• #1

Der neue Partner und der Freundeskreis

Hallo Zusammen,
ich brauche mal einen Rat oder ein paar Eindrücke von euren Erfahrungen, wenn jemand ähnliche Situation schon einmal hatte:

Mein Ex-Partner und ich waren über 5 Jahre hinweg eine eingeschworene Gemeinschaft mit unserem Freundeskreis - es gab uns immer nur im "Pärchenformat" und es wurde alles zusammen unternommen.
Mit der Zeit lebten mein Ex-Partner und ich uns auseinander, führten lediglich nach Außen hin eine einigermaßen glückliche Beziehung und waren nur noch eine reine Wohngemeinschaft.
Bis zu dem Tag, als ich jemand anderen kennen gelernt hatte - mich von meinem Ex-Partner getrennt habe und mich nun in einer noch am Anfang befindenden Beziehung mit meinem neuen Partner befinde.
Aber - für meinen Freundeskreis ist er "der Böse", der alles auseinander gebracht hat und nun unsere "Gemeinschaft" deswegen kaputt ist....es besteht auch - zumindest aktuell - kein Interesse seitens der Freunde, ihn kennen lernen zu wollen.
Was ich noch erwähnen muss - dass auch ich von meiner Seite aus einige Fehler begangen habe und z. B. nicht von Anfang meine Freunde mit in die neue Beziehung involviert hatte und ich habe aktuell das Gefühl, dass dies mir noch krumm genommen wird. Und zudem eben auch die Situation, dass ich aber tatsächlich mit meinem neuen Partner - trotz der Stimmungen im Freundeskreis - eine Beziehung führe / führen möchte......

Wer hatte so eine Situation schon einmal? Wie seid ihr damit umgegangen?
LG
 
  • #2
Der Freundeskreis wird auch noch Kontakt zum Ex haben vermute ich mal. Freunde positionieren sich selten für denjenigen, der eine Beziehung wegen einem Warmwechsel beendet. Würde ich glaube ich auch nicht machen. Ich würde sagen, such Dir einen neuen Freundeskreis in dem Du neu anfangen kannst und in dem man diese Vergangenheit nicht kennt. Das ist nämlich kein Ruhmesblatt. Freundschaft lässt sich nicht erzwingen.
 
  • #3
So eine Situation hatte ich noch nicht, weil meine Freunde es nicht wagen würden, sich derart in meine Beziehung einzumischen.

Einerseits seid ihr nicht eng genug, dass sie nicht wussten, wie es wirklich um eure Beziehung stand, andererseits erlauben sie sich, derart zu urteilen ?

Oder liegt es an dir, dass du nichts erzählt hast?

Ich glaube, deine Freunde brauchen mal eine klare Ansage deinerseits. Ansonsten solltest du dich fragen, ob sie wirklich deine FREUNDE sind...
 
  • #4
Das ist ganz normal. Bei Trennungen kann sich auch der Freundeskreis ändern, vor allen Dingen bei einer solchen Konstellation wie deiner.
Das sollte dich nicht wundern.
Ihr seit nur als Paar aufgetreten, also gibts dich eben nicht als Individuum, und der Partner ist ja nicht einfach so durch einen neuen ersetzbar.
Nur deine eigenen Freunde bleiben dir.
Akzeptiere das Verhalten deines Umfeldes. Du kannst es nicht ändern, und ich finde es sehr verständlich.
 
  • #5
Ist es nicht ein Freundeskreis, der den Verlassenen auffängt, wo er sich ausheult und Zuspruch sucht? Und genau der gleiche Freundeskreis soll nun noch die Verlasserin nebst neuem Partner umfassen? Das wird kaum gut gehen.

@Joggerin: die klare Ansage an den Freundeskreis. Würde ich mir gut überlegen aus dieser Position heraus. Könnte nämlich auch sein, dass die Fragestellerin eine klare Antwort bekommt.

Die Überlegungen, ob es wirklich Freunde sind, hat sich der Freundeskreis vielleicht schon gemacht. Zumindest lassen die Reaktionen darauf schliessen.
 
  • #6
Guten Morgen liebe FS,

Habe ich da ein Deja'vu?
Hatten wir das Thema nicht gerade erst?
Freunde, Freundeskreis?

Entweder hast Du "seltsame" Freunde oder Du bist sehr schlecht in Deiner Kommunikation(sfähigkeit).

Also meine Freunde, die die es wirklich sind, würden sich nicht so verhalten. Bei Dir fehlt eine klare Ansage oder, wenn das nicht hilft, ein neuer Freundeskreis, aber dann auch einer der den Namen verdient. Es sei denn Du willst es (wieder) so lauwarm und auf Stammtisch- oder FB-niveau.
 
  • #7
Ich habe früher automatisch schon in der Benennung einen Unterschied gemacht: der Kreis um das Paar, war der Bekanntenkreis, meine Freunde waren meine.

Für mindestens einen, fällt der Bekanntenkreis weg. Entweder weil sie sich positionieren oder den nehmen, der einfach mehr da ist.
Mein Exmann war der Warmwechsler aber ich hatte kleine Kinder und keine Zeit.
Und damals sicher ein Interesse gen 0, lauschige Feste im Verein mit meinem Exmann zu verbringen.

Sucht Euch euren Kreis.
Wer neu startet, sollte auch neu anfangen.
 
  • #8
Bis zu dem Tag, als ich jemand anderen kennen gelernt hatte - mich von meinem Ex-Partner getrennt habe und mich nun in einer noch am Anfang befindenden Beziehung mit meinem neuen Partner befinde.

Entweder hast Du es hier nur falsch ausgedrückt, oder es ist vollkommen klar, warum Dein Freundeskreis nichts damit zu tun haben möchte.

Die richtige Reihenfolge ist natürlich: Du hast Dich von Deinem Partner getrennt, warst eine Zeit lang alleine und hast dann jemanden kennengelernt. Klar, oder?

Ich denke, Dein neuer Partner ist Deinem Freundeskreis ziemlich egal. Man möchte wohl eher Dich als Warmwechslerin nicht so gerne sehen und spekuliert daraf, dass man, wenn man Deinen neuen Freund ablehnt, Dich eben auch nicht sieht.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es Menschen gibt, die denken, dass ihre "Bäumchen wechsle dich" Verhaltensweisen von der Umgebung folgenlos beurteilt werden.

V.m46
 
  • #9
Ich schätze Menschen als wahre Freunde die mir kritisch, klipp und klar sagen, wenn ich Fehler machen sollte. Ich würde keinen Freundeskreis wollen, der mich als Warmwechsler unterstützt, einen Gefälligkeitszoo von Köpfchenstreichlern braucht eigentlich keiner.
Aber vielleicht habe ich noch eine altmodische Definition der Bezeichnung "Freunde".

Auch Dein Ex war Bestandteil des Freundeskreises! Erwartest Du jetzt (wo er wesentlich mehr Zuwendung als Du brauchst) dass sie ihn fallenlassen? Willst Du ihnen peinliche Situationen bei zufälligen Treffen zumuten?
Sucht Euch euren Kreis.
Wer neu startet, sollte auch neu anfangen.
Volle Zustimmung
 
  • #10
Ganz allgemein: Mit Ende einer Beziehung zerbricht meist auch der Bekanntenkreis, oder ein großer Teil davon. Echte Freunde hingegen verliert man/frau nie! Sonst wären es keine FREUNDE.

Auf Eure spezielle Situation bezogen kann ich mir jetzt auch nicht vorstellen wie das in Zukunft laufen soll. Wo bleibt da Dein Ex? Sitzt der dann alleine mit dabei und schaut dabei zu wie Du jetzt mit dem Neuen glücklich bist? Oder wird er nicht mehr eingeladen, weil er ja jetzt kein Paar mehr ist? Oder hat er auch wieder jemanden und alle gemeinsam sind jetzt glücklich miteinander? Und wie fühlt sich der Neue in dem alteingeschworenen Kreis?
 
  • #11
Moin,
Was ich noch erwähnen muss - dass auch ich von meiner Seite aus einige Fehler begangen habe und z. B. nicht von Anfang meine Freunde mit in die neue Beziehung involviert hatte und ich habe aktuell das Gefühl, dass dies mir noch krumm genommen wird.
Meine Freunde, also solche, die den Namen wirklich verdienen, und das sind sehr wenige, "involviere" ich in meine Beziehungsangelegenheiten. Und ja, sie wären von mir enttäuscht, wenn ich ihnen irgendwas vorgegaukelt, quasi wichtige Dinge verheimlicht hätte und dann plötzlich mit einer handfesten Fremdgeherei rausgeplatzt wäre (ich denke mal, so war es bei dir?). Weniger aus moralischer Entrüstung, mehr wegen meines mangelnden Vertrauens ihnen gegenüber - ihr Eindruck wäre "na, so wichtig ist ihm die Freundschaft offenbar nicht, wenn er so wichtige Sachen nicht mit uns teilen will".

Meine besten Freunde sind übrigens nur Männer... es kann sein, dass deren Partnerin, die wiederum z.B. beste Freundin meiner Ex sein könnte, bestimmte Angelegenheiten ganz anders beurteilen würde. Das muss zwar berücksichtigt werden, bestimmte Dinge müssen z.B. diskret gehandhabt werden und nicht der eigenen Partnerin postwendend weitergetratscht... aber bei der Qualität und Sozialkompetenz meiner Freunde ist das kein Problem.

manchmal
 
  • #12
Wer hatte so eine Situation schon einmal? Wie seid ihr damit umgegangen?
Du meinst wie viele hier, diese beschriebene Situation ist nur bei dir so, dabei ist sie tausendfach bekannt!?!
Ich kenne das selbst und würde mich sofort bei solchem Verhalten zurückziehen, da echte Freunde nicht so reagieren! Meine private Sache teile ich nur mit meinem Partner und nicht mit anderen! Wer das nicht versteht ist draußen und mit dem möchte ich auch nichts mehr zu tun haben. Die meisten Freundschaften im Leben sind zeitlich begrenzt und das rechtzeitig zu erkennen ist eigentliche Aufgabe von einem selbst! Dein Fehler, du siehst das Fehlverhalten deiner Freunde als Ursache bei dir, übrigens typisch Frau bei zuviel Sozialverstandnis und letztendlich selber auf der Strecke bleiben! Man muss persönliche Grenzen ziehen und NEIN sagen lernen!
 
  • #13
Ich denke, dass sie Deinem Ex nun beistehen werden, weil sie ja Freunde sind. Du hast ein neues Glück gefunden, er ist vielleicht am Boden. Sie denken, er braucht sie mehr und deswegen geht der Kontakt nicht mehr zu Dir.

Ich wundere mich darüber, dass manche Menschen meinen, sich zu Themen äußern zu müssen, die sie gar nichts angehen. Mich irritiert es, wenn eine Wertung stattfindet in Richtung, wer der Böse in einer Beziehungsauflösung sein soll, wo die Außenwelt doch hier überhaupt nicht mitzureden hat.
Meiner Ansicht nach liegt es bei Dir aber nicht daran, dass die sich so einmischen wollen, sondern dass sie Loyalität zu Deinem Ex zeigen wollen. Ich glaube, es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass wer sich trennt wegen eines neuen Partners, ausgestoßen wird aus der Gemeinschaft und insbesondere der Neue, der dem guten Freund angeblich was angetan hat, indem er ihm die Frau wegnahm, ist nicht willkommen.

Also zieh Dich zurück, diese Gemeinschaft ist als Gemeinschaft für Dich verloren. Vielleicht hast Du mit dem einen oder anderen noch irgendwann mal Kontakt, aber dass Du und Dein neuer Partner aufgenommen werden in diesen Kreis, kannst Du vergessen, denke ich, und ich finde das nicht ungewöhnlich. An Stelle Deines neuen Freundes würde ich das auch nicht wollen, also dem Ex im Freundeskreis begegnen.

Jeder Mensch hat seine Bedürfnisse. Du wolltest die Beziehung nicht mehr und hast eine neue Liebe gefunden. Die wollen ihre Gemeinschaft und Du bist die aktive Person, die das gestört hat. Die, die gern mit Dir zusammen sein wollen, akzeptieren auch Deinen neuen Partner, weil sie DICH mögen und wegen DIR die Verbindung aufrecht erhalten. Wenn sich Deine neue Partnerschaft nun rausstellt als "Freundschaftskiller" und keiner mehr was mit Dir zu tun haben will, dann waren das nie Deine Freunde, sondern es ging immer nur um die Cliquenschaft.
 
  • #14
Du hast Deinen Freundeskreis in der Illusion gelassen, ihr hättet eine glückliche Beziehung und hast dann warmgewechselt. Es ist völlig logisch, dass der Freundeskreis zu Deinem "aus heiterem Himmel" verlassenen Ex hält. Würde ich auch tun und Du kannst das im Nachhinein kaum ändern. Such Dir neue Freunde. Überlege Dir dann aber auch, wie eng "befreundet" sie sind und ob Du Deine Probeme auch mit ihnen besprechen kannst und möchtest.
 
  • #15
Also ich finde @7 bringt es ziemlich genau auf den Punkt.
Unehrliches Warmwechseln wird vom " Freundeskreis" entsprechend
eingeschätzt und entsprechend wird auch gehandelt. Außerdem,
wenn ihr immer nur im Doppelpack aufgetreten seid, kannst du gar nicht erwarten, plötzlich als Einzelperson positiv wahrgenommen zu werden nach dem Bruch mit dem Partner...der Trost geht selbstverständlich zu deinem Ex.
Oder wie heißt es so schön: Niemand kann auf 2 Hochzeiten tanzen..
Da ist ein neuer Kaltstart von euch, dem neuen Paar ,fällig....
 
  • #16
Du kannst ja schlecht mit einem Mann zusammenbleiben, nur weil das dem Freundeskreis so gut gefällt... Das dürfen Freunde nicht erwarten oder voraussetzen, und selbst würden sie für sich bestimmt auch das Privileg in Anspruch nehmen, über ihre Beziehung entscheiden zu können.

Natürlich gibt es da alte Loyalitäten zu deinem Ex-Partner, und diese gilt es zu respektieren und bei Zusammentreffen ein gewisses Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen.

Auch haben die Freunde für sich das Recht, zu werten, wer ihrer Ansicht nach "Schuld" an der Trennung hatte - das bleibt ihnen ja unbenommen.
Eine langjährige Freundin zu verurteilen und abzustrafen, weil sie sich aus einer unglücklichen Beziehung getrennt hat, steht ihnen allerdings nicht zu.

Ich denke, es wäre vielleicht hilfreich, in Einzelgesprächen die Meinung der Freunde zu erfragen, diese zu akzeptieren, sich dann aber klar und ohne Schuldgefühle zur neuen Partnerschaft zu positionieren, sowie die Freunde deutlich um Akzeptanz zu bitten. Sollte dies von den Freunden nicht angenommen werden, bleibt wahrscheinlich nur, sich einen neuen Freundeskreis zu suchen.
 
  • #17
Eine langjährige Freundin zu verurteilen und abzustrafen, weil sie sich aus einer unglücklichen Beziehung getrennt hat, steht ihnen allerdings nicht zu.

Sie hat sich in der Wahrnehmung der Freunde nicht aus einer unglücklichen Beziehung getrennt. In der Wahrnehmung der Freund waren die beiden immer ein Herz und eine Seele. Dann trennt sich die FS plötzlich von ihrem Freund, weil ein anderer Mann auftaucht. Das Urteil liegt nahe. Mit so einer Verräterin möchte niemand was zu tun haben. Wer (wirklichen) Freunden jahrelang eine glückliche Beziehung vorspielt, hintergeht sie doch auch ein Stück weit.
 
  • #18
Mein Ex-Partner und ich waren über 5 Jahre hinweg eine eingeschworene Gemeinschaft mit unserem Freundeskreis - es gab uns immer nur im "Pärchenformat" und es wurde alles zusammen unternommen.

Hier sehe ich schon einen ganz grundsätzlichen Fehler, einen für den du jetzt die Quittung bekommst.
Ich habe es immer so gehalten, das jeder Partner seinen eigenen Freundeskreis hat. Natürlich unternimmt man auch mal mit den Freunden des Partners etwas, aber, dieses "Pärchenformat", sollte man tunlichst unterlassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das solche Pärchen nervig sind, weil ja immer alles zusammen unternommen werden muss. Und das man diese Personen gar nicht als eigenständige Personen wahrnimmt. Sind sie in dem Fall ja auch nicht.
 
  • #19
Sie hat sich in der Wahrnehmung der Freunde nicht aus einer unglücklichen Beziehung getrennt. In der Wahrnehmung der Freund waren die beiden immer ein Herz und eine Seele. Dann trennt sich die FS plötzlich von ihrem Freund, weil ein anderer Mann auftaucht. Das Urteil liegt nahe. Mit so einer Verräterin möchte niemand was zu tun haben. Wer (wirklichen) Freunden jahrelang eine glückliche Beziehung vorspielt, hintergeht sie doch auch ein Stück weit.
Ja, die Wahrnehmung der Freunde ist ein Argument. Aber sind wir nicht alle erwachsen genug zu wissen, dass niemand in eine funktionierende Beziehung einfach so eindringen könnte ? Liegt es da - auch für die Freunde - nicht nahe, dass die Beziehung eben nicht funktioniert hat, und dass ihre Wahrnehmung nicht korrekt war ?

Ich finde nicht, dass man der FS vorwerfen kann, dass sie die Streitereien mit ihrem Ex-Partner nicht im Freundeskreis, sondern privat ausgelebt hat. Das ist nicht jedermanns Sache.

Und die Freunde müssen nicht, aber könnten vor der Verurteilung mal nachfragen, wie das alles gekommen ist.
 
  • #20
Ich finde nicht, dass man der FS vorwerfen kann, dass sie die Streitereien mit ihrem Ex-Partner nicht im Freundeskreis, sondern privat ausgelebt hat. Das ist nicht jedermanns Sache.

Und die Freunde müssen nicht, aber könnten vor der Verurteilung mal nachfragen, wie das alles gekommen ist.

Ich sehe das ganz genauso. Ich finde, dass wenn es Freunde von beiden sind, die Loyalität auch auf beiden Seiten sein sollte.
Jeder vernünftige Mensch weiß, dass Beziehungen nun auch mal zu Ende gehen können. Das ist nichts verwerfliches. Und man muss, gerade aus Rücksicht auf den Partner, nicht alle Intimitäten im Freundeskreis breittratschen.
Ob sich das Paar nach der Trennung noch versteht, auch darüber muss sich der Freundeskreis nicht den Kopf zerbrechen. Das müssen beide unter sich klären, und da müssen die anderen nicht den moralischen Zeigefinger erheben.
Hier geht es am Ende nur um ein Beziehungsende. Wenn ich mir überlege, was in meinem Freundeskreis schon los war... Wir sind seit Jahrzehnten alle eng befreundet, haben sicher alle beziehungsmäßig den ein oder anderen Dreck am Stecken, es würde uns aber niemals einfallen, den Freund/ die Freundin dafür zu verurteilen oder ihm/ ihr die Freundschaft zu kündigen. Das steht uns nicht zu, denn Beziehung ist Privatsache. Bisher war es immer so, dass alle Exen immer herzlich zu unseren Feten und Zusammenkünften eingeladen wurden und diese Einladungen bis heute auch herzlich annehmen. Der Freundeskreis wird mit den Jahren größer und nach anfänglichem Trennungsschmerz kriegen sich die meisten wieder ein und leben einfach weiter.
Mein Rat an die FS und meine tiefe Überzeugung: wenn die Leute nicht in der Lage sind, mit der Situation umzugehen und dich abkanzeln wollen, dann sind es keine Freunde, sondern eher ein Bekanntenkreis. Rede nochmal einzeln mit denen. Wenn sie nicht wollen, bleibt dir nichts anderes übrig, als dir andere, tolerantere Menschen mit deinem neuen Partner zu suchen. Du kannst den Bekannten deinen neuen Partner natürlich nicht aufdrängen. Aber dann solltest du den Bekanntenkreis still verlassen. Ich würde meinen Freunden blind vertrauen können wollen. Ich kann das auch. Du scheinbar nicht, wenn sie dir sowas übel nehmen. Vertrauen sieht anders aus.
 
  • #21
Meine Freunde haben auch das Recht, sich aus gut laufenden Partnerschaften zu lösen und sich zu trennen: ob sie sich neu verliebt haben oder aus anderen Gründen nicht mehr wollen, ist erst mal ein beziehungsinternes Problem.
Natürlich würde ich mit einer guten Freundin einen Warmwechsel themastisieren und mit ihr über all das sprechen wollen und mir erklären lassen. Und ihr - falls sie sich meiner Meinung nach falsch verhalten hat - auch die Meinung sagen: aber Freunde bleiben wir. Auch mit ihrem Ex, wenn ich mit dem befreundet war und er nicht nur ihr Anhängsel war: das muss sie akzeptieren. Genauso wird ihr Neuer freundich aufgenommen.
Anders verhält es sich, wenn du eher das Anhängsel warst und die Freundes Freunde deines Ex sind: dann wärst du für mich raus.
 
  • #22
Man kann Freunde nicht immer mit den Freunden verwechseln.

Die einen haben Spaß und treffen sich, mit dem Pärchen. Man grillt zusammen, fährt in den Urlaub und bekommt ggf gleichzeitig Kinder. Man vertraut sich aber nicht wirklich etwas an und wird allgemein als Paar wahrgenommen.

Die anderen sind Freunde eines Teils des Paares auch wenn man vielleicht etwas gemeinsames macht .

Ich habe seit vielen Jahren 3 sehr gute Freunde. Die hätten gewusst, dass ich nicht glücklich bin, mich verliebt hätte etc.
Sie hätten mich unterstützt und mich ggf auch kritisiert. Umgekehrt genau so.

Die einen hängen an dem Pärchen, die anderen an Dir liebe FS.
 
  • #23
Das ganze Dilemma liegt m.E. weniger darin, dass FS "abgekanzelt" wird, sondern eher in ihrem Verlangen(!), der Neue soll sofort und nahtlos Platz und Status des Alten einnehmen, während sich dieser noch in diesem Kreis aufhält.

Ich teile die Meinung, dass es sich hier eher um einen Bekanntenkreis statt um "Freunde" handelt. Enge Freunde wären zumindest ansatzweise über die Beziehungskrise informiert gewesen.

Hat der Neue eigentlich keinen "Freundeskreis"?
 
  • #24
Zunächst sollte man unterscheiden zwischen Bekannten und Freunden. Im Bekanntenkreis ist alles irgendwie temporär angelegt...gemeinsame Interessen, Lebensphasen, Hobbies...kommen und gehen, so eben auch die Bekannten. Wenn dann auch noch die Partner der Bekannten wechseln, ist die Fluktuation umso schneller.

Freunde sind was Beständiges, und der oder die Lebenspartner der Freunde sind meistens austauschbar, ohne dass die Freundschaft davon betroffen ist.
Und klar kann man mit manchen dieser austauschbaren Personen besser als mit anderen.
In der Situation bist Du nun. Dein Ex war wohl etwas freundeskreiskompatibler als der aktuelle Freund. Wie Du damit umgehen sollst? Da man Sympathien nicht erzwingen kann, wirst Du wohl damit leben müssen.
 
  • #25
Ich finde nicht, dass man der FS vorwerfen kann, dass sie die Streitereien mit ihrem Ex-Partner nicht im Freundeskreis, sondern privat ausgelebt hat. Das ist nicht jedermanns Sache.

Ja, theoretisch richtig. Rein praktisch ist aber jeder peinlich berührt, wenn jemand warmwechselt (könnte einen ja auch selbst treffen). Und jeder wird eher mit demjenigen mitfühlen, der auf diese Art "entsorgt" wird.
Ich plädiere dafür, Beziehungen dann zu beenden, wenn sie nicht mehr funktionieren. Das ist meine persönliche Sichtweise und ich akzeptiere natürlich auch, wenn jemand das anders macht. Für mich ist aber auch völlig logisch dass der Freundeskreis sich in der Warmwechselsitutation entscheiden muss. Dem Ex-Partner der FS wäre wohl kaum zuzumuten, wenn von einer Woche auf die andere sie plötzlich mit jemand anderem an gemeinsamen Veranstaltungen teilnimmt. Sie könnte hier agieren, er nur reagieren. Sie ist zuständig, eine Situation zu schaffen, in der der Ex und die Freunde nicht brüskiert werden. Das hat sie nicht getan.

... ist erst mal ein beziehungsinternes Problem.
Natürlich würde ich mit einer guten Freundin einen Warmwechsel themastisieren ...Freunde bleiben wir. Auch mit ihrem Ex, ...

Ja, alles richtig. Aber würdest Du Deiner Freundin ernsthaft zumuten, dass von einer Woche auf die nächste der Ex mit seiner warmgewechselten Neuen bei Deinem Geburtstag erscheint, wenn sie noch völlig entsetzt ist?
 
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