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  • #1

Das Leben so nehmen wie es ist - könnt Ihr das?

Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich sehr oft über den Tellerrand schaue. Das Schlimme dabei ist, dass es mich nicht unbedingt glücklich macht. Im Gegenteil, da kommt ein bisschen Neid und Sehnsucht und, was weiß ich, alles auf. Ich vergleiche mit meinem Leben, und hadere dann mit meinem Schicksal, statt mit dem glücklich zu sein, was mir das Leben geschenkt hat. Dazu muss ich sagen, dass mich das Leben bisher schon zeitweise sehr heftig durchgerüttelt hat und manches auf der Strecke geblieben ist, was ich mir eigentlich erwartet hätte, aber ich bin immer wieder aufgestanden und kann damit, wie es jetzt ist, im Großen und Ganzen zufrieden sein. Außerdem lässt sich vieles gar nicht (mehr) ändern, man muss es nehmen, wie es ist.
Wie geht es Euch damit?
w/49
 
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  • #2
Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich sehr oft über den Tellerrand schaue.

IM Gegenteil, da kommt ein bisschen Neid und Sehnsucht und, was weiß ich, alles auf. Ich vergleiche mit meinem Leben, und hadere dann mit meinem Schicksal, statt mit dem glücklich zu sein, was mir das Leben geschenkt hat.

Ja, ich habe immer noch Probleme mit dem Tod meiner Frau!

Leider nimmt in dem Maß, in dem ich mit der Trauer um sie immer besser umgehen kann, die Trauer darum zu, dass ich wohl niemals mehr meine privaten Lebensziel erreichen kann. Mit jedem Jahr, das ich älter werde, wird das unwahrscheinlicher!

Wenn ich mir übrigens die Lebenswege meiner Dates so angehört habe, muss ich sagen, dass ich mein Mitleid für "normale Singles" in ähnlichen Situationen sehr in Grenzen hält!

m44
 
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  • #3
Vom Grundsatz her bin ich ein Optimist. Aber so mancher Rückschlag lässt mich heute schon mal hardern mit dem Schicksal. Ja, ich bin immer wieder aufgestanden und habe gekämpft. Doch wenn ich manchmal sehe, wie faulen oder dummen Menschen etwas einfach so zufällt, sie bspw. bei Scheidungen Geld scheffeln, dass sie mit ihrer Hände nie erarbeiten hätten können oder wenn Junge aus der Erbengeneration arrogant auf einen herunterschauen mit dem Blick "wer bist du denn, eure Armut kotzt mich an" - dann bin ich schon wütend und denke mir, es gibt einfach Menschen, denen es besser geht und die einfacher zu ihrem Glück kommen.
Klar, ich habe viel erreicht für meine Verhältnisse aus denen ich komme - aber trotzdem, der Kampf war hart, der Weg steinig und irgendwann möchte man einfach mal das Leben genießen. Doch kaum an einem Zwischenziel angekommen, haut das Schicksal zu - und man muss wieder kämpfen. Nein, ich will heute nicht mehr alles so annehmen, wie es kommt. Doch auch mir bleibt keine andere Wahl, befürchte ich. w/45
 
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  • #4
Ja, ich habe immer noch Probleme mit dem Tod meiner Frau!


m44

Ich will dir wirklich nicht zu nah treten, aber irgendwann solltest du mit dieser Nummer aufhören!
Lass es mit der Partnersuche doch einfach sein, ein Kopie deiner verstorbenen Frau wirst du niemals finden.
Sorry für die harten Worte, aber ich kann es langsam nicht mehr lesen...
 
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  • #5
Liebe FS,
mir hat in meinem Leben garantiert keiner was geschenkt, sondern es wurde mir viel übles angetan. Ich lebe in einem guten Komfortbereich und bin sehr stolz auf das, was ich aus meinem Leben gemacht habe. Unter günstigen Bedingungen wäre mehr drin gewesen. Hätte mich das glücklicher gemacht? Ich sehe massenhaft solche "Glücks"menschen um mich - glücklicher sind die auch nicht, weil sie das unbemühte Glück garnicht zu schätzen wissen. Man kann nach andern schauen und neidisch sein - glücklich macht das garantiert nicht. Darauf verschwende ich meine Energie nicht, weil man nur die Oberfläche sieht und nicht, was dahinter steckt.

Zu dem Neidbeispiel von #2 über die wirtschaftlich erfolgreiche Scheidung kann ich nur das Beispiel einer Freundin erwähnen, der es ähnlich geht. Alle beneiden sie und missgönnen ihr, dass sie ihrem Mann bei der Scheidung ein Vermögen sowie nacheheliche Unterhaltszahlungen abgeknöpft hat, die sie als Akademikerin nie verdienen könnte.
Nur 2-3 Freundinnen wissen, welchen Preis sie dafür wirklich zahlen musste: wie er sie geschlagen und sexuell misshandelt usw. Ab und an bekam mal jemand mit, dass er sie übelst beschimpfte, aber das sah' man ihm nach - hat man schnell vergessen, weil ja auch unbequem. Eigentlich hätte ein Mensch von Format ihr zur Hilfe kommen müssen. Das Geld ist "Schmerzensgeld" und immer noch zu wenig. Er gehört ins Gefängnis, aber ihr war das alles zu peinlich, deswegen hat sie nie was unternommen. Insofern sollte er froh und dankbar sein, dass er nur zahlen muss.

Ich nehme das Leben für mich so, wie es ist, neidisch bin ich nicht, versuche auch, den Blick nach hinten zu vermeiden, sondern im hier und jetzt zu leben.
Und ja, wenn mir Menschen, denen das Glück hold war mit unerträglicher Arroganz begegnen, wie #2 es schreibt oder m, 44 hier auch mal wieder zeigt, dann freue ich mich ein wenig/empfinde Häme, wenn diese Leute vom Schicksal auch mal einen drübergebraten bekommen.
Schau' einfach auf das, was Du aus schlechten Bedingungen gemacht hast und genieß`das jetzt und befass' Dich mit der Zukunft, nicht mit der Vergangenheit.
 
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  • #6
Wenn ich mir übrigens die Lebenswege meiner Dates so angehört habe, muss ich sagen, dass ich mein Mitleid für "normale Singles" in ähnlichen Situationen sehr in Grenzen hält!

m44

Tu den Frauen und dir den Gefallen und verabschiede dich vom Dating. Du schaust nur zurück und in keiner Weise nach vorne. Das ist auch den Frauen gegenüber mehr als unfair. Du bist auch ein ganz normaler Single der seine Frau verloren hat. Das ist schlimm, aber kein Einzelschicksal. Man bekommt keine Kopie eines Menschen, kann aber einen auf anderer Weise bereichert.

Ich nehme mein Leben so wie es ist, ich bekomme kein anderes, das ist mein Leben mit allen Höhen und Tiefen.

w46
 
  • #7
Jeder macht das Beste aus seinem Leben - besser kann er es i.d.R. nicht machen.

Die Einen haben Talent und Glück z.B. zum Millionär - aber das hat und kann nicht Jeder.

Finanziell und beruflich halte ich es aber für Manche schwerer, als in der vorherigen Generation, z.B. 60er Jahre = nun Rentner.

Auch ich habe mehr vom Leben erwartet. Aber bin auch zufrieden, was ich erreicht habe.
Jetzt liegt es an mir, was ich noch erziele.

Dafür bliebe ich von Manchem verschont.

- Ich (m,52) lebe immer noch. Viele Andere, die ich kannte, sind bereits tot
- Ich mußte keine Scheidung, und keinen Unterhalt zahlen.,
- Meine Gesundheit ist besser, wie manche Andere.
- Ich habe nicht solche Schulden, wie Viele Andere.
-.Ich habe keine Partnerschaft - aber dafür auch keine schlechte am Hals.

Ich habe viel Arbeit, eine Wohnung, immer zu essen, bin gesund, und fahre ein Auto.
Klingt simpel, aber so einfach und selbstverständlich war das nicht immer für mich.

Ein Ehepaar in etwa meinem Alter ist bereits Pflegefall. Endstation Pflegeheim.
Auch kein Auto fahren mehr. Höchstens im Auto von Freunden als Beifahrer.

Ich kenne ein anderes Ehepaar, mit geschätzt 12.000 Euro Monatseinkommen.
Eigenes Haus, guter Beruf, gesundes Kind. Trotzdem unzufrieden.

Mir scheint: Je mehr Geld, desto größer deren Probleme ? Oder sich Probleme machen ?

Mein Nachbar fährt einen großen Geländewagen (deutsche Marke). Und jeden Monat durchschnittlich 1.000 Euro Reparaturkosten daran. So ein Auto wollte ich nicht mal geschenkt haben, auch nicht als Millionär.

Man soll schätzen, was man hat. Nicht bedauern, was man nicht hat.
Diese Erde und das Leben bietet so viele Möglichkeiten - man kann nicht Alles machen und haben.
Also muß man sich aussuchen, was man davon machen möchte. Denn die Lebenszeit reicht nicht für Alles.

(m,52)
 
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Mooseba

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  • #8
Ich versuche momentan das Leben so zu nehmen, wie es ist, wie es kommt - sehr zum Unmut meiner Freundin. Wahrscheinlich geht das nur als Single.
 
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  • #9
Das Leben so nehmen wie es ist - könnt Ihr das?

Nein, das hab ich noch nie so annehmen können. Regelmäßig setze ich mich hin und reflektiere meine Situation: Wo kann ich mich optimieren (Aussehen, Haus, Job, ...)? Wer oder was erfreut mich? Was war mein Beitrag, dass manche Situationen nicht nach Wunsch verlaufen sind?

Im Großen und Ganzen bin ich stolz auf das was ich bis heute geleistet und erbracht habe.

Traurig macht mich:

1. Dass es mit den Männern nicht geklappt hat.
2. Meine Herkunftsfamilie, dass sie so sind wie sie eben sind und dieses Verhalten für mich ein No-Go darstellt, ich mich daher distanziert habe.
3. Ebenso betrübt mich die enorme Umweltverschmutzung und ihre Folgen.
4. Ein paar nette Freunde/soziale Kontakte mehr wären nicht schlecht ..

w, 43
 
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  • #10
Klar träume ich mich ab und an auch mal schöner, reicher, und irgendwo hin ;-) ... aber, ganz ehrlich: good times! Ich möchte genau das Leben führen welches ich führe. Mit all seinen grandiosen Höhen und auch schmerzlichen Tiefen, an all den Plätzen an denen ich je war und die die hoffentlich noch dazu kommen werden ... Genau in der Art, und genau mit den Menschen an meiner Seite die ich habe. Dankbar bin ich auch jeweils für das ein oder andere Schicksal, - aufgrund welchem sich ein Weg dann gabeln muss, eine Wendung einnimmt, denn, und das habe ich schon immer gesagt, da ich mir so viel für mich vorstellen kann, nimmt es mir einfach die Entscheidung ab.
w38
 
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  • #11
Liebe FS,

wenn Dein Leben, so wie es ist, für Dich nicht zufriedenstellend ist, ändere es. Die Grenze ist nur in Deinem Kopf. Es ist Alles möglich. Du hast es selbst in der Hand. Vergleiche nicht, sondern schau, was DU wirklich brauchst und was DICH glücklich macht. Ich halte oft inne, mache immer wieder Neues, um festzustellen, was mir wirklich im Leben wichtig ist. Räume auf und integriere Neues, Positives. Du wirst sehen, Dein Leben ändert sich - zum Positiven .. wenn Du bereit dazu bist :) !

Alles Liebe !

w, 33
 
  • #12
Ich vergleiche mit meinem Leben, und hadere dann mit meinem Schicksal, statt mit dem glücklich zu sein, was mir das Leben geschenkt hat.

Vielleicht liegt da der Denkfehler, liebe FS ? Wieso sich mit etwas zufrieden geben, wenn es doch nicht ganz befreidigend ist? Das Leben hat einem doch soviel zu bieten, wieso nicht nach den Möglichkeiten greifen? Es müssen keine relovutionären Umstürze sein, aber es gibt doch immer Träume, die sich verwirklichen lassen.

Ich akzeptiere zum Beispiel keine negative Entwicklung und keinen frustrierenden Ist-Stand, den ich ändern kann, sei es beruflich, sei es privat. Natürlich ist das oft mit Risiko, Mühe und manchen Unannehmlichkeiten verbunden, aber was soll's? Jeder neue Schritt hat viele Nebenwirkungen und die können durchaus positiv sein. Vielleicht haben mein Optimismus und meine Energie auch viel mit meiner Vergangenheit zu tun. Einwanderung aus dem Osten, vollkommen mittellosen Verhältnissen entflohen, sehr schwierige Kind- und Jugendzeit, daneben die "Integration", fremde Sprachen lernen und immer mit dem Ziel weiterzukommen, nicht stehen zu bleiben und niemals zurück zu fallen.

Es ist schrecklich einen Partner durch den Tod zu verlieren. Ich habe fast vier Jahre lang meinen kranken Mann gepflegt und war an seiner Seite bis zu seinem Tod. Die ersten Monate nach seinem Tod waren unerträglich, aber irgendwann muss man seine Trauer abschliessen und ein neues Leben beginnen. Ich habe auch zuerst gedacht, nie mehr einen Partner, nie mehr glücklich sein.
Und jetzt habe ich beides!

Und @m44: Glaubst du deine Frau, wenn sie so eine tolle Person war, wie du es immer wieder betonst, würde dich so als permanenten Jammerlappen gut finden?

Aus fast jeder Situation lässt sich das Beste machen, wenn die Grundbedingungen stimmen und das sind halt Gesundheit und ein Dach über dem Kopf.
Der Rest liegt in den eigenen Händen!

Hannah
 
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  • #13
Liebe FS

sei nicht unfair mit deinen Vergleichen.

Ausserdem weisst du nicht ob andere glücklicher sind weil sie all das haben was du eben nicht hast.
 
  • #14
Ich gebe dir ein Tipp: besuche ein Coaching/Seminar zum Thema Resilienz! Damit lernt man mit Veränderungen und schwierigen Situationen umzugehen. Man lernt die Situation zu akzeptieren und man kann dann ohne Neid weiterleben - ich meine zufrieden zu leben.

Manchmal muss man an seinem Leben/Tagesablauf etc. etwas ändern, damit man wieder zufriedener wird. Den A***tritt muss man sich teilweise selbst geben, man kann nicht darauf hoffen, dass es jedesmal jemand anders macht.
 
  • #15
Du vergleichst Dein Leben nicht mit dem Leben anderer Menschen, sondern allenfalls mit dem, was Du (oberflächlich) von ihrem Leben wahrnimmst. Du weißt nichts von den Selbstzweifeln, unerfüllten Wünschen, gescheiterten Plänen oder Problemen anderer Menschen und vermutest nur, dass alle anderen es viel besser getroffen haben als Du. Das ist eine ganz hervorragende Taktik, um sich ins allerschönste Selbstmitleid hineinzusteigern.

Kümmere Dich um Dein Leben, tu was Dir gut tut (dazu wurde schon einiges geschrieben) und lass diese oberflächliche Vergleicherei.
 
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  • #16
Hallo FS

Zuerstmal würde ich aufhören mich zu vergleichen-..

Denn diese Vergleiche sind unfair und zwecklos..

Wenn man sich mit jemand vergleicht und es fair sein soll dann muss derjenigen dieselben Schuhe im bisherigen Leben getragen haben wie Du.--..Deine Erziehung, dein Weg, deine Schicksale usw...

Und da das keiner hat...ist auch jeder vergleich unsinnig.

Das Leben ist sehr kurz... zu kurz um es mit Dingen zu vergeuden die Anspruchsvoll oder Vergleiche anzustellen.

m47
 
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  • #17
Liebe W
nein ich kann das Leben nicht so stehen lassen wie es nun mal kommt.
Ich muss immer etwas tun, notfalls auch dagegen wie es ist.
Hat mich schon manch einen Mann gekostet, aber es ist so.
 
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