, sondern Du einfach alles auf Dich zukommen lassen wirst und dem richtigen Partner natürlich auch von Deiner Vergangenheit erzählen wirst! Sie gehört zu Dir und die Krankheit war ein wichtiger Teil deines Lebens, es ist besser für DICH, wenn Du Deinen Partner dann informieren wirst!!!
 
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