• #31
Deine Eltern können Dir auch nicht helfen, weil sie so, wie sie sind, miteinander funktionieren und Änderung bewirken könnte, dass sich das ganze auflöst. Wenn Deine Mutter Dir z.B. gesagt hätte "der Mann ist schuld", als Du ihr vom Verhalten und den Problemen erzähltest, müsste sie sich ja auch selbst sehen und Deinen Vater mit seinem Verhalten. Wenn sie nicht nervt, ist er erträglich, vielleicht findet sie ihn dann sogar gut, wenn Du nicht nervst, muss also auch Dein Exmann für Dich erträglich sein. Sie denkt also, sie hätte es ja in der Hand, wie der Mann sich verhält. Das bedeutet, sich immer anzupassen, gaukelt aber Handlungsfähigkeit vor.

Mein Vorschlag wäre, vielleicht in Kreise zu gehen, wo auch Menschen mit Deiner Krankheit sind. Vielleicht auch virtuell im Netz. Da kannst Du vielleicht von den Erfahrungen profitieren.

Hör auf, Deinen Eltern und anderen beweisen zu wollen, dass mit Dir irgendwas ist, krank sein, Opfer der Ehe sein, ... Die werden nicht zu Dir stehen, denn es gibt ihnen emotional was, es nicht zu tun, weil sie das für sich brauchen. Vermutlich, um sich selbst nicht als Opfer zu sehen, das sie mal waren bei ihren Eltern, oder im Falle Deiner Mutter, dass die Ehe weiter ertragen werden kann.

Was Du nicht machen darfst: Unbewusst noch kränker werden, damit es andere endlich sehen und sich kümmern. Je mehr Du erwartest, dass jemand sich um Dich kümmert, umso mehr lagerst Du das, was Du selbst für Dich leisten musst, nach außen auf einen anderen. Ich verstehe natürlich, dass man das Bedürfnis hat, umsorgt zu werden, aber wenn man niemanden hat, muss man das allein machen, und gerade bei verbockten Eltern darf man nicht versuchen, sie doch noch dazu zu bringen, sich wie liebende und kümmernde Eltern zu verhalten. So sind die einfach nicht, und damit bist Du bei weitem nicht allein. Sogar die selbst sind Opfer von solchen Eltern, was einen aber natürlich nicht interessiert, wenn man unter ihnen leidet.

Werde selbst aktiv, in Foren, in Redekreisen, such Dir Leute, die ähnliches erlebt haben, die Dich verstehen. Den Hauptteil musst Du allein machen, man kann sich ja nicht anklammern. Aber Du bist dann nicht allein, wenn Du mal mit Menschen kommunizieren kannst, die dieselben Erfahrungen machten. Die verstehen Dich erstens besser als Menschen, die sowas nicht betrifft, und dann werden sie auch nicht so verbockt reagieren wie die Eltern.
 
  • #32
Ich würde Folgendes tun:

1. Termin bei Psychosomatikerin machen. Die beschäftigen sich mit dem Zusammenhang zwischen körperlichen Leiden und Psyche.

2. Psychologin suchen. Fortan bespricht du alles dort bei einer neutralen Person, was Dich beschäftigt. Wenn man keine guten Freunde, bezahlt man eben fürs zuhören und Ratschläge. Im Übrigen gibt es heutzutage kaum mehr Freundschaften, wo gute Ratschläge bei rum kommen. Eher reiten Dich Leute privat noch tiefer rein. Weil heutzutage jeder selbst genug um die Ohren hat. Ich hab mir geschworen nicht mehr die Jammertiraden von Freunden jahrelang anzuhören. Das zieht Mit runter. Es gibt dafür Psychotherapie.

3. Kontaktabbruch oder gedrosselter Kontakt zu Deinen Eltern je nach dem, womit es Dir besser geht.

4. Wichtig: Zu Dir selbst finden. Gut zu Dir sein. Selbstliebe üben. Verwöhnt Dich (Gute Ernährung, Meditation, Tagebuch). Finde zu Dir. Bleib ganz nah bei Dir selbst. Mach etwas Schönes, wobei Du Dich gut fühlst und Dich selbst vergisst. Beispiel: Kreatives. Es muss etwas sein, worin Deine Seele aufgeht. Was hat Dir als Kind Spaß gemacht?

W31
 
  • #33
Und ja, ich gehe in eine psychosomatische Klinik demnächst, das läuft schon. Nur muss ich dieser mitteilen, dass ich gleich im Anschluss jmd an meiner Seite habe bzgl Therapie.
Sowas habe ich noch nie gehört. Es gibt soziale Dienste in solchen Kliniken, die sich um Menschen kümmern, die keinen anderen Menschen haben. Die gibt es in JEDER Klinik. Ansonsten taugt die Klinik nichts.
Eine Anschlußtherapie erwartet eine Akutklinik auch nicht, vielleicht ist die Akutklinik was für Dich.
Ansonsten gibt auch in jeder Stadt soziale Dienste, die kommen auch auf´s Land, wenn es sein muß. Die unterstützen einen ambulant auch nach der klinischen Therapie. Einfach mal Eingliederungshilfe googlen. Gibt es wirklich überall in Deutschland, gibt sogar einen Rechtsanspruch darauf. Man kann sich dazu in jedem Kreis unverbindlich beraten lassen. Alleine ist man dann nicht mehr.
W
 
  • #34
Was den Kontaktabbruch zu den Eltern angeht, das ist leichter gesagt als getan. So einfach schaff ich das nicht, da ja sonst auch niemand... Lmeine Mutter hatte sich vor Kurzem....

Liebe FS,
Deine familiären Kontakte fallen die Kategorie "besser allein sein, als Idioten im Umfeld haben, die Dich regelmäßig fertig machen". Das langweiligste Fernsehprogramm der Welt ist besser für Deine Psyche als Deine Eltern.
Solange Du das nicht begreifen willst und den Kontaktabbruch nicht konsequent umsetzt, wird es Dir nicht besser gehen - Du rennst den Fusstritten quasi nach.
Hör auf damit, brich den Kontakt endgültig ab, lass alle Kontaktversuche Deiner Eltern ins Leere laufen und Du wirst sehen: es geht Dir besser damit.

Vierjähriges früheres Mobbing in der Schule...
Hör auf, in der Vergangenheit rumzuwuehlen und Negatives zu suchen, was Du auf Deine heutige Situation raufaddierst. Nimm es nicht als Begründung für Dein heutiges Elend.
Wenn Du in der Schule gemobbt wurdest, hatte das Gründe. Schau dahin und dann hak es endgültig ab. Diese Gründe gibt es heute nicht mehr. Du gehts nicht mehr zur Schule - die Vergangenheit ist vorbei. Zukunft und Gegenwart gestaltest Du selber. Du bist jetzt erwachsen und hast einen anderen Werkzeugkoffer.

Und ja, ich bin seit letztem Monat in einer Fibromyalgie Selbsthilfegruppe dabei. Allerdings sind da alle älter und ich denke nicht...
Lass Deine Vorurteile hinter Dir. Darüber hinaus: Du musst dort keine Freunde gewinnen. Es reicht erstmal, Kontakte zu haben und sich über die Krankheit mit Betroffenen austauschen zu können. Das ist nicht altersabhänig und allemale besser als Kontakt zu Deinen destruktiven Eltern.

ich gehe in eine psychosomatische Klinik demnächst, das läuft schon. Nur muss ich dieser mitteilen, dass ich gleich im Anschluss jmd an meiner Seite habe bzgl Therapie....
Die meinen keine Freunde sondern dass Du Zuhause eine Nachbehandlung organisiert hast, damit Du nach dem Klinikaufenthalt nicht antherapiert ins Bodenlose fällst.
Kümmere Dich um einen ambulanten Therapieplatz und/oder einen Platz in einer Tagesklinik als Anschlussbehandlung.
Wende Dich an Deine Krankenkasse. Vielleicht haben sie in Deiner Region einen Selektivvertrag/ integrierte Versorgung, in den Du schnell reinkommst.

Aber ich schäme mich dafür, wenn ich dort erzähle, wie alles aussieht bei mir (keine Freunde, Familie problematisch etc) ...,
Lass das destruktive Denken. Da sind Vollprofis, denen das nichts ausmacht und vor denen Du Dich nicht schämen musst. Du beschreibst für Deine Situation nichts Ungewöhnliches. Was Du empfindest, hören sie dort jeden Tag mehrfach.
 
  • #35
Nur muss ich dieser mitteilen, dass ich gleich im Anschluss jmd an meiner Seite habe bzgl Therapie. Erst dann kann ich aufgenommen werden stationär. Aber ich schäme mich dafür, wenn ich dort erzähle, wie alles aussieht bei mir (keine Freunde, Familie problematisch etc) ich komme mir irgendwie als Versager vor, ich weiß auch nicht...,
Wenn ich dich richtig verstehe, brauchst du zuerst einen ambulanten Therapeuten, bevor du aufgenommen werden kannst.
Dann würde ich mich umgehend auf die Suche machen, dann hast du weniger Wartezeit. Schade, dass die Klinik dir nicht hilft, jemanden zu finden.
Bitte traue dich, deine Situation ehrlich zu schildern. Du bist keine Versagerin. Es ist gar nicht so selten, dass Menschen alleine da stehen nach einer persönlichen Krise. Aus meiner Sicht hat eher dein Umfeld versagt.
meine Mutter hatte sich vor Kurzem so ausgedrückt und Stellung dazu genommen: „nur die Eltern haben diese Priorität, das sagen zu dürfen zum Kind, nicht umgekehrt.“
Solche Argumente klingen für mich nach narzisstischem Missbrauch. Um jetzt mal mit einem sehr häufig verwendeten Wort (Narzissmus) um mich zu werfen.. aber jemanden so in seinem Kern fertig zu machen und sich dann über ihn zu stellen. Was sonst soll man davon halten? Und natürlich sind das alles nur frei erfundene Regeln, von wegen was die Eltern und was die Kinder sagen dürfen. Habe selten so einen Unsinn gehört.

Für mich klingt es so, als hättest du im zwischenmenschlichen Bereich schwere Traumatisierungen erlebt, die dir das Vertrauen in andere Menschen nachhaltig erschweren und dich beschämt machen.
Ich bin letztens auf ein gutes Buch gestossen zur Selbsthilfe. "Das PTBS-Arbeitsbuch". Bis zum Klinikaufenthalt wäre es vielleicht als hilfreiche Lektüre empfehlenswert? Sei lieb gegrüsst.
 
  • #36
Liebe Tanja,
das liest sich schrecklich traurig.....ich halte hier gar nichts von Ratschlägen bez. Medikamente, Mittelchen usw denn damit ist es in Deinem Fall nicht getan.
Ich kann aus deinem Beitrag nicht sehen ob Du allein oder bei Deinen Eltern wohnst, wo die Atmosphäre extrem destruktiv und schädlich zu sein scheint.
Wie auch immer, sprich sofort mit Deinem Arzt, er sollte Dir ganz ganz dringend Therapeutische Hilfe vermitteln, am besten vorübergehend stationär. Ich sehe gerade Du bekommst demnächst stationäre Therapie, das ist das Beste für Dich im Moment und ich wünsch Dir alles, alles Liebe und Gute.
 
  • #37
Liebe FS,
das ist ja ein ganzes Päckchen, was Du trägst. ME hängt das aber alles zusammen:
Du kommst aus einer dysfunktionalen Familienstruktur mit narzisstischen Anteilen. Hast Dir entsprechend einen dysfunktionalen Partner gesucht. Da Du so viele Jahrzehnte emotionaler u.a. Gewalt ausgesetzt warst, hat Dein Körper reagiert, damit Du mal ne Vollbremsung machst und das verarbeiten kannst. Ich kenne das alles recht gut.
Ich war auch mit Anfang dreissig sehr schwer erkrankt und sehe das als direkte Folge, dass ich von Geburt an sehr toxischen Eltern ausgesetzt war (paedophiler Vater als narzisstische Maximalvariante und labil-depressiv manische Mutter mit Borderline Struktur).
Das ist maximaler Stress 24'7 und..leider...beeinflusst das auch die Partnerwahl negativ.

Ich kann Dir mal kurz sagen, was mir geholfen hat, rauszukommen (heute gehts mir gut...eine hohe Verletzlichkeit und gewisse Krankheitsanfälligkeit ist geblieben, aber damit kann ich umgehen).
Gerade haut und Darm sind sehr sensibel auf emotionalen Stress (Studien zeigen, wenn die Schwangere eine belastete Partnerschaft hat, kriegt das Baby!! Jahrzehnte später statistisch viel häufiger entzündliche Darmkrankheiten!!!)

Also:
- Psychotherapie (jmd gutes!)
- gute Lektüre zum Thema dysfunktionale Bindungen(Psychiater Bonelli zB)
- gesunde frische Ernährung
- Fasten (intermittierend oder ne Woche) wirkt Wunder!!! bei Entzündungen (ich hab damit sogar ein tumor Rezidiv..allerdings mit längerem drei Wochen Fasten..weggekriegt).
-Familienaufstellung
- Sonne!! und Bewegung (wirkt beides antientzuendlich)
- Vitamin Substitutionen (zB LaVita)
- was Beziehung angeht brauchst gerade Du unbedingt Standards!! (Buch dazu: der Liebescode von Hemschemeier)
- um nicht mehr auf Schuldumkehr und Manipulation reinzufallen brauchst Du Wissen! über psychotricks und wie Du Dich schützen kannst: gut dazu YouTube Kanäle: lohrey, rpp Institut Bonelli, koss coaching...)
- vegane Ernährung wirkt antientzuendlich!! ich kenne Leute, die haben damit CDEs wegbekommen
- lange Spaziergaenge in der Natur
- gute, loyale Freundschaften!

...das wird alles Zeit kosten. Aber es wird funktionieren. Alles was ich oben schreibe, habe ich selber schon gemacht. Ausserdem hab ich als Ärztin den wissenschaftlichen background. Lass Dir auch besser keine Medis verschreiben wie Kortison, Interferon o.a Hämmer.
Die unterdrücken nur Symptome, heilen nicht und man kommt schwer los davon. Nimm Deine Gesundheit lieber selbst in die Hand!!

Alles Gute vom Meerrettich.
Du packst das bestimmt. Dran bleiben, dann wird das..
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #38
Liebe Tanja,
es ist wirklich schön zu lesen das du auf dem Weg in eine Klinik bist, ich hoffe sehr das sie dir weiterhelfen können, und was Nachsorge betrifft das ist überaus wichtig. Generell gilt je nachdem wie lange man in der Klinik war, das man vor der Entlassung nervös wird, das wird sich leider auch nicht ändern wenn man entlassen wird, doch dazu gibt es ja auch die Nachsorge. Diese Nachsorge gibt es in verschiedenen Formen und Einrichtungen, manche sind auf Sucht spezialisiert, andere wieder auf Psychosomatik. Ich hab das hinter mir, und es war eine gute Entscheidung, dort findest du nicht nur Hilfe, Therapie, auch neue Freunde und vor allem das wichtigste den nötigen "Halt". Wie lange die Nachsorge dauert hängt von dir ab, es gibt sogar Nachsorge mit Wohngemeinschaften. wie auch immer, du solltest auf jeden Fall darüber nachdenken, dir alles Gute
Schrftrolle
 
  • #39
Hi Tanja,

Mein Vater sagt, ich sei nicht krank dabei liegen folgende ärztliche Diagnosen vor
Natürlich bist du erkrankt. Hier würde es helfen, Verständnis für dich selbst zu entwickeln. Du musst nicht beweisen, dass du krank bist.

wenn ich nicht so funktioniere wie er das will, dann ist es für ihn nichts. ich wurde schon als "das Letzte, das Allerletzte" beschimpft, als "blödes Weib"
Mhm kenne das leider auch. Im Anschluss war man dann auch noch mir beleidigt, auch über Monate, für die eigenen cholerischen Ausfälle, solange bis ich mich "entschuldigte".
Auf der anderen Seite gab es auch viel Liebe, Fürsorge und natürlich Stolz, wenn es was zum "stolz sein" gab. Das ist immer eher für die Eltern wichtig, dass sie etwas zum "stolz sein" hatten, als dass das für das Kind, später für den Erwachsenen, förderlich war.

Würde mich nicht wundern, wenn genau dadurch, durch dieses "stolz sein", viele Erwachsene später ausbrennen.
Die Vorstellungen gehen dann eben auseinander, wie das Kind hätte sein sollen. Das kann sich schon im Berufswunsch für das Kind wiederspiegeln, und was das Kind dann später tatsächlich macht. Zum Beispiel wurde es Schreiner, anstatt Manager mit Anzug und Krawatte. Wobei natürlich eigentlich beides völlig in Ordnung ist.
Kinder wollen den Eltern genügen und gefallen. Das ist ganz natürlich. Eltern wollen, dass das Kind einen positiven Weg geht. Eben den nach ihren Vorstellungen.

Wichtig ist, dass du zu dir selbst stehst, mit hoch erhobenem Haupt.
Von diesen "Erziehungsversuchen", wie auch dieses Stolz sein "müssen" auf das "Kind", sollte man sich irgendwann innerlich distanzieren. Wichtig ist, dass du selbst auf dich stolz bist. Wichtig ist, dass du dir selbst wert bist.
Denn jetzt bist du erwachsen und kein Kind mehr. Wenn du aus dieser Kind-Rolle raus willst, musst du bei dir selbst anfangen.

Du hast es geschafft dich von deinem Partner zu trennen, der nicht gut mit dir umgegangen ist. Darauf kannst du sehr stolz sein. Es ist nämlich nicht leicht, sich aus diesen Mustern zu lösen und sich davon zu befreien. Entsprechende Konflikten zu begegnen, obwohl man das nicht vorgelebt bekam, wie damit umzugehen ist. Ja das kostet Kraft. Aber es wird dich im Anschluss auch stärker machen, selbstsicherer, stolzer.

Wie hier schon jemand erwähnte, solltest du dich von einem Psychiater beraten lassen. Medikamente können bei Depression sehr gut wirksam sein. Eine Depression ist etwas, dass sich verselbstständigt hat. Man kann nicht über die innere Einstellung Einfluss darauf nehmen. Es ist ja eine Erkrankung und eben kein "selbst schuld".
Gleich morgen einen Termin machen, dann wird es bald besser.

Nur wir selbst haben es in der Hand, wie wir dieses Welt betrachten. Kein Anderer kann das für uns ändern.
 
  • #40
Hallo an Alle!!

Ich bin echt sprachlos, wie lieb ihr seid, ihr gebt euch Mühe beim Schreiben! Vielen vielen lieben Dank dafür!!! Ja ihr habt ja alle Recht damit und die Tipps werde ich beherzigen, auf alle Fälle! Und nein, ich möchte mich keinesfalls mit meinen Diagnosen brüsken(sagt man das so?)
Ja ich habe heute für Anfang Juli einen Vorbesprechungstermin bei einem Psychiater und Psychotherapeut für nach dem stationären Aufenthalts ( beides in einem) bin froh drum. Jetzt muss ich nur hoffen, dass er mich auch nimmt, sonst steh ich da mit heruntergelassener Hose und Wind im Haar drückt mir die Daumen und die beiden großen Zehen auch bitte!
Und nochmals vielen Dank für eure netten und hilfreichen Antworten! Das hilft ungemein, wieder ein wenig rosiger zu sehen, auch wenn es nur hier im Forum ist.

Gute Nacht!
 
  • #41
Lass das destruktive Denken. Da sind Vollprofis, denen das nichts ausmacht und vor denen Du Dich nicht schämen musst. Du beschreibst für Deine Situation nichts Ungewöhnliches. Was Du empfindest, hören sie dort jeden Tag mehrfach.
@Vikky hat Recht! Ich weiss, wie du dich schämst, denn ich habe auch solche Gedanken gehabt sogar Suizidgedanken und einmal einen Psychiater diesbezüglich belogen habe, weil ich mich geschämt hatte zuzugeben, dass ich sterben zu wollte. Ich erzählte viel später, als ich eine andere Therapie machte 2009-2010 diesem Psychiater, ob ich schon solche Gedanken hätte, dass ich mehrmals im Leben daran gedacht hätte. Ich habe ihm sogar gesagt, dass ich den ersten Psychiater belogen hätte aus Schamgefühl über solche Gedanken und dass er mich nicht als schwache Person und totale Versagerin sieht, die das Leben nicht meistern kann und sogar glücklich dabei ist.

Wenn ich Menschen meine Biografie erzähle, dann können sie kaum glauben, was ich alles erlebt habe.

Psychologen und Psychiater kennen solche Geschichten und verdienen sozusagen damit ihr Brötchen. Sie werden dich verstehen und dir auch die Gründe für die Krankheiten in deiner Familie finden. Psyche und Körper hängen untrennbar zusammen und es gibt nichts schlimmeres für einen Menschen als Leid, welches ihm durch andere Menschen zugefügt wird. Das Schlimmste ist es, dass es die eigenen Eltern sind. Du bist sozusagen in eine dysfunktionierende (toxische) Familie geboren. Wer „Gift“ in dich hinein spritzt, kann kein körperlich und psychisch gesundes Kind erwarten. Leider können wir uns die Eltern und die Geschwister nicht aussuchen, sondern nur Freunde, die uns gut tun. Man glaubt immer Blut ist dicker als Wasser und man könne sich auf die Familie in Notsituation verlassen, aber das ist leider nicht immer der Fall.

Liess mal das Buch: „Das Gedächtnis des Körpers“ von Prof. Joachim Bauer und „Was uns krank macht - was uns heilt„ vom österreichischen
Psychoneuroimmunologen Christian Schubert.
 
  • #42
"Chronische Krankheit und keine Unterstützung von Freunden und Familie. Was kann ich tun?"

Dir Unterstützung und Liebe im Aussen suchen. Alles ist besser als deine Familie. Versuche einfach dich an fremde sympathische Mitmenschen zu wenden und bitte sie um Hilfe. Da wäre zunächst die Telefonseelsorge für den seelischen Kummer und zum Reden. Dann möchte ich dir empfehlen dir medizinischen Rat bei Ayurveda und TCM Ärzten oder in drr Naturheilkunde zu suchen. Es gibt soviel mehr als die westliche Schulmedizin. Bestelle dir die Bücher von Liebscher Bracht, Schmerzspezialisten, und dem Dr. Feil Team. Sie geben Tipps für Aufbau Training und Ernährung und NEMs. Dr. Feil bietet NEMS für Sportler an und bekommt super Feedback z.B. von Marathonläufern oder Senioren. Dann würde ich mit Yoga oder medizinischem Qui Gong starten. Das bringt den Körper wieder ins Gleichgewicht. Sicher können dir auch erfahrene, ältere Heilpraktiker und Apotheker guten Rat geben. Sie wissen weit mehr als die Mediziner. Zuletzt kannst du dich auf Facebook Gruppen anschließen und dir dort tägliche Motivation holen und neue Freunde finden, z.B. vegane Rohkost, vegane Rezepte, Natürlich heilen, Medical Medium. Was dir gefällt. Bestelle dir Bücher und lies im Internet über Patientenerfahrungen. Mach' dich schlau! Jeden Tag ein bißchen. Ich kenne eine Fibro Patientin, die sich in einer privaten TCM Klinik behandeln lässt. Sie hat ein Friesenpferd und geht mehrmals in der Woche zum Reiten, sie reist und hat eine Familie. Im Haushalt hat sie eine Hilfe engagiert. Wassergym soll gut sein. Nimm' dir Lesezeit für dich. Gestalte deinen Wohnraum kreativ. Und bitte nimm' Abstand zu den Eltern. Wenn du sie besuchst, dann kommuniziere vorab, dass du heute nur 1 Stunde Zeit hast. Organisiere ein Kaffeetrinken oder Mittagessen, Frühstück. Sprich' nicht mehr über deine Probleme oder dein Privatleben. Das machst du besser mit den Therapeuten. Du wirst sehen, dann wird sich das Verhältnis bessern. Alles Gute Dir und denke positiv.
 
  • #43
Ich kenne eine Fibro Patientin, die sich in einer privaten TCM Klinik behandeln lässt. Sie hat ein Friesenpferd und geht mehrmals in der Woche zum Reiten, sie reist und hat eine Familie. Im Haushalt hat sie eine Hilfe engagiert. Wassergym soll gut sein. Nimm' dir Lesezeit für dich. Gestalte deinen Wohnraum kreativ.

Tja zunächst im Grunde alles richtige dabei. Wichtig sind Ernährung, Bewegung, gesunde Umgebung Abgrenzung und Achtsamkeit. Aber liebe @Elfe11 ist dir eigentlich nicht klar, dass sich viele deiner Detail-Tips nur Menschen mit einem sechsstelligen Taschengeld leisten können? Friesenpferd und so?

Und bitte nimm' Abstand zu den Eltern. Wenn du sie besuchst, dann kommuniziere vorab, dass du heute nur 1 Stunde Zeit hast. Organisiere ein Kaffeetrinken oder Mittagessen, Frühstück.

Zu denken, dass sich toxische Menschen auf irgendwelche Spielregeln einlassen ist naiv und albern. Die werden erst partiell sanfter wenn sie sich durch ihr Verhalten völlig isoliert haben oder sterbenskrank Hilfe brauchen. Manche dann aber immer noch nicht.
 
T

ThePinkLady

Gast
  • #44
Liebe FS,
atme einmal tief durch und dann Google mal bitte das Stichwort Depression. Wieviele Menschen weltweit und länderspezifisch davon betroffen sind (ich glaube Japan war Spitzenreiter).
Dann wieviele Menschen eine psychosomatische oder eine chronische Krankheit haben. Und wieviele Probleme mit Einsamkeit.

Du liegst mit deinen Problemen so ziemlich im Mittel, inklusive mit deinen Problemen zu deinen Eltern (Thema "verlassene Eltern").

Jeder Mensch ist außerdem im Laufe seines Lebens mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schon mal irgendwie, irgendwo und irgendwann gemobbt worden, es sei denn er lebt in einer extrem geschlossenen Monokultur oder ganz ohne jede Kontakte- was dann aber wieder andere und sicher auch nicht unerhebliche Probleme mit sich bringt. Dein Mobbing liegt- ohne Wertung und Abwertung- darüber hinaus schon mindestens 15-25 Jahre zurück.

Was deine Eltern angeht, möglich dass sie dreifach doppeltraumatisierte, narzisstische Psychopathen sind, andererseits werden sie vielleicht einfach nur alt, können mit dem heutigen Leben nicht mehr wirklich mithalten oder waren einfach noch nie sonderlich große Leuchten oder in sozialen und geistigen Dingen besonders helle.

Du bist mit 33 in einem Alter, in dem du dein Leben nicht mehr von der Meinung irgendwelcher senilen, kleingeistigen Greise abhängig machen solltest, du bist eine erwachsene Frau, stehst mitten im Leben und mit der richtigen Hilfe, Vertrauen in deine eigene Stärke und Kraft und dem einen oder anderen Tritt von dir selbst in deinen eigenen Hintern, wirst du diesen Wechsel auch ganz sicher ganz hervorragend hinbekommen. Alles Liebe und Gute und ich bin ganz sicher- die beste Zeit deines Lebens liegt noch vor dir.
 
T

ThePinkLady

Gast
  • #45
Hallo an Alle!!

Ich bin echt sprachlos, wie lieb ihr seid, ihr gebt euch Mühe beim Schreiben! Vielen vielen lieben Dank dafür!!! Ja ihr habt ja alle Recht damit und die Tipps werde ich beherzigen, auf alle Fälle! Und nein, ich möchte mich keinesfalls mit meinen Diagnosen brüsken(sagt man das so?)
Ja ich habe heute für Anfang Juli einen Vorbesprechungstermin bei einem Psychiater und Psychotherapeut für nach dem stationären Aufenthalts ( beides in einem) bin froh drum. Jetzt muss ich nur hoffen, dass er mich auch nimmt, sonst steh ich da mit heruntergelassener Hose und Wind im Haar drückt mir die Daumen und die beiden großen Zehen auch bitte!
Ich kann nicht beurteilen ob es an deiner Depression liegt, aber bitte sei doch nicht so überdramatisch! Mit "heruntergelassener Hose und Wind im Haar" und wenn es dieser eine, noch unbekannte Psychiater nicht wird, dann geht gleich die Welt unter. Bitte komme doch mal wieder auf dem Boden der Tatsachen an!

Du hast in den Augen der westlichen Gesellschaft ziemliche "Standardprobleme", eine Depression kann sich wohl sehr übel anfühlen, ist mit Medikamenten aber im Regelfall wohl gut behandelbar, schwere Traumatisierungen oder eine tödliche Krankheit kann ich bei dir zum Glück nicht erkennen und Freunde muss sich jeder der zehntausenden Dödel, die im Zuge von Studium oder Beruf einen Zacken weit wegziehen müssen, selber neu suchen. Freundschaften sind heutzutage und dank social Media ohnehin nicht so eng. Versuche doch einfach mal die Chancen und Möglichkeiten, die du so hast, auszuloten und zu erkennen. Alles Liebe und Gute dir.
 
  • #46
Was deine Eltern angeht ... Du bist mit 33 in einem Alter, in dem du dein Leben nicht mehr von der Meinung irgendwelcher senilen, kleingeistigen Greise abhängig machen solltest,
Nun ja, die Eltern einer 33-jährigen Frau sind aber im Durchschnitt Mitte bis Ende 50. Wenn du mich und meine gleichaltrigen Freunde mit deren Anfang 30-jährigen Kindern sehen würdest, kommst du vermutlich nicht auf "senile, kleingeistige Greise" ;-).
Also, klar muss sich die FS von ihren Eltern abnabeln, das habe auch ich ihr geraten, jedoch ist die Kraft und Macht der Eltern leider mitnichten einfach vernachlässigbar.

Mich wundert ein wenig, dass die FS die Diagnose "schwere Depression" bereits bekommen habe, aber bisher scheinbar in keiner therapeutischen Behandlung deshalb zu sein scheint ...

w54
 
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