• #1

Ehemann vollzieht 180Grad Wendung, strebt Karriere an; ich fühle mich alleine gelassen

Hallo ihr Lieben,

ich brauche eure Meinungen, um meine Gedanken zu sortieren. Das Leben kommt oft anders als geplant.

Ich bin in der 10. SSW, mein Mann (35) und ich (36) haben von Anfang an geplant, uns alles zu teilen, die Elternzeit und dass wir danach beide 30h arbeiten.
Als ich ihn kennengelernt habe, war er eher Typ Rebell, die Familie an erster Stelle und er sehr auf Work-Life-Balance bedacht, keine Überstunden, genug Urlaub etc.

So. Nun hat er unerwartet das Angebot Chefarzt zu werden (sein Chef hat gekündigt und alle wollen meinen Mann für die Position). Das schmeichelt ihm sehr und er könnte es auch.

Mich stürzt die Situation jedoch in eine Krise, weiß ich doch, was dies für ihn/uns bedeuten würde und wieviel er dann arbeiten würde. Er wäre mit der Klinik verheiratet, würde bis spät abends arbeiten, aus dem Urlaub zurückbeordert werden bei Problemen, die volle Verantwortung. Nix mehr mit pünktlich Feierabend. Elternzeit, Teilzeit, Kind von Kita abholen sind dann nicht mehr drin. Heißt, ich werde automatisch in die Rolle der Vollzeit-Mutti gedrängt und mit der Familie alleine gelassen. Das wollte ich so nie. Ich habe das Gefühl, er ist nicht mehr der Mann, den ich geheiratet habe. Ich fühle mich verraten. Einen Karriere-Mann hätte ich nie gewählt.

Mein Plan für mich selbst war, für die Zeit der Familiengründung im Angestelltenverhältnis zu bleiben, und mir danach einen Kassensitz zu kaufen und mich mit eigener Praxis selbstständig zu machen. Kann ich das wenn ich mit der Familie alleine bin und mein Mann 70h in der Klinik verschollen ist?

Jetzt meine Fragen: Bin ich egoistisch wenn ich versuche ihm die Beförderung auszureden? Er sagt, er verzichte, wenn ich das wolle. Nur was, wenn er mir das später mal übelnimmt, dass ich ihn künstlich kleingehalten habe? Ich komme mir selbstsüchtig vor (oder ist er selbstsüchtig?). Soll ich "hinter ihm stehen" und selbst zurückstecken? Ich liebe ihn, aber möchte mein eigenes Leben und meine Pläne nicht für seine Karriere aufopfern. Ich wünschte, er hätte dieses Angebot erst in 5-10 Jahren bekommen und nicht ausgerechnet jetzt, nachdem wir ein Kind gezeugt haben. Die Schwangerschaft erscheint mir plötzlich als Falle (wobei das Zwockelchen ausgesprochen süß ist und mit den Ärmchen rudert, ich bin ganz verliebt).

Was würdet ihr tun?
 
  • #2
Das ist wirklich eine schwierige Situation. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... "Ausreden" würde ich ihm das nicht, denn ja, ich denke, das würde er dir später vorwerfen. Und jemand anderen aufzuhalten, wenn er einen Weg gehen will, ist sicher nie eine gute Lösung. Aber sehr offen mitteilen würde ich ihm deine Bedenken auf jeden Fall.
Was ich mich frage: Warum nimmt er den Job an, wenn er das eigentlich nicht wollte? Ist es nur die Schmeichelei, dass ihn alle wollen? Mein Freund möchte auf keinen Fall so aufsteigen. Auch wenn ihm jemand so einen Job anbietet, sagt er dann ab (hatte er schon mal), weil er nicht so extrem viel arbeiten will und ihm Freizeit und Zeit mit Freunden und Partnerschaft wichtiger ist als viel Geld und Ruhm, aber dann 70 Stunden die Woche arbeiten und immer erreichbar sein. Wenn dein Partner vorher anderer Meinung war - was hat ihn jetzt zum Umdenken gebracht? Oder war er vorher nicht wirklich ehrlich, und hat nur gedacht, diese Chance kommt eh nie? Oder hat er eine falsche Vorstellung vom Chefarzt-Sein und stellt sich das jetzt rosarot vor, ohne die Nachteile?
Klar müsstest du auch schauen, ob du dich an den geänderten Weg gewöhnen kannst als Hauptverantwortliche, was die Familie betrifft... du siehst das schon realistisch, die Frage wäre nur, ob du es dir doch vorstellen kannst, wenn du ein bisschen drüber nachgedacht hast. Ich kann auf jeden Fall verstehen, dass das schwierig ist für dich und du dich verraten fühlst. Gerade, wenn man vorher was anderes vereinbart hat für die Kinderbetreuung und dann als Frau nun ohne Wahl dasteht als die, die den Hauptteil übernehmen muss. Da wäre ich auch sauer.
Ich bin mit einem Klinikdirektor befreundet. Der hat einfach die ganze Zeit gearbeitet, die Frau hat die Kinder aufgezogen. Das geht ab Chefarzt-Position einfach kaum anders; oder man gibt das Kind halt sehr viel und früh in Betreuung. Aber das möchte man ja auch nicht unbedingt.
w, 37
 
  • #3
und mir danach einen Kassensitz zu kaufen und mich mit eigener Praxis selbstständig zu machen. Kann ich das wenn ich mit der Familie alleine bin und mein Mann 70h in der Klinik verschollen ist?
Ich denke auch eine eigene Praxis ist sehr zeitintensiv (wenn ich an meine Hausärzte denke (ein Ehepaar, er Internist und sie Allgemeinmedizinerin) die haben schon ziemlich lange Sprechstunde, jetzt mit den ganzen Impfungen werden die wahnsinnig, es gibt Tage da wird ausschließlich geimpft, wenn es mal „brennt“ dann fährt der Arzt und macht einen Hausbesucht (bei meiner Oma mehrfach vorgekommen.

Ich kann deinen Mann in gewisser Weise verstehen er hat da eine seltene Chance und vielleicht war es schon immer ein Traum wo er gedacht hat, eine solche Chance kriege ich sowieso nicht. Du hattest doch auch schon einmal geschrieben das du dich gegen eine bessere Position entschieden hattest für die Familie und nun steht er an dieser Stelle und stößt dir mit dem Gedanken in den Rücken, weil du davon ausgegangen bist es ist euer gemeinsamer Plan (eigene Familie und Aufteilung 50/50 - du hast auch studiert und Fuß gefasst in deinem Job und möchtest selbstverständlich nicht in die Mama-Hausfrauen-Rolle gesteckt werden).

Rede nochmal mit deinem Freund, sag wie du empfindest und das du für euch und eure kleine Familie zurück gesteckt hast.

Ich weis nicht habt ihr denn mal vorab darüber gesprochen, da hattet ihr vereinbart Elternzeit gerecht Teilen und dann jeder 3/4 Stelle? Dann würde ich mich darauf berufen und ihn das nochmal deutlich sagen wie du dich fühlst und warum die Pläne nun anders sind.
Er sagt, er verzichte, wenn ich das wolle. Nur was, wenn er mir das später mal übelnimmt, dass ich ihn künstlich kleingehalten habe? Ich komme mir selbstsüchtig vor (oder ist er selbstsüchtig?). Soll ich "hinter ihm stehen" und selbst zurückstecken? Ich liebe ihn, aber möchte mein eigenes Leben und meine Pläne nicht für seine Karriere aufopfern.
Ich finde das sehr schwierig bei euch, du hast deine Pläne wozu du ihn braucht (Aufbau Selbstständigkeit in Zukunft und er braucht dich wenn er die Stelle als Chefarzt annehmen möchte, weil er eben nicht so viel Zeit für Familie hat, da kollidiert was.
Ich finde es schwer und denke ihr müsst versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden die für beide in Ordnung ist, so das keiner seine Lebensträume sausen lassen muss und man sich gegenseitig unterstützt. Könnte er, falls er die Stelle annimmt, sich nicht wieder zum Oberarzt runterstufen lassen wenn ihr euch umentscheiden solltet irgendwann? Mit Kind ist alles nochmal anders als man vorher plant und denkt.

W 27
 
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  • #4
So. Nun hat er unerwartet das Angebot Chefarzt zu werden (sein Chef hat gekündigt und alle wollen meinen Mann für die Position). Das schmeichelt
Was alle wollen ist uninteressant, es geht nur um 2 Personen, das bist du und er! Punkt!
Mich stürzt die Situation jedoch in eine Krise, weiß ich doch, was dies für ihn/uns bedeuten würde und wieviel er dann arbeiten würde.
Wenn er diesen Schritt alleine macht, entscheidet er sich für eine neue Ehe mit der Klinik und ist bereit die Ehe mit dir zu verlassen, ich habe nicht den Eindruck, dass er dich liebt!
Heißt, ich werde automatisch in die Rolle der Vollzeit-Mutti gedrängt und mit der Familie alleine gelassen.
Ich würde das genauso empfinden, wenn ich in deiner Situation stehen würde und wäre konsequent, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende und dabei wertvolle Zeit verlieren, die man später bereut!!
Mein Plan für mich selbst war, für die Zeit der Familiengründung im Angestelltenverhältnis zu bleiben, und mir danach einen Kassensitz zu kaufen und mich mit eigener Praxis selbstständig zu machen. Kann ich das wenn ich mit der Familie alleine bin und mein Mann 70h in der Klinik verschollen ist?
Ob du das kannst, können andere für dich nicht wissen, das kannst nur du selbst für dich wissen!
Jetzt meine Fragen: Bin ich egoistisch wenn ich versuche ihm die Beförderung auszureden? Er sagt, er verzichte, wenn ich das wolle. Nur was, wenn er mir das später mal übelnimmt, dass ich ihn künstlich kleingehalten habe? Ich komme mir selbstsüchtig vor (oder ist er selbstsüchtig?).
Nicht du bist selbstsüchtig, er ist selbstsüchtig und ich glaube nicht, dass er darauf verzichten würde, wenn du das willst, ich glaube das ist eher eine Rhetorik!
Soll ich "hinter ihm stehen" und selbst zurückstecken?
Du bist schlecht beraten, wenn du für dich selbst zurücksteckst, da gibt es zig hunderttausende Beispiele von Frauen, die es getan haben und im Nachhinein bitter bereuen!!
Die Schwangerschaft erscheint mir plötzlich als Falle (wobei das Zwockelchen ausgesprochen süß ist und mit den Ärmchen rudert, ich bin ganz verliebt). Was würdet ihr tun?
Ich würde mit ihm ein offenes und direktes Gespräch führen, ihm ganz klar und unmissverständlich zum Ausdruck bringen, was am Anfang vereinbart wurde und was du uns alles hier geschrieben hast, zeig ihm das doch, dass du sehr unglücklich darüber bist, man das nicht plötzlich umgehen kann, Punkt!
An seiner Reaktion, an seinem Verhalten, an seinem weiteren TUN, wirst du erkennen, welche Bedeutung du noch für ihn hast!!
 
  • #5
Ich denke, deinem Mann wird die Verantwortung für ein Kind jetzt erst wirklich bewusst, vorher war das einfach nur theoretisch daher gesagt. Ich denke, er hat davor Angst und flüchtet sich in die Arbeit. Wenn man von Anfang an nicht für einen Posten als Chefarzt geeignet ist oder sich dafür geeignet fühlt, würde man sich das wahrscheinlich überhaupt gar nicht erst überlegen. Ich glaube, ihr müsst ganz dringend und auch ganz ehrlich miteinander reden. Im übrigen könnt ihr von dem guten Gehalt eines Chefarztes und deiner Praxisübernahme sehr einfach ein oder zwei Aupair Mädchen bezahlen, die sich um das Kind kümmern und euch den Rücken freihalten. Ich würde jetzt auf keinen Fall zurückstecken, denn sonst landest du in der üblichen Mutter Falle, die du nicht haben willst und die ich auch keinem fehlen würde. Es geht halt nun auch nicht so, dass einer plötzlich aussteigt und etwas anderes macht wenn man sich vorher die Richtung gemeinsam überlegt hat. Für mich wäre die Option mit dem Au-pair eine optimale. Aber das müsst ihr selber wissen. Auf jeden Fall ist es unabdingbar, dass ihr ganz intensiv miteinander sprecht und euch klar werdet, was der einzige wirklich will. Und zwar ohne Rücksicht, hier ist schonungslos Ehrlichkeit nötig. Alles andere fällt euch in Kürze auf die Füße.
 
  • #6
Im übrigen könnt ihr von dem guten Gehalt eines Chefarztes und deiner Praxisübernahme sehr einfach ein oder zwei Aupair Mädchen bezahlen, die sich um das Kind kümmern und euch den Rücken freihalten. Ich würde jetzt auf keinen Fall zurückstecken, denn sonst landest du in der üblichen Mutter Falle, die du nicht haben willst und die ich auch keinem fehlen würde.

Exakt. Wann lernen wir Frauen endlich, dass wir genauso egoistisch sein zu dürfen, wie Männer? Männer dürfen sich selbst verwirklichen, Frauen nicht? Wer sagt das? Mit Unterstützung von außen geht beides.
Putzen usw. kann man auslagern. Eine ältere Kollegin von mir brachte zum Geburtstag drei selbstgebackene Kuchen mit. Wir waren erstaunt, dass sie sich diesen Aufwand am Abend vorher angetan hat. Sie erzählte uns dann, dass sie zusätzlich zur Putzfrau eine "Zugehfrau" hat, also eine Kraft, die für alles mögliche zuständig ist. Diese hat die Kuchen gebacken.
Ja ich weiß, die Meinungen werden in dem Punkt wieder auseinander gehen, aber finanziell seit ihr in der komfortablen Lage, euch Putzfrau, Zugehfrau, Kindermädchen usw. leisten zu können. Du kannst daher entscheiden, wie viel du selbst machen willst und was du auslagerst.

Deinem Mann die Entscheidung ausreden würde ich nicht. Ich kann ihn verstehen. Ich hatte selbst mal die Chance eine sehr gut bezahlte Stelle anzunehmen, die aber mit extrem viel Arbeit verbunden wäre. Ich hätte nicht für immer so arbeiten wollen, aber ein paar Jahre wären ok gewesen. Im Lebenslauf hätte sich die Stelle sehr gut gemacht. Leider habe ich es durch bestimmte Umstände verpatzt und musste absagen.

W36
 
  • #7
Zwei Punkte die mich wundern:
Warum denn?
So einen Posten geben die allerwenigsten freiwillig auf.
Eher gehen sie in die Rente.
Ist deinem Mann klar,vwarum der Chef geht?

und alle wollen meinen Mann für die Position).
Warum das? Und wer ist alle? Die Verwaltung oder die anderen Ärzte?
Es ist sehr schwer aus einer gleichberechtigten Position heraus Chef zu werden.
Da zum sich oft Gräben auf.

Sehr gefährlich. Denn was sind die wahren Motive die da noch sind im Umfeld und bei ihm...
Ist er sich sicher, was es bedeutet?
Welchen Druck er bekommt Geld einzubringen? Den Laden mit vielen Jobs am laufen zu halten...

Welche Fachrichtung?
Sag bloß nicht Chirurgie 🙈
Alle Fakten auf den Tisch.
Deine Ansicht, seine Ansicht.
Eure Träume, die Realität.
Da ist nicht ein Gespräch nötig sondern eher mehrere Tage Brainstorming.
Lösungen durchsprechen und überlegen ob es so überhaupt ginge.
Einfach ja oder nein sagen wäre für beide von euch fatal.

Praxisübernahme sehr einfach ein oder zwei Aupair Mädchen bezahlen, die sich um das Kind kümmern und euch den Rücken freihalten
Oder Kindermädchen.

Ist nur für Frage, wir du dir das mit dem Eltern sein gedacht hast.

Alles gute!
Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren.

PS;
Lass mich raten, von deiner Schwangerschaft weiß an seinem Arbeitsplatz keiner..
 
  • #8
Lass mich raten, von deiner Schwangerschaft weiß an seinem Arbeitsplatz keiner..
10. SSW da hält man sich noch bedeckt, man weiß nie.


Oder Kindermädchen.

Ist nur für Frage, wir du dir das mit dem Eltern sein gedacht hast.
Ja aber @Sommergold hat sich gerne ein Kind gewünscht und es gab bei der Planung wohl auch Rückschläge (Thread ungewollte Kinderlosigkeit) ich glaube da möchte man selber möglichst viel Zeit mit dem Kind verbringen, wo es geklappt hat und wo man sich so sehr darauf freut und es nicht ständig in eine Betreuung geben (kann ich mir vorstellen).
Es ist anders als man denkt, ich hab auch gesagt nach einem Jahr komme ich Vollzeit wieder doch erstmal war das mit der Betreuung nicht so einfach und dann auch gefühlstechnisch heftig, nein, ich konnte das nicht über mein Mamaherz bringen. Ich bin selbst nach fast zwei Jahren traurig das mein Sohn bald in den Kindergarten geht auch wenn ich hoffe das es ihm viel Spaß bereitet mit den anderen Kindern zu spielen, toben, basteln etc., es ist irgendwo ein kleiner „Abschied“ ein Loslassen, er ist eben nicht mehr ein kleines Baby mehr (leider) 🥺🥺🥺 Die Zeit kommt nicht nochmal und manche Dinge möchte man selber erleben (das erste Lächeln, Krabbeln, Sitzen, Laufen, die ersten Wörter und Sätze, die Bindung zwischen dem eigene Kind und den Eltern) ein Kind kann manchmal anstrengend sein aber Mama-sein ist eben auch wunderschön und ich denke jeder setzt da seine Prioritäten anders, ich finde es krass und nicht schön wenn man ein Kind bekommt um ein Kind zu haben und das Leben so weiterzuleben als hätte man keins weil das Kind nur Fremdbetreut wird (sieht jeder anders). Man möchte beides (Karriere/guten Job und die Familie) doch in der Vereinbarkeit muss man hier und/oder da etwas zurück stecken damit man beides unter einen Hut bekommt, gemeinsam als Team mit dem Partner. Da muss man seinen Masterplan entwickeln und finden um ein gutes Gefühl zu haben es für sich und die Familie richtig zu machen und das ist bei jeder Familie anders.

W 27
 
  • #9
Exakt. Wann lernen wir Frauen endlich, dass wir genauso egoistisch sein zu dürfen, wie Männer? Männer dürfen sich selbst verwirklichen, Frauen nicht?
Ich hab mit meinem Freund gesagt, haben wir mal ein Kind, wollen wir uns das aufteilen und beide etwas zurückstecken. Dahinter steht das Gefühl, dass wir ein Kind nicht bekommen wollen um es dann ständig in Fremdbetreuung zu geben. Aber beide dann wieder arbeiten wollen, so dass keiner wirtschaftlich total anhängig ist. Andere machen das anders, das ist auch völlig okay - aber wenn ich dann schwanger wäre und er plötzlich diese Pläne ändert, dann wäre ich auch sauer, eben weil ich dachte, wir hätten darüber gesprochen und wollen eben nicht so viel Fremdbetreuung, und dann bleibt ja nur mein Zurückstecken. Sonst hätte @Sommergold das ja vorher mit ihm als gute Möglichkeit abgesprochen, dass man sich dann eben Kindermädchen o.ä. holt. Es ist eine einseitige Aufkündigung der Vereinbarung zwischen zwei Partnern über die Vorstellung wie es mit Kind wird und was man da gern für das Kind möchte, und zwar bereits in der Schwangerschaft, also ist der andere dann gezwungen, sich anzupassen, obwohl er etwas anderes vor Augen hatte. Wenn man zB nicht sein Kind schnell weggeben möchte, bleibt ja dann nur das Zurückstecken. Das hat nichts damit zu tun, dass doch genug Geld da ist, denke ich.
 
  • #10
Also ich kann ihn schon verstehen, dass er sich über das Angebot und die einmalige Gelegenheit freut und sich auch geschmeichelt fühlt, Menschen verändern sich und Geld und Prestige sind verführerisch, das finde ich schon nachvollziehbar. Ich würde mit ihm darüber sprechen, ob er wirklich weiß, was diese Position bedeutet, und ob er sich ihr überhaupt gewachsen fühlt oder selbst Zweifel hat. Wenn er verzichtet, sollte er das aus eigener Überzeugung und Einsicht tun und nicht nur dir zuliebe, das kann sich rächen. Die Frage ist auch, ob du dir noch einen alternativen Lebensweg vorstellen kannst, ob das wirklich so schlimm wäre, nur weil es anders als der Plan ist. Ich komme aus einer Familie mit nur alleinerziehenden Müttern seit Generationen, da rechnen schon fast alle damit, dass man sich als Frau im Notfall letztendlich alleine ums Kind kümmern muss, ob mit oder ohne Partner, ganz letztendlich kann man sich nur auf sich selbst verlassen und sollte sich vielleicht in seinen Plänen nicht zu abhängig von anderen Menschen machen, auch wenn es natürlich schön ist, wenn alles ideal verläuft.

Es gibt einige Familien, wo beide Vollzeit arbeiten, immerhin mangelt es euch dann nicht am Geld, andererseits kann so was auch eine Familie und übrigens auch Ehe zerstören, darüber müsst ihr gründlich nachdenken. In meinem Bekanntenkreis hat ein junger Vater seine Stelle aufgegeben und eine eigene Firma gegründet, die läuft auch gut, aber er arbeitet extrem viel und kommt meistens gestresst und belastet nach Hause und wenn dann zu Hause auch noch ständig Theater und Baby-Terror herrscht und sich alles nur um das Baby dreht und nichts nach Plan funktioniert und alles dauert und stressig ist, dann ist er erst recht genervt und gereizt, die Mutter, selbst voll arbeitend, hat nur noch Augen fürs Baby, der Vater arbeitet nur, das Kind mag dementsprechend die Mutter mehr als den Vater, das wiederum sorgt für Spannungen und Frust, die Eltern übertragen ihre Beziehungsprobleme auf das Kind .... Die beiden hatten davor 10 Jahre lang eine glückliche Partnerschaft, seit der Kombi Baby und Firmengründung ist ihre Ehe im Prinzip am Ende, sie haben keine echte Paarbeziehung mehr, sondern funktionieren nur noch und sind nur noch wegen des Kindes zusammen, so was kann auch passieren ... Das will alles gut überlegt sein, und selbst dann kann es noch schiefgehen.
w26
 
  • #11
Würde mich an deiner Stelle auch sehr beschäftigen und ich würde es nicht gut heißen. Von geplanter TZ-Arbeit auf Chefarzt umzuswitchen, ist schon heftig. Du wirst nicht nur deine eigene Karriere zurückstellen müssen, sondern auch sehr oft mit dem Kind abends und am Wochenende alleine sein. Null Familienzeit. Ich kenne einen ehemaligen Chefarzt, der war ständig im Ausland unterwegs, hat dort operiert, war auf Konferenzen.

Ja, ich würde ihm das ausreden. Er ist noch jung und anscheinend ein sehr guter Arzt, er kann auch noch später Chefarzt werden, wenn das Kind älter ist.
 
  • #12
Das finde ich ungeheuerlich, Dir den schwarzen Peter zuzuschieben.

Hätte mein Mann sich nicht an die Vereinbarungen gehalten, die wir vor der Schwangerschaft getroffen haben, wäre ich zutiefst von dem Menschen enttäuscht worden, dem ich sehr vertraut habe. Wie Du hätte ich das Gefühl einen anderen Mann vor mir zu haben, auf dessen Wort ich mich nicht verlassen kann. Und ich würde mich nie wieder auf sein Wort verlassen.

Kann ich das wenn ich mit der Familie alleine bin und mein Mann 70h in der Klinik verschollen ist?
Bestimmt, wenn Du bereit bist, auf ihn als Partner und Vater der Kinder zu verzichten, stattdessen einen großen Batzen seines Gehalts für Personal zu verwenden, damit Du Dein Leben auch so gestalten kannst wie Du willst.

Ich hab zwar genau die gegenteile Situation, ich bin so lange Hausfrau und Mutter, bis ich wieder arbeiten will, aber das haben wir zusammen so entschieden. Das kann nicht einseitig aufgekündigt werden.
Abgesehen davon
So. Nun hat er unerwartet das Angebot Chefarzt zu werden (sein Chef hat gekündigt und alle wollen meinen Mann für die Position). Das schmeichelt ihm sehr und er könnte es auch.

da können vielleicht Tatsachen von erfahrenen Menschen, die es hier bestimmt gibt, ihm die Augen öffnen.
 
  • #13
Ich bin in der 10. SSW, mein Mann (35) und ich (36) haben von Anfang an geplant, uns alles zu teilen, die Elternzeit und dass wir danach beide 30h arbeiten.
Aus meiner Sicht haben gemeinsam geplante Lebenssituationen eine gewisse Verbindlichkeit für beide.
So. Nun hat er unerwartet das Angebot Chefarzt zu werden (sein Chef hat gekündigt und alle wollen meinen Mann für die Position). Das schmeichelt ihm sehr und er könnte es auch.
Lebenssituationen können sich ändern. Wenn man verheiratet ist, gemeinsam geplant hat und auch dabei ist, die Familienplanung umzusetzen, dann finde ich, dass man nicht einseitig umplanen sollte. Das ist schlicht unfair.
Jetzt meine Fragen: Bin ich egoistisch wenn ich versuche ihm die Beförderung auszureden?
Ja, natürlich ist das egoistisch, aber aus meiner Sicht in gesundem Maße. Du pochst ja dann zunächst mal nur darauf, dass Du Deine eigene Lebensplanung im Rahmen der gemeinsamen Vereinbarung auch umsetzen kannst.
Nur was, wenn er mir das später mal übelnimmt, dass ich ihn künstlich kleingehalten habe?
Was, wenn Du ihm diesen Vorwurf machst?
Ich liebe ihn, aber möchte mein eigenes Leben und meine Pläne nicht für seine Karriere aufopfern.
Eine klare Aussage.
Ich wünschte, er hätte dieses Angebot erst in 5-10 Jahren bekommen und nicht ausgerechnet jetzt, nachdem wir ein Kind gezeugt haben.
Warum? Ist die Situation grundlegend anders, wenn dann vielleicht zwei Kinder im Grundschulalter sind und Du die gekaufte Praxis schließen müsstest?
So wie Du es beschreibst, sehe ich ihn in der Verantwortung, zu der gemeinsamen Lebensplanung zu stehen. Die kann man neu diskutieren, die kann man ändern, dann aber so, dass beide zufrieden sind.
Wenn Du morgen einen reizvollen Kassenarztsitz angeboten bekämst, könntest Du ja auch nicht einfach eine 70-Stunden-Woche beginnen und erwarten, dass er zurücksteckt und sich um die Kinder kümmert.

Also: gemeinsam eine Lösung suchen, mit der ihr beide zufrieden seid.
 
  • #14
Ich fühle mich verraten. Einen Karriere-Mann hätte ich nie gewählt.

Findest Du nicht, dass Du übertrieben reagierst?

Mein Plan für mich selbst war, für die Zeit der Familiengründung im Angestelltenverhältnis zu bleiben, und mir danach einen Kassensitz zu kaufen und mich mit eigener Praxis selbstständig zu machen.

Du hast einen Plan für Dich. Und da hat er mitzuspielen.

Bin ich egoistisch wenn ich versuche ihm die Beförderung auszureden?

Ja


Und? Würdest Du es auch?

Ich liebe ihn, aber möchte mein eigenes Leben und meine Pläne nicht für seine Karriere aufopfern.

Da haben sich zwei gefunden.
 
  • #15
Nur was, wenn er mir das später mal übelnimmt, dass ich ihn künstlich kleingehalten habe?
Ach und er hat keine Sorge, dass du ihm das Vollzeit-Muttidasein später übel nimmst?! Sei ruhig egoistischer, es geht auch um deine Zukunft. Setz dich hin und überlege dir gute Argumente, die gegen den Chefarzt sprechen, so dass er selbst einsieht, wie ungünstig sein Vorhaben aktuell ist. Notfalls andere Leute mit einbeziehen, damit du nicht der alleinige Buhmann bist.
 
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  • #16
Exakt. Wann lernen wir Frauen endlich, dass wir genauso egoistisch sein zu dürfen, wie Männer?
Ich glaube, dass "egoistisch" fehl am Platz ist in einer Beziehung ist und vor allem als Mutter. Wer sich durchsetzen will, kann das machen, aber man soll dann auch auf Kinder verzichten oder erst bekommen, wenn man sich "ausgetobt" hat. Kinder bedeuten nun mal in gewisser Wrise Aufopferung und Verzicht, das liegt in der Natur der Dinge.
Was die Partnerschaft angeht, so habe ich das Gefühl, dass Frauen oft in Konkurrenz zu Männern stehen und vielleicht sie dafür bestrafen wollen, dass die arme Frau ja so viele Verzichte in Kauf nehmen soll. "Warum soll ich und er nicht" zeigt ausserdem eine Einstellung eines Kindes, dass die Verantwortung nicht übernehmen will und auf "Geschwister" schiebt.
Frau ist nun mal diejenige, die Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit "erleiden" muss und für gewisse Zeit eben weg vom Fenster ist, wer das nicht versteht oder dagegen rebelliert ist noch nicht bereit für die Kinder.
Wenn Frau sich dem Mann als taffe, selbständige Frau präsentiert, die alles im Griff hat, dann soll sie sich nicht wundern, wenn sie danach in jeder Lebenslage als taffe selbständige Frau sein muss, weil nicht anders hat sie sich dem Mann präsentiert.
FS, was deine Situation angeht - du wolltest unbedingt ein Kind, jetzt hast du endlich eins. Worüber beschwerst du dich? Willst du tatsächlich die Fehlgeburt oder gesundheitlichen Probleme riskieren? War das Kind nur ein Punkt in deinem Masterplan?Warst du nicht diejenige, die uns vorgejammert hat, dass es mit dem Babywunsch ewig nicht klappte und statt die Zeit mit dem langersehnten Kind zu genießen, du schon wieder an die Karriere denkst? Wieso Mama zu sein plötzlich eine Falle ist? Hast du hinter der Jagd nach dem perfekten Leben übersehen, was du tatsächlich willst und wer ist der Mann an deiner Seite?? Wie kann es sein, dass du jetzt plötzlich alles infrage stellst und deinem Mann böse Absichten unterstellst?
Wie sagt man so schön, haben sie Angst vor euren Wünschen - sie können in Erfüllung gehen..
 
  • #17
Was ich als problematisch empfinde ist die Idee, ein Agreement einseitig auflösen zu wollen und dadurch den Partner, dich, rücksichtslos in eine Rolle zu drängen, die ihr nicht abgesprochen habt. Eigentlich ist das ungeheuerlich. Und ja, du sollst ihn davon überzeugen, dass es so nicht gehen kann. Wo bleibst du denn in dieser Konstellation? Du hast jahrelang studiert und darfst dann hoppa hoppa machen. Vollzeit. Finde ich nicht OK.
 
  • #18
Du hast einen Plan für Dich. Und da hat er mitzuspielen.
Wieso? Sie hatten gemeinsam einen Plan. Da steht nix davon, dass sie ihn vorher dazu gezwungen hat, sich zu Teilzeit zu verpflichten. Vor der Schwangerschaft wird ja dazu geraten, sich zu überlegen, wie man das nachher machen möchte. Egal, wie, aber beide müssen sich einig sein. Das waren sie auch. Natürlich ist es dann blöd, wenn einer sich da plötzlich umentscheidet, und zwar schon während das Kind unterwegs ist. Er ist doch der, der einen Plan ändert.
Klar können sich Dinge ändern, auch Menschen können sich ändern. Aber manchmal endet dann auch eine Beziehung. Wenn z.B. zwei sagen, sie möchten auf dem Dorf bleiben und dort ein Haus bauen und plötzlich findet der eine, er muss doch jahrelang um die Welt reisen, dann ist es verständlich, dass sich so etwas ändert - nur muss der andere das nicht toll finden und es bleibt mitunter nur die Trennung, weil man zwei verschiedene Bedürfnisse nicht unter einen Hut bekommt. Hier hängt aber noch ein Kind mit dran, was unter der vorherigen Vereinbarung gezeugt wurde. Und dann findest du, dass die FS Schuld hat? Schräg. Gilt auch für @realwoman s Beitrag. Wie kann man die FS so angehen? Wärt ihr nicht enttäuscht, wenn der Partner plötzlich eine gemeinsam getroffene Entscheidung komplett über den Haufen schmeißt?
Ich hab das mit meinem Freund ja ähnlich beschlossen, falls wir Eltern werden sollten und kann mich daher in die Lage der FS gut reinversetzen. Ich denke, ich kenne meinen Freund und er würde nicht plötzlich seine Meinung zu so grundlegenden Themen ändern, und wenn ich dann schwanger wäre und plötzlich sagt er, du siehst mich in Zukunft kaum, weil ich nur noch arbeite, und nix da mit Kinderbetreuung und auch beruflichen Möglichkeiten teilen - also da wär ich sprachlos. Und mega sauer. Von Teilzeitplanung zu Chefarzt - ich arbeite ja mit Chefärzten und weiß, wie wenig Zeit die für Familie haben - ist eine krasse Umstellung.
 
  • #19
Natürlich kann ich dich verstehen. Ich kann ihn allerdings auch verstehen. Er wird schließlich auch mehr verdienen.
Jetzt meine Fragen: Bin ich egoistisch wenn ich versuche ihm die Beförderung auszureden?
Ich würde das jetzt nicht unbedingt als egoistisch bezeichnen. Wie würdest du es finden wenn du die Chance hättest im Job befördert zu werden und er es dir versucht auszureden.
Mein Plan für mich selbst war, für die Zeit der Familiengründung im Angestelltenverhältnis zu bleiben, und mir danach einen Kassensitz zu kaufen und mich mit eigener Praxis selbstständig zu machen.
Wenn du dich selbständig machst dann hättest du ja auch lange Arbeitszeiten. Ich kenne viele die selbstständig sind und extrem viel arbeiten müssen. Immer mit der Gefahr, dass alles den Bach runter geht.
aus dem Urlaub zurückbeordert werden bei Problemen
Man kann gar nicht aus dem Urlaub zurück beordert werden. Das wäre nicht zulässig. Der Urlaub wurde schließlich genehmigt. Angenommen man ist irgendwohin verreist. Da kann man schließlich auch nicht zurück kommen.
 
  • #20
Man kann gar nicht aus dem Urlaub zurück beordert werden. Das wäre nicht zulässig. Der Urlaub wurde schließlich genehmigt. Angenommen man ist irgendwohin verreist. Da kann man schließlich auch nicht zurück kommen.
Ich kenne keinen Chefarzt, der nicht ständig erreichbar ist und sein muss. Die schreiben mir Mails um 23Uhr, um 2Uhr nachts, von den Malediven und aus Sibirien, wenn es sein muss. Wo sie häufig nicht Urlaub machen, sondern auf Konferenzen sind. Jedenfalls an den Unikliniken. Die sind eigentlich immer "im Dienst" und aus dem Grund auch so gut bezahlt - Privatleben ist wirklich sehr wenig. Es geht nicht nur um einen besser bezahlten Job. Es geht wirklich um das Leben, vor allem das Familienleben, das dann folgt. Das muss man wollen und in Kauf nehmen, dass man als Frau mit dem Kind dann meist allein ist.
 
  • #21
Ich glaube, dass "egoistisch" fehl am Platz ist in einer Beziehung ist und vor allem als Mutter. Wer sich durchsetzen will, kann das machen, aber man soll dann auch auf Kinder verzichten oder erst bekommen, wenn man sich "ausgetobt" hat. Kinder bedeuten nun mal in gewisser Wrise Aufopferung und Verzicht, das liegt in der Natur der Dinge.
Was die Partnerschaft angeht, so habe ich das Gefühl, dass Frauen oft in Konkurrenz zu Männern stehen und vielleicht sie dafür bestrafen wollen, dass die arme Frau ja so viele Verzichte in Kauf nehmen soll. "Warum soll ich und er nicht" zeigt ausserdem eine Einstellung eines Kindes, dass die Verantwortung nicht übernehmen will und auf "Geschwister" schiebt.
Frau ist nun mal diejenige, die Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit "erleiden" muss und für gewisse Zeit eben weg vom Fenster ist, wer das nicht versteht oder dagegen rebelliert ist noch nicht bereit für die Kinder.
Wenn Frau sich dem Mann als taffe, selbständige Frau präsentiert, die alles im Griff hat, dann soll sie sich nicht wundern, wenn sie danach in jeder Lebenslage als taffe selbständige Frau sein muss, weil nicht anders hat sie sich dem Mann präsentiert.
FS, was deine Situation angeht - du wolltest unbedingt ein Kind, jetzt hast du endlich eins. Worüber beschwerst du dich? Willst du tatsächlich die Fehlgeburt oder gesundheitlichen Probleme riskieren? War das Kind nur ein Punkt in deinem Masterplan?Warst du nicht diejenige, die uns vorgejammert hat, dass es mit dem Babywunsch ewig nicht klappte und statt die Zeit mit dem langersehnten Kind zu genießen, du schon wieder an die Karriere denkst? Wieso Mama zu sein plötzlich eine Falle ist? Hast du hinter der Jagd nach dem perfekten Leben übersehen, was du tatsächlich willst und wer ist der Mann an deiner Seite?? Wie kann es sein, dass du jetzt plötzlich alles infrage stellst und deinem Mann böse Absichten unterstellst?
Wie sagt man so schön, haben sie Angst vor euren Wünschen - sie können in Erfüllung gehen..
Die Frau hat Medizin studiert. Jahrelang, das fällt einem nicht in den Schoß. Und ihr Partner ebenso. Eine Vereinbarung einseitig aufzukündigen ist nicht partnerschaftlich.
 
  • #22
Ich kann gut verstehen, wie du dich fühlst. Mein Mann war auch erst vollauf begeistert von der Schwangerschaft, vom Vatersein... für mich ein wichtiger Grund damals, mich für ein Kind mit 19 entschieden zu haben.

Natürlich war es dann so, wie bei vielen, dass die Hauptarbeit für alles an der Frau hängen bleibt. Ich fühlte mich genauso verraten.
Meine Konsequenz daraus war, dass ich nie wieder eine Entscheidung getroffen habe, bei der ich auf die Zusage eine anderen angewiesen war.

Mein Tipp für dich wäre, eine praktische Lösung zu suchen. Wenn er Chefarzt wird, wird er gut verdienen, wenn du eine eigene Praxis mal hast, du dann auch.

Nutzt doch das Geld für ein richtiges Kindermädchen, Putzfrauen etc, so dass ihr die verbleibende Zeit zur reinen Qualitätszeit für euch und euer Kind machen könnt. Du könntest deine Praxis in eurem Wohnhaus einrichten, so dass du dennoch für das Kind erreichbar bist.

Ich kenne ein Anwaltspaar, was es so löst trotz 4 Kinder, beide erfolgreich im Beruf.

Ich denke, er würde es dir immer vorhalten, wenn er jetzt auf den Posten verzichtet, dann scheitert die Beziehung daran. Dich gleich trennen, Alleinerziehende mit Kind... macht es für dich sicher auch nicht einfacher.

Dennoch würde ich nochmal mit ihm sprechen und ihm die negativen Seiten verdeutlichen, ihn fragen, ob ihm das bewusst ist, ob er das wirklich will und auch deine Enttäuschung über sein Verhalten zum Ausdruck bringen. Vielleicht überlegt er es sich doch nochmal anders. Aber gib ihm immer zu verstehen, dass es seine Entscheidung ist. Dann kann er dir auch nichts vorhalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #23
Ich trau mich fast nicht zu schreiben, dass ich es genauso erlebt habe.
Mit Schwangerschaft hat mein Exmann ( man ahnt), durch seine Entscheidungen, genau diese Abmachungen gebrochen.
Das ich mich gefühlt habe wie Du...konnte niemand verstehen und es gab dafür keine Lobby.

Nur hätte es etwas geändert?
Nein ich hätte meine zwei auch so bekommen

Es hätte sich etwas verändern können, wenn er mir Verständnis gegenüber gehabt hätte und mit mir gemeinsam nach der Lösung gesucht

Hat er nicht aber wir hatten auch keine finanziell so gute Voraussetzungen...Lösung Au-Pair ging nicht/Krippe gab es nicht

Dir hilft nur ein offenes Gespräch und das wenn möglich faktisch.

2 Menschen bis dato auf Augenhöhe haben berufliche und familiäre Pläne
Einer bekommt ein Angebot:
Aufzeigen das dies dem anderen die Pläne zu nichte macht
Fragen wo er eine Lösung sieht, mit der beide auf Augenhöhe gemeinsam gut weitermachen können
Denn bei idee a) kann er Vorwürfe erheben und bei b) Du
Er soll nach c suchen.

Auch wenn ich es mir kurz vor der Niedernunft nicht eingehen wollte....
Da mein Exmann damals ein solches Gespräch abgewatscht hat...
Wusste ich irgendwie: das war der Bruch

Und ich bin leider die ohne Karriere geblieben aber da hast du heute und auch finanziell bessere Möglichkeiten

Tut mir echt leid, was Du gerade fühlst
Weiss nicht ob es hilft zu schreiben: das alleine durchzuziehen war hart aber ich würde es nochmal machen
 
  • #24
Man kann gar nicht aus dem Urlaub zurück beordert werden. Das wäre nicht zulässig. Der Urlaub wurde schließlich genehmigt. Angenommen man ist irgendwohin verreist. Da kann man schließlich auch nicht zurück kommen.
Sorry, aber du kannst doch einen normalen Angestelltenjob nicht mit dem eines Chefarztes vergleichen. Im Vertrag stehen vielleicht eine gewisse Stundenzahl, Urlaubstage usw. Die Realität sieht jedoch so aus, dass man sehr viel mehr tut, da es zum einen erwartet wird und zum anderen der Job Berufung ist. Wenn ihr Mann zum Beispiel Experte auf einem bestimmten Gebiet ist und er mit der einzige ist, der das operieren kann, wird er natürlich den Urlaub abbrechen/unterbrechen.
 
  • #25
Hier die FS. Vielen Dank für eure Meinungen. Ich werde versuchen nach und nach auf alles einzugehen und Fragen zu beantworten.
"Ausreden" würde ich ihm das nicht, denn ja, ich denke, das würde er dir später vorwerfen.
Tatsächlich möchte ich es ihm nicht ausreden, es ist seine Entscheidung. Ich maße mir nicht an seinen Weg bestimmen zu wollen, sonst käme ich mir vor wie die Foristin, die den neuen Job ihres ehemals arbeitslosen Freundes sabotieren wollte, um ihn wieder für sich zur Verfügung zu haben. Schön wäre eine gemeinsame Lösung, mit der wir beide zufrieden sind.
Was ich mich frage: Warum nimmt er den Job an, wenn er das eigentlich nicht wollte? Ist es nur die Schmeichelei, dass ihn alle wollen?
Ja, es ist viel die Schmeichelei. Wer kriegt schon mit 35 ein solches Angebot! Natürlich macht ihn das stolz, das ist ja verständlich. Naiv ist er nicht, er hat sich Bedenkzeit erbeten und schon von sich aus leise Zweifel angesprochen, ob er das wirklich will, ob das wirklich zu ihm passt und dass er eine solche Position doch eigentlich nie haben wollte. Aber es reizt ihn auch sehr.
Du hattest doch auch schon einmal geschrieben das du dich gegen eine bessere Position entschieden hattest für die Familie
Ja das stimmt. Vor einem Jahr hatte ich das Angebot, die ärztliche Leitung für ein MVZ mit mehreren Standorten zu übernehmen. Ich habe lange mit mir gehadert. Bis ich den Entschluss fasste, abzusagen, weil ich eine solche Position eben auch nie haben wollte (70h Woche und nur noch Management statt Medizin, die ich doch liebe), es nicht zu mir gepasst hätte und ich Zeit für Familie und Beziehung haben wollte. Ich habe abgesagt, die Entscheidung zugunsten der Familie getroffen, umso mehr würde es mich irritieren, würde mein Mann seinen Plan jetzt eiskalt durchziehen. Doch ich denke, hoffe, er macht diesen Schritt nicht alleine.
Wenn er diesen Schritt alleine macht, entscheidet er sich für eine neue Ehe mit der Klinik und ist bereit die Ehe mit dir zu verlassen, ich habe nicht den Eindruck, dass er dich liebt!
Wir werden noch viel reden und gemeinsam eine Lösung finden. Er liebt mich.
 
  • #26
Ich bin in der 10. SSW, mein Mann (35) und ich (36) haben von Anfang an geplant, uns alles zu teilen, die Elternzeit und dass wir danach beide 30h arbeiten.
Herzlichen Glückwunsch!!!! Hast Du Dir so gewünscht!
@Sommergold, mal aus Sicht unserer Gesellschaft gesprochen:
Jährlich verlassen rund 3.000 Ärzte unser Land, ebenso 100.000 Akademiker. Natürlich schließen die neuen ihr Studium ab, Ärzte aus anderen Regionen ziehen zu, aber der Stand bleibt defizitär.
Daher brauchen wir alle Euch.
Das aber nur am Rade, und das weißt Du doch auch.
Ich fasse mich heute kurz, habe noch nicht alle Antworten gelesen, aber wie gesagt, meine Glückwünsche sind mit Dir.
Ich rate Dir, ihn nicht auszubremsen, wenn er das möchte. Und Dich auch nicht.
Ihr habt dann nur! ein Kind bisher. Aber das geht.
Stelle Dich um.
Die Klassen verändern sich. Sei ihr beide voll berufstätig, wird hier nicht lange gefackelt.
Fang an, sucht Euch eine gute Nanny und Hilfe. Bezahlt sie sehr ordentlich.
Sowas wie ein gute Seele für das Haus und die Kinder.
Bezahlt denjenigen/diejenige sehr gut, und setzt das als erweiterte Kinderbetreuungskosten soweit möglich ab.
Die Kinder werden betreut. Vielleicht ist es sogar möglich, dass Eure Familien-Erweiterungs-Angestellen, die Kinder für eine kurze Zeit auch Mittags mal zum Schmusen und Kontakten zu Mutter und Vater bringen können.

Denken umstellen. Mutter und Vater sind nicht immer das Beste, wenn sie 24/7 beim Kind parat stehen. Ihr habt auch eine Berufung. Wir Ärzte, besonders die fachlich sehr guten und menschlichen, dringend brauchen.
NUR MUT.
 
  • #27
Für mich wäre die Option mit dem Au-pair eine optimale.
Darüber haben er und ich schon gesprochen. Es wäre eine Lösung, aber auch traurig. Lieber wäre mir, unsere ursprüngliche Idee würde aufgehen, dass wir beide Teilzeit arbeiten und gemeinsam dabei sind, wenn unsere Kinder aufwachsen. Als Familie.
Auf jeden Fall ist es unabdingbar, dass ihr ganz intensiv miteinander sprecht und euch klar werdet, was der einzige wirklich will. Und zwar ohne Rücksicht, hier ist schonungslos Ehrlichkeit nötig. Alles andere fällt euch in Kürze auf die Füße.
Ich habe ihm meine Gedanken genauso mitgeteilt, wie ich sie euch mitgeteilt habe, quasi wortwörtlich. Er nimmt sich das sehr zu Herzen und sagt, er möchte mich nicht in eine Rolle drängen, die ich nicht haben wollte. Ich wäre das Wichtigste für ihn. Nun hat er die Idee, die Geschäftsführung von einer Doppelspitze zu überzeugen. Da hätte er die Verantwortung geteilt und wäre flexibler. Das fände ich klasse, damit kann ich mich arrangieren. Wahrscheinlich wäre dies aber zu teuer für die Klinik. Kardiologie übrigens.
finanziell seit ihr in der komfortablen Lage, euch Putzfrau, Zugehfrau, Kindermädchen usw. leisten zu können.
Das stimmt zwar, nur wollte ich Kinder nicht nebenher als "Projekt", um das sich dann andere kümmern, sondern ich wollte Familie sein, gemeinsam mit meinem Mann. Und das wollte er auch - bis zu dem Angebot.
 
  • #28
Ein klassisches Dilemma.

Einerseits der verlockende Karriereschritt. Anderseits die familiäre Belastung. Aber ich kenne seine Antwort:

Er will die Stelle. Letztlich sind Männer deutlich fixierte auf die Karriere. Eine Chefarztstelle auszuschlagen ist wikrlich schwierig.
 
  • #29
So einen Posten geben die allerwenigsten freiwillig auf.
Eher gehen sie in die Rente.
Ist deinem Mann klar,vwarum der Chef geht?
Denn was sind die wahren Motive die da noch sind im Umfeld und bei ihm..
Spannende Fragen! Warum geht der Chef. Er war kein guter Chef, unter ihm haben die Mitarbeiter reihenweise gekündigt. Sehr hohe Fluktuation. Jetzt gab es Gespräche mit Unternehmenscoaches und -Psychologen; letztendlich kristallisierte sich heraus, dass der Chef das Problem war. Nun zieht er die Konsequenzen und geht. Bedeutet aber auch, er hinterlässt verbrannte Erde. Es fehlen zwei Assistenten und zwei Oberärzte und auch sonst liegt Vieles im Argen. Nun ist es für die Klinik natürlich bequem, den leitenden Oberarzt auf die Stelle zu setzen, der darf dann aufräumen. Tatsächlich könnte mein Mann das wahrscheinlich auch. Schon früher wurde ihm aus allen Richtungen gesagt, dass die Stimmung besser sei, wenn der Chef im Urlaub ist und mein Mann ihn vertritt, dass der Laden dann laufe und mein Mann sich besser durchsetzen könne und Lösungen finde usw. Also ja, er ist qualifiziert, aber auch ja, er wäre der Dumme, der das sinkende Schiff retten soll. Das kann mächtig schief gehen und das weiß er auch, daher hat er schon angemerkt, ob diese Ehre nicht zweifelh
Lass mich raten, von deiner Schwangerschaft weiß an seinem Arbeitsplatz keiner..
Exakt
Das finde ich ungeheuerlich, Dir den schwarzen Peter zuzuschieben.
Finde ich auch; ich möchte nicht, dass die Entscheidung in meiner Hand liegt, sondern dass wir gemeinsam einen Weg finden. Oder er selbst zweifelt, ob die Position auf dem sinkenden Schiff wirklich erstrebenswert ist. Ich will, dass es ihm gut geht. Nicht dass er die Katze im Sack kauft und dann das böse Erwachen kommt. Wenn er es aber versuchen möchte, müssen wir zusammen eine Lösung finden.
Warum? Ist die Situation grundlegend anders, wenn dann vielleicht zwei Kinder im Grundschulalter sind und Du die gekaufte Praxis schließen müsstest
Mutterschaft und Praxis schließen auch nicht aus. Meine Chefin hat auch 2 Kinder im Schulalter und leitet 2 Praxen mit 3 Sitzen und einem Weiterbildungsassistenten. Sie hat als Selbstständige die Freiheit, jeden Tag erst um 9 zu kommen (vorher Kinder in die Schule bringen) sowie Mi und Fr zu Hause zu bleiben für Verwaltungskram.
Hat @Nikita09 nicht auch eine Praxis und Kinder, zeitweise sogar als AE, oder habe ich das falsch im Erinnerung?
 
  • #30
Schwierig. Die Doppelspitze-Idee ist ganz gut, aber wird das machbar sein?

Nein, ich würde ihn nicht versuchen, von "seinem Weg" abzubringen. Ich würde aber sagen: "Es ist DEINE Entscheidung, sieh dir das Leben eines Chefarztes an, ob Du das so haben willst."

Wärst Du jetzt so drauf, dass Du ihn massiv überzeugen wolltest, garantiere ich Dir, dass Du Probleme kriegen wirst, wenn Du Deine Praxis hast. Dann wird er nämlich auch so kommen, dass Du Deine Abmachung einzuhalten hast.

Der Punkt ist möglicherweise auch noch, dass er und Du unterschwellig in Konkurrenz sein könnten. Eine Ärztin mit Praxis - gilt das als "MEHR" ggü einem angestellten Nicht-Chef-Arzt?

Wenn er jetzt Deinetwegen die Stelle nicht antritt, wird er immer finden, es sei NUR Deinetwegen gewesen. Wenn er sich selbst überlegen muss, weshalb er sie NICHT antreten wollen könnte, fühlt es sich auch wie SEINE Entscheidung an und ist es ja dann auch.
Den verpassten Chancen trauert man am meisten hinterher. Und denen, die man ergriffen hätte, wenn man hätte machen können, was man will, aber emotional unter Druck gesetzt wurde, noch sehr viel mehr. Ich denke auch, der Frust darüber sucht sich immer seine Bahn.

Ob Du jemals eine eigene Praxis haben wirst, statt Vollzeit-Mutter zu sein, steht ja in der fernen Zukunft. Seine Chance ist JETZT. Ich will damit sagen, dass Du nicht so gut argumentieren kannst damit, was Du irgendwann mal vorhättest zu tun und dafür seine Mitarbeit bräuchtest. Du bist doch sowieso erstmal nicht bei der Verwirklichung Deines Planes. Was - so könnte er denken -, wenn Du am Ende doch Angestellte bleiben willst oder keine Praxis kriegen kannst? Dann hat er seine Chance vertan für nix.
Ich schreibe das nur, weil ich es als Argument nicht brauchbar finde, auf Zukunftspläne zu verweisen, die vielleicht gar nicht so umsetzbar sein könnten.
Ich würde, wie oben geschrieben, ihm das ganz allein überlassen, damit Du nachher nicht unter Druck bist, wenn Du doch noch länger zu Hause bleiben willst fürs Kind oder bleiben musst, weil wegen Omega-Corona gar keine Schule mehr ist. Und würde er sich für die Chefstelle entscheiden, würde ich mir das dann ansehen, ob ich mir so eine Beziehung und Familie vorstelle, und mich wundern, wenn er das so toll findet, nie zu Hause zu sein. Es ist eine Enttäuschung, ich denke, jetzt schon für Dich. Aber man soll nicht nur nicht, man kann auch nicht jemanden aufhalten, der sich woanders selbstverwirklichen will. Mir sind auch schon Männer mit kleinen Kindern begegnet, die lieber den Kindern in Afrika helfen gehen wollten, was monatelang ohne Frau und Kinder bedeuten würde, als sich mal um die eigenen Kinder zu Hause zu kümmern. Also die Bestätigungssuche ist nicht klein bei Helferberufen, glaube ich.
 
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