• #1

Dividieren wir uns im Alter immer weiter auseinander? Oder warum scheitern neue Beziehungen oft so?

Man sagt, jeder ist eine Summe seines Lebens! Ich habe immer mehr den Eindruck, dass Mann und Frau immer weniger auf einen Nenner kommen!
Wenn zwei Menschen ca Ü40 ein Paar werden, haben diese meisst schon gescheiterte Beziehungen hinter sich.
Viele tragen Ängste in sich und wollen nicht wieder die gleichen Fehler machen.
Nur der Umgang damit und die Reaktion, scheinen bei den meisten Männern Frauen gar nicht kompatibel zu sein.
Wichtig ist, ich rede von Paaren wo die Entscheidung es zusammen zu versuchen, bereits gefallen ist.
Ich erlebe, höre von Freundinnen und lese hier oft dieselben Abläufe.
Beispiel 1....Irgendwann kommt der Alltag und viele schöne Aufmerksamkeiten fallen weg.
Frauen haben dann oft Verlustängste und fühlen sich nicht gemocht. Oft auch sehr unsicher ob es ggf nur ein Strohfeuer war.
Frau möchte klären....Was sie ggf früher nicht getan hat aber gemeckert.
Sie möchte über ihr Gefühl reden!
Auch ohne böse Du machst nie-Sätze, scheint beim Herrn nur Gemecker zu hören.
Gerne die kurze Antwort...Habe nur im Moment Stress.
Nach Wochen ohne Änderungen, fragt sie erneut.
Antworten: Ich mache solche Dinge nicht auf Knopfdruck oder wenn es erwartet wird.
Beide drehen sich weiter im Kreis, keine Klärung für sie und unnötige Diskussionen für ihn.
Beispiel 2. Sie möchte nicht alleine die Kompromisse machen. Den Fehler kennt sie!
Thema zb wann sieht man sich.
Zu Anfang gar kein Problem, später hat Mann aber wenig Zeit zb wegen Hobby oder Freunden.
Sie sagt, ich habe schon Kompromiss XY gemacht, wie sollen wir das in Zukunft machen.
Von Männern kommt oft: Ist doch ok wie es ist, Du musstest ja den Kompromiss nicht machen. Im Notfall lassen wir es bleiben.
Sie hat keine Klärung und er wieder eine unnötige Diskussion.
Zusammen etwas ändern auch in kleinen Punkten, scheint gar nicht mehr möglich.

Von Frauen höre ich oft, ich habe mich selbst reflektiert und weiß das Beziehung auch Mühe macht. Von Männern oft, dass muss von alleine laufen, sonst ist das Nichts.

So enden viele Neustarts wenn die rosa Brille fällt oft an Dingen, die früher in jungen Jahren gar kein Problem waren.
Warum können wir später oft weniger gut miteinander reden?
 
  • #2
Ich glaube nicht daran, dass es jüngeren Jahren so viel einfacher war. Allein hier liest du täglich von Menschen in den Zwanzigern, die ihre Beziehungen ungeheuer kompliziert angehen und gestalten. Es ist keine Frage des Alters, sondern des Charakters, der psychischen Gesundheit und der Kompatibilität. Und das ist mit 20 genauso problematisch oder unproblematisch wie mit 50.
Auch mit Ü40 kann man unkomplizierte und stimmige Liebesbeziehungen führen. Ganz sicher!
 
D

Dagobert

Gast
  • #3
Sie haben nicht nur gescheiterte Beziehungen hinter sich, sondern auch keine gemeinsame Erinnerungs-Vergangenheit. Es fehlt z.B. die Erinnerung an den jungen Partner, an junge Gemeinsamkeiten.

Dazu kommt, dass Frauen unter Kommunikation scheinbar etwas verstehen, was bei Mann nicht so ankommt, bzw. von ihm ganz anders verstanden wird. Z.B: Beispiel 2.

Die Frage "Wie sollen wir das in Zukunft machen?" impliziert ja schon den zuvor unterlegten Vorwurf "Sie möchte nicht alleine die Kompromisse machen". Genau das hört Mann bei ihrer Frage. Einen verdeckt vorgebrachten Vorwurf. Frauen sind in der Disziplin der verdeckt vorgebrachten Vorwürfe wahre Meister. Mann wird darauf ziemlich sicher immer angegriffen reagieren. Er hört nichts anderes, als den Vorwurf dahinter.

Frau müsste sagen "Ich bin schon 2 Kompromisse eingegangen. Als nächstes bist Du dran". Frauen können scheinbar Wünsche nicht, in seinem Sinne, klar äußern und Männer verdeckte Botschaften nicht, in ihrem Sinne, richtig verstehen.

Es braucht einfach mehr "Frauen-Versteher" und mehr "Männer-Versteherinnen". Falsche Kommunikation führt sicher innerhalb kürzester Zeit zum Erkalten auf beiden Seiten.

Meine Partnerin versteht es blendend, richtig mit mir zu kommunizieren. Ich muss umgekehrt noch VIEL lernen um es im gleichen Ausmaß richtig zu machen. So unendlich viel Geduld hat sie mit mir und kommuniziert einfach wunderbar. Sie ist die Erste in meinem Leben, die das kann. Ich liebe sie sehr.
 
  • #4
Also wenn Menschen nicht reden können, konnten sie es noch nie. Dass Männer weniger eine Beziehung als Arbeitspunkt in ihrem Leben sehen, als es Frauen tun, gilt in jungen Jahren viel mehr, bleibt aber vielleicht auch so.
Anscheinend wollen die meisten Frauen mehr Verbindlichkeit als ihre Männer und machen Kompromisse, die der Mann nicht mitkriegt, weil er davon ausgeht, dass sie irgendwas nicht tun würde, wenn sie nicht will. Ich tippe mal drauf, dass die Männer Deines Beispiels einfach nicht so sehr das Bedürfnis haben, die Frau so oft zu sehen, wie sie es will.

In meinem Umfeld gibt es einige Beziehungen, wo die Frauen den Männern die Freunde "aberziehen" wollten und es auch geschafft haben. Diese Beziehungen sind mit Ende 20, Anfang 30 zustande gekommen und dauernd schon über zig Jahre. Also die Männer "merken" es nicht, wie sie umerzogen wurden, weil sie in der Beziehung auch tun, was verlangt wird, weil es sonst Stress gibt. Würden die sich trennen und wieder neue Kumpels finden und dann irgendwas nachholen, hätten sie vermutlich nicht mehr das Bedürfnis, sich bzgl. Freunden reinquatschen zu lassen. Also die Frau danach wird es schwer haben, überhaupt irgendwas durchzusetzen, wenn ihre Bedürfnisse verlangen, dass er einen Kompromiss macht.

Irgendwann kommt der Alltag und viele schöne Aufmerksamkeiten fallen weg.
Passiert in jedem Alter. Das ist eine bewusste Sache, das nicht einschlafen zu lassen. Ich kannte auch ein Paar, die sich aneinander so gerächt haben, also ER rächte sich, weil sie nicht aufmerksam war, durch absichtliche kleine Gemeinheiten und sie hat es nie kapiert, warum er so ist.
Verlustängste sind eigene Baustelle. Aber natürllich für mich nachvollziehbar, dass die Frauen dann unsicher werden.
Irgendwann ist klar, man ist zusammen, und dann kommt nix mehr. Überpräsente Frau, genervter Mann, der froh ist, wenn er nicht an sie denken muss und kein stummer Vorwurf in der Luft liegt. Ich hab echt den Eindruck, dass viele Partnerschaften so sind, dass in der Luft immer so eine unentspannte Grundstimmung liegt, als gäbe es ungeklärte Verletzungen oder einer nimmt sich zusammen, dass die Stimmung nicht kippt, weil der andere so launisch ist und nur ein Stichwort fehlt, und es wird ungemütlich. Das sind Paare, die sich jung gefunden haben und ewig zusammen sind.
Ich denke nicht, dass es eine Altersfrage ist.
 
  • #5
Es ist ja auch unnatürlich, dass Menschen erst so spät ihre Liebe des Lebens heutzutage finden. Denn die meisten verlieben sich nochmal mit 40 und dann auch nochmal mit 60.
Es macht also sowieso keinen Sinn, in frühen Jahren etwas aufzubauen, da es sowieso endet.
Wir leben nicht mehr in den 70er Jahren.

Ich brauche nicht zwangsläufig mehr einen Partner. Denn Partnerschaften und Liebe ist ein Synonym für Schwäche und nicht allein sein können. Früher war das überlebenswichtig, heute gar nicht mehr. Und ich denke, ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine da, da fast alle Frauen und Männer alleine unabängig bleiben wollen. Warum sich sein kurzes Leben so schwer mit Beziehungen machen? Warum Kompromisse eingehen? Weil irgend ein ungeschriebenes Gesetz das so verlangt? Oder die engstirnige Gesellschaft? Nein, danke!
 
  • #6
Warum können wir später oft weniger gut miteinander reden?
Ist das denn überhaupt so? Meine Erfahrung sagt da was anderes. Ich denke, dass viele Menschen erst mit entsprechender Lebenserfahrung lernen, wie zielführende Kommunikation mit dem anderen Geschlecht funktioniert. Zudem ist bei späten Beziehungen oft auch etwas mehr Ambition dabei, an der Beziehung zu arbeiten. In jungen Jahren trennt man sich doch viel schneller - das Leben scheint unendlich, die Anzahl potentieller Lebenspartner nicht limitiert.
So enden viele Neustarts wenn die rosa Brille fällt oft an Dingen, die früher in jungen Jahren gar kein Problem waren.
Dafür sind die Beziehungen in jungen Jahren dann an anderen Dingen gescheitert, sonst gäbe es ja keinen Neustart. Umgekehrt wären oft die Dinge, an denen es in jungen Jahren gescheitert ist, jetzt kein Problem mehr. Man hat einfach, je nach Lebensphase, unterschiedliche Ansichten, Bedürfnisse und auch Problembewältigungsstrategien.
Viele Beziehungen scheitern nun mal, weil es nicht passt. Und das in jedem Lebensalter.
 
  • #7
Die Probleme die du beschreibst kenne ich als Mitt-Zwanzigerin auch schon sehr gut, das sind keine Probleme des Alters. Es fällt eventuell später noch mehr ins Gewicht, weil in meinem Alter sowieso sehr viel Zeit fürs Studium, Freunde, Feiern gehen, etc. eingeplant wird und dadurch weniger gemeinsamer Raum entsteht, auf dem man sich arrangieren muss.

Ich selbst habe sehr oft die Erfahrung gemacht, dass Männer eine Beziehung scheinbar völlig befriedigt, wenn sie es bequem haben. Es stört sie nicht, wenn die Frau die Verantwortung für alles trägt, Entscheidungen trifft die Einrichtung, Haushalt usw. betreffen, solange er seine Hobbys ausleben und seinen Tagesablauf unabhängig planen kann. Wenn eine Frau genau das gleiche von ihrem Mann erwarten würde, dann gute Nacht.

Frauen haben viel komplexere Ansprüche, sie müssen ab einem gewissen Punkt der Beziehung immer mehr um Aufmerksamkeit kämpfen. Meiner Erfahrung nach laufen Beziehungen immer recht gut, wenn Frau nichts einfordert. Dann läuft eben alles so dahin, der Mann ist zufrieden, die Frau hätte gerne mal den Dank für ihre Mühen. Irgendwann kommt das Bedürfnis nach Beachtung dann zurück, eventuell kommt es zu Gesprächen, der Mann ist damit meist überfordert oder fühlt sich angegriffen. Es ändert sich nichts - Trennung. Ich habe in meinem Bekanntenkreis unzählige solche Beziehungen erlebt und meist haben die Männer am Ende herumerzählt, dass die Frau sich ohne Gründe und obwohl doch alles so schön war getrennt hat.
 
  • #8
@pixi67
Ich hatte auch so Gedanken wie du, aber ich glaube, es ist einfach Teil unseres Wegs zu bewussteren, achtsamen Beziehungen. Wir haben uns lange verbogen, dann sind wir aufgewacht, lernen dazu und wollen es jetzt "richtig" machen. Wir überwachen die Beziehung, kontrollieren alles, damit ja nichts schief geht. Das ist völlig unentspannt. Natürlich merkt der Partner das (auch wenn er es vielleicht nicht in Worte fassen kann) und zieht sich zurück. Und wir merken, dass es nicht läuft, trennen uns wieder und schieben es auf die mangelnde Reflektiertheit des Mannes. Letztlich haben wir uns aber so einen unreflektierten ausgesucht! Vielleicht WEIL wir selbst noch nicht loslassen können. Dass es auch reflektierte Männer gibt, sieht man doch hier im Forum.

Bleibe einfach positiv. Es gibt diese Männer. Du wirst sie auch anziehen, sobald du es schaffst, loszulassen. Zu vertrauen, Dingen Zeit zu geben, eine Beziehung sich entwickeln zu lassen, anstatt sie zu kontrollieren, weil es nun unbedingt klappen soll. Wenn du entspannt bist, kannst du gucken, was kommt und auch die Impulse des Mannes aufgreifen. Ihn sein lassen, wie er ist. Und du wirst dich gar nicht mehr mit einem abgeben, den du nicht so sein lassen kannst, wie er ist.

Dazu musst du weiterhin das Vertrauen in dich selbst stärken - dich selbst so sein lassen wie du bist. Hast du dich lange verbogen, machst du das auch dir selbst gegenüber - ohne das so richtig mitzubekommen. Da setze ich zumindest für mich selbst an.
 
  • #9
Wenn man doch weiss, dass eine Beziehung gescheitert ist, weil man nicht miteinander reden konnte.
So wie @void das beschreibt , warum lernt man nicht daraus?

Ich denke auch, dass viele Frauen in jungen Jahren, unbemerkt ihre Kompromisse machen. Und alleine die Beziehungsarbeit leisten.
Aber irgendwann hat es doch geknallt?!
Und wortlos gehen Damen selten, die Vorwürfe haben die Männer doch auch gehört.
Und Dagobert hat recht, dass oft unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Toll das sein Schatz seine Sprache spricht und er die ihre lernen möchte.

Die logische Folge sollte aber doch dann sein, gelernt zu haben oder zu wollen.
Das Beziehung Arbeit ist!

Das man es anders macht als früher!

Eine Freundin sagte mal: Ich mache keine falschen Kompromisse mehr und klarere Ansagen und bekomme sofort nur klarere Absagen.
 
  • #10
Guten Morgen liebe FS,

@Dagobert hat das in seinem Post so wunderbar und klar beschrieben, danke dafür, es hat mich sehr berührt.....

Richtige Kommunikation findet selten, oder fast gar nicht mehr statt. Wenn ich meine Ohren auf Rollschuhe ausfahre, dann höre ich Forderungen, versteckte Vorwürfe und dazu eine Stimmfärbung, die das ganze noch fein untermalt. Das miteinander kommunikative Umgehen ist selten wirklich liebevoll und lässt Raum, dazuzulernen, oder sich darauf einzulassen.
Frauen brauche Beachtung, Aufmerksamkeit und Dank, Männer aber auch.
 
  • #11
@Melusine

Natürlich habe ich mir die Gedanken jetzt auch aktuell gemacht, wo eine neue Beziehung in dem Moment rums scheiterte, wo es um Kompromisse ging.
Und etwas traurig und verwirrt bin ich schon, das gebe ich zu.
Ich bin aber auch ein Mensch, der nicht in dem Moment auf gefühllos umschalten kann auch wenn der Verstand sagt....passt nicht.
Völlig verzweifelt bin ich allerdings nicht, dafür kam ich und komme ich als Single ganz gut klar. Da bin ich ziemlich ausgeglichen.
 
  • #12
Ich habe immer mehr den Eindruck, dass Mann und Frau immer weniger auf einen Nenner kommen!
Warum müssen sie das, bzw. müssen sie es überhaupt? Wer sagt das? Das ist die Frage, die es als erstes zu beantworten gilt.
Ich muss mit niemandem auf einen Nenner kommen, wenn ich das nicht will udn ich kann mit so ziemlich jedem auf einen Nenner kommen, wenn ich es will.

Ich will meistens nicht und dafür habe ich gute Gründe. Partnerschaft heißt Kompromisse machen müssen, sich zurücknehmen müssen. Das habe ich ausreichend getan in meinem Leben und muss es im Job immer noch jeden Tag. In allen anderen Lebensbereichen gehe ich nur noch Kompromisse ein, wenn ich in der Gesamtsumme damit besser dastehe.
Das heißt auf eine Partnerschaft übertragen, dass sie unter dem Strich mein Leben schöner machen muss, trotz aller Kompromisse, die ich eingehe.
Nur wenn das erkennbar ist, ist Partnerschaft eine Option, andernfalls bin ich alleinlebend besser dran und dann lebe ich auch allein, weil es keinen Zwang zur Partnerschaft gibt.

Weil ich eine Menge Lebenserfahrung habe, kann ich sehr gut und auch früh erkennen, in welche Richtung sich die Waage neigt, also Irrungen und Wirrungen der jungen Jahre vermeiden und meine Energie in erfreulichere Dinge stecken, als in einen täglichen Partnerschaftsk(r)ampf.

Warum können wir später oft weniger gut miteinander reden?
Das halte ich für einen ganz großen Irrtum. Ich kann besser reden und viel wichtiger: deutlich besser wahrnehmen, wie es mir mit unerfreulichen Dingen geht.
Früher war ich unsicher, zweifelte an mir selbst, bezweifelte ob meine Wünsche berechtigt sind und war überhaupt nicht in der Lage, irgendwas davon zu thematisieren, d.h. kam immer zu kurz in Partnerschaften.
Heute vertraue ich meiner Wahrnehmung und thematisiere Probleme direkt. Dann verplempert man keine Zeit und startet keine Fehlversuche, in denen man ewig gefangen bleibt - das ist der Unterschied, nicht, dass man nicht mehr miteinander reden kann. Man kann es endlich, kann auch konsequent handeln und das hat diese Folgen.
 
  • #13
Gute Frage, eine schöne Anregung zum Nachdenken und sehr interessante Posts.

Grundsätzlich denke ich, dass man mit zunehmendem Alter, Erfahrungen, Selbstreflektion bestimmte Fähigkeiten verstärkt hat, aber auch seine ganzen Persönlichkeitsfacetten.

Im Positiven - z.B. Kommunikation, Toleranz, mehr Gelassenheit.
Man kennt sich besser, weiß, was man möchte, welche Grenzen man hat, hat sich weiter entwickelt.
Man hat seine negativen Erfahrungen, Verletzungen gut be- und verarbeitet.
Manches ist einem erst bewusst geworden, was noch zu lösen war, gerade bei Kindheitsprägungen.
Hat sich mit seinen ganzen Selbst-X auseinander gesetzt.

So kann es sein, genauso oft finden sich im zunehmendem Alter Enttäuschungen, Verletzungen, Misstrauen, Verbitterung, die ganze Palette. Unflexibelität, Trägheit, Resignation?

Dazu kommt, in unserem Alter braucht es nicht mehr unbedingt einen Partner - Nestbau ist erledigt, die biologischen Faktoren greifen nicht mehr und verschönern den potentiellen Partner. Jetzt ist da nur noch ein Mensch, den man in sein eigenes Leben lassen soll - Wie kompromissbereit, offen ist man dann?

Partnersuche ist in jedem Alter schwer. Es benötigt schon bei der Suche Offenheit, Risikobereitschaft, sich einlassen wollen.
Es braucht den passenden Partner, und wenn sich tatsächlich eine Beziehung entwickelt, dann verlangt diese viel gegenseitiges Engagement, ein stetiges Miteinander. Das immer mit dem Bewusstsein, dass man sich trotzdem auseinander entwickeln kann, und es nur ein bestimmtes Stück Weg war, den man zusammen gegangen ist.

Ich glaube, dass viele ab einem gewissen Alter dazu einfach keine Lust mehr haben, und die Aufwand- Nutzen- Abwägung für sie leider deutlich gegen das Risikounternehmen Partnerschaft spricht.

Schade.
Ich mag lieber das Prinzip No Risk - No Fun, was hat man wirklich zu verlieren?
 
  • #14
Ich glaube wenn wir jünger sind, dann denken wir nicht so viel über solche Dinge nach, wir haben keine Erfahrungen aber Lust das Leben zu genießen. Mit den Jahren werden wir berechnender und wir nehmen natürlich auch aus jeder Beziehung NoGos und "Must have" Eigenschaften mit die wir als wichtig empfinden. Genau darum wird es mit jeder Beziehung schwerer den "richtigen" Partner zu finden. Das Internet und die Medien tun ein weiteres und ganz schnell sind wir an dem Punkt gelandet, wo wir selbst inkompatibel für den Rest der Menschheit sind.
Der Grund warum Frauen so viele Kompromisse machen müssen liegt einfach daran, dass der Forderungskatalog der Frau meist deutlich länger ist als der des Mannes. Als Mann gibt es 3 oder 4 Grundforderungen die erfüllt sein müssen und die nicht verhandelbar sind, alles andere ist ein Bonus der o.k. ist aber nicht unbedingt wichtig ist und deshalb gar nicht erst auf den Tisch kommt. Frauen hingegen haben meist viel mehr Grundforderungen auch zu verschiedenen Zeiten der Beziehung - z.B. am Anfang aufregend und nach einer Weile häuslich - und deshalb müssen sie viele Kompromisse machen da es keinen einzigen Mann auf der Welt gibt der alle Forderungen erfüllen kann.
Gefühle sind übrigens für die meisten Männer wichtig aber er darf sie nicht zeigen da Frauen Schwäche verabscheuen und es seine Position innerhalb der Beziehung massiv schwächen würde. Schwäche darf man als Mann bestenfalls anderen Männern gegenüber zeigen die nicht mit einem in einer Konkurrenzsituation stehen (z.B. Freunde).
 
  • #15
Moin,

wenn Menschen lange alleine leben (wie viele Forumianer) - und zwar gilt das m.E. altersunabhängig sowohl für "am Stück" als auch für "immer wieder", gewöhnen sie sich daran, fühlen sich nicht mehr einsam, bei vielen schläft die Sexualität durch "Nichtgebrauch" vorzeitig ein, viele legen sich Hobbys zu (Katzen, Hunde, lange Dienstreisen), die sich besser fürs Singledasein eignen. Ähnlich gewöhnt man sich z.B. an Nicht-Essen (Anorexie), an Keinen-Urlaub-Machen (Workaholism). Aus solchem "Abgewöhnen" lässt sich außerdem auch eine "Stärke" und "Kontrolle" definieren bzw. tatsächlich ein Zustand erhöhter "Zufriedenheit" erreichen.
Damit fällt dann ein großer Teil der Motivation weg, überhaupt auf Partnersuche zu gehen bzw. sich um das Zusammenbleiben zu bemühen, Kompromisse einzugehen.

Junge Menschen sind dagegen eher an enge Gemeinsamkeit gewöhnt, teils vom Zusammenleben in ihrer Herkunftsfamilie her, teils aus WGs, aber auch aus dem intensiven Miteinander in der Schule etc... Insofern kommen und bleiben sie leichter mit einem Partner zusammen, sie finden es nicht "ungewöhnlich" oder "nachteilig", mit einem anderen Menschen die Wohnung und die Zeit zu teilen bzw. fühlen sich eher einsam, wenn sie es nicht tun.

Ich will damit gar keine Wertung vornehmen. Seitdem mir dieser Mechanismus klar geworden ist, betrachte ich allerdings "Warmwechsler" gnädiger bzw. sehe manche "Stärke" differenzierter.

manchmal
 
  • #16
Frauen sind in der Disziplin der verdeckt vorgebrachten Vorwürfe wahre Meister.
Ich fürchte, diesen Eindruck hast du, weil du Hetero bist und bislang nur Beziehungen zu Frauen hattest.
Deine Kumpel und Kollegen werden dir ja kaum vorwurfsvoll erklären, dass du ihnen nicht genug Aufmerksamkeit schenkst.

Ich bin auch Hetero und hatte bislang nur Beziehungen zu Männern und darf dir sagen, dass sie mir alle bis auf meinen jetzigen Freund fortwährend Vorwürfe machten, weil sie vermeintlich nicht genug Aufmerksamkeit bekamen.
...und selbst er hat jetzt schon mal sowas in der Richtung gesagt:
Ich war krank und bat ihn, 'unser' Wochenende ausfallen zu lassen. Wir haben uns also 12 Tage nicht gesehen. Als wir uns dann wieder trafen, war er noch anhänglicher als sonst und sagte auch mehrfach, dass das so unglaublich lang gewesen sei und er mich sehr vermißt habe.
Hm...der ein oder andere hätte sich vielleicht über so eine Aussage gefreut. Ich nicht. Ich habe es als Vorwurf aufgefaßt.
Und mir allen Ernstes überlegt, ob ich es nicht vielleicht doch geschafft hätte, ihn zu treffen. Einfach, damit er glücklich ist.

Solche Dinge ( das hier ist harmlos, die anderen haben ganz andere Geschütze aufgefahren, auch mit Jammern, Betteln und Heulen ) begleiten mich durch alle Beziehungen, seit meiner ersten mit 16.
Ich würde also sagen, es ist weder eine Frage des Alters noch des Geschlechts, sondern der Passung.
Ich habe ein sehr wenig ausgeprägtes Nähebedürfnis und damit passt es mit nahezu keinem Mann.

Übrigens wissen das die meisten Männer nicht.
Am Anfang finden sie es nämlich super, endlich mal eine Frau, die nicht klammert. Es geht immer nach einigen Wochen oder Monaten los, wenn es ihnen dann doch zu wenig ist.
Da holt die Praxis dann die Theorie ein.
Ähnlich wie beim Traum eines jeden Mannes von der nymphomanen Partnerin. Wenn sie mal eine haben, denken sie sehr schnell um ( meine Annahme, unterstützt nur durch ein einziges Fallbeispiel in meinem Freundeskreis. Ich schätze, es gibt nicht sehr viele Nymphomaninnen ).

w 49
 
  • #17
Hallo Pixi67,
ich glaube, die Kompromissbereitschaft ist, wenn man älter ist, nicht mehr so groß. Man hat schon viele Erfahrungen in Beziehungen gemacht, weiß, was man braucht.
Ich stelle aktuell auch fest, dass mein Freund, mit dem ich 14 Monate zusammen bin, nicht das geringste an seinem bisherigen Leben verändern möchte. (Hab dazu hier auch einen thread eröffnet). Und auch ich möchte nicht einfach zu ihm ziehen und in sein Leben "einsteigen", früher konnte ich so etwas.
Allerdings würde ich mehr nach Lösungen suchen, wie wir dennoch eine für beide angenehme Beziehungsform leben können - das spreche ich hin und wieder an, aber stoße irgendwie auf Unverständnis, bzw. hat er immer Argumente, warum alles so ist, wie es ist.
Also wie du schreibst: sie versucht zu klären, er ist davon genervt.
Bei uns ist es so, dass er selten Zeit hat, sodass ich immer meine, ich muss das nehmen, was ich überhaupt kriege, das hinterlässt ein blödes Gefühl von Verfügbarkeit. Er kommt, wann er will, oder wie er es ausdrückt, wann er kann.
Wenn ich das Thema anspreche, sagt er, ich könne doch auch gerne was anderes unternehmen, ich müsse mich nicht für ihn bereit halten. Ich frage mich dann, wie wichtig bin ich ihm eigentlich?
Ob das wirklich eine Altersfrage ist, weiß ich nicht, aber grundsätzlich wollen wir Frauen Klärung und Entwicklung, während Männer es wohl vor allem schön leicht und locker wollen...
 
  • #18
Gefühle sind übrigens für die meisten Männer wichtig aber er darf sie nicht zeigen da Frauen Schwäche verabscheuen und es seine Position innerhalb der Beziehung massiv schwächen würde. Schwäche darf man als Mann bestenfalls anderen Männern gegenüber zeigen die nicht mit einem in einer Konkurrenzsituation stehen (z.B. Freunde).
Das stimmt.
Genau diese Lektion habe ich im Laufe des Lebens auch gelernt. Frauen kommen nur sehr begrenzt mit männlicher Schwäche klar, im Prinzip dürfen wir auf ihre Hilfe einfach nicht bauen. Andersherum aber durchaus und auch auf Dauer.

Viele Frauen verweisen dann darauf, dass es im Alter anders wäre und sie die Männer pflegen müssten.
Das waren aber die vorigen Generationen, für uns wird es im Alter definitv nicht mehr so sein, egal wie wir gelebt haben.
.
 
  • #19
..
Grundsätzlich denke ich, dass man mit zunehmendem Alter, Erfahrungen, Selbstreflektion bestimmte Fähigkeiten verstärkt hat, aber auch seine ganzen Persönlichkeitsfacetten.

....hört sich toll und taff an und vor lauter Selbstreflexion vergisst man zu tun und zu handeln. Alles wird so extrem analysiert, hinterfragt und krampfhaft aufgearbeitet und man fühlt sich klasse. Das Herz ist einbetoniert und auch sonst herrscht Wachstarrenalarm. Man baut sich lieber künstliche Krücken, schließlich ist ja die Aufzucht von Nachwuchs erledigt, wozu ein Mann und .....ach ja, eine Partnerschaft zu wollen, ist ein Zeichen, dass man nicht allein sein kann........Von Grund auf Gütiger im Himmel hülf.....
Im Tun und Handeln und das mit HERZ, liegt die Kraft, so einfach ist das.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #20
Ich glaube, dass viele ab einem gewissen Alter dazu einfach keine Lust mehr haben, und die Aufwand- Nutzen- Abwägung für sie leider deutlich gegen das Risikounternehmen Partnerschaft spricht.

Schade.
Ich mag lieber das Prinzip No Risk - No Fun, was hat man wirklich zu verlieren?

Völlig richtig beschrieben, ich hätte viel zu verlieren, eine hohe Lebensqualität, die von wenig Stress, was Beziehung mit einem Mann, gezeichnet wäre.

Ein Mann sollte mein Leben und ich ihm sein Leben bereichern. Sehe ich für mich als Frau, dass der Mann dazu die Basics nicht mitbringt, dann wäre es doch fatal, auch dem Mann gegenüber respektlos, eine Bekanntschaft, ich meine gezielt Bekanntschaft, denn ehe es eine wirkliche Partnerschaft wird/ist, muss einiges passiert sein, einzugehen.

Es gibt ein gutes Buch zu diesem Thema: Alles für ein bisschen Liebe....? Die Rezensionen kann man im Internet bei Tante Am elesen.

w Ü50
 
  • #21
Das ist meines Erachtens ganz logisch, in der Jugend macht man Fehler, dadurch macht man Beziehungen durch die einen nicht glücklich machen und man weiss immer genauer was man (nicht) will. Mit steigender Weisheit erkennt man, dass eine Beziehung nur gut ist wenn beide damit glücklicher sind als alleine. Zum Glück sind die meisten von uns eben nicht verdammt die selben Fehler wieder und wieder zu machen. Nur so kann man sich verbessern.
Leider fehlt einem junger diese Erfahrung man man fällt so des Öfteren auf die Schnauze.
M32
 
  • #22
Denn Partnerschaften und Liebe ist ein Synonym für Schwäche und nicht allein sein können. Früher war das überlebenswichtig, heute gar nicht mehr. Und ich denke, ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine da, da fast alle Frauen und Männer alleine unabängig bleiben wollen. Warum sich sein kurzes Leben so schwer mit Beziehungen machen? Warum Kompromisse eingehen? Weil irgend ein ungeschriebenes Gesetz das so verlangt? Oder die engstirnige Gesellschaft? Nein, danke!
Das wirkt auf mich sehr traurig und verbittert. Ich sehe es eher so, dass ich mir ganz sicher mein kurzes Leben nicht schwer machen möchte - in allen Lebenslagen. Aber es gibt ja durchaus auch Beziehungen, die das Leben nicht schwer machen, sondern bereichern und in denen Kompromisse machen weder ein großes Thema noch ein langdauernder Streitpunkt ist. Für mich sind (meine) Liebe und (meine) Partnerschaft weder Schwäche noch ein Ausdruck von "nicht alleine sein können". Ganz im Gegenteil, meine gut funktionierende Partnerschaft stärkt mich, gibt mir Freude, bereichert mich, lässt mich wachsen - totzdem es auch schwierigere Phasen gab. Ich glaube, die wenigsten Menschen wollen wirklich alleine unabhängig sein, denn Menschen sind irgendwie auch nur "Rudeltiere" und Liebe/Zärtlichkeit/Sexualität menschliche Grundbedürfnisse. Ich denke, dass diese Menschen durch schlechte Erfahrungen und einen fehlenden kompatiblen Partner einfach so negativ und verhärtet in ihrer Einstellung und Liebesfähigkeit geworden sind. Das ist schon sehr traurig...
 
  • #23
Viele Frauen verweisen dann darauf, dass es im Alter anders wäre und sie die Männer pflegen müssten.
Das waren aber die vorigen Generationen, für uns wird es im Alter definitv nicht mehr so sein, egal wie wir gelebt haben.
Ja, wir werden alleine geboren, wir leben alleine und wir sterben alleine. Das sollte sich jeder vor Augen halten und da ändert ein Lebensabschnittspartner nichts, absolut gar nichts.
Vielleicht haben das vorherige Generationen anders gesehen aber heute ist das die Realität und diejenigen die diese akzeptieren werden vielleicht nicht glücklicher aber immerhin ersparen sie sich Unglück und Ärger.
 
  • #24
Warum können wir später oft weniger gut miteinander reden?

Liebe pixi67,

obwohl ich hier erfahren durfte, dass das "gut miteinander reden können" eine Herausforderung sein könnte, bin ich der Meinung, dass das eher ein Problem des Wollens ist.

Mal davon abgesehen, dass in meiner einzigen und langjährigen Beziehung ein gleichberechtigtes Geben und Nehmen sowie Teilhabe in dem Sinne, dass jede/r sein Bestes beigetragen hat und dies vielleicht nicht immer 50:50 (z. B. habe ich mehr Haus- und Kinder"arbeit" geleistet), selbstverständlich war, habe ich nun (m)einen AE-Single-Haushalt mit allem Drum und Dran recht gut selbst im Griff. Eine Frau ist/wäre nur noch ein, hoffentlich positives, "Mehr", aber zum Alltäglichen nicht zwingend notwendig. Ich habe nun Freiheiten auf die ich nicht (mehr) gerne verzichten möchte, das macht die "Integration" einer Frau (zunehmend) schwieriger. Da fühlt sich ein (schnell[er]es) Kommen und Gehen fast schon "normal" an.

Ob es eine Beziehung für mich mal wieder so selbstverständlich wie lange gewohnt geben wird, weiß ich nicht. Wenn ich an meine Erfahrungen, auch in jüngerer Vergangenheit, denke, sollte/könnte dies vielleicht eher nicht sein. Vielleicht geht es vielen im "höheren" Alter so oder liegt nur daran, mit sich im Reinen zu sein und die wirklich Richtige zu finden. Beiderseitig.
 
  • #25
Ich glaube, dass viele, die in einer ernstgemeinten Beziehung waren mit Engagement nach eigener Definition (kann auch ein Mann sein, der nichts weiter gemacht hat als Geldverdienen und Abgeben für die Finanzierung von Frau und Kind und dafür zu Hause unterwürfig war), der Meinung sind, sie hätten viele Kompromisse gemacht. In der nächsten wollen sie das nicht mehr und "auch mal dran sein" damit, dass es hauptsächlich um ihre Bedürfnisse geht. Wenn der Umschwung zur Erkenntnis kommt, dass es immer noch ein anderer Partner ist, der da kommt und auch Berechtigung auf Erfüllung seiner Bedürfnisse hat, wie man selber es will, klappt es auch mit der nächsten Beziehung und man hat einen passenderen Menschen, einfach weil man ihn bedachter wählt als noch Frau/Mann, die/den man mit 30 als passend erachtete. Für Kinderkriegen war sie/er das vielleicht, aber danach ist die Grundlage weg für weiteres Zusammensein.
Schafft man die Erkenntnis nicht, gibt es ewig lange Liste mit Wünschen, die niemals jemand erfüllen könnte.
 
  • #26
Am Anfang finden sie es nämlich super, endlich mal eine Frau, die nicht klammert. Es geht immer nach einigen Wochen oder Monaten los, wenn es ihnen dann doch zu wenig ist.
Ich ticke ähnlich bzw. hatte in meiner Beziehung diese Tendenzen nicht, dass ich als Frau MEHR Beziehung wollte und ganz natürlich davon ausgegangen war, dass jeder noch sein eigenes Leben hat und seine eigenen Ziele verfolgt. Das war ein ständiger Streitpunkt. Am Ende der Beziehung hatte ich das Gefühl, dass es daran kaputtgegangen war, dass ich nicht dieses Verhalten zeigte, das viele Männer anscheinend von Frauen erwarten: SIE soll jammern, dass man mehr Zeit miteinander verbringt. Sie soll dauernd sagen "und was ist mit UNS". Mein Gefühl ist, WENN ich mich jemals so weit eingelassen hätte, die Beziehung zu meinem Lebensmittelpunkt zu machen, wäre es genauso gekommen wie in vielen Beziehungen: Ich wäre Alleinunterhalterin gewesen und hätte betteln dürfen, dass doch der Vielbeschäftigte auch mal ein paar Ideen für Pärchensachen hätte bzw. Zeit dafür. Das war zwar in meiner Beziehung auch so, dass ich mit viel mehr Vorschlägen kam, was man zusammen machen könnte und immer ein Verschieben oder "na gut" kriegte, also Gleichgültigkeit, statt Begeisterung oder Gegenvorschläge außer Treffen mit seiner Familie, wo man sowieso hin musste, aber ich hatte im Hinterkopf halt immer noch eigene Pläne für mein Leben, die aber nicht genehm waren und als egoistisch bezeichnet wurden, und bei denen ich heute bedauere, dass ich sie nicht einfach durchgezogen habe und es drauf ankommen ließ, weil mir die Beziehung so wichtig war.

Der Witz daran ist, dass diese Bettelei um mehr Zeit und mehr Beziehungsengagement einem Mann irgendwann auf die Nerven geht, er aber genau das zu brauchen scheint, dass die Frau noch unter seiner Kontrolle ist, ihn noch liebt oder was auch immer. Die nervige Bettelei würde gar nicht stattfinden, wenn die Frau noch eigene Sachen hätte, die ihr wichtig wären, auf die der Mann aber eifersüchtig wird und Spielchen beginnt, genau dann Zeit "für uns" einzufordern, wenn die Frau DAS machen will. Oder es passt halt nicht in sein Lebenskonzept, er hat Angst, dass er Kompromisse in seinen Absichten machen muss, die, bei dem, was ich sehen konnte, Karrieremachen heißen. Ich hab schon öfter gehört, dass in manchen Fällen der Satz fiel "ja, wenn du dann noch DEINEN Haushalt machen kannst, kannst du es gern tun".
 
  • #27
wenn...dem Mann später bewusst wird, was er alles diesbezüglich gemacht und mitgemacht hat, Freiheit und Unabhängigkeit eingebüßt hat, möchte er dann danach umso mehr Freiheit und Unabhängigkeit leben und nicht mehr mit ständigen Kompromissen konfrontiert werden!
Das ist nicht nur auf Männer beschränkt, denn als Frau hat man ja durch die Familiengründung in der regel die viel größeren Opfer zu machen - Karriere futsch, Rente kleiner, keine Freizeit mehr die nächsten 10 Jahre,...
Allerdings stellt sich die Frage bei Ü40-Paaren ja nicht mehr, ob sie Kinder bekommen, denn Männer wie auch Frauen sind mit Ü40 zu alt für eine neue Familiengründung - also können sie sich als Paar genießen und all die Dinge machen, die sie früher verpasst haben.
Ich z.B. bin entspannt und will gar keinen Partner, der jeden Tag MIT mir plant - bei mir gäbe es den Freizeitkonflikt also nicht, solange er nicht seine gesamte Freizeit alleine verplant.
Mit 40+ sind allerdings v.a. Frauen nicht mehr abhängig von einem Mann - sie müssen weder heiraten noch Kinder bekommen, also muss der Mann schon gut ins Leben passen, sonst sind die meisten auch nicht traurig, keinen Mann zu haben.
Vielleicht geht es manchen Männern ähnlich.
Auch weiß man genauer, was man will und was nicht, erkennt narzisstisch Gestörte, Schmarotzer, Schwätzer, Habenichtse... all diese Männer hat man früher wesentlich später erst entlarvt.
Es dauert vielleicht etwas länger, einen passenden Mann zu finden, aber klappen tut es - sehe ich jeden Tag in meinem Umfeld. Schwierig ist es, wenn die Expartner noch rumschwirren oder wenn es finanzielle Probleme gibt, aber ansonsten kenne ich einige ganz süße Paare jenseits der 40 oder sogar 50.
 
  • #28
Ich denke, dass sowas bei Paaren mit gestörter Kommunikation der Fall ist, bei denen sich die dicke Luft über die langen Jahren so angestaut hat. Ich denke aber auch, dass es keine Frage des Alters ist, und auch nicht selten in Beziehungen vorkommt in denen beide Partner noch etwas jünger sind. Zumindest schätze ich das so ein.
Und...


Die Probleme die du beschreibst kenne ich als Mitt-Zwanzigerin auch schon sehr gut, das sind keine Probleme des Alters. Es fällt eventuell später noch mehr ins Gewicht, weil in meinem Alter sowieso sehr viel Zeit fürs Studium, Freunde, Feiern gehen, etc. eingeplant wird und dadurch weniger gemeinsamer Raum entsteht, auf dem man sich arrangieren muss.

Ich selbst habe sehr oft die Erfahrung gemacht, dass Männer eine Beziehung scheinbar völlig befriedigt, wenn sie es bequem haben. Es stört sie nicht, wenn die Frau die Verantwortung für alles trägt, Entscheidungen trifft die Einrichtung, Haushalt usw. betreffen, solange er seine Hobbys ausleben und seinen Tagesablauf unabhängig planen kann. Wenn eine Frau genau das gleiche von ihrem Mann erwarten würde, dann gute Nacht.

Frauen haben viel komplexere Ansprüche, sie müssen ab einem gewissen Punkt der Beziehung immer mehr um Aufmerksamkeit kämpfen. Meiner Erfahrung nach laufen Beziehungen immer recht gut, wenn Frau nichts einfordert. Dann läuft eben alles so dahin, der Mann ist zufrieden, die Frau hätte gerne mal den Dank für ihre Mühen. Irgendwann kommt das Bedürfnis nach Beachtung dann zurück, eventuell kommt es zu Gesprächen, der Mann ist damit meist überfordert oder fühlt sich angegriffen. Es ändert sich nichts - Trennung. Ich habe in meinem Bekanntenkreis unzählige solche Beziehungen erlebt und meist haben die Männer am Ende herumerzählt, dass die Frau sich ohne Gründe und obwohl doch alles so schön war getrennt hat.

Ich gebe dir da soooo sehr recht, Die Erfahrung habe ich auch mit meinem Ex gemacht.
Gruß,
blondblau (W, 25)
 
  • #29
Das ist nicht nur auf Männer beschränkt, denn als Frau hat man ja durch die Familiengründung in der regel die viel größeren Opfer zu machen - Karriere futsch, Rente kleiner, keine Freizeit mehr die nächsten 10 Jahre,...
Danke, gebe dir in vollem Umfang recht! Jedoch sehe ich als Ursache für spätere Beziehungsprobleme der einseitige und oft biologischer Drang für die Familie/ Kinderplanung, geht oft massiv von Frau aus, die dann deshalb zuviele Kompromisse eingeht, um diese Planung nicht negativ zu beeinflussen, jedoch später in der Brüche landet!
 
  • #30
...sind die meisten auch nicht traurig, keinen Mann zu haben...
Moin,

mal davon abgesehen, dass ich mich schon frage, woher diese Weisheit stammt... woher weißt du, worüber "die meisten" traurig sind... hast du sicher recht: wenn ich nicht traurig darüber bin, etwas nicht zu haben, das möglicherweise Sorgen, Kosten, Schmerzen verursacht, das Zeit kostet, das mich von anderen Freuden des Lebens abhält, wie z.B. auch Kinder... wozu soll ich mir das dann überhaupt antun?

Andererseits: Ja, super, man hat gezeigt, dass es geht, dass man sich an alles gewöhnen oder sich das zumindest erfolgreich einreden kann. Aber das heißt noch lange nicht, dass das Leben ohne Beziehung in irgendeiner Weise erstrebenswert ist.

manchmal
 
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