• #1

Diagnose Alzheimer - Regeln für das Zusammenleben?

Alzheimer ist eine Erkrankung des Gehirns, die vom fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses geprägt ist. Über eine Million Menschen in Deutschland leider unter dieser Erkrankung, die ab dem 65. Lebensjahr auftritt. Im Laufe dieser verlieren die Erkrankten nach und nach auch geistige Fähigkeiten wie z. B. ihr Orientierungsvermögen oder das Sprachverständnis. Ärzte sprechen von einer Demenz. Die Erkrankten werden hilfloser und sind zunehmend auf Betreuung angewiesen.Die Alzheimer-Diagnose ist mit einer Menge Leidensfähigkeit der ganzen betroffenen Familie verbunden. Welche Tipps können Sie Betroffenen geben? Was sollte man als Angehöriger für das Zusammenleben beachten? Wie kann man dem erkrankten Familienmitglied den Alltag erleichtern und verschönern?
 
G

Gast

  • #2
Hallo,
ich bitte um Entschudligung, Alzheimer tritt meiner Meinung nach oft schon im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt auf, bei Frauen häufiger als bei Männern. Es gibt Einzelfälle, bei denen die Erkrankten noch wesentlich jünger sind.
Mein Rat aus eigener Erfahrung ist, daß die Angehörigen sich baldmöglichst auch professionelle Hilfe holen sollten, bevor sie aufgrund von Überforderung ausgebrannt zusammenbrechen.
m42 (meine Mutter hat Alzheimer)
 
G

Gast

  • #3
Hallo lieber FS
kann nr.1 nur zustimmen,meine Schwester 50 Jahre hat leider auch diese Krankheit.Es gibt Ärzte die sich auf Alzheimer oder Demenz spezialisiert haben.
LG
 
G

Gast

  • #4
Die Regeln für das Zusammenleben orientiert sich an den verbliebenen Fähigkeiten des Patienten, damit er noch möglichst selbständig den Alltag bewältigen kann. Je älter ein Mensch ist, desto größer das Risiko an Alzheimer oder Demenz zu erkranken. Mit 50 oder 60 an Alzheimer zu erkranken sind Ausnahmefälle, wobei in diesem Alter eine genetische Disposition eine große Rolle spielt.
Eines ist besonders wichtig, wie @1 bereits erwähnte: rechtzeitig Unterstützung bei der Betreuung zu Hause einplanen, sonst geht man als betreuender Angehöriger vor die Hunde.
Von der Diagnosestellung bis zum Ableben vergehen durchschnittlich 10 Jahre. Bei schleichendem Beginn verstärken sich die Symptome des Vergessens von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat. Es ist ein Gang in den Keller ohne Wiederkehr. Wichtig ist es, sich als Angehöriger mit dem Krankheitsbild vertraut zu machen und Verständnis sowie eine gehörige Portion Geduld aufzubringen. Empathie ist zwingend notwendig, will man nur im Entferntestens begreifen, warum der Patient zunehmend die banalsten Dinge nicht mehr selbst verrichten kann. Wenn er aggressiv wird, wenn er weg läuft, wenn er permanent nach Hause will, wenn er nachts voller Unruhe 20 mal aufsteht und die Toilette nicht findet, wenn er auf seine Angehörigen einschlägt und nicht mehr weiß wer diese Menschen sind - ja, das ist alles ganz schwer zu verkraften, 365 Tage im Jahr. Der Charakter dieser Menschen verändert sich, d. h. sie verlieren die Fähigkeiten ihre negativen Charaktereigenschaften und Gewohnheiten zu zivilisieren. Zwangshandlungen verstärken sich weil sie unkontrollierbar werden, z.B. Putzzwang, Schlüsselzwang, Ordnungszwang usw.
Ein geregelter Tagesablauf wird äußerst wichtig, begleitet von Ritualen. Man sollte als Betreuer Vorsichtsmassnahmen treffen, um Schaden vom Patienten fern zu halten, z.B. alle Schlüssel entfernen, Türen beschildern, Stromunterbrechung für den Herd, automatisches Nachtlicht wenn der Patient aufsteht, Teppiche entfernen - sind Stolperfallen, Bad behindertengerecht umbauen, usw.
Eines müssen Angehörige auf jeden Fall lernen: sie sind als Betreuungs/Pflegekraft nicht unersetzlich und sie sollten sich deshalb im eigenen Interesse in regelmäßigen Abständen eine Auszeit gönnen, mehrmals wöchentlich für mehrere Stunden.
 
  • #5
Alzheimer ist eine sehr schwierige Krankheit. http://www.docjones.de/krankheiten/alzheimer Viele Mneschen die darunter leiden, leider nicht unter der Krankheit, sonder unter den Umständen, die die Krankheit verursacht. Es ist wirklich sehr tragisch für mich persönlich, solche Menschen leiden zu sehen.
 
G

Gast

  • #6
Liebe FS

ohne eine mindestens langjährige glückliche Ehe mit allem was dazu gehört
kann kein Mann erwarten dass seine Partnerin den ganzen Weg mit ihm geht-
bis zum absoluten Vergessen.

Ich kenne leichte Formen von Altersdemenz als betreuende Angehörige.
Ein Nachbar hat eine schwere Form von Alzheimer, mit nur 62 Jahren.
In so einem Fall kommt der Partner/die Partnerin schnell an die Grenzen der Belastbarkeit.
 
G

Gast

  • #7
Diese Verantwortung nicht alleine stämmen, sondern sich bitte frühzeitig eine professionelle Hilfe holen!

Ich habe meine demenzkranken Großeltern damals mehrere Jahre lang 24 Stunden am Tag gepflegt/pflegen müssen. Unsere Mutter hatte das damals von uns Kindern verlangt. Sie war sich zu fein und zu geizig, Hilfe zu holen. Alles machten es sowieso falsch. Wir Kinder mußten stattdessen dafür herhalten. Sie selber ging arbeiten. Einer mußte ja noch das Geld verdienen gehen. Es fing damit an, dass sie von Sehschwäche redete und die Tabletten nicht recht ordnen und lesen konnte, also mußten wir Kinder das jeden Tag machen, usw... Das ging dann bis in die Schlußphase der Krankheit, dass wir die Großeltern füttern, waschen und Windeln wechseln mussten.... bis hin sich jeden Tag wirres Geschrei anzuhören. Keine schöne Erfahrung. Es verschreckt.

Zur Demenz und Bettlägrigkeit kam noch Herzschwäche, Atemnot jede Nacht und Fettleibigkeit dazu. Man kann sich vorstellen, was da los war jeden Tag und jede Nacht. Die Familie reißt auseinander, man verliert den Job und soziale Kontakte und gerät selbst an die Substanz. Ich könnte so etwas nicht noch ein zweites Mal machen! Und habe so etwas in der Familie auch partout abgelehnt, noch mal zu machen. Heutzutage gibt es so gute Pflegekrämpfte, speziell für diese Krankheit. Da sollte man sich einfach mal informieren, anstatt auf eigene Hand an der Krankheit herumzufabrizieren oder es seiner Familie abzuverlangen.
 
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