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LoreLuft

  • #1

Darf man einem Mann seine Gefühle „gestehen“?

Guten Abend!


Darf man einem Mann seine Gefühle „gestehen“?


Ich sprach kürzlich mit einer sehr guten Freundin die, wieder mal, Bruchlandung mit einem Mann erlitten hatte. Bleibende Aussage von ihr. „Gestehe nie einem Mann das du ihn liebst, ihn brauchst, ihn bewunderst“. Unabhängig von meiner eigenen Erfahrung wüsste ich nun gerne Ihre Meinung und Erfahrungen dazu.


Stimmt es, dass man einem Mann seine Gefühle nicht zeigen sollte und wenn ja warum?

Stimmt es, dass man ihm nicht sagen sollte „Ich liebe dich“ und wenn ja warum?

Oder das man einfach Stolz ist auf seinen Beruf und Erfolg etc. also stolz ist und ihn bewundert?


Wieso ist es besser die unnahbare, eigenständige, uninteressierte und undressierte Frau spielen/sein?

Haben Männer Angst vor Nähe? Wird eine verliebte Frau schnell langweilig? Ist es besser unverbindlich zu sein? Ist die Distanz besser als die Verbindlichkeit? Ich denke Sie wissen in welche Richtung meine Frage geht. Gerne würde ich auch Geschichten dazu lesen!

Über Antworten würde ich mich sehr freuen!


Mfg

LoreLuft
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Also ich sag es mal umgekehrt.

Mich würden die "Gefühlsäußerungen" eines Mannes, sofern man sich kaum oder noch nicht lange kennt" absolut skeptisch machen.

Also - ich liebe Dich - sind schwer zu überlegende Worte, denn bis es soweit ist, sollte man, wie der Indianer sagt, schon einige Meilen in den Mokassins des Partners gegangen sein, sprich seine Schwächen, seine negativen Seiten voll akzeptieren und nicht "nur" den Strahlemann, denn den mögen wir wohl alle.

Der Satz: Ich brauche Dich - löst bei mir Panik aus, ich fühle mich sofort unter Druck gesetzt und denke, kann der auch ohne mich? Bin ich für sein Leben und sein Glück jetzt verantwortlich?
Kann ich das überhaupt sein? Was ist mit ihm selbst?

Bewunderung für einen Mann ja, aber nicht für seine berufliche Leistung, die hat er für seine eigene Sicherheit gewählt, sondern für das was er für mich - freiwillig - tut. Da zu sein, wenn man ihn braucht, zuverlässig und ehrlich mit mir umzugehen, ein Fels in der Brandung des Alltags - aber sonst bewundere ich keinen Mann.

Liebe und Schwärmerei werden oft verwechselt.

Ich persönlich würde nie als erste meine Gefühle für jemanden äußern, bisher war es auch gut so. Manche kann dies in die Flucht treiben, da sie selbst noch nicht soweit sind.

Gefühle und Liebe müssen wachsen und ich finde sie am ehrlichsten, wenn man sich schon länger kennt und einiges an negativen Zeiten schon zusammen durchgestanden hat.

Verliebtheit und guter Sex sind längst keine Liebe, da sie nur im Zeitraum der "rosaroten Wolken" präsent sind. Liebe kommt erst dann ins Spiel, wenn sich diese Wolken verziehen und das Gewitter kommt.
 
G

Gast

  • #3
Nonsens-Frage. Alle verliebten, hilflosen, unbeachteten Jungs werden jetzt händeringend schreien: "Ohh ja, bitte bitte, ja, sage mir, dass du mich liebst... ich brauche das". Und alle abgetörnten Typen werden sagen; "Um Gottes Willen, bleib mir vom Hals".

Du willst also einen tollen Typen beeindrucken von deiner Liebe? Ja, das könnte durchaus schief gehen. "Ich liebe dich" zu jemanden zu sagen, mit dem man ohnehin keine intensive Beziehung führt, ist Verschwendung und vergebene Liebesmüh. Wer soll dich ernst nehmen? Du degradierst dich höchstens zum Groupie und wer will das schon?

Du bist stolz auf den Beruf oder Erfolg des Mannes? Hallelujah! Ich glaube nicht, dass das ist, wofür ein Mann geliebt werden will oder das er von dir wissen muss!

Du musst es anders angehen! Beendrucke doch erstmal den Mann VON DIR! Was hast du so zu bieten? Da sieht es meistens nämlich mau aus!
 
  • #4
Die sicherste Methode, einen Mann ganz schnell wieder los zu werden, ist, vor ihm deine Gefühle zu verheimlichen. Männer reagieren auf positive Verstärkung. Jedenfalls die Männer, die ich so kenne und ich bin selber einer, ich weiß wovon ich rede.

Obwohl man das vermutlich auch nicht verallgemeinern darf... Kurzundgut: Mach, was du willst und sei authentisch dabei. Der richtige wirds schätzen und um den falschen ist nicht schad.
 
  • #5
Zuerst mal kommt es auf den Mann an, würde ich sagen. Wenn einer sich anstrengen will dafür, dass er geliebt wird und denkt "ich würde nie einem Club beitreten, der mich als Mitglied akzeptiert", dann hat eine Frau verloren, wenn sie ihn toll findet und er das merkt. Das sind aber unreife Menschen (gibt natürlich auch die weibliche Variante).

Wenn man "ich liebe dich" erst sagen sollte, wenn man schon ewig zusammen ist, könnte ich mir vorstellen, dass sich das dann auch erübrigt, weil es längst klar ist.

Die Frage ist aber auch tatsächlich, ob man sich gerade mal zwei Monate kennt und solche Sätze sagt. Auch wenn man schnell merkt, zu wem man eine große Zuneigung empfindet.
Aber Du hattest da noch zwei andere Sätze angefügt. "Ich brauche dich", finde ich jetzt nicht so glücklich. Klingt klammerig, unselbständig und könnte den anderen unter Druck setzen, weil man damit ja sagt, dass man irgendwas wichtiges ausgelagert hat und auf den anderen projiziert. Ich möchte weder abhängig sein noch einen abhängigen Partner.

Dass man jetzt stolz auf den Partner ist, finde ich persönlich erstmal auch seltsam. Wenn es nun ein Arzt wäre oder ein Feuerwehrmann, der eine große Sache geleistet hat, vielleicht. Ansonsten würde ich schon Bewunderung empfinden können, wenn mein Freund was super kann, das ich auch gern könnte. Aber stolz? Das ist für mich auch schon wieder was über seinen Partner ausleben, das man eigentlich für sich haben sollte - eine gute Leistung, eine tolle Arbeit etc.

Gefühle zeigen sollte man meiner Ansicht nach unbedingt. Aber nicht dauernd Phrasen dreschen, dass es sich abnutzt.

Wieso ist es besser die unnahbare, eigenständige, uninteressierte und undressierte Frau spielen/sein?
Sein. Dann kriegt der Mann nicht das Gefühl, er müsse für ein abhängiges Wesen sorgen, das ohne ihn verkümmert, stressig wird, manipuliert, rumzickt.

Manche ja, manche nicht. Wie bei Frauen.

Nur, wenn sie wie ne Klette an ihm hängt und kein eigenes Leben mehr hat. Stell Dir einen Mann vor, der ständig an Dir klebt, alles super findet, was Du tust. Hast Du da nicht auch irgendwann das Gefühl, er erkennt Dich gar nicht? Ich meine, man kann ja von sich überzeugt sein, aber wenn einer abdreht und nur noch rumschwärmt, denke ich auch, er meint sein Bild im Kopf und nicht mich.
 
G

Gast

  • #6
Ich glaube, da gibt es keinen Geschlechterunterschied. Und ich glaube auch, dass da der alte Spruch gilt "Der/die Richtige kann nichts falsch machen, der/die Falsche nichts richtig."

Ich empfehle, deutlich Anziehung implizit zu kommunizieren, explizite Liebesgeständnisse aber im Zweifel eher später zu machen - man kann viel kaputt machen, indem man quasi eine Pistole auf die Brust setzt und der/die jenige kann in so einer Situation dann "nicht nicht kommunizieren".

m, mit Liebesgeständnis schon gegen eine Wand gelaufen.
 
G

Gast

  • #7
Liebe LoreLuft,
es ist wie bei den Männern: die Mischung machts!

Bewunderung liebt jeder Mann und jeder wird gerne geliebt. Dies aber in Verbindung mit klettenhafter Hilflosigkeit kann zur Flucht treiben.
Wenn du trotz Komplimenten eine eigenständige Frau bist, die ihre Interessen wahrt, bleibt das spannend. Und Achtung: betont desinteressiert zu sein mag vielleicht in der Werbungsphase den Jagdtrieb eines Mannes anstacheln, irgendwann wirkt das aber kontraproduktiv.
 
  • #8
Hallo LoreLuft,

was wir Lesenden nicht wissen, ist, worauf das Erlebnis Deiner Freundin beruhte - auf einer längeren Beziehung oder einer Anbahnung, in der es Gefühle ihrerseits gegeben hatte - oder....
Das klingt mir nach einer verbitterten Reaktion, die ich verständlich finde, weil man - wenn so ein Geständnis nicht auf Gegengefühle trifft - frustriert ist und schnell der Eindruck entsteht, man hätte da Gefühle verschleudert...

Aber aus so einem Erlebnis braucht man keine Handlungsanweisung dafür zu machen, wie man mit "Geständnissen" umgehen sollte - da es um Gefühle geht, muss auch nach Gefühl entschieden werden und hier - jaja! - kommt die Frage der Reife ins Spiel! Es KANN sein, dass einem beim ersten Sex oder bei einem intensiven Kuss so etwas rausrutscht (ist mir auch schon passiert), weil man gerade in einem so großen Gefühlsschwang ist - und dabei weiß man instinktiv, dass es dafür vielleicht noch zu früh ist und man den anderen auch in die Flucht schlagen könnte...

Andersherum habe ich es bei mir selbst erlebt, dass ich innerlich emotional "verkümmerte", wenn NIE irgend etwas in dieser Art kam und sich so ein Gefühl, was vielleicht durchaus da war, dann eben abkühlte, weil es nie Worte bekam, um dem anderen auch verbal mitgeteilt zu werden.

Es gibt Menschen, die sich mit dem Verbalisieren von Gefühlen sehr schwer tun. Sie meinen, "man merke es doch sowieso", was sie fühlten. Das "Sagen" umgehen sie gerne, weil es sie Überwindung kostet. Solche Leute sind aber nicht besonders cool, sondern besonders unsicher.

Es gibt keine Anweisungen für "Geständnisse". Es muss immer nach Gefühl und sehr individuell entschieden werden. Ist ein Gegengefühl da, wird auch ein "rausgerutschtes" Geständnis mit Liebe und Verständnis aufgefangen und richtig gedeutet.