• #1

Der Restfreizeitbesitzer und die Partnersuche

Wer kennt ihn nicht und wer ist ihm noch nicht begegnet?
Aber nun zu erst wer ist er/sie denn eigentlich:
Fulltimejob, großer Freundeskreis, Familie, Haustier und viele Hobbies/Interessen und damit noch ein paar Stunden pro Woche Zeit.
Wie seht ihr diesen Typ (moderne) Mensch im Kontext der Partnersuche?
Eignet sich so jemand als Partner oder eher nur für lose unverbindliche Begegnungen?
Wer sich selbst zu dieser Gruppe zählt: wie stellt ihr euch ein echtes Kennenlernen unter diesen Bedingungen vor?
 
  • #2
Ich hatte neulich ein Date mit einem solchen Mann. Schichtarbeit (DAFÜR kann er ja nichts) und in seiner Freizeit Sport, ehrenamtlicher Jugendtrainer, Turnierfahrten, Massagen, Wellness, etc. und sagte gleich, dass ihm an all dem viel liegt und er das braucht (also keine Bereitschaft, irgendwo kürzer zu treten).
Er wollte aber unbedingt nicht mehr allein sein. Wobei ich mich frage, WANN dieser Mensch denn eigentlich allein war? Wohl nur abends im Bett (wobei ich ihm nicht unterstellen will, dass nur deswegen eine Frau sucht). Ich bin bestimmt keine Glucke oder Klette, doch kann ich mir nicht vorstellen, immer dann mal kurzfristig angerufen zu werden, wenn er denn mal ein paar Stunden Zeit hat. Die einzige Möglichkeit wäre wohl, sofort zusammen zu ziehen, damit man ein wenig gemeinsame Zeit hat, aber das steht natürlich außer Frage. Ich glaube, diese Menschen sind sich eigentlich selbst genug und darum auch nur bedingt für eine Partnerschaft geeignet. Sie sind bestimmt wenig bereit, Kompromisse einzugehen und ihr eigenes Wohlbefinden und ihre Wünsche werden ihnen immer wichtiger sein, als die Partnerschaft.
 
  • #3
Antwort kurz & schmerzlos: Zeit hat man nicht, die nimmt man sich. Und zwar für die Menschen und Dinge, die einem wichtig sind. Seine Prioritäten setzt jeder selbst. Wer sich nicht im Stande sieht, mehr Zeit für einen (möglichen) Partner in seinem Leben frei zu schaufeln, führt dann eben im Zweifelsfall keine Partnerschaft.
 
  • #4
Ich sehe das auch wie in Beitrag #2. Man nimmt sich dafür Zeit, was man möchte. Ich bin ebenfalls sehr aktiv und bin schon zum Prediger geworden in puncto Zeit: die empfinde ich mittlerweile als das wichtigste im Leben. Ich bin auch nicht auf Partnersuche aber wenn ichs wäre, würde ich dafür nicht zwangsweise meine Hobbies im Vorfeld kürzen. Ich hoffe darauf mal jemanden beim Hobby kennen zu lernen oder eine ähnlich sportlich-interessierte Partnerin aber wenn das nicht passiert, dann leb ich halt alleine und mach das Beste aus meiner Zeit. :)

Gruß
m31
 
  • #5
Solange ich es mir aussuchen kann: nicht mein Fall.

Und zusammen ziehen schonmal gar nicht.

Es gibt sicher wenige, ganz wenige Ausnahmen, wo der Mensch so toll ist, dass man sich das antut. Ich hab selber genug zu tun und eigne mich daher nicht als Lückenfüller. Daher bin ich gewiß nicht klettig, nur zum auf Abruf stehen für ein paar gemeinsame Stunden, dafür bin ich mir und dafür ist mir auch meine Zeit zu schade.
 
  • #6
Wer so beschäftigt ist, daß er sich keine Zeit für einen Partner oder eine Partnerin nehmen kann, sollte sich sehr genau überlegen, ob er wirklich reif für eine Partnerschaft ist. Mit der Nummer "Mir ist abends langweilig und ich suche dafür eine Partnerin" ist sie nichts anderes als ein Lückenfüller. Natürlich sind temporäre Bedürfnisse danach nachvollziehbar, aber wer läßt sich auf sowas ein, wenn er genau weiß, daß er eh nur eine nebensächliche Ergänzung ist?
 
  • #7
Ich sehe das wie Nadir. Für die wichtigen Dinge und Menschen schafft man Platz in seinem Leben. Und auch mit extrem (auch zeitlich) forderndem Beruf und Kindern und Hobby und Freunden bleibt Platz für eine gute Beziehung, bei mir hat es sogar für eine gute Ehe gereicht. Man muss nur jemanden finden, der auch ein ausgefülltes Leben hat und auch mal allein mit sich was anfangen kann. Nichts ist schlimmer, als einen gefüllten Terminplan zu haben und zuhause einen unterbeschäftigten Partner, der in keiner Hinsicht "mitkommt" und später auch noch klagt, er hätte auf Karriere verzichtet und einem den Rücken freigehalten. Man muss sich einfach da umsehen, wo man sich selbst aufhält.
 
  • #9
Solche Männer sind mir bei der Zeit der Partnersuche sehr oft begegnet. Eingebunden bis zum Anschlag aber teilweise der Wunsch nach Partnerschaft. Ich stellte mir oft die Frage wie diese das koordinieren wollen!? Ich habe mich auf solch Mann sogar mal eingelassen ...er hat einen Friseursalon (Arbeit - 8:00 - 19 Uhr) und war getrennt von seiner Frau. Die 3 Kinder verlangten ... dann die Selbstständigkeit und das eine oder andere Hobby.
Heute denke ich er ist ständig auf Jagd. Vielleicht hat er den Eindruck etwas zu verpassen... ein Tanz auf jeder Hochzeit.
Mittlerweile hinterfrage ich die Planungen... man merkt doch schnell ob sich jemand einfach nur den Kalender vollpackt (um sich zu beschäftigen).
Nicht selten erscheint mir das die Kompromissfähigkeit in den höheren Jahren mehr und mehr nachlässt. Dann soll sich Gegenüber anpassen und Termine canceln während man(n) selbst alles so lässt und in der Komfortzone bleibt.
 
G

Gast

Gast
  • #10
Wer sich nicht im Stande sieht, mehr Zeit für einen (möglichen) Partner in seinem Leben frei zu schaufeln, führt dann eben im Zweifelsfall keine Partnerschaft.
Das sehe ich nicht so. Ich führe so ein Leben, ich habe mir mein Leben eingerichtet und es ausgefüllt. Trotzdem kann man mit einem Menschen, der ähnlich tickt, eine Beziehung/Partnerschaft führen.
Ich bin gar nicht mehr bereit, auf mein eigenes Leben zu verzichten. Und das geht vielen anderen auch so. Also guckt man gemeinsam, welche Zeit man miteinander verbringen möchte. Diese Zeit hat dann auch Qualität. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ständig und immer mit dem Partner zusammensein müssen, alles teilen, Hobbys aufgeben, Freundeskreis reduzieren, etc. Ein Partner hat also keine alleroberste Priorität in meinem Leben. Das war früher mal, führte bei mir fast zur Selbstaufgabe.
Das Gute ist....es gibt auch Männer, die genauso denken.

Ich glaube, diese Menschen sind sich eigentlich selbst genug und darum auch nur bedingt für eine Partnerschaft geeignet.

Teil 1 stimmt. Ich bin mir selbst genug, habe niemals Langeweile auch wenn ich mit mir alleine bin und kenne auch keine Einsamkeit.
Teil 2 stimmt nur bedingt, natürlich ist eine Partnerschaft mit einem anders tickenden Menschen nicht möglich. Aber mit einem Menschen, der ebenso leben kann und will, mit dem sehr wohl.

Sie sind bestimmt wenig bereit, Kompromisse einzugehen und ihr eigenes Wohlbefinden und ihre Wünsche werden ihnen immer wichtiger sein, als die Partnerschaft.
Nein,das stimmt nicht unbedingt, das hängt doch sehr stark davon ab, wie man Partnerschaft definiert. Eine Beziehung, in der beide so ticken, gibt es ja kein Anspruchsverhalten was das Wohlbefinden und die Wünsche angeht. Jeder ist ja mit sich selber im Reinen und fühlt sich wohl. Zusammen verdoppelt sich dieses Gefühl eigentlich. Man kann zusammen sein, muß aber nicht, weil man sich nicht einsam und inkomplett fühlt.
Wenn man jemanden findet, der die gleiche Haltung hat, dann ist das eine sehr bereichernde Sache, die mich noch freier gemacht hat als ich mich eh schon gefühlt habe.
Es kommt bloß in vielen Köpfen nicht vor, dass man so auch eine innige Partnerschaft leben kann. Ich bin gespannt auf andere Antworten.
W
 
  • #11
Mir sind solche Menschen, die irgendwie ständig gehetzt wirken suspekt Männer wie Frauen.

Wenn der Terminkalender übervoll ist und ich meine den privaten stimmt was nicht, diese Leute laufen weg und zwar vor sich selbst, sie müssen ständig irgendwie irgendwo sein nur um sich nicht in der Stille mal selbst begegnen zu müssen, denn da könnten Gedanken auftauchen, welche ihnen unangenehm sind.

Ich mag Menschen, die auch in Stille und Ruhe mal zu sich finden, die auch mal ein WE alleine oder einen einsamen Urlaub verbringen können. Mir macht das nichts aus, da ich Trubel im Beruf genug habe.

Oft sind diese Typen ewig Single - die ewig Gehetzten eben.
Eine Bekannte von mit ü/40, sehr hübsch, hetzt sich nach ihrem aufreibenden Job im Vermögensmanagemet privat auch noch die Haken ab, WE in München (privates Coachingseminar), nächstes WE in Berlin auch irgendein Seminar aber privater Art.

Die ist fast nie zu Hause und zahlt teure Miete für Penthousewohnung - bekloppt find ich das aber nicht interessant.
 
  • #12
Lieber Gast ( w) #9,

hast du von mir abgeschrieben, noch bevor ich angefangen habe ? :)
Dein Text könnte von mir sein.

Ich habe meine Arbeitszeit nur etwas verlagert. Das ganze Wochenende ist jetzt für meinen Schatz da, dafür arbeite ich oft bis spät abends ( jetzt z.B. mache ich gerade ein Päuschen ).
Ansonsten habe ich praktisch nichts ändern müssen.
Und er auch nicht.
Wir ticken ähnlich, wir passen zusammen, wir brauchen uns nicht, wir lieben uns.
Ja 'innige Partnerschaft' trifft es.
Und ja; ich bin frei und er auch.
( hey, damit nicht wieder Missverständnisse aufkommen: wir sind monogam und treu. Ich rede von innerer Freiheit )

w 48
 
G

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  • #13
Lückenfüller werde ich für niemanden sein. Man merkt ja nicht nur daran, wieviel Zeit jemand für einen hat und was alles wichtiger ist, ob man wichtig für ihn ist, sondern auch, wie er sich generell verhält, ob er Energie reinsteckt in die Beziehung oder abschaltet, wenn er mit der neuen Partnerin/dem neuen Partner zusammen ist.

Wenn alles wichtiger ist, was soll es dann? So definiere ich Partnerschaft nicht. Aber auch nicht als sich so weit einzuschränken, dass kein Schritt mehr ohne den anderen gemacht werden darf. Wenn man das von beiden Seiten aus möchte, ist es doch gut.

Was ich auch sehr wichtig finde, sind gemeinsame Interessen, so dass man gern zusammen Zeit verbringt, die für Hobbys und Sport sein soll.

Das sind aber Themen, die auch in bestehenden Beziehungen vorkommen. Bei einem befreundeten Paar beschwert sich der Mann dauernd, dass er keine Zeit mehr für sich hat wegen des Kindes (wollte er aber auch), die sind jedes Wochenende bei den jeweiligen Eltern/Schwiegereltern. Ich hab schon oft gehört, dass die Paare diese Treffen mit der Schwiegerfamilie furchtbar nerven, man aber eben die Feiertage so verbringen muss.
Also eigentlich ist es bei einem neuen Partner so, dass ihm das z.B. (erstmal) erspart bleibt. Es erzeugt zwar Bindung, weil man als Paar dabei zusammen ist, aber wenn man dabei sitzt und denkt, es laufe gerade Lebenszeit ab, in der man was anderes machen wollen würde, ist das auch für die Bindung schlecht.
 
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  • #14
Ehrlich? Für mich sind das so bisschen die Lügen der Neuzeit ;-) Ich sage auch immer, ich habe zu viel zu tun, wenn mich jemand aus dem Bekanntenkreis nervt. Sicherlich habe ich viel zu tun ( drei Jobs, die mir allesamt Spaß machen), aber für einen möglichen Partner schaufle ich mir eben die Zeit - und ehrlich - das macht jeder! Oder wie naiv bist du, um etwas anderes zu glauben? ;-) Bist ein Mann, oder? Ich meine, als Mann bekommt man allerlei Notlügen der Damen zu hören.

Bis ich eben keinen Partner habe, arbeite ich eben auch Samstag/Sonntag.
 
  • #15
Das sehe ich nicht so. Ich führe so ein Leben, ich habe mir mein Leben eingerichtet und es ausgefüllt. Trotzdem kann man mit einem Menschen, der ähnlich tickt, eine Beziehung/Partnerschaft führen.
Ich bin gar nicht mehr bereit, auf mein eigenes Leben zu verzichten. Und das geht vielen anderen auch so. Also guckt man gemeinsam, welche Zeit man miteinander verbringen möchte. Diese Zeit hat dann auch Qualität. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ständig und immer mit dem Partner zusammensein müssen, alles teilen, Hobbys aufgeben, Freundeskreis reduzieren, etc. Ein Partner hat also keine alleroberste Priorität in meinem Leben. Das war früher mal, führte bei mir fast zur Selbstaufgabe.
Das Gute ist....es gibt auch Männer, die genauso denken.
Ich verstehe nicht, warum eine neue Partnerin zu haben gleichzeitig bedeuten soll, auf das eigene Leben zu verzichten? Wieso kann sich ein Mann und eine Frau zu Beginn keine Zeit für einander nehmen, um sich besser kennen zu lernen und langsam eine Beziehung aufzubauen? Das dauert vielleicht 4-5 Monate und in dieser Zeit unternehmen beide gemeinsame Aktivitäten: Kino, Theater, Museum, Swimmen, Wandern, Wellnes, Städtetrips usw. In dieser Zeit stellt man dem Partner die eigenen Interessen vor und die eigenen Hobbys. Beide müssen bereit sein, sich für die Welt des anderen zu öffnen und zu interessieren.

In dieser Zeit kann der eigene Freundeskreis zwecks Beziehungsaufbau und Beziehungsfestigung vorübergehend zurück gestellt werden (Prioritäten setzen) was frisch Verliebte automatisch machen. Sie haben in der rosaroten Phase weder Zeit noch Energie noch Interesse, mit anderen etwas zu unternehmen.
Wenn die Beziehung sich zu festigen beginnt oder es klar ist, dass es in Richtung verbindliche Beziehung geht, so stellt man den neuen Partnern dem eigenen Freundeskreis vor d.h. man bindet den Partner ins eigene Freundeskreis ein. Das ist doch eine Bereicherung für beide!

Und später kann jeder sein eigenes Hobby ausüben und sich mal auch alleine mit eigenen Freunden treffen!
Wer nicht bereit ist das zu tun, will sowieso nicht wirklich eine verbindliche Beziehung.
Die Menschen befürchten ihre Freiheiten zu verlieren aber es geht darum nur vorübergehend andere Prioritäten zu setzen, bis sich alles eingependelt hat.
 
  • #16
diese Menschen sind sich eigentlich selbst genug und darum auch nur bedingt für eine Partnerschaft geeignet.

Warum bitteschön sollte jemand mit der Fähigkeit, sein Leben aktiv zu gestalten, weniger geeignet für eine Partnerschaft sein? Ich sehe das eigentlich eher anders herum: wer ständig eine zweite Person um sich herum braucht, um sich nicht zu Tode zu langweilen, ist für eine Partnerschaft wenig geeignet – es sei denn, der Partner wäre genauso, dann kann man gemeinsam sinnlos abhängen.

Es stimmt natürlich: wer allein keine Langeweile kennt, wird mit einem Partner, der ständig getriggert werden muß, nur selten glücklich sein. Schon deshalb, weil nicht alle Interessen gleich gut zu zweit wie allein ausgeübt werden können. So lange der passive Partner mitzieht, mag es noch einigermaßen gehen. Aber spätestens wenn ich mir eine Burg ansehen will und mit einem „da hinauf? Du spinnst doch! Ich will lieber ins Eiscafé” gebremst werde, denke ich mir: bin ich jetzt die Zumutung für sie, oder ist's umgekehrt?

Ich denke, hier muß jedes Paar einen individuellen Kompromiß finden. Und das sollte bei Menschen, die beide lieber aktiv sind als mit dem Partner abzuhängen, sogar noch eher möglich sein als mit jemandem, der einseitig zur totalen Symbiose neigt.
 
  • #17
Ich würde sagen deine Beschreibung trifft auf die meisten Leute heutzutage zu, man hat ja auch aufgrund unseres danistakratischen Systems nicht groß die Wahl.
Jeder muss Fulltime arbeiten um zu wohnen und zu essen.
Jeder muss einen Haushalt führen um nicht im Müll zu ersticken.
Ein stabiler Freundes/Familienkreis ist auch für Glück, Zufriedenheit und Rückhalt sehr wichtig.
Und das Angebot an Hobbies und Interessen ist heutzutage glücklicherweise größer denn je und für jeden ist etwas oder mehreres dabei.
Ich denke die einzige Lösung ist zu akzeptieren, dass man selbst nicht das ein und Alles für die neue Partnerin ist sondern "lediglich" EIN Teil ihres erfüllenden Lebens darstellt der ihr Glück noch zusätzlich steigern soll aber nicht unentbehrlich ist. Selbiges gilt umgekehrt.
Auch wenn man egoistisch gesehen gerne geliebt wird, Ich persönlich möchte keine Partnerin die sich 100% auf mich fixiert, diese Abhängigkeit würde ihr nicht gut tun und ihr Leben nicht bereichern.
M30
 
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Gast

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  • #18
Wer nicht bereit ist das zu tun, will sowieso nicht wirklich eine verbindliche Beziehung.
Die Menschen befürchten ihre Freiheiten zu verlieren aber es geht darum nur vorübergehend andere Prioritäten zu setzen, bis sich alles eingependelt hat.
Das ist sicher EINE Sichtweise, die auch ihre Berechtigung hat.
Aber sie ist doch auch sehr wertend, wenn es um andere Sichtweisen geht. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Gerade in der heutigen Zeit ist bunt lebbarer als je zuvor. Man nennt das auch Toleranz/Akzeptanz/Respekt vor der anderen Person.
Das bedeutet, dass man nicht immer von mangelnder Bereitschaft einer verbindlichen Beziehung sprechen muß, wenn diese nur anders gelebt wird als man sie bisher kennt.

Ich verstehe nicht, warum eine neue Partnerin zu haben gleichzeitig bedeuten soll, auf das eigene Leben zu verzichten?

Ich bin eine Frau, auf die Du Dich beziehst, Mandoline. Hast Du vielleicht überlesen. Womöglich wäre Deine Antwort anders ausgefallen, ich vermute es fast mal. Männern wird gerne nachgesagt, dass sie sich nicht verbindlich binden wollen, wenn sie so ticken wie ich ticke.


Eine Partnerschaft bedeutet für mich nicht, auf mein eigenes Leben zu verzichten.ich lebe Partnerschaft nicht mehr nach dem klassischen Modell wie man es so kennt. Wenn Du nicht, dann....bist Du nicht verbindlich, liebst Du mich nicht, willst Du mich nicht in Deinem Leben....
Doch, ich bin ein sehr verbindlicher Mensch. Ich liebe von ganzem Herzen, wenn ich liebe. Aber...ich fühle mich nicht einsam, wenn ich alleine bin. Mir fehlt nichts, wenn ich keinen habe, den ich nicht ablieben kann oder muß. Ich bin mir selber tatsächlich und wirklich echt genug.
Nicht zu verwechseln mit....ich bin glücklich, wenn ich meine Zeit mit jemandem teilen kann, mit dem ich innig zusammen sein möchte.
Und das kann sogar ohne dieses ganzen Prozedere wie ...erst gemeinsame Zeit, dann lange nichts....dann sind wieder Familie und Freunde dran...auskommen.
Aber das "bekannte" Schema will gelebt werden, ich weiß. Wenn das nicht gelebt wird, liebt man nicht, will man keine Beziehung, ist nicht verbindlich.
Ich bin aber froh, dass ich mich davon freigemacht habe. Ich fühle mich sehr frei. Und irgendwie zieht das andere Menschen an:)
W
 
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  • #19
Vermutlich bin ich selbst so ein Mensch. Ich arbeite Teilzeit, studiere Vollzeit, versuche mich "nebenher" an einer Doktorarbeit, pflege meinen kleinen, aber feinen Freundeskreis und meine Familie und als Ausgleich betreibe ich Sport.

Ich brauche meinen Partner nicht ständig um mich herum, freue mich aber sehr die verbleibende Zeit mit ihm zu genießen. Der Schlüssel liegt sicherlich darin, dass der andere auch ein erfülltes/ ausgefülltes Leben haben sollte und ein ähnliches Bedürfnis nach Nähe und Distanz verspüren sollte. Und einiges im Tagesablauf lässt sich auch gut mit einem Partner "kombinieren". So haben mein Partner und ich uns schon recht früh ein neues, gemeinsames sportliches Hobby aufgebaut.

In der Kennenlernphase muss man sich meiner Meinung nach auch nicht jeden Tag sehen und Zeitfenster finden sich immer wieder. Ich hab es sehr genossen, dass wir uns so langsam näher kennengelernt haben. Nun, nach 1 1/2 Jahren, werden wir zusammenziehen und uns alleine dadurch häufiger sehen - vermutlich ;).

w,28
 
  • #20
#17 aber gerade deshalb bindet man sich nicht verbindlich, weil die meisten Männer denken: " oh nein um Gottes willen dann kann ich nicht mehr tun was ich will.!"

Es geht vorübergehend andere Prioritäten zu setzen wie ich noch ausführlicher oben geschrieben hatte, bis sich alles eingependelt hat und jeder dann auch seine Freizeit Aktivitäten alleine oder mit eigenen Freunden machen kann.

Bis man sich richtig aneinander gewöhnt und einander kennen gelernt hat, kann man die Aktivitäten, die man sonst alleine oder mit anderen gemacht hätte, mit dem neuen Partner unternehmen. Das ist nicht schwarz-weiss. Schwarz-weiss ist es zu sagen: ich verliere meine Freiheiten! Man kann nicht beides haben: entweder grenzenlose Freiheit dafür aber Single oder aber in einer Beziehung und nicht alles alleine machen können.

Beides geht nicht! Ich bin auch selbst freiheitsliebend und muss nicht alles mit dem Partner unternehmen. Nur zu Beginn, wenn man fest zusammen kommt, macht es Spass weil man den anderen, dabei auch kennen lernt. Alles zusammen zu machen wäre auf Dauer langweilig und würde der Beziehung nicht unbedingt einen Nutzen bringen.
 
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  • #21
Ich glaube, das Problem liegt gar nicht darin, dass man sich an einen anderen klammern muss oder den braucht, um sich nicht einsam zu fühlen. Es scheint eher daran zu liegen, dass man gar nicht das Bedürfnis zu verspüren scheint, mit jemandem die Zeit zu verbringen, wenn alles andere, was man für sich macht, wichtiger ist. Mir ist auch wichtig, dass ich meine wichtigen Sachen nicht liegen lasse, wie Sport zum Ausgleich oder Berufliches, aber dass ich vorziehen würde, mich mit Freunden weiterhin regelmäßig zu treffen, unbedingt zu einem normalen Familienfest zu gehen oder eines meiner Hobbys lieber machen würde, statt einen neuen Partner um mich zu haben und mit ihm was zu machen, würde bedeuten, dass ich nicht verliebt bin.
 
  • #22
Es geht für mich nicht darum jede frei Minute gemeinsam zu verbringen. Genügend Freiraum, je nach Bedarf ist schon wichtig. Was ich aber nicht akueptiere ist das Gefühl nur ein weiterer Punkt auf der Liste zu sein. Und dieses Gefühl vermitteln einem doch so mancher "Partner". Für mich war das immer ein Grund zu rebellieren und mich in Folge neu zu orientieren. Ich wollte ben nie das Tüpfelchen auf einem i sein.
 
G

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  • #23
Das ist nicht schwarz-weiss. Schwarz-weiss ist es zu sagen: ich verliere meine Freiheiten! Man kann nicht beides haben: entweder grenzenlose Freiheit dafür aber Single oder aber in einer Beziehung und nicht alles alleine machen können.
Doch, das ist schwarz-weiss. Entweder (schwarz).... oder (weiß). Die Frage ist ja...wer hat diese Gesetze gemacht? Du? Die Gesellschaft? Wer legt es fest, wie genau das auszusehen hat?
Es gibt Menschen, die leben so , andere leben anders.
Natürlich kann man das leben, ich tue es ja. Es geht auch nicht darum, Freiheit zu verlieren. Vielleicht habe ich zu sehr betont, dass ich mich frei fühle. Ich habe keine Angst davor, mich auf jemanden einzulassen. Nur....eine Partnerschaft lebe ich heute anders als noch vor Jahren. Und es gibt inzwischen viele, die so denken wie ich. Verbindlichkeit, Innigkeit, Zweisamkeit, alles da wie bei anderen auch. Aber eben nicht im vorgepreßten Zeitschema. So wie Du es beschreibt. Erst das, dann das, dann erst wieder das....
und wenn das nicht so gelebt wird, ist man nicht verbindlich, nicht beziehungsfähig, will nur frei sein....
Es scheint eher daran zu liegen, dass man gar nicht das Bedürfnis zu verspüren scheint, mit jemandem die Zeit zu verbringen, wenn alles andere, was man für sich macht, wichtiger ist.
Das Bedürfnis ist natürlich da, mit jemandem Zeit zu verbringen, es hat auch nichts damit zu tun, dass mir z.b. alles andere wichtiger ist. Aber ein Partner hat nicht mehr 1 . Priorität in meinem Leben, andersrum ich auch nicht in seinem. Trotzdem funktioniert es sehr gut.
Ich sage ja, dass kann man sicher nicht mit jemandem leben, der nicht die gleiche Haltung hat. Aber ich muß ja auch nicht unbedingt vom Gegenteil, welches viel besser ist, sonst klappt das ja nicht, überzeugt werden. :)
W
 
  • #24
Wäre für mich ok. Für mich hat Beziehung vor allem was mit emotionaler Nähe zu tun, nicht damit, permanent zusammenzukleben. Ich brauche auch meine Freiräume, und die Sehnsucht, die man dann zwischendurch nach dem Partner hat, hält die Verliebtheit heiß. ;-)

Wenn ich liebe, liebe ich auch dann, wenn keine physische Nähe gegeben ist.
Wenn ich mich geliebt fühle, fühle ich mich auch dann geliebt, wenn keine physische Nähe gegeben ist.

Daher, wie gesagt - für mich ist es ok, viel Zeit getrennt zu verbringen, solange ich eine emotionale Verbindung spüre. Man kann einander über Telefon, SMS, WhatsApp oder was weiß ich noch alles immer wieder mitteilen, dass man aneinander denkt...
 
  • #25
Doch, das ist schwarz-weiss. Entweder (schwarz).... oder (weiß). Die Frage ist ja...wer hat diese Gesetze gemacht? Du? Die Gesellschaft? Wer legt es fest, wie genau das auszusehen hat?
Es gibt Menschen, die leben so , andere leben anders.
Natürlich kann man das leben, ich tue es ja. Es geht auch nicht darum, Freiheit zu verlieren. Vielleicht habe ich zu sehr betont, dass ich mich frei fühle. Ich habe keine Angst davor, mich auf jemanden einzulassen.
Offensichtlich wurde ich falsch verstanden! Wenn es um eine Partnerschaft geht, dann wollen ja beide auch Zeit miteinander verbringen aber nicht jede freie Minute oder etwa nicht? Genau das ist es wovor viele Männer Angst und Panik haben: "um Gottes willen ich will mich nicht auf eine Beziehung einlassen, dann kann ich nichts mehr alleine machen". Viele Männer unterstellen dann den Frauen, dass die Frau sie anketten will. Sie assoziieren offensichtlich mit einer festen Beziehung ein Gefängnis. Oder sie haben Angst vor emotionaler Intimität und flüchten am liebsten. Sehr oft werden zukünftige Bräutigams (und Bräute) in flagranti erwischt, weil die Ehe ihnen als endgültige Sackgasse erscheint aus der ist keine Flucht mehr gibt.

Und dabei heiratet jeder frei und jeder ist frei, sich wieder scheiden zu lassen - was die Menschen vergessen, dass sie frei sind in ihren Entscheidungen. Zu wissen, dass sie diese Freiheit haben wirkt sehr beruhigend und ermutigend die Ehe zu wagen. Wenn es nicht funktioniert sind sie frei zu gehen. Kein Mensch will eine Ehehölle!

Ich habe geschrieben, wenn man sich ineinander verliebt und zu Beginn nicht viel Zeit miteinander verbringt, um die Beziehung zu festigen, Vertrauen aufzubauen, den Menschen besser kennen zu lernen, dann braucht man ja gar nichts neu zu beginnen! Man kann genauso Single bleiben! Frisch Verliebte können doch die Hände nicht voneinander lassen. Die Glückshormone beim Sex wirken wie eine Droge und das passiert automatisch, dass man zu Beginn jede freie Minute zusammen verbringen will, aber nur solange die Verliebtheitsphase dauert.

Wenn man die Freizeit nicht miteinander koordinieren kann, weil jeder von Anfang an seine Freiheiten und Hobbys nur für sich alleine behalten will - ohne Anpassung - dann kann man es genauso gut sein lassen. Jeder sollte von Beginn den anderen in sein Leben integrieren. Es geht darum die Welt des anderen kennen zu lernen.
 
  • #26
eines meiner Hobbys lieber machen würde, statt einen neuen Partner um mich zu haben ... würde bedeuten, dass ich nicht verliebt bin.

Mit einem Wort: wer verliebt ist, hat keine Hobbys, und wer Hobbys hat, ist nicht verliebt, ein Partner ist ja schließlich „Hobby” genug.

Es ist klar, daß solche Beziehungen, in denen einer weiterhin ein aktives Leben führen möchte, während der andere das als Zeichen mangelnder Zuneigung deutet ("gibt nichts wichtigeres als den Partner"), zum Scheitern verurteilt sind – tägliches passives Zusammenglucken ist halt nicht jedermanns Sache. Treffen zwei aktive Partner aufeinander, sieht die Sache anders aus, sie haben dann die Möglichkeit, ihre Aktivitäten aufeinander abzustimmen – oder sie einfach gegenseitig zu tolerieren.
 
  • #27
Aber ein Partner hat nicht mehr 1 . Priorität in meinem Leben, andersrum ich auch nicht in seinem. Trotzdem funktioniert es sehr gut.
Ich sage ja, dass kann man sicher nicht mit jemandem leben, der nicht die gleiche Haltung hat. Aber ich muß ja auch nicht unbedingt vom Gegenteil, welches viel besser ist, sonst klappt das ja nicht, überzeugt werden. :)
Genau das meine ich: es müssen sich zwei Menschen treffen ein Mann und eine Frau für die die Beziehung entweder 1. 2. 3. oder letzte Priorität hat. Wenn beide die gleiche Einstellung und die gleichen Bedürfnisse haben, kann es funktionieren und das ist äusserst selten, dass beide die gleichen Prioritäten haben.

Die Bedürfnisse sind nie deckungsgleich! Sie sind zwar da bei allen - auch das Bedürfnis nach Nähe, Zärtlichkeit, emotionaler Verbundenheit und Sexualität - aber nicht bei beiden zur gleichen Zeit!
 
G

Gast

Gast
  • #28
Wenn man die Freizeit nicht miteinander koordinieren kann, weil jeder von Anfang an seine Freiheiten und Hobbys nur für sich alleine behalten will - ohne Anpassung - dann kann man es genauso gut sein lassen. Jeder sollte von Beginn den anderen in sein Leben integrieren. Es geht darum die Welt des anderen kennen zu lernen.
Das ist Deine Haltung. Schwarz-weiß. So macht man es, andere Lebensformen oder Haltungen hat es nicht zu geben.
Es ist ja in Ordnung, wenn jemand an seiner Haltung festhält und davon überzeugt ist.
Wenn beide die gleiche Einstellung und die gleichen Bedürfnisse haben, kann es funktionieren und das ist äusserst selten, dass beide die gleichen Prioritäten haben.
Das meine ich.Natürlich können Menschen, die da verschiedene Haltungen haben, nicht zusammenkommen, das ist klar, diese Auseinandersetzungen wollte ich heute auch gar nicht mehr führen wollen.
Es funktioniert sogar sehr gut.Siehe auch Antwort 11 von Frau frei. Und es ist gar nicht mehr so selten, viele wollen so leben. Und sind so endlich glücklich in Partnerschaften.
W
 
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  • #29
Mit einem Wort: wer verliebt ist, hat keine Hobbys, und wer Hobbys hat, ist nicht verliebt, ein Partner ist ja schließlich „Hobby” genug.
Nein, mit einem Wort: Wer in der Anfangsphase - denn darum geht es hier - den neuen potentiellen Partner nicht wichtiger findet als nach seinem Terminplan für Freizeitaktivitäten häkeln, Modelleisenbahnclub, wöchentliches Kaffeekränzchen mit Freundinnen oder Samstagabendsportschaugucken mit seinen Bierkumpels, der hat einfach kein vernünftiges Zeitfenster für einen Partner, ist unflexibel und hat kein Interesse.
Wenn ich jemanden kennenlerne, gucke ich nicht, wo ich ihn zwischenschieben kann in meinem Kalender. Da HABE ich Zeit, wann er auch Zeit hat. Ja, dann leiden halt mal ein paar Hobbys.

Und nein, der Partner sollte kein Hobby sein. Der kommt davor.
Sagt Dir eine Frau, die wegen ihres Partners ständig Stress hatte, weil er nicht wollte, dass ich meinen Abend mal mit einem Hobby verbringe und der generell dauernd sagte "also ist dir dein Hobby wichtiger als ich".

Wenn man länger zusammen ist, ist es doch was ganz anderes als in der Verliebtheitsphase. Wenn ich jemanden kennenlerne, der sich mit mir nicht treffen will, weil er lieber mit seinen Kumpels wie jede Woche Dart spielen geht, der ist einfach nicht verliebt. (es sei denn, die trainieren für eine Meisterschaft oder der Mann kommt sonst nie raus). Ich würde sofort den Geburtstag meiner Tante sausen lassen oder mich auch nicht mit Bekannten zum Kaffeekranz treffen (der zweimal im Jahr ist), wenn ich einen NEUEN! Freund hätte.

tägliches passives Zusammenglucken ist halt nicht jedermanns Sache.
Eben. Genau das war aber das Hobby meines Ex. Fernsehen.

Versteh doch bitte den Unterschied, woran man erkennt, dass jemand verliebt ist, und dieses Einengen in einer Partnerschaft, wo keiner mehr ohne den anderen einen Schritt machen DARF. Von letzterem war NIE die Rede.
 
  • #30
Die einzige Möglichkeit wäre wohl, sofort zusammen zu ziehen, damit man ein wenig gemeinsame Zeit hat, aber das steht natürlich außer Frage.
Oh, das wäre ganz bestimmt die schlechteste Option, denn was willst du mit so einem Mann mit so einer negativen Beziehungseinstellung, außer sich jeden Tag immer nur ärgern, hier fehlt die notwendige Einstellung für eine Beziehung, das ist alles! Lass ihn ziehen!
 
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