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  • #1

Die Liebe ist wie ein freier Vogel?

Lässt man ihn fliegen, kehrt er auch zu dir zurück. Sperrt man ihn in einen Käfig, wird er nie wieder kommen, sobald er rauskommt.

Das Einsperren ist nicht das Problem.

Es geht vielmehr darum, dass man aus dem ersten Teil die Schlussfolgerung ziehen könnte,
man dürfe dem anderen niemals auch nur im Geringsten hinterherlaufen und
ihm damit signalisieren wie wichtig er einem ist und wie "abhänggig" man selbst doch ist.
Die Denke dabei: wenn der Andere einen liebt, wird er schon von allein "zurückkommen".

Das Poblem ist, bei Mensch und Vogel liegt eindeutig kein symmetrisches Verhältnis vor,
aber zwischen einem Paar sollte es so sein, d.h. bei einm Paar ist nicht klar,
wer der Vogel und wer der Mensch ist.

Wenn sich dann einer auf die Maxime stellt, "niemals hinterherzulaufen",
muss nach Abstand immer der andere den Kontakt wieder anbahnen.
Der hat aber irgendwann auch keine Lust mehr, obwohl er Interesse hat.

Besonders blöd, wenn sich dann beide Seiten auf dieselbe Position stellen.
Beide haben Interesse, aber keiner regt sich zuerst.

Was kann man tun, wenn sich der eine offen auf die Maxime beruft, der andere aber nicht mehr mitspielen will.

Erwachsen miteinander darüber reden, klar. Ist allerdings schwierig, wenn gerade absichtliche Funkstille genau um so etwas ist.

Was ist noch akzeptabel, wo ist die Grenze, was geht zu weit?
 
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  • #2
Da geht es auch um Stolz, nicht. Es geht darum sich manchmal über seinen Stolz hinwegzusetzen und entgegen besseren Wissens und Wollens den anderen zu kontaktieren. Zu kämpfen. Klare Worte zu gebrauchen. Kenne dieses Dilemma im Moment sehr genau. Es ist nicht einfach. Besonders wenn der Vogel einen anderen goldenen Käfig angeflogen hat und dort nun gefüttert und verwöhnt wird. Was tun.
 
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  • #3
bei einm Paar ist nicht klar,
wer der Vogel und wer der Mensch ist.

Beide sind Vogel, und beide sind Mensch. Es geht in dieser Metapher auch nicht ums Nachlaufen, sondern um die Freiwilligkeit des Zusammenseins. Gitterstäbe vermitteln jemandem, der gar nicht die Absicht hat wegzulaufen, ein Gefühl von Gefangenschaft, das er vorher nicht hatte.
 
  • #4
Vielleicht solltest du aufhören in Metaphern zu sprechen sondern Klartext. Mit seinem Partner darüber sprechen wie man sich fühlt und was man zum glücklichsein braucht und ob Beide sich die Beziehung gleich vorstellen. Wenn die Partner ein unterschiedliches Bedürfnis nach Nähe und Selbstständigkeit hat, dann wird es dauerhaft zu keiner glücklichen Beziehung kommen können. Das musst du klären, aber Klartext!
 
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  • #5
FS:

Die Metapher kam nur hier zum Einsatz. In der Beziehung wird Klartext gesprochen.

In der Beziehung heißt es dann: "ich laufe nie wieder jemanden hinterher", in anderen Worten kommt an: "auf ein Signal des Nachgebens von meiner Seite kannst Du lange warten, das hat mir in der Vergangenheit nur geschadet".

Der Ansatz erinnert an diese Metapher. Aber es muss ja auch nicht übertrieben werden.
 
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  • #6
Das kommt doch darauf an, was vorgefallen ist.
Wer den anderen verlassen hat, muß den ersten Schritt machen.
Der Verlassene darf seinen Stolz haben.
Zweimal oder öfter lässt sich niemand zum dummen August machen.
 
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  • #7
Vielleicht muss man akzeptieren, dass wenn man sich noch im Käfig fühlt, das Ganze nicht das Wahre ist?! Wer sagt dir, dass die Freiheit außerhalb des Käfigs ist? Offenbare dich doch eindeutig außerhalb des Käfigs, bei positiver Antwort kannst du ja ausfliegen.
 
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  • #8
Ich sehe die Metapher auch nur im Sinne der Freiwilligkeit und des nicht einzwängen (s)wollens. Mit dem Stolz ist es so eine Sache, oft ist es ein falscher und er verhindert eine Wiederannäherung, obwohl Chancen da wären.

Wer den Spruch in dem Sinne sieht, mit jemandem Schluß zu machen, um zu prüfen, ob der andere wirklich liebt, der muß sich im Klaren sein, wie verletzend sowas ist. Und es gibt keine Gewähr, daß der Liebende wieder zurück kommt, denn da ist ja noch sein Stolz...
 
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  • #9
Ich habe meinem Vogel die Freiheit zurück gegeben als ich erkannte, dass er noch sehr heftig in seiner Vergangenheit involviert war. Er ist ausgeflogen und bislang nie zurück gekehrt. Ganz sicher werde ich ihn niemals zurück ordern. Er hat seine Entscheidung getroffen und ich habe sie respektiert. Möge er sein Glück ohne mich finden!
 
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  • #10
Mit dem Stolz ist es so eine Sache, oft ist es ein falscher und er verhindert eine Wiederannäherung, obwohl Chancen da wären..

Von #5:
Wer bitteschön lässt sich denn schon gerne freiwillig zweimal verletzen?
Manchmal möchte man sich selber auch nur einreden, daß noch Chancen da wären.

Das ist dann wie mit einer "Fata Morgana" - wenn ich das weiß oder ahne, daß es "Wunschdenken" bei mir sein könnte, werde ich mich mit Sicherheit nicht darauf einlassen, mich nochmal verletzen zu lassen.

Die Sache mit den Vögeln und den Metaphern geht mir langsam fürchterlich auf die Nerven; ich komme mir bald vor wie im "La cage aux folles". Deshalb sage ich zu Vögeln auch nichts mehr. Ausser einem lustig was vortrillern ist ja nicht viel drin und zum Schluß ist man als "unfreiwillig Schlußgemacht-Wordene" die Dumme, wenn man nochmal daraufzugeht.

Ich lasse das so stehen: Wenn der, der Schluß gemacht hat, Interesse hat, muß der über seinen Schatten springen und den ersten Schritt machen.

Ich neige nicht zum Masochismus.
 
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  • #11
"auf ein Signal des Nachgebens von meiner Seite kannst Du lange warten, das hat mir in der Vergangenheit nur geschadet".

Fehler nicht wiederholen zu wollen ist prinzipiell nicht falsch
Man muss sich dabei immer vor Augen halten, dass man in einer ganz neuen Situation mit neuen Protagonisten steckt.
Diese ähnelt vielleicht auf den ersten Blick einer vergangenen Kostellation, auf den zweiten Blick aber wäre hier genau das richtig zu tun, was in der anderen Situation schlecht für einen war.
Denk´ mal in Ruhe darüber nach.

Falschen Stolz zu überwinden hat noch nie geschadet.
Der Vogel, der eingesperrt ist, kann ja immer noch von der Freiheit träumen.
Ist nicht falscher Stolz wie ein selbstverordneter Arrest?
 
  • #12
Ich kann nachvollziehen, woher Deine Fragen kommen. Es wird meines Erachtens viel zu viel Wert auf primitive Dinge wie "Stolz" und "Selbstwert" gelegt. Das ist alles wichtig und nötig, wird aber oft übertrieben, bis man völlig erkaltet.

Die Selbstlosigkeit diktiert doch in vielen Fällen, dass man es in Kauf nimmt, sich zu "erniedrigen", weil man davon überzeugt ist, dass man eine weitere Chance verdient hat. Und zwar nicht, um dem Partner/der Partnerin im zweiten Versuch alles recht zu machen, sondern weil Beziehungen oft an objektiv blödem Verhalten oder ungünstigen Umständen scheitern. Wenn jetzt der, der sich "blöd" verhalten hat, das einsieht (und zwar von ganzem Herzen versteht, woran es gescheitert ist), daraus lernt, die objektiv (!) blöden Eigenschaften ablegt oder auf Normalniveau runterschraubt, dann verspürt derjenige natürlich den Drang, dem Partner das mitzuteilen und zu beweisen: "Ich bin jetzt ein anderer. Ohne Dich hätte ich das nicht geschafft. Du hattest mit Deiner Kritik recht. Ich verstehe, warum die Trennung nötig war."
Dass das dann als "hinterherrennen" gewertet wird, finde ich traurig. Andere sprechen dann sogar von Manipulation oder klammern. In den seltensten Fällen wird die Überzeugung im ehemals "blöden" erkannt, und noch seltener werden ehrliche Erkenntnisse auch so verstanden. Und je älter man wird, desto schlimmer wird es, weil sich die schlechten Erfahrungen natürlich häufen. Es ist aber leider so, dass schlechte Erfahrungen nur deshalb als solche gewertet werden, weil man sich zur Bewertung eben an irgendwelche Regeln hält. Es ist zum Verzweifeln. Und es gibt viel zu viele "Regeln", die Leute vergeuden immer mehr Zeit damit, einander zu analysieren, und wir werden immer egoistischer.

Schwierig, schwierig.
 
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  • #13
von #7

Stimme prinzipiell zu - wer Schluss macht, der sollte sich wieder annähern. Aber es gibt Ausnahmen.
2x so verletzten würde ich mich aber auch nicht lassen.

Wie #10 treffend schreibt - es ist doch jedesmal ein anderer Kontext mit einem anderen Menschen dahinter. Was in einem Fall angemessener Stolz ist, das ist im anderen selbstverordneter Arrest. Wenn man genau in sich hineinhört, dann spürt man das ganz genau.

Und überhaupt, der Stolz - vor wem anders als vor mir selbst muß ich denn Rechenschaft ablegen über meinen Stolz. Eher ist es eine Machtfrage - wer mehr liebt oder eben auch, wer über seinen Schatten springt und sich wieder annähert - der gibt in diesem Moment Macht ab. Hat man genug Selbstbewusstsein, dann spürt man instinktiv, wann die Balance gefährdet ist und rückt sie gerade oder lässt eben eine Wiederannäherung.
 
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  • #14
Fs:

#10, Absatz 1, neue Protagonisten trifft das richtige Stichwort! Die Neuen sind anders als die Alten und wer die Neuen für die Alten hält ist im falschen Film.
 
  • #15
Die Frau, die mit mir zusammen ist, darf alles Erdenkliche tun was sie will. Es ist an mir, dass sie das will, was mir gut tut.. =)
 
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  • #16
Liebe ist, mit dem anderen zusammen die Freiheit zu genießen.
 
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  • #17
Hellekeen, du erinnerst mich gerne mal an einen Clown.
Wie feiern die in Luxemburg eigentlich Karneval?

Es geht nicht nur um Stolz. Es ist die Angst vor dem wiederholt verletzt werden in Form der Zurückweisung. Das tut sich niemand gerne an.
 
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