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Gast

  • #1

Der Freundeskreis verschwindet

Gab es in eurem Leben Phasen, in denen ihr auf einmal viele Freunde/Bekannte verloren habt? Ich meine nicht durcht Tod, sondern durch andere Umstände.

Freundinnen sind verliebt und ganz bei der neuen Liebe, was ich schön finde und verstehen kann. Andere Menschen entfernen sich, mit denen ich mich vor einem halben Jahr noch blendend verstanden habe - scheinbar grundlos und für mich unverständlich. Wieder andere ziehen weg.

Ich habe das Gefühl bei Null zu beginnen und mir einen neuen Bekanntenkreis aufbauen zu müssen.

Kennt ihr das auch?
 
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Gast

  • #2
Nein, kenne ich nicht. Meine echten Freunde haben grundsätzlich Beziehungen und Hochzeiten "überstanden" und sind immer noch meine Freunde. Dafür musste ich auch nicht "an der Freundschaft arbeiten", wir verstehen uns grundsätzlich immer und blind.

Allerdings weiß ich nicht, ob das so wie du schreibst unter Männern überhaupt vorkommt... die vielzitierte "beste Freundin" ist nach meiner Beobachtung leider nicht so verlässlich wie ein echter Kumpel.
 
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Gast

  • #3
Ja kenne ich leider. Ich habe meinen Wohnort vor fast zwei Jahren gewechselt, und noch keinen Anschluss gefunden. Glaube mittlerweile es auch nicht mehr zu schaffen. W39
 
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  • #4
Meine zwei einzigen echten Freundinnen halten seit Jahren. Und beide sind 100 von Kilometern weg.

Meine neueren Freundschaften, von denen ich dachte sie wären welche, sind bei meinem letzten Umzug verschwunden. Und ich bin nur 30 km weitergezogen.
 
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Gast

  • #5
Ja, ich kenne das auch, habe es allerdings damals nicht so bewußt wahrgenommen wie Du.

Jedenfalls kommt was Neues.
Scheinbar bist Du in einer Umbruchphase.
Ich habe festgestellt, dass sich der Freundeskreis in verschiedenen Phasen des Lebens völlig ändert.
Als ich Mama wurde, kamen ganz neue Familien und Bekannte, die mittlerweile zu guten Freunden wurden. Vom alten Freundeskreis blieb eine Einzige.

Keine Sorge, es liegt nicht an Dir ! Nimms positiv, fang was Neues an !

Viel Glück
 
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Gast

  • #6
Ja, kenne ich. Ist genau genommen die Geschichte meines Lebens. Immer und immer wieder - Kindergarten, Schule, Studium. Und nach dem Umzug nach dem Studium habe ich es leider auch nicht geschaftt, mir einen neuen echten Freundeskreis aufzubauen.

Ich denke, ich habe inzwischen auch Angst, durch den wiederholten Verlust einer Freundschaft (an oberflächlichen Bekanntschaften habe ich kein echtes Interesse) wieder verletzt zu werden und versuche es daher auch gar nicht mehr. Ich weiß selbst, daß mir das wohl nicht gut tut.

Zum Glück habe ich noch meine Familie (ganz wichtig mein Bruder) und ein paar nette Arbeitskollegen.

Du bist jedenfall nicht allein. Fühl' Dich quasi gedrückt, denn ich weiß sehr gut wie Du Dich fühlst!
 
  • #7
Ja, das kenne ich sehr gut! mit Anfang/Mitte 30 ist so ziemlich der gesamte Freundeskreis weggebrochen. Während man vorher irgendwie "eingebunden" war, ist man nun allein. Das hat Vor- und Nachteile. Wenn man sich neue Aleuten sucht, die einem liegen, überwiegen die Vorteile.

Alles Gute!
 
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  • #8
Ja, kenne ich mehrfach. Umzüge in andere Städte/Orte. Eine zu den Freunden inkompatible Ehefrau.

Ich beginne gerade wieder von vorne. Niemals aufgeben!

M54
 
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Gast

  • #9
Danke für euren Zusprucht!

Es ist ja nicht so, dass ich komplett allein dastehe, aber dennoch bröckeln Menschen weg, rühren sich kaum mehr, gemeinsame Unternehmungen sind selten geworden etc....

Ich glaube fast, es ist wie # 4 meint, es fühlt sich an wie eine Umbruchphase. So bin ich gespannt auf das was kommt und stehe neuen Menschen aufgeschlossen gegenüber.

Die FSin.
 
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Gast

  • #10
Ich hatte das gleiche Problem! Teilweise jahrelange Freundschaften sind zerbrochen/auseinandergegangen, denen ich lange nachgetrauert habe! Die "alten" Freunde hatten für mich einen großen Stellenwert, da wir uns seit der KIndheit kennen! Mittlerweile habe ich aber Menschen kennengelernt, die mir mindestens genauso nah sind und die ich erst seit 2 oder 3 Jahren kenne! Sei offen für neue Menschen, auch wenn Du im Urlaub bist!! Ich habe so die ein oder andere Freundschaft aufgebaut!
 
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Gast

  • #11
Liebe FS, ich war früher auch sehr enttäuscht, wenn Freundschaften endeten oder im Sande verliefen... mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass immer, wenn sich eine Tür schließt, auch wieder eine andere auftut. Nur meistens nimmt man sie nicht gleich wahr. Bei mir sind in den letzten Jahren immer wieder mal Kontakte abgebrochen und bald darauf neue entstanden. Einige, langjährige Freundschaften gibt es zwar noch, aber teilweise sind sie nicht mehr so intensiv wie früher, da sich jeder verändert hat. Da ist es gut, auch immer wieder neue Kontakte zu knüpfen, die vielleicht in der aktuellen Lebensphase besser passen.
Sei nicht enttäsucht, wenn einige Menschen aus deinem Leben verschwinden, sondern schau, wo sich sich neue Kontakte auftun.
 
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Gast

  • #12
Ich kenne dies auch und bin sehr, sehr traurig darüber. Ok, ich lebe nunmal auch nicht das "normale" Leben, wie es gesellschaftlich anerkannter ist. Aber ich frage mich natürlich liegt es an mir, an meinem freigeistigen Denken? Ich weiß, es gibt solche Menschen - zum Glück habe ich einen solchen Lebensgefährten seit Jahren an meiner Seite. Aber ich grüble trotzdem, wie man auch andere kennenlernen kann.
 
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Gast

  • #13
Ja, kenne ich auch! Ich bin seit 2 Jahren Single und viele meiner Freundinnen sind fest vergeben, z.T. verheiratet. Die gründen eine Familie, ich muss erst mal DEN Mann finden. Da gehen die Interessenlagen einfach auseinander... Dann wohnen viele weit weg, mit denen ich nur sporadisch Kontakt habe. Man sieht sich wegen der Jobs (keine Zeit) einfach zu selten.
Ich denke, das sind Phasen. Wie ein Gast so schön schreibt: eine Umbruchphase :) Das kann auch durchaus positiv sein.
Daneben ist allerdings nicht zu vergessen, dass wirkliche Freunde bleiben - egal ob verheiratet, mit Kindern oder Single.
 
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Gast

  • #14
ich habe festgestellt dass mein Leben alleine (ohne freunde) stressfreier ist. Ich bin gerne alleine mittlerweile. Meine letzte gute Freundschaft wurde von mir beendet, weil sich das nur noch oberflächlich entwickelte, und von der anderen Seite gar keinen richtigen Kontakt mehr gewünscht war. Andere Interessen & Ziele machen viele Freundschaften nicht mehr standhaft und verschwinden in der versenkung. Es scheitert an ganz einfachen Dingen. Und solche Ausreden wie: "keine Zeit" ist für mich schlichtweg die Aussage wie: "Keine Zeit - kein Interesse" !
Es gibt keine wahren Freundschaften. Es sollten sich vielleicht mal einige die Frage stellen, ob man nicht doch statt Freunde - eher Frenemies angezogen hat. Sie geben vor deine Freunde zu sein, und in Wirklichkeit sind sie äußerst missgünstig dir gegenüber und nutzen nur ihren Vorteil. Sie ziehen sich an Dir hoch und drücken dich gleichzeitig nach unten. Am liebsten ist einem Frenemy wenn es dir schlecht geht. Dann wollen sie alles ganz genau wissen: Wie, Warum, Weshalb......
Oder sie könnte dir ein Kompliment machen, aber zugleich dich beleidigen. Die Aussage könnte dann lauten: "Das was du heute trägst sieht ja super schick aus, anstelle zu den Klamotten die du sonst immer trägst"!
schaut Euere vermeintlichen Freunde einmal genauer an......jeder hat Frenemies mehr als uns eigentlich lieb ist. ich denke zum Thema "Freundschaft" ganz anders als früher. Von meinen angeblichen Freundschaften habe ich mich getrennt. Sie haben nur meinem Ansehen geschadet !
Es gilt ein sofortiger, völliger Kontaktabbruch, wenn man in seinem Umfeld einen solchen Freund-Feind ausgemacht hat und dieser enttarnt ist.
 
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  • #15
Zu einer Freundschaft gehören immer Zwei.
Besuchst Du deine weggezogenen Freunde denn ab und zu?
Die werden ja wohl kaum wegen Dir weggezogen sein. Wohl eher wegen Arbeit und/oder Familie oder sonstwas.
 
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  • #16
Ja, das kenne ich - ich rede jetzt nicht von langjährigen Freunden, sondern von anderen Bekanntschaften.

Bei mir liegt es aber auch an mir: Nach meiner Trennung entwickelte ich viele verschiedene Interessen, lernte verschiedene Leute kennen, tauschte mich in Foren aus...

Wenn sich meine Interessen und Schwerpunkte änderten, hatte man mit manchen dieser Leute nichts mehr zu erzählen, der Kontakt verlief sich...

Ich sehe es aber auch als Entwicklung, als meine. Eine Phase abgschlossen, eine neue und neue Freunde können kommen.
 
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Gast

  • #17
Das ist ein typisch deutsches Problem. Ich stamme aus Bosnien und habe schon mehrmals beobachtet, dass viele Einheimische hier sich gar nicht mehr mit ihren Freunden treffen, sobald sie eine ernsthafte Partnerschaft eingehen. Das wurde ihnen in der Regel so vorgelebt. Die Eltern meiner deutschen Freunde/Bekannten hatten nämlich auch keine Freunde.

Bei uns ist das ganz anders. Da werden Freundschaften auch gepflegt, wenn die Leute feste Beziehungen eingehen. Es spielt keine Rolle, ob die Freunde vergeben/verheiratet, geschieden, verwitwet oder ledig sind. Von meinen Landsleuten kenne ich das nicht, dass ein Single von Paaren ausgegrenzt wird.
 
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  • #18
Liebe FS

du musst dann mehr auf die anderen zugehen. Sei nicht beleidigt wenn es in deren Leben mal hoch hergeht. In guten Freundschaften kommen alle irgendwie wieder zu dir zurück. Nur bei Bekanntschaften bricht schnell alles weg.
 
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  • #19
Ja, selbstverständlich. Ich muss dazu aber sagen, dass ich da meist die treibende Kraft dafür bin. Ich habe sehr hohe Ansprüche an eine Freundschaft. Mit oberflächlichen, rassistischen oder intoleranten Menschen kann ich nichts anfangen. Und so sind die meisten eben. Da bleibe ich lieber alleine und authentisch. Ich bin kein Ja-Sager oder Mitläufer, sondern vertrete stets meine eigenen Ansichten, auch wenn diese meist sehr unangehem sind und sich vom Rest abheben oder anecken. Dafür werde ich aber geschätzt und das ist etwas, das nicht jeder kann. Ich bin niemand, der anderen in den Popo kriecht für irgendwas, hinter dem ich nicht selber felsenfest stehe.
 
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Gast

  • #20
Natürlich gibt es das. Es passiert vielen.

Ich bin für eine Beziehung aus meinen Heimatort weggezogen. Familie und Freunde sind also weit weg.
Der Kontakt zur Familie ist natürlich geblieben, aber der zu den Freunden ist nach und nach immer mehr abgerissen. Was nicht nur an der Entfernung lag, sondern auch stark daran, dass mittlerweile alle geheiratet und Kinder bekommen haben und die Mütter mit mir als Kinderlose kaum Gesprächsthemen mehr finden.

Meine Beziehung ist vor einigen Monaten nach 4,5 Jahren auseinandergegangen. Mein Ex-Partner war ein Mensch, der immer alles mit mir unternehmen wollte. Für ihn war es das Schönste, jede freie Minute mit der Partnerin zu verbringen. Dementsprechend war ich auch immer ausgelastet. Ich war immer mit ihm oder mit ihm und seinem Freundeskreis unterwegs.

Nachdem die Beziehung nun beendet ist, stehe ich ganz alleine da. Die letzten Monate habe ich bis auf einige Besuche bei meiner Familie vollkommen alleine verbracht. Fühlte mich dabei aber nicht einsam, brauchte die Zeit, mich wieder neu zu "reseten".

Jetzt ist natürlich der Punkt da, an dem mir klar wird, dass ich bereits über 4 Jahre hier in der neuen Stadt wohne, aber noch keinerlei sozialen Kontakte geknüpft habe und niemanden habe.

Da ich allerdings nicht kontakscheu, sondern sehr offen und zugänglich bin, mache ich mir keine großen Sorgen. Dass ich keinerlei Freunde oder Bekannte hier habe, habe ich mir selbst zuzuschreiben. Ich habe bisher nichts dafür getan. Ich weiß auch, dass es nun meine Aufgabe ist, dies anzugehen und es nicht unmöglich ist, neue Menschen in mein Leben zu holen.

Man kann Kontaktanzeigen aufgeben "neu in der Stadt", auf Kontaktanzeigen antworten, in denen Frauen, die selbst kinderlos geblieben sind neue Freundinnen suchen (gibt es ja oft genug), Vereinsaktivitäten, Hobbies, sich mit Kolleginnen auch mal privat treffen, etc..

Ist alles machbar und kommt öfter vor, als man denkt. Ich bin mir sicher, ich bin damit nicht alleine.