• #1

Chaos während der Trennung

Hallo.

momentan befinde ich mich mitten in einer Trennung/ Scheidung.

Wir haben ein gemeinsames zwei jähriges Kind. Diese Trennung fällt mir nicht einfach obwohl ich fest überzeugt bin in dieser Ehe nicht geliebt und respektiert werde. Wir waren nie ein Traumpaar, mein Mann hatte immer sehr große Ansprüche an einer Frau. Seine radikale Aufgabenverteilung in einer Familie hat mich all die Jahre zu schaffen gemacht. Die Frau macht von a bis z den Haushalt, den Einkauf, die Ordnung, Kind großziehen und im besten fall auch den Papierkram. Der Mann geht arbeiten, bezahlt die Miete, gleicht die Rechnungen ab und gibt nur Geld wenn man ihn darauf auffordert. Er hat nie verstanden, dass ich keine Hilfe gebraucht habe sondern eine Familie sein wollte. Festhalten, mithalten, mitdenken, mitreden. Aber er hat es immer als Faulheit gesehen. „Ich gehe doch auch arbeiten. Ich bezahle doch auch die Miete. Du lebst in dieser Wohnung. Ich kann nicht nach der Arbeit auch noch Müll wegbringen etc“ Ewiges Streitthema Nummer 1. Wenn man beleidigt war oder etwas nicht nach seiner Nase machen wollte, dann hieß es sofort „du Hässlichkeit, du stinkst, du Bleichgesicht“ usw. Er hatte sehr starke Gefühlsschwankungen, was mich buchstäblich sehr durcheinander gemacht hat. Ich konnte nicht mehr klar denken. Mein Selbstwertgefühl war längst im Keller..

Oh Gott, ich wollte nur eine Frage stellen. Und sieht es ist ein Monolog daraus geworden.

Also zum Punkt: ich werde weiter weg in meine ursprüngliche Stadt ziehen das heißt ungefähr 300 km entfernt. Mir blutet das Herz wenn ich denke, dass meine Tochter den Vater vermisst und die Situation nicht verstehen kann.

Er wirft mir auch vor, dass ich ihm seine Tochter wegklaue und er würde nicht zulassen das ich mit ihr weg gehe. Was kann ich dagegen tun? Zusammenleben ist keine Option mehr. Unterhalt möchte er auch nicht bezahlen. Ich weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll. Meine Entscheidung fürs Leben war falsch, ich habe Angst noch mehr falsche Entscheidungen zu treffen. Ich bin total verzweifelt..
 
  • #2
Also zum Punkt: ich werde weiter weg in meine ursprüngliche Stadt ziehen das heißt ungefähr 300 km entfernt.
Also es ist vollkommen verständlich, dass du dich trennst von diesem Mann. Allerdings hätte man das Zusammenleben vor dem Kind schon austesten können.
Nun ist also ein Kind da. Die Beziehung ist nicht tragfähig.
Aber 300 km weg ziehen?
Ich kann ihn verstehen, wenn er das als "wegklauen" empfindet.
Das wird ihm weh tun.
Es kann gut sein, dass das rechtlich nicht sofort möglich ist. soweit weg zu ziehen.
Was verstehst du unter "ursprüngliche" Stadt?
Ist das deine Heimat mit familiärem Anschluss?
Das kann ich dann auch verstehen. Das soziale Netz ist wichtig.

Ihr werdet das gemeinsame Sorgerecht bekommen.
Dort müsst ihr aushandeln, wie ihr die Kinderbetreuung und Finanzierung in Zukunft organisieren wollt.
Da dein Ex sehr verkrampfte Ansichten hegt, wird sich das voraussichtlich schwierig gestalten. Also stell dich auf Komplikationen ein.
So ist das, wenn man sich ein solch überdominantes Exemplar raussucht. Genau deshalb ist dieses patriarchalische Gehabe nicht mehr zeitgemäß.

Du musst dir einen Anwalt nehmen. Der kann dich auch in allen Belangen bezüglich Wohnort usw. beraten. Was da möglich ist und was nicht. Der übernimmt alle Formalitäten und organisiert diese Scheidung. Zudem wird er weitere Adressen zur Beratung haben. Deine Verzweiflung wird sich damit auflösen.

„du Hässlichkeit, du stinkst, du Bleichgesicht“
Das würde ich dem Anwalt ebenfalls mitteilen.
 

Laleila

Cilia
  • #3
Zuallererst liebe Ela , Dich zu trennen war eine sehr, sehr gute Entscheidung.
Und Du darfst stolz auf Dich sein, sehr stolz, dies geschafft zu haben. Er ist ein Bilderbuchnarzisst und Du bist eine superstarke Frau!

Jetzt zu Deinem Umzug. Er kann tatsächlich verhindern, dass Du soweit weg ziehst.
Ich zeige Dir eine Möglichkeit auf, die bei meiner Freundin C. funktionierte.

C.' s Ausgangssituation war Deiner sehr ähnlich. Auch sie wollte weit weg, in Ihre Heimatstadt ziehen und es war klar, dass ihr Ex es nie zulassen würde, dass sie "SEIN" Kind soweit weg bringt. Also tat sie so, als bliebe sie vor Ort, suchte aber sofort in ihrer Zielstadt eine Wohnung für sich und das Kind. Sie meldete sich und das Kind, direkt nach dem Unterschreiben des Mietvertrages, in der Stadt an.

Ab da hiess es nur noch stark sein und warten. Sie blieb mit dem Sohn noch drei Monate bei ihm. Erledigte dann alles unauffällig von dort. Sie sprach mit niemanden über den Plan.
Freunde und Eltern bereiteten die neue Wohnung vor. Sie suchte sich aus der Ferne einen Job.
Drei Monate nach der erfolgten Anmeldung am neuen Wohnort, zog sie dorthin. Er wurde natürlich fuchsteufelswild als er es mitbekam.
C. Behauptete allerdings steif und fest, es sei so abgesprochen gewesen und dass er sie, nach einem Streit nun bestrafen wolle.
Die Einspruchsfrist von 3 Monaten, welche er hat, nachdem ihm bekannt wird, dass die Mutter mit dem Kind wegzog, war abgelaufen. Letztlich kapitulierte er.

Das funktionierte aber nur, weil C ausser ihrer Eltern und zwei guten Freundinnen niemanden einweihte.
Alle gingen davon aus, er wäre einverstanden gewesen. Und sie besaß die Stärke das durchzuziehen.

Allerdings ist das 10 Jahre her. Ich weiss nicht ob das mit den 3 Monaten Widerspruchsfrist heute noch so ist. Die Väterrechte werden ja Schritt für Schritt gestärkt, was ich prinzipiell gut finde.

Das größte Risiko, welches Du damit eingehen würdest: könnte er irgendwie beweisen, dass er es nicht wusste, würde Dein Vorgehen, im worst case, als Kindesentzug betrachtet werden.

Der saubere Weg wäre, sofort eine "scharfe" Anwältin nehmen und auf das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht klagen
Die meisten Anwälte kennen "gewichtige Gründe", die man sich ja auch einrichten kann und wenn Du bislang die Hauptbezugsperson Eures Kindes warst und bist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Dir das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen bekommst.

Ich würde den sicheren Weg wählen, auch wenn meine Freundin damit durchkam.
Auf jeden Fall erstmal zum Anwalt und Dir vom Gericht das "Go" für einen Umzug holen.
Gut wäre es, wenn Du eine neue Arbeitsstelle am Zielort in Aussicht hättest, dann kannst das Aufenthaltsbestimmungsrecht über einen Eilantrag erstreiten. Das geht meist deutlich schneller.
In Rechtsfragen kann Dir das Forum hier nicht helfen, nur eventuelle Möglichkeiten aufzeigen.

Alles Gute Dir, ich drücke Dir ganz fest die Daumen.
 
  • #4
Was denn nun: ohne ihn geht es Dir besser oder Du glaubst Oberwasser zu haben und willst ihn abstrafen? Klär das zuerst.

Er wirft mir auch vor, dass ich ihm seine Tochter wegklaue und er würde nicht zulassen das ich mit ihr weg gehe. Was kann ich dagegen tun?
Nichts. Entweder Du bleibst, weil es egal ist = Lebensbedingungen gleichermaßen schlecht oder Du gehst, weil ohne ihn so viel besser - Deine Entscheidung, Deine Motive.

Oh Gott, ich wollte nur eine Frage stellen. Und sieht es ist ein Monolog daraus geworden.
Was ist das wirkliche Problem? Klär das und das Feld lichtet sich.

ich werde weiter weg in meine ursprüngliche Stadt ziehen das heißt ungefähr 300 km entfernt. Mir blutet das Herz wenn ich denke, dass meine Tochter den Vater vermisst und die Situation nicht verstehen kann.
Och nee, ne. Wenn Du so strategisch entfremdend vorgehst, dann blutet Dir ganz sicher nicht Dein Herz, sondern Du bist eine ganz strategisch kalte Hundeschnauze, die ausschleßlich ihrem Interesse folgt (= Entfremdung vom Kind).

Er wirft mir auch vor, dass ich ihm seine Tochter wegklaue und er würde nicht zulassen das ich mit ihr weg gehe. Was kann ich dagegen tun?
Ganz simpel: mach es einfach nicht. Stell Deine Egoismen zurück und lass ihn Vater sein.

Zusammenleben ist keine Option mehr. Unterhalt möchte er auch nicht bezahlen. Ich weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll.
50/50 machen und das in aller Konsequenz. Wenn er das nicht gebacken bekommt konsequent durchziehen - Du als hauptsachliche Vertrauensperson, er als Zahlvater. Dann bist Du regional variabel.

Was kann ich dagegen tun? Zusammenleben ist keine Option mehr. Unterhalt möchte er auch nicht bezahlen. Ich weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll.
In die Tasche greifen und einen Anwalt für Familienrecht bezahlen.
 
  • #5
Mir blutet das Herz wenn ich denke, dass meine Tochter den Vater vermisst und die Situation nicht verstehen kann
Dein Mann ist offenbar ein primitiver Fiesling. Es ist komplett in Ordnung, dass du wegziehst, so weit ist das auch wieder nicht.

Er wird schon Unterhalt zahlen, wenn du ihn verklagst.

Er würde - so primitiv wie er ist - doch sowieso keinem alternativen Sorgerechtsmodell zustimmen. Alles was ihm als „Lösung“ einfällt, ist, dass du gefälligst euer Kind aufziehen sollst, er nichts zahlen will, dass du aber außerdem gefälligst schön in seiner Nähe bleiben sollst.

Eine echte Schande für sein Geschlecht. Besser für deine Tochter, wenn sie so einen Vater nicht so oft sieht.
 
  • #6
Dein Mann und Du habt euch getrennt, weil Ihr Unterschiedliche Vorstellungen von der Ehe hattet. Er möchte eine Traditionelle Ehe führen während du mit Hausfrauenrolle nicht einverstanden warst. Jetzt möchtest Du dich scheiden lassen und wegziehen. Bis hier habe ich es verstanden. 300 km ist m.E. zumutbar, wenn er einen Firmenwagen hat oder Ihr finanziell gut aufgestellt seid. Wenn er aber ein Normalverdiener ist, wird er sein Kind nicht sehen können. Überleg es dir gut, ob diese Radikale cut sein muss.
 
  • #7
Warum hast du dir sowas überhaupt gegeben? Diese Frage ist doch wirklich wichtig. Sowas nimmt man doch nicht in Kauf. Dran würde ich dringend arbeiten. Im Jahr 2021, ich fass es nicht.
 
  • #8
Wenn man beleidigt war oder etwas nicht nach seiner Nase machen wollte, dann hieß es sofort „du Hässlichkeit, du stinkst, du Bleichgesicht“ usw. Er hatte sehr starke Gefühlsschwankungen, was mich buchstäblich sehr durcheinander gemacht hat. Ich konnte nicht mehr klar denken. Mein Selbstwertgefühl war längst im Keller..
Lies dir mal was zum Thema Narzissmus durch. Trennung ist in deinem Fall das einzig richtige.

Arbeiten durftest du also nicht? Hast du eine Ausbildung?
 
  • #9
Es ist deshalb für mich so schwer, weil ich immer den Traum hatte eine Ehe fürs Leben und Kinder mit beiden Elternteile großzuziehen. Ja, innerlich habe ich an diesen Traum trotz den Umständen festgehalten. Aber nicht einfach so und blind! Ich habe in den 5 Jahren viel gekämpft und habe versucht ihm zu verstehen zugeben, dass das so nicht weiter geht. Also ewige Diskussionen, ein Besuch für mehrere Wochen zu meiner Familie, eine Therapie, ein Schlichter. Seine Vorstellung eines Familienaufbaus und einer Frau war so krass hoch, dass man wahrscheinlich nichts dagegen tun kann.

Zudem hatte er auch ein Suchproblem: Pornos. Ich habe das nie akzeptiert. Für mich ist das Betrug. Es hat ihn auch meines Erachtens sehr kaputt gemacht. Einmal hat er sogar gesagt: „Seit eine Zeit lang gucke ich keine Pornos mehr und mir ist aufgefallen ich kann dir besser zuhören.“

Er hat keine Freunde. Keine gute Beziehung zur Familie. Er ist schnell auffälig mit seiner Art und Weise in einem Bekanntenkreis. Er
denkt nur an Geld, noch mehr Geld und alles sinngemäß an Geld. Gefühle, Ausflüge, Familienspaß ist Zeitverschwendung für ihn. Sein Charakter neigt auch sehr zu einem Autist.

Ich habe ihn geheiratet, weil er mir ein anderes Profil von sich gezeigt hat. Später als ich ihn in der Ehe besser kennengelernt habe hatte ich Mitleid mit ihm. Und wollte helfen.. das war sehr naiv von mir.
 
  • #11
Das gibt mir Kraft. Danke für die aufbauenden Worte..

Der saubere Weg wäre, sofort eine "scharfe" Anwältin nehmen und auf das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht klagen
Okay aber ich habe kein Einkommen. Geht das trotzdem irgendwie? Die 2 Jahre habe ich mich um mein Kind gekümmert. Auch davor war es mit den hohen Ansprüchen vom Mann nicht möglich irgendwie noch Geld zu verdienen. Dennoch hat er mir immer gesagt „du hast nichts. Du verdienst nichts. Du darfst hier in dieser Wohnung mitleben.“ meine ganzen Kochkünste, die Erziehung zum Kind und die Hausarbeiten haben kein bisschen Wertschätzung bekommen. Es musste immer alles perfekt sein.
 
  • #12
Was hat das mit Autismus zu tun!?? Dachte er ist ein Narzisst?
Gut das du es geschafft hast dich zu trennen, da er einen extrem unangenehmen Charakter hat, ist die Trennung dementsprechend unangenehm. Genau das schreckt einige ab sich zu trennen, sie verharren lieber weiter in der Hölle, als einige Monate Rosenkrieg zu haben.
 
  • #13
Es ist sehr schlimm, deine Situation! Ein typisches Beispiel von sehr vielen Frauen, die sich in eine solche Situation gebracht haben, weil sie zu Beginn den Mann mehr im außen und nicht näher von innen angeschaut haben! Es bleibt dir nichts anderes übrig als dich anwaltlich vertreten zu lassen, um deine Rechte zu erhalten und so schnell als möglich mit Tisch und Bett auf Distanz zu gehen es ist absolut unmöglich wie er dich behandelt, was er alles zu dir sagt, das geht nicht!
 
  • #14
1. Du machst alles richtig.
2. Du machst alles richtig.
3. Du machst alles richtig.

Zu deinen Bedenken - deine Tochter braucht in erster Linie eine gesunde, stabile, selbstbewusste Mutter. Wenn er sich weigert Unterhalt zu zahlen, wendest du dich an die Unterhaltsvorschusskasse vom Jugendamt, sie sind sehr nett und helfen.

Mein Exmann hat mir damals vorgeworfen, ich hätte ihm seine Tochter weggenommen. Was für ein Bullshit. Er hatte vorher alle Chancen sich um sie zu kümmern und Zeit mit ihr zu verbringen. Dass er sie genutzt hat, war seine eigene Entscheidung.

Ich bin irgendwann nach der Trennung auch weggezogen, nicht so weit weg wie du, aber eine Stunde Autofahrt. Lass dir nichts einreden. 300 km sind machbar wenn ein Mann auch ein Vater sein möchte. Tu das, was für dich und deine Tochter am besten ist. Dahin zurückzugehen, wo DU zuhause bist, dich wohlfühlst und Kontakte hast, ist das beste was du machen kannst.

Ach ja, habe ich schon erwähnt.. Du machst alles richtig ;)
 
  • #15
Okay aber ich habe kein Einkommen. Geht das trotzdem irgendwie?
Du bist natürlich in einer etwas ungünstigen Position und im Nachhinein hätte man vielleicht vieles anders machen können, aber trotzdem musst du nicht verzweifeln, es gibt immer einen Weg.

Ich selbst kenne mich nicht so gut damit aus, vielleicht können andere mehr dazu sagen, aber ich meine, dass auch einkommenslose und einkommensschwache Personen ein Anrecht auf Rechtsberatung haben, es gibt entsprechende Unterstützungsangebote, man müsste Beratungshilfe und Verfahrenskostenhilfe beantragen können, wenn man kein Geld für einen Anwalt hat, außerdem müsste es auch unabhängige, kostenlose oder günstige, sogar anonyme Beratungsstellen geben, ich würde da ehrlich gesagt einfach mal googeln, mir fällt z.B. spontan "pro familia" ein, aber evtl. kommen hier von anderen noch qualifiziertere Tipps.
w26
 
  • #16
PS
Ich habe jetzt noch die anderen Beiträge in dem Strang von dir gelesen, ohne Einkommen ist schwieriger als mit aber dennoch möglich und ja, Aufenthaltsbestimmungsrecht wird heute anders geregelt als früher. Soweit ich weiss, gibt es hier Entfernungen die als zumutbar gelten und ohne Absprachen durchgezogen werden können. Auf jeden Fall weg von dem Dorf und so nah wie möglich an deine Stadt.

Ich würde an deiner Stelle eine Beratungsstelle kontaktieren, die helfen kostenfrei und unverbindlich und auch schneller als man glaubt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #17
Ich habe in den 5 Jahren viel gekämpft und habe versucht ihm zu verstehen zugeben, dass das so nicht weiter geht.
Euer Kind ist 2 Jahre alt, d.h. Du hast es bekommen, obwohl die Beziehung schon Jahre so extrem schlecht lief. Das ist ziemlich egoistisch und verantwortungslos von Dir. Das solltest Du Dir vergegenwärtigen, wenn Du die nächsten Schritte machst, statt immer nur über ihn zu schimpfen.

Die Trennung aus so einer Beziehung ist absolut richtig, sollte aber auch fair und richtig gemacht werden, nicht egoistisch und rachsüchtig wegen der schlechten Beziehung zwischen euch.

Mit der Ehe bin ich zu ihm gezogen. Ich habe hier keine Familie und keine Freunde. Wir leben im Land, obwohl ich ein Stadtmensch bin. Ich kann hier nichts machen..
Es wird nicht so sein, dass es die nächste Stadt 300 km entfernt ist. Plan den Umzug eine Stadt in der Nähe, die seinen Umgang mit dem Kind nicht behindert. Fang sofort an, dort einen Kitaplatz zu suchen.

Okay aber ich habe kein Einkommen. Geht das trotzdem irgendwie? Die 2 Jahre habe ich mich um mein Kind gekümmert.
Du hast doch schon eine Menge gemacht mit Beratung, Schlichter usw. Warum weißt Du das nicht? Wie kannst Du Dich mitten in einer Trennung/Scheidung bbefinden, ohne diese Dinge bereits geklärt zu haben?
Geh im ersten Schritt zu einer Beratungsstelle (pro Familia, Caritas o.ä). Die kennen auch Anwälte, die nicht sofort eine Rechnung schreiben und sagen Dir auch wie Du an Geld kommst, um Dir eine Wohnung nehmen zu können. Die beraten Dich auch hinsichtlich des geplanten Ortswechsels.

Natürlich muss Dein Mann im Trennungsjahr zahlen, aber so wie Du es schilderst, wird er das nicht freiwillig tun und Du brauchst Unterstützung, um die Zeit bis er zahlt überbrücken zu können - musst wissen wie das alles geht.
Ich denke, Du brauchst dafür auch mentale Unterstützung.

Auch davor war es mit den hohen Ansprüchen vom Mann nicht möglich irgendwie noch Geld zu verdienen. Dennoch hat er mir immer gesagt „du hast nichts. Du verdienst nichts.....
Ach komm, Du hast Dich gern dareingefügt - ist ja erstmal bequem einen Haushalt für nur 2 Personen zu machen statt zu arbeiten. Du hättest schon gekonnt, wenn Du gewollt hättest.

Übernimm die Eigenverantwortung für Deine Entscheidungen. Niemand hat Dich zu was gezwungen. Du hast es gemacht, weil es gut für Dich war.

Auch hier gilt: ab zum Arbeitsamt und klären, was Du arbeiten kannnst, wie hoch Dein Einkommen sein wird und abzuschätzen welchen Lifestyle Du Dir davon leisten kannst. Dein Kind ist bald 3 Jahre alt und dann wirst Du arbeiten müssen. Es ist klug, das jetzt bereits anzugehen in allen Belangen. Bei nur 5 Jahren Ehe und wenn das Haus ihm vorher schon gehörte wird der Zugewinn ja nicht so üppig sein, dass Du auf Dauer davon leben kannst.
 
  • #18
1. Du machst alles richtig.
2. Du machst alles richtig.
3. Du machst alles richtig.
Sie macht garnichts richtig, denn eigentlich macht sie nichts, weil sie garnicht weiß, was zu tun ist.
Darum will sie auch zu ihrer Familie flüchten. Die sollen ihr alles abnehmen.
Sie wähnt sich mitten in einer Trennung/Scheidung, hat aber noch nichtmal einen Anwalt, weiß nicht, ob sie überhaupt wegziehen darf etc, wie sie an Geld kommt etc.
Alle Basics fehlen.

Wenn er sich weigert Unterhalt zu zahlen, wendest du dich an die Unterhaltsvorschusskasse vom Jugendamt, sie sind sehr nett und helfen.
Unterhalt für das Kind ja, nicht für sie. Damit kommt sie aber nicht weit.

Dahin zurückzugehen, wo DU zuhause bist, dich wohlfühlst und Kontakte hast, ist das beste was du machen kannst.
Grundsätzlich ja - muss sie aber auch dürfen und da sehe ich eher das Problem.
Sie braucht einen belastbaren Grund für den Ortswechsel. Ihre Unselbstständigkeit wird dafür als Argument nicht reichen - eher dafür sprechen, dass man dem Vater mehr Erziehungsbeteiligung zubilligt.
Was sie nun mühselig als Argumente gegen ihn zusammenkramt (Pornosucht) langt auch nicht, um das gemeinsame Sorgerecht zu blockieren, sondern beinhaltet das Risiko, dass man sie und ihre Pläne sehr kritisch anguckt.

In ihrer Situation mit ihrem Plan ist kluges Handeln gefragt und dafür braucht sie reichlich externen Support.
 
  • #19
Vorübergehend könntest du auch ins Frauenhaus ziehen und von dort in Ruhe alles weitere regeln.
 
  • #20
Sie macht garnichts richtig, denn eigentlich macht sie nichts, weil sie garnicht weiß, was zu tun ist.
Darum will sie auch zu ihrer Familie flüchten. Die sollen ihr alles abnehmen.
Sie wähnt sich mitten in einer Trennung/Scheidung, hat aber noch nichtmal einen Anwalt, weiß nicht, ob sie überhaupt wegziehen darf etc, wie sie an Geld kommt etc.
Alle Basics fehlen.


Unterhalt für das Kind ja, nicht für sie. Damit kommt sie aber nicht weit.


Grundsätzlich ja - muss sie aber auch dürfen und da sehe ich eher das Problem.
Sie braucht einen belastbaren Grund für den Ortswechsel. Ihre Unselbstständigkeit wird dafür als Argument nicht reichen - eher dafür sprechen, dass man dem Vater mehr Erziehungsbeteiligung zubilligt.
Was sie nun mühselig als Argumente gegen ihn zusammenkramt (Pornosucht) langt auch nicht, um das gemeinsame Sorgerecht zu blockieren, sondern beinhaltet das Risiko, dass man sie und ihre Pläne sehr kritisch anguckt.

In ihrer Situation mit ihrem Plan ist kluges Handeln gefragt und dafür braucht sie reichlich externen Support.
Ich hatte noch im PS was ergänzt, hatte einige Details erst später gelesen und konnte meinen ersten Beitrag nicht mehr bearbeiten, Zeit war überschritten.

Ja, Beratungsstelle oder Anwalt aufsuchen, sich informieren, einen Plan erstellen und dem Schritt für Schritt folgen, bin absolut bei dir. Auch ein Frauenhaus halte ich für einen guten Gedanken, wenn nichts mehr geht.

Die Entscheidung zur Trennung und auch Umzug trotz der Bedenken und Zweifel halte ich für absolut richtig.

Und bei der Beratung kann man auch rausfinden wie weit ein Umzug ohne weiteres möglich wird und welche Aspekte noch zu beachten sind, etc. etc.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #21
  • #22
sehr vielen Frauen, die sich in eine solche Situation gebracht haben, weil sie zu Beginn den Mann mehr im außen und nicht näher von innen angeschaut haben!
Wie wahr.. Da sehe ich auch viel meine Schuld.

In der Kenenlerphase fand ich seine Geschichten zwar schon immer ein wenig überzogen und chronologisch nicht so ganz passend, aber ich hatte komischerweise das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Er wollte mich. Ich war toll und attraktiv für ihn. Doch nach und nach entpuppte er sich als manipulativer Narzisst. Denn in der Beziehung bzw in der Ehe fühlte ich mich als gestandene Frau plötzlich immer schlechter – als sei ich nicht gut genug und für seine Bedürfnisse nicht ausreichend. Kennst du das Gefühl?

Es bleibt dir nichts anderes übrig als dich anwaltlich vertreten zu lassen
Ich war heute beim Amtsgericht um einen Antrag zu stellen. Da gibts wohl tatsächlich Wege, wie man bei meiner Situation einen kostenfreien Anwalt bekommt.
 
  • #23
Unterhaltsvorschusskasse vom Jugendamt, sie sind sehr nett und helfen.
Danke für den Tipp. Ich habe heute mit der Kreis Stadt telefoniert, mit dem Jobcenter und mit profamilia. Sie haben mir jeden weiteren Schritt erklärt wie ich vorgehen muss. Ich fühle mich heute viel sicherer..


Ich hoffe es! Ich habe trotzdem noch viel Angst von der Zukunft.. Ich kann nicht abschätzen, was alles noch passieren wird.
 
  • #24
man müsste Beratungshilfe und Verfahrenskostenhilfe beantragen können, wenn man kein Geld für einen Anwalt hat, außerdem müsste es auch unabhängige, kostenlose oder günstige, sogar anonyme Beratungsstellen geben, ich würde da ehrlich gesagt einfach mal googeln, mir fällt z.B. spontan "pro familia" ein

Danke! Habe ich heute alles gemacht.

- Jobcenter: die helfen beim Umzug und neuer Wohnung
- Profamilia: nächste Woche ein Termin gemacht
- Kreis Stadt angerufen für Unterhaltvorschuss
- Amtsgericht Antrag erstellt für einen kostenfreien Anwalt
 
  • #25
Ich kanns nicht leugnen und ja ich habe keine Ausrede dafür. Ich weiß es einfach nicht. In meinem Umfeld habe ich im Allgemeinen stabile Beziehungen und Ehen erlebt. Natürlich hörte ich auch über Freunde und da und hier etwas. Aber jetzt ganz ehrlich kennen wir alle die Details darüber?

Du hättest schon gekonnt, wenn Du gewollt hättest.
Natürlich. Aber ich war sehr gerne zu Hause die Hausfrau und die Mutter meines Kindes. Aber ob ich es so besser hatte oder es mir bequem gemacht habe ist eine andere Diskussion. Sein Berufsleben war immer sehr kompliziert. Seine ständige Unzufriedenheit, andere Ideen für neue Geschäfte, Jobwechsel, Ortwechsel, sparen sparen sparen, Träume wie Millionär werden.. ständig befindeden wir uns in einer Turbulenz. Und er wollte immer meine Unterstützung bekommen. Das ich arbeiten gehe das wollte er nicht. Wenn dann sollte ich was von zu Hause machen.
 
  • #26
Darum will sie auch zu ihrer Familie flüchten. Die sollen ihr alles abnehmen.
Wow. Und dafür gibt man seine eigene Familie auf? Um ein Kind alleine aufzuziehen? Die vllt später traumatisiert wird -gott bewahre- weil sie nicht beide Elternteile zu Hause hat? Ajajaja.. und meine Familie soll sich um mein Ehedrama kümmern, weil die sonst keine Kinder, kein Leben, keine Hobbys und selbst keine Probleme haben?! Wow. Du hast wohl eine sehr großzügige Familie. Denn ich muss wortwörtlich alleine durch die Hölle gehen. Ich wurde schikaniert, verstoßen und psychisch belastet. Es gibt nicht nur die körperliche Gewalt sondern auch die mentale und das habe ich oft neben meiner Tochter erlebt. Ich werde alles in meiner Macht tun, damit meine Tochter eine gesunde Beziehung zum Papa hat. Schließlich habe ich sie zum Papakind gemacht. Er hat bei ihrer Neugeburt sieben Monate im Wohnzimmer geschafen um nicht vom Schlaf gerissen zu werden. Um einfach seine Ruhe zu haben. Es war verletzend aber auch das hätte ich verzeihen können. Ich bin ein absolutes Familienmensch. Aber ich möchte auch das meine Tochter eine stabile und glückliche Mutter hat.

Profamilia, Jobcenter, Stadt Landrat, Amtsgericht sind somit heute alles gemacht. Und die weiteren Prozeduren laufen..
 
  • #27
Ja aber warum musst du denn 300 km weit weg ziehen? Ja eure Ehe war toxisch und sich zu trennen ist richtig. Aber es ist natürlich egoistisch ihm das Kind wegzunehmen. Höchstwahrscheinlich wirst du auch gar nicht so weit weg ziehen dürfen ohne sein Einverständnis.
Vielleicht kannst du uns mal ein paar Fragen beantworten:
Wie war er denn als Vater ? Hat er sich um das Kind gekümmert? Haben die beiden eine Bindung zueinander?

Du könntest auch einfach in die nächste entfernte Stadt ziehen ( ich glaube Umzug im Radius von 40-50 km müssen nicht vom Vater genehmigt werden) und dort versuchen selbstständig dein Leben neu aufzubauen. Dein Kind wäre dann auch nicht so weit vom Vater entfernt. 300 km sind schon eine harte Hausnummer ... ca 4 Std Fahrt in eine Richtung, damit kann er das Kind vielleicht 1 mal im Monat , wenn überhaupt, sehen ... wie würde es dir denn damit gehen dein Kind 1 mal im Monat zu sehen ? Vielleicht auch mal von der Seite betrachten, nur weil es zwischen euch scheiße war, ist er trotzdem noch der Vater des Kindes ( außer er ist ein schlechter Vater, der sich eh nicht kümmert, das Kind anbrüllt etc. dann könnte so eine Entscheidungzu vertreten sein)
 
  • #28
Also nein, solche egoistischen Entscheidungen kann ich gar nicht verstehen
 
  • #29
Ja aber warum musst du denn 300 km weit weg ziehen? Ja eure Ehe war toxisch und sich zu trennen ist richtig. Aber es ist natürlich egoistisch ihm das Kind wegzunehmen. Höchstwahrscheinlich wirst du auch gar nicht so weit weg ziehen dürfen ohne sein Einverständnis.
Vielleicht kannst du uns mal ein paar Fragen beantworten:
Wie war er denn als Vater ? Hat er sich um das Kind gekümmert? Haben die beiden eine Bindung zueinander?

Du könntest auch einfach in die nächste entfernte Stadt ziehen ( ich glaube Umzug im Radius von 40-50 km müssen nicht vom Vater genehmigt werden) und dort versuchen selbstständig dein Leben neu aufzubauen. Dein Kind wäre dann auch nicht so weit vom Vater entfernt. 300 km sind schon eine harte Hausnummer ... ca 4 Std Fahrt in eine Richtung, damit kann er das Kind vielleicht 1 mal im Monat , wenn überhaupt, sehen ... wie würde es dir denn damit gehen dein Kind 1 mal im Monat zu sehen ? Vielleicht auch mal von der Seite betrachten, nur weil es zwischen euch scheiße war, ist er trotzdem noch der Vater des Kindes ( außer er ist ein schlechter Vater, der sich eh nicht kümmert, das Kind anbrüllt etc. dann könnte so eine Entscheidungzu vertreten sein)
Wenn er tatsächlich ein Narzisst sein sollte, sollte er so wenig wie möglich Kontakt zur Tochter haben. Narzissten sind hochgradig manipulativ und unberechenbar (Wutausbrüche usw)
 
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