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Gast

  • #1

Ehe der Eltern - Vorbild?

Hallo zusammen,

seid ihr der Meinung, dass die Ehe/Beziehung eure eigene Ehe/Beziehung(en) und die Partnerwahl beeinflusst?

Ich habe Eltern, die seit 35 Jahren eine sehr harmonische Ehe führen, sich lieben, einen wahnsinnigen respektvollen Umgang miteinander pflegen, sich gegenseitig gut tun. Einfach Ying&Yang! Sie sind zufrieden mit sich und ihrem (bescheidenen) Leben und genau das strahlen sie auch aus, sie haben sich und das reicht Ihnen.

Ich erwische mich immer wieder dabei, genau das auch zu suchen und ich Beziehungen beende, die für mich einfach nicht das Potential haben für eine glückliche gemeinsame Zukunft. Dabei habe ich - aus meiner Sicht - keine unglaublich hohe und unerfüllbare Vorstellungen und Ansprüche an eine Beziehung.
Ein Porsche kann für mich kein "Verständnis füreinander" ersetzen, die gute Wohngegend aus der der Mann kommt keine "Aufmerksamkeit&Interesse" am Gegenüber, guter Sex kein "respektvoller Umgang" miteinander. Man könnte ewig so weitermachen.
Mir ist z.B. auch sein Umgang mit anderen Menschen wichtig - ein Mann, der mich auf Händen trägt aber die Bedienung im Cafe sowas von abfällig behandelt und für den Menschen, die unter 3000 Netto verdienen, Nichtskönner sind und kein Ehrgeiz in ihrem Leben entwickelt haben echt ein Graus...

Ich wünschte, ich wäre mit Geld, Status und Ansehen des Mannes zufrieden, dann wäre ich wahrscheinlich längst verheiratet mit 2 Kindern, einem Haus mit allem SchnickSchnack und 3x Urlaub im Jahr...
Man könnte meinen, ich suche "in falschen Gegenden" - aber auch bei Männern, die Materielles nicht bieten können fehlen mir ganz wesentliche und unverzichtbare Dinge einer Beziehung.

Woran liegt es?
 
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Gast

  • #2
Ich denke schon, dass eine Korrelation vorhanden ist - eher aber auf das langfristige Funktionieren und nicht schon von vorne herein in der Wahl. Meine Eltern sind genauso, wobei eher das mein Vater sehr viel Glueck hatte mit seinem Job. Meine Großeltern sind genauso seit ueber 50 Jahren.

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass das eher abschreckend wirkt. Eine meiner ex'en(klingt nach viel - sinds aber net...) hat mal gemeint, dass man sich etwas klein vorkommt in solchen Familien in denen es sowohl menschlich von der laenge der Beziehungen, bildungsmaessig als auch finanziell recht gut aussieht.

Ja ich wuensche mir das auch, aber ist das so falsch eine lebenslange und harmonische Beziehung zu fuehren?

M25
 
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Gast

  • #3
Zweifelsohne spielt die Ehe der Eltern eine Rolle - die Ehe meiner Eltern dient mir bis heute als abschreckendes Beispiel. Genauso möchte ich es nicht haben, Sprachlosigkeit, Disrespekt. Vermutlich ist diese Ehe auch einer der Gründe für meine Dauersingledasein.
 
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Gast

  • #4
Ich kann die Ehe meiner Eltern auch nur als abschreckendes Beispiel sehen. Ich habe den Fehler gemacht, einen Mann zu heiraten, der in der Interaktion meinem Vater sehr ähnlich war: rechthaberisch, aufbrausend, uneinsichtig gegenüber eigenen Fehlern, Fremdgänger. Meine Therapeutin erklärte mir das damit, dass man sich zu dem hingezogen fühlt, was man kennt.

Immerhin habe ich im Vergleich zu meiner Mutter die Ehe beendet, in dieser Hinsicht wenigstens am abschreckenden Beispiel gelernt: sie begründete ihr verharren in der Ehe mit der wirtschaftlichen Abhängigkeit als Nur-Hausfrau. Insofern habe ich sehr viel Wert auf Ausbildung, Weiterbildung und Vollzeitberufstätigkeit gelegt. Der Trennung standen somit zumindest keine Sachzwänge entgegen.

Meine ältere Schwester hat übrigens den gleichen Fehler der Partnerwahl gemacht. Als Hausfrau sieht sie sich genötigt, das auszuhalten. Immerhin hat sie gut nach oben geheiratet, sodass sie einesn sehr hohen Lebensstandard als Schmerzensgeld erhält.
Meine jüngere Schwester hat sich genau den Gegenentwurf gewählt: einen entspannten, sehr liebevollen Ehemann, der wenig Ehrgeiz hat. Sie hat eine tolle glückliche Familie.
 
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Gast

  • #5
Ich war noch nie verheiratet. Aber ich denke schon, dass viele Menschen sich in Ehen am Verhalten der eigenen Eltern orientieren. Ich stamme aus einem anderen Kulturkreis und habe in mehreren deutschen Familien festgestellt, dass die einzelnen Mitglieder - wenn sie zu Hause sind - fast ausschließlich während der gemeinsamen Mahlzeiten am Tisch miteinander kommunizieren. Nach dem Essen verziehen sich die Personen in ihre Zimmer und reden fast gar nicht mehr mit den Partnern, Eltern, Geschwistern, usw. Dann ist es kein Wunder, wenn ein solcher Mann viel Freiraum braucht und seiner Partnerin wenig Aufmerksamkeit schenkt.
 
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Gast

  • #6
Meine Eltern sind seit über 37 Jahren glücklich verheiratet. Sie sind ein echtes Vorbild für mich. Sie führen eine Partnerschaft auf Augenhöhe und es gibt nicht nur Harmonie, sondern auch mal Streit, also ganz normal.
Ich wünsche mir auch, dass ich endlich einen netten Mann treffe, mit dem ich zusammen bleiben kann, aber leider treffe ich häufig Männer, die zwar attraktiv und gebildet sind, aber doch zu egozentrisch sind und für eine dauerhafte Beziehung nicht in Frage kommen, weil sie letztlich nur an sich denken, nur über rudimentäre soziale Kompetenzen verfügen und eher auf der Suche nach Bestätigung und Abwechslung als nach einer Beziehung auf Augenhöhe sind.
Ich habe inzwischen aufgehört, wirklich zu suchen. Ich bin eher enttäuscht vom anderen Geschlecht, weil ich häufig als "trophy-wife" herhalten musste und festgestellt habe, dass mein "Partner" mich herumzeigen wollte, um bei Geschäftspartnern oder Kollegen als toller Hecht dazustehen. Meine Eltern sind immer entsetzt, wenn ich erzähle, wie manche Männer, die sich zunächst um mich bemühen, aufführen und wie wenig sie später in eine "Beziehung" investieren möchten.
 
  • #7
Viele messen bei der Partnerwahl sowie Beziehung, ihre Eltern und deren Beziehung als Maßstab.
ggf. haben dann Probleme, weil die Kandidaten/innen mit diesem Maßstab nicht mithalten können ?

Bei mir (m,51) ist es umgekehrt. Ich suche und biete was Besseres, als es meine Eltern hatten.
Treffe aber meistens auf Frauen, mit Denen es noch schlimmer ist oder wäre. Ich bewundere dann deren Männer, daß die es aushalten. Aber die haben andere Maßstäbe ?

E ist schwieriger geworden. Nicht "Topf sucht Deckel" sondern "Schloss sucht Schlüssel".
Aber meine früheren Generationen hatten es bei der Partnersuche + Ehe tlw. auch nicht leicht.
Nur deren Maßstäbe und ggf Probleme waren anders, als heute ?

Die meisten Männer sind m.E. für Beziehungen abschreckende Beispiele. So will ich nie sein, und nie Frauen so behandeln. Das ist mein Maßstab, aber der muß trotzdem nicht Jedem gefallen.
Und das sieht man mir nicht an, daß ich eine Partnerin besser behandle und umgehe.

Umgekehrt erlebe ich bei Frauen Ähnliches. Die Frauen, die wirklich menschlich und sozial kompetent sind, sieht man oft Denen auf den ersten Blick nicht an.

Daher mein Tipp: Beobachtet die Leute, wie sie (ihre) Kinder behandeln.
Oder bringt dazu Kandidaten/innen mit Kindern zusammen.
Wie gefällt Euch die Beobachtung ?
Wie wurdet ihr als Kinder behandelt ? Wie würdet ihr Kinder behandeln ?
Aus diesen Faktoren und Erkenntnissen = den passenden Partner/in finden ?
(Auch wenn der selber keine Kinder hat oder Keine will. Oder ihr keine Kinder (mehr))
 
  • #8
Natürlich hat die Beziehung der Eltern Einfluss. Beispiel erzieht nunmal.

Ob positiv oder negativ jedoch liegt auch an einem selbst. Jetzt hast Du liebe FS Glück gehabt ein toles Elternhaus zu haben und strebst das für Dich auch an- und das ist das Ideal was ALLE anstreben. Keiner sucht bewusst nach dem 100-jährigen Krieg, keiner sucht sich bewusst jemanden aus der Ihm nicht gut tut.
Unbewusst aber eben halt doch oft. Das Gute daran ist- wenn man den mechanismus kennt kann man ihn ändern. So habe ich für mich entschlossen eine andere Beziehung führen zu wollen als dies mein Vater gemacht hat- und es gelingt mir weitgehend auch.

Daher liebe FS- halte an Deinen Idealen fest- nur musst Du Dir halt auch darüber im klaren sein dass ein gewisser materieller Anspruch immer auch mit einem Verlust an gemeinsamer Zeit und einem Alphapartner einhergeht. Fett verdienen als Betamensch und 30h-Woche geht nicht.

Um das klar zu machen: Alpha und weniger Zeit muss kein Problem sein, auch solche können Beziehungen führen mit Liebe Respekt und Wertschätzung. Am besten wenn beide auf der berühmten Augenhöhe sind.
 
  • #9
Liebe FS, es ist so schön zu lesen, wenn du aus einem so harmonischen Elternhaus stammst und es ist überhaupt nicht daran zu zweifeln, dass auch du so etwas suchen und finden möchtest. Du weißt somit ziemlich genau, was du möchtest und da kann die Suche halt unter Umständen etwas länger dauern. Am Ende wirst du dann genau den richtigen Mann für dich finden - Status, Einkommen und das drumherum werden dann automatisch passen.

Du wünscht dir nicht wirklich, dass dir Aussehen, Status und Geld genügen würden. ;) Du kannst ruhig an deine Ideale und wirklichen Wünsche glauben! Bleib stark, denn sonst würdest du nicht du selbst sein! Das Elternhaus prägt einen auf jeden Fall und hat definitiv Einfluss auf die eigene Partnerwahl bzw. Vorstellungen von Partnerschaften.

Was du damit meinst, dass du "in falschen Gegenden" sucht, kann ich nicht ganz begreifen. Egal, wo du hingehst oder auftauchst, da kann auch immer genau der Eine auftauchen, den du gesucht hast bzw. der dich gesucht hat.

Deine Frage, woran es liegt, kann man nur so beantworten: der Richtige war noch nicht dabei, wird er aber noch. Wie gesagt: bleib einfach du selbst und denke und handle nicht so, als müsstest du dich mit "weniger" zufrieden geben - dann würdest du dich nämlich genau auf solche Männer einlassen, die dir vielleicht zwar Geld und Ansehen bieten können, aber das sind nicht die, die du suchst. Bei so einem stabilen und harmonischen Elternhaus würde ich sagen, bist du auf jeden Fall auf der Suche nach einem vernünftigen, bodenständigen, treuen, lieben, ehrlichen Mann, der selbstbewusst und stark ist, dir Sicherheit und Geborgenheit geben kann und dich bedingungslos liebt, ohne dass er sich dabei unmännlich vorkäme. Und der wird vermutlich auch einen soliden Job haben, demnach gebildet sein und mit dir auf einer Wellenlänge schwimmen. Man könnte sagen, das sucht doch jede, aber höre einmal in dich hinein: was wäre dir am wichtigsten? Ein Mann, der mindestens ein so großes Nähebedürfnis hat wie du, oder? Und solche Männer mag es tatsächlich etwas weniger geben - aber: es gibt sie und von denen den deinen zu finden, das wirst du schon noch. :)