• #1

Co-Parenting: Wird das die Zukunft?

Hi,
Da im anderen Thread ja explizit alles außer konkrete Ratschläge unerwünscht ist und mich das Thema bewegt, hier ein eigener Thread dazu.
Ich denke, das Beispiel kann hier nur exemplarisch dienen für das, was ich immer mal wieder beobachte:
Hallo allerseits,

Ich bin 37 Jahre alt, seit fünfeinhalb Jahren getrennt und hatte seit meiner Trennung nicht eine einzige richtige Beziehung. Nur Affären, ONS und viele viele unergiebige Dates. Ich habe keine Zeit und Kraft mehr für die Partnersuche und glaube auch nicht mehr daran, dass ich damit Erfolg haben werde, zumindest nicht in absehbarer Zukunft. Nach der jüngsten Enttäuschung betrachte ich meine Partnersuche als beendet und gescheitert.

Ich habe aber immer noch den Wunsch nach mehr Kindern, bisher habe ich nur eins, was ja nicht gerade viel ist. Jetzt ist meine Überlegung: wie kann ich ohne Partner ein Kind bekommen? Ungern möchte ich eine Samenspende in Anspruch nehmen, weil ich will, dass das Kind einen Vater hat. Lieber einen Vater der nicht bei uns lebt als überhaupt keinen. Kann jemand mir einen guten Tipp geben, wie ich ein Kind bekommen kann, ohne einen Partner zu haben oder hat jemand Erfahrung mit so etwas?

Idealerweise suche ich einen Mann, der in der gleichen Situation ist wie ich: auch kein Erfolg bei der Partnersuche, aber mit Kinderwunsch. Dann könnten wir ein Kind bekommen, um das wir uns gemeinsam kümmern würden, ohne zusammen zu sein.

Wo finde ich einen solchen Mann?

Meine zentrale Frage daher:
Denkt ihr, dass Co-Parenting in 20 Jahren verbreitet sein wird?
Begrüßt ihr das, sehr ihr das kritisch? Welchen Einfluss wird das auf die Gesellschaft nehmen, wenn man von vornherein den biologischen Vater als Partner ausschließt?

Meine Meinung poste ich später, um den Thread nicht unnötig mit Nebenschauplätzen zum Platzen zu bringen.
 
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  • #2
Ich denke schon, dass sich das ausbreiten wird. Egoismus liegt im Trend, da plant jede(r) für sich. Ich denke, das wird dann auch noch in Richtung Genmanipulation ausgeweitet, damit nur kleine Genies rauskommen und es gibt dann sicher auch noch Verträge, die Vorgaben für Abtreibungen klar und deutlich regeln.

Schöne neue Welt - man kann rauslesen: nicht meine Welt. Auch nicht, wenn man damit "die Rente sichert", das wäre natürlich noch eine Variante, die man mit der Rentenversicherung als Vorsorgeprodukt koppeln könnte. Ich persönlich kann da nur den Kopf schütteln.
 
  • #3
Ob das jetzt erwünscht ist oder nicht, ist nebensächlich. Es wird eben einen Teil der Bevölkerung geben, der sich eben ein Kind oder Kinder wünscht und keinen dafür passenden Partner aus welchen Gründen auch immer gefunden hat. Und niemand, der eben seine (Lebens-) Träume gerne umsetzen möchte, wird einen Versuch verstreichen lassen. Egal ob jetzt dieses Ziel über den konventionellen Weg ("Vater-Mutter-Kind" innerhalb einer Ehe oder langfristigen Partnerschaft), ONS, Co-Elternschaft, Samen- und/oder Eizellspende oder Adoption erreicht wird.

Und nochmal: Kinderwunsch ist nicht rational und schon gar nicht etwas über das man Kompromisse schließen kann.
 
  • #4
Schöne neue Welt - man kann rauslesen: nicht meine Welt. Auch nicht, wenn man damit "die Rente sichert", das wäre natürlich noch eine Variante, die man mit der Rentenversicherung als Vorsorgeprodukt koppeln könnte. Ich persönlich kann da nur den Kopf schütteln.

Meine auch nicht - vor allem deswegen, weil man aufgrund der steigenden Produktivität keine Kinder braucht, um die Rente zu sichern. Man erzeugt nur Jugendarbeitslosigkeit (siehe Spanien, Italien etc.)...aber das ist eine andere Geschichte.

Ich glaube auch, dass dieses Thema an Relevanz zunehmen wird und das liegt vor allem an der zunehmenden egoistischen und egozentrischen Einstellung der Menschen, in der alles - auch Kinder - wie ein neuer Pullover gekauft wird. Keiner fragt sich, was die so "produzierten" bzw. "angeschafften" Kinder in 15 Jahren darüber denken, ob sie damit klar kommen, so entstanden zu sein.

Ich denke, dass das dann eine neue lukrative Beschäftigungsmöglichkeit für Psychologen wird. Die "Eltern" wird das nicht sonderlich kratzen, davon bin ich überzeugt. Die sind dann schon wieder drei Stationen weiter.
 
  • #5
Ich finde Kinder sollten in einem liebevollen Umfeld aufwachsen. Eine klassische Beziehung ist kein Garant dafür.
Wenn man so will, empfinde ich meinen Status als AE schon als eine Art ungewolltes Co-Parenting. Mit dem Vater meines Sohne verbindet mich leider nichts weiter als die Belange unseres Sohnes.... Auf Grund der gescheiterten Ehe ist das Thema sehr belastet. Das könnte ich mir mittlerweile auch mit jemandem vorstellen, mit dem ich vorher keine Liebesbeziehung gehabt habe....vermutlich wäre das sogar einfacher, weil man vorher sachlich die Regeln festlegt.
Ich hoffe nicht, dass es die Zukunft wird aber es sieht alles danach aus. Wir Menschen scheinen immer weniger Beziehungsfähig zu sein und das Modell der klassischen Familie wird immer weniger funktional.
 
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  • #6
Ich denke schon, dass sich das ausbreiten wird. Egoismus liegt im Trend, da plant jede(r) für sich.

Ach komm schon, auch Kinderwunsch innerhalb einer Partnerschaft ist egoistisch. Oder glaubst du, dass die Leute heute aus reiner Selbstlosigkeit Eltern werden?
Oftmals sollen mit Kindern die eigene, innere Leere gefüllt oder die lausige Beziehung erhalten werden. Wie oft sind hier Beiträge von Fragestellern bei denen man sich fragt: "Und warum zur Hölle bekommt man da noch Kinder?!?!?"
"Die eigene Liebe mit einem Kind krönen" ist im Grunde auch nichts anderes.

Und zum Thema: Warum nicht? Wenn sich Menschen treffen die auf einer Wellenlänge sind, die die selben Wünsche und Vorstellungen haben, warum sollten daraus keine Kinder entstehen?
Im Gegenteil, wenn keine Emotionalität im Spiel ist die über Freundschaft hinaus geht, kann viel mehr auf die Kinder eingegangen und gemeinschaftlich an einem Strang gezogen werden.
Klar wäre es besser wenn eine Liebesbeziehung zwischen den Eltern bestehen würde aber wie viele davon schwanken nach einer Trennung in Hass und Ignoranz um? Ist das besser für Kinder?
Wenn man sieht wie viele Eltern ihre Streitigkeiten (Fremdgeherei, neue Partner, Eifersucht) auf den Rücken ihrer Kinder austragen, kann es in einem guten, freundschaftlichen Verhältnis eigentlich nur besser werden.
 
  • #7
Auch nicht, wenn man damit "die Rente sichert", das wäre natürlich noch eine Variante, die man mit der Rentenversicherung als Vorsorgeprodukt koppeln könnte.
Naja, wenn man selbst Kinder hat, redet man sich das gern ein, dass man für die Rente der Gleichaltrigen sorgt, das gibt ein gutes Gewissen
Ich denke schon, dass sich das ausbreiten wird. Egoismus liegt im Trend, da plant jede(r) für sich.

Ja, das ist eben auch meine Befürchtung - wie du schon sagst - Kaufhausmentalität - erst Recht in Verbindung mit Genmanipulation.
Ich sehe eine der Ursachen in der ewigen Selbstoptimierung, man kann alles erreichen, wird einem suggeriert. Wenn man mit 40 einiges erreicht hat, fällt einem noch ein, dass man mit Hilfe der Medizin/Leihmutter/Coparent ja auch beim Thema Familie den Haken setzen kann in der To Do-Liste.

Für mich ist eine Partnerschaft eher ein Prüfstein, ob man "Beziehung" überhaupt kann. Wenn man nicht mit einem Partner zusammenleben kann und auch nicht mehr will, wo genau ist der Eigenanteil, und warum sollte man mit einem Kind besser zusammenleben können?
Bitte nicht falsch verstehen - JEDE, auch meine, Partnerbeziehung kann in die Brüche gehen. Ich rede davon, dass man diese bereits von vornherein explizit ausschließt.

Früher ohne Kinder hätte ich gemeint, na die Kinder gehören einem ja und die formt man sich so, dass man gut mit ihnen klarkommt. Inzwischen kommt mir diese Antwort eher pathologisch vor, ich sehe an der Realität mit meinen Kindern, dass das so auf keinen Fall sein darf.

Freu mich weiter auf eure Inputs.
 
  • #8
Ich finde Kinder sollten in einem liebevollen Umfeld aufwachsen. Eine klassische Beziehung ist kein Garant dafür.
Wenn man so will, empfinde ich meinen Status als AE schon als eine Art ungewolltes Co-Parenting. Mit dem Vater meines Sohne verbindet mich leider nichts weiter als die Belange unseres Sohnes.... Auf Grund der gescheiterten Ehe ist das Thema sehr belastet.
Naja aber du bist ja nicht anfangs hingegangen und sagtest ihm "auf keinen Fall haben wir eine Beziehung, ich möchte nur von dir schwanger werden". Dass sich die Dinge anders entwickeln, kann niemand vorher wissen. Liebevolles Umfeld kannst du dann z.B. mit Patchwork oder als AE trotzdem haben. Und klassische MutterVaterKind-Familien können sich ohne Ende streiten.
 
  • #9
Wenn wir nicht aussterben wollen vielleicht;-)

Auch wenn ich nie den Druck gespürt hatte Kinder zu bekommt, vielleicht hätte mich die Natur ja noch erwischt...wäre ich denn nicht vorher schwanger gewesen.
So glaube ich dennoch das es in der Natur liegt uns zu vermehren und wir dem Zyklus: Geburt..Nachwuchs...Tod, genauso unterliegen wie alle Lebewesen.

Jetzt ist bei uns der Luxus eingetreten, das Leben für uns schön zu gestalten und da fallen Versorgung, Verantwortung für einige weg, plus der Tatsache das wir nicht einen Partner nur zum Kinderkriegen suchen sondern zum glücklich leben.

Je mehr also aus dem Zyklus ausbrechen um so schwieriger ist es jemanden zu finden, mit dem das angenehm alles möglich ist.

Das sich Menschen dann zusammen tun, deren Schwerpunkt bei Kindern liegt und nicht bei der Liebe, ist ja nicht so neu.
Früher wurden einige Ehe aus dem Grund ohne Liebe geschlossen....jetzt eben auch ohne Ehe.

Wie ich das empfinde möchte ich auch raushalten aber es ist zumindest keine unlogische Entwicklung.
 
  • #10
Denkt ihr, dass Co-Parenting in 20 Jahren verbreitet sein wird?
Nein, das wird es garantiert nicht sein!
Begrüßt ihr das, sehr ihr das kritisch? Welchen Einfluss wird das auf die Gesellschaft nehmen, wenn man von vornherein den biologischen Vater als Partner ausschließt?
Zum Glück setzen sich rein verkopfte Ansätze nicht ohne Weiteres durch, Emotionen spielen dabei eine ganz wichtige Rolle! Nein sowas kann man nicht begrüßen, das ist eine eiskalte, demoralische, egoistische Vorgehensweise gegen eine warme und behütete Menschlichkeit, nach der sich jeder Mensch sehnt! Gerade in Krisen auch in der Krise der Coronazeit zeigt sich mehr, wie wichtig es ist, dass Menschen als Menschen sich gegenseitig brauchen und zusammen stehen müssen, es werden noch viele Krisen kommen!
 
  • #11
Ich hätte gerne Kinder und werde, wenn ich nicht zufällig vorher fünding werde, in ein paar Jahren ernsthaft darüber nachdenken!

Im Moment date ich Frauen, die zwischen ca. 5 und 12/13 Jahr jünger sind als ich und noch Kinder wollen. Wenn ich 5 Jahre weiter denke und das Suchalter nicht nach unten ausdehne (irgendwann wind's unrealistisch) wird es sehr eng!

Es macht u.U. sogar jetzt schon Sinn, über Co-Parenting nachzudenken! Das liegt einfach daran, dass die Frauen, die ich date und die die höchste Wahrscheinlichkeit haben, dass das noch mit Kinder klappt, unter 40 sind und ich in dem Bereich nur noch Frauen kriegen kann, die irgendeinen Malus haben. Entweder sind sie optisch nicht ganz so vorteilhaft, oder sie sind tendenziell aus blidungsfernen Schichten. Kinder, die nicht schon durch ihr Äußeres, ihre Umgebbung für sich einnehmen können und/oder eher lernschwach sind, wären da nicht auszuschließen!

Die Top Frauen bis Ende 30 können jüngere Männer haben!

Da liegt die Überlegung nahe, ob sich eine hübsche und schlanke Akademikerin, zwischen Mitte und Ende 30, nicht eher auf ein Co-Parenting "ohne Anfassen", mit einem gut situierten Mann Ü50, einlassen würde?

V.m50
 
  • #12

Was verstehst du bitte unter verbreiten? Verbreiten heißt ja, dass der Anteil immer mehr wird. Und das ist eine Entwicklung, die schon oder gerade passiert. Also in Bezug auf die Mamas und Papas, die alleine ein Kind bekommen und großziehen.

Was ihr eigentlich da gerade meint oder diskutiert, ist ob sich das etablieren wird. Und ich sage: Früher oder später wird es das. Das wird wie bei den Schwulen. Die hatten auch einen langen Weg bis sie ein akzeptierter Teil der Bevölkerung wurden und sich das Recht zu heiraten erstritten haben. Und die Ehe bleibt nach wie vor ein Teil des Lebens. Der wird nicht verdrängt. Zumindest denke ich das.
 
  • #13
Eigentlich hätte ich so als erstes geschrieben, muss so was sein.

Aber genauer überlegt,
Es wird sicher nicht die Regel sein, aber eben eine Möglichkeit.

Vielleicht für das Kind gar nicht so schlecht.
Momentan entstehen aufgrund des Kinderwunsches Partnerschaften, die nicht tragen, Rosenkriege, Väter, die keine sein wollen, etc.
Über Co Parenting wollen 2 Menschen Eltern werden, sie wollen zumindest dieses Kind.

Es wird an Ende natürlich viel Regelungsbedarf - und damit auch Potential für Streitigkeiten - geben, vom Umgangsrecht, Unterhalt, was ist bei Uneinigkeit in der Erziehung, welche Betreuungsmodelle.
Was passiert, wenn einer der Elternteile eine*n Partner*in hat - ich sehe da schon die Threads...

Egoistisch ist Kinderwunsch immer.

Wichtig ist am Ende, dass das Kind ein liebevolles Zuhause hat, wie dieses dann ausschaut, spielt mE nicht die große Rolle (jetzt kommt der Shitstorm 😉).

W, 51
 
  • #14
Wichtig ist am Ende, dass das Kind ein liebevolles Zuhause hat, wie dieses dann ausschaut, spielt mE nicht die große Rolle (jetzt kommt der Shitstorm 😉).
Also von mir schon mal nicht.
Weil meine Tochter in einem sehr liebevollen, beständigen Zuhause aufwuchs, in dem es keinen Vater gab. Dafür eine Mutter und zwei Großeltern ( meinen Vater und meine Stiefmutter, bei denen ich selbst aufgewachsen bin ) plus meine leibliche Mutter, bei der meine Tochter über ca. 10 Jahre je 24 Stunden / Woche war.
Über meine drei Eltern kann man ganz viel Schlechtes sagen und das habe ich hier auch schon oft, aber ein Gutes ist ihnen gemein: man kann sich zu hundert Prozent auf sie verlassen. Sie sind pünktlich und zuverlässig bis zum Grotesken. Bis auf die Minute. Bis auf den €cent.

Meine Eltern waren am Ende ihrer Berufstätigkeit, alle drei wohlhabend. Ich nicht, ich war 26, ich hatte keinen Mann aber ein Kind konnte ich mir gut vorstellen.
Ich fragte sie, wie sie das fänden und alle drei waren begeistert von einem Enkel und sagten mir ihre Hilfe zu. Hilfe. Nicht mal was Schönes zum Geburtstag oder mal ein Babysitting am WE, sondern Hilfe.
Und ich wusste, dass ich mich darauf verlassen konnte.
Diese Verlässlichkeit hat keine Frau außer mir.
Selbst die nicht, die lange verheiratet sind und der Mann sich selbst sehr gerne ein Kind wünscht.

Das ist mein Co-Parenting und ohne hätte ich es nicht gewagt.
Mit einem Mann oder einem schwulen Paar würde ich das niemals machen. Denn das birgt Risiken wie die mit dem leiblichen Vater.
Bei meinen Eltern würde ich eine Ausnahme machen, also gemeinsam ein Haus kaufen, eine Firma gründen und ein Kind aufziehen, weil sie verlässlich sind. Ein Partner ist das niemals.
Kein Ehepartner und auch kein Co-Parent.
Wenn es schlecht läuft, wollen die mitquatschen aber nichts leisten. Rechte haben, aber keine Pflichten übernehmen. Keinen Unterhalt bezahlen ( weil sie selbst nichts haben oder so ), aber trotzdem Umgang wollen. Und wenn es ganz mies läuft, den nur dann, wenn ihnen danach ist.
Oder stellt euch mal vor, euer Co-Parent ist Herr Valmont. Ich denke, er wäre verlässlich, aber wer weiß das schon ? Falls das Kind wegen schlechter Gene der übriggebliebenen U40-Frauen, die er noch abkriegen kann, hässlich oder dumm ist, zieht er sich vielleicht zurück. Oder wenn es gar behindert ist, oje !
Er würde vermutlich weiter bezahlen, joa, das schon...
Naja, oder wenn das Kind zu den Top-Leuten gehört, will er es vielleicht ganz viel haben, hat dann auch seine Vorstellungen bezüglich Segelclub und so...also nee, ...eher nicht. Nee, ganz sicher nicht.
Ich denke, wenn man stark ist, ist es am besten, ein Kind allein zu bekommen. Wenn man schwach ist, am besten gar keins.
Wenn man jemanden braucht dafür, sollte man es lieber lassen, weil es ja nicht unwahrscheinlich ist, dass man später allein da steht.

w 53
 
  • #15
Ich bin da unentschlossen. Ich denke eigentlich nicht, dass sich das extrem ausbreitet, da die meisten Leute ja durchaus auch einen Partner wollen und nicht quasi AE als Lebensziel haben. Ein Freund von mir ist homosexuell und will unbedingt ein Kind. Er schafft es nicht, eine Beziehung zu haben, weil er wirklich extrem ist vom Charakter. Das genau ist aber auch der Punkt aus dem die Freunde alle kritisch sind.. Er hat schon im Ausland Leihmutter und alles organisiert. Ich denke aber auch, er ist sicher ein besserer Vater als viele, die ohne nachzudenken Kinder bekommen. Das gilt auch für andere Modelle dieser Art. Jemand, der bewusst alles tut, um ein Kind zu bekommen, ist sicher engagierter als die asozialen Alkoholiker mit vier Kindern, neben denen ich mal gewohnt hab. Da hatte das Kind eine Sprachstörung, weil die Eltern sich mit ihm null beschäftigt haben.. Ich weiß dennoch nicht, wie das für die Kinder mal ist, wenn sie den Vater oder die Mutter nicht kennenlernen oder nie eine glückliche Beziehung vorgelebt bekommen. Ideal finde ich es nicht, aber das ist es auch bei Paaren oder AE oft nicht.
Egoistisch ist Kinder bekommen immer, und auch keine Kinder sind egoistisch.
w, 37
 
  • #16
Ok, ich sehe es so - statt an die Ursache zu gehen, wird wieder symptomatisch gehandelt. Ja, viele Männer hauen an, viele Beziehungen gehen kaputt. Warum?? Warum wird da nicht Hilfe angeboten, um an den Ursachen zu arbeiten, statt wieder mal absolut bescheuerte Formen zu unterstützen. Sorry, dass ich das so sage. Kinder werden nicht erzogen, Kinder kopieren unser Verhalten. Welches Paarverhalten soll ein Kind lernen, wenn es gar kein Paarverhalten vorgelebt bekommt?
 
  • #17
Ich muss gestehen, ich kannte diesen Begriff gar nicht und denke auch nicht, dass es eine Zukunft hat. Es ist bestimmt ein interessantes Lebensmodelle für offene Beziehungen oder für Homosexuelle Partnerschaften aber ob dieses Modell zukünftig als Standard für alle sich durchsetzt, kann ich mir nicht vorstellen. Es hat für mich etwas unnatürliches in sich und die Menschen teilen sowieso ungern.
 
  • #18
Sorry, dass ich das so sage. Kinder werden nicht erzogen, Kinder kopieren unser Verhalten. Welches Paarverhalten soll ein Kind lernen, wenn es gar kein Paarverhalten vorgelebt bekommt?
Dachte ich auch spontan ....was sagt das über eine 37 jährige Frau aus, wenn sie so wenig in der Lage dazu ist, einen ONS von einer Beziehungsanbahnung zu unterscheiden?

Ich kenne eine Frau, die so ihr Kind bekommen hat. Wir haben zusammen studiert. Der Vater ist ein schwuler Mann. Und ich kenne aus der Zeit auch ihr „Beziehungsleben“, was eine absolute Katastrophe war, weil sie massive Bindungsprobleme hatte.

Es lag also nicht an den Männern.

Und wer solche Probleme hat, gibt sie ans Kind weiter.

Dieses Co Parenting ist auch wieder so ein „Huch, ich habe meine Jugend ausgedehnt“ Phänomen.

Ich lebe in Berlin und die Leute hier wissen teilweise mit Mitte 30 noch nicht, was sie mit ihrem Leben wirklich anfangen wollen. Die ewigen Jugendlichen ...

Da sitzt man mit seinem Kind auf dem Spielplatz in Kreuzberg ( Szene Bezirk ) und muss sich als Spießer betiteln lassen, weil man ein paar Eltern dazu auffordert, ihren Joint bitte außerhalb des Spielplatzes zu rauchen.

Und das ist das soziale Milieu aus dem solche alternativen Lebenskonzepte kommen.

Durchsetzen wird sich das nicht. Es ist eher zu beobachten, dass je komplexer unser Leben wird, nach je mehr Struktur sehnen wir uns im privaten Raum. Die Kinder der 68er Bewegung haben ja auch eine ganz andere Entwicklung genommen und die jungen Menschen wollen wieder vermehrt heiraten und den klassischen Weg gehen ...
 
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  • #19
Warum sollte sich das denn durchsetzen ?
Das Hauptproblem bleibt doch - nämlich, den passenden Partner dafür zu finden.
Und das Kind ? Soll es 2 Wochen in Berlin und 2 Wochen in Stuttgart leben ? Wie wächst es auf - Golfclub beim Vater und Reitstall bei der Mutter ? Freundschaften ? Schule ? Erste Liebe ? Soll wirklich alles zum Problem verkommen ?
Für Frauen gibt es die Samenbank, für Männer bleibt nur die bezahlte Leihmutter. Valmont wird die 100 T Euronen verschmerzen. Andere werden sparen müssen.
Für mich macht es wenig Sinn. Ein Kind braucht ein Zuhause. Muss wissen, wo es hin gehört. Muss lernen, Bindungen aufzubauen. Braucht Kontinuität um sich zu entwickeln.
Für manche Eltern mag es ja passend sein. Hier allerdings sollte man zum Wohle des Kindes denken und handeln. Des Kindes, dem man eine Heimat geben will.
 
  • #20
Entweder sind sie optisch nicht ganz so vorteilhaft, oder sie sind tendenziell aus blidungsfernen Schichten. Kinder, die nicht schon durch ihr Äußeres, ihre Umgebbung für sich einnehmen können und/oder eher lernschwach sind, wären da nicht auszuschließen!
hm. Kinder sind eh nicht wirklich planbar in ihrem ganzen Sein.
Wenn ich mich so umsehe. Da sind junge gesunde Eltern, die ein Kind haben, das lernschwach ist, oder krank oder aggressiv. Da sind Eltern die ein eher durchschnittliches Aussehen haben und die Kinder sind hübsch.
Einmal hab ich eine Frau kennengelernt, die zwei Kinder hatte. Eines wurde schwer geistig und körperlich behindert ( vor der Geburt unauffällig), das andere war hochbegabt. somit war die Familie total isoliert.
Was ich meine:
Es ist nicht wirklich so gut planbar, wie du dir wünscht.
Ich drücke die Daumen, dass du dich verliebst und es einfach klappt. Und zwar bald!

Zur FS:
kann ich mir nicht so vorstellen. Denn auch bei der Kindererziehung ist es gar nicht so einfach auf einen Nenner zu kommen.
Wie soll es ernährt werden, mit was, wie viele Medien ab wann...Wie geht man mit Kind allgemein und in schwierigen Situationen um.
 
  • #21
Naja aber du bist ja nicht anfangs hingegangen und sagtest ihm "auf keinen Fall haben wir eine Beziehung, ich möchte nur von dir schwanger werden". Dass sich die Dinge anders entwickeln, kann niemand vorher wissen. Liebevolles Umfeld kannst du dann z.B. mit Patchwork oder als AE trotzdem haben. Und klassische MutterVaterKind-Familien können sich ohne Ende streiten.
Nein! Ich hätte mir vorher niemals vorstellen können, oder wollen (m)ein Kind alleine groß zu ziehen. Ich bin selber Scheidungskind und fand das grauenhaft.
Jetzt wo ich zwangsläufig AE bin merke ich, dass es nicht so tragisch ist wie befürchtet. Dennoch fehlt meinem Kind im Alltag die männliche Bezugsperson. Auch wenn er 14 Tägig an den WE´s bei seinem Vater ist. Das macht mir zu schaffen und tut mir sehr Leid. Ich wünsche mir nichts mehr als eine sachliche Beziehung zum Kindsvater. Würde ich jetzt noch einen dringenden Kinderwunsch verspüren, ich würde anhand dieser Erfahrung vermutlich über Co-Parenting nachdenken. Patchwork birgt noch mehr Fallstricke als die 1. Runde ohne "Vorbelastung", blödes Wort.
 
  • #22
Auch wenn er 14 Tägig an den WE´s bei seinem Vater ist. Das macht mir zu schaffen und tut mir sehr Leid. Ich wünsche mir nichts mehr als eine sachliche Beziehung zum Kindsvater. Würde ich jetzt noch einen dringenden Kinderwunsch verspüren, ich würde anhand dieser Erfahrung vermutlich über Co-Parenting nachdenken.
Warum positionieren sich so viele Frauen, ein Kind oder mehrere Kinder zu haben, Frage, sind das nicht meistens Frauen, die mit sich selber nicht allzu viel anfangen können?? Und auch deshalb alle Problem die dadurch entstehen können in Kauf zu nehmen?
 
  • #23
Da liegt die Überlegung nahe, ob sich eine hübsche und schlanke Akademikerin, zwischen Mitte und Ende 30, nicht eher auf ein Co-Parenting "ohne Anfassen", mit einem gut situierten Mann Ü50, einlassen würde?

V.m50
Nun also auch in deiner genetischen Linie werden sich weniger gut aussehende und weniger intelligente Menschen finden - ebenso bei der Dame.
Dementsprechend gleicht die Zeugung eines Kindes immer einem Glücksspiel.
Nein! Ich hätte mir vorher niemals vorstellen können, oder wollen (m)ein Kind alleine groß zu ziehen. Ich bin selber Scheidungskind und fand das grauenhaft.
Das spielt auch keine Rolle, ob die Eltern lebenslang ein Paar bleiben. Das problematische an Trennungen
ist nicht die Trennung selbst. Sondern die negativen Gefühle der Eltern, die das Kind sehr beunruhigen.

Aber du kannst deinem Kind eine Liebesgeschichte erzählen, wenn es nach seiner /Ihrer Entstehungsgeschichte fragt.

Denn das machen Kinder. Sie wollen irgendwann wissen, wie sie entstanden sind. Das ist Teil ihrer Identität, ihrer Geschichte.

Und das macht was mit Kindern, wenn sie so „kalt“ gezeugt worden sind...

Möchte man seinem Kind das wirklich vermitteln? Dass es keine Liebe braucht, um ein Kind in die Welt zu setzen ? Das widerspricht der menschlichen Natur ...
 
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  • #24
Warum positionieren sich so viele Frauen, ein Kind oder mehrere Kinder zu haben, Frage, sind das nicht meistens Frauen, die mit sich selber nicht allzu viel anfangen können??

Weil es genauso normal ist, Kinder zu wollen, wie zu essen, zu trinken und Sex zu haben?
Ich habe vier Kinder großgezogen und trotzdem keine Probleme, mich mit mir selbst zu beschäftigen. Aber es ist schon großartig, so kleine Menschlein auf ihrem Weg ins Leben zu begleiten. Damit lässt sich tatsächlich nichts anderes, was ich erlebt habe, vergleichen.
Wenn du doch selbst Kinder hast, verstehe ich nicht, dass du das nicht nachvollziehen kannst. Konntest du mit deinen Kindern nichts anfangen?
 
  • #25
Wenn du doch selbst Kinder hast, verstehe ich nicht, dass du das nicht nachvollziehen kannst. Konntest du mit deinen Kindern nichts anfangen?
Ich freue mich, dass es bei dir gut lief und läuft, ich habe auch Kinder, ich freue mich auf meine Kinder, natürlich kann ich mit meinen Kinder was anfangen, ich liebe sie und habe die beste Verbindung zu ihnen. Habe das lediglich abgeleitet, aufgrund von vielen Frauen hier, die unter großem Druck stehen, ja unter Hochspannung sind, nicht mehr klar denken und handeln können, nur noch eins im Kopf haben, Kind, Kind, Kind, das funktioniert so eben nicht! Dann soll man das Schicksal annehmen!
 
  • #26
Warum positionieren sich so viele Frauen, ein Kind oder mehrere Kinder zu haben, Frage, sind das nicht meistens Frauen, die mit sich selber nicht allzu viel anfangen können?? Und auch deshalb alle Problem die dadurch entstehen können in Kauf zu nehmen?
Du postulierst doch immer das Thema Liebe....könnte es nicht sein, dass es Frauen gibt die Kinder "einfach" bedingungslos lieben? Nach meiner Erfahrung wird Liebe zu Kindern oft besonders intensiv empfunden. Ich kann nachvollziehen, warum manche Frauen darauf nicht verzichten oder noch mehr davon wollen.
Ich weiß es nicht, da ich selber sicher nicht auf biegen und brechen ein Kind in die Welt setzen würde. Den Wunsch danach respektiere ich und kann ihn nachvollziehen.
 
  • #27
Aber du kannst deinem Kind eine Liebesgeschichte erzählen, wenn es nach seiner /Ihrer Entstehungsgeschichte fragt.

Denn das machen Kinder. Sie wollen irgendwann wissen, wie sie entstanden sind. Das ist Teil ihrer Identität, ihrer Geschichte.

Und das macht was mit Kindern, wenn sie so „kalt“ gezeugt worden sind...

Möchte man seinem Kind das wirklich vermitteln? Dass es keine Liebe braucht, um ein Kind in die Welt zu setzen ? Das widerspricht der menschlichen Natur ...
@Anna1309 ich kann ihm erzählen was uns mal verbunden hat, Sicher.....
Aber seine Gegenwart sieht eben anders aus, er leidet unter der Trennung und der Abkehr seines Vaters und ich denke, das ist es was Spuren hinterlässt. Es gibt einige Momente in denen ich lieber eine kalte Zeugung gehabt hätte als einen kalten Umgang. Lieber eine sachliche und respektvolle Co-Parenting Situation und dafür einen liebevollen, zugewandten Vater.
Wie ich oben bereits schrieb: Kinder brauchen ein möglichst warmes und harmonisches Umfeld. Viele getrennte bekommen das leider nicht hin. Das ist für viele Kinder die schmerzhafte Realität, da ist es für sie doch nur ein schwacher Trost, dass da mal Liebe wahr.
 
  • #28
Eigentlich hätte ich so als erstes geschrieben, muss so was sein.

Aber genauer überlegt,
Es wird sicher nicht die Regel sein, aber eben eine Möglichkeit.

Vielleicht für das Kind gar nicht so schlecht.
Genauso war meine Reaktion auch, als ich mich jetzt mit dem Thema befasste. Aber bei genauem Hinsehen denke ich, dass der gesellschaftliche Wandel derart ist, dass es unter den gegebenen Umständen vielleicht etwas Gutes hat. Um das in meinem Weltbild auszuführen:
Bis vor vielleicht 50 Jahren waren Männer und Frauen wirtschaftlich aneinander gebunden, allein leben wie heute klappte nicht in breiter Masse. Auch das Aufkommen der Pille machte uns Frauen unabhängiger, wir können frei unseren Partner wählen, und sind nicht gleich beim ersten Sex der "Gefahr" ausgesetzt, mit Schwangerschaft und ohne staatliche Unterstützung an diesen Mann gebunden zu sein. Ergo nahm im Zuge dessen der Stellenwert einer festen Verbindung mit Ehe ab mit dem Effekt der gegenwärtigen Scheidungsraten, Sorgerechtsschwierigkeiten etc. Finde ich persönlich doof, sehe aber, dass das sich grundsätzlich manifestieren wird und die Ursache ist, weshalb überhaupt Leute über Co-Parenting nachdenken.
Deswegen komme ich für mich zu dem Schluss, dass ich Co-Parenting gar nicht so doof finde, weil einfach die frühere Sicherheit (oder auch "Gefängnis") einer StandardFamilie heute nicht mehr gegeben ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine normale Familie sich trennt, halte ich für recht hoch, da ist eine von vornherein rein freundschaftliche Beziehung der Eltern das kleinere Übel.
Was mich dann doch wieder stört, ist diese blumige Verklärtheit, wie Co-Parenting medial dargestellt wird. Ich merke, wie anstrengend es in meiner Standardfamilie ist, mit meinem Partner Einigkeit in der Erziehung zu finden, mit einem Bekannten stelle ich es mir noch schwieriger vor, auch organisatorisch.
W37
 
  • #29
Was mich dann doch wieder stört, ist diese blumige Verklärtheit, wie Co-Parenting medial dargestellt wird. Ich merke, wie anstrengend es in meiner Standardfamilie ist, mit meinem Partner Einigkeit in der Erziehung zu finden, mit einem Bekannten stelle ich es mir noch schwieriger vor, auch organisatorisch.
Ich habe das Thema jetzt nicht gegoogelt.
Geht man davon aus, dass die beiden Single sind und auch bleiben?
Oder was passiert, wenn einer oder beide eine Beziehung eingehen?
 
  • #30
Ich habe das Thema jetzt nicht gegoogelt.
Geht man davon aus, dass die beiden Single sind und auch bleiben?
Oder was passiert, wenn einer oder beide eine Beziehung eingehen?
Die Beziehungen sind unabhängig von der Elternschaft.
Also will heißen:
Was auch immer mit Partnerschaft passiert.
Die Eltern bleiben Eltern und kümmern sich auch.
Die Beziehungen muss drum rum organisiert werden;)
 
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