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  • #1

Dem Tod in die Augen gesehen. Kann ich mit "normalem" Partner glücklich werden?

Ich wurde vor ca. 4 Jahren chronisch krank und wäre dabei fast draufgegangen. Heute lebe ich ziemlich normal, nur meine Lebenseinstellung hat sich sehr verändert. Ich kann sehr großes Glück empfinden in kleinen Dingen wie einem schönen Himmel, Wind in den Haaren etc. und ich bin eher ungeduldig geworden, d.h. ich nehme mein Leben gerne in die Hand und habe kein Verständnis mehr für Männer (oder Frauen), die eher nörgeln und ihr Leben (mehr oder weniger) unzufrieden vor sich hinleben, anstatt es halt dann zu ändern. Mittlerweile habe ich aber leider den Eindruck, dass viele Männer nicht mit diese eher intensiven Lebenseinstellung umgehen können und eher Angst vor mir haben. Nicht wegen der Krankheit, davon wissen die wenigsten.... Wie geht es anderen, die schon diese Grenzerfahrung gemacht haben? w/31
 
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  • #2
Mir geht es ähnlich, der Text könnte auch von mir stammen. Ich muss mich in Gesellschaft solcher Leute auch immer wieder bemühen, nicht selber zur Nörglerin zu werden und die schönen Seiten des Lebens zu geniessen. Auch ich war sehr schwer krank und habe erst dadurch erkannt, wie schön das Leben sein kann. Lebe dein Leben und geniesse es. Es ist zu schön, um es sich von Nörglern zu vermiesen. Und wenn dir die Nörglerei der Männer auf die Nerven geht, so sprich sie darauf an und erzähle deine Geschichte. Vielleicht kommt der eine oder andere zur Vernunft, auch wenn sie für dich nicht als Partner in Frage kommen. Was mich dann aber nervt, ist wenn mich frühere Arbeitskollegen, die mich damals in meiner schweren Phase nicht unterstützt haben, immer wieder auf meine Krankheit reduzieren. Da muss ich mir noch einmal was einfallen lassen. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es gut ist, offene Fragen zu stellen wie: Weshalb beschäftigt dich das? Viel Glück!
 
  • #3
Liebe FS,

zuerstmal: Glückwunsch! Viele kommen auch aus so etwas mit massiven Depressionen heraus. Du scheinst also eher eine robuste Frohnatur zu sein- was per se schon mal attraktiv ist.
ich glaube nicht dass man für die genannten Lebenseinstellungen dem Tod von der Schippe gesprungen sein muss. Aber sicher gibt es Männer die das Leben ebenso intensiv leben wie Du.

Das kommt meist mit einer gewissen Erfahrung, Leider nicht unbedingt so früh wie bei Dir, vor allem wir Jungs brauchen oft für diese Erkenntnis das Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu geniessen was auch immer kommt ein wenig länger.

Ja, mit einem "normalen" Miesepeter wirst Du wohl nichts anfangen können.
Mir gings ähnlich (ohne diese Grenzerfahrung), hab aber eine Frau gefunden die mir da entspricht.
 
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  • #4
Nur wer selbst in dieser Lage war, also eine schwierige Phase durchgemacht hat, kann verstehen, was du denkst, wie du fühlst, was dich antreibt.

Alle anderen denken (ist nicht böse gemeint) es geht immer einfach so weiter im Hamsterrad. Du bist noch sehr jung, daher dürften dich nur MÄnner verstehen, die selbst bereits ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Alle anderen haben dafür kein Verständnis.

Ich kann dies deshalb so sagen, weil ich mit 36 ähnliches erlebt habe und mein Leben umgekrempelt habe. Das konnten ebenfalls viele nicht verstehen. Heute habe ich einen Partner an meiner Seite, der ebenfalls in seinem Leben schon Schicksalsschläge hinnehmen musste, wir genießen unser Leben viel intensiver, weil wir wissen, wie wertvoll das Leben und unsere Liebe ist.
 
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  • #5
@FS
Bitte nicht missverstehen - aber wie würdest du denn leben, wenn dir das alles nicht so passiert wäre?
Drum gilt, nicht mit zweierlei Maß messen!
Klar, ist schon allgemein bekannt, wer Lebenskrisen gut gemeistert hat, wird natürlich stärker und intensiver!
 
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  • #6
Jeder sucht natürlich einen Traumpartner. Meine Erfahrung hat mir gezeigt das Menschen die eine schwehre Krise gemeistert haben besonders zuverlässig sind. Ob "normale" Partner das sind bezweifel ich. Ich denke Du wirst was besonders suchen und finden. Viel Glück ! M 53J
 
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  • #7
Hier mal ein "Miesepeter":
Ich habe diese Grenzerfahrung nicht gemacht und spüre im Leben folgenden Druck:

Wenn Du nicht einen Beruflichlich guten Status hast, Deine Wohnung nicht ordentlich , Du kein interessantes Hobby hast, dann ist Deine Attraktivität im Eimer und Dein Ego auch.

Der Witz daran ist natürlich, dass man im Zuge der Erreichung dieser Ziel Stress bekommt. Jeder Tag ist randvoll mit Ereignissen und Dingen die zutun sind.

Die Frage ist, will man so leben (wahrscheinlich nicht) , muss man so leben (wahrscheinlich schon).

Wer seinen (ganz guten) Job behalten will, muss ihrn nicht nur gut machen sondern sich auch ständig weiter entwickeln.

Würde man das alles aber schleifen lassen,dann wäre man vermutlich als Ersten die (vielleicht attraktive) Partnerin los und danach alles andere auch.
 
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  • #8
Mir gehts wie Dir , hab mein gesamtes Leben geändert danach. Prioritäten haben sich verschoben.
Das versteht nicht jede(r). Ist mir aber wuscht. Sollte es Dir auch sein. Mein Leben wird immer puritischer und hochwertiger.

M-52
 
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  • #9
Ich habe es bei einem Schachfreund erlebt, dessen Frau nach so 50 Ehejahren starb; es dauerte nicht lange, dann hatte er auch Herzprobleme - die Ärzte sagten "Sie sind dem Tod noch mal gerade eben entkommen"

Er sagt "Mir ist ein neues Leben geschenkt worden" und macht das beste draus, vor allem weil er sich konsequent an die Ratschläge der Ärzte hielt (Spazierengehen etc pp.)

Ich selbst (m40) kenne das anders. Ich bin eigentlich der unsportliche Typ, war aber dick, fett und träge und hatte Selbstmordgedanken. Habe das Laufen angefangen und es tat mir richtig gut, so daß ich jahrelang nicht davon ablassen konnte. Ich hab dann alles als schön und toll definiert, so daß ich Laufen konnte und so konnte ich auch laufen gehen, wenn es entweder saukalt oder total verregnet war. Das Problem war (durch Nichtlaufen) Rückfallangst in die Situation davor (dick, fett, träge, Selbstmordgedanken) - um diesen Rückfall zu vermeiden, habe ich alles als "schön" definiert und entsprechend gelebt.

Und vielleicht ist das auch Dein Problem; bei mir hat sich die viele Lauferei (es waren immer so 100 km die Woche übers Jahr) nivelliert, wenn es auf einen Marathon zugeht, mach ich mehr, sonst weniger km.
 
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  • #10
Auch ohne Lebenskrise gehen mir Menschen tierisch auf den Geist, die jeden zweiten Satz mit "ja aber..." beginnen und damit gleich alles ausbremsen (ich sprech jetzt nicht von einseitiger Verliebtheit sondern allgemeinen Lebensdingen und Plänen). Ich halte es mehr mit "geht nicht gibt's nicht", vor allem, wenn man sein Leben irgendwie voranbringen will.

Schön finde ich, dass du dich an Kleinigkeiten erfreuen kannst (auch Nichtmaterielles). Aber auch das können viele (ich eingeschlossen) ohne Lebenskrise. Ist einfach ein Resultat aus persönlicher Entwicklung und Geisteshaltung.

Die Gegenfrage von #4 ist also schon irgendwie berechtigt. Verstehen kann ich dich zwar irgendwie, aber vielleicht findest du eine Möglichkeit, einen "goldenen Mittelweg" zu finden - damit setzt du andere auch nicht so unter Druck. Diese Form von Toleranz ist auch ein Aspekt, den du berücksichtigen solltest bei deiner Partnersuche.
 
  • #11
Liebe Fragestellerin!

Du schreibst, "Mittlerweile habe ich aber leider den Eindruck, dass viele Männer nicht mit diese eher intensiven Lebenseinstellung umgehen können und eher Angst vor mir haben." und ich muss leider zustimmen: Ja, so oder ähnlich kann es sein.

Erstens überleg Dir mal selbst, wie Dir umgekehrt vor Deiner Krankheit ein Mann vorgekommen wäre, der so intensiv gelebt hätte, über Himmel und Wind begeistert gewesen wäre und das irgendwie auch von Dir erwartet hätte. Gewiss hättest Du auch eine gewisse Inkompatibilität oder Überforderung empfunden.

Zweitens plädiere ich hier immer und immer wieder gegen die Unterstellung von "Angst". Menschen, die etwas nicht wollen, haben nicht zwangsläufig Angst, sie wollen es bloß nicht, sie mögen es nicht, schätzen es nicht, es überfordert sie, es erscheint ihnen unpassend, es stört sie. Das sind mögliche Ausdrücke, von denen auch nur der eine oder andere zutreffen wird, aber ausgerechnet Angst ist es nur ganz selten. Ich habe keine Angst vor Rauchern oder Männern mit Kind -- ich kann mir beides bloß absolut nicht als Partner vorstellen. Genauso werden die meisten Männer sich einfach nur an Deine Intensität stören und sich sagen, als Partnerin wäre die mir zu stressig.

Drittens ist es einfach ganz generell so, dass Partner mit ähnlicher Lebenserfahrung besser zusammenpassen. Du hast diesbezüglich wahrscheinlich einen großen Sprung gemacht und daher passen viele gleichaltrige Männer eher weniger zu Dir. Bedenke dabei aber, dass die Art Deiner Lebenserfahrung eben nicht durch reines Alter, sondern eben durch ähnliche Erfahrungen bezüglich des Wertes von Leben erreicht wird.

Mein Rat: Nimm Dich selbst etwas zurück. Gewiss weiß man das Leben nach so einer Grenzerfahrung besser zu würdigen und viele leben danach intensiver und schätzen auch kleinere Dinge. Aber Du stehst Dir damit leider auch selbst im Weg und musst wieder lernen, das Leben normal wahrzunehmen. Es wäre ratsam, Kleinigkeiten zu schätzen, aber sie zugleich auch als Kleinigkeit zu erkennen, und ebenso die für alle Menschen wichtigen, großen Dinge ebenso zu schätzen und als wichtiger (!) zu erkennen.

Derzeit scheint mir, Du suhlst Dich etwas in den ach-so-tollen Kleinigkeiten, Du überhöhst Deine eigene Intensität zu etwas ganz Tollem, aber in Wahrheit siehst auch Du eben bestimmte Maßstäbe verschoben -- nicht alle andere sehen es falsch und nur Du richtig, sondern Du musst Dich an den Gedanken gewöhnen, dass die Masse durchaus nicht ganz falsch liegt, sondern die Dinge so sieht, wie sie eben normalerweise gesehen werden.

Gut wäre, wenn Du erkennst, was einfach schöne Kleinigkeiten sind, diese aber auch als Kleinigkeiten im engeren Sinne betrachtest, und sie folgerichtig nicht überhöhst. Du wirst nur dann eine normale Beziehung führen können, wenn Du selbst wieder ein Stück in Richtung Normalität gehst.

Oder kurz gesagt: Dein Körper mag die Grenzerfahrung überstanden haben, aber Deine Seele muss noch heilen. Sie muss auch wieder gesund und normal werden. Dazu gehört eben auch, die Intensität wieder runterzufahren und sozialverträglicher zu werden.
 
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  • #12
Ich habe eine Vorerkrankung, die sich im Alltag nicht nennenswert bemerkbar macht und mit der ich eigentlich gut leben kann.
Aber: Bei einer bestimmten Entwicklung des Krankheitsbildes kann es sehr schnell mit mir vorbei sein, statistisch sind dann rund 50% ein Jahr nach der entsprechenden Diagnosesstellung tot, über 90 Prozent nach fünf Jahren. Das muss nicht passieren, es kann auch alles gut gehen. Aber es ist eben doch ein anderes Risiko, als wenn ich diese Vorerkrankung nicht hätte.
Ich muss regelmäßig zu Übewachungs-/Kontolluntersuchungen, und jedes Mal ist es fü rmich das große Zittern. Letztes Jahr kam dann der Verdacht auf, der Ernstfall wär eingetreten, Krankenhaus, weitere Untersuchungen, und ich dachte schon ganz ernsthaft: Vielleicht bin ich bei den 50% und erlebe des Jahresende nicht mehr.
Nach einem Monat war dann klar: Es war ein Fehlalarm, es geht mir nach wie vor gut.
Dieser Monat hat mein Leben verändert. Ich mache kaum noch Überstunden, nehme mir sehr viel mehr Zeit für mich und alles, was mir gut tut. Dazu gehört auch meine Partnerschaft.
Ich merke allerdings auch, dass ich ungeduldiger geworden bin, insbesondere, wenn Menschen Entscheidungen vor sich herschieben und nochmal und nochmal überdenken. Ich denke dann immer: Wir haben doch nicht ewig Zeit. Dann muss ich mir schon bewusst machen, dass andere, auch mein Partner, meine Erfahrung eben nicht teilen und da anders "ticken".
Zur Ausgangsfrage bedeutet das: Ja, solche Erfahrungen können in der Partnerschaft zu einer Ungleichheit führen, die es manchmal schwierig macht. Aber mit dem richtigen Partner lässt sich wechselseitiges Verständnis entwickeln, und dann wird es schon gut.
 
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  • #13
Liebe Frederika,
leben und Tod sind Dinge, die zum normalen Leben gehören. Krankheit auch.
<MOD: Angriffe entfernt.> Was ist denn in Deinen Augen wichtiger als das Leben an sich? Ein neues Haus? Ein neues Auto, die neuste Handtasche , das Lob vom Chef, weil man den Umsatz von Dekopüppchen erhöht hat? Leider hat ein Mensch der noch keine Grenzerfahrung gemacht hat, auch kein Gefühl für das Leben.

Zu Grenzerfahrungen gehören auch gute Dinge, wie die Geburt eines Kindes, eine Krankheit, der Tod eines geliebten Partners oder auch eine verlorene Liebe. Kleine Dinge bleiben kleine Dinge. Aber die Gabe sich darüber zu Freuen ist nicht jedem gegeben. <MOD> Erleben bedeutet aber Weiterentwicklung und das ist auch Bildung. <MOD> Man kann nicht verlangen, dass man sich zurück entwickelt. Niemand möchte bewusst dumm werden.

<MOD: Bitte formulieren Sie Ihre Gedanken respektvoller und weniger aggressiv.>
 
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  • #14
Intensive Wahrnehmung "normaler sinnlicher Ereignisse" wie das Streicheln des Windes im Haar, "Kleinigkeiten" zu sehen und wertzuschätzen.....es ist eben nicht selbstverständlich jeden Morgen gesund aufzuwachen ....sollte normal sein und jedem zugänglich, nicht erst nach schwierigen Grenzerfahrungen.

Das sollte die Norm ! sein und nicht wie #5 schreibt, das Ergebnis "verschobener Maßstäbe". Allerdings entspricht die Unaufmerksamkeit in der feinen Wahrnehmung tatsächlich dem Massenbewusstsein und ist wird daher leider von vielen als "Norm" angesehen.

Die Fragestellerin sollte sich des Wertes bewusst werden, den sie durch ihre Lebenserfahrung hinzugewonnen hat, sie hat ein Lebensgeschenk erhalten, was vielen verschlossen bleibt.

Aber auch dazu gibt es passende Partner, die das auch so sehen....nur finden muss man sie....
 
  • #15
@#12: Was sollen Deine Angriffe? Ich habe nirgends den Wert des Lebens "an sich" bezweifelt. -- Ich habe auch nicht Rückentwicklung verlangt, sondern dafür plädiert, wieder eine gesunde, normale Einstellung zum Leben zu bekommen, sich also noch mehr weiterzuentwickeln.

Natürlich können sich sehr viele Menschen, und auch ich persönlich, an schöner Natur begeistern, den Frühlingsgeruch genießen oder einfach nur mal die Kleinigkeiten aufsaugen, die uns umgeben. Aber es ist eine Macke, wenn man das zu so etwas tollem überhöht, wie dies in der Titelfrage geschieht. Damit fällt man einfach normalveranlagten Menschen auf den Wecker. Es ist eine Form des mentalen Heilungsprozesses, auch hier wieder nach der körperlichen Genesung einen normalen Blick zu bekommen.
 
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  • #16
@7
Wenn Dich die attraktive Frau wegen Deinem Stress, denn Du Dir mehr oder weniger selbst auferlegt verlassen würde, ist sie vielleicht nicht die Richtige!? Sie ist doch mit Dir zusammen und nicht mit deiner Wohnung etc.

Ich würde behaupten, wenn ein paar Sachen, die Du aufgezählt hat fehlen, wie z.B. der berufliche Status, trotzdem die Attraktivität nicht im Eimer ist und das Ego ebenso nicht. Macht das nicht gerade Selbstbewusstsein aus, wenn man so gut wie nichs hat, sich trotzdem wertvoll zu fühlen. Z.B. könnte man sein Ego doch durch einem wichtige Menschen aufpolieren.

m30
 
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  • #17
#14
"Aber es ist eine Macke, wenn man das zu so etwas tollem überhöht...."...."damit fällt man normalveranlagten Menschen auf den Wecker"...
aha, Menschen, die wie die FS denken, ähnliches erlebt und daraus Erkenntnis gezogen haben, sind also nicht "normalveranlagt"? Da frage ich mich doch ernsthaft, wer hier nicht normalveranlagt ist. Menschen, die noch nie berechtigte Todesangst hatten, die noch nie Demut! im Leben erfahren durften, die noch nie die Hoffnung auf Heilung und Erfüllung finden durften, die können da gar nicht mitreden! .... denn sie wissen nicht wovon sie reden....
 
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  • #18
@#16
Ich weiß gar nicht, warum Du Dich so aufregst.
´Die FS schreibt doch in der Titelfrage selber von "normal" veranlagt.
Die Extreme liegen meiner Meinung nach bei der FS und #7.

Ich finde das bunte Herbstlaub wunderschön, Wochen später quäle ich mich beim Laubharken.
Die süßen Bienchen im Sommer auf den Blumen, die den Nektar reinsaugen sind auch sehenswert, wenn sie sich aber auf meiner Terrasse ihr Quartier eingerichtet haben, nerven sie.
Die Reihe lässt sich beliebig fortführen.
Das empfinde ich als "normal veranlagt" und sehe genau diesen Grundtenor bei #14.
w45
 
  • #19
@#16: Nein, natürlich ist das nicht "normalveranlagt", wenn man selbst feststellt, dass man offensichtlich die meisten Männer mit dieser Art abschreckt und sich selbst auch als völlig anders als vorher empfindet. Derartie Grenzerfahrungen mit dem Tod sind eben selten und kaum jemand, der wirklich eine hatte, bezeichnet sich hinterher in dieser Beziehung noch als normal.

Geil Dich bitte nicht an dem Terminus "normal" auf, sondern sieh die Essenz, die gemeint ist: Spürbar anders als die überwältigende Mehrheit und offensichtlich auch Probleme im sozialen Umgang verursachend.

Lies Dir mal die fettgedruckte Titelfrage durch: Die Fragestellerin schätzt sich als "nicht normal" ein. Alles klar! Also Schluss mit Wortklauberei und den Inhalten zugewandt!
 
  • #20
Liebe FS..

Freue dich.. du bist wohl einer der Wenigen die nicht an der Krankheit "Gesellschatszwänge"leiden. du hast nicht nur deine Krankheit überstanden sondern damit auch die "Grundverseuchung" der Gesellschaft.. -> Angst.. Du kannst jetzt als endlich geheilter ganzer Mensch durchs leben gehen und wirst auf deinem Weg nicht sehr viele aber doch einige andere "geheilte" Menschen treffen und finden.. Mache dir dabei keinen Kopf darum das es eine Vielzahl von menschen gibt die dir weismachen wollen "du bist nicht normal".. denn du bist wahrscheinlich die Einzige die es im ursprünglichen Sinne von "Gesund" ist. Solange du mit dieser neuen Einstellung niemanden aktiv auf die nerven gehst, wirst du noch etliche Wunder erleben..


maximale Grüße/Erfolge
 
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  • #21
Ich denke nicht, dass man unbedingt so etwas gelegt haben muss, um so zu leben wie du. Aber sicher gibt es eher wenige Menschen, die das Leben so leben können. Bei den meisten überwiegen sicher Stress und Frust... Da musst du sicher etwas länger suchen.
Aber ich glaube auch, dass es vielen so geht - auch wenn die Geschichte etwas anders ausschaut. Ich habe festgestellt, dass ich nach einer psychosomatischen und einer psychischen Erkrankung und der entsprechenden Therapie auch besser mit Männern klar komme, die tiefgründiger sind und/oder schon selbst eine Therapie gemacht haben, als mit "normalen" Männern. Wobei ich nicht so sicher bin, ob das nicht eher an mir liegt, dass ich das Gefühl habe, besser mit ersteren klarzukommen oder ob es wirklich an den Männern liegt, ob die das so empfinden oder ich.
 
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  • #22
FS

Vielen Dank für Eure Antworten, die ich sehr interessant finde! Es hilft mir, dass es anderen Betroffenen anscheinend ähnlich geht und es ist gut zu wissen, dass es auch die "normalen" Männer da draussen gibt, für die es selbstverständlich ist, das Leben intensiv zu schätzen!

@ Frederika: Danke für Deine Meinung, aber ich möchte meine Einstellung gar nicht ändern, denn ich selbst bin sehr zufrieden damit und möchte nicht mehr so leben, wie früher. "Normal" habe ich bei meiner Frage übrigens bewusst in Anführungszeichen gesetzt, da ich der Meinung bin, dass niemand wirklich normal ist - jeder hat so seine Probleme,[mod] Ich wollte damit lediglich eine Abgrenzung zu Menschen mit einer ähnlichen Erfahrung wie meiner und zu anderen ausdrücken. Soziale Probleme habe ich im übrigen wegen meiner Art eher weniger als früher, ich bin einfach nur auf der Suche nach einem passenden Partner wie Du auch.
 
  • #23
Fs, ich hatte mit 18 einen schweren Unfall und habe den auch nur knapp überlebt, ich weiß also was es heißt eine völlig neue Sicht aufs Leben und das was wichtig ist zu haben.
Mit bedeuten Dinge wie Geld, Status, materielle Besitztümer rein gar nichts, denn sie sind wertlos. Das Singen der Vögel, der Ruf des Windes oder das raunen der Bäume im Wald ist hingegen etwas schönes und äußerst wichtiges. Diese Dinge zeigen das Leben.
 
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  • #24
Mein erstes Kind hatte bei seiner Geburt großes Glück. Mein zweites Kind hatte drei Mal Glück, und ich zweimal. Ob es mich wirklich nachhaltig verändert hat weiß ich nicht. Ich habe die Geschehnisse so gut es ging verarbeitet. Feinfühlig war ich immer schon, naturliebend auch. Doch wenn ich mir vorstelle fast nur noch auf alle Begebenheiten der Natur (Wald und so weiter) mich einzulassen, dann nimmt mich das zu sehr aus dem Leben. Momente sind gut, doch dann brauche ich es wieder `mich` mitten im Leben zu spüren, und nicht nur was mich umgibt. Auf Dauer zu tief in der Seele zu sein (außer in Momenten) kann auch vieles andere verschleiern. Ich liebe den Gesamteindruck von einem breiten Sichtfeld. Das ganze Wahrnehmen, in Details verliere ich mich eher. Vllt verändert sich bei dir, liebe FS, noch etwas mit der Zeit. Mir würde die Kraft fürs Jetzt im Ganzen fehlen, wenn ich zu sehr in Details verfließe. Nur in Emotionen zu sein kann auch einen Sog erzeugen. (so ist es bei mir)
 
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  • #25
Hier mal ein "Miesepeter":

Wenn Du nicht einen Beruflichlich guten Status hast, Deine Wohnung nicht ordentlich , Du kein interessantes Hobby hast, dann ist Deine Attraktivität im Eimer und Dein Ego auch.

Also nicht jeder, der keinen tollen Status hat, eine tolle Wohnung oder ein interessantes Hobby, vermisst das auch.
Aber es langweilt auch Menschen ohne Grenzerfahrung wie mich, wenn mein Partner/Freund/Lover an seiner Lebenssituation rumjammert und mir damit den Tag versaut.
Ich war gerade erst mit einem Miesepeter zusammen.
Jeder, der mehr hatte, war ein materialistischer Idiot, hatte eben reiche Eltern oder war oberflächlich.
Jeden Tag wurde gejammert, dass die Selbständigkeit in der Firma ja schwierig ist, dass seine Idee vielleicht nichts wird und dass er ja schon sooo viel Geld dahinein investiert hat. Also mir hat das jeden Abend versaut, er wollte allerdings, dass ich seinen Problemen lausche.

@FS: Einerseits höre ich aus deinem Post heraus, dass du das Leben genießt, und zwar auch in den kleinen Dingen des Lebens. Andererseits sagst du aber selber von Dir, dass du sehr ungeduldig bist.
Kann es sein, dass, sobald ein Partner doch anders denkt als du, Du ihm den Laufpass gibst?
Ich denke nämlich, dass langfristige Partnerschaften schon auch ein wenig Kompromissbereitschaft und Rücksichtnahme fordern und man sich erst im Laufe der richtigen Beziehung schrittweise annähert. Lässt du dich auch auf Partner ein, die anders sind, als du? Anderes Hobby? Andersdenkende Freunde. Andere Vorlieben? Du sagst, du bist chronisch krank. Muss ein neuer Partner da nicht auch eine gewisse Rücksicht nehmen auf längere Sicht?
DEN EINEN passenden Menschen gibt es nämlich nicht.

Für unzufriedene Menschen, die nur nörgeln, habe ich auch kein Verständnis und die langweilen mich auch.
Obwohl: Manchen fehlt einfach auch die Kraft und der Mut, etwas zu ändern. Bei Freundinnen nehme ich das noch in Kauf, bei einem potentiellen Partner würde es mich nerven.

w,39
 
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  • #26
@12
Auch wenn ich nicht alles von Dir lesen kann,
schließe ich mich Deiner Meinung an.
@FS
Ist ja schön Deine Lebenseinstellung.
Allerdings wenn Du es übertreibst, dann könnte das schon etwas komisch rüberkommen für andere.
Ich stelle mir jetzt mal vor, wie Du morgens vor Deine Haustüre trittst und die Hände gen Himmel streckst und Dich bei den grauen Wolken für den überaus schönen Anblick bedankst.
w/45
 
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  • #27
Todkrank war ich noch nie, aber ich habe viele lebensgefährliche Situationen erlebt und überlebt.
Habe eben richtig reagiert und auch Glück gehabt - manche meiner früheren Kollegen nicht.

Mein Leben hat sich nicht verändert, denn ich denke da nicht drüber nach und würde dies auch nie erzählen.

"Das Leben ist ein Kampf - siege ! "

Passieren kann jeden Tag etwas............

m, 50
 
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  • #28
FS: Deine geänderte Lebensführung muss Mann/ Frau sich auch wirtschaftlich leisten können!
Bei mit liegen solcherlei Erfahrungen wenige Monate bzw ein Jahr zurück (2x Kasper mit OP, bei der iund nach der ich beinahe das Zeitliche gesegnet habe, verbunden mit extremsten wochenlangen Schmerzen). Als Selbstständiger hat mich diese "Erfahrung " an den Rande meiner beruflichen Existenz bugsiert - meine Partnerin ist weg und weit und breit weder Aufträge noch Jobs in Aussicht (kriminelle Energie muss bei mir leider noch wachsen). Eine esoterische Weltsicht ist mir nicht vergönnt - ich kämpfe sogar um das Dach über meinem Kopf. Ich gönne es jedem dem es gelingt nach solch einer Erfahrung sein Leben umzustellen (und ich habe einige sehr sehr schwere Fälle gesehen - darunter auch Leute unter 40 und 30). Aber: es ist nicht jedem vergönnt. Sterben konnte ich nicht, gut Leben kann auch nicht - dann kämpf ich eben weiter, und glaub mir: im beruflichen nehme ich inzwischen sehr wenig Rücksicht auf die ganzen Sunnyboys und Golden Girls. Im privaten haben Familie und Freunde meine unbedingte Loylität. Und bedenke eins: früher oder später müssen alle Menschen, wirklich alle, diese Erfahrung machen, deshalb sind wir Individuen mit Grenzerfahrung gar nicht mal so besonders, m 42
 
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