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Gast

  • #1

Den Partner verlassen weil er/sie alkoholabhängig ist?

Coalkoholismus Verantwortung eigenes Leben Selbstaufgabe produktive u. konstruktive Hilfen Einsicht (en) von Abhängigen u. Partnern Neuanfang
 
  • #2
ich würde niemals eine Beziehung mit einem Alkoholiker führen, generell nicht mit Suchtkranken. Da sehe ich wirklich keine gemeinsame Basis.

Während einer Partnerschaft muss man auf früheste Warnzeichen achten und rechtzeitig eingreifen. Wenn das nicht wirkt, hilft nur noch Trennung.

Mit Alkoholikern ist nicht zu spaßen. Ich möchte nicht mein eigenes Lebenswerk und meine Lebensziele aufs Spiel setzen.
 
H

Holly Golightly

  • #3
Wenn der Partner nicht bereit ist, sich einzugestehen, dass er/sie alkoholabhaengig ist und sich einer Therapie unterzieht, dann ist Trennung leider der einzige Weg (denn diese kann dem Partner auch helfen, endlich aufzuwachen und sich dem Problem zu stellen), sonst geht man mit unter. Nur wenn der Partner bereit ist, das Problem anzuerkennen und die geeigneten Schritte zu unternehmen kann man ihn auf dem Weg begleiten, gehen muss er ihn selbst.
 
G

Gast

  • #4
Ganz klares NEIN. Es gibt Gründe, wie er/sie in diese Situation geschlittert ist. Das Übel, das ursächliche Problem gemeinsam an der Wurzel packen und lösen. Bezüglich der Sucht professionelle Hilfe einholen. Nicht einfach zusehen, daran selbst auch noch verzweifeln und weglaufen.

Es kann nicht sein, daß man die guten Zeiten mitnimmt, und wenn es ein ernsthaftes Problem gibt, sich einfach aus dem Staub macht.
 
H

Holly Golightly

  • #5
@#3: Die Gruende warum der Partner krank geworden ist, muessen aber nicht unbedingt etwas mit der Partnerschaft zu tun haben, sondern koennen viel tiefer/frueher liegen. Deshalb ist es wichtig, dass der Partner es anerkennt, krank zu sein, denn das ist der erste Schritt zur Heilung. Klar passiert das Anerkennen nicht von heute auf morgen, aber irgendwann MUSS es geschehen. Geschieht es nicht, muss man eine harte Entscheidung treffen.
 
G

Gast

  • #6
@Holly

.. das habe ich auch nicht gesagt. Ich habe signalisieren wollen, dass der Partner auch Pflichten hat. Wie heißt es so schön: ..in guten, wie auch in schlechten Zeiten, (egal ob verheiratet, oder nicht).

So stelle ich mir ein Partnerschaft vor. Ich hoffe inständigst, mein Partner/Partnerin denkt darüber genauso. Konservative Grundzüge sind heute immer noch nichts verwerfliches, auch wenn sie mehr und mehr belächelt werden.

Ich nehme zur Abwechslung jetzt mal die Rolle des Kranken an:
Wenn er/sie nicht meine Auffassung teilt, und mir erst die Augen geöffnet würden, wenn diese Lage akut eingetreten ist, wäre Fremdgehen dagegen ein Kindergeburtstag. Stell Dir die Situation vor: Du bist 40 Jahre mit Deinem Partner verheiratet und wirst deswegen verlassen, weil Du einen Schlaganfall erlitten hast und nun pflegebedürftig bist. Ich habe bewußt ein krasses Beispiel hier angeführt und möchte nur sagen, dass sowohl bei kleinen, als auch bei größeren Problemchen, der andere darüber reflektieren muß, wie es aussehen sollte, wenn es genau andersherum wäre.

Ich will überhaupt nicht abstreiten, dass es einen Zeitpunkt geben kann, wo die eigene Gesundheit leidet, das Problem immer nur diskutiert, aber nicht angegangen bzw. beseitigt wird, (trotz Versprechen und Zusagen) Die absolute Schmerzgrenze ist bei jedem/jeder eine andere und dann müssen Entscheidungen richtigerweise getroffen werden.

Ich habe keine Ahnung, ob ich jemals die eine oder andere Rolle einnehmen muß. ... oder mir das glücklicherweise nicht widerfährt. Wer sich seiner 100%ig sicher ist, stehe jetzt auf und rufe ich ich ich.
 
  • #7
@#5: Ich stehe auch zu dem Konzept "wie guten so in schlechten Zeiten", aber irgendwo sind halt Grenzen. Fremdgehen, Alkoholismus, körperliche Gewalt, Kriminalität -- nein danke, das Versprechen beruht auf Gegenseitigkeit und bei solchen Verstößen gilt auch meines nicht mehr. Ich verstehe das Konzept eher bezogen auf Krankheiten, Sorgen, Problemen, Knappheit, nicht auf willentliche Entgleisungen.
 
G

Gast

  • #8
Da gab's doch mal einen Film, in dem Meg Ryan eine Alkoholikerin spielte. Der hat mich damals schon irgendwie nicht losgelassen.
Ich tue mir schwer damit, von vornherein zu sagen, daß ich meinen Partner verlassen würde, wenn er alkoholabhängig würde.
Ziemlich sicher würde ich mit keinem alkoholkranken oder sonstwie süchtigen Menschen frisch zusammenkommen wollen.
Aber wenn man schon länger zusammen oder gar verheiratet ist, dann hat es doch einen Grund, weshalb der eine evtl. suchtkrank wird. Abgesehen davon, daß derjenige dann alleine durch die Entziehungsphase muß (sofern er überhaupt soweit ist und dafür offen ist) hat man evtl. sogar eine Art Teilschuld, von der man sich u.U. nicht ohne weiteres lossagen kann. Zumindest würde ich mein Bestes für gewisse Zeit geben und nur wenn ich sehe, es hat absolut keinen Sinn und der andere will/kann nicht an der Basis, die wir mal gemeinsam hatten, festhalten, einen Schlußstrich ziehen. Denn gerade in einer so schweren Zeit ist es doch wichtig, daß vertraute und nahstehende Menschen einen nicht fallen lassen wie eine heiße Kartoffel.
Auf jeden Fall würde ich mir Hilfe/Rat suchen.
U.U. sieht alles zudem nochmal ganz anders aus, wenn Gewalt ins Spiel kommt und/oder Kinder mitbetroffen sind. Dann würde ich schon meinen, daß Kinder mit oberster Priorität geschützt gehören und sonst auch jeder vor der Gewalt.
Schwierig und sicher auch individuell je nach Fall und Auswirkung - man kann da nur hoffen - auch daß man nicht selbst mal Alkoholiker wird.

Mary
 
G

Gast

  • #9
@6 Du verstehst es nicht. Alkoholiker wird man nicht von heute auf morgen und die Gründe dafür können sehr sehr vielschichtig sein und niemand will diese Rolle freiwillig spielen. Hast Du schonmal eine Woche in einer sozialen Einrichtung gearbeitet, wo Menschen Lebensgeschichten erzählen, die Du Dir in Deiner heilen idealisierten Welt überhaupt nicht vorstellen kannst? Sicher nicht.

Du hast aber schon vorab die Schuldfrage im ersten und auch letzen Beitrag dem Betroffenen zugeschoben, ohne dass wir von dem konkreten Fall überhaupt etwas wissen. Und dann kommt diese Schwarzweißmalerei aus Unerfahrenheit. Dir scheint eine Menge Lebenserfahrung zu fehlen. Schwarzweiß lasse ich nur in der IT zu, wo das Leben aus Einsen und Nullen besteht, weil Computer kein Herz haben. Sei froh, dass bei Dir bis jetzt alles glatt gegangen ist. Partnerschaft heißt auch Verantwortung für den/die Andere(n) übernehmen. So wie man da reingeschlittert ist, kommt man da auch wieder raus. Zusammen.

Selbstverständlich sind nicht nur die anderen Schuld. Die Ursachen bei sich selber suchen ist der erste Schritt. Meine Güte, dazu muß es aber ersteinmal bei dem Betroffenen kommen! Sie/Ihn dazu zu bringen ist auch die Aufgabe des Partners An dem Tag, wo mir mein Partner ins Gesicht sagt, dass er/sie sich von mir nicht helfen lassen will, bin ich verschwunden.
 
G

Gast

  • #10
Danke Mary

Du hast es auf "weiche" Art, und absolut korrekt auf den Punkt gebracht.
 
G

Gast

  • #11
Ich war mit einem Alkoholiker verheiratet. Ich rate dir gehe in die Selbsthilfegruppe AL-Anon, das sind die Angehörigen der Alkoholiker, da werden deine Fragen alle von "Profis" beantwortet.