• #1

Das verflixte dritte Jahr..

Früher hatte das "verflixte siebte Jahr" seinen Ruf als Liebeskiller. Nun haben Erkenntnisse britischer Forschern gezeigt, dass vielmehr das dritte Beziehungsjahr die Partnerschaft auf eine harte Probe stellt. Hauptstreitpunkte sind lange Arbeitszeiten und Geldprobleme. Auch das Sexualleben ließe nach drei Jahren um ein Drittel nach (siehe dazu auch die Veröffentlichung der ElitePartner Akademie). Dennoch halten viele Menschen diesen Zerreißproben stand. Also muss es ein gesundes Gegengewicht geben. Was wird "besser" oder verändert sich inwiefern im Laufe der Beziehung?
 
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  • #2
Ich finde den Schluss furchtbar unlogisch und so typisch geisteswissenschaftlich.

Nehmen wir mal an, die folgende Aussage ist wahr: "Ein gewisser Anteil an Paaren zerfällt aufgrund von Geld- und Arbeitszeitproblemen."

Dann wären die logischen und notwendigen Fragen:

+ Wieviele Paare haben Geld- und Arbeitszeitprobleme und wieviele davon zerfallen?
+ Wieviele Paare haben keine Geld- und Arbeitszeitprobleme und wieviele davon zerfallen dennoch?

Nur wenn wir diese beiden Werte hätten, könnte man überhaupt eine Aussage darüber machen, ob Geld- und Arbeitszeitprobleme wirklich ursächlich sind oder nicht. Möglicherweise sind die beiden Quoten sehr ähnlich, also Geld- und Arbeitszeitprobleme gar nicht entscheidend. Möglicherweise sind die beiden Quoten auch drastisch verschieden und deuten statistisch signifikant auf eine hohe Bedeutung von Geld- und Arbeitszeitproblemen für den Paarzusammenhalt hin. Wer weiß das schon? Diese Studie wohl nicht, sie erscheint zumindest in der dargestellten Form unprofessionell.

Jetzt zu der These, es "müssen ein Gegengewicht geben". Nein, muss es nicht. Warum muss es das? Wir müssten als erstes wissen, ob die zusammenbleibenden Paare überhaupt Geld- und Arbeitszeitprobleme hatten. Genau das ist doch der Punkt. Wenn Geld- und Arbeitszeitprobleme entscheidend wären, würde ja schon die bloße Abwesenheit dieser Probleme genügen, damit Paare statistische häufiger zusammenbleiben. Oder aber die Geld- und Arbeitszeitprobleme sind gar nicht entscheidend, dann müsste es andere Ursachen geben.

Aber so ist sowohl die Studienaussage als auch die These der Gegengewichte völlig haltlos und sinnbefreit.
 
  • #3
ERSTE THESE: Anfangs dominiert Verliebtheit, dann muss die Differenzierungsphase überstanden werden und dann kommt das Paar in die Stabilitätsphase. Anfangs ist das angenehm, über kurz oder lang wird es aber schlichtweg langweilig.

Ein Paar braucht spätestens dann konkrete, gemeinsame Ziele und wenn es die nicht hat, dann rücken Alltagsproblem jedweder Art in den Vordergrund. Hat ein Paar aber gemeinsame Ziele, dann stehen sie im Vordergrund udn schweißen das Paar zusammen. Paarleben braucht Dynamik und Veränderung, Ziele und gemeinsames Kämpfen.

Paare sollten daher darauf achten, dass sie nicht allzu sehr in Stabilität und Langeweile abdriften. Wenn Verliebtheit zu Liebe geworden ist, sollte man eben auch irgendwann zusammenziehen, wenn das geklappt hat, dann auch irgendwann zusammen etwas schaffen, erst mal vielleicht die Weltreise planen oder das Umziehen in eine andere Stadt, dann vielleicht ein Haus zusammen bauen und eine Familie gründen. Wer das Leben voller Spannung, Entwicklung und Lebenszielen hält, der bleibt auch mit viel höherer Wahrscheinlichkeit zusammen.

Wer dagegen in status quo abdriftet, der droht sich auch an Alltagsproblemen aufzureiben, weil die echten Perspektiven fehlen. Der Mensch braucht Ziele.

ZWEITE THESE: Ganz viele Paare kommen voreilig zusammen und sind gar nicht wirklich kompatibel. Die Verliebtheit ist groß, das Herz und die Romantik über alles, der Kopf wird abgeschaltet. Solche Zustände kann man eine gewisse Zeit aufrecht erhalten, aber irgendwann nehmen die Inkompatibilitäten überhand und werden zu Streitkeimen. Gemeinsame Ansichten und Wertvorstellungen, Lebensziele, Freizeitinteressen, Vorlieben sind auf Dauer viel wichtiger als bloßes Hin-und-wegsein und Verliebtheitstaumel zu beginn. Natürlich wollen wir uns alle verlieben, aber zusätzlich müssen wir eben auch zueinander passen.

Dass Trennungen von inkompatiblen Paaren nach 3 Jahren spätestens eintreten, ist nur logisch. In meinem erweiterten Bekanntenkreis trifft dies genau auf jene Paare zu, die ich von Anfang an für inkompatibel gehalten habe. Manche Diskrepanzen lassen sich einfach nur eine gewisse Zeit durch Verliebtheit, Sex und Tollfinden überbrücken.
 
G

Gast

Gast
  • #4
Na ja nach drei Jahren streitet man sich wahrscheinlich nicht mehr über die offene Zahnpastatube. Manche haben Kinder in die Welt gesetzt, da geht es dann schon um existenziellere Probleme, das Geld wird vielleicht knapper, die Arbeitszeiten länger. Das Sexualleben lässt nach, der Kick ist weg.

Letztendlich ist es egal ob im 3. oder im verflixten 7. Jahr, die rosarote Brille ist da schon lange abgesetzt und jetzt ist es wichtig sich als Paar neu zu definieren. Das scheinen ja auch die meisten lt. d. Studie zu schaffen. Beziehung ist Arbeit und nicht nur das nebeneinander herleben. Es gibt wohl wenig Paare die diese Klippen nicht mal umschiffen mussten.

Paare die inkompatibel sind trennen sich schon wesentlich früher. Ich kenne kaum Paare bei denen das 3 Jahre gedauert hat. Die scheitern meistens schon in der Kennenlern- oder in der Differenzierungsphase( schreckliches Wort). Die Schmetterlinge 3 Jahre in Flughöhe zu halten ohne viele Gemeinsamkeiten zu haben dürfte schwierig sein.
 
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