• #1

Eine glückliche Beziehung will gepflegt sein, doch wie?

Wie oft vergessen wir im Alltagsstress, dass eine gute Beziehung keine Selbstverständlichkeit ist. Nicht selten verschwinden Aufmerksamkeiten aus der Anfangszeit einer Partnerschaft mit den Jahren des Miteinanders.

Wie macht Ihr Euren Partnern mitunter eine Freude und über welche Gesten und Überraschungen durch Eure Partner konntet und könnt Ihr Euch freuen?
 
  • #2
Ich bin ziemlich sicher, dass wen man den Partner liebt und MIT ihm lebt statt nur NEBEN ihm zu leben, dann kommen solche Dinge von alleine.
Als Beispiel, ich habe meinem Ex Mann öfter Tickets geschenkt wenn sein Verein in der Champions League zu Hause gegen Top Mannschaften gespielt hat. Er musste ja nicht mit mir hingehen, er konnte natürlich die zweite Karte für einen Kumpel verwenden und das wußte er genau, dass ich nie zu den Frauen gehört habe, die dann subtil Stress machen. Oder ich habe für ihn und seine Freunde zu Hause was zu essen gemacht und den Abend woanders verbracht (obwohl ich gerne Fußball gucke). Wenn in dem Verein, in dem er hobbymäßig Mitglied war, Tourniere statt gefunden haben, habe ich mich immer mit Catering beteiligt weil ich wußte, dass ihm das sehr viel bedeutet hat. Ich habe ihm eben zugehört und ihm dann eine Freude gemacht. Manchmal muss man dann eben auch über den eigenen Schatten springen. Ich hasse Camping aus tiefster Seele :D aber wir haben dann eine Lösung gefunden, wie wir trotzdem mit seinen Freunden zum Campen gehen, ich aber nicht im Zelt übernachten muss. Von mir aus hätte er gerne ohne mich gehen können und das wußte er, wollte er abet nicht. Man kann dem Partner auch eine Freude machen, indem man ihn sein Ding machen lässt, ohne das man selber dabei ist. Und ohne dass man dann die Flappe zieht ;) Mein Mann war mehrmals die Woche abends weg wegen seines Hobbys. Das war nie ein Problem für mich.
Wir haben fast ausschließlich Urlaube im Zusammenhang mit seinen Hobbies gemacht. Mir hat es Spaß gemacht, obwohl ich von ihm in der Zeit rein gar nichts hatte weil er spielen oder sich vorbereiten musste aber ihm war sein Hobby sehr wichtig.
Umgekehrt war das so, dass ich nachts nicht gerne alleine war. Er ist deshalb immer nach einem Spiel nach Hause gekommen, auch wenn das 2 Stunden Autofahrt spät am Abend bedeutet hat und er sehr gut vor Ort hätte übernachten können und er auch gewußt hatte, dass es für mich trotz meiner Schissigkeit OK gewesen wäre. Er kam trotzdem nach Hause. Genauso habe ich ihm oder er mir etwas gekauft, von dem wir wußten, der andere gönnt sich das selbst nicht weil man dann das Geld eh lieber für den jeweils anderen ausgegeben hat :D Also habe ich für ihn und er für mich Geld ausgegeben statt jeder für sich selbst. Und ich habe mich gefreut wenn er sich gefreut hat und umgekehrt.
 
L

Lionne69

Gast
  • #3
Was wäre das?

Zuhören, wenn der Partner ein Thema hat, - Interesse, Freude, ggf. Trost, Halten, Unterstützung, je nachdem, was angesagt ist
- Gemeinsamkeiten pflegen, initiativ werden, mal eine Überraschungsunternehmung planen, ob kleiner, größer
- Kleine Freude machen, ob etwas mitbringen, was ihn freut, was er mag, oder Zuhause etwas machen, wie etwas besonderes kochen, eine ganze Bandbreite von Dingen
- Etwas ungefragt für den anderen erledigen (wenn man weiß, dass es so passt und den anderen freut / entlastet)
- Dem anderen seine Freiräume lassen und sich mit ihm freuen
- Das WIR pflegen, mit Nähe, mit sich dem anderen bewusst sein, als Gegenstück zu Selbst-bewusst

Diese Frage berührt mich immer wieder und frustriert.
Gegeben, bin ich mir sicher, habe ich es immer, mein Mögliches getan; aber umgekehrt? Irgendwann habe ich auch reduziert, bis auf das für den Alltag notwendige, und irgendwann bin ich dann gegangen; ich fühle mich ungut als praktisches Möbel.

Ist es so abwegig, dass Mann auch mal für eine Partnerin kocht, sie, wenn sie mal müde heimkommt, mit einem Essen überrascht? Einfach da ist, wenn es schwierig wird, und unterstützt; mit ihr einen Studienabschluss feiert oder ganz banal, ihr außerhalb von Geburtstag und Weihnachten eine Denk-an-Dich Kleinigkeit mitbringt?

In der Kennenlernphase ja, aber danach?
In der Rückschau, es reichte meinen Partnern - sie macht im wesentlichen den Haushalt (zu Beruf, Kinder), kümmert sich um Alltags-, Freizeit- Urlaubsplanung, Planung und Organisation der verschiedenen Feste. Ist es doch für den vielbeschäftigten Mann nicht Beitrag genug, dass man bei den Unternehmungen klaglos mitmacht, dabei ist?
Wenn sie Unterstützung braucht, wird sie sich schon rühren - Und wenn er dann gerade Zeit, Lust habe, kann er helfen, wenn nicht, packt sie es auch alleine - vom Kind im Krankenhaus, Umzug, Hausbau.
Und wer macht sich schon etwas daraus, ob der Tisch schön gedeckt ist, dezent(!) Jahreszeitendeko, mal eine Kerze brennt?
Der Weihnachtsbaum steht, wer braucht mehr?
Geburtstage, wer braucht das? Das Valentinstag und Co nur des Kommerzes wegen existieren und man dies deswegen natürlich boykottiert, verständlich? Wozu mal einen Osterhasen auch für eine Partnerin? Beliebig zu variieren?

Irgendwann vergisst der Partner auch, dass man sich begrüßen, verabschieden kann, wozu in den Arm nehmen, küssen, Kuscheln?
Außer bei den Gelegenheiten, wo man einfällt, dass es auch noch ein anderes Bedürfnis gibt und da wäre die Frau mal ganz praktisch?

EarlyWinter hat es so schön geschrieben, und wie sie sagt,
Ich bin ziemlich sicher, dass wenn man den Partner liebt und MIT ihm lebt statt nur NEBEN ihm zu leben, dann kommen solche Dinge von alleine.
.

Welches Fazit ziehe ich da für mich?
Vielleicht der frühen Stunde geschuldet, mich macht es gerade traurig.
 
  • #4
Irgendwann vergisst der Partner auch, dass man sich begrüßen, verabschieden kann, wozu in den Arm nehmen, küssen, Kuscheln?
Außer bei den Gelegenheiten, wo man einfällt, dass es auch noch ein anderes Bedürfnis gibt und da wäre die Frau mal ganz praktisch?

Oh ja, wie ich dass kenne und bereue. Bis heute und vermutlich bis zum Tod. Ich hab es meiner Ansicht nach viel zu selten gemacht. Vllt. war es auch genug. Wir haben nie darüber geredet. Und dennoch habe ich ihr, wenn wir zusammen die Mittagspause verbracht haben, ihr ihr Lieblingsobst mitgebracht. Noch heute bringen wir uns, (für die die es hier nicht wissen - wir sind getrennt), wenn wir zusammen eine Bergtour machen meistens gegenseitig etwas mit.

Eigentlich sind es nur die Kleinigkeiten. Mal das Auto aussagen (hab ich immer gemacht - war mir auch wichtig, obwohl ich ein eigenes hatte). Mal einen selbst gepflückten Blumenstrauß etc. pp., mal ein Eis

M47
 
  • #5
Moin,

naja, immerhin ist es jetzt der Ex, dass
kommen, ist also offenbar für sich auch kein besonders wirkungsvolles Rezept.

Meine Erfahrung ist, dass es eher anders rum ist: Wenn ich mich um den anderen bemühe, achtsam und aufmerksam zu ihm bin, wächst vor allem meine Liebe, und das Beisammensein wird für mich wichtiger und schöner. Und natürlich verbringt man eine angenehmere Zeit gemeinsam, wenn sie durch liebevolles Verhalten geprägt ist.
Ob sie mich zurückliebt, wird nicht durch meine Aufmerksamkeit bewirkt.

manchmal
 
  • #6
Das sind schon Kleinigkeiten im Alltag:

beispielsweise dem Partner einfach mal seine Lieblingskekse mitbringen oder Blumen. Einfach so.
Oder wenn er/sie gestresst von einem blöden Arbeitstag heim kommt, schön lecker kochen, zuhören oder in ein Restaurant entführen. Dem anderen einfach eine gute Zeit bereiten...

Zuhören und die Bedürfnisse des anderen ernst nehmen. Ich denke, dass ist ganz wichtig.

Nicht den Mann oder Frau gleich voll meckern, weil der Mülleimer nicht rausgebracht wurde, gewisse Dinge etwas entspannter sehen. Fällt nicht immer leicht, aber ab und zu sollte man sich auf das wirklich wichtige im Leben besinnen.

Wenn das Sexleben einschläft, finde ich es fatal nur noch gaffend nach anderen zu schauen, sondern dann ist Kreativität gefragt. Mal was neues ausprobieren und auch hier mal über den Schatten springen...

Schön ist es auch, sich im Alltag mit lieben und süßen Nachrichten zu überraschen - was man anderen liebt, begehrt etc.
 
  • #7
Am besten pflegst Du Deine Beziehung, indem Du selbst als Mensch interessant bleibst.

Also gib Dir Mühe mit Deinem Körper, Deinem Geist, Deiner Freizeit usw. auch zuhause auf der Couch. Bei aller Vertrautheit, es ist schon gut, wenn ein paar Geheimnisse zwischen Euch bleiben. Du musst nicht alle Banalitäten des Alltags, wie geschnittene Zehennägel o.ä., teilen.

Ein altes Ehepaar hat mal gesagt, dass das Geheimnis ihrer langen Ehe ist, dass sie ein Mal pro Woche in ein italienisches Restaurant gegangen sind. Der Mann am Dienstag, die Frau am Donnerstag.

Frauen machen oft den Fehler, dass sie in der Beziehung ihr eigenes Leben, ihre eigenen Interessen komplett aufgeben. Da denkt die Frau, sie wäre die beste, weil sie sich für das Hobby und die Freunde des Mannes abmüht. Sie fängt an, Fußball zu schauen oder Fahrrad zu fahren, obwohl sie Sport hasst. Sie versorgt seine Fußball-Kumpels und holt ihn besoffen von Vereinsfesten. Frauen vergessen dabei, dass der Mann keine Mami will sondern eine Frau. Bei Männern ist das komplett anders als bei Frauen. Ein Mann muss sich von der engen Bindung mit seiner Mutter trennen, um ein echter Mann zu werden. Also nicht so viel versorgen, Mädels!

Neben dem Eigenen ist es gut, wenn ein Paar auch ein gemeinsames "Projekt", gemeinsame Interessen hat, das diese beiden Menschen besonders miteinander verbindet.

Am wichtigsten glaube ich, ist es, dass in der Beziehung immer wieder die Richtung und die Grenzen austariert werden. Klar, am Anfang schaut natürlich jeder, wie der Partner passt, aber jeder Mensch entwickelt sich über die Jahre weiter und verändert sich. Es ist schon sinnvoll, alle paar Jahre wieder zu überlegen, ob die Beziehung so Sinn macht, was man sich anders wünscht. So eine Art Frühjahrs-Putz. Nicht solange warten, bis die Situation eskaliert ist, sondern gleich unangenehme Dinge ansprechen.

Und gemeinsame Rituale, die das Paar verbinden, sind gut.
 
  • #8
Ein altes Ehepaar hat mal gesagt, dass das Geheimnis ihrer langen Ehe ist, dass sie ein Mal pro Woche in ein italienisches Restaurant gegangen sind. Der Mann am Dienstag, die Frau am Donnerstag.

Genau. Ich habe aus zwei gescheiterten Beziehungen, davon eine langjährige mit Kind, für meine jetzige Beziehung gelernt:

- Es ist wichtig, die Bedürfnisse meines Partners zu kennen und zu verstehen, wie Männer ticken. Sonst gehen meine Aufmerksamkeiten ins Leere und ich wundere mich, warum er sich nicht freut, wenn ich ihm so eine tolle Orchidee für sein Badezimmer mitbringe... Auch seine bestellte Lieblingspizza am Küchentresen ohne viel Tammtamm "stillos" mit einem kühlen Radler und etwas aufgeschnittenem Gemüse kommt mitunter besser an, als ein aufwendig gekochtes Essen am liebvoll gedeckten Tisch, eine gestresste Frau, die ihn mit Alltagsthemen zutextet.

- Ein ruhiges, sachliches Gespräch zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen ist wichtig, schließlich hat der Partner keine Glaskugel. Ausgewogene Verteilung von Rechten und Pflichten, bevor Frust aufkommt.

- Ein ehrliches Danke für das, was gut läuft, statt nur zu sehen, was nicht klappt.

- Viel zärtliche Berührungen im Alltag, mindestens einmal in der Woche Zeit bzw. Gelegenheit für mehr.

- Öfter ein Lächeln, viel Humor, viele Neckereien.

Ja und gerade für langjährige Paare, die zusammenleben, für jeden mindestens einen "freien" Tag und mindestens einen gemeinsamen "Pärchenabend" in der Woche. Auch und gerade, wenn Kinder da sind
 
  • #9
Ich habe ja nur 15 Jahre geschafft und somit wohl nicht perfekt. Ich kann nur sagen ich finde der Partner darf nicht selbstverständlich werden.
Dann nimmt man ihn nicht mehr als Persönlichkeit wahr und "vergisst " alles...
Was man dann tut ist sicher individuell, man weiß einfach und spürt was der anderen braucht.
Ob Blumen, Zärtlichkeit oder Überraschungen von Konzertkarten bis Allufelgen.
Der eine braucht ein : ich liebe dich und der andere nicht.
Nur wenn man niemanden als selbstverständlich sieht, lernt man ihn täglich weiter kennen und schätzen.
 
  • #10
Ich bin ziemlich sicher, dass wen man den Partner liebt und MIT ihm lebt statt nur NEBEN ihm zu leben, dann kommen solche Dinge von alleine.

Guten Morgen,

dem stimme ich zu, dennoch gehören zwei dazu, die sich auf Augenhöhe begegnen. Nicht so gemeint, wie üblich, sondern ausschließlich nur auf das Gedankengut bezogen. Es ist wichtig, ähnlich zu ticken. Nicht gemeint, ähnlich zu sein.
Ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass allein mein Tun nicht reicht, wenn es nicht ankommt, die Antennen meines Partners anders ausgerichtet sind, es nicht gewollt ist und ........
Ich habe begriffen, dass der Weg zum gemeinsamen Glück anders sein muss. Sich und seinen Geistesschätzen treu bleiben, sich nicht verbiegen und ständig schwankend, neu erfinden wollen, oder zu müssen. Nur so schützen wir uns vor Fehlgriffen und Entscheidungen, die uns nicht dienlich sind. Unser Frühwarnsystem funktioniert besser und wir bleiben autark und halten unseren Landeplatz sauber.
Daraus ergeben sich dann die Dinge, die einer Beziehung dienlich sind, von ganz allein.

Diese Unsicherheiten, die @Tom in seinem Thread, leider gelöscht, angesprochen hat, zeigen die Unsicherheiten der Menschen. Sie begreifen ihre individuelle Einzigartigkeit nicht und lösen sich wie eine Pusteblume auf. Sie wissen nicht, was für sie richtig ist, haben sich von ihrem eigenen Berater gelöst und vertrauen lieber Möchtegerngurus und Besserwissern und wundern sich, dass sie entsprechende Erfahrungen machen, die zu ihrem Geistesgut passen. Ich wundert mich auch sehr lange, bis ich begriffen habe, wenn auch nicht vollkommen, aber step by step immer mehr.
Ich begreife mein Leben inzwischen als Entwicklungsprozess und Möglichkeit, all das, was in mir haust und steckt, zum Ausdruck zu bringen. Deshalb gibt es für mich eine Alterslosigkeit, die sich nicht an der kalendarischen Zahl orientiert, sondern an dem, was unter dem Haupthaar steckt und das hat kein Verfalldatum.
 
  • #11
Diese Frage berührt mich immer wieder und frustriert.
Gegeben, bin ich mir sicher, habe ich es immer, mein Mögliches getan; aber umgekehrt? Irgendwann habe ich auch reduziert, bis auf das für den Alltag notwendige, und irgendwann bin ich dann gegangen; ich fühle mich ungut als praktisches Möbel.
Liebe @Lionne69 , lass dich mich mal fest drücken! Das dich das traurig macht, kann ich gut verstehen. Ich kenne das was du schilderst (in deinem ganzen Post) nur zu gut.

Schlimmer ist es aber noch, wenn zu all dem passiven Verhalten des Mannes noch Geiz dazu kommt. Dann darfst du nämlich nicht mal den Urlaub planen, du darfst keine Deko für den Tisch besorgen, du darfst keinen Weihnachtsbaum kaufen und erst recht darfst du kein Geschenk erwarten, nicht mal das klitzekleinste.

Ich habe von meinem Ex Mann in 14 Jahren nur im 1 Jahr etwas zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt bekommen. Danach nie mehr. Nichts zum Hochzeitstag, nie etwas. Nicht mal eine Karte mit ein paar lieben Worten war drin. Viele Jahre habe ich ihn trotzdem beschenkt, war aufmerksam und am Ende hat er sich nicht mal mehr darüber gefreut. Da hab ich es sein lassen und eben auch nur noch den Alltag gelebt.

Ich bin mir nicht sicher, ob selbst Menschen die eigentlich so gestrickt sind, dass sie aufmerksam sind, Kleinigkeiten besorgen um dem anderen eine Freude zu machen und NICHT nebeneinander her leben wollen, es nicht doch irgendwann tun, in die Altagsfalle tappen?
Insofern bin ich sehr gespannt, auf alle Posts zu diesem Thema! Danke liebe @MsSus für diese sehr interessante Frage.

Ich bin nun wieder verheiratet und mein Mann und ich passen sehr gut zueinander. Ich bin glücklich mit ihm und wir haben uns stets um den anderen bemüht und und gerne gegenseitig Gutes getan und trotzdem frage ich mich gerade, wann ich ihm das letzte mal einfach so eine Freude gemacht habe? Und wann habe ich zuletzt von ihm mehr als ein paar liebe Worte geschrieben bekommen? Sind wir unfreiwillig in die Altagsfalle getappt? Ich bin gerade auch ein wenig traurig über diese Erkenntnis.
 
  • #12
anderen bemüht und und gerne gegenseitig Gutes getan und trotzdem frage ich mich gerade, wann ich ihm das letzte mal einfach so eine Freude gemacht habe?

...täglich Gutes tun, ist doch tägliche Freude, die ihr einfach so gelebt habt. Die Alltagsfalle kann in deinem Falle höchstens die Gewöhnung sein, die Selbstverständlichkeit.
Einer meiner Schwestern lebt so eine Ehe. Zweimal im Jahr schreiben sie sich einen Brief, den sie sich dann an einem bestimmten Ort gegenseitig vorlesen und sich feiern. Das finde ich besonders schön und lenkt das Bewusstsein wieder auf die gemeinsame Dankbarkeit.
 
  • #13
Irgendwann vergisst der Partner auch, dass man sich begrüßen, verabschieden kann, wozu in den Arm nehmen, küssen, Kuscheln?
Außer bei den Gelegenheiten, wo man einfällt, dass es auch noch ein anderes Bedürfnis gibt und da wäre die Frau mal ganz praktisch?
Wie @Cho Oyu erkenne auch ich mich vor sehr vielen Jahren wieder. Und es gab einen Zeitpunkt da drehte sich das. Ich bemerkte es selbst und fing an weil ich so nicht mehr sein wollte. Es musste echt ätzend für die Partnerin sein. Die Dinge die du weiter oben beschrieben hast machten mir selbst immer mehr Freude, weil ich den Glanz in den Augen der Partnerin wirklich genossen habe.Es war kein MUSS mehr für mich. Es war wirklich schön zu sehen wie man mit einfachen Dingen,( Essen zubereiten, nur in Unterwäsche, aber mit Hut gerade den Staubsauger schwingen, u.s.w.) freude bereiten kann. Aber selbst wenn man erkannt hat das diese kleinen Aufmerksamkeiten oder Initiativen sehr dazu beitragen das eine Partnerschaft ausgeglichen sein kann und darf und es auch Ernsthaft so lebt. Ist es immer noch keine Garantie oder ein Allheilrezept. Aber ja ich glaube das ist schon sehr viel Wert und trägt zumindest dazu bei, dass eine Partnerschaft gute Chancen hat. Auch wenn es mich nicht davor bewahrt hat, werde ich diese Eigenschaften an mir nicht mehr ändern. Denn auch ich weiß wie gut sich das anfühlt, zu spüren wenn der Partner an dich denkt.
Sei nicht traurig kleine @Lionne69. Nehmen wir diese süssen Momente in unserem Leben einfach mit wenn sie da sind.
m46
 
  • #14
naja, immerhin ist es jetzt der Ex .... ist also offenbar für sich auch kein besonders wirkungsvolles Rezept.

Ach @manchmal weißt du, wir hatten eine schönere Beziehung als manche, die ihre lieblos nebeneinander noch führen und darin verharren werden aus allen möglichen Gründen als Liebe. Ich bereue nicht eine einzige Sekunde und was wir füreinander getan haben, auch noch nach unserer Trennung, haben wir getan weil wir uns aufrichtig gemocht und einander immer respektvoll behandelt haben. Und nicht weil wir uns etwas erkaufen wollten, das war bei uns nicht nötig. Diese vertrauensvolle und liebevolle Beziehung, die mein Mann und ich hatten, muss ich erst wieder finden. Ob das in diesem Leben und in dieser Gesellschaft möglich ist das wird sich zeigen. Keiner von uns hat etwas falsch gemacht, es würde nicht gelogen, nicht betrogen, kein Drama, keine mehr oder weniger subtilen Machtkämpfe, kein Kleinmachen des anderen. Nur weil etwas zu Ende gegangen ist heißt das noch lange nicht, dass es nicht wundervoll war genauso wie das Fortbestehen kein Zeichen dafür ist, dass es wundervoll ist. Ich bin dankbar, dass ich diese Zeit geschenkt bekommen habe und werde uns immer in Ehren halten. Ich bin liebevoll mit ihm gewesen und er mit mir. Und liebevoll sind wir auseinander gegangen. Wir standen beide nach der Scheidung vor dem Gericht hielten uns ganz fest umarmt und haben geweint. Aber so ist das Leben halt. Die Beziehung pflegt man im Idealfall nicht, um sich die Liebe zu verdienen, sondern weil es ein natürliches Bedürfnis ist, jemandem, den man liebt, etwas Gutes zu tun, ihm Freude zu machen. Einfach so. Für nichts weiter als zu sehen, dass er sich freut. Natürlich muss sich das Waage halten denn wenn es das nicht tut ist es keine Beziehung, sondern eine Ein-Mann-Show.
 
L

Lionne69

Gast
  • #15
Liebe kann man sich nicht verdienen, ganz sicher.
Aber meine Liebe stirbt, wenn sie längere Zeit auf Missachtung trifft, keine Resonanz verspürt, und nicht immer wieder Nahrung findet.

Liebe ist für mich wie eine Pflanze, sie braucht Pflege, Dünger, ansonsten geht sie ein.

Und ganz schnell vergeht sie, wenn jemand mich, meine Grenzen verletzt, ob welcher Form auch immer.

Zu einer stabilen Partnerschaft gehört das WIR, Achtsamkeit, Respekt, Vertrauen, Kommunikation, das Maß an Nähe / Distanz mit dem sich beide gut fühlen, Wertschätzung, und das tiefe Gefühl.

Ich kenne ein Paar, wirklich 25 Jahre glücklich (!) verheiratet, die haben als Ritual, dass sie zu jedem Jahresende sich zusammen setzen, Bilanz ziehen, im Positiven wie im Negativen, dass sie sich überlegen, was sie im neuen Jahr verändern wollen, verbessern, notieren dies zur Kontrolle.
Beide haben Paarzeiten, eigene Zeiten, gemeinsame Hobbies, eigene. Sehr großzügige, positive, herzliche, aktive Menschen. Und 3 Kinder groß gezogen.
Hatten durchaus schwierige Zeiten, wussten aber immer, was sie aneinander hatten.
Bei denen geht niemand aus dem Haus ohne Verabschiedung.
 
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F

Frau43

Gast
  • #16
Meine längste Beziehung war etwas über 6 Jahre, so richtig scheine ich also das Non-Plus-Ultra auch nicht zu kennen - wobei ich zu meiner Verteidigung sagen muss dass ich mehrmals den Kontinent gewechselt habe,
Generell ist es aber schon so dass auch ich denke, dass man dem anderen seine Macken lassen soll, natürlich auch unterstützen aber sicher nicht, sich selbst dabei zu vergessen.
Ich meine damit dass man sich nicht komplett den Wünschen des anderen unterordnet und denkt, der andere muss doch sehen dass ich das will und dann für mich etwas machen - typische Frauendenke!
Für mich gehört klare Kommunikation und Respekt zu den absolut wichtigsten Punkten einer funktionierenden Beziehung und nicht diese versteckten Spielchen: Ich habe dir schon 2x eine Überraschung gemacht und wenn du jetzt keine hast, dann bin ich beleidigt.
Ich hatte tatsächlich mal einen Freund, der immer meinte, was für mich machen zu müssen und ich fand es einfach nervig. Im Grunde sollte es nett ausschauen aber am Ende war es einfach eine permanente Erwartungshaltung von ihm an mich: Ich putze für dich, ich koche für dich, ich mache dies und jenes für dich - du musst mich doch lieben und kannst gar nicht anders! Total nervig und auch sehr respektlos!
Beispiel: Ich hatte klar mitgeteilt das ich nach der Arbeit rennen will, als ich heimkam: Badewanne eingelaufen, Kerzen, ruhige Musik und Essen im Ofen! Ich habe mich einfach umgezogen und wollte los laufen, da fing er an: Ich habe alles für dich gemacht blablabla... und fing an zu betteln usw.
Wie unsexy und respektlos, oder??? Klar, er hat dann allen erzählt was er alles für mich macht und ich undankbare Kuh versetze ihn permanent - alle Frauen waren sauer mit mir da ich die Männer versaue - aber ich hatte es mittags schon mitgeteilt, warum musste ich mich anpassen?
Ich habe es ein paar Mal um der Frieden Willen eingelenkt aber irgendwann bin ich explodiert.
Ich habe es beendet, ich wollte keinen Jammerlappen, sondern jemand, der mich respektiert - mit dem Rest kann ich umgehen, glaube ich....
Und wenn ich lese dass hier Frauen jahrelang alles machen und darauf hoffen dass er sich ändert oder so etwas: Sorry aber ganz klar selber Schuld, mein Mitleid hält sich in Grenzen!
 
  • #17
Meine Erfahrung ist, dass es eher anders rum ist: Wenn ich mich um den anderen bemühe, achtsam und aufmerksam zu ihm bin, wächst vor allem meine Liebe, und das Beisammensein wird für mich wichtiger und schöner. Und natürlich verbringt man eine angenehmere Zeit gemeinsam, wenn sie durch liebevolles Verhalten geprägt ist.
Ob sie mich zurückliebt, wird nicht durch meine Aufmerksamkeit bewirkt.
manchmal
Ganz genau.
Dieses Aufmerksamkeit GEBEN, erzeugt insbesondere beim Gebenden ein Verbundenheitsgefühl.
Wenn ich in Abwesenheit meines Partners beispielsweise etwas für ihn tue, fühle ich mich ihm verbunden, freue mich darauf, ihm diese Freude zu machen.
Es gibt Ratgeber, die empfehlen, bei nachlassendem Wir-Gefühl dieses zu stimulieren, indem man etwas für den Partner tut, ihm Aufmerksamkeit entgegenbringt.
Also ist das Geben eine Art, in sich die Liebe anzukurbeln.
 
  • #18
Mich haben in letzter Zeit 2 Dinge beeindruckt.
Das erste
Mein Vater, obwohl momentan leider schwer krank, alles andere als fit und meist mit heftigen Schmerzen, hat mich ein paar Tage vor dem Hochzeitstag gebeten, ihn zum Juwelier zu fahren. Er wollte ein Geschenk für meine Mutter kaufen - obwohl ihn dieser Ausflug an den Rand seiner Kräfte gebracht hat.
Das zweite - für mich völlig unerwartet
Ich bin gerade am Anbandeln mit einer Dame - hab aber null Zeit. Fast Null. Also habe ich ihr ehrlich gesagt: momentan Vater krank, in der Kanzlei steht nochmals ein Wechsel an, der so nicht geplant war, ich selber werde älter und brauche Zeit zum Regenerieren. Es ist eben so, ich kann momentan weder Urlaub planen noch Wochenenden komplett frei halten. Und Sie ? Strahlt mich an, sagt, dass sie es gut fände, dass ich meine Eltern nicht im Stich lasse, dass sie Verständnis für meine Arbeitsbelastung habe - wir könnten auch nächstes Jahr noch Urlaub machen. Sie würde mir nicht davonlaufen, ich solle mir keine Gedanken machen.
Ich denke , so etwas darf man nie vergessen - dann hat man immer einen positiven Blickwinkel auf die Frau. Egal, was kommt .
 
  • #19
Boa, ich weiß ja nicht.

Ich habe nicht so gute Erfahrungen mit dem "Etwas für den Mann tun" gemacht. In meiner ersten Ehe brauchte mein Mann immer wieder sehr viel Unterstützung, ich habe Hausarbeiten geschrieben - nein, nicht korrigiert, sondern anhand von Stichpunkten richtig geschrieben - Reden, Artikel, ja was nicht alles. Zudem habe ich den handwerklichen Kram gemacht, fällt mir leicht, war kein Thema.

Er hatte enorme Kompetenzen in anderen Bereichen, für die ich ihn sehr bewundert habe, und ich habe ihn immer auf Augenhöhe gesehen. Er sich aber nicht und daran ist schließlich auf eine irre komplizierte Art und Weise die Beziehung gescheitert.

Nach dieser Erfahrung habe ich mich völlig zurück gehalten und die Männer machen lassen. Auch jetzt in meiner zweiten Ehe übernehme ich nur Teilbereiche, in denen ich den Laden schmeiße, und gucke sehr genau, dass ich nicht wieder anfange Dinge an mich zu reißen. Das läuft sehr gut, weil mein Mann auch viele Dinge so gut im Griff hat, dass ich nicht daran ticken kann. Es ist eine viel bessere Balance gegeben, so dass er auf problemlos dann Dinge von mir annehmen kann.

Auch liebevoll gemeinte Gesten und eigentlich harmlose Unterstützung können völlig in den falschen Hals geraten. Leider ein weites Feld, die "Pflege" der Beziehung....
 
  • #20
Auch liebevoll gemeinte Gesten und eigentlich harmlose Unterstützung können völlig in den falschen Hals geraten. Leider ein weites Feld, die "Pflege" der Beziehung....

...das verstehe ich z.B. nicht als Pflege einer Beziehung. Pflegen heißt für mich, die Seele pflegen. Dazu gehört an erster Stelle für mich eine gute Kommunikation und ganz besonders wichtig, HUMOR. Mit guter Kommunikation ist für mich auch nicht gemeint, das sich gegenseitige zuspielen von Zitaten, Weisheiten, Verintellektualitäten und flüchtigem zuwerfen von leeren Worthülsen.
Eine gute Kommunikation bekümmert sich um das Befinden und die Weiterentwicklung des anderen, das teilnehmen an dessen Wahrnehmung, Erlebnissen, Gedankengängen, aktiv zuhören und reagieren natürlich. Dazu gehört für mich auch die nonverbale Kommunikation. Alles andere ergibt sich daraus selbstverständlich, ohne Gebrauchsanweisung, weil jeder den anderen begreift, erkennt und versteht. Das Augenhöhegerangel entsteht dann höchstens beim Tragen von High Heels ;-).
Das ICH und DU, befindet sich als WIR immer auf gleicher Höhe.
 
  • #21
@Lionne69 @Stern12345, ich habe wirklich ein paar Tage gebracht um mich hier nochmal einzulassen...Nachdem ich eure Beiträge gelesen habe, war ich extrem berührt und bin mein Leben durchgegangen mit diesen Gedanken und jede Menge Gefühle kamen hoch.
Nur warum bleibt man so lange in einer Beziehung in der man sich selbst ( und wir sind 50% Teil der Beziehung) nicht gepflegt fühlt und irgendwann traurig die Welt nicht versteht? Ich habe mich sehr lange und über 3 Jahre damit beschäftigt, um auch den Frieden mit mir zu finden.
In meiner Ehe blieb ich, weil all die kleinen Gesten kamen und dafür tolerierte ich zu lange, dass Geld rausflog aber meins und er sich nicht bemühte eigenes zu erwirtschaften. Mit einem kühlen Geizhals blieb ich lange zusammen, weil ich mir habe einreden lassen, dass solche Gestern nicht wichtig sind.
Aber wer Lakritze liebt, kommt auf Dauer nicht mit nur Gummibärchen klar.
Es ist ein Trugschluss, dass dem anderen das selbe wichtig ist und die brauchen unsere Gesten für sich gar nicht.
Warum also dieser Versuch der Toleranz für alle anderen und nur für uns selbst nicht und die Leidensfähigkeit dehnen mit dem Wunsch der andere heilt?
Ist die Basis für eine gute Beziehung nicht diese erstenmal mit sich selbst zu haben?
Selbst zu wissen was man braucht und sich selbst gut zu tun?
Damit hat man ggf kürzere Beziehung erstenmal, weil man geht wenn man nicht glücklich ist und bleibt dort lange wo die wichtigsten Punkte und Gesten für einen selbst individuell passen?!
 
  • #22
Für mich ist das Pflegen einer glücklichen Beziehung auch der Austausch von Liebenswürdigkeiten. Eine liebevolle Berührung beim Vorbeigehen, eine spontane Umarmung, Hand in Hand laufen, Arm in Arm einschlafen (zumindest so lange, bis der auch eingeschlafen ist:) ), Schokoladenherzen auf den Frühstücksteller legen, eine liebevolle Berührung, einfach so, ein nettes Kompliment, eine liebevolle Bemerkung, eine wertschätzende Geste, gemeinsames Planen und Besprechen.

Die Liebe muß gehegt und gepflegt werden wie eine sensible Planze, sonst verkümmert sie. Dann wachen die Menschen nach einiger Zeit auf und fragen sich, wo die denn geblieben ist. Die haben dann einfach so ihre Liebe verloren. So, als hätten sie den Geldbeutel verlegt.

Und was macht die Liebe kaputt? Mangelnde Aufmerksamkeit, Desinteresse, das Selbstverständlichnehmen. Es sind nicht immer die großen Probleme, die sie zermürben, sondern die vielen kleinen Nachlässigkeiten oder Nadelstiche, Lieblosigkeiten und fehlender Respekt.

Unser Partner sollte der wichtigste Mensch in unserem Leben sein. Was könnten wir heute noch tun, um ihm zu zeigen, dass er was ganz Besonderes für uns ist?
 
L

Lionne69

Gast
  • #23
Aufgrund ganz lieber Resonanzen, wollte ich gar nicht -
Ich habe mir schon öfters einige Gedanken gemacht.
Für mich fängt es mit der Basis der Beziehung an, mit der Passung.
Ich habe Bedürfnisse, er hat Bedürfnisse - passt es, ist es schön, dann kann man die Gemeinsamkeiten pflegen.

Aber
Extrovertiert - introvertiert?
Couchpotatoe - Aktivitätsmensch?
(...)
Schon schwierig.
Unmöglich
Unterschiedliches Nähe - Distanz Bedürfnis,
unterschiedliche sexuelle Vorlieben, Neigungen
Unterschiedliche Kommunikationsarten
Sehr sparsame Einstellung / Geiz- Großzügigkeit
(die Liste ist individuell fort zu führen)

Wenn ich mir einen Partner wähle, der sich eben nichts aus den kleinen Mitbringseln macht, für den es keine Anlässe gibt zu feiern, der eher ungesellig ist, bequem, träge, sich nichts aus Zärtlichkeiten macht, etc., dann habe ICH falsch gewählt.
Ich mache mich unglücklich und ihn ebenso.
ER ist so, und für ihn ist das, was ich schätze, mag, brauche, einfach doof und lästig. Er braucht anderes, was ich doof und lästig finde.

Ich habe meine eigenen Bedürfnisse nicht angeschaut, war mir selbst nicht bewusst - da ist es, das Selbstbewusstsein (Parallelthread) - habe mich selbst nicht ernst genommen.

Und ganz in Hintergrund gibt es vielleicht auch noch einen ganz perfiden Grund für die unpassende Partnerwahl.
Man ist es ja gewohnt, nicht geliebt zu werden, nicht liebenswert zu sein, sich Liebe (vergeblich) erarbeiten
Mit dieser falschen Wahl kann man sich diese Meinung wunderbar bestätigen lassen.

Ein WIR kann nur aus genügend Gemeinsamkeiten entstehen, diese dann zu pflegen, auszubauen, zu fördern ist die Aufgabe.
Und es kann mit der Zeit dieses WIR verloren gehen, weil sich beide weiter entwickeln, weil man sich verloren hat, nachlässig wurde.
Oder weil man die Illusion eines WIRs hatte aus einer Sehnsucht heraus, dass es nie gab.
 
  • #24
Dieses Aufmerksamkeit GEBEN, erzeugt insbesondere beim Gebenden ein Verbundenheitsgefühl.
Das stimmt wohl. Offenbar erzeugt das Investieren in einen Menschen das Gefühl, dass dieser besonders wertvoll ist.
Plus Enttäuschung, wenn nichts zurück kommt.
Meine Erfahrung: man kann noch so viel in der Partnerschaft/Freundschaft geben - dies animiert des Gebens unwillige Menschen noch lange nicht, mir auch eine Freude zu machen oder für mich da zu sein.
Das Dogma, dass man etwas zurück bekommt, wenn man gibt, trifft m. E. nur auf wenige Menschen zu.

Ich hab früher total gern investiert, mich an der Freude anderer erfreut. Mittlerweile gebe ich noch immer gern und geh damit auch in Vorleistung, habe mir aber einen inneren Erbsenzähler angeschafft. Dieser passt ein wenig drauf auf, wann's einseitig wird. Dann stelle ich das Geben auch für eine Weile ein und kümmere mich mehr um mich selbst und meinen Kram, als für andere da zu sein.

Geben ist für mich: dem anderen zuzuhören, ihn ernst zu nehmen, für ihn da zu sein (auch praktisch), wenn er mich braucht. Auch mal zurückzustecken und Kompromisse zu bilden, kleine materielle Freuden bereiten (kleine Geschenke, ein besonders schönes Frühstück etc.)
 
  • #25
. ...seine bestellte Lieblingspizza ... kommt mitunter besser an, als ein aufwendig gekochtes Essen am liebvoll gedeckten Tisch
Genau, die Pizza aus dem Karton findet nämlich er gut, während er das Edelmampf nebst Tischdeko gar nicht schätzt, das hat die Frau nämlich nicht für ihn, sondern für sich gemacht.
Weil es ihre Vorstellung von einem schönen Abend ist, so ein tolles Essen in eleganter Atmosphäre, er darf auch gerne schöne Kleidung tragen und soll sich dann am Tisch stundenlang mit ihr unterhalten, zu genießen.
Das ist kein Gefallen / Geschenk / Aufmerksamkeit für ihn, sondern sie erwartet selbiges von ihm und ist beleidigt und enttäuscht, wenn er das nicht würdigt.

Ich habe mal meiner Tochter und Schwiegertochter zu Weihnachten Karten für's Ballett geschenkt.
Sein Geschenk war, dass er nicht mit muss, sonst gab es nichts.
Noch heute erzählt er ab und zu ( ok, lachend ), dass das das beste Geschenk war, das er jemals bekommen hat.

Mein Freund will auch Pizza aus dem Karton essen und zwar auf dem Sofa liegend und dabei fernsehend.
Und das mache ich ab und zu mit, für ihn. Ist nicht schwer, versucht's ruhig mal.
Mein Freund geht ab und zu mit mir Sushi essen, obwohl ihm das nicht schmeckt und er dabei an einem Band auf einem Barhocker sitzen muss, der unter ihm fast zusammen bricht.
Das macht er nur für mich.
Und ich lasse ihn solche Sachen und andere, die nicht gerade seine Präferenz wären, für mich machen, obwohl ich genug andere Leute habe, die gerne mit mir Sushi essen.
Ich habe von meinem Ex Mann in 14 Jahren nur im 1 Jahr etwas zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt bekommen. Danach nie mehr. ....Viele Jahre habe ich ihn trotzdem beschenkt, war aufmerksam und am Ende hat er sich nicht mal mehr darüber gefreut.
Ich finde, dies ist ein Beispiel, in dem eine Frau mit zweierlei Maß misst.
Sie ist traurig, dass er ihr nie etwas geschenkt und sie somit in ihren Bedürfnissen ignoriert hat, sie hat seine Bedürfnisse während all dieser Jahre aber ebenso ignoriert.
Liebe Stern, ich frage jetzt mal so blöd, obwohl es unwahrscheinlich ist, was ich vermute: kann es sein, dass du nicht verstanden hast, dass dein Mann keine Geschenke haben wollte ? Kann eigentlich nicht sein, oder ? Du hast es einfach ignoriert, richtig ? Weil du fandest, dass deine Einstellung zu Geschenken richtig ist und seine falsch, richtig ?
Nun, ich darf dir sagen, dass ich keine Geschenke haben will. ich meine das wörtlich.
Und mein Freund hält sich da ( weitgehend ) dran.
Das finde ich toll.

Hier fragt jemand, wie man seinem Partner eine Freude macht, bzw. worüber man sich selbst freut.
Nun, ich finde es leicht.
Ich gebe ihm das, was ER wirklich will und wenn ich es noch so doof finde und umgekehrt genauso.


w 50
 
  • #26
@frei grundsätzlich gebe ich Dir Recht, man macht dem anderen eine Freude mit dem was ihn freut. Und man spart Energie, wenn einem bewusst ist, dass man sich zb Deko sparen kann, es sei denn man tut es für sich.
Im Umkehrschluss hätte es dann aber für @Stern12345 so aussehen sollen, wenn ihr Expartner Geschenke für sich nicht mag: sie schenkt ihm nichts, weil er das nicht braucht und er schenkt ihr etwas, weil sie es freut.
Das ist jedoch nicht passiert!
Ich sass zwar nicht auf einem Barhocker aber auf dem Sozia eines Motorrades.
Sein Hobby aber sehr glücklich war ich darauf nicht.
Meine Geschenke in 6 Jahren waren die Motorradkluft und ein Schlafanzug, weil er meinte ich hätte keine Schlafkultur.
Gleichzeitig habe ich ihm die Sitzbank in einer Sattlerei machen lassen.
Bezeichnend, ich habe nie erzählt dass ich einen Motorradführerschein besitze, sonst hätte ich ihn Monate nicht gesehen und dann wäre er mit einem zusammengeschraubten Bike angekommen. Kurz was der Frau ggf die Deko, war hier das Motorrad = das hat er für sich gemacht.
Deshalb finde ich es eben auch so wichtig, dass man eine gute Beziehung zu sich hat...zu wissen was freut den anderen und was brauche ich. Man soll den Partner akzeptieren aber dringend auch sich.
Als ich mir endlich den Wert gegeben habe, dass ich genauso ein Recht habe gesehen zu werden, habe ich diesen Mann nicht nur nicht geheiratet sondern verlassen. Grund: er konnte nicht nur nicht loben sondern keinen positiven Satz bilden und es ging nur um seine Sicht...ich akzeptierte sein Anderssein wollte aber nicht sein Leben leben.

Eine gute Beziehung hat zur Grundlage, dass man sich in wichtigen Dingen ähnlich ist, dann sind kleine Freuden einfach und niemand muss sich verbiegen.
 
  • #27
Im Umkehrschluss hätte es dann aber für @Stern12345 so aussehen sollen, wenn ihr Expartner Geschenke für sich nicht mag: sie schenkt ihm nichts, weil er das nicht braucht und er schenkt ihr etwas, weil sie es freut.
Absolut richtig.
Hier haben sich zwei getroffen, deren Bedürfnisse ( in diesem bestimmten Punkt ) maximal weit auseinander lagen und die jeweils auf ihrem Standpunkt beharrt haben.
Wie bei dem Spiel, bei dem man sich in die Augen starrt und derjenige verliert, der zuerst wegsieht oder lacht.
Und ja, wenn jeder von beiden den jeweils anderen wirklich hätte glücklich machen wollen, hätten sie jeweils das gemacht, was sie selbst blöd finden, von dem sie aber wissen, dass der andere genau das gut findet.

Wenn es um Bedeutenderes geht als schnöde Geschenke, geht das aber in Richtung Verbiegen und dann geht es eben nicht und man trennt sich.
So wie du, liebe @pixi67 mit deinem Motorradfreund.
Da lag ja sehr wesentliches im Argen. Dass du nicht so gerne die Sozia warst, es aber dennoch lange ihm zuliebe getan hast, war sicher nicht der Trennungsgrund.

Und ja, wenn er dir ein Motorrad zusammengeschraubt hätte, wäre das kein Geschenk für dich gewesen, sondern das hätte er komplett nur für sich getan.
Gutes Beispiel für das, was Leute so glauben, für ihren Partner zu tun.
So wie Frauen, die ihrem Mann elegante Kleidung schenken und ein teures Filofax und andere Accessoires oder Schuhe, weil SIE einen eleganten Mann haben wollen, während ihm das vielleicht alles nichts bedeutet. Denn wenn er selbst so sein wollte, würde er sich doch einfach alles kaufen, was er haben will, nicht ?

Mein Freund hat ganz furchtbare Klamotten, also, das finde ich, aber es steht mir nicht zu, ihn das wissen zu lassen.
Er kommentiert auch niemals meine Klamotten und das finde ich toll.
Kürzlich sagte meine Schwiegermutter zu mir, 'kannst du ihm nicht mal sagen, dass er diese Jeans wegwerfen soll ?' Ich lachte und erzählte, dass ich die auf seinen Wunsch hin gerade im Schritt genäht habe, damit er sie weiter anziehen kann.
Da hat mich mein Freund geküßt und gedrückt.

Für mich ist das Pflegen einer glücklichen Beziehung auch der Austausch von Liebenswürdigkeiten..., eine liebevolle Bemerkung, eine wertschätzende Geste, gemeinsames Planen und Besprechen.
...Und was macht die Liebe kaputt? Mangelnde Aufmerksamkeit, Desinteresse,.... Lieblosigkeiten und fehlender Respekt.
Ich finde, hier hat Moona etwas allgemeingültiges gesagt, abseits ihrer Beispiele mit Schokoherzen und so.
Lassen wir mal die Beispiele weg, die sind so mannigfaltig, wie es die Menschen sind.
Aber alle, ohne Ausnahme ( das glaube ich ) möchten beachtet, wertgeschätzt und liebe- und respektvoll behandelt werden.
Und das muss man wohl immer und in jeder Beziehung, auf deren Fortbestand man Wert legt, zum Ausdruck bringen.

w 50
 
  • #28
kann es sein, dass du nicht verstanden hast, dass dein Mann keine Geschenke haben wollte ? Kann eigentlich nicht sein, oder ? Du hast es einfach ignoriert, richtig ? Weil du fandest, dass deine Einstellung zu Geschenken richtig ist und seine falsch, richtig ?
Nein, im Gegenteil. Ich habe es nicht ignoriert, weil ich nur meine Einstellung für die Richtige hielt, sondern weil ich gehofft habe, dass er merkt wie wichtig mir das ist und wie gerne ICH auch mal ein Geschenk bekommen hätte!
Hätte er mir gesagt: Ich habe es verstanden, du möchtest ab und zu eine Kleinigkeit geschenkt bekommen, ich tue das in Zukunft für dich, aber bitte, schenke mir nichts mehr, denn mir ist das nicht wichtig- dann wäre das okay für mich gewesen.

Es war einfach ein verzweifelter Versuch ihm mit meiner Hartnäckigkeit dazu zu bringen, sich Gedanken zu machen und zu sehen, ihr scheint das sehr wichtig zu sein.
Ich weiß, das war falsch, fast schon bescheuert. Wenn jemand nicht beschenken will, dann will er nicht und ich hätte wahrscheinlich auch nichts davon gehabt. Ich wollte einfach dass er sich ein bisschen bemüht, sich mal Gedanken macht was mir eine Freude machen könnte, einfach mal überrascht, mir zeigt dass er an mich gedacht hat.
Ich habe keine großen Geschenke erwartet, ich kann mich wirklich über Kleinigkeiten sehr freuen (zB. Meine lieblings Schokolade, die elisenLebkuchen zur Weihnachtszeit, eine CD mit ein paar Zeilen), wenn sie von Herzen kommen. Und das hätte wahrscheinlich immer gefehlt.

Vielleicht ist das Rätsels Lösung, einfach nichts mehr zu erwarten! Dann bekommt man vielleicht am Ende doch was man braucht.
 
  • #29
Nun, ich darf dir sagen, dass ich keine Geschenke haben will. ich meine das wörtlich.
Das ist bei mir ganz genau so. Ich finde es furchtbar beschenkt zu werden. Obgleich ich selber sehr gerne schenke. Ist das nicht seltsam?Die meisten freuen sich doch über Geschenke. Wobei ich mich tausendmal mehr über gesten freue. Diese Gesten sind für mich ausreichend Geschenk.
m46
 
  • #30
Das ist kein Gefallen / Geschenk / Aufmerksamkeit für ihn, sondern sie erwartet selbiges von ihm und ist beleidigt und enttäuscht, wenn er das nicht würdigt.

Wie würde wohl die Frau reagieren, wenn sich der Mann Mühe gibt, den Abend zu gestalten. Fertigpizza, Wein, Bundesliga im Fernsehen. ich denke auch, dass in vielen Fällen eigene Erwartungen umgesetzt werden und frau dann enttäuscht ist, wenn Mann das nicht würdigt.

Und insgesamt erkenne ich immer mehr auch:
 
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