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Gast

  • #1

Das Leben während und nach der Rückkehr, wenn Partner auf Zeit aussteigt?!

Wenn ich lese, wie wie viele Frauen bereits in diesem Thread "An die Frauen: Wie abschreckend ist mein Job wirklich? ein Problem haben, wie ist es dann erst, wenn der Partner auf Zeit aussteigt, um dann nach 3-6 Monaten wieder ins gemeinsame Leben zurück zu kommen? Nicht immer (finanziell, zeitlich, Verantwortung für eigene Kinder bei Patchwork usw.) ist es der Partnerin auch möglich, mit zu gehen. Wie verhalten? Partnerschaft aufkündigen oder Trennung ankündigen, obwohl alles gut läuft? Einfach aussitzen? Doch versuchen mit zu gehen, auch wenn dann die Zukunft ungewiss ist? Job weg, Geld weg? Wie tolerant seid ihr, bzw. wer hat Erfahrungen, als Aussteiger oder auch als Wartender zuhause.
 
  • #2
WENN zwei Personen eine Partnerschaft leben, dann zusammen und nicht unabhängig voneinander. Bei echten Paaren, die die Bezeichnung auch verdienen, spricht man sich doch ab und entscheidet gemeinsam, ob man einen Job in einer anderen Stadt annimmt, ob man aussteigt, ob man Urlaub macht und so weiter. Wenn ein Partner das einseitig entscheidet, dann hat er innerlich doch bereits die Partnerschaft aufgekündigt -- da müsste man dann gar nicht mehr nachdenken.

Ich kann nicht verstehen, wie wenige Menschen Partnerschaften wirklich als Partnerschaft leben. Entweder Wir oder Du und ich. Aber beides wird nicht gehen.
 
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  • #3
Die meisten Frauen würden sich wahrscheinlich mit einem warmen Wechsel vom Staub machem, wenn man nach dem Forum hier geht.
 
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  • #4
@1: Der Hintergrund ist, selbst wenn es gemeinsam in der Partnerschaft entschieden wurde, dass einer - Beweggründe können vielfältig sein - auf Zeit aussteigt, dann heißt es ja noch lange nicht, dass er daheimbleibende Partner auch wirklich so gut damit klar kommt. Obwohl er ggf. vorher zugestimmt hat. Solche Erfahrungen von beiden Seiten hätte ich gerne. Auch, ob der Heimkehrer sich vielleicht so arg verändert hat, dass eine Beziehung dann nicht mehr möglich ist. Ist aus meiner Sicht ebenso denkbar. FS
 
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  • #5
m48
Hallo FS irgendwie haut mich deine Frage um.
Ich kenne es nicht anders als das der eine mal weg ist.
Mein Vater ist 20 Jahre zur See gefahren. Er war meist 6 bis 8 Wochen weg, wenn es sehr ungünstig war und der Dampfer nicht nach Hamburg oder Bremen zurück lief, konnten es auch mal 3 Monate werden. Natürlich konnte meine Mutter nicht mit.
Ich war mal ein halbes Jahr beruflich in USA, meine damalige Freundin konnte mich nicht besuchen da sie im Diplomarbeitsstress war. Es ging auch gut. Später war sie mal 2 Monate auf einer Exkusion in Nordschweden. Ginga uch gut.
Hier in meiner norddeutschen Kleinstadt gibt es viele Soldaten. Die sind auch mal 3 Monate in Afghanistan. (zu dem Thema werde ich bald einen eigenen thread eröffnen)
Also ich halte die Aussagen·ihr im Forum für wenig repräsentativ.
 
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  • #6
Bei uns an der Uni machen viele Profs ein Sabbat Semester und reisen bzw. forschen durch die Welt.

Ich habe noch nie mitbekommen, dass die ihre Ehefrauen in fremde Länder mitnehmen.
 
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  • #7
Ich würde niemals einen Partner verlassen, wenn er beruflich 3 Monate zB ins Ausland muss. Was sind schon 3 Monate? Ich gehe natürlich davon aus, dass wir das Ganze GEMEINSAM besprechen. Müsste es ein halbes Jahr sein, nicht schön, aber auch ok - während einer solchen Zeit würde es mir sicher gelingen, mal an seinen Arbeitsort zu fliegen...
Wenn mir allerdings ein Mann, mit dem ich schon eine gewisse Zeit zusammen bin, vor den Kopf knallt: Schätzchen, ich wandere dann mal aus... Tja, dann wäre es wohl auch aus mit uns.
 
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  • #8
Danke für Eure Antworten - aber es geht nicht darum, beruflich weg zu sein / weg sein zu müssen. Es geht darum, auf Zeit auszusteigen - nichts zu tun, einfach mal die Seele baumeln zu lassen, fremde Länder kennen zu lernen usw. Die Frage, die sich mir stellt ist nämlich auch, wie sieht es in dieser Zeit mit Besuchen des Partners aus? Sicherlich spielt auch eine Rolle (siehe Profs) ob man 20 Jahre verheiratet ist und froh ist, der andere ist mal weg, oder ob man 3-7 Jahre (um mal eine Größe zu nennen) zusammen ist. Möglicherweise spielen auch das Alter und natürlich die Verbindlichkeit der Partnerschaft eine weitere Rolle.
 
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  • #9
Dafür muß eine Partnerschaft mit reifen, verantwortungsvollen Partnern sehr gefestigt sein oder es müssen klare Ziele existieren. Oder man ist eben schon 20 Jahre zusammen.
Aus eigener Erfahrung: Wenn das eine Beziehung nicht aushält, ist sie nicht ok. Du mußt für dich sorgen und hast jedes Recht, beruflich kürzer zu treten, es geht schließlich um dein Leben, deine Schaffenskraft und deine Zukunft.

@#2
Da machen sich nicht nur Frauen aus dem Staub. Meine vierjährige Beziehung bekam irreparable Probleme, als ich eine Vollbremsung wegen eines schweren Burnouts machen mußte.
Mein Unterhaltungswert war gleich Null, weil ich sehr erschöpft war, ich nahm durch die Medikamente zu und mußte, um Leistungsdruck zu vermeiden, mein Sportprogramm runterfahren.
Mein Partner hatte nicht die Geduld. Immer wieder fragte er, wann ich endlich wieder fit sei und nörgelte, daß ich mich hängen ließe. Dieser Druck war unglaublich. (Schon vorher hatte ich eigentlich nur wegen ihm mit dem Ausstieg gezögert und meinen Zustand noch mehr verschlechtert.)
Das nächste Problem waren die Finanzen. Ich war selbständig und verdiente weniger. Als ich meinen Mietanteil für seine Wohnung vorübergehend nicht mehr zahlen und auch nicht mehr ständig abends ins Restaraunt mitkommen konnte, wurde es noch schwieriger. Er ging oft heimlich allein essen, ich kochte zu Hause auf meine Rechnung. (Er ist recht wohlhabend. Wir sprechen hier von ca. 2% seines Monatseinkommens, das ich ihn gekostet hätte.)
Ich bin so schnell es ging ausgezogen und nun komme ich langsam wieder in die Gänge.
Mein Ex betrachtet sich als armes Opfer, das es gerade noch vermeiden konnte, daß ihm eine Frau auf der Tasche liegt.
Die Beziehung war also nicht so tragfähig, wie ich dachte.
 
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Gast

  • #10
Ich denke, wenn der Partner beruflich "gewzungen" ist, weg zu gehen, dann wird das eher akzeptiert. Wenn sich jedoch einer der Partner zur Selbstfindung über Monate abseilt, dürfte das die Partnerschaft vor größere Probleme stellen. Oder übersehe ich da etwas? Immer vorausgesetzt, die Liebe ist da, die Partnerschaft ist nicht Grund der Selbstfindung und die Beziehung wird nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Würdet ihr das mitmachen? Völlig akzeptieren oder nur tolerieren, unterstützen oder einfach nur beobachten und abwarten?
 
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  • #11
Selbstverständlich würde ich es tolerieren, wenn mein Partner, aus welchen Gründen auch immer, für ein paar Monate "aussteigen" wollte. Er wird gute Gründe dafür haben, egal ob für einen Karriereschub, wegen eines drohenden Burnout oder warum auch immer.

Eine intakte, vertrauensvolle Partnerschaft übersteht eine solche Zeit sehr gut.

Eine Beziehung ist doch kein Gefängnis!

w54
 
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Gast

  • #12
Ene Auszeit von der Beziehung, im Klartext heißt das den Partner mit allem allein sitzen zu lassen und sich nen bunten zu machen in jeder Hinsicht.....kann ich nicht brauchen sowas.....
OK, wenns beruflich ist für einen begrenzten Zeitraum.....halte ich für problematisch aber OK....
 
  • #13
Ich denke die Umstände und Gründe sind für die Folgenund die Tollerenaz sehr entscheident. Leider gibst du darüber keine Auskunft so dass eine Aussage schwer ist. Wenn man eine gemeinsame Verantwortung über Kinder oder Imobilien hat, geht das natürlich gar nicht sich der Verantwortung zu entziehen. Wenn man dieses Seele baumeln lassen selber finanzieren kann, und ich meine nicht den Staat, nun gut. Es gibt Konstellationen wo ich mir das vorstellen könnte und andere wo es für mich ein Trennungsgrund wäre. Du müsstest also mehr auf die Bedingungen eingehen um eine klarere Antwort zu erhalten
 
  • #14
Ein Partner, der sich entspannen und die Seele baumeln lassen will und dies explizit OHNE mich möchte oder zumindest ich ihm nicht so sehr fehlen würde, dass er schon deswegen nicht ein halbes Jahr einfach so weg möchte, der wäre gar kein Partner. Das ist doch abartig, so etwas überhaupt Partnerschaft zu nennen.
 
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Gast

  • #15
Ich war mal ein halbes Jahr daheim, Job verloren, neuen gesucht. Finanziell abgesichert, weil freigestellt und noch das alte Gehalt bezogen. Neuen rechtzeitig gefunden, im Nachhinen also alles kein Problem. Ich kanns trotzdem nicht empfehlen, für die Beziehung ist das eine ernste Belastungsprobe.

Die Frau sieht: Männe sitzt den ganzen Tag daheim vor dem PC und kümmert sich um nix und läßt sich im Garten die Sonne auf den Pelz brennen.
Ich sehe: Ich suche im Internet und allen anderen Kanälen mit aller Kraft einen neuen Job, mache Essen für die Kinder, gehe mit der Kleinen zum Reiten, kontrolliere die Hausaufgaben, baue den Garten um wie Madame es sich schon immer gewünscht hat.
Frau sagt: Such Dir endlich einen neuen job, mir egal wo, dann pendelst Du halt.
Ich seh: Frau fragt in 6 Monaten nicht ein mal wies mir eigentlich geht und ob ich daheim bleib ist ihr offenbar auch egal.
Ich genieße die Muße und die Chance, über die Zukunft nachzudenken. Frau steigert sich aus Angst vor Ungewissheit unendlich in ihren Job und jammert über Überlastung.
Kurz und gut: Eine solche Änderung deines Lebens wird eine Frau ziemlich aus der Bahn werfen. Allein der Gedanke, mal über das Leben und den ganzen Rest nachzudenken, wird eine Frau gewaltig verstören. Bei mr war es endlich wieder besser, als ich im neuen Job wieder brav von morgens bis abends ins Büro gedackelt bin. Meine Krise, wie ich sie überwunden haben, was ich daraus gelernt und gewonnen habe, alles vieeel zu aufreibend für eine Ehefrau.

Wenn Du sowas also vvor hast, tus für Dich und erwarte, dass Du deine liebste damit überforderst bis sie möglicherweise weg ist. Aber: tus trotzdem, der Erkenntnis gewinn für dich ist es wert. Auch wenn ich mir jetzt selber widerspreche...
 
  • #16
ja, natürlich kann sich der Partner eine Auszeit nehmen. Wie #10 richtig schreibt, ist eine Partnerschaft kein Gefängnis!

Ich hoffe nur, daß du noch dieselbe Sichtweise hast, wenn deine Partnerin vielleicht mal eine Auszeit braucht.
 
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  • #17
Vor einigen Jahren hätte ich noch gesagt, das sei völlig indiskutabel. Heute sehe ich das anders. Wenn man in einer guten und vertrauensvollen Beziehung lebt - warum soll man dem Partner eine Auszeit nicht gönnen. Voraussetzung ist natürlich, dass der "Zurückgelassene" nicht in Schwierigkeiten z.B. finanzieller Art gerät. Vielleicht ist es die letzte Gelegenheit etwas zu tun, was man früher verpasst hat. Soll man sich dann trennen, obwohl man sich liebt, nur weil man etwas für sich tun will. du schreibst nicht, was dein Partner tun möchte, aber er schein sich nicht im Garten auf die Hängematte legen zu wollen.
Natürlich besteht die Gefahr, dass die Beziehung nach der Rückkehr nicht mehr funktionieren könnte, weil 6 Monate eben doch eine lange Zeit sind. Aber wenn man durch Egoistmus den Partner daran hindert etwas zu tun, woran sein Herz hängt, dann kann man daran auch scheitern.
Ich sage hier nicht, dass ich begeistert wäre. Ganz bestimmt nicht. Aber wenn ich mir die Situation umgekehrt vorstelle - ich hätte die einmalige Gelegenheit etwas faszinierendes zu tun und mein Partner würde sagen: "Ja, super geh nur, brauchst aber nicht zurück zu kommen." Das würde mich schon sehr traurig machen. Wenn hingegen die Reaktion wäre: "Ich werde dich unendlich vermissen, aber ich wünsche dir, dass es so wird wie du es dir vorstellst" Mit welchen Gefühlen käme ich dann zurück.
 
  • #18
SChade das der FS die Situation nicht besser beschreibt um die Hintergründe beurteilen zu können, aber vielleicht ist er ja schon los, die Seele baumeln lassen
 
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  • #19
Hallo, hier wieder FS: Sorry, war mehrtägig unterwegs und konnte nicht antworten. Das mit der Gegenseitigkeit ist doch genau das Thema: Gestehe ich es meiner Partnerin ebenso zu, sich 1/2 Jahr abzuseilen und dann noch immer frohgelaunt auf sie zu warten und mich mit ihr zu freuen, dass sie so tolle Erfahrungen gemacht hat. Oder habe ich Angst davor, dass er/sie ein anderer ist, wenn er/sie zurück kommt. Genau das ist ein Thema, das ich im Vorfeld nicht beantworten kann. Keiner weiß, wie sich beide weiter entwickeln. Selbst wenn beide vorher beteuern, wie groß und wertvoll die Liebe ist - klar, kann ich wie 16 nachvollziehen, wenn es denn eine einmalige Chance ist, auf die man ein Leben lang gehofft hat, diese auch zu nutzen. Doch man ist eben nicht immer Single und allein nur für sich verantwortlich. Darf man dann einfach gehen? Ohne Rücksicht auf das Befinden des anderen? Darf ich erwarten, dass der andere sagt: ich werde dich vermissen, aber genieß es? - nein, ich denke, das darf ich nicht - meine Meinung.

Danke übrigens für all eure Antworten. Gruß FS
 
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  • #20
@11: es ist keine Auszeit von der Beziehung! Ich denke, dies ist ganz wichtig. Die Erfüllung eines Lebenstraums trifft wohl eher zu.
 
  • #21
#18
bei mir dürfte man es :)
Eine Partnerschaft ist nur dann gut, wenn man trotz oder wegen! dieser Beziehung die Möglichkeit hat, seine Träume zu leben - ohne Angst!
Wenn das nicht möglich ist, ist diese Beziehung der Friedhof der gestorbenen Lebensträume. Ob man das dem anderen wirklich verzeihen kann (oder sich selbst)?
 
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  • #22
@20: bei dir dürfte man einfach gehen und erwarten, dass der andere sich freut und 1/2 Jahr, ggf. ohne Lebenszeichen auf den anderen wartet??? Dann platzt der andere plötzlich wieder in das neu sortierte Leben und erwartet, dass alles wieder super läuft? Das ist doch ziemlich viel verlangt. Träume leben ja, aber doch bitte nicht auf Kosten eines anderen Menschen. Wenn der Partner leidet, darf ich dann mein Glück ungestört genießen? Ist das dann noch Partnerschaft? Ist das deine Vorstellung von einer Beziehung? Ich denke, wer so egoistisch sein will, muss zuerst klare Trennstriche ziehen - und als Single alleine für sich entscheiden.
 
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  • #23
Hallo SusanneHH - was wären denn für dich akzeptable Gründe dafür bzw. Gründe dageben zu tolerieren, dass der andere einfach mal 1/2 Jahr aussteigt?
z.B. Seele baumeln lassen wg drohendem Burnout? Seele baumeln lassen, weil man denkt, im Leben etwas verpasst zu haben? Seele baumeln lassen, weil sich gerade eine günstige Gelegenheit ergibt, mal raus zu kommen?
 
  • #24
#21
erstens würde ich nicht leiden - er würde mir natürlich fehlen und ich würde mich auf´s Wiedersehen freuen. Aber leiden? Warum? Worunter?
wenn ich tatsächlich 6 Monate kein Lebenszeichen von ihm bekäme, müßte das vorher so abgesprochen sein - vielleicht ist er ja als Guru unterwegs, dann ist es ok.
Ansonsten gibt es weltweit so viele Kommunikationsmöglichkeiten, daß ich da kein Problem sehe. Ich würde auch mein Leben nicht neu sortieren - ich würde es einfach weiterleben.
Wenn man sich nach einem halben Jahr wiedersieht, dann ist das so besprochen - von reinplatzen kann doch da wohl keine Rede sein.

Ich denke, daß es viel egoistischer ist, einem anderen dessen Lebensträume nicht zu gönnen. Aber du bist offenbar der Ansicht: Wenn hier eine(r) egoistisch ist, dann bin ich es. ;-)

Als meine Tochter für ein halbes Jahr auf der anderen Seite der Welt war, hat sie sich auch ein wenig Sorgen um ihre Beziehung gemacht. Meine Ansicht war damals - und ist es auch heute - wenn eine Beziehung daran zerbricht, taugt sie nicht viel.
 
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  • #25
@23: aus meiner Sicht ist das eine sehr oberflächliche Einstellung zum Thema Beziehung. Wenn da, dann gut, wenn nicht da, dann auch gut. Mir fehlt nichts. Das ist doch nicht normal, dass einem der andere nicht fehlt und dass man nicht leidet. Sorry, das ist nicht mein Verständnis von Beziehung. Aber danke für deine Erklärung!
 
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