• #1

Darf eine Trennung als endgültige Entscheidung verkündet werden?

Ich empfinde eine Trennung als eine sehr schwerwiegende, ernste Angelegenheit und bevor ich mich zur Trennung entschließe, denke ich lange und gut darüber nach. Wenn ich dann zur Entscheidung komme, dass nur eine Trennung der richtige Weg ist, dann verkünde ich die Trennung und mache unmissverständlich klar, dass diese Entscheidung wohlüberlegt und endgültig und nicht diskutierbar ist.

Zu einer Partnerschaft gehören zwei, zu einer Trennung nur einer.

Natürlich (!) versuche ich schon lange vor dem Nachdenken über eine Trennung die Partnerschaft zu retten und über Defizite zu sprechen. Über eine Trennung denkt man ja nur dann nach, wenn eben jene Möglichkeiten gescheitert sind.

Wie haltet Ihr das?
 
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  • #2
Also wenn ich mich zur Trennung entschieden habe, dann halte ich das natürlich (!) ganz geheim, damit das auch ja niemand erfährt (Ironie aus).
Und sorry, aber wenn ich mich in einer aus meinen Augen funktionierenden Partnerschaft befinde, von meinem Partner auch keine gegenteiligen Signale kommen, wüsste ich jetzt gerade mal überhaupt keinen Grund, eine Partnerberatung in Anspruch zu nehmen - quasi vorbeugend.
Wenn es in einer Partnerschaft zu tiefgreifenden Differenzen kommt, dann schießen natürlich (!) auch Gedanken an eine Trennung durch den Kopf. Nur bin ich dann natürlich (!) erst einmal daran interessiert, diese Beziehung zu retten, soweit sie mir etwas bedeutet.
Und auch zu einer Trennung gehören zwei: wenn die Ansichten der beiden Protagonisten nicht mehr kompatibel sind, führt dies wohl zur Trennung. Und wenn ich allein bin, habe ich wohl auch niemanden, von dem ich mich trennen könnte.
w/45
 
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  • #3
Natürlich darf eine Trennung als endgültige Entscheidung verkündet werden!

Da die meisten Trennungen aber nur von einer Seite ausgehen, also nicht symmetrisch von beiden Partnern gleichzeitig gewünscht sind (obwohl es natürlich auch das gibt), wird in sehr vielen Fällen der verlassene Partner wohl auch kämpfen, diskutieren, reden, nochmal eine Chance bekommen wollen.

Ich bin der Meinung, auf ein "abschließendes" Gespräch, also ein ausführliches Gespräch noch einmal an einem anderen Tag, als der, an dem die Trennung verkündet wurde, hat der Getrennte ein "Recht", wenn er das wünscht. (Natürlich nur in den Fällen, in denen die Trennung nicht wegen Fremdgehen, Gewalt oder ähnlichen Delikten ausgesprochen wurde!) Einem Menschen, mit dem ich über mehr oder weniger lange Zeit eine Liebesbeziehung hatte, bin ich es schuldig, mich mit seinen Fragen, Diskussionen, oder der Trauer konfrontieren zu lassen, die ich durch meine Trennung bei ihm ausgelöst habe! Natürlich nicht unendlich oft und lange, sondern 1-2 Mal.

Ich selbst habe, als die sich Trennende, o.g. immer gewährt. Mir ist es umgekehrt aber leider schon passiert, dass mir die Trennung (nach halbjähriger Beziehung) sehr kurz und knapp verkündet wurde, mit 1-2 Sätzen a la "es passt einfach nicht", ohne dass vorher Streit oder etwas Gravierendes vorgefallen war, und ich wurde dann ohne weitere Gesprächsmöglichkeit stehen gelassen. Das fand ich unmöglich und habe lange gebraucht und gegrübelt, bis ich darüber hinweg gekommen bin. Später liefen wir uns zufällig und für mich ungewollt noch einige Male über den Weg - da habe ich ihn einfach völlig ignoriert, so als ob ich ihn nicht kennen würde!

w45
 
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  • #4
Ich würde mit meinem Partner sprechen, bevor ich mich trenne. Warum machst du das nur mit dir aus? Hat er nicht das Recht, auch etwas dazu zu sagen bzw. das Recht auf eine zweite Chance? Vielleicht steigerst du dich ja in irgendetwas hinein, was gar nicht da ist.
 
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  • #5
Ich habe es genauso wie du gehalten, Frederika.

Du schreibst es ja auch, und es ist richtig so:
Erst einmal sollte man versuchen, die Partnerschaft zu retten, an ihr und an sich selbst zu arbeiten. Warum nicht auch mit Paarberatung/Paartherapie, wenn schon einiges im Argen liegt?

Wenn ich mich getrennt habe, dann war das immer endgülig. Ich habe eine Partnerschaft nie wiederbelebt, und ich habe auch keinerlei Kontakt zu irgendeinem Ex.
Gerade letzteres halten viele (wenn nicht die meisten Menschen) aber anders, das ist mir bewusst. Für mich und auch für dich, das habe ich oft gelesen, ist es der richtige Weg.
 
  • #6
<MOD: Bitte beantworten Sie diese Titelfrage unabhängig von dem Parallelthread und schreiben Sie einfach Ihre eigene, persönliche Meinung.>
 
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  • #7
Nein, auch zur Trennung gehören zwei! Sonst müsste man sich ja nicht trennen...

Ich meine, es ist absolut nicht in Ordnung, wenn einer im stillen Kämmerlein seine Entscheidung reifen lässt und diese dann dem anderen vor den Kopf gehauen wird und dann noch mit dem Argument "nicht diskutierbar". So etwas klingt autoritär und ist mit partnerschaftlichem Verhalten nicht vereinbar.

Es mag sein, dass die Entscheidung unwideruflich von einem getroffen ist, aber: es muss beidseitig darüber gesprochen und sogar verhandelt werden, wie damit umzugehen ist. Ich z.B. brauche und suche immer das Gespräch, die Aussprache und auch noch den angemessenen Umgang miteinander. Es ist absolut nicht in Ordnung, den anderen vor vollendete Tasachen zustellen und ihn im Regen stehn zu lassen. NOchs chlimme rist der sog. totale kOntaktabbruch, wenn es nur einer möchte und nicht der Zurückgebliebene, der evtl. den moderaten Rückzug braucht....
 
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  • #8
Trennung ist ein Prozess. Man entscheidet sich nicht für eine Trennung, sondern man kommt zur Einsicht, dass ein Zusammenleben nicht mehr gewünscht oder möglich ist. Das Auseinandergehen selbst ist nur der letzte Schritt in diesem Prozess.

Charackterlosigkeit zeigt sich da, wenn dem Partner der eigene Prozess der Abnabelung verheimlicht wird, wenn die Gründe für die zunehmene Entfernung nicht bei Eintreten des Abdriftens kommuniziert werden, wenn der Partner im Glauben gelassen wird alles sei in bester Ordnung. Wenn im Prozess der Entfernung vom Partner der Punkt erreicht ist da seine Anwesenheit selbst zum Unwohlsein führt, dann sollte die Flucht ins eigene Leben angetreten werden.

Ich stimme zu, das Auseinandergehen sollte dann als endgültige Entscheidung verkündet werden, aber man sollte den Partner nicht damit überraschen.

m
 
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  • #9
Wenn ich an meine Trennungen denke, dann war es immer ein längerer Prozess, zu dem zwei gehörten. Man sprach über die Beziehung, über Defizite, Lösungsmöglichkeiten. Und beide merkten, fühlten, es läuft auf eine Trennung hinaus. Und einer sprach es dann aus, meistens ich.

Ich kann mir so eine ganz geradlinige Entscheidungsverkündung mit Diskussionsausschluß bei einer längeren Beziehung nicht vorstellen. Vielleicht bei bösem Betrug, Fremdgehen, anderen schlimmen Dingen - und sowas habe ich nie erlebt.

Es kann sein, daß ich Frederikas "nicht diskutierbar" falsch verstehe. Wenn es als nicht revidierbar gemeint ist, dann stimme ich damit überein. Eine Trennung ist eine Trennung. Sie sollte nie ausgesprochen werden, um insgeheim eine Wiederannäherung erzielen zu wollen.

M/50
 
  • #10
Es kann sein, daß ich Frederikas "nicht diskutierbar" falsch verstehe. Wenn es als nicht revidierbar gemeint ist, dann stimme ich damit überein. Eine Trennung ist eine Trennung. Sie sollte nie ausgesprochen werden, um insgeheim eine Wiederannäherung erzielen zu wollen.
Ja, so meine ich es. Wenn ich eine Trennung verkünde, dann ist das endgültig und nicht mehr verhandelbar. Ich werde meine Gründe kurz und knapp darlegen, im allgemeinen dürften sie aber dem Partner letztlich sofort bekannt vorkommen, weil sie gewiss in der jüngeren Vergangenheit öfter diskutiert worden sind und weil für beide spürbar war, an welchen Punkten es in der Partnerschaft haperte.

Wenn es dann aber zur Trennung kommt, dann ist in diesem Moment all das nicht mehr diskutierbar und muss nicht mehr zerredet werden. Man nennt Gründe, verhandelt und diskutiert aber nicht mehr. Die Entscheidung ist gefallen und Punkt. Alles Zerreden würde nur noch weh tun und schaden und den Prozess verzögern.
 
  • #11
Trennung ist ein Prozess. Man entscheidet sich nicht für eine Trennung, sondern man kommt zur Einsicht, dass ein Zusammenleben nicht mehr gewünscht oder möglich ist. Das Auseinandergehen selbst ist nur der letzte Schritt in diesem Prozess.
Ja und nein.

Ja in dem Sinne, als dass eine Trennung tatsächlich ein Prozess ist, der von frühen Zweifeln und Unzufriedenheiten über gescheiterte Rettungsversuche bis hin zu der Einsicht verläuft, dass es sich schlecht anfühlt und keinen Zweck mehr hat.

Nein in dem Sinne, dass zumindest in meinen persönlichen Fällen immer eine klare Entscheidung von mir getroffen wurde. Man wälzt das Problem hin und her, man fühlt, dass es sich nicht mehr gut anfühlt und keinen Zweck mehr hat, aber man hat ja doch fast immer noch verbliebene Gefühle und teils auch objektive Trennungshindernisse zu überwinden. Natürlich kommt es da zu einer Entscheidung -- meist erst einmal "abwarten" oder "zögern", dann irgendwann, mal früher mal später, die Entscheidung, dass es eben definitiv nicht mehr geht. Also eine Trennung ohne Entscheidung kenne ich nicht.

Ich stimme zu, das Auseinandergehen sollte dann als endgültige Entscheidung verkündet werden, aber man sollte den Partner nicht damit überraschen.
Hm, kann ich so nicht unterschreiben. Ich würde den Fokus anders setzen: Man sollte versucht haben, über Defiziteb der Beziehung zu sprechen und Besserung zu erreichen. Die Trennungsgründe sollte als Defizite bekannt sein.

Aber die endgültige Entscheidung zur Trennung kommt doch fast immer irgendwie doch überraschend. Es ist doch so gut wie nie der Fall, dass beide gleich unzufrieden mit der Beziehung sind. Oftmals ärgert sich einer mehr als der andere.
 
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  • #12
Menschen ändern sich-zum Guten und zum Schlechten. Natürlich kann man denken, dass eine Trennung im Moment besser ist, allerdings sollte sie nie als unumstösslich gesehen werden.
Oft braucht man Abstand und erkennt später erst, dass man einen Fehler gemacht hat. Wer eine Trennung als endgültige Entscheidung sieht, der ist meines Erachtens nicht reif genug, zu erkennen, dass der Mensch und seine Lebensumstände sich ändern, oder er ist zu alt und festgefahren, um an sich selber zu arbeiten.
 
  • #13
Menschen ändern sich-zum Guten und zum Schlechten. Natürlich kann man denken, dass eine Trennung im Moment besser ist, allerdings sollte sie nie als unumstösslich gesehen werden.
Interessante Meinung. Für mich persönlich absolut absurd, aber die Menschen ticken ganz offensichtlich sehr verschieden.

Ich finde nichts schlimmer als aufgewärmte Beziehungen oder zurückgenommene Trennungen. Das wird es bei mir definitiv niemals geben -- sowohl eine Frage der persönlichen Würde als auch des Fundaments des Vertrauens in einer Partnerschaft. Beziehungen, über denen das Damoklesschwert der Trennung schwebt, sind doch eigentluich bereits beendet, weil das Fundament fehlt: Vertrauen und Geborgenheit.

Wer eine Trennung als endgültige Entscheidung sieht, der ist meines Erachtens nicht reif genug, zu erkennen, dass der Mensch und seine Lebensumstände sich ändern
Sehe ich genau umgekehrt: Wer eine Trennung nicht als endgültige Entscheidung sieht, der agiert unreif und verantwortungslos.
 
  • #14
Wenn es intensive und langanhaltende Versuche gegeben hat die Beziehung zu retten, die alle gescheitert sind, kann nach einer gewissen Bedenkzeit einer der Partner die Trennung vorbereiten und dann klar verkünden. Nach vielen, vielen fruchtlosen Auseinandersetzungen muss es dann nicht unbedingt noch drei oder fünf Trennungsgespräche geben- beiden ist klar, dass die Beziehung gescheitert ist.

Wenn jedoch "nur" schlechte Stimmung herrscht, eine Entfremdung eingetreten ist, der Sex nicht mehr schön ist- dann herumzubrüten und beschließen, dass mann oder frau keine Lust mehr hat, was solls, moderne Zeiten, dann trennen wir uns eben <MOD: gekürzt um nicht ernstgemeinte Sticheleien>

Nein, das ist einfach emotional unerträglich und der verlassene Mensch wird sehr leiden. Wenn dann noch kompletter Kontaktabbruch eingehalten wird, ohne die Chance, wenigstens im Nachhinein etwas mehr über die wirklichen Gründe für die Trennung zu erfahren- einfach nur schrecklich.
 
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  • #15
Nein in dem Sinne, dass zumindest in meinen persönlichen Fällen immer eine klare Entscheidung von mir getroffen wurde. Man wälzt das Problem hin und her, man fühlt, dass es sich nicht mehr gut anfühlt und keinen Zweck mehr hat, aber man hat ja doch fast immer noch verbliebene Gefühle und teils auch objektive Trennungshindernisse zu überwinden. Natürlich kommt es da zu einer Entscheidung -- meist erst einmal "abwarten" oder "zögern", dann irgendwann, mal früher mal später, die Entscheidung, dass es eben definitiv nicht mehr geht. Also eine Trennung ohne Entscheidung kenne ich nicht.

Stimmt schon, irgendwann muss man eine Entscheidung für sich selber treffen - im ureigensten Sinne für sich selber um in der Situation selber keinen all zu großen Schaden zu nehmen.

Hm, kann ich so nicht unterschreiben. Ich würde den Fokus anders setzen: Man sollte versucht haben, über Defizite der Beziehung zu sprechen und Besserung zu erreichen. Die Trennungsgründe sollten als Defizite bekannt sein.

Aber die endgültige Entscheidung zur Trennung kommt doch fast immer irgendwie doch überraschend. Es ist doch so gut wie nie der Fall, dass beide gleich unzufrieden mit der Beziehung sind. Oftmals ärgert sich einer mehr als der andere.

Ganz genau, im Vorfeld sollten die Kriterien zur Trennung rechtzeitig und deutlich angesprochen, und gemeinsame Lösungen gesucht werden. Und damit kommt die spätere Trennung nicht mehr überraschend, der Partner muss einsehen, dass die Trennung nur die Konsequenz aus der Unfähigkeit zur Lösung ist.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass es meistens Paare schon an der Unfähigkeit der Kommuikation im Vorfeld scheitert. Die Defizite werden nicht klar kommuniziert, zumidest nicht als potentielle Gründe für ein Scheitern im Raum stehen mit einem eindeutigen Ultimatum zur Lösung. Ich vermute, viele kneifen davor weil sie sich selber Fehler eingestehen müssten, die Gründe für das Scheitern einer Beziehung liegen längst nicht immer beim verlassenen Partner. Deshalb, so scheint es, kommt die Trennung für viele doch überraschend.

m
 
  • #16
Ganz genau, im Vorfeld sollten die Kriterien zur Trennung rechtzeitig und deutlich angesprochen, und gemeinsame Lösungen gesucht werden. [...] dass die Trennung nur die Konsequenz aus der Unfähigkeit zur Lösung ist. [...] Die Defizite werden nicht klar kommuniziert, zumidest nicht als potentielle Gründe für ein Scheitern im Raum stehen mit einem eindeutigen Ultimatum zur Lösung.
Oh Gott, da liegen wir Welten auseinander.

Ich möchte niemals, aber wirklich niemals, in einer Beziehung leben, in der die Trennung wie ein Damoklesschwert über mir schwebt. In der es ein Ultimatum gibt, in der ich tagtäglich mit dem nahenden Scheitern und dem endgültigen Nein des Partners leben müsste, ja es quasi ängstlich oder hoffend erwarten würde. Wie schrecklich ist das denn?

Nein, da bin ich wirklich völlig anderer Meinung. Ich bespreche mit meinem Partner, wie ich mir die Beziehung vorstelle, was ich mir wünsche, was mir gerade aufgestoßen ist oder mir nicht gefallt.

Aber niemals, wirklich niemals, steht dabei die Drohung im Raum "sonst trenne ich mich". Wenn das passiert, dann ist es doch schon um die Partnerschaft geschehen.

Partnerschaft beruht auf Vertrauen und Geborgenheit, auf Liebe und Zuneigung. Wer mit dem Verlassen drohen kann, dem fehlt etwas davon ganz grundsätzlich.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass es meistens Paare schon an der Unfähigkeit der Kommuikation im Vorfeld scheitert.
Allerdings. Womöglich aber haben wir beide völlig andere Vorstellungen von guter Kommunikation. Partnerschaftliche Kommunikation vermeidet für mich absolut und uneingeschränkt alle Formen von Ultimatum, Trennungsandrohung und ähnlichem.

_______________________


Ich habe zu diesem Punkt einen neuen Thread erstellt:

https://www.elitepartner.de/forum/rettungsversuche-vs-trennungsandrohung-26453.html
 
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  • #17
zu #11 und #12 (von #8)

Zum Aspekt Unumstößlichkeit hatte ich auch erst etwas geschrieben, es dann aber verworfen. Ich verstehe durchaus, daß sich Menschen entwickeln, ändern und man mit Abstand einige Dinge anders sieht. Daher würde ich auch nicht mit Inbrunst sagen, man kann nach einer Trennung niemals mehr zusammenkommen. Es kann der seltene Fall eintreten, wo man sich sozusagen neu kennenlernt und es nochmal versucht. So etwas würde ich mir nicht mit einem selbstauferlegten Dogma verbieten. Allerdings habe ich damit nur wenig und kurze Erfahrung - und die besagt, eine aufgewärmte Beziehung wird nach kurzer Zeit wieder genau so, wie sie davor war. Es müssten also schon außergewöhnliche Umstände sein, wo ich einen Neustart wagen würde, tendenziell lieber nicht.

Was die Diskutierbarkeit angeht, so finde ich, daß der (Ex)Partner ein Recht auf ein Gespräch mit etwas Abstand hat, nachdem er die Entscheidung verdaut hat. Das gebietet einfach die Fairness ihm gegenüber. Ein kompletter Kontaktabbruch ohne diese Möglichkeit ist absolut unfair und sagt sehr viel über den Charakter des Trennenden (extreme Gründe natürlich ausgenommen).
 
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  • #18
Ich finde nichts schlimmer als aufgewärmte Beziehungen oder zurückgenommene Trennungen. Das wird es bei mir definitiv niemals geben -- sowohl eine Frage der persönlichen Würde als auch des Fundaments des Vertrauens in einer Partnerschaft. .

Frederika, ich denke, da fehlt dir ein wenig die Fähigkeit zur Selbstreflektion. Und was das mit Würde zu tun hat, das frage ich mich erst recht.

Hast du es in deinem ganzen Leben nicht erlebt, dass alles im Wandel ist und es gilt, sich immer wieder zu verändern und neu zu positionieren?

Vor 20 Jahren verabscheute ich Schimmelkäse, heute liebe ich ihn. Mein Musikgeschmack hat sich geändert. Meine politische Einstellung. Meine Lebenseinstellung erst recht. Damals war mir viel Geld wichtig, am besten ohne Kinder. Heute ist es konträr.

Manchmal ändern sich Menschen innerhalb kürzester Zeit. Gerade bei einschneidenden Veränderungen wie Trennungen. Wenn das passiert und man sieht nicht, dass sich der Expartner so geändert hat, dass einer erneuten Aufnahme der Beziehung nichts mehr im Wege steht, dann hat man Scheuklappen an.

Im Umkehrschluss zu der unumstösslichen Trennung müsste es ja auch die ewige Beziehung geben, dh. wenn man sich für jemanden entschieden hat, dann ist eine Trennung undenkbar, egal, wie sich diese Person verändert.
 
  • #19
Und was das mit Würde zu tun hat, das frage ich mich erst recht.
Es hat mit Würde zu tun, sich nicht emotional erpressen zu lassen oder schwebende Ultimaten zu akzeptieren. Ich möchte geliebt und begehrt werden und nicht auf "Bewährung" in einer Partnerschaft sein. Das wäre für mich würdelos. Man kann sich mit seinem Partner über alles streiten und in die Haare kriegen, aber doch bitte auf der Basis, dass man sich liebt und will und nicht auf der Basis, dass man sich trennt, falls der andere nicht dies und das macht.

Hast du es in deinem ganzen Leben nicht erlebt, dass alles im Wandel ist und es gilt, sich immer wieder zu verändern und neu zu positionieren?
Selbstverständlich. Ideal ist es, wenn man sich zusammen so weiterentwickelt und verändert, dass man mehr zu einer Einheit wird, anstatt sich auseinanderzuentwickeln.

Natürlich verändern Menschen sich und natürlich kann eine Partnerschaft davon profitieren oder es zumindest aushalten.

Wenn das passiert und man sieht nicht, dass sich der Expartner so geändert hat, dass einer erneuten Aufnahme der Beziehung nichts mehr im Wege steht, dann hat man Scheuklappen an.
Das sehe ich nicht so. Ich empfinde aufgewärmte Beziehungen als das allerletzte und würdeloseste an. On-off-Partnerschaft verdienen nicht einmal den Terminus Partnerschaft.

Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich. Umkehrschlüsse sind so gut wie niemals sinnvoll. Lass es einfach sein, so zu diskutieren.
 
  • #20
Wow...ich bin überrascht, wieviel Erfahrungen Ihr mit Trennungen habt.
Da kann Mann/Frau ja wirklich zum Trennungsexperten werden.

Zur Trennungsentscheidung reicht ein Partner absolut aus. Auch wenn beide sich in der Beziehung schon nicht mehr wohlfühlen, ist es jedoch in der Regel lediglich einer, der den Schlussstrich zieht.
Dieser sollte sehr reiflich überlegt sein. Natürlich sollten auch zuvor Rettungsversuche unternommen worden sein, insbesondere wenn auch noch Kinder im Spiel sind.

Aufgewärmte Beziehungen funktionieren niemals!! Die Basis ist zerstört und kann auch nicht wieder repariert werden.
 
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  • #21
Meine letzter Rettungsversuch war die Trennung, nur leider wars dann auch die Trennung - hät ichs mal lieber alles weiterlaufen lassen - dann hätten wir wenigstens noch regelmäßigen guten Sex.

So sind beide unglücklich und ohne Sex.
 
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  • #22

Dem Mann würde ich glatt eine Chance geben :)
Ganz im Ernst.
Sicher hätten wir dieselben Probleme wieder, doch ich schätze uns reif genug ein, diesmal anders damit umgehen zu können.

Ja, es würde mich glücklich machen.

(Wahrscheinlich sollte ich an dieser Stelle empört aufschreien. Tue ich aber nicht.
Ein begehrenswerter Mann an meiner Seite bereichert meine Lebensqualität um einiges. Dafür vergesse und verzeihe ich gerne.)


@ alle: Es ist natürlich sinnvoll Trennungen zu besprechen. Dann hat man auf dieser Ebene die Möglichkeiten sondiert, und muss diese nicht wieder und wieder in Gedanken wälzen ohne Feedback zu bekommen. Dieses Grübeln, in das man verfallen muss, wenn die Trennung aus heiterem Himmel und unbegründet kommt, ist eine reine Tortur.

Es gibt sicher Fälle, bei denen eine Rückkehr ausgeschlossen ist. Meinen Jugendfreund würde ich niemals wieder wollen, nicht weil er ein schlechter Mensch wäre oder mich verletzt hat, sondern, weil wir zu verschieden sind. Den Vater meiner Tochter würde ich nicht zurücknehmen, weil er dazu tendiert, mehr zu nehmen als ich zu geben bereit bin, und das mit Gewalt.

Trotzdem finde ich es lohnenswert, um manch eine Beziehung zu ringen. Vor oder nach einer ausgesprochenen Trennung. Man spürt grundsätzlich, ob da noch Potential und der Wunsch da ist, aufeinander zuzugehen.
 
  • #23
Natürlich darf ein Partner die Trennung aussprechen, das passiert doch in den meisten Fällen auch so.
Wichtig ist doch, ob beide vorher ernsthaft versucht haben, an der Beziehung zu arbeiten. Wenn ich dazu zu faul (oder zu konfliktscheu, d.h. feige) bin und stattdessen einfach die Trennung verkünde, dann ist das ziemlich schwach...
 
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  • #24
Bei mir war es ein langwieriger Prozess 3x, 1. Beziehung 14 Jahre, Ehe 10 Jahre, Partnerschaft 5 Jahre.Alles wirklich fast alles , was irgendwo noch etwas Sin machte wurde versucht, im Grunde von mir. Getrennte Wohnung, noch mal gemeinsamer Urlaub,Therapie, viele Gespräche, Streit, Auseinandersetzung, Briefe hin und her.
Ich habe allerdings erkannt, es gab eine Trennung , die für beide"Beteiligten" "besser" war.
Eine Beziehung vor diesen 3.Ich lebte in einer Wohngemeinschaft mit diesem Freund zusammen, wir haben 1x einen tollen Urlaub zusammen gemacht, er hat mich auch seinen Eltern vorgestellt.Von seiner Seite eine "verbindliche", tiefe, feste Beziehung zu mir gesucht.
Ich konnte da nicht mit zu diesem Zeitpunkt wohl.
Ich verliebte mich , schätze mal, weil ich kalte Füsse bekam, und mir diese Freundschaft/ Liebe Angst machte.Seine Ehrlichkeit/ Verbindlichkeit.Wir waren vielleicht einfach nicht am selben Punkt damals.Ich konnte und wollte es nicht.
Mein nächster Partner war dann 4 Jahre jünger, und im Grunde nicht auf meiner "Reife"Stufe. musste ich dann gehen, es gab die Gefühle nicht mehr.Es hatte in weiten Strecken Anteile einer Mutter/ Sohn, oder ältere Schwester.Sex war bald nicht mehr mein Thema in dieser Beziehung, aber "ein erfolgreiches Paar", das war da mein Ziel.Ich ging, als es gar keine Mann / Frau Gefühle füreinander mehr gab. Nach langem "Ringen und Zögern",über Jahre.
w51
 
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