G

Gast

  • #1

Dauerhaft mit der Ex in einer WG, hat das Zukunft?

nach dreimonatigen Kennenlernen haben wir uns gestern auf meinen Wunsch hin über die Lebenssituation meines getrennt lebenen Partners unterhalten, der sich inzwischen in einer festen Beziehung mit mir sieht und auch manchmal schon vorsichtig Zukunftspläne macht, und die sieht so aus:
Aus finanziellen Gründen (Abzahlung des Hauses) und Auszahlung an die Ehefrau leben beide getrennt im gemeinsamen Haus. Kühlschrank getrennt, Vorratskammer getrennt, Küchenbenutzung getrennt und natürlich das Schlafzimmer auch.
Die Ehefrau zahlt aus eigenen Einnahmen die Hälfte der Nebenkosten und den anteiligen Schuldenabtrag. Ihre Haushaltskosten, Telefonrechnung, Versicherung ... übernimmt sie ebenfalls selbst. Sie hält das Haus bis auf die Zimmer ihres Mannes sauber und ebenso den Garten (zahlt keine Miete).
Diese Konstellation leben sie jetzt schon 3,5 Jahre und 2,5 müssen aus finanziellen Gründen noch folgen. Schriftliche Vereinbarungen liegen bereits beim Anwalt und nach der Durststrecke wird auch die Scheidung angedacht. Sex miteinander war und ist tabu.

Ich brauche eine Meinung von Euch, weil ich selbst oft nur schwarzweiß denken kann.

Danke!
 
G

Gast

  • #2
liebe fs,

an der vereinbarung gibt es nichts auszusetzen, sie geht für die beiden auf.
aber: ein zukünftiger partner ist da nicht mitgedacht.

optionen:
wenn ihr wirklich ein paar werdet und zusammen ziehen wollt, kannst du das modell seiner ex übernehmen, oder du zahlst miete und ihr nehmt eine putzfrau.
oder ihr zieht in ein haus/eine wohnung, in der ihr beide einen neustart macht und das haus wird verkauft oder ganz vermietet.

die kernfrage ist: wer ist wichtiger die ex als wg-mitglied oder du, d.h. die neue partnerin. dass du dich nach den vereinbarungen mit einer ex richten sollst, damit das für ihn oder die ex aufgeht, geht gar nicht.

ich denke er hat sich nicht so viele gedanken gemacht, was dieser deal für eine neue partnerschaft bedeutet. nun hat er dich, oder will dich und jetzt kommt es darauf an, ob er dieses wohnmodell umstrukturieren kann und will. exakt davon würde ich es abhängig machen, was aus der beziehung wird.

habe ich gerade 2x: mann sehr an mir interessiert, noch mit ex in wg, trennung offen kommuniziert. für mich klar: so was will ich als frau nicht. die vorstellung, z.b. in der wohnung zu sein und vielleicht zu knutschen und dann tritt die ex auf und die soll sich das anschauen oder wir richten uns nach ihrem kommen und gehen in intimen aktivitäten, lehne ich komplett ab. genau so die idee, wir treffen uns nur bei mir, weil bei ihm ja die ex ist. in meiner beziehungsgestaltung hat keine ex etwas verloren und dabei kann sie mir als mensch sogar sympathisch sein.

zu meinen aspiranten: nr1 war komplett überrascht und irritiert, dass mir sein wohnmodell so sehr missbehagt, dass ich mir so keine beziehung vorstellen kann. sein kommentar war: die wohnung ist ja groß genug, man kann sich ja aus dem weg gehen. für ihn war der schluss daraus, dass er tief betroffen ist, dass er mich nicht weiter kennen lernen kann. keine sekunde verbrachte er mit einem gedanken, dieses wohnproblem zu lösen, lieber löste er sich von der idee, mich als partnerin zu haben....

nr2 sagte sofort, dass er völlig verstehen kann, dass mir das nicht behagt, dass es zeit braucht, bis die situation aufgelöst ist (neue wohnung für ex-wg-mitbewohnerin) und hat angefragt, ob wir die zeit nutzen und uns freundschaftlich kennen lernen, er hat verstanden, dass ich so mich nicht auf ihn einlasse und die option offen ist, dass sich mehr entwickelt, nachdem die wohnsit. aufgelöst ist. seit dem unterhalte ich einen losen kontakt zu ihm - er ist lustig, sympathisch, intelligent und einfach ein netter mensch - halte das für eine bereicherung in meinem leben und suche gerade so weiter, als ob es ihn nicht gäbe. im "schlimmsten" fall sind wir irgendwann gute freunde... nr1 gibt es in meinem leben nicht mehr...

conclusion: wenn dir sein wohnmodell nicht bekommt, d.h. du dich damit unwohl fühlst, dann sage ihm das freundlich, aber unmissverständlich und lass dich nicht auf eine beziehung ein, solange das so ist.

dir alles liebe

w
 
G

Gast

  • #3
Ist das wirklich so? Warst du schon bei ihm zu Hause und hast seine Noch-Ehefrau kennengelernt?

Nehmen wir mal an das stimmt. Wie sieht dann eure gemeinsame Zukunft aus? Wollt ihr frühestens in 2,5 Jahren zusammen ziehen? Trefft ihr euch immer bei dir oder geht ihr auch zu ihm nach Hause? Haben die zwei eigentlich Kinder?
 
G

Gast

  • #4
Liebe FS, grundsätzlich wirst du hier viel Panikmache ernten. Ich darf dir aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Gleiches Thema wie bei deinem neuen Bekannten - wir wohnten noch zusammen im Haus, hatten aber neben den Schulden auch noch ein Kleinkind, gingen sonst getrennte Wege. Wir vereinbarten von Anfang an, dass es KEINE Übernachtungen etc. von neuen Partnern im Haus geben wird.

Mein jetzt geschiedener Ex lernte eine Frau kennen - sie tat sich sichtlich schwer mit unserer Konstellation, obwohl offensichtlich war, dass wir als WG zusammenwohnten.

Ich lernte einen Mann kennen, der sich viel weniger Gedanken machte und mich und unsere Situation einfach akzeptierte. Wir trafen uns bei ihm - er und mein Ex lernten sich natürlich auch mal kennen. Genau so, wie ich die neue Freundin kennenlernen wollte und auch tat - schließlich war unser Kind ab einem gewissen Zeitpunkt ebenfalls mit in diese Beziehung und in Treffen etc. involviert.

Diese Konstellation dauerte ab dem Zeitpunkt der neuen Beziehung bei meinem Ex bis zu seinem Auszug 1,5 Jahre. Er wollte dann doch ausziehen, um den ewigen Streitereien mit ihr ein Ende zu setzen. Als er gerade die Wohnung neu bezogen hatte - und damit endlich ihren Willen einer eigenen Wohnung - jedoch mit ihr zusammen zu ziehen - erfüllt hatte, lies sie ihn von heute auf morgen sitzen, weil sie einen anderen kennengelernt hatte.

Mein LG und ich sind heute noch (seit sechs Jahren) zusammen - schmunzelnd erinnern wir uns gerne an unsere Zeit des Kennenlernens. Er in der fast studentenbudenartigen Zweizimmerwohnung hausend, weil ihn seine ihn betrügende Ehefrau des Hauses (haha, die Kinder brauchen ihr Umfeld) verwiesen hatte - und ich in WG mit meinem Ex. Die Zeit war schön, irgendwie unbeschwerlich - es gab UNS, aber noch keine Verpflichtungen mit gemeinsamer Wohnung usw. Wir lebten unser Leben und genossen die freie Zeit, uns kennen zu lernen, gemeinsam Aktivitäten zu starten, in Urlaub zu fahren und unsere Beziehung dabei reifen zu lassen.

Daher mein Tipp: Lerne den Mann als Mann erstmal kennen. Und was ist schon dabei, wenn ihr euch bei dir trefft? Kein Thema - ist seine zukünftige Ex mal im Urlaub, könnt ihr in Ruhe auch ein WE bei ihm verbringen. Sei flexibler, sei offener, wenn es dir der Mann wert ist. Viel Glück dabei!
 
G

Gast

  • #5
Das ist wirklich eine schwierige Situation.
Das Ex-Paar sitzt durch die Umstände (Haus, Schulden) in der Klemme und hat einen vernünftigen Weg gefunden, mit der Misere umzugehen. Die innere Trennung ist bereits vollzogen, mehr als die Hälfte der Durststrecke ist schon geschafft, danach ist für beide der Weg wieder frei.

Für potenzielle neue Partner ist der Weg halt eigentlich auch erst in 2,5 Jahren frei, und es ist im Grunde nur die Frage, ob man sich a) dieses Durchhaltevermögen zutraut bzw. b) sich auf die gegebenen Umstände einlassen kann / mag.

Was mir ein bisschen bitter aufstößt ist folgendes: einerseits geht das Ex-Paar wieder auf Partnersuche, andererseits mutet es evtl. neuen Partnern diese schwierige Situation zu. Fairer wäre es, mit der Partnersuche noch 2 1/2 Jahre zu warten - auch wenn das schwer fällt.

So, wie Du es beschreibst, ist die emotionale Trennung des ehemaligen Paares ja glaubhaft vollzogen und wird auch gelebt - wenn auch unter einem gemeinsamen Dach. (Wäre das nicht gegeben, würde ich an Deiner Stelle die Beine in die Hand nehmen.) Somit liegt es nun eigentlich an Dir, zu entscheiden, ob und in wie weit Du Dich unter den gegebenen Umständen auf eine Liebesbeziehung einlassen kannst. w,46
 
  • #6
Ist das wirklich so? Warst du schon bei ihm zu Hause und hast seine Noch-Ehefrau kennengelernt?

Nehmen wir mal an das stimmt. Wie sieht dann eure gemeinsame Zukunft aus? Wollt ihr frühestens in 2,5 Jahren zusammen ziehen? Trefft ihr euch immer bei dir oder geht ihr auch zu ihm nach Hause? Haben die zwei eigentlich Kinder?
[Ich glaube, dass es so ist. Kinder hat er keine)
 
  • #7
Lieber Gast 4

Deine Antwort entspricht meinem Herzen und ich hoffe sehr, dass ich mich tiefer auf die Beziehung einlassen kann. Wir haben erst gestern über diese Situation gesprochen.

Ich danke Dir für Deine Nachricht.
 
G

Gast

  • #8
Liebe FS,

ich bin Gast # 4 und freue mich, dass ich Dir ein bisschen helfen konnte.
Einen kleinen Rat möchte ich Dir noch mitgeben: sieh' zu, dass ihr gut und ehrlich miteinander kommuniziert. Bleibe positiv eingestellt, aber halte Deine Erwartungen noch etwas gedämpft.

In 2 1/2 Jahren, wenn das Haus dann wirklich verkauft wird, könnte nochmal ein Einschnitt passieren, denn die Praxis ist immer anders, als die Theorie oder Phantasie. Es könnte sein, dass das ehemalige Paar dann doch etwas wehmütig => wankelmütig wird, denn mit dem Verkauf des Hauses wird es "amtlich", dass deren Beziehung vorbei ist. (Zwischen der Aussage "ich lasse mich definitiv scheiden" und "ich bin geschieden" liegen in Wirklichkeit Welten, wenn Du weißt, was ich meine.) Wenn es eine lange Beziehung war, kann nochmal eine emotionale Rückschau und Irritation entstehen.
Aber ich sage ganz bewußt: KÖNNTE. Das muss überhaupt nicht so sein. Was auch immer geschieht: ihr müßt darüber reden können. Wenn Dein Freund ein reflektierender Mensch ist, mit dem Reden möglich ist, ist es ein guter Mann ;-) und ihr habt gute Chancen.
Ich wünsche Euch Glück!!
 
G

Gast

  • #9
Das kann durchaus funktionieren. Ich hatte auch mal so eine Freundin, die mit ihrem Ex die Zwei-Zimmer-Wohnung mit Bad und Küche in eine Zwei-Zimmer-WG mit Bad und Küche verwandelt hatte, also einfach ein Bett ins Arbeitszimmer und einen Schreibtisch ins Schlafzimmer gestellt. Fertig.

Ich hatte niemals auch nur im geringsten das Gefühl, daß das irgendwie unschick wäre.

Hin und wieder ist man sich sogar nächtens - spärlich bekleidet - über den Weg gelaufen, aber das war dann mehr so ein Gefühl wie beim Zwei-Pärchen-Camping.

Und doch fällt mir, während ich das schreibe, ein kleiner Unterschied ins Auge: diese Frau hatte ich in den Ferien kennengelernt, in ihre WG kam ich erst, als wir längst ein Paar waren. Hätte ich sie vorher öfters mal dort abgeholt oder nach Hause gebracht, wäre aus uns wohl auch kein Paar geworden, denn das hätte sich dann doch zu seltsam angefühlt.
 
G

Gast

  • #10
Kapier ich nicht. Ein Haus lässt sich jederzeit verkaufen. Eine Wohnung jederzeit anmieten. Die Lösung der Eheleute ist ja in Ordnung. Was Du als neuer Partner da sollst oder willst ist mir jedoch schleierhaft. Such Dir einen Mann der frei ist.
 
G

Gast

  • #11
Lieber Gast 8

er ist mit seiner Lebenssituation erst jetzt rausgerückt, weil er wollte, dass ich ihn als Mensch besser kennen lerne. Er hat befürchtet, dass ich unserer beginnenden Beziehung keine Chance gebe. womit er recht hat. Wir haben uns heute wieder hierüber unterhalten und ich vertraue ihm.
Er geht keiner Frage aus dem Weg und versteht meine Befürchtungen.

Ich danke Dir für Deine Antwort.
 
G

Gast

  • #12
Lieber Gast 7

Ich freue mich über Deine weitere Antwort.
Wir habe heute wieder lange hierüber gesprochen und er hat mir die finanzielle Situation ausführlicher erklärt. In 2,5 Jahren kann er seine Frau ausbezahlen und für den dann noch verbleibenden Kredit allein aufkommen.Das Haus gehört dann ihm.
In den letzten 2 Tagen haben wir viel über diese ungünstige Konstellation geredet, was ihn auch sehr erleichtert hat. Er geht mir keiner Antwort aus dem Weg und ich vertraue ihm.

Danke!
 
G

Gast

  • #13
Liebe FS,

das klingt gut und freut mich sehr für Dich / Euch!!!
Die # 4 und # 7