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Gast

  • #1

Ehe oder Partnerschaft?

Welche Motivation könnte bestehen, mit 50 oder 60+ erstmals oder erneut eine Ehe einzugehen? Familiengründung ist ja nicht mehr möglich und spielt es eine Rolle, wenn Kinder aus früheren Verbindungen vorhanden sind? Ich stelle mir die Frage, ob ich nochmals eine Ehe eingehen oder lieber mit meinem Partner unverheiratet zusammenleben würde und bin gespannt, wie ihr darüber denkt.
 
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Gast

  • #2
Gerade weil alle anderen Gründe entfallen sind, kann eine Ehe in reiferen Jahren sehr glücklich machen. Bei mir war das der Fall. Meine erste Ehe habe ich aus den von Dir erwähnten Gründen geschlossen - ein Kind war (von mir ungeplant, von meiner Exfrau geplant) auf dem Weg und ich wollte etwas Ruhe und Stabilität in meinem Leben. Der reine Blödsinn. Um ein Kind kann man sich auch ohne Trauschein kümmern und die Richtige kann einem in jedem Alter begegnen. Hektik ist unangebracht. Meiner zweiten Frau habe ich sofort nach meiner Scheidung einen Antrag gemacht und unsere Ehe ist stabil und glücklich, weil ich überzeugt von ihr und unserer Beziehung war. In reiferen Jahren ist auch das Herz klüger und wählerischer.
 
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Gast

  • #3
Eine Ehe sollte auch eine Partnerschaft sein!

Tatsächlich kann man mit seinem Partner auch eine Familie gründen = heiraten, ohne noch Kinder haben zu wollen/zu können. Weil dieser Partner etwas ganz Besonderes ist und man das Bedürfnis hat, dies durch Heirat auszudrücken.

Mir (w) hat sich daher diese Frage nie wie Dir gestellt - die Beziehung mit meinem Partner ist so besonders, dass wir heiraten wollten und dabei hat das Thema Kinder keine Rolle gespielt.
 
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Gast

  • #4
Gründe für eine Ehe:
Man will den Rest des Lebens miteinander teilen - mit dem selben Familennamen.
 
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Gast

  • #5
Mein Mann und ich haben geheiratet, als ich 56 war und er 60.
Aus romantischen Gründen, wie schon andere erwähnt haben.
Und weil eine Ehe etwas ganz, ganz anderes ist als eine Partnerschaft ohne Trauschein.
Wir kennen beides, und es fühlt sich sehr anders an und ist auch anders.

Abgesehen von den romantischen Gründen:
Man sichert sich gegenseitig ab - Stichwort Hinterbliebenenrente etc.
Oder man hat gemeinsam ein Haus gebaut. Oder was Größeres zusammen gegründet oder angeschafft.

Fast alle unsere Freunde in unserem Alter haben - oft nach jahrzehntelanger sogenannter wilder Ehe - in den letzten Jahren geheiratet.
 
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Gast

  • #6
Ich kenne auch Frauen, die sich gegen eine nochmalige Ehe entscheiden, weil dann die Rente/Pension des vertrorbenen Partners wegfallen würden. (Das in der Regel nur, wenn diese sehr stattlich ausfällt).

Irgendwie muss es für Beide eben stimmen. Manche haben Lust mit 55 plus erstmals/nochmals zu heiraten, anderen ist das nicht wichtig. Sie schätzen eine gute Partnerschaft und brauchen dazu keine Ehe. Wie schon erwähnt, kann aber auch hier die finanzielle Absicherung eine Rolle spielen.

Ich finde das sehr privat und jedes Paar sollte es so entscheiden, dass es für beide stimmt. Häufig finden Kinder aus erster Ehe eine Wiederheirat nicht so toll und raten den Eltern davon ab, weil sie ihr Erbe flöten gehen sehen.
 
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Gast

  • #7
Auch für mich macht es emotional einen Unterschied, ob ich verheiratet bin oder nicht. Was in fortgeschrittenen Alter jedoch zu berücksichtigen ist: Was passiert, wenn die Eltern des/der einen oder der/die Ehepartner/in pflegebedürftig wird und in in Pflegeheim oder Seniorenheim müssen? Dann bestehen ganz erhebliche Unterhaltspflichten, weil schon lange nicht mehr gewährleistet ist, dass Schwiegerkinder außen vor gelassen werden. Teilweise ist das von Bundesland zu Bundesland, von Sozialgericht zu Sozialgericht unterschiedlich. Der Selbstbehalt ist lächerlich gering und Planungssicherheit hat man kaum.
Meines Wissens nach ist der Selbstbehalt, wenn ein Ehepartner ins Pflegeheim muss sogar noch geringer, als wenn eines der Elternteile ins Pflegeheim muss. Kann man u.a. in der Düsseldorfer Tabelle nachlesen, wenn ich mich richtig erinnere.

Aus diesem Grund werde ich voraussichtlich erst heiraten, wenn meine Eltern gestorben sind oder wenn die monatlichen Bezüge keine Rolle spielen, weil sie sehr hoch oder sehr niedrig sind.

w/50
 
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Gast

  • #8
Wer schon eine Ehe hinter sich hat, ggf. Rosenkrieg, Gezanke um Geld und Kinder etc. überlegt es sich mehrfach, ob und warum er/sie nochmals heiraten sollte. Grundsätzlich heißt es dann erstmal: NEIN, um Gottes Willen, NIE wieder.

Aber je länger, schöner und partnerschaftlicher eine Beziehung dauert und gelebt wird, um so eher kommt auch der Gedanke: Genau DAS ist der Mensch, den ich liebe und den ich deshalb absichern möchte. Hinterbliebenenrente, Erbe, wenn Immobilien vorhanden sind oder auch Informiertwerden bei Krankheit und Entscheidungsbefugnis. Es sind andere, und wahrscheinlich wohl überlegtere Gründe, die in diesem Alter eine Heirat zur Folge haben.