• #1

Die Ex meldet sich nach über 3 Jahren

Hi,

ich habe ja schon ein paar Mal hier geschrieben, jedes Mal, wenn es mir nicht sonderlich gut ging. Auf meine Fragen habe ich immer aufbauende Antworten bekommen. Lange Rede kurzer Sinn:

Heute Nacht habe ich eine SMS meiner Ex bekommen. Dass Sie sich mit mir treffen will. Die Trennung ist über drei Jahre her. Sie hat nach der Trennung was mit einem meiner besten Kollegen angefangen. Wir sind damals zusammen ins Studium, hatten eine gemeinsame Wohnung usw. Alles nach der Trennung verloren und seitdem geht es mir wirklich dreckig. Ich könnte noch so viele Frauen haben, noch so viele neue Leute kennen lernen - die Depression kommt immer wieder hoch. Die (positiven) Bilder von ihr bekomme ich - trotz allem - nicht aus meinem Kopf. Wir waren knapp 5 Jahre zusammen. Also seitdem ich 20 und sie 19 war.

Da sie bald nach Irland geht (AuPair) wollte sie sich verabschieden. Kontakt hatten wir in den drei Jahren so gut wie gar nicht. Als ich ihr geschrieben habe, dass ich ein Treffen emotional nicht stemmen kann, weil es mir noch immer weh tut, sagte sie, dass es bei ihr auch so ist und dass sie mich verstehen kann. Danach konnte ich nicht anders und hab losgeheult wie ein Schlosshund. Ich bin auch in Therapie. Nur der Gedanke daran, dass es ihr nicht gut, verursacht einen gigantischen Schmerz in mir.

Ich weiß bald nicht mehr weiter. Seit drei Jahren war ich nicht mehr verliebt, ich bin stumpf. Mein Leben ist so nicht lebenswert. Das soll kein Suizidschrei werden, aber ich fühle mich wirklich nicht gut.

Was ist bloß los? Ich weiß bald nicht mehr weiter.

m27
 
  • #2
Du bist bereits in Therapie und hast eine Depression.
Mach Dein Leben nicht von einer anderen Person abhängig. Du bist noch jung und hast Dein ganzes Leben noch vor Dir. Mach was draus. Sprich mit Deinem Therapeuten. Es hatte Gründe, warum Ihr heute getrennt seid. Führe Dir diese Gründe vor Augen. Nach einer Trennung neigt man dazu, nur noch die positiven Seiten zu sehen und die negativen auszublenden. Das bringt nichts. Die Realität sieht anders aus. Du fühlst selbst, das ein Treffen Dir nicht gut tun würde. Höre auf Dein Bauchgefühl. Frische den Schmerz nicht nochmal auf. So wirst Du nicht frei.
Alles Gute und viel Kraft!
 
  • #3
Daß du so heftig reagierst liegt in deiner leider immer noch nicht guten Gesamtverfassung. Ich hoffe, daß es dir bald besser geht! Was macht das Studium und der Alkohol?
 
  • #4
Man fragt sich, warum sie Dir nun unbedingt "zum Abschied" vor dem Irland-Aufenthalt schreiben musste. Was bezweckt sie damit? Kann sie sich nicht denken, dass es Dich quält? Und wozu sich nun treffen? Sie wollte die ganze Zeit nichts von Dir, richtig? - Hat sie nach drei Jahren doch noch entdeckt, dass sie Dich liebt? Eins ist klar, auf Deiner Seite war/ist es Liebe. Aber vielleicht zu sehr, denn Du quàlst Dich. Du müsstest herausfinden, was sie nun eigdntlich wirklich will und für Dich empfindet! Mir scheint, sie hat Dich schlecht behandelt.
 
  • #5
Ich habe noch nichts von dir gelesen und deshalb zwei Fragen:

Warum habt ihr euch damals getrennt?
Warum machst du dein heutiges Wohlgefühl von deiner Exfreundin und den Dingen die damals passiert sind abhängig? Die Trennung war doch nicht grundlos.
Ewig leiden zu wollen ist in der Tat nicht gesund und eine Therapie erscheint mir angebracht.
 
  • #6
Du hast ein Problem und kriegst es nicht los.Je mehr Du planen und agieren kannst, desto leichter wirds.

Nur konntest Du agieren seit der Trennung ? Es gab keinen Weg, getrennt ist getrennt. Nun kommt sie wieder daher und redet schön, daß sie mit einem Deiner Kollegen was hatte und überhaupt klingt es schon komisch daß sie unter der Trennung von Dir leidet wenn sie ein anderer wiederholt flachgelegt hat.

Du schreibst leider nicht, weshalb die Beziehung zwischen Dir und ihr in die Brüche ging, doch soll es hilfreich sein, wenn beide sich nach Jahren wieder treffen und sich darüber austauschen, was der jeweilige Seelenklempner über den andern gesagt hat.

Du warst natürlich lange ohne Kontakt mit ihr und hast viel Schattenboxen betrieben, weil Du das was war immer wieder gekäut hast. Aber: Du hast es hingekriegt, die Dinge zu meistern, ohne daß Du bei Deiner Ex anklopfen mußtest und um ein Gespräch bitten mußtest.

Sie nicht.

Deswegen definiere für Dich die Regel "Agieren - nicht Reagieren" und fang an, mit der Ex aus der Position des Stärkeren umzugehen, denn sie will das Treffen. Du brauchst sie nicht. Es ist Deine EX und EX ist EX und getrentn ist getrennt. Soll sie doch schauen, wie sie damit klarkommt
 
N

nachdenkliche

  • #7
Das soll kein Suizidschrei werden, aber ich fühle mich wirklich nicht gut.
Mensch Junge, schreib nicht so ein Sch....!!!!! Fühle Dich jetzt mal in den Arm genommen, natürlich rein mütterlich. Ich habe einen Sohn, der ist 25. Wenn ich das lese, sehe ich ihn und mir zerreißt es das Herz! Du hättest wirklich null Kontakt zu ihr haben dürfen, weil Du schreibst "so gut wie keinen". Das reißt Wunden immer wieder auf!
Was sie getan hat mit dieser dummen sms, war fahrlässig! Lass Dich auf nichts mehr ein, Du musst diese Frau aus dem Kopf bekommen.
Sprichst Du eigentlich genauso auch mit Deinem Therapeuten??? Sage ihm das, unbedingt !
Denke dran..."Das Leben ist schön"...Hast Du übrigens diesen französischen Film gesehen ? Der Vater mit seinem kleinen Sohn im KZ....wenn Du das gesehen hast, spürst Du, wir jammern auf hohem Niveau! Alles alles Liebe für Dich..und schreib ruhig! :)
 
  • #8
Nein, lass kein Treffen mehr zu und auch keinen weiteren Kontakt. Du stehst dir selbst damit im Weg! Ex ist Ex und ich persönlich halte überhaupt nichts von aufgewärmter Suppe. Lass gut sei, es gibt so viele Frauen auf diesem Planeten
 
  • #9
Ich verstehe Dich gut. Meine Ehescheidung hat bei mir tiefe Wunden hinterlassen, und ich war depressiv. Danach hatte ich eine weitere sehr schmerzhafte Trennung und war wieder depressiv. Das ging so weit, dass ich dachte nichts im Leben macht mehr Sinn. Jeder Kontakt mit dem Exfreund riss mich wieder in ein Loch. Ich stellte fest, dass es mir viel besser ging, wenn ich zu dem Exfreund keinerlei Kontakt hatte. Erst tut es weh, nach zwei, drei Tagen wird es allmählich besser. Das wäre also mein erster Rat: Vermeide jeden Kontakt, bis Du Dich sicher fühlst, dass er Dir nicht wehtut.

Ansonsten ist Deine Aufgabe (ja, Aufgabe!), Dich um Dich selbst zu kümmern und darum, dass es Dir gut geht. Auch wenn Du lustlos bist, zwinge Dich dazu, Dinge mit anderen Leuten zu unternehmen und Dich an kleinen Dingen des Lebens zu freuen. Realisiere, dass Du als Mensch liebenswert bist, so, wie Du bist. Führe Dir vor Augen, was an Dir toll und liebenswert ist, schreibe es auf. Iss Nüsse und Brokkoli. Das hilft gegen Depressionen.

Die Ex ist keine Lösung. Schaue vorwärts, nicht zurück. Vorne liegt das Glück. Es ist nur schwer möglich, eine zerbrochene Beziehung wiederherzustellen. In den meisten Fällen zerbricht sie das zweite Mal wieder. Es gibt Gründe, warum Beziehungen scheitern. Die Gründe dauern fort. Schau Dich bewusst um. Es gibt bestimmt nette Mädchen in Deiner Umgebung. Du musst Dich ja nicht gleich wild verlieben. Wenn Du eine neue Bekanntschaft hast, genieße einfach die Zeit mit ihr und gib den Dingen die Chance, allmählich zu wachsen. Du kommst dadurch aus dem Loch und findest ins Leben zurück. Du wirst auch wieder jede Menge Lebensfreude haben.
 
G

Ga_ui

  • #10
Welchen Rat suchst du?

Man sollte sich fragen, was man persönlich will, wenn man wieder Kontakt zum/zur Ex sucht.

Sie tut das, um ihr Ego zu streicheln oder an Sex ranzukommen oder an einen Freizeitpartner, weil ihr langweilig ist - in jedem Falle geht es nicht um dich, sondern darum sich ihre Vorzüge einzuheimsen. Jeder Mensch, der dich kontaktiert, will immer nur eins: das Beste von dir ... deine Gefühle, deinen Seelenfrieden, dein Glück und sich ein Stück für sich selbst holen.

Deswegen gilt: Vorsicht vor Leuten, die so plötzlich WIEDER in ein Leben knallen.

Mein Rat wäre: abhaken, dein ungelöstes Problem (Selbstwert steigern) angehen, notfalls mit Therapien und professionellen Menschen um dich, die dich dazu bringen, dass du über deine Ängste und Sorgen wächst und dich reifer weiterentwickelst. Ich glaube, du kannst das alleine nicht. Sie wird sonst immer und immer wieder in ungünstigen Augenblicken in dein Leben kommen und du wirst immer wieder Depressionsphasen haben. Du brauchst starke, erfahrene Leute um dich, die dich bestärken und selbstsicherer machen.
 
  • #11
Liebe FS
ich kann verstehen, dass es Dir sehr schlecht geht. Du hast damals einen rieseigen Vertrauensbruch von 2 Menschen die Dir sehr nah standen erlebt.
Du hast in deinen anderen Threads auch ganz tolle Tipps erhalten, was Du alles machen kannst, damit es weiterhin bergauf geht -(deshalb wiederhole sie hier nicht) Und es geht bergauf, es sind immer Wellen....
Manchmal allerdings finde ich eine "Heilung" bzw. der Weg zum inneren Frieden liegt auch noch mal in der Begegnung mit der Vergangenheit. Vielleicht ist es gar nicht schlecht sie nochmal zu treffen? Wenn jetzt nicht, vielleicht in der Zukunft mal. Wie steht sie zu dem was passiert ist? Was sagt dein Therapeut dazu?
Ich glaube Du wirst deinen Frieden nicht finden, bis Du verzeihen kannst was damals passiert ist, vergessen niemals, aber verzeihen.
Bei Freunde von mir ist was ähnliches passiert. Sie sind mit 19/20 gemeinsam in ihren Studienort gezogen und haben zusammengewohnt. 3 Jahre später hat sie ihn betrogen, mit einem Kommilitonen aus ihrer "Clique". Alles ist zusammengebrochen, die beiden gingen auseinander. Beide haben dann im Ausland studiert/gearbeitet, aber jedes Mal, wo sie sich begegnet sind, sind Gefühle wieder hochgekommen. Ihm ging es ziemlich schlecht, aber beide hatten im Laufe der Zeit eine andere Beziehung. Nach 10 Jahren haben sie sich dann wieder zusammengerauft und sind jetzt wieder seit 15 Jahren wieder zusammen, verheiratet und haben Kinder. Er meinte, ihm war von Anfang an klar, dass sie die Frau war, mit der er alt werden wollte. Beide haben an sich gearbeitet. Sie hat eine Therapie gemacht, und sie waren frühzeitig in der jetzigen Beziehung ein paar Mal bei der Paartherapie. Vertrauen ist kein Thema mehr.
Sie ist meine gute Freundin, und sie weißt, was sie an ihren Mann hat.
Lieber FS, ich sage nicht, dass es so wird, aber Begegnungen bringen immer irgendwas. Aber natürlich muß auch der Zeitpunkt passen, und man muss das Gefühl haben, dass man die Kraft hat damit umzugehen.
Ich wünsche Dir alles Gute
G.
 
  • #12
Vielen Dank für die vielen Antworten.

Also, es waren ja nicht nur die zwei Leute (Ex und Nachfolger), sondern mein damaliger Freundeskreis, der mich im Stich gelassen hat. Alle wollten dann lieber mit ihr feiern weil sie a) studienbedingt mehr Zeit hatte b) in der interessanteren Stadt wohnt und c) halt ziemlich attraktiv war/ist und das sicherlich auch eine Rolle gespielt hat. Mein sog. Freundeskreis waren um die fünf Leute, meine Verbindung in meine Heimat. Als das weggebrochen ist, hätte ich mir am liebsten die Kugel gegeben - ehrlich. Im Studium lernt man klar Leute kennen, aber ein Freundeskreis hier aufzubauen ist alleine schon deswegen schwierig, weil ich mich in der Stadt zusätzlich total unwohl fühle. Ich komme endlich ins letzte Semester und möchte dann weg von hier. Was mir wiederum auch Angst bereitet. Bis ich wirklich fertig bin, bin ich 29. Ich will nicht mehr mit Anfang 30 (wieder) in einer WG wohnen. Und alle paar Jahre umziehen, dazu fehlt mir der Nerv und auch die finanziellen Mittel. Ich bewundere die Menschen, die einfach alle paar Jahre die Stadt wechseln und komplett neu anfangen. Ich könnte das nicht. Es ist schwer genug Leute kennen zu lernen, die halbwegs interessant und zuverlässig sind. Das WG-Leben nervt mich auch zusehends. Die Mitbewohner sind halt die typischen linken Hipster-Studenten, die in den Tag hineinleben und um 13:30 den ersten Frühstücksdübel drehen. Das war mit 16 mal cool - aber mit Mitte 20 ist das ein Zeichen für Inkompetenz für mich. Mich belastet es, dass ich heim komme und keine Ruhe habe. Außerdem bin ich Wirt.Ing. und die beiden Sozioligen - ich versuche immer verständnissvoll zuzuhören, aber meistens geraten wir aneinander, weil die Ansichten derart unterschiedlich sind.

Ich bin dankbar für meine Kindheit und meine Jugend auf dem beschaulichen Dorf. Ich konnte viel Mist machen und war immer im Grünen. Ich weiß, dass ich wieder glücklich werden kann, schließlich war ich es schon einmal. Aber so schlecht, wie in den letzten drei Jahren, ging es mir wirklich noch nie. Natürlich ist das auch Jammern auf hohem Niveau, aber solche "Einschläge", wie die SMS von der Ex - das haut mich dann wieder um.

Hinzu kommt, dass ich mich durch das Studium ziemlich sehr zu einem Nihilisten entwickelt habe, was vor allem den naturwissenschaftlichen und ökonomischen Inhalten geschuldet ist.

Meine Therapeutin sagt, das Leben sei sinnlos. Sie hat Recht. Nur: Wozu dann leben?
 
  • #13
Vielen Dank für die vielen Antworten.
(...............)
Hinzu kommt, dass ich mich durch das Studium ziemlich sehr zu einem Nihilisten entwickelt habe, was vor allem den naturwissenschaftlichen und ökonomischen Inhalten geschuldet ist.

Meine Therapeutin sagt, das Leben sei sinnlos. Sie hat Recht. Nur: Wozu dann leben?
Also ich finde es nicht gut dass Deine Therapeutin sagt, das Leben sei sinnlos. Es gibt doch viele schöne Dinge im Leben/ auf der Welt. Alleine schon, diese bewusst zu suchen, zu sehen und zu genießen, wäre schon einmal ein Sinn im Leben. Es scheint mir aus Deinem Text heraus so, als seist Du ein sehr sensibler, nachdenklicher und vielleicht auch mehr spirituell (ich meine damit nicht esoterisch) orientierter Mensch. Tipps, die mir einfallen:
- Vermeide es, allzu viele Nachrichten zu sehen im TV und sonstigen Medien - es werden immer nur die negativen Dinge berichtet und das fördert eine depressive Stimmung sehr;
- Geh so oft wie möglich in die Natur und beobachte schöne Pflanzen und Tiere;
- Wenn es möglich ist, kauf Dir ein Haustier;
- Lies philosophische und theologische Bücher, z.B. fand ich Ernst Bloch wunderbar, aber es gibt so viele;
- Geh in Ausstellungen, die Dir gefallen und genieße das bewusst, und bei Gelegenheit sprich mit anderen Besuchern;
- mach regelmäßig Sport, das muss kein Leistungssport sein, und vorzugsweise einen, bei dem Du andere Leute triffst;
- wann immer sich die Gelegenheit bietet, fange simple, nette Alltagsgespräche mit sympathisch erscheinenden Menschen an (nicht nur Frauen), z.B. eben beim Sport, in Ausstellungen, beim Bäcker,....
Lass Dich nicht von den negativen Dingen kaputt machen. Ich weiß wie schwer das ist, denn ich hatte und habe ebenfalls mit Depressionen zu kämpfen. Viele Menschen sind davon betroffen. Wir müssen immer wieder aufstehen.
 
  • #14
Meine Therapeutin sagt, das Leben sei sinnlos. Sie hat Recht. Nur: Wozu dann leben?
Weil das Leben wunderschön ist?

Weißt Du, ich habe mich innerlich sehr lange an dem fiesen Verhalten des Vaters meiner Kinder abgearbeitet. Klar, es gab auch schöne Momente mit den Kindern und Freunden - aber ich war doch tief, tief enttäuscht.

Das hat gedauert - so lange, wie es eben gedauert hat.

Inzwischen bin ich sehr erleichtert geschieden - was mich ziemlich viel Geld gekostet hat, aber fort mit Schaden - meinen Kindern geht es gut, ich führe die beste Beziehung meines Lebens, fahre als alte Schachtel quietschvergnügt mit meinen alten Motorrädern durch die Gegend (dienstlich und privat, die Leute gucken herrlich, wenn ich den Helm abnehme und mich vorstelle) und habe locker Kapazitäten um anderen Menschen immer mal wieder zu helfen.

Sinnlos? Klar, die Welt richtet sich zu Grunde und wir tanzen auf dem Vulkan. So ist das, und in der Geschichte des Universums sind wir weniger als ein Wimpernschlag. Aber wir leben dennoch und man kann dieses Leben verd... genießen und versuchen das Beste daraus zu machen.

Bist Du Nihilist wenigstens noch Humanist? Schön wär's, ich wünsche es Dir.
 
  • #15
Vielen Dank für die vielen Antworten.

Ich bin dankbar für meine Kindheit und meine Jugend auf dem beschaulichen Dorf. Ich konnte viel Mist machen und war immer im Grünen. Ich weiß, dass ich wieder glücklich werden kann, schließlich war ich es schon einmal. Aber so schlecht, wie in den letzten drei Jahren, ging es mir wirklich noch nie. Natürlich ist das auch Jammern auf hohem Niveau, aber solche "Einschläge", wie die SMS von der Ex - das haut mich dann wieder um.

Hinzu kommt, dass ich mich durch das Studium ziemlich sehr zu einem Nihilisten entwickelt habe, was vor allem den naturwissenschaftlichen und ökonomischen Inhalten geschuldet ist.

Meine Therapeutin sagt, das Leben sei sinnlos. Sie hat Recht. Nur: Wozu dann leben?
Erstens gratuliere zur Therapeutin! Sie liegt übrigens falsch. Der Sinn des Lebens ist persönliche Weiterentwicklung und Wachstum als Mensch, falls dir der noch nicht klar war :)
So, und jetzt zu den anderen Sachen: nach dem Studium suchts du dir eben ein Umfeld, in dem du dich wohl fühlst, ländlich, einen guten Job, und stabilierst dich damit. Dir fehlen positive Inputs. Glaub mir, die wirst du finden.
 
  • #16
Da ich Gewalt nur als letztes Mittel sehe und auch hilfsbereit bin, würde ich mich dann doch als Humanist bezeichnen. Ich hatte heute übrigens wieder Sitzung und muss hier nochmal anmerken, dass die Therapeutin meinte, dass das Leben durchaus lebenswert, aber eben im Endeffekt sinnlos ist. Es hat keine tiefere Bedeutung. Der Kosmos wird in ferner ferner Zukunft zusammenklappen (Big Rip, Big Chill oder Big Crunch) und sollten es die Menschen bis zum Schluss schaffen, war das zwar ganz "hübsch" aber eben nicht sonderlich sinnvoll. Das führt mich zum nächsten: Warum diese ganze Hetzerei, das Streiten, das Leid, dieser ewige Kampf - "in the long run, we're all dead" hat mal ein bekannter Keynes gesagt.

Letztendlich haben die Recht, die sagen, dass es das Wichtigste ist, das Leben so zu leben, dass man glücklich war. Eudämonismus sagt man wohl dazu. Ob es wirklich hilft, philosophische Bücher zu lesen sei mal dahingestellt. Wenn man Nietzsche liest, kommt man schon ins Grübeln, schließlich schafft er es argumentativ und sprachlich logisch gekonnt, die Sinnlosigkeit zu "beweisen". Die Therpeuting meinte ironischerweise, dass sie viele Philosophie-Studenten betreut, weil sie einfach diesen enormen Input nicht packen und sich intellektuell kaputt rennen. Da bekommt man jahrelang eingetrichtert, dass man studieren und soll, damit aus einem was wird und dann tut man genau das und fängt an, sich mit abstrakten Gedankenkonstrukten usw. zu beschäftigen. Und wird krank.

Jedenfalls meinte sie dann auch, sie soll die Ex auf den Mond schießen. Sie fragt mich, warum ich nicht wütend auf die Ex bin, nach alledem? Antwort: ich sehe die Schuld bei mir. Wenn ich Mist baue, liegt es an mir. Hätte ich schärfer nachgedacht, wäre ich mitfühlender gewesen, hätte ich eher den Mund aufgemacht etc., dann wäre xyz nicht passiert. Seitdem ich studiere habe ich mir die Sichtweise angeignet: Finde den Fehler bei dir und nicht bei den anderen. Nur liegt manchmal der Fehler dann doch bei den anderen. und ich fresse die Wut in mich hinein - richte die Waffen gegen mich. Es ist schon krass, wie sehr sich ein Mensch (ver-)ändern kann. Ich hoffe nur, dass ich mich auch mal wieder zum Positiven hin verändere. Die Studienzeit ist bald vorbei und ich hätte so viel Spaß haben können, hatte aber meisten miese Laune und eben auch ein wenig Pech... Vielleicht wird es in den nächsten Jahren besser.
 
  • #17
Bekanntlich ist Depression nach innen gerichtete Wut.
Wenn es deine Therapeutin aber nicht vermitteln kann, daß es ein individuelles Leben vor dem Weltuntergang gibt, ist sie für dich völlig ungeeignet und schädlich.
Auch solche Tipps wie "Ex auf den Mond schiessen" klingt eher nach Schulmädchenniveau. Eine ausgebildete Psychologin würde sich niemals so ausdrücken. Also gibs zu, du wirst von einer Studentin als Experimentierobjekt missbraucht, bitte erspar dir das. Diese Frau richtet bei dir Schaden an, und davon brauchst du nicht mehr.
 
  • #18
Also, ich vereinfache ihre Ausdrucksweise natürlich stark, damit ich hier nicht den vorgegebenen Rahmen sprenge. Sie sagt mir ja das gleiche wie du: Ich richte den Hass bzw. die Wut auf mich, obwohl es viel gesünder wäre, diese Energie anders zu kanalisieren.

Natürlich hat sie Recht! Die Frau (meine Ex) meldet sich jetzt auf einmal wieder, wo sie merkt, dass ihr die Fälle davon schwimmen. Und ich Idiot sehe blende konsequnt die negativen Seiten aus und schiebe jede Schuld auf mich. Fehler beruhen für mich auf eigenem Versagen - ausschließlich. Und das führt am Ende nur zu Minderwertigkeitskomplexen, übertriebenem Ehrgeiz / Perfektionismus und Ängsten. Es langt langsam wirklich. Die Trennung hat mir in den letzten Jahren zu viel Energie gesaugt und mich zu sehr zurückgeworfen, ich hab einfach keinen Bock mehr. WIrd Zeit, dass sich etwas ändert.
 
  • #19
Ja, das sehe ich genauso.. Und als erstes MUSST Du bei DIR anfangen. Lenk Dich ab mit Sport. Mir scheint Du denkst und grübelst zuviel nach. Las los. Geh laufen oder radfahren. Du mußt unbedingt Deinen Kopf freikriegen und das schaffst Du, indem Du Deinen Köper auspowerst.
Ich hoffe auch, daß Du in der Zwischenzeit an Deinem Alkoholproblem gearbeitet hast. Hast Du die 3-monatige Abstinenz denn jetzt geschafft?
 
  • #20
Ich denke dass Du Dich in den Zenit und sie rausstellen solltest....Alleine dass sie sich meldet, weil ihr die Felle wegschwimmen, zeigt wie sehr Du meinst auch noch in ihrem Zenit zu stehen.
Ich glaube dass sie ihren Liebeskummer überwunden hat, zuindest durch ist mit der Sache und mal Hallo, wie geht es Dir fragen will. Man muss ja nicht mit jedem von dem man getrennt ist, ein Leben lang nicht mehr reden!

Du bist noch nicht so weit...ok gute Erkenntnis für Dich. Ende
Warum und wieso und weshalb, sie etwas tut, ist doch egal...

Da musst Du hinkommen. Jeden Tag ein kleines Ziel, was nichts mit ihr zu tun hat und erreichbar ist. Die einen machen Sport, die anderen treffen sich mit Freunden...Hunde leihen...super Begleiter, wenn man in einer Depression hängt. Wirklich! Sie freuen sich immer, man muss mit Ihnen raus und trifft andere Menschen!
Oder helfe anderen...jetzt bei der Flüchtlingswelle gibt es genug zu tun und die haben alles getan um zu überleben. Vielleicht erfährst Du dort, wie wichtig das Leben ist!!!
 
  • #21
Ob die Fehler in Deinem Fall auf Eigenversagen beruhen, kannst nur Du selbst herausfinden. Wenn du weißt wieso Dir das passiert und was du dagegen tun kannst, wäre das schon ein großer Schritt.
Vermutlich wirst Du eine gewisse Machtlosigkeit gegenüber Deinen Gefühlen feststellen (tust du ja anscheinend schon), aber Probleme damit haben Dir wirklich dessen bewusst zu werden und zu verinnerlichen, dass Du deine Sichtweise auf das Leben in gewisser Hinsicht über den Haufen werfen musst. Das ist für dich der entscheidende Schritt auf dem Weg zu einer höheren Bewusstseinsebene, und damit auch zu einer stabileren und reiferen Persönlichkeit.

Bei mir selbst hat dieser Prozess vor etwa 2-3 Jahren angefangen, und es ist wirklich nicht einfach, denn es ist ein eigentlich unendlicher Prozess bei dem man sich von bestimmten Illusionen welche mit unserer kindlichen Leidenschaft zusammenhängen, die bei einigen Menschen bis ins hohe Alter präsent ist, lösen muss. Viele besonders sensible Menschen werden sich natürlicherweise dagegen sträuben, weil man das Gefühl hat dass diese Art der Leidenschaft die man besitzt, das einzig wahre und der einzige Sinn des Lebens ist. Dauerhaft ist es aber kaum möglich diesen Zustand aufrecht zu erhalten ohne Schaden zu nehmen. In diesem Prozess von dem ich spreche, soll die Leidenschaft natürlich nicht abgetötet werden, sie soll "nur" in eine bestimmte Bewusstseinstiefe geleitet werden und somit nicht immer präsent sein.

Das mag viel komplizierter klingen als es eigentlich ist. Die Mehrheit der Menschen befindet sich aber auf eben genau dieser Wahrnehmungsebene, d.h dass sie für äußere Reize nicht so zugänglich sind wie manch andere, viele Dinge nicht so bewusst erleben und daher u.a weniger verletzlich sind. Du scheinst jemand zu sein der sehr vieles mit großer Bewusstheit erlebt und tut, und sehr empfänglich für Reize von außen ist. Wenn Du diese Gratwanderung hinbekommst, wirst du nicht nur viel ausgeglichener und zufriedener werden, sondern auch von Deiner naturgegebenen Sensibilität besser profitieren. Vielleicht wird dieser Beitrag ja hilfreich für dich sein.

Ich wünsche Dir alles Gute.
 
  • #22
@Heiko
vielen Dank für den aufbauenden Text. Dieser Prozess, den du da beschreibst... Ich verstehe was du meinst. Diese Stabilität zu finden ist das Wichtigste, was ich mir zur Zeit wünsche. Rückschläge besser verkraften, positive Ereignisse gefasster hinnehmen. Ich mochte noch nie die "lauten" Menschen, weil mir instintiv klar war, dass sie nur irgendetwas verdrängen bzw. überspielen.

Ich habe schon eine recht konkrete Vorstellung von meinem Leben wenn ich so nachdenke, leider fehlen mir für das Leben aktuell noch die Mittel und die passende Umgebung. Ich ärgere mich oft, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die die Dinge einfach hinnehmen können. Ich muss immer nach dem "Warum?" fragen, es gibt immer einen Grund. Und ich muss lernen wieder mehr im Hier und Jetzt zu leben, mich von negativen Gedanken verabschieden.

Heute Morgen bin ich aufgestanden und habe zurück in mein Bett gesehen. Vor meinem geistigen Auge hatte ich eine Frau verbildlicht, die in einem für sie zu großem T-Shirt und ansonsten nackt in meinem Bett liegt. Sie hat mich mit ihren zerzausten Haaren angesehen, mich angelächelt und mir blieb in dem Moment nichts anderes übrig, als mich gut zu fühlen. Leider wurde ich schnell wieder von der Realität eingeholt.

Ich glaube, jeder kennt das verkrampft-stechende Gefühl, dass man im Magen hat, wenn man sich unwohl fühlt. Fühlt man sich hingegen wohl, hat man die berühmten Schmetterlinge im Magen (im besten Fall zumindest) - auf jeden Fall fühlt man im Magen eine gewisse Leichtigkeit. Mir geht es seit Jahren so, dass ich eben einen verkrampften Magen habe.

Zum Thema Alkohol: Ich habe einen Monat gar nicht getrunken, auch beim Feiern. Dann habe ich wieder mal was getrunken, aber nicht exzessiv oder so. Ich trinke einfach nicht, damit es mir besser geht. Eigentlich nur, weil es für mich einen gewissen Genuss darstellt. Außerdem setze ich mich gerne mal mit einem Kumpel auf ein Bier hin und rede über Gott und die Welt. Es ist eher ein Ritual als irgendeine Sucht. Jetzt kann man natürlich behaupten, dass das die typischen Trinker-Ausrede sind, aber dafür kann ich mich zu gut selbst einschätzen.
 
  • #23
......die Therapeutin meinte, dass das Leben durchaus lebenswert, aber eben im Endeffekt sinnlos ist. Es hat keine tiefere Bedeutung. Der Kosmos wird in ferner ferner Zukunft zusammenklappen (Big Rip, Big Chill oder Big Crunch) und sollten es die Menschen bis zum Schluss schaffen, war das zwar ganz "hübsch" aber eben nicht sonderlich sinnvoll.
Ich möchte dir dringend anraten die Therapeutin zu wechseln. Was sie da an kosmologischen Schauer-Hypothesen von sich gibt ist unprofessionell und einem depressiven Menschen gebenüber völlig verantwortungslos.

Diese Hypothesen sprechen ein Ereignis an, dass in einigen Billionen Jahren möglicherweise stattfindet und ich denke, bis dahin hat die Menschheit ausreichend andere Probleme zu lösen, zu lernen, viel Zeit den Sinn des Lebens zu erfassen und vor allem die positiven Dinge in Ihrer ganzen Schönheit zu erleben.
 
  • #24
@Heiko
vielen Dank für den aufbauenden Text. Dieser Prozess, den du da beschreibst... Ich verstehe was du meinst. Diese Stabilität zu finden ist das Wichtigste, was ich mir zur Zeit wünsche. Rückschläge besser verkraften, positive Ereignisse gefasster hinnehmen. Ich mochte noch nie die "lauten" Menschen, weil mir instintiv klar war, dass sie nur irgendetwas verdrängen bzw. überspielen.

Ich habe schon eine recht konkrete Vorstellung von meinem Leben wenn ich so nachdenke, leider fehlen mir für das Leben aktuell noch die Mittel und die passende Umgebung. Ich ärgere mich oft, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die die Dinge einfach hinnehmen können. Ich muss immer nach dem "Warum?" fragen, es gibt immer einen Grund. Und ich muss lernen wieder mehr im Hier und Jetzt zu leben, mich von negativen Gedanken verabschieden.
Zum Thema Alkohol: Ich habe einen Monat gar nicht getrunken, auch beim Feiern. Dann habe ich wieder mal was getrunken, aber nicht exzessiv oder so. Ich trinke einfach nicht, damit es mir besser geht. Eigentlich nur, weil es für mich einen gewissen Genuss darstellt. Außerdem setze ich mich gerne mal mit einem Kumpel auf ein Bier hin und rede über Gott und die Welt. Es ist eher ein Ritual als irgendeine Sucht. Jetzt kann man natürlich behaupten, dass das die typischen Trinker-Ausrede sind, aber dafür kann ich mich zu gut selbst einschätzen.
Ja ich denke, es ist eine leichte Depression, und die ist behandelbar. Medikamentös und/ oder Gesprächstherapie, aber nicht beim erstbesten Therapeuten. Du stehst neben dir, du bist in deinem Leben noch nicht angekommen.
Glaube nicht, daß irgendwas in deinem Inneren anders oder besser wird, wenn sich die Umstände ändern. Höchstens ganz ganz wenig. Es wird Zeit daß du den Unterschied zwischen deiner Befindlichkeit und den äußeren Umständen erkennst und nicht ständig vermischst. Und stelle dir keine nackten Frauen im Bett als Heilmittel vor, bitte! Die Heilung liegt nur ihn dir, und nicht in einer Beziehung.
 
  • #25
@Luciano_87

Dass du alles hinterfragst hat sehr viel positives, denn beim Versuch diesen "Rückschlag" zu ergründen und zu hinterfragen werden Gefühle in dir ausgelöst werden, und die musst du bedingungslos zulassen. Nur wenn du dieses Gefühle in vollem Ausmaß zulässt und ihre Konsequenzen spürst und erkennst, kannst du das Prinzip von Ursache und Wirkung des Lebens verstehen und zur Erleuchtung gelangen.

Das klingt bei dir übrigens ganz nach HSP. Hast du dich schonmal damit beschäftigt bzw. hat dir vielleicht schonmal jemand gesagt, dass du hochsensibel sein könntest? Falls du dies zum ersten mal hörst, könnte das eine sehr wichtige Information für dich sein. Gegebenfalls würde ich dir dann raten dich intensiv damit auseinanderzusetzen, dazu gibt es unzählige Artikel im Internet und etliche gute Bücher die sehr hilfreiche Erkenntnisse an Menschen liefern, welche aufgrund ihrer sehr hohen Sensibilität Probleme in ihrem Leben haben bzw. immer schon hatten. Das Phänomen HSP betrifft übrigens etwa 15 bis 20 Prozent aller Menschen, solltest also nicht glauben dass das extrem selten ist.

Diese Rückschläge von denen du sprichst, sind nur dann welche wenn du sie als solche siehst. Etwas das ich früher als Rückschlag bezeichnet hätte, sehe ich heute nur mehr als wichtige Erfahrung, und zwar schon dann wenn ich spüre wie die negativen Gedanken gerade beginnen sich im Kopf breit zu machen. Früher dachte ich immer dass man schon sehr ignorant und selbstgefällig sein müsste, um die Dinge positiv zu sehen und auf dieser Welt glücklich zu sein. Heute ist mir ganz bewusst dass alles einfach nur eine Frage der Sichtweise ist und dass es nirgendwo "richtig oder falsch" gibt. Es mag sein dass das Leben in letzter Konsequenz vollkommen sinnlos ist, aber solange wir hier sind können wir unserem Leben entweder selbst einen Sinn verschaffen indem wir einen für uns selbst richtigen Weg wählen - an den wir aber nicht zwanghaft gebunden sein sollten, oder aber in Trauer und Selbstmitleid versinken und das bisschen Lebensdauer welche uns bleibt, mit selbst erzeugten negativen Emotionen zu füllen, zu ertränken und auf diese Weise hinter uns zu bringen, anstatt es zu genießen.
 
  • #26
@Heiko

Das mit dem HSP kommt schon gut hin. Ich bin zufällig neulich auf die Idee gekommen, ob ich nicht hochbegabt sein könnte. Um ehrlich zu sein hatte ich den Gedanken schon früher, aber immer wieder verworfen, weil ich... Naja, wie soll ich sagen: Weil ich mich ungern über den grünen Klee loben möchte. Irgendetwas in mir widerstrebt dem Gedanken, dass ich mich selbst lobe. Nachdem ich meine recht wilde Phase von 15 - 20 hinter mich gebracht hatte (Frauen, Drogenexperimente usw. waren mir damals wichtiger), habe ich die oben beschrieben Ex kennen und lieben gelernt. Dann begann ich mit einer kfm. Ausbildung und siehe da: Die Noten wurden in den für mich relevanten Fächern außergewöhnlich gut. Sehe ich einen Sinn in einer Thematik, möchte ich am liebsten jetzt und sofort alles darüber wissen. Nach der Ausbildung habe ich gemerkt, dass ich absolut unterfordert war.

Also habe ich mich zum Studium eingeschrieben. Was soll ich sagen: Ich hatte nach dem Grundstudium (Semester 1-3) die besten Noten seit der Grundschule. Ich erwähnte bereits, dass ich Wirt.Ing. studiere. Warum? Weil mich eben beides so unglaublich interessiert. Wieder ein Punkt, der für HSP spricht. Nach dem dritten Semester hatte ich einen Schnitt von 1,4 (!). Nachdem Schluss war, sind meine Noten wieder schlechter geworden. Nicht extrem, aber mich hat dann die Sinnlosigkeit und Depression gepackt. Meinen B.Sc. habe ich mit 1,8 gemacht, Thesis war eine 1,0. Ich bin schon sehr perfektionistisch und mir geht es tatsächlich nicht um die Anerkennung sondern um den Wert meiner Arbeit. Und witzigerweise hatte ich in keinem Ingenieurlastigen Fach einen Note schlechter als 2,0. Das logische Denke fiel mir auf einmal total leicht. Ich sah eben einen Sinn darin. Im Nachgang denke ich mir, dass ich mit einem reinen Ing-Fach wahrscheinlich noch besser gewesen wäre, aber was soll's.

Zum Abschluss noch Folgendes: Heute Morgen bin ich mit Magenschmerzen aufgewacht. Warum? ich habe von meiner letzten Ex geträumt (nicht die mit dem Freundeskreis, sondern die danach). Inhalt des Traums: Sie schläft mit einem anderen Typen und schickt mir per Handy das Video. Kann mir mal jemand verraten, was das soll? Keine esoterische Traumdeuterei, mir geht es wirklich darum mich selbst besser zu verstehen.

Letzte Frage: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich hochsensibel bzw. hochbegabt bin, ist nicht gerade gering. Mal davon ausgegangen, dass ich HSP bin: Was bedeutet das für mich? Was mache ich jetzt?
 
N

nachdenkliche

  • #27
Interessant, was Du da schreibst! Ob Du hochbegabt bist, lässt sich testen, Hochsensibilität ebenso. Es gibt eine Selbsthilfebruppe dafür. Schau mal im Internet . Ich habe im Internet mal einen HSP-Test gemacht, traf auf mich ebenfalls zu. Ich wage aber zu bezweifeln, ob das seriös ist, keine Ahnung..ich finde aber, Du bist ein wirklich interessanter junger Mann , fällst aus dem Rahmen.Lass Dich nicht kaputt machen. Dein Traum war interessant ! Was will sie Dir sagen ? Vielleicht das, was sie Dir zeigt ? "Sie schläft mit einem anderen Typen", lass sie los ? Informiere Dich mal über Traumdeutung . Was sind Träume eigentlich? Ich denke mal, Du verarbeitest Dinge, die Du erlebst. Ich habe auch mal gelesen, dass, wer wenig träumt, bzw. sich nicht an die Träume erinnert, tagsüber damit beschäftigt ist. Lege Dir mal was zum Schreiben an Dein Bett ...Alles Gute für Dich! :)
 
  • #28
@Luciano_87

Hochbegabung ist ja relativ, es kann natürlich auch gemeinsam mit HSP auftreten. Der Anteil hochsensibler unter den Hochbegabten soll schon höher sein.

Zu deinem Traum würde ich sagen dass es bedeutet, dass deine Ex dir alle möglichen Anzeichen und Signale dafür gegeben hat dass sie nicht die richtige für dich ist und du dich ein für alle mal von ihr lösen solltest, du das aber einfach nicht wahrhaben kannst/konntest. Vermutlich ist auch sie selbst sich dessen nicht einmal richtig bewusst.

Immerhin wart ihr 5 Jahre zusammen. Wenn man in dieser Zeit nicht näher zusammenfindet sondern sich voneinander distanziert sagt das eigentlich schon viel. Da du nicht näher auf die Gründe der Trennung eingegangen bist, kann ich da nicht mehr zu sagen. Ich kann also auch nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen dass ihr nicht doch noch irgendwie zueinander finden könntet. Was mir da noch einfällt ist folgendes: Sie hat dir ja ein Sexvideo geschickt, hälst du es für möglich dass sie bei dir sexuell unzufrieden war und das Video auch dafür stehen könnte: "siehst du, so geht das"?

Letzte Frage: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich hochsensibel bzw. hochbegabt bin, ist nicht gerade gering. Mal davon ausgegangen, dass ich HSP bin: Was bedeutet das für mich? Was mache ich jetzt?
Es bedeutet für dich dass du weißt warum du so sensibel, oft zu sensibel bist, und das seine genetischen Gründe hat für die du nichts kannst. Wenn du den Eindruck bekommst deine Gefühle würden dich überwältigen musst du einfach loslassen. Du musst die Gefühle bedingungslos zulassen aber gleichzeitig versuchen dich mal von ihnen loszulösen, die Gedanken die durch diese Gefühle hervorgerufen werden zu beobachten ohne sie zu bewerten. Das führt nämlich dazu dass du die Dinge aus einer immer höheren Bewusstseinsbene betrachten kannst und deinen Gefühlen nicht mehr, oder zumindest nicht mehr in ungesundem Maße unterliegst.

Bald wirst du dann so weit kommen dass du selbst darüber schmunzeln musst, wie du dich immer wieder von deinen Gefühlen hast überwältigen lassen, anstatt sie einfach als etwas zu sehen dass die Natur in uns auslöst, wogegen wir aber nicht machtlos sein müssen.

Ansonsten kannst du dir sehr viele wichtige Infos überall im Internet dazu holen, dich auch mit Literatur für hochsensible auseinandersetzen und deinen Problemen somit weiter auf den grund gehen.
 
  • #29
HSP ist aber nur hochsensibel. Hochbegabt bedeutet etwas anderes. Davon abgesehen, es kann vielleicht beides zusammen vorkommen.
 
  • #30
Sexuell unzufrieden? War wohl eher ich am Ende... Sie war mir als Frau zu dominant in der Hinsicht. Um ehrlich zu sein war sie auch eher eine Notlösung, die eher meinem geringen Selbstbewusstsein geschuldet war denn der sexuellen Anziehung. Sie war auch sehr verletztend in ihrer Art, gehässig / abgebrüht trifft es ganz gut. Ich glaube, der Traum soll mir einfach nochmal verdeutlichen, dass sie einfach so gar nicht für mich geeignet ist bzw. war.

Die andere Ex (also die ExEx - die, weswegen ich den Thread gestartet habe) hat sich gestern auf einmal aus dem Nichts gemeldet. Zitat aus der SMS: "Ich liebe xyz (mein ehemaliger Kumpel) einfach" - erklär mir einer die Frauen... Ich habe ihr nur geantwortet, dass das ok ist. Warum sie mir jetzt auf einmal so etwas schreibt, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Überhaupt merke ich immer mehr, wie sehr mich die meisten Menschen wirklich langweilen. Ich weiß, es klingt sehr überheblich und arrogant, aber die meisten finde ich wirklich uninteressant. Zwar nett, aber weder unterhaltsam noch intellektuell anspruchsvoll. Bei vielen merke ich im Gespräch, dass sie sich im Schubladendenken verrennen und mit den "einfachen" Dingen im Leben zufrieden sind. Das ist ok - wirklich. Aber meine Ansprüche an mich und mein Umfeld sind höher. Ich will mehr. Warum? Um meine Grenzen zu finden oder sie immer weiter von mir weg zu verlagern. Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass ich nicht überheblich bin. Ich halte mich weder für etwas besseres noch klüger oder gebildeter. Meine besten Freunde von früher waren "einfache" Handwerker, aber die hatten Humor und eine tolle Einstellung zum Leben. Wenn ich wüsste, dass ich auf dem Bau glücklicher werden würde als im "Management" würde ich es auf der Stelle tun.

Meine Magenschmerzen sind übrigens noch immer da. Eigentlich schon seit drei Jahren. Als ob ich einen Knoten im Magen hätte, der einfach nicht aufgehen will. Ein Gefühl aus Druck, Unsicherheit, Wut, Angst und Hass. Ich schleppe es schon viel zu lange mit mir herum.