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Gast

  • #31
ich liebe einen mann der auch an starken Depressionen leidet. nach aussen hin würde es nie jemand vermuten. weder seine freunde, noch seine Familie oder sein Arbeitgeber haben eine Ahnung wie es um ihn steht. nach aussen hin der erfolgreiche Manager, coole papa, immer gutgelaunte und witzige mann. im innern so voller angst, zerrissen.

wir haben uns vor jahren über eine partnerbörse kennengelernt. der kontakt war immer angenehm. wir haben immer mal wieder geschrieben, aber es kam nie zu einem treffen. vor einem jahr intensivierte sich dieser kontakt. wir haben erstmals telefoniert. dies dann immer öfter. dann gab es einen tag an dem ich sehr traurig war. ich erzählte ihm den grund meiner trüben Gedanken: meine Freundin ist wegen Depressionen seit jahren in Behandlung. Sie wurde als kleines Mädchen missbraucht. ..... nach diesem tag veränderte sich etwas in seinem verhalten, er war immer noch der coole typ aber er sprach von seiner Kindheit...nicht viel....immer nur brocken.. und zunehmend spät nachts.....mit mehr oder weniger Alkohol.

wir haben uns getroffen. er (dieser Manager eines großen deutschen Unternehmens) war total schüchtern. hat eine halbe stunde gebraucht um mich anzuschauen. hat aber die ganze zeit über seine Kaffeetasse hinweg, lustige Geschichten erzählt. als wir gingen, fragte er mich, wie mir der abend gefallen hat. ich antwortete wahrheitsgemäß. er meinte es ginge ihm genauso. als ich ihn kurz zum abschied umarmen wollte, stand er stocksteif da. abends hat er mich noch kurz angerufen, gute nacht gewünscht und nochmal gesagt, wie angenehm er die stunden mit mir empfunden hatte.

danach: Sendepause..... nichts.

er brauchte geschlagene 10 tage bis er wieder "auftauchte". er öffnet sich mir, nach und nach. er hat schlimmes durchgemacht.

ich liebe diesen mann, halte es aber nur aus, weil ich selber in einem festen, gesunden und guten Umfeld lebe. es geht mir pächtig. ich habe keinerlei sorgen oder nöte. nur...und nur deshalb halte ich es aus, ihn derart leiden zu sehen. je länger ich ihn kenne, um so besser verstehe ich seine Reaktionen und kann damit umgehen.

ich beschäftige mich intensiv mit seiner Krankheit (er wird durch mich ja erstmals mit seinen Ängsten konfrontiert....da er vorher immer jahrzehntelang erfolgreich verdrängt hat).

ich liebe diesen mann und er ist jede mühe meinerseits wert.
 
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Gast

  • #32
Das hat aber nichts mit depressiv zutun. Nach dem ersten Treffen wusste er nicht was er will? Er war nicht Feuer und Flamme?
Schiebt doch nicht immer alles auf irgendwelche Depressionen, wenn sich der Mann nicht meldet oder sich zurück zieht.
Sein Interesse ist eben nicht stark genug.
 
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Gast

  • #33
Hat das alles eine Chance und er hat gerade nur eine Phase. Kann ich ihm alles glauben, was er mir sagt?
Egal, was der Mann jetzt wirklich hat...
Reicht es dir nur phasenweise Zuneigung und sonst Zurückweisung zu bekommen?
Erkennst du den Unterschied zwischen Depression und launischem, schlechtem Benehmen und kannst da Grenzen setzen?

Wenn ja, nur zu. Wenn nein, nur weg.
Ich finde stabile Partnerschaften in denen man Kraft schöpfen kann sinnvoller. Aber vielleicht ist dir ja im Alltag sonst langweilig und du brauchst eine "Aufgabe" (im wahrsten Sinne des Wortes).
 
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Gast

  • #34
Mein Partner hat sich im Laufe von zwei Jahren als extrem melancholisch herausgestellt
und hat bei den kleinsten Problemen Depressionen,
die auch mal zu Panikattacken anwachsen.
Da ich selber Probleme habe und eigentlich froh war, mich grösstenteils alleine da
rausgekämpft zu haben, bin ich immer sehr stark mitbetroffen, wenn es meinem Partnern
schlecht geht.
Ich behandle ihn und mich jetzt endlich mal konsequent mit Bachblüten, klappt prima.

Ich denke, es kommt darauf an, wie stark man selber ist, fertig machen kann es einen
ganz schön, vor Allem, wenn man selber gefärdet ist,
es kommt selten vor, dass er durchschläft, sieht alles schwarz und diese Ängste lösen in
mir z.B. auch Beklemmungen aus.

Alles Gute bei der Entscheidung!
 
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Gast

  • #35
Ich finde es erschreckend, wie hier über depressive Menschen gesprochen wird! !! Warum soll so eine Beziehung nicht funktionieren? Klar, man kann es einfacher haben aber auch ein depressiver Menschen ist ein liebenswerter Menschen! !! Wenn man stark genug ist, schafft man dies auch!!! Und gerade eine funktionierende Beziehung kann viel Kraft geben.
 
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Gast

  • #36
Ich finde es erschreckend, wie hier über depressive Menschen gesprochen wird! !! Warum soll so eine Beziehung nicht funktionieren? Klar, man kann es einfacher haben aber auch ein depressiver Menschen ist ein liebenswerter Menschen! !! Wenn man stark genug ist, schafft man dies auch!!! Und gerade eine funktionierende Beziehung kann viel Kraft geben.
Warum nicht? Wurde hier schon mehrfach erklärt. Ein Depressiver Mensch ist auch nicht Stark, er/sie ist ein Energievampiert und saugt die Kraft vom Gegenüber. Der/Die hat nicht ausreichend Energie, die braucht der Mensch ja auch für sich.

Ja, ein depressiver Mensch ist auch ein liebenswerter Mensch, aber eine Beziehung kann nur gesund funktionieren, wenn die Balance stimmt. Eine Beziehung mit einem Depressiven ist nie ausreichend ausbalanciert. Ist eigentlich logisch. Ich kann mit einem kranken/kaputten Auto keine langen Reisen machen.
 
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Gast

  • #37
Natürlich kann eine Beziehung mit einem depressiven Menschen funktionieren. Was allerdings wichtig ist: man sollte als Partner die Krankheit nicht auf sich selbst beziehen, nicht denken "Ich versuche doch alles und trotzdem geht es ihm/ihr nicht besser." Sowas erzeugt enormen Frust, der oft schwerer wiegt als die Probleme, mit denen man als Partner eines psychisch Kranken sonst umzugehen hat. Im übrigen gibt es unendlich viele Ausprägungen einer Depression und somit auch sehr unterschiedliche Grade, wie belastend sie für eine Partnerschaft ist.
 
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Gast

  • #38
Liebe Fragestellerin,
ich würde - dies als erstes - nach gerade mal 30 Tagen kennen - das dürften dann tatsächlich höchstens 100 gemeinsame Stunden gewesen sein - nicht von Liebe sprechen. Verliebtheit ja, rosarote Brille ebenfalls.
ABER es gibt einen guten Satz: In einer Beziehung zeigt sich am Anfang, wie sie gelebt wird und wie sie enden wird. Ob dein Gegenüber depressiv ist lässt sich anhand deiner Beschreibung nicht feststellen. Vermutlich hat er es dir gesagt und du glaubst es. Er sagt es - du glaubst es - warum informierst du dich nich erstens bei ihm über seine Krankheit - was die konkret ausmach. Warum glaubst du seine Selbstbeschreibung und recherchierst nichts über Depression und über sonstige Störungen. Es könnte eine manisch-depressive Störung sein, es könnte eine schizoide Störung sein, es könnte eine Angststörung sein - sein hü-hott-Verhalten passt genaus zu diesen anderen Störungen !!
Hast du dich schon gefragt, wie du dich abgrenzen kannst und seine Krankheit - egal welche das ist - als etwas betrachten kannst, das nichts mit dir zu tun hat?
Ich habe den Verdacht, du möchtest Mutter Theresa sein und ihn heilen. Vergiß es - das schafft DU - mit deiner sehr geringen Kompetenz was dieses Krankheitssprektrum angeht, mit deiner Gläubigkeit wenn er dir was erzählt, mit deinem Abstand zu Fakten nicht.
Eine Beziehung mit einem depressiven Mann - einer depressiven Frau kann funktionieren, das kann auch eine sehr gute Ehe sein ABER ob die Bedingungen unter denen dies möglich ist von DIR erfüllbar sind wage ich zu bezweifeln. W
 
  • #39
@Gast 37:

ich denke auch, dass sich am Anfang zeigt, wie sich beide Partner eine Beziehung vorstellen, welche Bedürfnisse bestehen. Oft sind die Zeichen dafür aber verdeckt, oder werden ignoriert. Ich würde mir für mich selbst wünschen die Zeichen besser zu erkennen. Aber wie sehe ich zu Beginn, wie eine Beziehung beendet wird?

Zur FS:
also ich litt selbst vor Jahren an einer Depression. Deine Beschreibung hört sich nicht nach einer Depression an. Und wenn es so sein sollte: eine Heilung dauert lange!
 
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Gast

  • #40
Es ist immer leicht gesagt, von wegen Liebe und alles zusammen durchstehen.

Ich dachte das auch. Meine Frau ist depressiv und hat eine bipolare Störung. Ich wollte zusammenhalten und für sie da sein, wir haben eine tiefe Verbindung und zeitweise kam von ihr viel Dankbarkeit rüber. Ich habe viel für sie getan, ohne lange nachzudenken mich um ihre Kinder gekümmert, während sie im Krankenhaus war.

Dann war sie in Kur, kam zurück und meinte, sich von heute auf morgen von mir trennen zu müssen, weil sie mit ihren Gefühlen nicht klarkäme. In einem späteren Gespräch wurde ich dann noch beschuldigt, mit Schuld an ihrem Zustand zu sein, weil ich sie erdrückt habe (was natürlich nicht stimmt, ich habe einen Vollzeitjob und weiß auch zwischendurch meine Ruhe zu schätzen). In dieser Phase ist es bei den Betroffenen mit der Wahrheit auch nicht weit her, sie rücken sich alles so zurecht, wie sie es brauchen.

Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ich ihr nichts vorwerfen kann, weil sie alles auf ihre Krankheit schiebt und ich bin sicher, sie wird sich wieder melden und sagen, wie leid ihr das alles tut. Ich bin allerdings soweit, das nicht mehr zu wollen, ich denke, es reicht, dass Einer krank ist und auf Dauer macht das den Partner auch kaputt!
 
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Gast

  • #41
Natürlich können depressive Menschen lieben und eine Beziehung eingehen, aber man sollte die Ursache dafür kennen und die Krankheit vor allem verstehen und dementsprechend sensibler und mit Verständnis handeln!

- Wenn er wegen seinen früheren Partnerinnen depressiv geworden ist, die ihm irgendwas getan haben, wie Liebesverlust/-entzug oder Betrug, dann wird er sich nicht mehr so schnell so freiwillig auf eine neue Beziehung einlassen wollen. Er wird sogar schnell genervt sein, wenn man ihn betütelt und drängt.

- Vielleicht ist er auf sich selber wütend, dass er in einem Moment so ist und dann wieder so. Depressive haben oft das Problem, im rechten Moment sich nicht trauen zu können, das richtige zu sagen - sie lachen dann lieber oder stimmen zu, um ihren Frieden zu haben, sind insgeheim aber traurig, wie gelähmt, und werden hinterher wieder depressiv. Ein Teufelskreis folgt. Das schlimmst für Depressive sind Narzissten oder dominante Menschentypen.

- Depressive sind schnell überfordert und ermüden. Das kann schon bei einer einfachen Familienrunde sein oder in Kreisen, wenn ständig viel gelacht und geplappert wird. Damit können sie nicht umgehen, es kostet sie förmlich Energie und Anstrengung, da mitzuhalten. Ein superfröhlicher Mensch macht einen Depressiven kaputt.

Trotz dessen sehnen sich Depressive nach Liebe und Aufmerksamkeit, vielleicht sogar sehr viel mehr als andere Leute. Es ist wichtig, den Leuten die Aufmerksamkeit und HIlfe zu schenken, die sie brauchen. Aber das erfordert den richtigen Partner dazu. Wenn ein Depressiver merkt, dass er dir vertrauen kann und die Zukunft mit dir planen kann, wird er sich auch auf dich einlassen. Wenn nicht, besser in Ruhe lassen. Du nervst ihn. Und das ist für ihn nicht förderlich, eher noch anstrengender und raubt ihm Energie. Frage einen Depressiven also nicht "warum" er dies oder jenes nicht machen will/kann. Er will nicht.
 
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Gast

  • #42
ich möchte gegen psychisch kranke nicht viel negatives sagen weil sie ja fürs leid nix können.
aber eine liebesbeziehung mit ein manisch depressiven menschen schliesse ich kategorisch aus.
das ist die hölle ohne ausgang.
ich schreibe hier aus eigene erfahrungen die ich gemacht habe. zum schluss musste ich gehen weil nix mehr ginge. die krankheit ist wahnsinig belastend und macht auf dauer alles kaputt.
das ist eine kranke liebe und sehr zerstörerisch. alles dreht sich um den "patienten " als gesunder mensch musst du dich unterordnen. anpassen und irgendwann verlierst du dich in der krankheit und musst du tabletten nehmen oder sonst was... verlierst den halt und wirst krank.weil das kranker an der krankheit auch den partner krank macht, da der erkrankte nicht mehr herr über seine sinne ist.
ich hatte ne feundin die mansich aufgedreht deprssiv war und mir hat das wirklich gereicht um zu sagen dass menschen mit BS schwer zu ertragen sind. da sie nicht wissen was sie wirklich tun.
die symptome bestimmen wo es lang gehen soll.
ich habe trotzdem ein jahr alles versucht die person zu helfen. behandlungen lehnte sie ab. ein maniker zum Dr. zu bringen ist fast das 8 weltwunder!!!
habs doch noch geschaftt irgendwie... der psychiater knallte ihr auch die diagnose um die ohren aber sie war immer der meinung dass alle andere krank sind jedoch nicht sie! (fehlende krankheitseinsicht )
als sie sich par tout nicht behandeln lassen wollte und nur an mir klammerte aber auch krankhafte entscheidung traf habe ich mich von ihr weggedreht und das war richtig.
jetzt ist das ganze fast 1 jahr her und ich bin jetzt glücklich und frei von der last die ich damals tragen musste.
ich kann jeden davon nur abraten. das ist eine krankheit die nur eine richtung kennt: zerstörung.
grüsse aus la provence.
 
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Gast

  • #43
Natürlich kann man einen Menschen schon nach kurzer Zeit lieben, das empfindet doch jeder anders.
Ich habe beruflich mit depressiven Menschen zu tun. Auch diese Menschen haben natürlich Beziehungen und sehnen sich oft sehr danach. Ich rate dir Geduld zu haben, sofern du das möchtest und kannst. Sei offen mit ihm, gib ihm das Gefühl, daß er dir vertrauen kann. Und schau auch bitte auf dich selbst, auf deine Bedürfnisse. Es wäre natürlich gut, wenn er eine Therapie macht. Das muß aber von ihm selbst ausgehen. Wenn er selbst nicht bereit ist, sein Leben zu verändern, kannst du leider auch nichts tun.
w34
Deine Antwort ist die beste, die ich hier gefunden habe! Es ist erschreckend, wie Depressive hier kategorisch abgewertet werden. Bekanntlich gibt es sehr unterschiedliche Formen und Ausprägungen einer Depression, außerdem macht es einen beträchtlichen Unterschied, ob jemand ein grundsätzlich depressives Naturell hat oder ob es sich um eine vorübergehende Phase handelt. Es ist durchaus möglich, daß jemand gerade durch eine liebe- und verständnisvolle Beziehung aus seiner negativen Grundhaltung herausfindet, weil sie neue Aspekte des Lebens eröffnet, die er möglicherweise zuvor gar nicht kannte. Im übrigen wird es schon seinen Grund haben, weshalb sich die FS gerade in einen depressiven Menschen verliebt hat. Vielleicht kann auch sie daraus lernen (und sei es, sich nicht in einen depressiven Menschen zu verlieben, wei das für sie eben nicht zu handhaben ist). Der FS sofort von einer Beziehung abzuraten, halte ich für höchst unseriös und vorurteilsbehaftet. Wie ebenso die unreflektierte Ablehnung von Depressiven. Wie viele melancholische Künstler haben eben gerade wegen ihrer Grundstimmung oder zumindest der Neigung dazu die schönsten und wunderbarsten Werke hervorgebracht? Also ich jedenfalls habe kein Problem, mit einer depressiven Frau (in meinem Fall eben Frau, da m) eine Beziehung einzugehen, wenn ich sie liebe. Das ist für mich absolut kein Grund, eine Liebe schon von vornherein zu "vermeiden". Man kann aus jeder Begnung nur lernen.
Alles Gute für die FS!

m, 53
 
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Gast

  • #44
... ich bin aus Zufall auf dieses Gespräch gestoßen und irgendwie macht mich diese ganze Konversation echt entsetzt/traurig. Ich will mir nicht anmaßen die Meinungen meiner Vorredner hier zu verteufeln, aber die sind für mich schon arg krass..
Das heißt ja kurzum : depressiver Mensch-nimm die Beine in die Hände und ab durch die Mitte !!!
Ich weiß, dass es mir nicht zusteht,darüber zu urteilen, da ja einige hier anscheinend wirklich ernsthaft versucht haben, eine Beziehung zu einem kranken Menschen auszubauen/am Leben zu erhalten oder zu helfen. Aber das grundsätzliche abraten finde ich wirklich unverschämt. Auch wenn mein Senf zu dieser ganzen Sache ein Jahr zu spät kommt und die fs sicherlich ihren Weg gefunden hat, gebe ich ihn dennoch hinzu. Denn Vllt liest jemand in einer ähnlichen Situation das auch mal und nimmt die Hammelbeine in die Hände und ist weg und verliert dadurch was ganz besonderes im Leben.
Ich denke, dass man das ganze als Krankheit ansehen soll und sich dem auch vollkommend bewusst sein sollte. Ähnlich wie ganz zu Anfang schon mal erwähnt, sollte man sich mit der Thematik beschäftigen und sich informieren und dann für sich die Entscheidung treffen. Ich finde die Vorstellung für mich persönlich ganz grausam,nur ein Recht auf Liebe zu haben, wenn ich "normal" bin. Verlässt man einen Krebskranken nur weil man zusammen Vllt einen langen Leidensweg vor sich hat, unwissend darüber wie das ganze ausgeht...Hat ein Diabetiker kein Recht auf eine Beziehung, nur weil vorm Samstag Abend schlemmen auf der Couch das Insulin ausgepackt wird, darf der mukoviszidose Patient nicht lieben, nur weil vorher schon klar ist, dass man nie zusammen alt wird...?!??
Darf ein MS kranker Mensch keine Familie gründen, weil die Gefahr besteht, dass die Kinder nie mit dem Vater Fußball spielen, weil er irgendwann Vllt im Rollstuhl sitzt ?
Tut mir leid, aber dies Denken und Streben nach "der Mensch muss gesund und perfekt sein um eine Wertigkeit zu haben" hatten wir vor 75 Jahren schon mal und das hat uns alles andere als Glück gebracht !!!!
Depression ist eine Krankheit, die medikamentös behandelbar ist, aber nie heilbar!!!
Man sollte sich informieren und überlegen wie gut die eigene seelische Verfassung ist und ob man damit klar kommt. Aber ich denke, dass auch jeder depressive Mensch ein Recht auf Liebe hat und das es nicht umsonst vorm Traualtar heißt "in guten wie in schlechten Zeiten "
Man weiß nie, was das Leben noch bereit hält und welche Schicksalsschläge auch auf vermeintlich gesunde Menschen noch zukommen.
Man kann es auch als Vorteil ansehen,dass Wissen um die Krankheit ... der Autounfall der eine Liebe auf eine harte Probe stellen kann, kommt innerhalb von Sekunden ....
W36
 
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Gast

  • #45
Ich finde es unfair und unerhöhrt, die Krankheit Depression in den Schmutz zu ziehen. Und seit wann sind Depressive unehrlich? Verwechselst du da nicht was? Denn wirklich depressive Menschen sehnen sich sehr wohl auch nach Partnerschaft und Liebe! Nicht umsonst, weil Depressive meist ohnehin sehr sensibel und liebesbedürftig sind und allen Schmerz auf sich nehmen. Aber es muss halt auch der/die Richtige sein, wie überall auch, sonst hat es keinen Wert!

In meinen Augen hat er einfach keine Lust auf dich und mag es dir nicht so recht sagen. Ein typisch männliches Machoproblem - kein Problem von Depressiven. Betütele ihn nicht, als wäre er krank- denn in meinen Augen ist er eher ein Eigenbrödler, der evtl. nur vorschiebt, krank/depressiv zu sein. Das wäre keine Seltenheit, dass persönlichkeitsschwierige Männer, sich an Krankheitslisten bedienen, um Frauen emotional von sich abhängig zu machen oder zu verunsichern.
 
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Gast

  • #46
Ich finde die Vorstellung für mich persönlich ganz grausam,nur ein Recht auf Liebe zu haben, wenn ich "normal" bin. Verlässt man einen Krebskranken nur weil man zusammen Vllt einen langen Leidensweg vor sich hat, unwissend darüber wie das ganze ausgeht...Hat ein Diabetiker kein Recht auf eine Beziehung, nur weil vorm Samstag Abend schlemmen auf der Couch das Insulin ausgepackt wird, darf der mukoviszidose Patient nicht lieben, nur weil vorher schon klar ist, dass man nie zusammen alt wird...?!??
Darf ein MS kranker Mensch keine Familie gründen, weil die Gefahr besteht, dass die Kinder nie mit dem Vater Fußball spielen, weil er irgendwann Vllt im Rollstuhl sitzt ?
Tut mir leid, aber dies Denken und Streben nach "der Mensch muss gesund und perfekt sein um eine Wertigkeit zu haben" hatten wir vor 75 Jahren schon mal und das hat uns alles andere als Glück gebracht !!!!
W36
Dieser Forist hat die ganzen Beiträge nicht verstanden. Natürlich hat jeder Kranke, egal welche Krankheit der Mensch hat, ein Recht auf Liebe und Beziehung. Aber solche Rechte hat ein Gesunder auch. Hier geht es eindeutig darum, eine Beziehung mit einem depressiven Menschen zu beginnen und nicht darum, wenn in einer guten und stabilen Beziehung ein Mensch schwer erkrankt. Das sind zwei unterschiedliche Schuhe.

Dann noch die Nazizeit da mit rein zu bringen und zu dramatisieren und aufzubauschen ist mehr als unverständlich.

Solche Zeilen können nur von jemanden geschrieben sein, der noch keine grossartige Liebes-Erfahrung mit solch kranken Menschen gemacht hat.

w50
 
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Gast

  • #47
Ich frage mich wieviele hier entsetzt über Aussagen wie " lauf weg" sind und wirklich Erfahrung mit psychisch Kranken haben?

Mein Bruder ist auch schwer psychisch erkrankt. Bei uns ist es meine Mutter, die die Helferrolle übernehmen muss. Zeitweise war dann meine Mutter bereits in Behandlung weil man selbst bei der Betreuung psychisch Kranker reversible psychische Probleme bekommt. Sollte er mal irgendwann eine Freundin haben, wird sie das übernehmen müssen. Sie tut mir jetzt schon leid.

Eine ehemalige Bekannte hat eine narzistische PS. Sie ist unfähig gesunde menschliche Beziehungen zu führen. Habe das am eigenen Leib erfahren dürfen. Kein Kontakt mehr ... ich bin nicht bereit mich aufzuopfern.

Leider blieb es mir nicht erspart mit einem Borderliner über etwa ein Jahr eine Beziehung zu führen. Naja selbst schuld, dachte immer ich kann ihm helfen. Zuletzt war ich einfach nur selbst völlig fertig, unglücklich und seelisch ramponiert.

Eine Beziehung zu einem psychisch kranken bedeutet immer eine große selbstaufgabe, schmerz und leid. Egal ob er in Behandlung ist oder nicht.
 
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Gast

  • #48
hier nochmal die #39

In meinem Fall war es so, dass auch meine Frau manchmal so Sprüche los lies wie "Ich bin nicht Beziehungsfähig, eine Affäre wäre besser für mich" etc. Es ist also nicht nur eine böse Verurteilung von Außenstehenden.

Ein großes Problem der Betroffenen ist, dass sie oft nicht richtig über ihre Probleme reden können und wie soll ein Partner sich richtig verhalten, wenn er denkt, dass doch alles weitgehend in Ordnung sei!?

Sie sagte Monate lang immer wieder, wie wichtig ich ihr sei und dass ich sie auch in schweren Zeiten nicht verlassen möge. Da ich sie sehr mochte bzw. liebte, habe ich das getan, ich nahm sie, wie sie ist, mit all ihren Macken und dachte, dass das ja auch von ihr dankbar zurückkommen wird.

Das kam es auch, eine Zeit lang, aber im Nachhinein bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das nicht gespielt war. Eigentlich weiß ich nun gar nicht mehr so richtig, was in dieser Beziehung Wahrheit und was Lüge war, gut möglich, dass sie mich mehrmals betrogen hat (kurz vor der Trennung hat sie das definitiv), ich denke, sie hat sich jedenfalls nebenher schon nach anderen umgesehen, mich aber gleichzeitig angefleht, ich möge bei ihr bleiben, trotz allen Schwierigkeiten.


Tatsächlich ist es so, dass sie mich ein Stück weit mit in die Depression gerissen hat, es tut einfach verdammt weh, wenn ein Mensch sich scheinbar von heute auf morgen so sehr verändert, plötzlich war sie kein Bisschen liebevoll mehr sondern extrem feindselig. Nacht der Trennung konnte ich nicht mehr mit ihr reden, sie brach den Kontakt komplett ab und ich stand da und durfte mir die Dinge zusammen reimen.

Ich rate ebenfalls jedem, sich das sehr sehr gut zu überlegen. Auch, wenn es Unterschiede geben mag, ein Schema ist wohl immer wieder zu sehen, nämlich ein sehr schöner Anfang, alls toll, dann immer wieder Rückzüge, wenn man fragt warum, heißt es aber, es sei nichts und so weiter. Wer einen auf Mutter Theresa machen möchte, bitte, aber ich warne euch, ich wollte ihr auch helfen, hab fast alles für sie getan, letztendlich hat sie mein Herz im Klo runtergespült, so fühlt es sich an!
 
G

Gast

  • #49
Gast #43 hat es meiner Meinung nach sehr gut auf den Punkt gebracht: ich finde die Entwicklung zum "perfekten und gesunden "Partnermaterial" (was für ein schrecklicher Begriff) auch sehr besorgniserregend. Meiner Meinung nach hat sich dies unter Anderem durch das Online-Daten mit absurd langen "Anforderungslisten" verstärkt.
Ich bin insofern betroffen, dass ich chronisch körperlich krank (nicht ansteckend) und deswegen manchmal depressiv bin. Aus diesem Grund lebe ich seit einigen Jahren als Single - auch wenn ich - falls ich meinen Ex-Partnern glauben darf- viel Positives in eine Beziehung miteinbringen kann und das ist schon irgendwie traurig.
Die Menschen sind so vielfältig und jeder hat irgendwelche Schwächen oder Krankheiten aber auch viel Liebenswertes und ich plädiere dafür, von dieser Sicht des "idealen Partners" wieder etwas wegzukommen; auch wenn ich absolut verstehen kann, dass es viele überfordert, mit einem psychisch Kranken zusammenzukommen und da ist Selbstschutz auch legitim und wichtig.

w
 
G

Gast

  • #50
In wenigen Worten ausgedrückt, Menschen mit einer solch schweren psychischen Erkrankung sind unberechenbar. Es kann passieren, dass ein falsches Wort, was vielleicht noch nicht mal ganz ernst gemeint war, in ihnen eine Lawine lostritt und sie austicken, evtl. aber ohne es sich nach Außen hin anmerken zu lassen.


Wer sich darauf einlässt, kann nicht damit rechnen, einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben, es kann von einem Moment auf den anderen alles in die Brüche gehen, ohne Vorwarnung, egal, was für Pläne evtl. erst kurz vorher geschmiedet wurden.
 
G

Gast

  • #51
Hier noch mal Gast 43 zu Gast 45
Ja, Sie haben Recht... Eine Liebesbeziehung habe ich noch nicht wirklich zu einem depressiven Menschen geführt...Ich bin in einer ähnlichen Situation wie die Fragestellerin ganz zu Beginn des Gespräches...
Ich muss eingestehen, dass ich in meinem ersten Beitrag durchaus drastisch geschrieben habe und mitunter Vergleiche herbei gezogen habe, die nicht wirklich fair sind..,. touche, jeder Kritikpunkt war korrekt...
es lag vllt an der Situation selbst, dass ich wiedermal stundenlang wach lag und den Fehler machte in der Onlinewelt nach Rat zu suchen...Und da bleibe und stehe ich zu meiner Meinung !!!
Ich finde es erschreckend wie einem hier davon abgeraten wird...
Ich lebe seit nunmehr zwei Jahren mit einem Freund zusammen (WG), der nach einem Suizidversuch, polizeilich gesucht und mit anschließendem Klinikaufenthalt zu mir gezogen ist.
Ich kenne das Zusammenleben mit depressiven Menschen, aber nicht das Liebesleben...
Und ja, es ist ein riesen Unterschied, da es alles viel näher an einen heran tritt... die Hilflosigkeit, die Wut, das Unverständnis und der Wunsch zu helfen... ich habe viele Stadien durch ... Ich habe mir sehr viele Bücher geholt und bin auch beruflich nicht ganz unerfahren in dem Gebiet.
Es ist ne Hausnummer sein Herz einem depressiven Menschen zu schenken, aber ich kann und will es nicht anders... denn es fühlt sich trotz allem richtig an...
Ich weiss nicht, ob ich nicht zufällig in einem Jahr wieder auf dieses Gespräch stosse und wie dann die Situation ist...
Aber ich weiss, dass viele dieser Meinungen hier mich sehr nachdenklich gemacht haben...
und ich kann zum jetztigen Zeitpunkt nur jeder Person sagen, die vllt gerade vor nem grossen Loch der Ahnungslosigkeit steht und auf dieses Gespräch stößt....
"Hör auf das was dein Herz Dir sagt !!!!...., dann informiere Dich umfassend und dann sei ehrlich zu Dir selber... wie stark ist dein Gefühl und wie stark Deine Kraft .. ???
, aber gib nicht auf, nur weil viele Menschen es als schwer ansehen. Es IST schwer, aber nicht unmöglich... Und an meinem WG Partner sehe ich, dass es nicht immer regnen kann !!!! "
 
G

Gast

  • #52
hier nochmal die #39

Tatsächlich ist es so, dass sie mich ein Stück weit mit in die Depression gerissen hat, es tut einfach verdammt weh, wenn ein Mensch sich scheinbar von heute auf morgen so sehr verändert, plötzlich war sie kein Bisschen liebevoll mehr sondern extrem feindselig. Nacht der Trennung konnte ich nicht mehr mit ihr reden, sie brach den Kontakt komplett ab und ich stand da und durfte mir die Dinge zusammen reimen.

Ich rate ebenfalls jedem, sich das sehr sehr gut zu überlegen. Auch, wenn es Unterschiede geben mag, ein Schema ist wohl immer wieder zu sehen, nämlich ein sehr schöner Anfang, alls toll, dann immer wieder Rückzüge, wenn man fragt warum, heißt es aber, es sei nichts und so weiter. Wer einen auf Mutter Theresa machen möchte, bitte, aber ich warne euch, ich wollte ihr auch helfen, hab fast alles für sie getan, letztendlich hat sie mein Herz im Klo runtergespült, so fühlt es sich an!

Genauso habe ich meine Beziehung zu meinem schwer depressiven Ex-freund erlebt. Es war ein ständiges hin und her, Rückzüge (Handy aus, nicht erreichbar, offline) und plötzlich wurde ich wieder angefleht ihn nicht zu verlassen und ihm bitte nicht das Herz zu brechen. Ich habe mich ständig um ihn bemüht und war immer für ihn da, habe seine Macken toleriert und gedacht, dass er irgendwann verstehen wird, dass ich ihn liebe und dass dann alles gut werden wird. Als ich ihn 2 Wochen alleine gelassen habe, weil ich beruflich verreisen musste hat er mich die ersten Tage ständig angerufen und wie ein Kind hinter mir hertelefoniert ("Komm zurück, ich brauche dich" "Bitte betrüg mich nicht mit deinen Kollegen"), die letzten Tage meiner Reise war er dann plötzlich nicht mehr erreichbar. Das klammern hat mich erst gestresst, das plötzliche Verschwinden hat mir dann auch Angst gemacht. Ein Mittelweg ist nicht möglich gewesen. Ergo: STRESS/ANGST/SORGE/WUT/KOPFKINO war alles was ich in dieser Zeit von ihm hatte. Was ist in diesen 2 Wochen dann passiert? Ich habe lediglich hart gearbeitet und versucht ihn zu beruhigen und mich aus der Ferne um ihn zu kümmern so weit es möglich war, und er? Er hat mich in dieser Zeit mit einer anderen Frau betrogen. Er hat das damit gerechtfertigt, dass ich ihn einfach alleine gelassen hätte und dass er sich sicher war, dass ich ihn in dieser Zeit ebenfalls betrogen hätte, da er sowieso kein Vertrauen zu mir hätte. Ein Alptraum!

Man gibt soviel und verliert am Ende sogar sich selbst. Man tut das alles mit der Hoffnung, dass es irgendwann alles gut oder wenigstens besser wird. Wird es aber nicht. Es gibt immer wieder böse Rückfälle und man läuft Gefahr zu zweit zu vereinsamen, da der depressive keine Lust auf Menschen und Kontakte hat. Wenn er dann weg ist, merkst du erst wie wenig von deinem alten Leben und deinen Sozialkontakten übriggeblieben ist und dann ist es ein schmerzhafter, einsamer, mühsamer Weg zurück ins Leben. Wozu so etwas freiwillig tun???
 
G

Gast

  • #53
ich liebe diesen mann, halte es aber nur aus, weil ich selber in einem festen, gesunden und guten Umfeld lebe. es geht mir pächtig. ich habe keinerlei sorgen oder nöte. nur...und nur deshalb halte ich es aus, ihn derart leiden zu sehen. je länger ich ihn kenne, um so besser verstehe ich seine Reaktionen und kann damit umgehen.

ich beschäftige mich intensiv mit seiner Krankheit (er wird durch mich ja erstmals mit seinen Ängsten konfrontiert....da er vorher immer jahrzehntelang erfolgreich verdrängt hat).

ich liebe diesen mann und er ist jede mühe meinerseits wert.
Liebe FS,

bei allem Respekt, deine Zeilen lesen sich, als ob du selber ein Problem hast und CO-Abhängig bist, oder ein Helfersyndrom hast.

Du bist weder seine Therapeutin, noch seiner Retterin, noch seine Mama. Er hat wenig gesunde Basics für eine Beziehung, dazu ist er noch um einiges Älter. Was Jahrzehnte lang verdrängt wurde, kann nicht in kurzer Zeit geheilt werden, dazu noch von einer Frau ohne prof. Ausbildung dafür.

Schicke ihn zum Therapeuten, so kannst du ihm am besten helfen. Fraglich ist natürlich, warum er das nicht selber längst gemacht hat. Hinterfrage dich selber, warum du eine Menschen, der keine normale Beziehung führen kann, so verliebt hast. Ein innerlich gesunder Mensch würde das nämlich nicht wollen.

w
 
G

Gast

  • #54
Seltsam ist doch, das sich sein Verhalten nach dem ersten Treffen verändert hat.

Meine Güte, mal daran gedacht das es dafür andere Gründe gibt? Schiebt doch nicht immer irgendeine Krankheit vor.
 
G

Gast

  • #55
Seltsam ist doch, das sich sein Verhalten nach dem ersten Treffen verändert hat.

Meine Güte, mal daran gedacht das es dafür andere Gründe gibt? Schiebt doch nicht immer irgendeine Krankheit vor.
Genau das ist oft garnicht so leicht. Ist jemand nur temporär gestresst oder schlecht drauf, vielleicht sogar einfach nur launisch von Natur aus oder ist es etwas ernsteres, eben eine depressive Phase?

Ich kann dir nur raten, lass dir Zeit beim kennenlernen und versuch auch etwas über seine Vergangenheit herauszufinden. ich glaube man spürt dann irgendwann ganz gut, ob eine Beziehung wie Du sie dir wünschst möglich ist oder eher Probleme bereiten wird. Dein Bauchgefühl wird Dir sagen was Sache ist. Das problem ist nur, darauf auch zu hören und notfalls wieder die Kraft zu finden sich zu distanzieren. Das dürfte Dir schon jetzt schwerfallen, da Du nach 1 Monat schon davon sprichst ihn zu lieben. Sei vorsichtig mit solchen Gedanken und verlier dich nicht!

Wenn ich hier lese, dass manche die Krankheit ihres Partners zu einer regelrechten Lebensaufgabe machen und jede Nacht Fachliteratur lesen um ihrem Schatz beistehen zu können, dann halte ich das für keine gesunde Beziehung mehr. Es geht Dir doch um eine Partnerschaft und nicht um einen Patienten, den du therapieren möchtest, oder? Willst Du nicht einen selbstbewussten, gestandenen Mann an deiner Seite, anstatt einen, für den Du die Mutter spielst?
Wer fängt Dich auf, wenn du mal down bist? Das Umfeld, aber nicht der Partner, weil er es nicht kann? Es sollte innerhalb der Beziehung ein Nehmen und Geben sein, aber die meiste Zeit sollte man einfach zusammen glücklich sein.
 
G

Gast

  • #56
Frage dich mal, warum du meinst, jemanden zu lieben, der abweisend und indifferent zu dir ist und das sogar schon in der Kennenlernphase. Was er hat, was ihn daran hindert, sich dir zu öffnen, ist doch egal. Ein depressiv Kranker, der gut behandelt ist und medikamentös eingestellt, kann sich auch verlieben und auch erfolgreich um den gewünschten Partner bemühen. Dein Typ bemüht sich nicht um dich, denkt nur an sich und seine Krankheit, also bitte, das willst du dir doch hoffentlich nicht antun, oder bist du die Heilsarmee?
 
G

Gast

  • #57
Habe mir die meisten Antworten durchgelesen und leider feststellen müssen, dass hier sämtliche psychischen Erkrankungen in eine Topf geworfen und am Ende mit dem Etikett "Depression" versehen werden. Das ist aber völlig falsch! Nur weil jemand depressiv ist, ist er beispielsweise nicht automatisch ein Borderliner. Borderline ist eine Persönlichkeitsstörung. Auch gibt es einen großen Unterschied zwischen einer "normalen" Depression und einer bipolaren Störung, wo sich nämlich Depression und Manie abwechseln.
Depressionen können zwar eine Begleiterscheinung vieler anderer seelischer und körperlicher (!) Erkrankungen sein, das heißt aber nicht, dass im Umkehrschluss jeder Depressive auch gleichzeitig unter all diesen Störungen und Krankheiten leidet bzw. automatisch leiden muss. Mich wundert, dass da selbst von Betroffenen und deren Angehörigen bzw. jahrelangen Partnern so viel Verworrenes geäußert wird.
Dabei handelt es sich auch nicht um ein kleines unwichtiges Detail, denn je nach Störung unterscheiden sich ja auch die Auswirkungen auf das Verhalten und somit auch auf eine mögliche Partnerschaft.
Abgesehen davon, dass wirklich JEDER von uns selbst einmal eine oder mehrere depressive Episoden in seinem Leben durchmachen könnte oder sogar schon durchgemacht hat, können Depressionen in ihrer Dauer und ihren Erscheinungsform stark variieren. Sie können ja auch ganz unterschiedliche Ursachen haben, seien sie nun genetisch / körperlich bedingt oder zum Beispiel durch Überarbeitung, Trauer, Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung oder auch schwere psychische Traumata hervorgerufen sein. Die meisten Depressionen sind medikamentös behandelbar und viele auch (im Gegensatz zu Persönlichkeitsstörungen) heilbar.

Ob dein Partner nun "nur" unter einer Depression oder womöglich noch an einer anderen seelischen Erkrankung (PS?) leidet, solltest du erstmal herausfinden.
 
G

Gast

  • #58
Hier noch ein Nachtrag (#56)

Das von dir beschriebene wechselhafte und unstete Verhalten deines Partners ist meiner Ansicht nach nicht unbedingt typisch für depressive Menschen. (Ich spreche da aus persönlicher Erfahrung.) Depressive fallen meist durch Verhalten wie Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, sozialer Rückzug, negatives Denken, Hoffnungslosigkeit, sehr niedriges Selbstwertgefühl, leise & monotone Stimme auf.
(Es gibt natürlich auch da Unterschiede.) Oft klammern sie sogar sehr stark und haben große Angst vorm Verlassen werden. Was für Angehörige und Partner so anstrengend ist, ist eben diese extrem pessimistische Sichtweise auf die Welt. Mit ihnen kann man das Leben oft kaum noch genießen, weil sie schaffen, selbst in noch so schönen Dingen & Erlebnissen das Negative zu suchen und auch zu finden.
Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber das von dir beschriebene ambivalente und teils auch sehr abweisende Verhalten , das abrupt wechselt, passt meiner Ansicht nach eher zu einer Persönlichkeitsstörung wie Boderline. Mit solchen Menschen kann der Umgang wirklich eine extreme Herausforderung darstellen. Ich habe letztens selbst den Kontakt zu einer langjährigen Freundin abgebrochen, weil ich ihre extremen Stimmungswechsel und plötzlichen Ausraster nicht mehr aushalten konnte.
Typisch für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen ist, dass sie meist überhaupt keine Krankheitseinsicht zeigen, permanent nur anderen die Schuld geben und sich vor allem niemals freiwillig in Therapie begeben würden. Sie bezeichnen sich selbst oft als depressiv oder Burn-Out Geschädigte, weil das eben von ihnen selbst und dem Umfeld eben leichter zu akzeptieren ist als eine PS.
 
G

Gast

  • #59
mach ein harter schnitt und geh deiner wege,sonst machst du irgendwann ein viel härteren schnitt und gehst deiner wege
 
G

Gast

  • #60
Es ist ein Trugschluss, wenn der "gesunde" Part der Beziehung glaubt, dass alles, was er für den Anderen tut, um so mehr zusammenschweißt.

Ein Depressiver ist in erster Linie mit seiner Krankheit liiert und ein menschlicher Partner ist wie das dritte Rad am Wagen. Eine Weile gedulded, aber irgendwann zuviel.

Die Schuldfrage hilft dann auch nicht weiter. Ein kranker Mensch ist nie Schuld, er kann eben nicht anders. Aber wer sich auf so einen Problemfall einlässt, ist auch, so hart es klingt, selber nicht ganz Gesund. Das musste ich mir eingestehen, es gab genug Zeichen von Anfang an, wo ich hätte sagen müssen, ohne mich.

Man hofft, dass es eine Heilung beim Partner geben wird, stattdessen sind am Ende beide krank.
 
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