• #1

Durch Google Street View leichter auffindbar für unliebsame Ex-Partner?

Habe gestern den Bericht über Google Street View im Ersten gesehen und finde das doch relativ bedenklich. Gerade vor dem Hintergrund, dass ich nicht als gläserner Mensch auch noch mein Zuhause im Internet sehen möchte. Zudem gibt es bei mir die ein oder andere Ex-Partnerin, der ich nicht unbedingt präsentieren möchte, wie ich lebe. Ich überlege mir mich aus allen Telefonbüchern löschen zu lassen..Wie seht Ihr das?
 
G

Gast

  • #2
Ich bin ziemlich fassungslos ueber diese Debatte in Deutschland, wie sie gefuehrt wird. Als Halbdeutscher, der in mehreren Laendern gewohnt hat, und gerade mal wieder vor kurzem herzog, kann die

- Netzfeindlichkeit (das "Internet", das es als Massenphaenomen immerhin schon seit 1990 gibt, wird als "neu" und als "bedrohlich" empfunden, ist kaum zugaenglich, allenorts passwortgeschuetzt).

- Paranoia ueber den Datenschutz (get over it, diese Information ist schon deswegen geschuetzt, weil sie irrelevant ist, oder wie wichtig glaubst Du, ist die Ansicht Deines Hauses?)

gar nicht fassen. Ich bin ratlos, und wuensche mir mehr Leute, die offener sind und auch mal aus ihrem winzigen Kasten rauskamen. Dann wuerden sie auch wahrscheinlich nicht solche Positionen beziehen.

Wer meine Position wiederum streng findet, der oder die solle mal nachsehen, in wievielen Laendern es eine Debatte im Google Street View gibt (ha ha, meines Wissens in genau einem).
 
  • #3
McArthur, ich glaube, du unternimmst hier einen eher kläglichen Versuch, ein aktuells politisch-gesellschaftliches Thema in einem Forum für Liebe und Partnerschaft unterzubringen. Das Argument, dass du deiner Ex-Partnerin nicht unbedingt präsentieren möchtest, wie du lebst, ist doch lächerlich. Das weiß sie doch längst aus der Zeit, in der ihr zusammen wart. Und das Löschen aus Telefonbüchern würde ich ganz unabhängig von GSV empfehlen.

Ich finde die Hysterie um GSV etwas befremdlich. Was kann man denn auf den Bildern schon groß sehen? Die Fassade deines Hauses vielleicht. Vielleicht auch Teile des Gartens oder die Farbe deiner Gardinen. Das sind doch alles keine schützenswerten Informationen.

Eine Einschränkung würde ich machen, wenn aus den Google-Bildern Zuordnungen von Personen zu Objekten (zum Beispiel irgendwelche Etablissements) hervorgehen würden. Für diese Fälle muss das Recht eingeräumt werden, dass die Personen unkenntlich gemacht werden müssen. Da jeder weiß, in welchen brisanten Szenen er sich aufhält, hat auch jeder die Chance nachzuschauen, ob Google ihn vielleicht in flagranti erwischt hat.

Die Vorteile von GSV überwiegen für mich ganz klar, nämlich dass man sich Urlaubsgegenden genauer anschauen kann. Deswegen plädiere ich pro GSV mit der Möglichkeit der Unkenntlichmachung auf ausdrücklichen Wunsch hin.
 
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Gast

  • #4
Ich finde die Debatte auch mal wieder, wie so vieles in Deutschland, völlig überzogen!!

Was ist mit all den Fußgängern, die Dein Haus queren? Und aus dem Telefonbuch würde ich mich, wenn nicht gerade gewerblich, sowieso löschen lassen. Das ist doch heutzutag antiquiert. Oder stehst Du womöglich noch mit kompletter Anschrift drin? Das zum Thema "Ex-Partnerin, der ich nicht unbedingt präsentieren möchte, wie ich lebe"...

w,45
 
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Gast

  • #5
Ich finde mein Zuhause schon seit Jahren im Internet bei Google Earth. Auch gab es schon detaillierte Luftaufnahmen von meiner Siedlung seit Ende der 80er Jahre.
Ich bin gleichfalls erstaunt, wie hier die Debatte in D verläuft.
Meine Ex-Partner müssen mich nur googeln und werden dann alle möglichen Treffer aufgrund
von beruflicher Präsenz erhalten. Ich finde es viel krasser, wieviele Menschen über die sogenannten Social Networks (facebook, Xing, stay friends etc.) ganz freiwillig Privates freigeben.

Und an den/die FS : Was hat Du denn mit Deinen Ex Partnern gemacht, dass Du vor Entdeckung so eine panische Angst hast ??
 
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Gast

  • #6
Wenn eine Ex Deine aktuelle Adresse kennt, wirst Du nicht verhindern können, dass sie gelegentlich vorbeifährt und Deine Wohnung von außen betrachtet. Wenn nicht - es besteht bei Google nur eine Verknüpfung von _Adresse_ zu Fassade, nicht von _Name_ zu Fassade.

Du kannst Dich aus allen Telefonbüchern löschen lassen; das hat dann allerdings den Nachteil dass Deine Nummer von allen nicht gefunden werden kann, nicht nur von Deinen Exen nicht. Es ist nicht verpflichtend, mit Adressdaten im Telefon zu erscheinen; nur die Adresse aus den Telefonbüchern löschen zu lassen, scheint mir der "sanftere" Weg.

Stichwort "Wasch mich, aber mach mir den Pelz nicht nass": Du hast Deine Partnerschaften (mit) zerbrochen und Dir die Exen damit zugelegt. Jetzt musst Du halt damit leben. Finde Dich damit ab, sie müssen es auch.

Stichwort "Paradewageneffekt": Nicht alles, worum die Medien einen großen Buhei veranstalten, weil Sommerloch herrscht und sonst nichts los ist, ist es auch Wert, dass man selber darum einen genauso großen Buhei veranstaltet. Man kann den Paradewagen (band wagon) auch achselzuckend und kopfschüttelnd vorbeiziehen lassen und zur Tagesordnung übergehen. Das ist oft die sinnvollere und aufregungsärmere Form der Lebensgestaltung. Es gibt nämlich Wichtigeres im Leben als aneinandergereihte Hausfassadenfotos.
 
  • #7
lieber Fragesteller, dein Zuhause kann sich jeder ansehen, der sich auf der Straße vor deinem Haus aufhält - ich glaube nicht, daß du diese Straße für den öffentlichen Verkehr sperren lassen kannst, nur damit sich deine Exfreundinnen kein Bild über deine Wohnsituation machen können.....

Ich bin Google gegenüber etwas vorsichtig und werde die Infos, die dort über mich gespeichert sind, auf alle Fälle deshalb überprüfen weil man inzwischen weiß, daß Google in der Vergangenheit auch illegale Informationen gespeichert hat. Das muß nicht sein!

Ansonsten hat es jeder (zumindest in Deutschland) selbst in der Hand, ob er zum gläserenen Menschen wird. Ob sich jemand mein Haus von der Straße aus oder via Internet betrachtet, ist mir total egal. Wenn nicht, baue ich eine Mauer.
 
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Gast

  • #8
Mit Begeisterung schaue ich mir die Bilder in Google an. Ich freue mich, wenn ich mir das Haus meiner Freundin in Paris anschauen kann. Das bringt mir die Welt doch sehr viel näher und ich kann alles sehen was ich sehen möchte, ohne extra dorthin zu müssen. Ich finde es gut und freue mich darauf. Personen sollten unkenntlich gemacht werden.
Ich hoffe die Bilder bleiben auch aktuell.
Wenn jemand nicht möchte , das andere wissen wie und wo man wohnt, dann darf man seine Adresse halt nicht bekannt geben. Ist doch jedem selbst überlassen. Wenn ein Ex mein Haus sieht, na und soll er doch weinen.
 
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Gast

  • #9
Ist doch prima, dann kann die Nogo Liste endlich noch länger werden, wenn das Haus zu langweilig, der Garten zu klein, ohne Teich, die Vorhänge zu grell.....
 
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Gast

  • #10
Auch ich finde die Paranoia völlig überflüssig. Wenn das deine Expartnerinnen wirklich interessieren würde, dann können sie das live tun. Ich frage mich auch, was Google Street View mit gläserner Mensch zu tun hat? Alle Personen werden unkenntlich gemacht und Nummernschilder ebenso. Hausansichten wegen persönlicher Intimspähre zu schützen ist einfach nur lächerlich. Das hieße ja, dass ich in Zukunft mit verbundenen Augen durch die Straßen gehen müßte, damit ich nicht das Persönlichkeitsrecht einzelner verletze.

Wie 1 denke ich, dass wir hier in Deutschland was Technik und deren Anwendung betrifft uns selber im Weg stehen. Einesteils machen wir uns Gedanken um Häuserfassaden, andererseits haben nicht unerheblich viel Leute Kundenkarten von Konzernen, die genau analysieren was und wie wir einkaufen. Das stört die Leute dann nicht bei 2% Preisnachlaß, obwohl diese Informationen den "Kunden" wirklich gläsern machen. Selbst bei diesem Thema bin ich persönlich aber noch nicht einmal skeptisch.
 
  • #11
Ok, Ihr habt mich überzeugt..Beruflich musste ich leider öfter mal in eine andere Stadt ziehen und habe deshalb einige Ex-Partnerinnen in anderen Ländern, Städten, die dann nicht eben mal an meinem Haus vorbekommen können. Das ist auch gut so..Hat auch einen Hintergrund: Meine letzte Freundin, von der ich nun getrennt bin, hat leider eine ziemilche Stalking-Mentalität entwickelt, das ist jetzt auch kein Spaß! Man fühlt sich einfach verfolgt und bekommt es mit der Angst zu tun, wenn Dir plötzlich jemand am Telefon sagt ich stehe jetzt vor der Backsteinfassade und kann Dich auf dem Balkon sitzen sehen...Aber Ihr habt natürlich Recht, Google Street View ist nur eine "Momentaufnahme" und andere personen können ja nicht immer den Status-Quo vor Deinem Haus sehen (mit Blumen, anderen Details...). Danke für Eure Antworten!
 
  • #12
Manchmal frage ich mich ob ich in meinem Leben wirklich alles anders gemach habe oder ob ich einfach nur Glück hatte. Ich vertrag' mich mit allen meinen Expartnerinnen, versteh' mich gut mit ihnen und sehe einige davon sogar öfters. Mit nicht wenigen unternehme ich öfters etwas und war sogar mit ihr und ihrem neuen Freund im Urlaub und es war klasse. Bisweilen frage ich mich welche Menschen in Deutschland leben und was für Probleme sie eigentlich haben..
 
  • #13
Naja, die Geschichte mit der Ex war wohl eher ein kluger Schachzug, um dieses aktuelle Thema hier in einem Partnerschafts- Forum unter zu bringen.

Zum Thema: Ich empfinde die Skepsis gegenüber Street View als gewaltig übertrieben! Schließlich genießen wir schon lange Google- Earth und nutzen es ohne Ängste. - Dabei sieht man hier direkt IN Gärten und über Zäune,also wirklich Privates.
 
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Gast

  • #14
Was kaum aufgefallen ist: längst sind von => Sightwalk <= viele deutsche Städte in's Netz gestellt worden. So wie ich es von Google auch in der Schweiz und in Frankreich kenne.

Ich sehe meine Strasse dort. Wann sie eingestellt wurde, weiß ich nicht, aber diese Aufnahmen müssen vor mindestens einem Jahr gemacht worden sein (danach hatte sich hier etwas verändert) . Es könnten aber auch schon 2 oder 3 sein....
 
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Gast

  • #15
Finde diese Debatte auch vollkommen überzogen. Man kann sich doch schon ewig Satelitenaufnahmen von seinem Haus, dem des Nachbarn, des Ex-Freundes, eines potenziellen neuen Partners, usw., usf. im Netz anschauen. Was ist dabei? Wer im Netz unterwegs ist, ist nun mal ein Stück weit gläsern.

Dass Verbrechen begangen werden bzw. dass Daten nicht im Sinne des Eigentümers verwendet werden ... das gab es doch auch schon für der Verwendung des Internets.
 
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Gast

  • #16
Street View stört mich per se nicht unbedingt, da jeder das was Street View zeigt auch problemlos im Original anschauen kann. Was mich stört ist die Tatsache, dass google unendlich viele Informationen sammelt.

Und sehr viel schlimmer als Street View finde ich die Luftaufnahmen, denn DA sieht man wirklich in persönliche Bereiche, die man als Hausbesitzer normalerweise vor den Augen der Öffentlichkeit abschirmen kann. Bei meinenm Haus zum Beispiel erkennt man bei google maps genau den rückwärtigen, nicht zugänglichen und nicht einsehbaren Teil des Gartens, und ich könnte mir vorstellen, dass Einbrecher sich auf diese Weise sehr gut informieren können, in welche Häuser sie unbeobachtet durch eingewachsene Grundstückseiten eindrigen können.

w53
 
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Gast

  • #17
Man kann auch Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Bildern des Hauses bei Google einlegen! Infos und Anleitung findet man im Net!