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  • #1

Ehemann hat Stress im Job und macht auf "dicht"

Diese Frage möchte ich hauptsächlich an die Männer stellen:

Mein Ehemann hat seit ein paar Monaten (wie seine Kollegen auch) den totalen Stresse im Job. Ich versuche ihm so gut wie möglich zu helfen und unterstützen. Aber oft ist es so, dass wenn es zu Hause grad ein Problem gibt dies von einer "Mücke" zum "Elefant" wird. Einfach aus dem nichts. Das geht nun schon länger so und ich versuche ihn ja zu verstehen (in meinem Job ist es grad auch nicht berauschend - aber noch nicht so massiv wie bei ihm). Jeder Versuch, ihn irgendwie auf andere Gedanken zu bringen oder das er abschalten kann, ist bis jetzt misslungen. Egal ob Kino, Freunde treffen, etc. es hat nichts geholfen. Manchmal habe ich schon darüber nachgedacht, ob ein Jobwechsel vielleicht was wäre - aber in der heutigen Zeit gibt es doch in jeder Firma Stress, nicht teamfähige Kollegen etc. Also habe ich den Gedanken gleich wieder gelöscht.


Wie "tickt" Ihr Männer? Dass ihr nicht über alles redet, das ist mir schon klar und wird von mir auch akzeptiert. Aber wie kann man Männer in so einer Situation helfen bzw. euch verstehen?
 
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  • #2
Ich bin zwar eine Frau, finde diese Frage aber sehr gut!
Komisch, dass die Männer jobmässig immer austicken. Die Frauen, die auch arbeiten, die müssen nebenbei noch allen anderen Kram erledigen und da wird nicht nach der Arbeit gefragt.
Ich bin Krankenschwester, habe ein Kind, Haus und auch einen Mann der nur gestresst ist.
Ruhe bleibt mir nicht und ich könnte echt heulen. Aber trotzdem versuchen wir es dem Mann recht zu machen. Eigentlich ganz schön doof..
w,46
 
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  • #3
Bist du dir sicher, dass es am Job liegt? Viele Männer schieben den Job als ihr Problem vor, wenn es in der Beziehung kriselt oder sie Abstand möchten. Schlechte Laune und Partnerschaftsprobleme werden gerne mal mit "Stress auf der Arbeit" betitelt. Das kenne ich zu gut. Auch dass er scheinbar nichts mit dir machen will, zeigt irgenwie, dass er wohl nur seine Ruhe will und alleingelassen werden will. Eventuell nach der Arbeit nur Fernsehen, seine Freizeit genießen und vor allem über nichts reden und diskutieren müssen.
Ist zwar gut gemeint mit dem Jobwechsel, aber versuche ihn nicht vorher zu beratschlagen oder zu etwas zu drängen, wozu er nicht selbst auf die Idee gekommen ist. Ungefragtes Helfersydrom der Frauen ist bei Männern oftmals nicht sehr gerne gesehen.

w
 
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  • #4
Ich bin zwar eine Frau, finde diese Frage aber sehr gut!
Komisch, dass die Männer jobmässig immer austicken. Die Frauen, die auch arbeiten, die müssen nebenbei noch allen anderen Kram erledigen und da wird nicht nach der Arbeit gefragt.

Nach meiner Erfahrung sind Frauen so schlau, sich den Job so zu suchen, dass der Stress nicht ganz so groß ist. Da wird auch schonmal die eine oder andere Beförderung sinnvollerweise abgelehnt, weil sie mehr Stress bringt. Männer nehmen vermutlich auch daher mehr Stress aus dem Job mit nach Hause.

Liebe FS,

halte ihm einfach den Rücken frei, lass ihn so weit wie möglich in Ruhe, biete ab und an mal eine entspannende Unternehmung an (Kino, Wellnesswochenende, Sauna, etc.) und warte ansonsten ab. Ich mache solche Phasen auch mit mir selber aus und habe keinen Diskussionsbedarf (meine Frau würde die Probleme auch nicht nachvollziehen können). Wenn es auf Dauer nicht besser wird, dann wird er schon selbst auf die Idee kommen, den Job zu wechseln...

m, 46
 
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  • #5
Vielleicht will er nicht, dass ihm seine Frau zuhause ständig "hilft und versteht" und ihm damit zeigt, wie schwach er gerade ist. Vielleicht will er zuhause nur seine Ruhe - kein Kino, keine Freunde treffen müssen, nicht sozial sein müssen, sich öffnen müssen, über die Probleme reden ...
Vielleicht ist das seine Strategie um mit Stress umzugehen. Lass ihn doch einfach mal, und wenn Du unbedingt helfen willst, halte die Mücken von ihm fern.
 
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  • #6
Komisch, dass die Männer jobmässig immer austicken. Die Frauen, die auch arbeiten, die müssen nebenbei noch allen anderen Kram erledigen und da wird nicht nach der Arbeit gefragt.

Nicht schon wieder ! Es ist äußerst störend daß hier jede Frage zu einer Mann/Frau-Streiterei verkommt und wie immer das bessere Geschlecht die moralische Überlegenheit reklamiert.
Mir verleidet dies so langsam die Lust hier mitzulesen. Vor allem da sich statistisch diese Aussage NICHT rechtfertigen läßt.

Diese Frage möchte ich hauptsächlich an die Männer stellen:

Wie "tickt" Ihr Männer? Dass ihr nicht über alles redet, das ist mir schon klar und wird von mir auch akzeptiert. Aber wie kann man Männer in so einer Situation helfen bzw. euch verstehen?

Ich denke nicht daß dies ein Männerspezifisches Problem ist.
Streß- und Streßbewältigungstrategien gibt es relativ viele. Man muß einfach darüber reden daß dies ein Problem ist. Es ist häufig so daß gerade ein Partner/Freund da auch besser ein Signal geben kann, da man selbst meist die Anzeichen dafür nicdht so gut wahrnimmt.

Dann sollte man sich selbst mit dem Problem auseinandersetzen und systematisch Strategien ausprobieren die helfen Streß abzubauen. Ich persönlich nutze autogenes Trainung und halte Sonntage vollständig arbeitsfrei. Ansonsten ist Urlaub ein gutes Mittel :)

Viele Probleme lassen sich jedoch nur in der Arbeitweise, Kommunikation bei der Arbeit und Umgang mit den Kollegen ändern. Das ist jedoch sehr spezifisch und deine Frage etwas zu allgemein, daher kann ich keine genaue Antwort geben.

m 33
 
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  • #7
Als Mann möchte ich in einer derartigen Situation eben NICHT ins Kino oder Freunde treffen. Da möchte ich meinen Verstand beruhigen, für mich sein, niemanden sehen oder hören, runterkommen. Säße ich in einem Kino oder hätte Freunde um mich, gäbe es ständig neue Reize, die auf mich einprasseln.

Vielleicht sollten Sie Ihren Mann einmal in Ruhe lassen und ihn nicht mit Freizeitaktivitäten / Unruhe noch weiter "stressen". Irgendwann wird er dann nicht mehr "dicht machen".

m, 34
 
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  • #8
Dieses "seinen Frust ausleben" ist eine Charaktereigenschaft, die man Menschen nicht abtrainieren kann. Es gibt auch Menschen, die haben Zoff mit einer Person und sind dann auch zu allen anderen patzig obwohl sie nichts dafür können. Entweder man kommt mit so jemandem zurecht und spielt den Prellbock oder man sucht sich jemanden, der differenzieren kann.
 
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  • #9
Hallo ich bin es - FS:

Danke für die Tipps. Werde alles jetzt mal zurück-/runterschrauben und ihm seinen Freiraum lassen.

Also dass mein Mann "schwach" ist - das sehe ich ganz und gar nicht so. Ich habe auch kein Helfersyndrom - ich merk nur, dass es ihm in den letzten Monaten nicht mehr so gut geht und sein Nervenkostüm dünn ist. Und ich finde in einer guten Beziehung achtet man auch aufeinander. Wenn es mir egal wäre - dann müsste ich über meine Beziehung nachdenken.....

Aber ich werde Eure Ratschlägen so gut wie möglich umsetzen und wie jemand von Euch geschrieben hat: Die "Mücken" gleich gar nicht aufkommen lassen.

Danke
 
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  • #10
Ich denke, #4 bringt es schon sehr gut auf den Punkt. Als ich (m) im Job richtig dick Stress hatte, musste ich daheim noch alle Kraft aufwenden, um meine Frau davon abzuhalten (!), meinen Boss anzurufen, um ihm "ihre Meinung zu sagen" (!!!).
Unterstütze ihn also, ohne aufdringlich zu wirken, misch dich nicht ein, und gib ihm keine Ratschläge, was du anders machen würdest.
 
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  • #11
wenn er die Arbeit nicht packt, warum wird er dann nicht krank geschrieben ? Am besten nicht nur er sondern auch ein paar Kollegen ... wie waren noch gleich die Geschehnisse am Hauptbahnhof in Mainz im Sommer 2013 ?
 
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  • #12
In einer guten Beziehung würde er trotzdem auch auf dich achten. Klar, wenn grade ein Riesenknall auf der Arbeit wäre, ein besonderer Anlass, kann er mal ein paar Wochen durchdrehen, dir den Rücken kehren und rummotzen. Aber als Dauerzustand und noch dazu mit cholerischen Anwandlungen, nein danke. Wie die anderen schon geschrieben habe, gib ihm ab sofort konsequent keine Ratschläge mehr für seine Jobsituation, er will sie doch sowieso nicht hören und du nervst ihn nur damit. Ich würde aber an deiner Stelle dann auch nicht mehr SEINEN JOB als erstes alltagserfüllendes Thema in der Beziehung akzeptieren.
Du kannst das charmant managen. Wenn er z. B. ständig über seine Arbeit redet, dir davon vorjammert, dann höre ihm zwar zu, aber nicht endllos und nicht jeden Abend und kommentiere es nicht mehr, du kennst ja alles schon, was er sagt, es ist ja immer dasselbe. Nach 30 Min. (wenn das jeden Abend wäre), sage ganz freundlich, entschuldige Schatz, ich muss grade eben noch.... (z. B. bügeln, duschen gehen, was lesen, eine Freundin dringend zurückrufen, was im Internet recherchieren, die Katze füttern etc.). Dann machst du was für dich. Egal, wie er reagiert. Und ich würde, wenn er echt nur noch das Thema Ärger im Job hat und ständig von dir in Ruhe gelassen werden will, auch öfters mal allein oder mit Freunden ins Kino, Theater gehen oder gemütliche Abende machen, denn dein Mann kann nicht erwarten, dass du dein ganzes Leben und deine Freizeit seinem Gejammer über die Arbeit widmest, zumal er ja von dir ohnehin keine Unterstützung annehmen möchte.
 
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  • #13
Diese Frage möchte ich hauptsächlich an die Männer stellen:

Na denn.

Mein Ehemann hat seit ein paar Monaten (wie seine Kollegen auch) den totalen Stresse im Job. Ich versuche ihm so gut wie möglich zu helfen und unterstützen. Aber oft ist es so, dass wenn es zu Hause grad ein Problem gibt dies von einer "Mücke" zum "Elefant" wird. Einfach aus dem nichts. Das geht nun schon länger so und ich versuche ihn ja zu verstehen (in meinem Job ist es grad auch nicht berauschend - aber noch nicht so massiv wie bei ihm). Jeder Versuch, ihn irgendwie auf andere Gedanken zu bringen oder das er abschalten kann, ist bis jetzt misslungen. Egal ob Kino, Freunde treffen, etc. es hat nichts geholfen.

Aus der Ferne, ohne die Beteiligten wirklich zu kennen, sehe ich da zwei Fehler bzw. Ansätze:

1) Ich kenne diesen beruflichen Stress selbst. Es gab Situationen, in der das Arbeitsaufkommen für mein Team auf dem 8fachen vom Normalzustand war (und damit absolut nicht in akzeptabler Zeit zu bewältigen). Er muss lernen, damit umzugehen. Dabei helfen meiner Erfahrung nach zwei Dinge: a) Pragmatismus und b) Ehrlichkeit. Sich also die Situation anschauen, einschätzen, was realistisch (und nicht optimistisch) machbar ist und was nicht. Der Leitung (Ehrlichkeit) genau das erzählen und dabei der Leitung immer Entscheidungsmöglichkeiten anbieten und dabei immer einen eigenen Vorschlag machen. ("Wir können nun a, b oder c machen. Alles zusammen ist realistisch mit den Ressourcen nicht machbar. Es wird also definitiv etwas hinten runter fallen. Ich schlage vor, wir nehmen Weg c. Ist das für Sie in Ordnung oder schlagen Sie eine andere Vorgehensweise vor?") Der Rückhalt für diese Entscheidung muss dann vom Vorgesetzten kommen (man selbst gibt diesen gegenüber dem eigenen Team, was eigene Entscheidungen betrifft). Kommt dieser nicht, ist das der Fehler des Vorgesetzten, nicht der eigene. Man kann Aufgaben delegieren aber nicht die Verantwortung.

Wichtig: Immer alle Fakten auf den Tisch, auch wenn sie unangenehm sind. In Projekten habe ich diese U-Boote immer gehasst, die auftauchen, weil jemand was verschweigt. Überraschungen sind toll zu Weihnachten, aber selten im Projekt.

Dann: Pragmatismus. Mit dem Realistischen dann zufrieden sein und es sich nicht zu Herzen nehmen, wenn etwas hinten runter fällt. Dazu muss man lernen, sich zu distanzieren und davon weg kommen, sich schuldig zu fühlen. Das ist nicht leicht, aber erlernbar. Und dann kann man nach der Arbeit auch dann, wenn es nicht gut läuft und da stressig ist, abends mal abschalten (man hat seine realistischen Ziele erreicht) und dann trotzdem später wieder gut gelaunt sein.

2) Kino und Freunde. Schon das kann erneut Stress verursachen. Er muss nämlich wieder planen und organisieren. Und wenn er sich dafür nur selbst organisieren muss. Wenn, dann so, dass er nicht planen muss. Weihe einen Freund ein, der dann einfach mal alles vorbereitet und ihn abholt, so dass er maximal Schuhe und Jacke anziehen muss und fertig. Manchmal hilft es mir aber auch, tatsächlich einfach mal in Ruhe gelassen zu werden.

Wie "tickt" Ihr Männer? Dass ihr nicht über alles redet, das ist mir schon klar und wird von mir auch akzeptiert. Aber wie kann man Männer in so einer Situation helfen bzw. euch verstehen?

Oh, auch wir reden. Aber anders als ihr. Wenn ich mich mit einem Freund über ein Problem unterhalte, bin ich an Lösungen interessiert. Das kann auch so aussehen, dass er mir sagt, ich selbst mache die Fehler, wenn das der Lösung näher bringt. Ich brauche dann aber niemanden, der mir einfach sagt, dass er mich versteht, weil mir das keinen Meter weiter hilft.

Und wenn ihr Frauen "reden" wollt, dann sieht das meistens so aus, dass wir Männer (und nur wir) uns doch öffnen sollen und alles ausplaudern sollen. Das ist dann meist recht einseitig. :)
 
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