Laleila

Cilia
  • #1

Eine halbe Affäre, geht sowas?

Hallo Ihr Lieben.

Ich habe eine sehr persönliche Frage an Euch. Sie betrifft eigentlich auch nicht alle, sondern nur jene, welche sich eine Romanze außerhalb einer Beziehung vorstellen könnten und/oder eine solche gar pflegen.

Wäre für Euch eine klassische Romanze (man nennt es heute ja F+) mit allem drum und dran, heisst: umwerben, ausgehen, schöne gemeinsame Momente planen und erleben, tiefe Gespräche führen, Händchen halten, Liebesbriefe schreibem, liebevolle Gefühle füreinander entwickeln, aber ohne Sex, nur mit zärtlichen Berührungen, seelischer und körperlicher Nähe, und Küssen, denkbar? Erstrebenswert?
Falls ja oder nein, Warum?
Oder wäre es für Euch gar absurd oder sinnlos?

Für mich wäre dies immer der Traum einer perfekten Liaison gewesen. Leider nie wirklich der, der Männer, welche ich kennenlernte.

Ist es ein eher weiblicher Wunsch oder ein, etwas ent, bzw. ver-rückter, Laleila-Wunsch?

Gibt es da draußen Frauen, welche eine solche Amo auch bevorzugten?

Vielleicht sogar den einen oder anderen Mann? ( Die Möglichkeit der Wahrscheinlichkeit des Unwahscheinlichen zwingt mir die Frage auf)

Mich würde wirklich interessieren ob ich mit einer solchen Vorstellung ein Yeti bin, oder ob es da draussen Menschen gibt, welche ähnlich ticken.
 
  • #2
welche sich eine Romanze außerhalb einer Beziehung vorstellen könnten und/oder eine solche gar pflegen
Was soll das heißen - hat man die Romanze parallel zur Hauptbeziehung her, oder ist das was Exklusives?

aber ohne Sex, nur mit zärtlichen Berührungen, seelischer und körperlicher Nähe, und Küssen
Irgendwie ein sehr schmaler Grad. Du meinst praktisch alles, was man auch in der Öffentlichkeit tun kann, oder? Sich nicht nackig machen, nicht miteinander einschlafen?

Erstrebenswert?
Falls ja oder nein, Warum?
Oder wäre es für Euch gar absurd oder sinnlos?
Sinnlos.
Weil man sich so die größtmögliche körperliche Nähe versagt bzw. sie irgendein Anderer bekommt. Warum sollte mir das gefallen?

Warum soll ich mir das geben, Liebesbriefe an jemanden, der sich mir bewusst verweigert? Diese masochistische Ader geht mir ab.
 
  • #3
Also für mich wäre das keine Option. Das ist ja wie ein herrliches Essen zuzubereiten und es dann nicht anzurühren. Aber gut, da gibt es wohl verschiedene Meinungen.
 

Laleila

Cilia
  • #4
Was soll das heißen - hat man die Romanze parallel zur Hauptbeziehung her, oder ist das was Exklusives?
Neben der Beziehung.
Irgendwie ein sehr schmaler Grad. Du meinst praktisch alles, was man auch in der Öffentlichkeit tun kann, oder? Sich nicht nackig machen, nicht miteinander einschlafen?
Doch, auch Nacktheit ist okay, man geht ja auch an den FKK.
Und natürlich auch gemeinsames einschlafen.
Sinnlos.
Weil man sich so die größtmögliche körperliche Nähe versagt bzw. sie irgendein Anderer bekommt. Warum sollte mir das gefallen?
Ist der Geschlechtsakt mit Orgasmus die größtmögliche Nähe?
Für alle ausser mir?
Das zu erfragen bestimmte den Thread. Für Dich ist sie es also.
Für mich nicht. Und mich interessiert wirklich brennend ob ich damit allein auf weiter Flur stehe.
Es ist ja nicht so, dass ich Sex nicht mag.
Aber nach dem Sex ist der Höhepunkt für mich überschritten. Der größtmögliche Kick liegt für mich am Tanz mit dem Feuer von Körper und Geist.
Dafür könnte ich jahrelang auf den Akt verzichten um die sexuelle Spannung aufrecht zu erhalten, immer wieder an die Grenzen zu treiben.
Warum soll ich mir das geben, Liebesbriefe an jemanden, der sich mir bewusst verweigert? Diese masochistische Ader geht mir ab.
Ja, eben dies interessiert mich. Für mich ist es Obsession pur und kein Masochismus.
Und ich empfinde es als derart normal, dass es mich immer wieder erstaunt, wenn Frauen schreiben, sie gingen direkt während der ersten 3 bis 5 Dates mit dem Mann ins Bett.
Bei Männern verstehe ich es eher.... Aber fûr mich als Frau ist der Balztanz die Erfüllung, der Geschlechtsakt ein kurzer Moment und nach dem Vollzug der Tod der Begierde.

Und jetzt Frage ich mich, ist das eher ein Frauenthema oder ein sehr persönliches, welches nur ich so empfinde.
 
  • #5
Es gibt Foren für Leute wie dich, dort triffst Gleichgesinnte. Google hilft dir weiter.
 
  • #6
Vielleicht sogar den einen oder anderen Mann? ( Die Möglichkeit der Wahrscheinlichkeit des Unwahscheinlichen zwingt mir die Frage auf)
Ich überlege, ob es das, gerade unter Frauen,
im gleichgeschlechtlichen Bereich nicht sogar auch tatsächlich gibt.

Ansonsten solche Konstellationen in der klassischen Literatur auch verschiedentlich mal beschrieben, gerade auch unter Personen unterschiedlichen Alters. Ab da könnte es auch möglich sein, dass man die Möglichkeit des direkten körperlichen Zusammenseins aus unterscheidlichen Gründen bewusst vermeidet, also andere Gründe und Zwänge ein Rolle spielen, welche mit den Konstrukt ansich nichts zutun haben.


Und jetzt Frage ich mich, ist das eher ein Frauenthema oder ein sehr persönliches, welches nur ich so empfinde.
Vermutlich ja.
Ansonsten fällt mir dazu nichts ein.
 
  • #7
Es ist ja nicht so, dass ich Sex nicht mag.
Aber nach dem Sex ist der Höhepunkt für mich überschritten. Der größtmögliche Kick liegt für mich am Tanz mit dem Feuer von Körper und Geist.
Dafür könnte ich jahrelang auf den Akt verzichten um die sexuelle Spannung aufrecht zu erhalten, immer wieder an die Grenzen zu treiben
Du hast ja aber regelmäßig Sex. Sogar mit zwei Männern.
Verzichte doch mal wirklich ein paar Jahre lang komplett auf Sex, dann reden wir weiter.
 
  • #8
Aber fûr mich als Frau ist der Balztanz die Erfüllung, der Geschlechtsakt ein kurzer Moment und nach dem Vollzug der Tod der Begierde.
Wäre es für Dich auch die Erfüllung, wenn der Mann gar keinen Sex wollte, niemals, weil asexuell? Aber alles andere, d.h. Dich in den süßen Wahnsinn treiben könnte, ohne jemals tatsächlich den Akt vollziehen zu wollen? Oder auch Dir auf anderen Wegen einen Orgasmus zu verschaffen?
ErwinM, 52
 
  • #9
Du möchtest quasi eine Beziehung ohne Sex. Das haben sehr viele Menschen. Das nennt sich Ehe 😀.

Spaß bei Seite, das ist m. E. Unter bestimmten Umständen nämlich wenn Menschen asexuell oder bisexuell sind durchaus möglich. Bedingt durch Altersschwäche oder Krankheiten ist es auch denkbar. Oder wenn jemand jahrelang gar keinen Sex hatte, wäre es auch ok. Warum fragst Du. Reichen dir deine zwei Männer nicht?
 
  • #10
Ist der Geschlechtsakt mit Orgasmus die größtmögliche Nähe?
Für alle ausser mir?
Nein, für mich sind sie das - isoliert - auch überhaupt nicht.

Aber sie deswegen wegzulassen käme mir nie in den Sinn.

Es ist ja nicht so, dass ich Sex nicht mag.
Aber nach dem Sex ist der Höhepunkt für mich überschritten.
So ist es für mich nicht. Der emotionale Höhepunkt ist für mich, danach zu kuscheln, umschlungen einzuschlafen usw.

Der größtmögliche Kick liegt für mich am Tanz mit dem Feuer von Körper und Geist.
Ich kenne diese Haltung, die Suche nach diesem Kick, aus eigener Erfahrung.
Macht mich fertig, würde ich künftig meiden wie der Teufel das Weihwasser.
 
  • #11
Wäre für Euch eine klassische Romanze (man nennt es heute ja F+) mit allem drum und dran, heisst: umwerben, ausgehen, schöne gemeinsame Momente planen und erleben, tiefe Gespräche führen, Händchen halten, Liebesbriefe schreibem, liebevolle Gefühle füreinander entwickeln, aber ohne Sex, nur mit zärtlichen Berührungen, seelischer und körperlicher Nähe, und Küssen, denkbar? Erstrebenswert?
Vielleicht wenn ich eine Omi bin und im Alter nichts mehr geht, man jemanden aber trotzdem nah und verbunden sein möchte, nicht alleine sein möchte aber für sowas bin noch zu jung.

Ich hatte mal eine längere sexlose Zeit mit meinem Mann und fand es doof, mal umarmt oder ein Küsschen gab es trotzdem aber mehr auch nicht, mir hat der Sex gefehlt.

Ich mag Sex und habe ihn gerne mit dem Mann den ich liebe - ich brauche nicht mehrere Männer, ich brauche nur einen einzigen besonderen Mann mit dem sich alles schön anfühlt.

Für mich wäre deine Art der Romanze nichts aber warum denn nicht, man muss nur das passende Gegenstück/ Puzzleteil finden, jemand der ähnlich denkt und den gleichen Entwurf hat. 🙃 Nur weil etwas nicht so häufig vorkommt ist es doch nicht gleich verrückt.

@Duckula hat in etwa so eine Art von Beziehung, es gibt bei den beiden schon noch Sex aber nicht so häufig und trotzdem lieben sich die beiden und sind sich sehr vertraut. Ich fand das ganz süß als @Duckula einmal schrieb, er und seine Frau seien in dem Punkt wie Faultiere 🤭

Du möchtest quasi eine Beziehung ohne Sex. Das haben sehr viele Menschen. Das nennt sich Ehe 😀.
Hahahahaha 😅

W 27
 
  • #12
Wenn all das so ist, wie du beschreibst, würde mein Körper immer mehr, also Sex, wollen. Männer sind da genau so, ausser ein kastrierter Mann quasi. Vielleicht mag das einer nach Prostatakrebs oder so oder generell ein asexueller Mann. Es gibt nichts, was es nicht gibt, ist aber sicher eher selten.
 
  • #13
eine klassische Romanze (man nennt es heute ja F+) mit allem drum und dran, heisst: umwerben, ausgehen, schöne gemeinsame Momente planen und erleben, tiefe Gespräche führen, Händchen halten, Liebesbriefe schreibem, liebevolle Gefühle füreinander entwickeln
Das was Du beschreibst, ist eine reine platonische Liebschaft. Ich halte sowas für grundsätzlich möglich. Allerdings nur unter der Prämisse, dass mein Mann mich geistig und emotional "unterversorgt" und ich bei ihm die Nähe oder eben das von Dir o. g. vermissen würde. Solange zwischen meinem Mann und mir auf eben dieser romantischen Ebene, also das immer wieder umwerben, tiefe Gespräche führen etc. stattfindet, denke ich nicht, dass ich ein Bedürfnis hätte, welches ich außerhalb meiner Beziehung befriedigen müsste. Würde es soweit kommen, wäre mein Mann auch nicht mehr mein Geliebter, mein bester Freund, mein Kumpel, sondern einfach nur noch ein Mitbewohner.
Ist der Geschlechtsakt mit Orgasmus die größtmögliche Nähe?
Ich finde: Ja. Und zwar deshalb, weil es für mich nach der geistigen, und emotionalen Vereinigung mit meinem geliebten Mann nichts Schöneres gibt, als auch mit ihm körperlich zu verschmelzen und eins zu werden. Wie oben beschrieben ist eine geistige, emotionale Verschmelzung für mich eine rein platonische Freundschaft, die ohne Zweifel für jemanden anderen befriedigend sein kann. Je nachdem, in welchem Rahmen eben die Defizite in der Hauptbeziehung liegen. Klar, man kann sich auch für jedes Bedürfnis extra einen Partner zulegen. Meines wäre es nicht. Ich strebe die geistige, seelische und körperliche Verschmelzung mit EINEM Partner an.
 
  • #14
Aber fûr mich als Frau ist der Balztanz die Erfüllung, der Geschlechtsakt ein kurzer Moment und nach dem Vollzug der Tod der Begierde.
Das ist wohl das häufiger gehörte „Sex und Gefühl trennen“. Meistens noch mit „können“ dahinter.
Ich sehe das jedoch nicht als Fähigkeit, sondern als Abgespaltenheit zwischen Körper und Emotion.
Das tief sitzende Bedürfnis nach einem möglichst großen emotionalen Kick, den das körperliche Erlebnis nicht liefern kann.
Vielleicht auch die Frustration darüber, dass der andere nach dem Sex soweit „befriedigt“ ist, man selbst aber immer noch mit seiner Leere, seinem Unbefriedigtsein ringt. Der starke Impuls, dem anderen das deswegen vorzuenthalten, die Spannung nicht abreißen zu lassen. Und sei es durch das Bewusstsein, die Situation, dass man sich den Sex bei anderen holt - die den anderen nicht „kalt“ lassen wird, die ihn zu immer stärkerem emotionalen Aufwand treiben wird.

Für die meisten Menschen ist das nichts; tendenziell toxisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #15
Sie betrifft eigentlich auch nicht alle, sondern nur jene, welche sich eine Romanze außerhalb einer Beziehung vorstellen könnten und/oder eine solche gar pflegen.
Da bin ich auch schon raus.

Der größtmögliche Kick liegt für mich am Tanz mit dem Feuer von Körper und Geist.
Dafür könnte ich jahrelang auf den Akt verzichten um die sexuelle Spannung aufrecht zu erhalten, immer wieder an die Grenzen zu treiben.
Äh, ne. Ich finde zwar tatsächlich die erfolgreiche Anbahnung, als eine längere Phase ohne Sex ganz und gar wunderbar...
..aber da wünsche ich mir dann langsames Steigern der Nähe.
Und irgendwann will ich auch Sex.
Da ich überhaupt niemals Interesse an Nebenbeziehung habe/ hatte verstehe ich das Bedürfnis nicht, einen derartigen Aufwand neben einer Beziehung zu führen.

Ich strebe die geistige, seelische und körperliche Verschmelzung mit EINEM Partner an.
Dito.
Unter bestimmten Umständen nämlich wenn Menschen asexuell oder bisexuell sind durchaus möglich.
Also, da hast du glaube ich etwas missverstanden.
Warum sollte einem bisexueller Mensch sowas Spaß machen? Und ein Asexueller wird erst recht keine sexuelle Spannung aufbauen wollen/können über Wochen und Monate.
Du hast ja aber regelmäßig Sex. Sogar mit zwei Männern.
Das ist der Punkt.
Vielleicht will dir dein Unterbewusstsein mit deinem Traum etwas sagen:
Liebe @Laleila , mir ist es zu viel Sex und zu wenig Romanze in meinem Leben. ( Kann das sein?;) )
 
  • #16
Wäre für Euch eine klassische Romanze (man nennt es heute ja F+) mit allem drum und dran, heisst: umwerben, ausgehen, schöne gemeinsame Momente planen und erleben, tiefe Gespräche führen, Händchen halten, Liebesbriefe schreibem, liebevolle Gefühle füreinander entwickeln, aber ohne Sex, nur mit zärtlichen Berührungen, seelischer und körperlicher Nähe, und Küssen, denkbar? Erstrebenswert?

Ich dachte immer das "+" steht für Sex.
Eine Romanze ohne Sex?


Für mich wäre dies immer der Traum einer perfekten Liaison gewesen. Leider nie wirklich der, der Männer, welche ich kennenlernte.

Suchst Du jetzt noch den dritten Mann, der Dich hoffiert?

Aber fûr mich als Frau ist der Balztanz die Erfüllung, der Geschlechtsakt ein kurzer Moment und nach dem Vollzug der Tod der Begierde.

Das fühle ich als Mann genauso.
Ich verstehe auch nicht, was sich die Natur dabei gedacht hat.

Aber die Spannung dauerhaft zu halten ist sicher auch nicht die Lösung ... für mich.
 
  • #17
@Laleila, ich denke, daß du mit diesem Wunschtraum nicht alleine bist. Nur wird es wenige Männer geben, die diese Konstellation auch träumen. Sie werden dann in den meisten Fällen etwas "Handfestes", im wahrsten Sinne des Wortes, daneben haben. In früheren Zeiten, als es noch nicht so einfach war, miteinander ins Bett zu hüpfen, gab es viele solche "Beziehungen"/"Freundschaften". Ich denke dabei an Goethes Frau von Stein. Aber.....aber, es war dann wohl doch nicht so platonisch von ihrer Seite aus, denn als Goethe dann heimlich nach Italien abhaute und als er sich später die robuste Christiane Vulpius ins Haus holte, zog er das "Handfeste" dem romantischen Briefwechsel mit Frau von Stein vor. Diese war stinksauer, haha.
 
  • #18
Grundsätzlich bin ich aus der Fragestellung raus, da ich keine Zweitbeziehung neben meiner Ehe möchte. Selbst wenn dies mit meinem Mann so abgesprochen wäre; ich wollte es nicht, ich hätte neben meiner Romanze mit ihm, Freunden, Familie, Beruf und Zeit für mich selbst gar keine Kapazitäten für so viel Aufwand.

Davon mal abgesehen: Wenn ich Jemanden begehre und sich sexuelle Spannung aufbaut, dann will ich ganz dringend irgendwann auch wirklich Sex mit ihm. Dies ist ein starkes, körperliches Bedürfnis bei mir. Wenn dieser (der Sex) immer nur angedeutet wird, aber niemals erfolgt, dann frustriert mich das ungemein und lässt mich irgendwann sauer den Kontakt abbrechen. Es ist wie eine leere Versprechung. So eine "Affäre" hatte ich mal (wir beide aber Single), er hat immer nur davon geredet, was er gerne mit mir machen würde, aber es ist nie passiert, das hat mich fertig gemacht, weil ich mich so nach ihm verzehrt habe. Oft hat ein solches Hinhalten einen handfesten Grund. Bei ihm Ejaculatio praecox in extremster Form. Er konnte gar nicht halten, was er versprach (im wahrsten Sinne...).

Was ich bei deinen Ausführungen nachvollziehen kann: Ja manchmal sind die Vorfreude und die Vorstellung, die sich aufbauende Spannung heißer als die letztliche Erfüllung. Sex kann auch mal enttäuschen und das Verlangen nach dem Akt schwinden. Aber in einem solchen Fall wüsste ich das gerne beizeiten, ohne mich monatelang nach einer Illusion zu verzehren, die nie erfüllt werden kann.

W37
 
  • #19
Aber fûr mich als Frau ist der Balztanz die Erfüllung, der Geschlechtsakt ein kurzer Moment und nach dem Vollzug der Tod der Begierde.
Das fühle ich als Mann genauso.
Ich verstehe auch nicht, was sich die Natur dabei gedacht hat.
Vielleicht damit wir unsere Gene möglichst weit streuen... Oder aber wir Menschen haben zu viel Phantasie, mit der die schnöde Realität nicht mithalten kann.
 
  • #20
Warum sollte einem bisexueller Mensch sowas Spaß machen?
Vielleicht weil die Ausprägungen nicht gleichmäßig verteilt sind oder weil die eine Ausprägung aus gesellschaftlichen sozialen oder sogar religiösen Gründen nicht durchführbar ist? …..Schließlich gab es in den letzten Jahren sehr viele preisgekrönten Filme darüber.
Und ein Asexueller wird erst recht keine sexuelle Spannung aufbauen wollen/können über Wochen und Monate.
Ich denke, dass auch asexuelle Menschen ein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit haben.
 
  • #21
Ich denke dabei an Goethes Frau von Stein. Aber.....aber, es war dann wohl doch nicht so platonisch von ihrer Seite aus, denn als Goethe dann heimlich nach Italien abhaute und als er sich später die robuste Christiane Vulpius ins Haus holte, zog er das "Handfeste" dem romantischen Briefwechsel mit Frau von Stein vor. Diese war stinksauer, haha.
Ja, vor allem, weil Goethe dieses "ordinäre Weib" (Frau von Stein) durchweg als "meinen Bettschatz" bezeichnete. Da sieht man, was auf Dauer eben doch gefehlt hat.
Um auf deine Frage zurückzukommen: Ich habe das Modell fünf Jahre lang gelebt, allerdings ohne feste Beziehung nebenbei, wie gesagt, jede Form von dem, was ich als betrügerisch und unehrlich empfinde, liegt mir nicht.
Bei mir war es eine Möglichkeit, das Emotionale und Erotische einer Beziehung zu haben, und gleichzeitig meine Sexualität mit verschiedenen anderen Männern ausleben zu können. Es war schön, aber jetzt wäre es nicht mehr vorstellbar.
Kombi aus Bindung und Ungebundensein, Abenteuer und Nähe.
Irgendwann fehlte mir in dieser Konstellation die Romantik/ Pragmatik des Alltags (auch wenn das jetzt komisch klingt).
Für ihn war die "Trennung" sehr hart, fast traumatisch, und es dauerte lange, bis er sich davon erholt hat. Umso mehr, da wir nie zusammen waren und er noch lange Zeit ein Kopfkino von "Was wäre gewesen, wenn" abzog, was bei mir nicht so war.
Grundsätzlich habe ich Männer eher als diejenigen erlebt, die in diesen Arrangements aus Nähe und Distanz den Kopf verloren.
Nach einem einjährigen Beziehungsversuch mit dem vollen Programm, lebte ich ein halbes Jahr komplett ohne irgendwen, irgendwas, dann ließ ich mich auf meinen jetzigen Mann ein. Und mit dem war es so gut, da bin ich auch geblieben und vermisse nichts (habe auch vorher ziemlich viel ausprobiert).
Für mich ist seit 10 Jahren das Normale das Besondere.
 
  • #22
Das:
Oder aber wir Menschen haben zu viel Phantasie, mit der die schnöde Realität nicht mithalten kann.
und das:
Suchst Du jetzt noch den dritten Mann, der Dich hoffiert?
halte ich bei der FS für wahrscheinlich.
Liebe FS, ich sehe es so, dass eure Dreier-Beziehung mitnichten so erfüllend und befriedigend für Dich ist, wie Du es uns hier glauben machen willst.
Wenn Du ehrlich bist, sind beide Beziehungen nur noch ein bzw. zwei längst überholte Arrangements, auf das jeder von euch Dreien aus Bequemlichkeitsgründen nicht verzichten will. Du hast mal erzählt, dass Dein Mann Dir sein Haus überschrieben hat. Des Weiteren lebt ihr Drei die klassische Rollenverteilung. Deine Männer sorgen für das Finanzielle, spielen also die Ernährerrolle, Du bist mit der Erhaltung von Haus und Hof tätig und gewährst den beiden Sex dafür. Da ist nichts mehr mit Romantik. Nichts mehr von dem Hofieren von früher, von der Aufmerksamkeit die Du so dringend brauchst.
Vom erträumten Leben einer romantischen Beziehung in dem Sinne wie Du es Dir ausmalst, bist Du ganz weit entfernt.
Du hast Dich in diese Konstellation begeben, weil Dir damals Dein Mann schon zu langweilig war. Inzwischen bist Du es leid, nicht mehr gegen Sex wie eine Königin behandelt zu werden, sondern statt dessen mit der gleichen Selbstverständlichkeit von Deinen Männern behandelt wirst, wie Du es umgekehrt genauso tust.
Ich möchte mit meiner Antwort Deine Situation bzw. Dich überhaupt nicht werten. Du musst hierauf auch nicht antworten. Aber vielleicht gehst du einfach mal in Dich und denkst darüber nach.
 
  • #23
Hmm, nein, für mich absolut nicht vorstellbar. Ehrlichgesagt würde ich so eine "halbe" Affäre, wo nicht der Sex, sondern
umwerben, ausgehen, schöne gemeinsame Momente planen und erleben, tiefe Gespräche führen, Händchen halten, Liebesbriefe schreibem, liebevolle Gefühle füreinander entwickeln, [...] mit zärtlichen Berührungen, seelischer und körperlicher Nähe, und Küssen
im Vordergrund stehen, als um einen vielfach schwerwiegenderen Betrug am Partner empfinden.

Erinnert mich außerdem an romantische Historienfilme, wo sich die Liebenden nacheinander verzehrten, aber nicht haben konnten, da zu Vernunftehen mit anderen gezwungen. Da kann ich dieses Konzept noch nachvollziehen.

Heutzutage jedoch, wo es Verhütungsmittel gibt und es einem jederzeit frei steht, sich zu trennen oder eine offene Beziehung zu vereinbaren (lebst du nicht ohnehin dieses Konzept?) empfände ich so ein ewiges Umschwärmen und heiß-Machen, ohne je Sex zu haben, als künstlich auferlegten Zwang und daher in der Tat als ziemlich absurd.

W, 28
 
  • #24
aber ohne Sex, nur mit zärtlichen Berührungen, seelischer und körperlicher Nähe, und Küssen, denkbar? Erstrebenswert?
Falls ja oder nein, Warum?
Oder wäre es für Euch gar absurd oder sinnlos?
Ich finde deinen Beitrag interessant und seltsam (im Sinne von so nie gehört und nie erwogen) zugleich. Nein, dieses Bedürfnis hatte ich noch nie. Wenn ich dieses Bedürfnis in einer Beziehung hätte, wäre das für mich persönlich(!) ein Zeichen dafür, dass in der Beziehung etwas nicht stimmt und ich würde erwägen, mich zu trennen.

Das ist aber meine Auffassung davon, wie eine Beziehung für mich zu sein hat. Beziehung ist für mich neben anderen Faktoren Monogamie und körperliche Treue, bei Affären etc. hätte ich natürlich kein Problem damit.

Es ist ja nicht so, dass ich Sex nicht mag.
Aber nach dem Sex ist der Höhepunkt für mich überschritten. Der größtmögliche Kick liegt für mich am Tanz mit dem Feuer von Körper und Geist.
Nein, Sex (d. h. die Penetration) ist für mich schon der Höhepunkt einer körperlichen Verbindung und etwas wünschenswertes, quasi die höchste Form der Ektase. Das was du beschreibst ist ja eine Art Vorspiel, wäre für mich auf Dauer nicht erstrebenswert

Und ich empfinde es als derart normal, dass es mich immer wieder erstaunt, wenn Frauen schreiben, sie gingen direkt während der ersten 3 bis 5 Dates mit dem Mann ins Bett.
Bei Männern verstehe ich es eher.... Aber fûr mich als Frau ist der Balztanz die Erfüllung, der Geschlechtsakt ein kurzer Moment und nach dem Vollzug der Tod der Begierde.
Wieso? Ich denke, dass es bei Frauen Unterschiede hinsichtlich Anatomie (natürlich nicht wesentlich, aber Frauen unterscheiden sich zum Beispiel schon darin, welche Größe/Umfang usw. des besten Stücks beim Mann sie bevorzugen - hier gibts zwar Tendenzen, aber letztlich könnte diese Frage jede Frau anders beantworten - und worauf sonst sollte das zurückzuführen sein, als Unterschiede in Anatomie?) und Hormonen gibt, die dann letztlich, neben anderen Faktoren, zu unterschiedlichen sexuellen Bedürfnissen führen. Das heißt für die eine Frau ist die Penetration die Best Practice, für die andere Frau ist es xy, z. B. Oralverkehr oder das was du beschreibst. Bei mir im weiblichen Freundeskreis gibt es alle Arten von Präferenzen, das ist manchmal echt krass, wie sich das unterscheidet. Sicherlich hängt es auch mit Erlebtem zusammen
 
  • #25
Liebe @Laleila , mir ist es zu viel Sex und zu wenig Romanze in meinem Leben. ( Kann das sein?;) )
Darauf komme ich vor allem, weil meine Wunsch-Träume oft aus einem Mangel heraus richtig stark wurden.
In einer ruhigen stabilen Beziehung mit einem Mann, als ich Anfang 20 war...holten mich irgendwann romantische und sexuelle Tagträume ein.
Diese waren nach Monaten fast quälend. Nur redete ich mir ein, zufrieden zu sein, mit dem was ich habe.
War ich aber nicht. Der Sex mit meinem damaligen Partner, war nicht wirklich schön für mich. Nur brauchte ich lange um mir das einzugestehen. Ich hatte auch keine Erfahrung, nur so eine Ahnung, dass mir Sex mehr Spaß machen könnte.

Nach der Trennung und dem Erleben der Sache, war der Traum schnell verschwunden.
Es folgten neue Träume. Nach Stabilität, nach beruflichen Erfolg, nach mehr Kindern...
Träume sind das eine, deren Erfüllung ist manchmal etwas anders als erwartet.
 

Laleila

Cilia
  • #26
Wäre es für Dich auch die Erfüllung, wenn der Mann gar keinen Sex wollte, niemals, weil asexuell? Aber alles andere, d.h. Dich in den süßen Wahnsinn treiben könnte, ohne jemals tatsächlich den Akt vollziehen zu wollen? Oder auch Dir auf anderen Wegen einen Orgasmus zu verschaffen?
ErwinM, 52
Gute Frage, ich kann mir vorstellen, wenn die Grenzen von Anfang an abgesteckt sind, kann dies über lange Zeit sehr aufregend sein.
Und es wäre ja nicht so, dass man sich gar keine Nähe und Zärtlichkeit schenkt.
Im Gegenteil.
Ich hatte Mal sehr, sehr früh solch eine Affaire mit einem verheirateten Mann. Er war 7 Jahre älter als ich, was damals sehr viel war und es war unheimlich nah, intensiv, zärtlich, verspielt, verrückt. Wir waren total verliebt, verknallt traf es eher, machten Wahnsinnsaktionen um Zeit für uns zu haben, doch war uns Beiden klar, dass wir seine Ehe nicht beenden wollen. Das Ganze ging fast zwei Jahre, bis er mit Familie, aus beruflichen Gründen, nach Russland zog.

Mir fehlte nichts in dieser Zeit, wirklich gar nichts. Vielleicht ist diese nostalgische Erinnerung, welche mein persönliches Bild von der, die mich "perfekten Romanze" prägt.
 
  • #27
Für mich wäre dies immer der Traum einer perfekten Liaison gewesen. Leider nie wirklich der, der Männer, welche ich kennenlernte.

Ist es ein eher weiblicher Wunsch oder ein, etwas ent, bzw. ver-rückter, Laleila-Wunsch?
Was ich mich ja frage, ob das der - vielleicht unbewusste - Grund dafür war, dass du eure Dreierbeziehung eingegangen bist. Dass es dann aber doch an der „Normalität“ der beiden Männer gescheitert ist bzw. diese Konstellation es nicht ausgehalten hätte, wenn du einen der beiden (oder zeitversetzt beide) zu so einer Quelle der reinen Emotion gemacht hättest.

Ob euer Konstrukt hält, weil dir am Sex als solchem wenig liegt, du ihn deswegen gerecht verteilen kannst und dir deinen emotionalen Kick weiterhin durch aushäusige Flirts holst - was aber letztlich doch daran scheitert bzw. dadurch unbefriedigend bleibt, dass Männer nur das Eine wollen.

Letztlich die Frage, ob du in so einer rein emotionalen Verbindung jemals Stabilität erwarten würdest, oder ob auch hier der Reizlevel ständig, z.B. durch zusätzliche Kandidaten oder andere Spiele, erhöht werden müsste - Stichwort „Abwertung“.
 
Zuletzt bearbeitet:

Laleila

Cilia
  • #28
Ich überlege, ob es das, gerade unter Frauen,
im gleichgeschlechtlichen Bereich nicht sogar auch tatsächlich gibt.

Ansonsten solche Konstellationen in der klassischen Literatur auch verschiedentlich mal beschrieben, gerade auch unter Personen unterschiedlichen Alters.
Ja, stimmt. In der klassischen Literatur findet man oft diese Form der Minne, oder zumindest eine ähnliche.
Ab da könnte es auch möglich sein, dass man die Möglichkeit des direkten körperlichen Zusammenseins aus unterscheidlichen Gründen bewusst vermeidet, also andere Gründe und Zwänge ein Rolle spielen, welche mit den Konstrukt ansich nichts zutun haben.
So war es bei mir, in dem Fall den ich auf Erwins Eindruck hin beschrieb. Er war ein verheirateter Spitzensportler, hatte ein kleines Kind und eine wundervolle Frau.
Wir waren, trotz irrer Verliebtheit, beide nicht bereit, den letzten Schritt zu gehen.
Natürlich war es, im Nachhinein gesehen, dennoch Betrug, wie oft er sie belog, mich zu oder mal ein paar Tage mit mir wegfahren zu können.
Dennoch behielt das ganze eine gewisse Unschuld.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Laleila

Cilia
  • #29
Das was Du beschreibst, ist eine reine platonische Liebschaft.
Ist es noch platonisch wenn man sich küsste, engumschlungen am Meer sitzt, sich ständig berühren und mit Zärtlichkeiten überschütten mag?

ch halte sowas für grundsätzlich möglich. Allerdings nur unter der Prämisse, dass mein Mann mich geistig und emotional "unterversorgt" und ich bei ihm die Nähe oder eben das von Dir o. g. vermissen würde. Solange zwischen meinem Mann und mir auf eben dieser romantischen Ebene, also das immer wieder umwerben, tiefe Gespräche führen etc. stattfindet, denke ich nicht, dass ich ein Bedürfnis hätte, welches ich außerhalb meiner Beziehung befriedigen müsste.
Nach über einem Viertel Jahrhundert umwirbt mich mein Mann noch immer zärtlich. doch kenne ich ihn in und auswendig, weiss schon was er sagen wird, noch bevor ihm klar ist, dass er etwas dazu sagen will
Ich liebe ihn tief. Doch diese wirbelnde Aufgeregtheit einer jungen, noch unschuldigen Verliebtheit, lässt sich nicht zurück zaubern.
.Ich finde: Ja. Und zwar deshalb, weil es für mich nach der geistigen, und emotionalen Vereinigung mit meinem geliebten Mann nichts Schöneres gibt, als auch mit ihm körperlich zu verschmelzen und eins zu werden.
Danke für die offene Antwort. Deutet schon Mal darauf hin, dass diese Verschiebung der Bedürfnisse bei mir, nichts per se weibliches, sondern persönliches ist.
 

Laleila

Cilia
  • #30
Ich dachte immer das "+" steht für Sex.
Eine Romanze ohne Sex?
Ja, eine Romanze ohne Sex, mit Sehnsucht nacheinander, Körperlichkeit, Nähe, stundenlangem küssen, nur noch den anderen wahrnehmen. Aber ohne GV oder sonstiger Form mechanisch sexueller Betätigung
Suchst Du jetzt noch den dritten Mann, der Dich hoffiert?
Nein, solche Männer tauchen immer Mal auf, doch passe ich mich nicht mehr darauf ein.
Allerdings würde ich nicht die Hand für mich ins Feuer legen, dass mir soetwas nochmal passiert, wenn alles passt.
Das fühle ich als Mann genauso.
Ich verstehe auch nicht, was sich die Natur dabei gedacht hat.
Danke... Es ist interessant zu lesen, dass, rein dem Gefühl nach, auch der Vorstand, den eigentlichen Reiz darstellt.
Aber die Spannung dauerhaft zu halten ist sicher auch nicht die Lösung ... für mich.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Top