• #61
@Erik_Do und @Sommergold , ihr habt mich missverstanden. Ich würde niemals sagen, dass eine Frau auf ewig Hausfrau zu sein hat oder nicht über ihre berufliche Zukunft nachdenken darf.
Es ging mir nur darum, wenn - allgemein gesehen - schon während der Schwangerschaft dran gedacht wird, was man macht, wenn man endlich die "Babyzeit" vorbei hat und die möglichst kurz sein soll.

Speziell jetzt hier bei Dir, @Sommergold , geht das ja nun gar nicht anders, über Berufsthemen nachzudenken, und das liegt an Deinem Mann und dem Angebot. Statt dass ihr euch entspannt auf das Baby freut, müssen jetzt Entscheidungen gefällt werden, die richtig Weichen stellen. Naja, und die auch mit Ego und Bestätigung zu tun haben könnten und euch als Paar betreffen. Ich finde das äußerst schwer. Und wie die Entscheidung auch fällt, es wird sich mindestens einer noch länger damit befassen, was das nun fürs Leben und die Beziehung heißt.
 
  • #62
Noch eine andere Sache wegen Plänen: Sowas ist wohl immer mit Vorsicht zu genießen.
Vor allem weil sich Menschen ändern können. Man kann nicht sein ganzes Leben planen, sondern muss flexibel auf neue Umstände reagieren. Vielleicht hat er gemerkt, dass es sich doch gut anfühlt, Karriere zu machen, dass es ihn doch reizt? Das ist ja keine hinterhältige Boshaftigkeit, sondern hat sich einfach mit der Chance ergeben. Vieles weiß man erst, wenn es plötzlich da ist. Natürlich ist die Situation erstmal blöd, aber ich finde nicht, dass so was ein Grund ist, maßlos enttäuscht zu sein, irgendwie könntest du ja auch stolz auf ihn sein und dich für ihn freuen. Für ihn ist es jetzt auch eine sehr schwierige Entscheidung und ein innerer Konflikt.
Nun. Wenn mein Mann mich nicht unterstützt, werde ich auf Dritte angewiesen sein wenn ich nicht Vollzeit-Mama werden möchte.
Wie kann ich heute noch einer beruflich gutgestellten Frau hintenrum anraten auf viele Jahre ihren Beruf und damit ihre finanzielle Unabhängigkeit aufzugeben?
Deine Enttäuschung über die blöde Situation ist verständlich, aber ein paar Aussagen hier sind auch etwas übertrieben. Zwischen Karrierefrau und Vollzeitmutti gibt es noch eine Mitte, das ist doch nicht gleich das Ende von allem, du musst doch nicht gleich deinen Beruf komplett aufgeben! Die ersten Jahre vielleicht, da wird sich erstmal dein Leben verändern, aber danach kannst du doch wieder arbeiten, das kann man doch dann alles regeln.

Meine Mutter war richtig alleinerziehend mit zwei Kindern und hat sich trotzdem selbständig gemacht und in ihrem Laden Vollzeit gearbeitet. Sie hat ihren Laden so gelegt, dass es von unserem Wohnhaus und zur Grundschule jeweils fünf bis zehn Minuten zu Fuß waren. Beim ersten Mal hat sie uns den Weg gezeigt, dann sind wir Kinder morgens zur Grundschule gelaufen und danach in ihren Laden, wo sie hinten eine Küche und einen Aufenthaltsraum hatte, dort hat sie uns Mittag gekocht und dann haben wir da hinten unsere Hausaufgaben gemacht, während sie gearbeitet hat, und sind danach nach Hause. Zwischendurch waren wir auch mal ein Jahr im Schülerladen, sind da von der Schule hingelaufen und danach nach Hause. Später sind wir von der Schule direkt nach Hause. Sie hat das Essen morgens gekocht und wir haben es uns dann mittags selbst warm gemacht, Hausaufgaben gemacht, unsere Freundin getroffen, gespielt, sind durch den Park und Spielplatz gestromert. Bei Problemen war der Laden gleich um die Ecke, außerdem konnten wir anrufen, manchmal sind wir nachmittags vorbei und haben uns Geld für ein Eis geben lassen. Wir haben das ohne Putzfrau und Kindermädchen geschafft. In den allerersten Baby-Jahren geht das vielleicht nicht, aber danach kann man Lösungen finden, geht alles irgendwie, wenn man will oder muss ....
w26
 
  • #63
Wieso muss man denn dann Chefarzt werden, wenn man ein Kind erwartet? Wieso muss man sein Privatleben und die Chance sein Kind aufwachsen zu sehen wegschmeißen?
Es ist ja kein Entweder-Oder. Vermutlich will er das Kind ja auch, und er will es auch aufwachsen sehen. Aber meiner Erfahrung nach reicht Männern da oft viel weniger Zeit mit dem Kind als Frauen. Sie sind gerne mit dem Kind zusammen, aber nicht so lange. Es langweilt sie nach einer Weile, und sie würden gerne „etwas machen“, was aber gerade mit sehr kleinen Kindern nicht möglich ist.
w45
 
  • #64
Behält er die jetzige Position, wird er später noch immer die Chance zum Aufstieg haben, wenn er das möchte.

Geht das denn so einfach? Wie du und andere ja schon angedeutet haben, es gibt nur einen Chefarzt und der bleibt es in der Regel bis zur Rente. Wird die Stelle also mit einem anderen Kollegen neu besetzt, der nicht in absehbarer Zeit in Rente gehen wird, ist die Stelle weg. Deinem Mann bliebe dann nur der Wechsel in eine andere Klinik (falls das üblich ist, ich kenne mich da nicht aus).

W36
 
  • #65
Meine Mutter war richtig alleinerziehend mit zwei Kindern und hat sich trotzdem selbständig gemacht und in ihrem Laden Vollzeit
Hat deine Mutter nicht einen Burnout und ist in Frührente oder sowas ?

Es ist nicht zu unterschätzen, wenn man/ frau zwischen allem hin und herspringt und das Gefühl hat, nichts gerecht werden zu können.
Das geplante Modell
von Sommergold wäre jedenfalls wesentlich entspannter und nicht so auf Kante genäht.
Ich kann auch den Mann verstehen, dass ihn das Angebot reizt.
 
  • #66
Er sagt, er verzichte, wenn ich das wolle. Nur was, wenn er mir das später mal übelnimmt, dass ich ihn künstlich kleingehalten habe?

Liebe FS,
dafür, dass Du eure Beziehung als so toll darstellst, habt ihr aber eine ganz unerfreuliche Kommunikation:
- er will sich Deiner Entscheidung fügen? Wieso entscheidet ihr nicht gemeinsam, wie es ein angeblich gut harmonierendes Paar tut in so einem Fall? Alle Fakten auf den Tisch und von allen Seiten beleuchten.
- Du hast Angst, dass er Dir den schwarzen Peter zuschiebt? Was ist das denn für eine unpartnerschaftlich-angstgeprägte Denke?

Tatsächlich möchte ich es ihm nicht ausreden, es ist seine Entscheidung. Ich maße mir nicht an seinen Weg bestimmen zu wollen...
Ich finde es sehr unpartnerschaftlich von Dir, Dir einen derart schlanken Fuß in einer Angelegenheit zu machen, die euch beide angeht. Das ist eine Art, an ein Problem heranzugehen, die ich von gleichermaßen qualifizierten Partnern Deiner Generation garnicht mehr kenne.
Liest sich eher nach: och, da richte ich es mir zuhause gemütlich ein und wenn er rummuckt sage ich ihm "selber schuld, wolltest Du ja so" - jedenfalls nicht nach einer Ärztin aus Leidenschaft.
Daher solltet ihr euren Umgang mit dem Problem gemeinsam klären, nicht dass ihr mit eurem Style den Anfang vom Ende einläutet - passiert zwangsläufig, wenn Du Ärztin aus Leidenschaft bist und es seinetwegen nicht sein kannst.

Ich hatte damals die Situation mit meinem Mann ja ähnlich: Start in eine Fernbeziehung und er leitender Oberarzt, ständig im Einsatz, fehlte eigentlich nur noch das Blaulicht auf dem Kopf.
Ich habe ihm gesagt, dass so keine Fernbeziehung geht.

Unsere gemeinsamen Gespräche haben ergeben, dass wir identische Beziehungsvorstellungen haben und dass diese nur möglich sind, wenn er auf eine Stelle wechselt, die ihm 9-5 ermöglicht und das Mo-Fr. Genau das hat er getan.

Ähnlich sehe ich eure Vorstellungen, wie ihr Familie und Kind ursprünglich angehen wolltet - selber machen, Familie sein, kein Outsourcing-Projekt.
Da muss man doch mal fragen: wie kommt es zu dem plötzlichen Wandel? Ist es das Egopimping oder der Druck durch die Kollegen, dass man so einfach alle vorherigen Pläne über den Haufen wirfst, oder beides?
Und wie passt das zu seiner vorher recht relaxten Arbeitshaltung. Ist es wirklich das, was er auf Dauer kann und will? Die Frage hat er ja selber schon aufgeworfen.

Nur weil die Situation in der Klinik desolat ist, würde ich mich zu nichts drängen lassen, sondern gucken, was sind meine Lebensziele - passt das jenseits der Eitelkeiten wirklich dazu und kann ich das dann auf der Langstrecke.
So laufen Gespräche zwischen gleichwertigen Partnern: nicht ein- oder ausreden, sondern an alte Ziele, an persönliche Neigungen erinnern, aufzeige, was der andere grad nicht sieht.
 
  • #67
Liebe FS, ich verstehe dass Du ihm nicht zuviel Druck machen möchtest, damit er Dir das später nicht zu übel nimmt.
Aber bedenke: sein Versprechen nicht zu halten und damit Dich in die Rolle zu pressen und ggf deine Praxis nicht zu machen, wirst Du ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit vorwerfen.

Ihr hattet Euch ja auch extra vorher so geeinigt damit alle gewinnen und keiner etwas verliert....ihr Beiden und das Kind.

Wenn das ohne gute Lösungen durchgezogen wird, wird Dein Gefühl: jetzt gewinnt einer und zwei verlieren...nach und nach größer.
Vorallem wenn der Schatz auf der Welt ist und Du Dich immer wieder zerreißt zwischen Job und Kind....weil man dann meist das Gefühl hat, nie zu genügen, weder im Job, noch genug Zeit mit Kind zu haben.
Schreit Kind noch viel und die Chance mal ne Freundin zu sehen ist gen 0....ist die Chance ihm vorzuwerfen, dass Du Dich fühlst wie alleinerziehend, er sich nicht interessiert etc etc dafür sehr groß.

Ja rede jetzt viel mit ihm!
Überlege Dir aber auch Plan B, für den Fall, er hält sich dann wieder nicht an die Abmachungen.
Beispiel: geteilte Praxis
Das Model: zwei Ärztinnen und Mütter, arbeiten tageweise abwechselnd in einer gemeinsamen Praxis...gibt es bei uns öfters.
Nannys die an 3 Tagen kommen und putzen wenn Kind schläft...gibt's auch.
Dir wird was einfallen und arm ist er ja nicht!
 
  • #68
Da ist nicht ein Gespräch nötig sondern eher mehrere Tage Brainstorming.
Sehe ich ganz genauso. So und nicht anders machen das gleichrangige Partner.

Nun hat er die Idee, die Geschäftsführung von einer Doppelspitze zu überzeugen. Da hätte er die Verantwortung geteilt und wäre flexibler. Das fände ich klasse, damit kann ich mich arrangieren. Wahrscheinlich wäre dies aber zu teuer
Nicht unbedingt, dann müssen die Gehälter halt entsprechend gesplittet werden. Natürlich bezahlt die Klinik keine 2 Chefärzte, wenn sie nur einen braucht. Da muss er seinen Vorschlag schon etwas runder machen und die benötigte wirtschaftlicihe Kompetenz zeigen.

Schwierig. Die Doppelspitze-Idee ist ganz gut, aber wird das machbar sein?
Die Medizin in der jungen Generation wird weiblich - mehr als 70% der Absolventen sind mittlerweile Frauen.
Da bleibt den Kliniken garnichts anderes übrig als sich Jobsharingmodellen auch für Führungspositionen anzupassen wenn sie die Ärzte behalten wollen - keine Ärzte = gesperrte Betten, also keine Einnahmen für die Klinik. So einfach rechnet sich das Umdenken.

mit 25 wart ihr fertig mit dem Medizinstudium und Assistenzärzte. Frühestens mit Anfang 30 mit der FA WB Innere Kardio. Dann der Durchmarsch (Funktionsoberarzt,) Oberarzt, leitender Oberarzt in 3-4 Jahren...
Ich habe auch erst gedacht, an der Story stimmt was nicht, aber die Karre ist an die Wand gefahren. Da findet sich so fix keiner, der schlau ist, es kann und bereit ist, sich den Horror anzutun das alles in Ordnung zu bringen.

Also nimmt man den unerfahrenen, aber formal geeigneten Erstbesten der greifbar ist, von allen als der nette Buddy akzeptiert und lässt ihn sich daran aufraspeln. Hauptsache, die Klinikleitung hat pro forma alle Poitionen besetzt, die sie für Abrechnungsberechtigungen brauchen.
Ich kenne 2 Fälle, die so gelaufen sind und wo die Abteilungen seit Jahren grottenschlecht laufen mit ständiger Unterbesetzung und Personalfluktuation. Das geht wirklich nur in der Medizin.
 
  • #69
Statt dass ihr euch entspannt auf das Baby freut, müssen jetzt Entscheidungen gefällt werden, die richtig Weichen stellen.

Das ist das Leben.
Es kommt wenig wie geplant. Meistens kommt es ganz anders.

Vorhersehbar war nur, dass der Mann hier gehängt wird.
Sofort trennen, Betrug, Schuft.

Es war ein Angebot, das von außen kam.
Die Beiden reden, suchen Lösungen.
Sie werden sie finden.
Ein Jobangebot mit einer verführerischen Frau vergleichen, Karriere = Ehebruch?

Man lebt auch während einer Schwangerschaft nicht in der Wundertollen Prinzessinnenwelt.

Leben ist Wandel. In einer guten Partnerschaft redet man, sucht Wege, findet sie.
Die Beiden reden. Suchen die Möglichkeiten. Es klingt gut.

Man kann von außen alles kaputt und negativ reden.

M, 56
 
  • #70
Also was mir an der ganzen Beschreibung etwas seltsam vorkommt. Du schreibst er war immer ein Rebell der auf die Work-Life-Balance achtet etc. und von der 30 h Woche träumt. Gleichzeitig ist er in den Jahren, aber leitender Oberarzt geworden.
Imho kommt man mit der beschriebenen Einstellung kaum in eine solche Position (ich kenne die Medizin nicht gut, aber es scheint mit eine gehobene Position, für das Alter ). Dafür muss man sich einbringen und das auch entsprechend wollen. Hast du dir vielleicht einfach etwas vorgemacht, weil das deine Wunschvorstellung war?

Letztendlich überleben Pläne selten die Realität, es kommt immer irgendwie anders. Die Empfehlung hier sich zusammensetzten zu und die Situation zu diskutieren halte ich für sinnvoll. Sobald euer Kind da ist werdet ihr das ohnehin immer wieder müssen.

M, 30
 
  • #71
Ich kenne einen Chefarzt , der mehrfach geschieden ist mit vielen Kindern . Seine ex Frauen waren Ärztinnen , konnten ihren Lebenstraum an seiner Seite nicht verwirklichen
Liebe @justemoi, diese Geschichte hinterlässt eine große Traurigkeit in mir. Ich möchte nicht, dass unsere Zukunft so aussieht
Versuche dich trotzdem zu beruhigen . Du bist jetzt schwanger und Stress tun dir und dem Baby nicht gut . Erkläre ihm ganz ruhig deine Sicht und deine Gefühle . Und dann lass ihn entscheiden . Ich fände gut wenn er die Stelle nicht antritt . Alles Gute !
Danke!
Sorry jetzt muss ich leider mal dumm fragen. Wenn du dich mit einer eigenen Praxis selbstständig machen willst dann hast du doch auch oft sehr lange Arbeitszeiten.
Jein. Als angestellte Ärztin habe ich aktuell deutlich längere Sprechstundenzeiten. Die Praxisinhaberin arbeitet natürlich mehr (aktuell ist die Corona-Impforganisation ein Fass ohne Boden), aber kann sich die Arbeit flexibler einteilen als ich das jetzt kann. Besonders in einer Gemeinschaftspraxis müssen nicht alle Ärzte jeden Tag rund um die Uhr vor Ort sein wie bei den klassischen Einzelkämpfer-Hausärzten.

Und wie die Entscheidung auch fällt, es wird sich mindestens einer noch länger damit befassen, was das nun fürs Leben und die Beziehung heißt.
Für ihn ist es jetzt auch eine sehr schwierige Entscheidung und ein innerer Konflikt.
Ich denke, dass dies die erste (von bestimmt noch vielen) anstehende Entscheidung ist, die unserer noch jungen Beziehung die Leichtigkeit nimmt. Ich hoffe wir wachsen daran und nehmen keinen Schaden.
Zwischen Karrierefrau und Vollzeitmutti gibt es noch eine Mitte
In dieser Mitte habe ich uns beide gesehen, bzw so hatten wir es besprochen. Jetzt funkt das Leben dazwischen. Man kann nicht alles planen, da hast du Recht.
Mir würde etwas das Vertrauen in die Zukunft fehlen. Dass zusammen Beschlossenes auch zählt.
Ich vertraue ihm noch, bzw dass wir reden und einen Weg finden
 
  • #72
Wird die Stelle also mit einem anderen Kollegen neu besetzt, der nicht in absehbarer Zeit in Rente gehen wird, ist die Stelle weg. Deinem Mann bliebe dann nur der Wechsel in eine andere Klinik (falls das üblich ist, ich kenne mich da nicht aus).
Tatsächlich ist es üblich, für einen Chefarzt-Posten die Klinik zu wechseln und nicht innerhalb der gleichen Klinik aufzusteigen.
Also nimmt man den unerfahrenen, aber formal geeigneten Erstbesten der greifbar ist, von allen als der nette Buddy akzeptiert und lässt ihn sich daran aufraspeln. Hauptsache, die Klinikleitung hat pro forma alle Poitionen besetzt, die sie für Abrechnungsberechtigungen brauchen.
So sieht es in unserem Fall aus
 
  • #73
Und wie passt das zu seiner vorher recht relaxten Arbeitshaltung. Ist es wirklich das, was er auf Dauer kann und will? Die Frage hat er ja selber schon aufgeworfen.
Es passt nicht. Und deshalb ist er hin und her gerissen zwischen Egopimping und seiner eigentlichen Natur. Die Nachricht, dass der Chef geht, hat uns im Urlaub erreicht und eiskalt erwischt. Jetzt baggern sie an ihm rum.
Also was mir an der ganzen Beschreibung etwas seltsam vorkommt. Du schreibst er war immer ein Rebell der auf die Work-Life-Balance achtet etc. und von der 30 h Woche träumt. Gleichzeitig ist er in den Jahren, aber leitender Oberarzt geworden.
Ich würde dir, @Valmont und @Vikky gerne erklären wo und unter welcher unwahrscheinlicher Verkettung von Umständen man mit 35 dermaßen unverhofft die Karriereleiter hochfallen kann und wieso das alles (auch nicht der leitende Oberarzt) nicht geplant war, sondern überraschend kam. Diese Details würden aber Rückschlüsse auf die Klinik und damit auf die beteiligten Personen zulassen (nehmen wir an, eine Sekretärin liest mit, die die Geschichte und Umstände kennt). Ich möchte niemandem Probleme verursachen. Schon gar nicht meinem Mann. Deshalb kann ich hier in diesem Rahmen leider nicht auf deine Frage einehen
 
  • #74
So laufen Gespräche zwischen gleichwertigen Partnern: nicht ein- oder ausreden, sondern an alte Ziele, an persönliche Neigungen erinnern, aufzeige, was der andere grad nicht sieht.
Durch eure Beiträge habe ich einen Haufen Sichtweisen erhalten und habe gerade einen unheimlichen Redebedarf mit meinem Mann. Aktuell ist er für ein paar Tage zu seinen Eltern gefahren (die werden sagen "Ja klasse Junge mach das!"), so dass ich hier auf heißen Kohlen sitze. Ja wir werden noch sehr viel reden. Partnerschaftlich.

Beispiel: geteilte Praxis
Das Model: zwei Ärztinnen und Mütter, arbeiten tageweise abwechselnd in einer gemeinsamen Praxis...gibt es bei uns öfters.
Nannys die an 3 Tagen kommen und putzen wenn Kind schläft...gibt's auch.
Dir wird was einfallen und arm ist er ja nicht!
So ein Modell könnte funktionieren.

Mehr kann ich aktuell nicht beitragen, ich muss mit ihm reden, dann sehen wir weiter.
 
  • #75
Die Beiden reden. Suchen die Möglichkeiten. Es klingt gut.
Sehe ich nicht so - jeder schiebt dem anderen die Entscheidung zu. Er lässt es, wenn sie das will, sie will die Verantwortung dafür nicht übernehmen, ist lieber enttäuscht, dass er so vom ursprünglichen Plan abweicht. Das wird eine ganz schlechte Beziehungsgurndlage.

Was mir komplett fehlt, ist die partnerschaftliche Beratung für, zu welcher die FS weil ebenfalls vom Fach fähig sein sollte und ie sie auch leisten sollte, weil es sowohl um beider Lebensperspektive geht, wie auch sein glücklich/unglücklich sein, weil er mit dem Angebot in einer ziemlich unglücklichen Gemengelage ist:
- vom Typ her will er ein eher chilliges Leben. Jetzt aber ergibt sich sehr früh eine berufliche Chance mit der Lizenz zum Gelddrucken, was für eine junge Familie immer attraktiv ist.
Da sollte ein Partner eher die Aufforderung zur Selbstreflexion stellen, ob jemand, der bis Mitte 30 ein Anhänger des Chillens war und sich bei der Kindererziehung stark einbrigen wollte tatsächliche diesen Job jetzt machen will und auch kann oder auf dem Weg in eine Lebensfalle ist.
- es bedient die Eitelkeit, so früh ausgewählt worden zu sein und auch, dass die Kollegen ihn wollen. Aber will er das wirklich jenseits dieser Faktoren?
Es wird ja keine Tür für immer zugeschlagen. 10 Jahre später mit größerem Kind und die Frau beruflich fest im Sattel in der eigenen Praxis, ergeben sich solche Möglichkeiten immer wieder angesichts der alternden Ärzteschaft in D.
- er wurde ausgewählt, weil er die schnelle Lösung ist, von allen erstmal akzeptiert mit der Option für die Klinikleitung, sich einen ganz schlanken Fuß zu machen, wenn es nicht klappt: habt ihr so gewollt.
Er hat sich nicht aufgrund besonderer Befähigung in einem Bewerbungsverfahren durchgesetzt. Es gibt weder die Zeit für ein geordnetes Bewerbungsverfahren noch vermutlich kompetente Bewerber, denn in der Branche kennt man die Situation, die da herrscht - tut sich keiner freiwillig an.
- Die Situation in der Abteilung ist desolat, wird sich nicht schnell ändern, d.h er hat eine 70-Stundenwoche und wird sein Kind überhaupt nicht aufwachsen sehen. Will er das wirklich nur für diese Stelle mit alldem Unerfreulcihem, was dran hängt?

- .... und dann kommen die Auswirkungen für die FS, genauso zu betrachten für sie und auch für die Partnerschaft,
- sowie fürs Kind. Wollte man so eine dem Vater entfremdete Erziehung, wie sie nun erforderlich wird.
 
  • #76
Imho kommt man mit der beschriebenen Einstellung kaum in eine solche Position (ich kenne die Medizin nicht gut
Daran liegt es, dass Du die Branche nicht kennst. Angesichts des Ärztemangels kommt man heute sehr leicht in diese Situation, sogar wenn kein Oberarzt benötigt wird, nur ein Kardiologe, der aber geht, wenn er kein Oberarztgehalt bekommt. In der Kardiologie verdient die Klinik fett Geld, aber nur, wenn sie Ärzte hat.
Ich kenne sogar eine junge Ärztin, die so Oberärztin geworden ist noch bevor sie ihre Facharztprüfung abgelegt hatte.

Als Partnerin würde ich ihm raten: lass es, wir brauchen das Geld nicht. Den Job bekommmst Du auch in 10 Jahren, wenn Du das wirklich willst. Unser Kind durchlebt mit uns jede Lebensphase nur einmal und ich brauche die Zeit und deine Unterstützung für meine beruflichen Pläne.

Und ich würde es ihm auch fachlich raten, weil Ärzte für Führungspositionen nicht ausgebildet werden, weder für Personalführung noch für die wirtschaftlichen Aspekte einer Leitungsposition. Genau darum herrschen in den Kliniken Situationen, wie die FS sie beschrieben hat - despotische Herrschaft statt zeitgemäße Führung mit chronisch schlechter Laune beim Personal und hohen Krankenständen, sowie unter den Ärzten hohe Fluktuation.

Das alles muss der Chefarzt abpuffern, was sein Gehalt rechtfertigt - ist nämlich inkl. Schmerzensgeld und auch Unterhaltszahlungen weil Ehe kaputt.

Ihm werden in seinen jungen Lebensjahren auch die Skills fehlen, grad für die Situation die da herrscht. Da hat es sich ganz fix von Seiten der anderen ausgebuddied und er hat Stress ohne Ende.
Bei seiner bisher eher relaxten Lebenshaltung sollte man sich genau angucken, ob man mit vollem Tempo in diese Situation laufen will.
 
  • #77
Vielleicht war es dein größter Irrtum, liebe @Sommergold, deine Fragen in ein Forum zu stellen. Statt sie mit guten Freunden (natürlich zu allererst mit dem Partner - aber das tust du ja) zu besprechen. Die kennen dich/euch und eure Situation am besten.

Wie du hier liest, kommen die abstrusesten Vorschläge: von der üblichen Leier des sofortigen Kontaktabbruchs über mehr Wut haben, Vertrauensbruch, enttäuscht sein, Lügen usw.
War zu erwarten.

Dabei gibt es viele (werdende) Mütter, die vor deutlich größeren Problemen stehen: Vater des Kindes ist abgetaucht, finanzielle Situation problematisch, eigener Job gefährdet ... Trifft bei dir alles nicht zu. Im Gegenteil - du scheinst zupackend und klar denkend zu sein. Dass deine Gefühle momentan Bocksprünge machen, kann ich nachvollziehen, schließlich ist die Veränderung in deinem Leben für dich spürbarer (das meine ich wörtlich, denn du trägst sie in deinem Bauch) als für deinen Mann. Der fühlt sie »nur« äußerlich.

Aber es gibt auch die mutmachenden Geschichten, hier in diesem Thread. Allen voran die von @Inanna* (#62). Gerade diese Teilnehmerin macht auf mich in fast allen ihren Beiträgen einen ausgesprochen gesunden, lebensnahen und dabei glücklichen (!) Eindruck. Sie jammert nicht, sie nimmt ihre Leben so, wie es kommt (nein, es geht hier nicht weiter mit »... und macht das Beste daraus«, das braucht sie gar nicht, weil sie »das Schlechteste« nicht ständig vor sich herträgt).

Es gibt andere Mütter, liebe @Sommergold, die in schlimmeren Situationen als der deinen NICHT untergegangen sind, keine ausschließlichen Hausfrauenmütter geworden sind, nicht in der Altersarmut gelandet sind. Das sind meist die Frauen, die aus ähnlichem Holz geschnitzt sind wie du: solche, die ihrem Leben positiv gegenüber stehen, auch mal ein überwindbares Tief haben, sich zusammen mit dem Partner auf ihr Baby freuen (du beschreibst die rudernden Ärmchen so liebevoll). Diese Frauen finden Lösungen - wobei du selbst in einer hervorragenden Situation bist. Weil du die Hürden erkennst und sinnvoll angehst. Daraus erwachsen (meist) die wirklich stabilen Kinder. Solche, die später ihr Leben ebenfalls wuppen, weil ihnen nicht alles hinterher getragen wurde.
@Inanna* gehört dazu. Mein Sohn auch (ich war AE in einem wesentlich kargeren Umfeld als dem deinen).

Sobald sich deine Unsicherheiten gelegt haben (und das blüht ihnen tatsächlich!), wirst du das erkennen und wieder zuversichtlich in eure (!) Zukunft schauen.
 
  • #78
Da sollte ein Partner eher die Aufforderung zur Selbstreflexion stellen, ob jemand, der bis Mitte 30 ein Anhänger des Chillens war und sich bei der Kindererziehung stark einbrigen wollte tatsächliche diesen Job jetzt machen will und auch kann oder auf dem Weg in eine Lebensfalle ist.
Ich stimme deinem gesamten Beitrag zu, genau so ist der Zwischenstand gerade, wir sind ja noch lange nicht fertig mit Reden und gerade ist er nicht da. Genau diese Fagen habe ich ihm gestellt (ob er diese Position für sich wirklich will, ob das zu seiner bisherigen Einstellung passt, ob ihm bewusst ist, wie desolat der Zustand der Klinik ist, und was das für ihn bedeutet. Und was das für mich und das Kind sowie sein Vatersein bedeutet. Was ich mir wünsche). Jetzt muss er nachdenken und die Gespräche werden fortgeführt wenn er zurück kommt
Ihm werden in seinen jungen Lebensjahren auch die Skills fehlen, grad für die Situation die da herrscht. Da hat es sich ganz fix von Seiten der anderen ausgebuddied und er hat Stress ohne Ende.
Genau das sind seine Bedenken, er sagt selbst, er sei noch zu jung und unerfahren. Daher sein Wunsch die Verantwortung mit einem erfahrenerem Kollegen zu teilen. Er hat noch lange keine Entscheidung gefällt.

Lebensfalle ist ein guter Begriff, ich habe das Gefühl, er rennt ins Unglück wenn er sich darauf einlässt und möchte ihn davor bewahren - aber ohne dass ich ihm das Gefühl vermittle, ich sei missgünstig, wolle ihn kleinhalten oder dergleichen. Ganz und gar nicht! Ich freue mich für ihn dass er ein solches Angebot erhält. Aber sehe die ungünstigen Umstände (desolate Abteilung, er als erstbestes Kanonenfutter, der sich um den Finger wickeln lässt, der schlechte Zeitpunkt für uns und das Kind)
 
  • #79
10. SSW da hält man sich noch bedeckt, man weiß nie.
Ja eben.
Mir auch klar.
Denke nur, das niemand, der ihn mag, ihm ernsthaft die Doppelbelastung Baby und neuer Karriereschritt mit Aufräumen empfehlen würde.

Ich würde dir, @Valmont und @Vikky gerne erklären wo und unter welcher unwahrscheinlicher Verkettung von Umständen man mit 35 dermaßen unverhofft die Karriereleiter hochfallen kann und wieso das alles (auch nicht der leitende Oberarzt) nicht
geplant war, sondern überraschend kam.
Umso mehr würde ich überlegen, ob er dann da Chefarzt werden will und in einer Klinik sich aufarbeiten darf, in der viel nicht ideal läuft.
Als leitender Oberarzt kann er ev später in eine andere Klinik wechseln als Chefarzt. Dort hat er dann ein neues Standing. Startet gleich als Respekt Person.
Wenn er dort in der jetzige Klinik Chefarzt werden will, muss er sich neu beweisen und aushalten können, das Gefährten und Kollegen ihm weniger persönliches anvertrauen und ihn neu beurteilen im neuen Posten.
Diese Details würden aber Rückschlüsse auf die Klinik und damit auf die beteiligten Personen zulassen
Ganz klar.
Nicht erklären. Diese Sätze sagen doch schon genug.
Im übrigen glaube ich nicht, dass nur eine Person verantwortlich ist, wenn viel schief läuft auf einer Station.
Naja.
Ich denke ganz optimistisch, ihr könnt auf jeden Fall dran wachsen, wenn ihr zueinander ehrlich sein könnt und euch immer als Team seht.
Schwierigkeiten kommen immer wieder.
Und hey, das ist erstmal eine tolle Sache, das er überhaupt darüber nachdenken kann und ihr vermutlich bald Eltern sein werdet!

Da es Mangel an Ärzten gibt, könnt ihr euch beide denke ich etwas beruhigen.
Ihr werdet beide schon gut unterkommen.
 
  • #80
Es gibt andere Mütter, liebe @Sommergold, die in schlimmeren Situationen als der deinen NICHT untergegangen sind, keine ausschließlichen Hausfrauenmütter geworden sind, nicht in der Altersarmut gelandet sind
Ich finde es nie besonders zielführend, immer auf andere zu verweisen, denen es schlechter geht. Die gibt es nämlich immer, aber das macht die eigenen Probleme nicht kleiner in diesem Moment. Es gibt immer Leute, die haben Krebs oder alles verloren oder oder, aber das hilft ja nicht viel, wenn man grad eine traurige Trennung durchmacht oder so.
Ich denke aber auch, dass man hier nicht zur Trennung raten soll, das ist völlig überzogen. Offen reden ist eben angesagt, auch die Gründe besprechen für dir plötzliche Änderung seiner Meinung. Dann wird sich hoffentlich was ergeben, selbst wenn er den Job annimmt. Ich denke nur, dass es dann auch normal ist, enttäuscht von ihm zu sein, und diese Gefühle darf man ja auch zulassen und benennen.
Ich bin aber sicher, liebe @Sommergold , ihr bekommt das schon hin, auch wenn es anders kommt als geplant. :)
 
  • #81
Vielleicht war es dein größter Irrtum, liebe @Sommergold, deine Fragen in ein Forum zu stellen. Statt sie mit guten Freunden (natürlich zu allererst mit dem Partner - aber das tust du ja) zu besprechen. Die kennen dich/euch und eure Situation am besten.
Natürlich rede ich mit Freunden und Familie. Das "Problem" mit Menschen, die mich kennen und lieben ist, dass sie mir leider oft das sagen, was ich hören will. In einem anonymen Forum kriegt man andere Sichtweisen knallhart und ohne Schonung aufgetischt, und das finde ich gut.
Wie du hier liest, kommen die abstrusesten Vorschläge: von der üblichen Leier des sofortigen Kontaktabbruchs über mehr Wut haben, Vertrauensbruch, enttäuscht sein, Lügen usw.
😅 Ja das war zu erwarten, aber solche Vorschläge sind doch in der Minderheit, den Schuh muss ich mit ja nicht anziehen
Es gibt andere Mütter, liebe @Sommergold, die in schlimmeren Situationen als der deinen NICHT untergegangen sind,
Wir hatten noch keine wirklichen Probleme bisher, daher erscheint mir diese Situation gerade schwierig, aber ja: Es geht uns sehr gut. Die Situation ist auch erst wenige Tage alt und daher bin ich zuversichtlich, dass wir das für uns Drei (♥️) zufriedenstellend lösen werden.
Sobald sich deine Unsicherheiten gelegt haben (und das blüht ihnen tatsächlich!), wirst du das erkennen und wieder zuversichtlich in eure (!) Zukunft schauen.
Danke!
 
  • #82
Ich würde dir, @Valmont und @Vikky gerne erklären wo und unter welcher unwahrscheinlicher Verkettung von Umständen man mit 35 dermaßen unverhofft die Karriereleiter hochfallen kann und wieso das alles (auch nicht der leitende Oberarzt) nicht geplant war, sondern überraschend kam. Diese Details würden aber Rückschlüsse auf die Klinik und damit auf die beteiligten Personen zulassen (nehmen wir an, eine Sekretärin liest mit, die die Geschichte und Umstände kennt). Ich möchte niemandem Probleme verursachen. Schon gar nicht meinem Mann. Deshalb kann ich hier in diesem Rahmen leider nicht auf deine Frage einehen
Du musst mir das gar nicht erklären. Die Frage war nur als Gedankenanstoß gemeint.
Mir kommt es eben seltsam vor das man einfach so in eine Leitungsposition kommt, ohne das zu wollen, aber ich kenne die Branche wie gesagt nicht. Menschen verändern sich auch, vielleicht ist dein Bild von ihm in diesem Punkt etwas idealisiert, dass kann ich nicht einschätzen. Letztendlich müsst ihr das klären.

Es mag ihm aktuell wie die Möglichkeit des Lebens vorkommen, dass glaube ich persönlich aber nicht.
Wenn er gut ist werden solche Optionen wiederauftauchen. Insbesondere bei der Beschreibung der Branche, gute Leute gibt es nicht wie Sand am Meer.

Die Situation der Klinik die du beschreibst klingt auch eher katastrophal. Wenn er dann nicht einmal vernünftige Managementschulungen bekommt wird er es imho sehr schwer haben. Das braucht es viele Softskills insbesondere Kommunikation, Organisation und Stressresistenz. Das können die Meisten nicht einfach so, die meisten Studiengänge sind ja eher Vermittlung von Fachwissen.
Ich halte mich für recht kariere orientiert, aber in der Situation würde ich die entsprechenden Schulungen einfordern. Ohne Ramp-Up ist das imho zum Scheitern verurteil (auch ohne kleines Kind zu Hause), außer er ist wirklich sehr talentiert.

M, 30
 
B

Blume94

Gast
  • #83
Wir hatten noch keine wirklichen Probleme bisher, daher erscheint mir diese Situation gerade schwierig, aber ja: Es geht uns sehr gut. Die Situation ist auch erst wenige Tage alt und daher bin ich zuversichtlich, dass wir das für uns Drei (♥️) zufriedenstellend lösen werden.
Ach klar das glaube ich auch. Sprecht miteinander und erarbeitet gemeinsam einen Plan wo ihr ganz ehrlich zueinander seid und eine Lösung findet mit der ihr beide zufrieden seid.

Dein Mann scheint da in dem neuen Posten ja schon auch in gewisse „kacke“ zu packen und erstmal alles wieder rücken müssen. Vielleicht gelingt es ihm ja den Vorschlag der Doppelspitze durchzusetzen (vor allem gerade weil die aktuellen Zustände grausig sind), das wäre ja optimal für euch.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Noch seid ihr ganz am Anfang der Schwangerschaft, ihr habt noch Zeit und ich bin zuversichtlich es wird sich eine Lösung finden. Schau mal dein Mann hat doch direkt gesagt wenn du das nicht möchtest dann macht er es nicht, er scheint nicht rücksichtslos zu sein, er möchte es euch schon recht machen.
Vielleicht steckt er gerade in einer Art Findungsphase wo er selber nicht weis welchen Weg er einschlagen möchte, es klingt verlockend aber eben gerade nicht 100% passend weil ihr in der Familienplanung steckt, die auch sehr viel Zeit benötigt.
Ich würde nicht sagen das dein Mann ein schlechter Mann ist und dich irgendwo rein drängen möchte, so wie du schreibst wirkt er schon sehr fair und lieb, er möchte nichts machen was er später vielleicht mal bereuen wird.
Überlegt gemeinsam und schlaft ein paar Nächte darüber bis ich wisst was ihr machen wollt.
Ich kann es nur immer wieder schreiben, man stellt sich das Leben mit einem Kind manchmal einfacher vor als es ist, aber das ist doch bei vielen Dingen auch so - in der Vorstellung anders als dann in der Realität.

Ich wünsche euch alles Gute, ihr macht das schon 🥰🐣

W 27
 
  • #84
Tatsächlich ist es üblich, für einen Chefarzt-Posten die Klinik zu wechseln und nicht innerhalb der gleichen Klinik aufzusteigen.

So sieht es in unserem Fall aus
Korrekt, es ist aber mittlerweile ÜBERALL Personalmangel, der bis in die hochrangige Ärzteschaft reicht. So sieht's leidet aus. Dein Mann muss also mitnichten diese Chance nutzen, sondern kann das bequem später tun - denn die Verhältnisse werden schlechter und nicht besser werden! Also noch mehr Personalmangel. Das ist wirklich ne heftige Ausrede, die du mit deinen Kenntnissen locker entkräftigen könntest. 🤷‍♀️
 
  • #86
Nachdem ich gelesen habe, wie es in der Klinik abläuft, würde ich an seiner Stelle den Posten nicht antreten. Wie @Vikky richtig schreibt, suchen sie nur einen dummen, der jetzt den Dreck wegfegt, den sein Vorgänger hinterlassen hat. Das kann gutgehen oder auch nicht. Die Frage ist, was passiert, wenn dein Mann scheitert? Die Scherben zwischen einzelnen Abteilungen nicht zu kitten sind, die Fluktuation weiterhin hoch usw. Dann ist er der nächste, der gehen muss, weil man es ihm wunderbar in die Schuhe schieben kann. Wie wirkt sich das auf seine weitere Karriere aus? Wie auf sein Selbstbewusstsein?

W36
 
  • #87
Vorhersehbar war nur, dass der Mann hier gehängt wird.
Sofort trennen, Betrug, Schuft.
So habe ich die Beiträge gar nicht empfunden. Manche sind gegen den Mann, aber der allgemeine Tenor ist doch gar nicht so, dass er verteufelt wird.
Er bricht ja schon ein Versprechen und will es sogar seiner Partnerin überlassen, wie die Entscheidung fällen soll. Das ist nicht gerade integer und eventuell auch ein bisschen hinterhältig, falls er weiß, dass sie ihm nicht im Wege stehen will.

Und ich habe drüber nachgedacht, er sagt damit ja auch ganz schnell mal: Baby ist ab jetzt deine Sache, das andere interessiert mich mehr.
Es sei denn, er denkt tatsächlich, dass er noch viel Zeit für die Familie haben wird, was ich aber nicht glaube. Aber immerhin will er ja eine Doppelspitze vorschlagen.

Es passt nicht. Und deshalb ist er hin und her gerissen zwischen Egopimping und seiner eigentlichen Natur.
Dann braucht es nur ein bisschen Zeit, bis er sich den Posten und die Folgen so genau angesehen hat, dass er die Entscheidung trifft, die zu ihm passt. Ich glaube, Chefärzte haben auch noch mehr mit Verwaltung zu tun als die "normalen" Ärzte, und sind schön verantwortlich für alles mögliche.
Aber ich meine, Du hattest schon geschrieben, dass er den Chef immer vertreten hatte. Also ganz ahnungslos über das, was kommt, ist er ja nicht.

Vielleicht reicht auch die Erkenntnis, dass es keiner machen will. Also nix mit "Kompliment für die gute Arbeit und daher Belohnung mit höherem Posten", sondern "einen Dummen finden, der es macht", um es jetzt mal so unschmeichelhaft auszudrücken.

Wie gesagt, ich würde jeden Drang, den Mann zu bearbeiten, unterdrücken. Eine Entscheidung ist mE in so einem Fall umso wertvoller, je weniger sie man wegen eines anderen und dessen Wünschen trifft.
Heißt nicht, dass man nicht reden sollte. Aber ohne Vorwürfe und "ich wollte es aber anders und du auch". Die Entscheidung muss sich für ihn richtig anfühlen, und wenn er merkt, dass es nicht um ihn und seine Qualifikation geht, sondern in großem Maße auch darum, dass alle anderen froh sind, wenn diese Aufgabe ein anderer übernimmt, ist es vielleicht viel weniger attraktiv als jetzt.
 
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  • #88
Er bricht ja schon ein Versprechen und will es sogar seiner Partnerin überlassen, wie die Entscheidung fällen soll.
Naja, aber bis jetzt hat er es ja noch nicht gebrochen, oder?
Durch das Angebot ist eine neue Situation entstanden. Ok, er hätte es mit Verweis auf seine geplante Teilzeittätigkeit wegen des Kindes sofort ablehnen können; das hat er nicht getan. Das empfinde ich jetzt aber noch nicht als verwerflich. Situationen ändern sich. Das ist doch in einer Ehe auch so. Oder wird hier jemand an sein Eheversprechen erinnert, wenn er sich irgendwann trennen möchte? Da fordert ja auch keiner ein, man müsse unbedingt zu seinem Versprechen stehen, auch wenn man auf die Beziehung gar keine Lust mehr hat.
Für mich übrigens ein Grund, nur noch „Willenserklärungen“, aber keine Versprechen mehr abzugeben.

Eine gemeinsame Entscheidung setzt sich letztlich immer aus den beiden Einzelentscheidungen der zwei Menschen zusammen. Ich sehe es auch nicht so, dass er ihr den schwarzen Peter zuschiebt, wenn er sagt, er lehne ab, wenn sie das wolle. Wenn er deshalb ablehnt, dann ist das SEINE Entscheidung. Dafür kann er sie später nicht verantwortlich machen.
w45
 
  • #89
Wie du hier liest, kommen die abstrusesten Vorschläge
Vertrau doch einfach drauf, dass die Fragesteller*innen nicht denken, hier würden weise Götter*innen (Absicht) oder Gurus bzw. Gurusinnen schreiben :) Auch wenn man Dinge liest, die man NICHT will oder absurd findet, sortiert sich mitunter was im Kopf und es kristallisiert sich das Eigentliche heraus.

Was ist denn los mit euch, dass ihr solche Angst habt vor Beiträgen, die vielleicht nicht hilfreich, da aus eigenen Gründen zu negativ, sind?
Das klingt so seelisch fragil bei Dir jetzt, nicht bei der FS.

Nur, weil man hier eine Frage stellt, hört man doch nicht auf, selbst zu denken und SELBST zu entscheiden. Und so schnell zieht doch ein wirklich negativer Beitrag auch nicht runter, wenn andere Beiträge konstruktiv sind, selbst wenn sie die Situation nicht positiv beleuchten.
Auch wenn ich es schön finde, sowas zwischendurch zu lesen, bringt substanzlose Mutmacherei mit "ihr macht das schon" und Schönrednerei in meinen Augen bei solchen Problemen nichts Gehaltvolles, da derjenige, der das sagt, die Leute weder kennt noch sich dem Problem wirklich gewidmet hat, und der/die FS das auch erkennt. Und sich was vormachen durch magisches Denken, hilft ja auch niemandem.
 
  • #90
Ich verstehe die Beschwichtigungen nicht. Würde mir mein Partner jegliche Absprache vor die Füße kippen wäre ich zu recht wütend. Vor allem weil sich durch den Alleingang auch mein Leben gründlich verändern würde.
 
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