• #61
Der Punkt ist aber, dass solche Handlungen wie Fremdgehen eine Charaktereinstellung zeigen, die mit Sicherheit sich auch in anderen Lebensbereichen zeigt.

Fremdgehen als solches zeigt eine Einstellung in Bezug auf sexuelle Treue. Untreu im Sinne von Nichtwahrnehmen ihrer Verantwortung ist es ja nicht mal, weil die Männer ja ihre Versorgerpflichten, und die sind ja für eine Reihe Frauen doch ein wesentliches Merkmal einer Ehe, weiter wahrnehmen. In dem Sinne bleiben sie ja auch nicht (oder werden sogar viel weniger) treu, wenn sie sich trennen.
Vielleicht ist es auch nur eine Schwäche, in dem Fall eine Charakterschwäche. Ich bin inhaltlich auch Deiner Meinung, dass Fremdgehen kein
Daraus "mit Sicherheit zu folgern:

...Fremdgehen geht uns alle irgendwie was an.

finde ich gewagt. Klar, wer fremdgeht, schändet auch kleine Kinder und überfällt Bankfilialen.
Sorry, aber Dein Schluss würde dann für jeden Veganer nahelegen, dass Menschen, die Fleisch essen auch ohne mit der Wimper zu zucken andere Menschen umbringen, weil sie keine Achtung vor dem Leben an sich haben.

Halten wir fest: in einer Beziehung sollte man sich über Werte verständigen, die beiden wichtig sind. Und man sollte ehrlich miteinander umgehen, wenn von einem oder beiden Ehrlichkeit gewünscht ist. Einfach anzunehmen, dass Partnerin oder Partner treu sind, ohne das explizit anzusprechen, ist vielleicht einfach eine leichtsinnige Annahme, denn wir wissen ja alle, dass genügend Männer herumlaufen, die das nicht mehr so ernst nehmen.

Tugendhaft leuchtend gehen uns da nur Frauen voran, die ausschließlich als Single Affären mit verheirateten Männern starten, weil sie aufgrund von Hormonvernebelung "nicht anders können" und das natürlich dann völlig legitim ist, weil der Mann schuld ist. Insgesamt: wer meint, in einer perfekten Welt zu leben, die sich an die eigenen Regeln und moralischen Vorstellungen hält, ist irgendwie weltfremd. Auch wenn es anders vielleicht schöner wäre...
 
  • #62
Es sind für mich keine "ehelichen Pflichten", sondern die Basis jeder Partnerschaft. Liebe, Vertrauen, Treue, Zueinander stehen, miteinander leben, Wir, Intimität, Respekt, Achtsamkeit Umgang.
Ohne die Basis ist das Versprechen wertlos.


Völlig richtig. Ich sehe das genauso.

Dann müsste man aber bei beiderseitiger Auflösung alle diese Bestandteile der "Basis" auflösen. Keine Treue ohne Intimität, kein Vertrauen ohne miteinander leben, auch keine Versorgung ohne funktionierende Partnerschaft mit all diesen Aspekten. Aus Deiner Aufstellung folgt dann in der Gesamtbetrachtung auch: Sex ist Teil des Miteinander in einer Beziehung. Und damit kannst Du dann Sex ja genauso wenig herausbrechen wie jeden anderen Aspekt. Warum sollte "Treue" verlangt werden können, wenn Intimität, Liebe oder miteinander leben nicht mehr vorhanden sind? In der Konsequenz möchtest Du doch ein Ranking dieser Werte oder eine einseitige Verpflichtung.

Natürlich gibt es keine "ehelichen Pflichten" im rechtlichen Sinne mehr. Aber eine sexuelle "Treuepflicht" steht damit irgendwie im Zusammenhang. Und ganz ehrlich: wenn sich eine Frau dauerhaft nicht mehr an "Intimität" in einer Beziehung gebunden fühlt, kann sie sexuelle Treue aus meiner Sicht nicht mehr einfordern. So wie ich umgekehrt dann, wenn ich Zuneigung, Respekt und Achtung nicht mehr "bereitstelle" auch keine Intimität erwarten kann.
Abstrakt (und sicher nicht rechtlich haltbar) könnte man sogar diskutieren, ob der Vertrag dann nicht insgesamt hinfällig ist, wenn seine Bestandteile nicht mehr erfüllt werden. Rein praktisch ist die Beziehung wohl sowieso im Eimer, wenn es keinen Sex und kein Miteinander mehr gibt. Dann ist "Du darfst aber keinen Fremdsex haben" doch nur noch ein Druckmittel, um die Ressourcen beisammenzuhalten...
 
  • #63
Herzlichen Glückwunsch zur unwandelbaren, zugesagten Entscheidung.
Deswegen sollen diese Paare ja auch nicht heiraten. Das soll es m.E. immer nur in Ausnahmefällen geben Und eine dann noch viel seltenere Scheidung soll dann auch mit Sanktionen (als Kompensation für erhebliche Vorteile) verbunden sein.

Ich kann mich mit Deinem Lebensmdell besser anfreunden, als Du denkst, denn sollten man solche Entscheidungen eben auch nur ganz wenige oder auch vielleicht niemals treffen. Alles OK.
Dann stimmt es wieder.
 
  • #64
Betrug ist eben keine Privatsache, sondern der Gemeinschaft
Hier »betrügt« ein Mann seine Ehefrau - das ist keine Strafhandlung i.S. des Gesetzbuches sondern Privatsache.
In manchen Ländern werden Frauen (von Männern ist auch dort nicht die Rede) nach einem Ehebruch gesteinigt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Forumsschreiber/innen diese »Bestrafung« auch hier gerne sähen.

An @roadbike: kündige dem gesamten Freundeskreis an, dass du als Alibi nicht mehr zur Verfügung stehst, fertig. Wer aus der Runde mitziehen will, soll das selbst entscheiden. Der Klatschspalte eurer Heimatzeitung solltest du es nicht mitteilen.
 
  • #65
Deswegen sollen diese Paare ja auch nicht heiraten. Das soll es m.E. immer nur in Ausnahmefällen geben Und eine dann noch viel seltenere Scheidung soll dann auch mit Sanktionen (als Kompensation für erhebliche Vorteile) verbunden sein.

Du theoretisierst. Ich habe geheiratet, natürlich in der festen Absicht, die Ehe dauerhaft zu führen. Ich habe gemerkt, es geht nicht, bis hin zu Gesundheitsproblemen. Ich habe erkannt, ich habe ein Versprechen gegeben, das ich nicht mehr halten konnte. Ich habe eine Entscheidung getroffen und ich habe sie revidiert. Gerade deswegen halte ich das "Versprechen", erst Recht den "Schwur" für nicht haltbar. Der Argumentation folgt übrigens sogar die katholische Kirche, die Ehe ist für nichtig erklärt.

Deine Argumentation, es solle nur in Ausnahmefällen Heirat mit entsprechender Kompensation geben, ist weltfremd. Die Entscheidung, welche Ehe dafür geeignet wäre, lässt sich letztlich erst am Ende treffen. Egal, ob das aus Tod oder Scheidung besteht. Wer sollte die "Ausnahmefälle" festlegen? Wie sollten Sanktionen aussehen? Wer fremdgeht, wandert in den Knast, wer den Mann verlässt, haftet mit 500.000 Euro?

Wo sind denn Deine zu kompensierenden "erheblichen Vorteile"? Rückzahlung von Unterhaltsleistungen während der Ehe? Rückzahlung von Kindergeld, weil man der Allgemeinheit dann Kinder mit Schäden aus der Trennung hinterlässt?
Kann ich dann die km, die meine Frau mit meinem Auto gefahren ist, mit 30 ct./km verrechnen? Muss ich die halbe Miete für ihre Eigentumswohnung rückwirkend zahlen? Nur für den unglücklichen Teil der Ehe oder für 25 Jahre Ehezeit? Natürlich muss meine Frau auch zahlen, wenn ich sie verprügle. Ich habe mich ja dann nicht trennen wollen aus dieser unauflöslichen Ehe und ich kann ja nichts dafür, wenn das Essen nicht schmeckt.

Das "Schuldprinzip" wurde aus guten Gründen in den 70ern abgeschafft. Deine Vorschläge sind für mich aus der Zeit davor. Ich möchte die nicht zurück haben. Wenn Du Dich jemals scheiden lässt, wirst Du sicher freiwillig "kompensieren", damit es gerecht zugeht...
 
  • #66
Das "Schuldprinzip" wurde aus guten Gründen in den 70ern abgeschafft.
Ich rede nicht mehr von der Ehe für alle.Also will ich nicht zurück zu früheren Zuständen.

Ich will dass meine Form der propagierten Ehe etwas ganz besonderes ware. Etwas das von Gesellschft und Staat ganz besonders gefördert wird (und bei Scehiterb auch sanktiniert wird.
Und in dieser ganz speziellen Form wird es eben auch Sanktionen geben, wenn dies scheitert.
Das soll kein Massenmodell sein. Ich will nicht das jeder nach diesem Modell verheiratet ist, ggf. nichtmal ich selbst.

Ja. Es geht um eine Gedankenmodell.

Der Argumentation folgt übrigens sogar die katholische Kirche, die Ehe ist für nichtig erklärt.
Nein, das tut sie nur, wenn man nachvollziehen kann, dass zum Heiratszeitpunkt die Grundlagen der Ehe nicht gegeben waren.
Das ist auch so selten, dass wir hier nicht darüber zu reden brauchen.

Im vorliegenden Falle des Lehrers wäre dieser an den von mir (und seiner betrogenen Partnerin) aufgetürmten Hürden für eine Heirat wahrscheinlich schon viel eher gescheitert.
Und selbst wenn nicht, müsste er jetzt mit Sanktionen (Rückzahlung seiner gewährten Vorteile) rechnen, Sein Betrug würde ihn schon schmerzen.
So kann es ihm egal sein.
Er fliegt ja nichtmal auf.
 
  • #67
In der Konsequenz möchtest Du doch ein Ranking dieser Werte oder eine einseitige Verpflichtung

Nein. Kein Ranking. Es ist gleichwertig.
Wenn ein Teil der gemeinsamen Basis verloren gegangen ist, passt es nicht mehr.
Man kann miteinander reden. Lösungen suchen. Eine geänderte Basis definieren. Z.B. eine Partnerschaft öffnen.

Abstrakt (und sicher nicht rechtlich haltbar) könnte man sogar diskutieren, ob der Vertrag dann nicht insgesamt hinfällig ist, wenn seine Bestandteile nicht mehr erfüllt werden. Rein praktisch ist die Beziehung wohl sowieso im Eimer, wenn es keinen Sex und kein Miteinander mehr gibt.

Abstrakt ja, real auch. Egal, welches Element fehlt. Der Sex kann noch funktionieren, aber wenn anderes Elementares fehlt? Vertrauen? Respekt? Liebe?
Viele ziehen nur nicht diese Konsequenz.

Man sollte in den "Vertrag" eine Ausstiegsklausel einbauen. Das wäre fair, realistisch. Ich empfehle jedem einen Ehevertrag, das ist nichts anderes. Planungen sind immer Absichtserklärungen. Es gibt keine Garantie.

Statt absurde, unrealistische Übersteigerungen und Drohungen mit Sanktionen.
Ich möchte sehen, wie man "gewährte Vorteile" real quantifizieren möchte. Eine Seite bekam xmal Sex? Und dann die Gegenrechnungen.
Welche Rechnung darf die betrogene Frau stellen.

M, 54
 
  • #68
Ich will dass meine Form der propagierten Ehe etwas ganz besonderes ware. Etwas das von Gesellschft und Staat ganz besonders gefördert wird (und bei Scehiterb auch sanktiniert wird.
Und in dieser ganz speziellen Form wird es eben auch Sanktionen geben, wenn dies scheitert.

Ich muss fast lachen, wenn ich das lese. Darf ich die Kette in der Küche eigenständig öffnen, wenn ich aufs Klo muss oder soll ich erst fragen?

Mir sind zum Glück noch keine Männer mit solchen Denkweisen begegnet, sie würde in hohem Bogen aus meinem Leben fliegen. Schon der Gedanke, jemanden mit Sanktionen auf irgendetwas festzunageln und Schadenersatz für nicht ein gehaltene Eheversprechen zu fordern, ist doch völlig abstrus und höchstens noch bei ein paar Evangelikalen, die in dem Fall in der Hölle schmoren, im Kopf eingebrannt.

Ich finde gut und richtig, dass es im Falle des Scheiterns einen vernünftigen Ausweg aus einer Beziehung gibt. Für beide Seiten. Wer dann eine Ablösesumme fordert und auf Einhaltung des Vertrages besteht, hat vermutlich zu viel Fußball geschaut...
Oder bist Du ein Forentroll? Mit solchen Gedanken kann doch heute eigentlich kein erwachsener Mensch mehr durch die Gegend laufen.
 
  • #69
Oder bist Du ein Forentroll? Mit solchen Gedanken kann doch heute eigentlich kein erwachsener Mensch mehr durch die Gegend laufen.

Wieso nicht "mehr", auf welche Modell der Vergangheit spielst Du an ?
Ich will Fortschritt, anstatt weiter vorsätzliches Lügen und schönreden

Du hast mich nicht verstanden, ich habe es aber auch schlecht geschrieben.

Für DICH war dieses Gedankenmodell einer "Ehe+" so überhaupt nicht gemeint, sondern für Menschen, die bereit sind, sich ganz besonders zu binden, um etwas heranzukommen, was derzeit bei Eheschließungen auch schon alles (...bis zum Tod ...usw.) versprochen wird, aber unwahrscheinlich ist.
Vielleicht etwas vergleichbar mit einem Ordnensgelübde oder sowas.Also etwas, was vielleicht mal 10-15 % Prozent der Erwachsenen so in Anspruch nehmen würden. Nicht alle.

Für uns allgemeine Menschen würde ich eben i.d.R. auf eine "eingetragene Lebenspartnerschaft" gehen bei der man eben auf irgendwelche vorgegebenen Schwüre und Versprechungen verzichtet wird (welche sowieso unrealistisch sind) , sondern sich im Sinne einer notariellen Vereinbarung Regeln und verbindlichkeit gibt, welche man zusammen vorher auch abgesprochen hat (z.B. ob man Kinder will ...etc)

Das ist so derzeit nicht möglich. Diese Möglichkeit müsste der Gesetztgeber erstmal schaffen. Sozusagen eine Ehe light.
 
  • #70
Wieso nicht "mehr", auf welche Modell der Vergangheit spielst Du an ?
Ich will Fortschritt, anstatt weiter vorsätzliches Lügen und schönreden

Mittelalter. Androhung von Folter bei falschem Verhalten. Erzkonservative Bibelchristen, bei denen es unvorstellbar ist, dass jemand nicht sein selbst auferlegtes Kreuz trägt bis zum bitteren Ende.

Für DICH war dieses Gedankenmodell einer "Ehe+" so überhaupt nicht gemeint, sondern für Menschen, die bereit sind, sich ganz besonders zu binden, um etwas heranzukommen, was derzeit bei Eheschließungen auch schon alles (...bis zum Tod ...usw.) versprochen wird, aber unwahrscheinlich ist.

Ah, etwas ganz exklusives für besondere Menschen. Rein praktisch: wie unterscheidest Du die bei Eheschließung. Und nebenbei: welche Frau würde sich dann auf eine Ehe zweiter Klasse einlassen, wenn doch heute schon die Ehe statt der Lebensgemeinschaft von vielen erwartet wird?

Vielleicht etwas vergleichbar mit einem Ordnensgelübde oder sowas.Also etwas, was vielleicht mal 10-15 % Prozent der Erwachsenen so in Anspruch nehmen würden. Nicht alle.

Da lache ich nur noch lauter. In meinem Umfeld sind mindestens 10 Personen, die aus dem Kloster wieder raus sind. Ein großer Teil durchaus nach dem ewigen Gelübde. Sie werden wahrscheinlich in der Hölle schmoren, aber jetzt geht es ihnen ganz gut.

 
Top